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  • Erwachet! 1999
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Erwachet! 1999
g99 8. 2. S. 16-19

Kommt es wirklich darauf an, was man anzieht?

„ICH weiß nicht, was ich anziehen soll!“ Kommt uns dieser Hilferuf bekannt vor? Natürlich sind die heutigen Modegeschäfte beflissen darum bemüht, uns mit ihren neuesten Modellen auszuhelfen — oder uns noch mehr zu verwirren.

Erschwert wird die Entscheidung dadurch, daß man heutzutage nicht ermutigt wird, sich adrett zu kleiden, sondern eher nachlässig. Über diesen entgegengesetzten Trend der 90er Jahre heißt es in einem Modemagazin: „Es kann sehr beruhigend sein, zu erfahren, daß es nicht nur in Ordnung, sondern auch erwünscht ist, ein wenig zerknittert, verschlissen und abgerissen auszusehen sowie generell etwas heruntergekommen zu wirken.“

Tatsächlich hat die Mode in den letzten Jahren durch aggressive Werbung, Fernsehstars, Gruppenzwang, den Wunsch nach Selbstdarstellung und die Suche nach Identität besonders junge Leute in ihren Bann gezogen. Einige von ihnen stehlen sogar, um den richtigen Look tragen zu können.

Viele populäre Moderichtungen der 90er Jahre haben ihren Ursprung in den Randkulturen von gestern wie in der Hippie-Bewegung der 60er Jahre in der westlichen Gesellschaft. Vollbart, ungekämmtes langes Haar und ungepflegte Kleidung drückten die Ablehnung traditioneller Werte aus. Aber die als Ausdruck der Rebellion getragene Kleidung schuf ihrerseits eine neue Konformität und einen neuen Anpassungsdruck.

Die Kleidung wird immer mehr und stärker dazu genutzt, die eigene Identität auszudrücken. Kleidungsstücke, insbesondere T-Shirts, werden zu stummen Reklametafeln, auf denen für beliebte Sportarten oder Sportgrößen Werbung gemacht, Humor, Desillusionierung oder Aggressivität ausgedrückt, moralische Grundsätze — oder ein Mangel derselben — propagiert oder für kommerzielle Produkte geworben wird. Sie können auch schockieren. So titelte die Newsweek vor kurzem: „Brutalität — die Aussage der Teenagermode“. In dem Artikel wurde ein 21jähriger zitiert, der über sein T-Shirt sagte: „Ich trage es, damit man weiß, wie ich denke. Ich lasse mir von keinem was vorschreiben und will, daß man mich in Ruhe läßt.“

Was auf der Brust oder dem Rücken der Leute zur Schau getragen wird, ist von Person zu Person verschieden. Aber eine jeweilige Konformität mit dem Selbstverständnis einer Gruppe oder dem verbreiteten Geist der Auflehnung, der Ichsucht, der Rücksichtslosigkeit oder der Gewalt ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Designer schießt auf Wunsch seiner Kunden Löcher in die Kleidung. „Sie können sich für Löcher von einer Pistole, einem Gewehr oder von einem Maschinengewehr entscheiden“, sagt er. „Es ist nur eine Modeaussage.“

Was wird durch die Mode ausgedrückt?

„Im allgemeinen ist Kleidung ein Mittel, durch das man sich mit einer bestimmten Gruppe in der Gesellschaft identifiziert“, sagt Jane de Teliga, Leiterin des Modebereichs im Powerhouse Museum in Sydney (Australien). Sie ergänzt: „Man sucht sich die Gruppe aus, mit der man sich identifizieren möchte, und zieht sich entsprechend an.“ Dr. Dianna Kenny, Dozentin für Psychologie an der Universität Sydney, erklärt, um Menschen einzuordnen, sei die Kleidung genauso wichtig wie die Religion, die finanziellen Verhältnisse, der Beruf, die ethnische Zugehörigkeit, die Bildung oder die persönliche Adresse. Gemäß einem Bericht der Zeitschrift Jet kam es in den Vereinigten Staaten in einer Schule, die fast ausschließlich von weißen Kindern besucht wird, zu Rassenkonflikten, „weil die weißen Mädchen in der Schule geflochtene Haare und übergroße Kleidung trugen sowie andere Hip-Hop-Moden mitmachten, die mit der Kultur der Schwarzen verknüpft sind“.

