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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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„Es hatte den Klang der Wahrheit“
Aber es gab in Bogotá tatsächlich freundliche Menschen, die nur darauf warteten, in die Wahrheit zu kommen. Einer von ihnen war der 23jährige David Guerrero. Er stammte aus einer streng katholischen Familie. Im Alter von zehn Jahren verlor er seinen Vater, was ihn an der Religion zweifeln ließ. Dieser persönliche Unglücksfall überzeugte ihn — entgegen den katholischen Lehren —, daß die Toten ohne Bewußtsein sind. Als David Jahre später in einer kleinen Pulloverfabrik seines Bruders arbeitete, war er geradezu darauf vorbereitet, von zwei Missionarinnen, die im Laden vorsprachen, die Wahrheit zu hören.
Nun erzählt David: „Eines Morgens bat mich mein Bruder, nach vorne zu kommen und mit Ausländern zu reden, die Schwierigkeiten hätten, den Zweck ihres Besuchs zu erklären. Ich konnte nur wenig Englisch. Zu meiner Überraschung standen zwei adrett gekleidete junge Nordamerikanerinnen vor mir. Sie wollten mit uns über die Bibel sprechen. ‚Man braucht viel Mut, um solch ein Werk in dieser Umgebung zu verrichten‘, dachte ich bei mir. Nun, der Besuch endete, und ich hatte zwei Bücher mit interessanten Titeln erworben; der eine lautete ‚Die Wahrheit wird euch frei machen‘, und der andere hieß Kinder. Die jungen Damen versprachen wiederzukommen.“
David fing an, große Teile der Bücher zu lesen, mal in dem einen Buch, mal in dem anderen. „Mir gefiel der Inhalt“, sagt er. „Es hatte den Klang der Wahrheit. Und die Leute machten es richtig: Sie brachten diese Botschaft direkt zu den Menschen.“
Die Zeuginnen kehrten ein paar Tage später mit einem Missionarehepaar zurück und richteten ein Bibelstudium ein. Bald besuchte David die Zusammenkünfte. „Und ehe ich mich’s versah, war ich ein Königreichsverkündiger“, erzählt er.
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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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Am letzten Sonntag im Januar 1946 fand in Kolumbien die zweite Taufe statt, über die es Aufzeichnungen gibt. 30 Personen waren zugegen. Sieben der neuen Verkündiger symbolisierten ihre Hingabe durch die Taufe, auch David Guerrero. Die Missionare freuten sich über den subtropischen Rahmen bei der Taufe, 1 200 m unterhalb der Savanne. Zahlreiche bunte Vögel, viele Blumen und Kaffeepflanzen sowie ein klarer Gebirgsfluß inmitten von Bambus und Bananenbäumen zierten die Taufstätte — genau das, was sich viele unter einer Zuteilung in den Tropen vorgestellt hatten.
Später heiratete David Guerrero die Missionarin Helen Langford. Nachdem sie eine Zeitlang in den Vereinigten Staaten gelebt hatten, kehrten sie nach Kolumbien zurück, um dort Pionierdienst zu verrichten, und danach hatten sie das Vorrecht, im Reisedienst tätig zu sein.
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