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Vom Straftäter zum MissionarErwachet! 1990 | 8. März
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Im Februar 1960, nach fast sechs Monaten Schulung, fand die Abschlußfeier der 34. Klasse der Gileadschule statt. Wir wurden nach Bogotá (Kolumbien) gesandt, wo wir am 1. März 1960 eintrafen.
Unsere erste Herausforderung war, Spanisch zu lernen. Meine Verwechslung von Wörtern gab oft zum Lachen Anlaß. Als ich auf unserem ersten Bezirkskongreß im Unterkunftsbüro arbeitete, bat ich die Brüder, uns Matratzen (colchones) zu leihen, gebrauchte aber das Wort cochinos (Ferkel). Sie fragten mich freundlich: „Wofür brauchst du sie?“ Ich sagte: „Damit die Brüder darauf schlafen können.“ Nach einigem Gelächter erhielten wir die Matratzen.
Wir erfreuten uns an der Schöpfung Gottes in der natürlichen Schönheit der majestätischen schneebedeckten Anden, der Dschungelgebiete und des Tieflands und hatten dort viele unvergeßliche Erlebnisse. Eines trug sich zu, als wir die Sonderpioniere in Villavicencio besuchten, wo die llanos (Ebenen) beginnen. In dem Ort San Martín trafen wir uns mit der Gruppe von Zeugen aus Granada. Es war das erste Mal, daß die Bewohner von San Martín die Königreichsbotschaft hören sollten. Während meine Frau bei einer Wohnungsinhaberin vorsprach, kam ein Junge und fragte sie, was sie da tue. Nachdem sie es ihm erklärt hatte, ging er weg, kam jedoch gleich wieder zurück und sagte, ein Kunde in dem Geschäft gegenüber wolle mit ihr reden. Der Mann hörte der Botschaft erfreut zu und bat um alle biblische Literatur, die sie hatte. Als sie ihm vorschlug, sich die Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet! mit der Post zusenden zu lassen, sagte er: „Ich wohne weit weg im Tiefland, wo keine Post zugestellt wird. Ich müßte die Post hier in San Martín abholen, aber ich komme nur einmal im Jahr hierher, um Vorräte einzukaufen.“ Durch göttliche Fügung kam er in jenem Jahr während unseres Besuches.
Mit großer Freude brachten wir 16 Jahre lang den Kolumbianern die Wahrheit aus Gottes Wort. Um zu ihnen zu gelangen, benutzten wir alle möglichen Transportmittel: Piragua (Einbaum), Flugzeug, Bus, Auto, Pferd und Esel. Wo immer wir waren, trafen wir freundliche Menschen, die glücklich waren, über die biblische Wahrheit zu sprechen und die Liebe Jehovas und seines Sohnes kennenzulernen und zu verspüren.
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Vom Straftäter zum MissionarErwachet! 1990 | 8. März
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[Bild auf Seite 18]
In Kolumbien: Waschtag für meine Frau Earline
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