Eine derartige Gruppenloyalität ist auch in einigen Subkulturen zu sehen, wie in der Musikszene. „In vielen Fällen“, so schreibt die Zeitschrift Maclean’s, „entspricht die Kleidung dem Musikgeschmack: Reggae-Fans tragen die kräftigen Farben und die Mützen aus Jamaika, wohingegen sich diejenigen, die Grunge bevorzugen, in Skimützen und karierten Hemden sehen lassen.“ Der lässig übergeworfene, heruntergekommene Arme-Leute-Look, den man Grunge nennt, kann allerdings, egal für welche Variation man sich entscheidet, eine schöne Stange Geld kosten.

Was geschieht mit der Kleiderordnung?

„Alles ist genau das Gegenteil von dem, was Sie sich vielleicht vorstellen“, sagt der Kolumnist Woody Hochswender. „Die Männermode, die einst strengen Regeln unterworfen war, wird zunehmend unordentlicher ... Alles soll so aussehen, als hätte man aufs Geratewohl etwas aus dem Schrank gegabelt.“ Dieser Trend verrät jedoch in manchen Kreisen eine „Mir-ist-alles-einerlei-Einstellung“. Oder er vermittelt den Eindruck, daß es an Selbstachtung oder an Achtung vor anderen fehlt.

In einem Artikel der Zeitschrift Perceptual and Motor Skills, in dem geschildert wurde, wie Schüler Lehrer einschätzen, wurde erklärt: „Obgleich man der Ansicht war, daß man mit dem Jeans tragenden Lehrer am meisten Spaß im Unterricht hatte, wurde seine Meinung dennoch am wenigsten respektiert, und er wurde oft als Lehrer bezeichnet, der von nichts eine Ahnung zu haben schien.“ Dieselbe Zeitschrift kommentierte: „Eine Lehrerin, die Jeans trug, galt als lustig, zugänglich, nicht besonders gescheit, als eine Person, die einem nur begrenzt Respekt abnötigte, die nicht wie eine Lehrerin aussah und im allgemeinen vorzuziehen war.“

In der Geschäftswelt soll durch die Mode mittlerweile noch etwas anderes ausgesagt werden: Macht und Erfolg. In den letzten Jahren haben immer mehr Frauen versucht, die Karriereleiter zu erklimmen. „Ich kleide mich offensiv“, sagt Marie, die Geschäftsführerin eines Verlags. „Ich möchte herausragen. Ich möchte phantastisch aussehen und mich entsprechend verkaufen“, meint sie weiter. Marie gibt offen zu verstehen, daß sie auf sich fixiert ist.

Beliebte Modeströmungen finden zwangsläufig auch in den Kirchen ihren Niederschlag. Viele der modebewußteren Kirchgänger haben die Kirche sogar dazu benutzt, ihre neuesten Errungenschaften vorzuführen. Doch heutzutage blicken die in wallende Talare gehüllten Geistlichen von der Kanzel aus oftmals auf eine Gemeinde herab, die zum Teil Jeans und Turnschuhe trägt oder aber übertrieben modisch gekleidet ist.

Warum diese Fixiertheit auf die eigene Person und die Identität?

Übertrieben modische Kleidung ist nach Ansicht von Psychologen insbesondere unter Jugendlichen ein Ausdruck ihrer Ichbezogenheit, ein Heischen nach Aufmerksamkeit. Die Psychologen bezeichnen es als „den ständigen Drang des Heranwachsenden, das eigene Ich als Objekt der Aufmerksamkeit anderer zu sehen“. Im Grunde will der- oder diejenige damit sagen: „Ich denke, du bist genauso eingenommen von mir, wie ich es bin“ (American Journal of Orthopsychiatry).

