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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • „Die goldenen Jahre“

      Seine Zelte abzubrechen und in ein fremdes Land zu ziehen ist kein leichter Schritt, besonders nicht für jemand, der vier kleine Kinder und nur 100 $ für die Reise hat. So erging es im Frühling 1959 der Familie Zimmerman aus den Vereinigten Staaten. Harold und Anne, Absolventen der 18. Klasse der Gileadschule (1952), hatten drei Jahre als Missionare in Äthiopien gedient. Nun war Kolumbien ihr Ziel, aber sie besaßen keine ausreichenden Mittel. Sie dachten sorgfältig über den Rat nach, der voraussichtlichen Pionieren bei einem Kreiskongreß gegeben wurde. Der Redner hatte gesagt: „Wartet nicht, bis ihr ein Auto, einen Wohnwagen und Geld auf der Bank habt. Legt das Datum fest, und dann werdet Pionier!“ Aber wie konnten sie die Reisekosten bezahlen?

      In der darauffolgenden Woche, gerade als Harolds Frau Anne einen Platz für seinen Flug von Los Angeles nach Kolumbien hatte reservieren lassen, kam ein Briefumschlag mit der Post an. Es befand sich ein Scheck über 265 $ darin, eine Einkommenssteuerrückzahlung. Nach dieser unverhofften finanziellen Hilfe überreichten am nächsten Tag mehrere Familien von Zeugen Jehovas den Zimmermans 350 $ als Geschenk. Das Geld für den ersten Teil des Projekts stand nun zur Verfügung.

      Sobald Harold in Cali ankam, traf ihn fast der Schlag: Er sah Zeitungsberichte über Krieg, mit Bildern von verstümmelten Leichen, die in Reihen auf dem Erdboden lagen — die berüchtigte Violencia. „Warum habe ich vorher nichts darüber erfahren?“ fragte er sich. „Soll ich denn wirklich eine Frau und vier Kinder hier wohnen lassen?“

      „Richtige Entscheidungen“, erinnerte er sich, „werden getroffen, indem man nach biblischen Grundsätzen sucht, die auf den jeweiligen Fall zutreffen.“ Er dachte an die Israeliten, die auf die zehn furchtsamen Kundschafter hörten, die das Land der Verheißung ausgekundschaftet hatten. Sie fürchteten, daß ‘ihre Frauen und ihre Kleinen Plündergut werden würden’, und wollten daher nach Ägypten zurückkehren. Jehova erklärte, daß sie während der 40jährigen Wüstenwanderung sterben müßten. Ihre Kleinen jedoch sollten überleben und das Land der Verheißung betreten (4. Mo. 14:3, 31, 32). Das war die Antwort. Harold verfolgte seinen Plan weiter.

      Wie beurteilt Harold die 30 Jahre, in denen er in Kolumbien gelebt und Jehova gedient hat? Er sagt: „Wir kamen in dieses Land, um ‚ein paar Jahre bis Harmagedon‘ zu dienen. Die Jahre kamen und gingen. Zugegeben, es sind mehr geworden, als wir dachten, aber dafür sind es Jahre voller Vorrechte und Segnungen für die ganze Familie gewesen, in denen wir ‘die Gegenwart des Tages Jehovas fest im Sinn behielten’ (2. Pet. 3:12).

      Unsere Kinder sind alle verheiratet und wandeln in der Wahrheit, und wir sind nie ein Opfer der Gewalt geworden. Meine Frau und ich wohnen jetzt in einem kleinen Bungalow neben der Baustelle des neuen Bethels in Facatativá und genießen unsere ‚goldenen Jahre‘ als Bethelmitarbeiter.“f

  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • f Der Lebensbericht von Harold L. Zimmerman ist in der Wachtturm-Ausgabe vom 1. Mai 1984 (englisch), S. 23—27 zu finden.

  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • [Bild auf Seite 113]

      Harold und Anne Zimmerman, die in Cali vier Kinder großzogen, helfen nun beim Bau des neuen Zweigbüros in Facatativá mit

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