Weltanschauungen, in denen sich alles um den Menschen dreht und die Gott als unwesentlich abtun, propagieren gleichfalls die oft vom Kommerz geförderte Denkweise, daß der einzelne die wichtigste Person im Universum ist. Das Problem ist nur, daß es mittlerweile fast sechs Milliarden dieser „wichtigsten“ Personen gibt. Millionen Menschen in den Religionen der Christenheit haben sich von dieser materialistischen Denkweise vereinnahmen lassen und streben nach „dem guten Leben, jetzt und hier“. (Vergleiche 2. Timotheus 3:1-5.) Hinzu kommt der Zerfall der Familie und das Schwinden echter Liebe, so daß es nicht überrascht, daß viele, besonders Jugendliche, nach allem greifen, was ihnen eine Identität und Sicherheit geben soll.

Wer sich allerdings nicht nur Gedanken über seine Kleidung, sondern auch über sein Ansehen bei Gott macht, fragt sich logischerweise: „Bis zu welchem Grad sollte ich mich den wechselnden Kleidungsnormen anpassen? Woher weiß ich, ob ich angemessen gekleidet bin? Sende ich durch meine Kleidung verwirrende oder sogar falsche Signale aus, was meine Person angeht?“

Bin ich angemessen gekleidet?

Was wir tragen, ist im wesentlichen eine persönliche Entscheidung. Jeder hat einen anderen Geschmack und auch andere finanzielle Möglichkeiten. Außerdem ist der Kleiderstil von Ort zu Ort, von Land zu Land und von einer Klimazone zur anderen verschieden. Man kann jedoch in jeder Situation folgendes Prinzip im Auge behalten: „Für alles gibt es eine bestimmte Zeit, ja eine Zeit für jede Angelegenheit unter den Himmeln“ (Prediger 3:1). Mit anderen Worten, man sollte sich dem Anlaß entsprechend kleiden. Und ein anderes Prinzip ist: ‘Wandle bescheiden mit deinem Gott’ (Micha 6:8).

Das bedeutet nicht, daß man sich hausbacken kleiden muß, eher auf eine ‘wohlgeordnete’ Weise, die einen ‘gesunden Sinn’ widerspiegelt (1. Timotheus 2:9, 10). Oftmals bedeutet das einfach, etwas Zurückhaltung an den Tag zu legen, eine Eigenschaft, die in der Zeitschrift Working Woman mit Geschmack und Eleganz verknüpft wird. Eine gute Faustregel ist, sich niemals so zu kleiden, daß andere, wenn man einen Raum betritt, als erstes die Kleidung wahrnehmen und sich förmlich davon erschlagen fühlen. In Working Woman heißt es: „Kleiden Sie sich so, ... daß die Leute die Person sehen, die in der Kleidung steckt, nämlich Sie und Ihre Vorzüge als Mensch.“

In der Zeitschrift Perceptual and Motor Skills wird gesagt: „Eine Reihe von Veröffentlichungen über die Frage, welche Rolle Kleidung bei der Meinungsbildung über eine Person sowie bei nonverbaler Kommunikation spielt, lassen erkennen, daß Kleidung bei der Bildung des Ersturteils über andere Personen eine Schlüsselfunktion einnimmt.“ Ähnlich äußert sich eine Frau in den Vierzigern, die es regelrecht genoß, durch die Art und Weise, wie sie sich kleidete, eine starke Anziehungskraft auszuüben: „Ich bekam enorme Probleme, weil sich durch meine Aufmachung die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben immer wieder verwischte. Ständig gab es Geschäftspartner, die mich zum Essen ausführen wollten.“ Eine Buchhalterin beschreibt einen Kleidungsstil, der genau in die andere Richtung geht, und erzählt: „Ich habe beobachtet, wie sich Männer gegenüber Frauen verhalten, die sich nachlässig oder betont maskulin kleiden. Sie stufen sie als aggressive Frauen ein, die bei jeder Gelegenheit ihre Krallen ausfahren; die Männer machen es solchen Frauen ungleich schwerer als anderen Frauen.“

Jeffie, eine junge Frau, stellte fest, daß sie mit ihrer modischen Frisur verwirrende Signale aussandte. „Ich dachte, ich würde einfach nur ‚anders‘ aussehen“, erinnert sie sich. „Doch dann fingen die Leute an, mich zu fragen: ‚Sind Sie wirklich eine Zeugin Jehovas?‘ Das war mir peinlich.“ Jeffie mußte sich ein paar unbequeme Fragen zur Selbstprüfung stellen. Stimmt es nicht, daß nicht nur unser Mund, sondern auch unsere Kleidung und unsere Aufmachung etwas über die „Fülle des Herzens“ aussagen? (Matthäus 12:34). Was verrät unsere Kleidung? Ist es unsere Absicht, die Aufmerksamkeit auf den Schöpfer zu lenken oder auf unsere Person?

Sich mit ‘gesundem Sinn’ kleiden

Wir sollten uns auch überlegen, welche Wirkung die Kleidung auf uns selbst hat. Eine Kleidung, die Macht und Erfolg demonstriert oder zu fein für den Anlaß ist, kann unserem Ego schmeicheln; eine schlampige Aufmachung kann ein negatives Selbstbild verstärken, und T-Shirts, auf denen unser Lieblingsfilmstar, unser Lieblingssportler oder irgendein anderes Idol abgebildet ist, kann uns dazu verleiten, unser Idol zu vergöttern, und das wäre Götzendienst. Ja, unsere Kleidung spricht Bände — sie sagt etwas über uns aus.

Was verrät unsere Kleidung über uns, wenn wir uns extrem auffällig oder verführerisch kleiden? Unterstreichen wir mit unserer Kleidung Charakterzüge, die wir eigentlich ablegen müßten? Auf welche Art Menschen wollen wir anziehend wirken? Der Rat aus Römer 12:3 kann uns helfen, eine egozentrische Einstellung, Eitelkeit oder negatives Denken zu überwinden. In diesem Vers rät der Apostel Paulus jedem, „nicht höher von sich zu denken, als zu denken nötig ist, sondern so zu denken, daß er gesunden Sinnes sei“. Einen ‘gesunden Sinn’ zu haben bedeutet, vernünftig zu sein.

Das ist besonders wichtig für Personen, die eine Vertrauensstellung innehaben oder Verantwortung tragen. Ihr Beispiel übt einen nachhaltigen Einfluß auf andere aus. Natürlich wird auch die Kleidung und die Aufmachung derjenigen, die Dienstvorrechte in der Christenversammlung anstreben, sowie ihrer christlichen Ehefrauen von Bescheidenheit und Respekt zeugen. Niemals wollen wir so sein wie der Mann, von dem Jesus in seinem Gleichnis vom Hochzeitsfest erzählte: „Als der König hereinkam, um sich die Gäste zu besehen, erblickte er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war.“ Als er erfuhr, daß dieser Mann keinen triftigen Grund dafür hatte, in einem derart respektlosen Aufzug zu erscheinen, „sagte der König zu seinen Dienern: ‚Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus‘“ (Matthäus 22:11-13).

Deshalb ist es wichtig, daß Eltern ihren Kindern durch Worte und durch ihr Vorbild eine gesunde Ansicht über Kleidung und einen guten Geschmack vermitteln. Das bedeutet manchmal vielleicht, daß sie festbleiben müssen, wenn sie mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter vernünftig über dieses Thema reden. Aber es ist sehr ermutigend, wenn wir und unsere jungen Leute von anderen für das hohe Niveau unserer Kleidung und für unser gutes Benehmen spontan gelobt werden.

Eitelkeit, teure Moden und eine Fixiertheit auf das eigene Ich — davon sind Jehovas Diener frei geworden. Sie lassen sich von göttlichen Grundsätzen leiten, nicht von dem Geist der Welt (1. Korinther 2:12). Wenn wir diesen Grundsätzen entsprechend leben, sollte uns die Wahl der Kleidung nicht allzu schwer fallen. Wie ein sorgfältig gewählter Bilderrahmen wird unsere Kleidung unsere Persönlichkeit weder überlagern noch eine Beleidigung für sie sein. Und je mehr wir versuchen, Gott nachzuahmen, um so mehr werden wir eine geistige Schönheit entwickeln, die alles übertrifft, was man mit Kleidung erreichen kann.

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