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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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Einband von Bibeln abgerissen
Im Mai 1953 planten Glieder der Versammlung in Bogotá einen Ausflug, aber es sollte keine Vergnügungsreise sein. Bei der Fahrt von ihrer hochgelegenen Stadt in das subtropische Dorf Tocaima überwanden sie rund 1 200 m. Die Brüder wollten dort eine Taufe unter freiem Himmel und noch etwas anderes durchführen. Nach der Taufe strömten die Verkündiger nämlich aus, um in dem Ort Zeugnis zu geben.
Es dauerte nicht lange, bis die Polizei eine Schwester festnahm und sie ins Gefängnis brachte. Bruder Tracy und andere versuchten, ihre Freilassung zu erwirken, doch auch sie wurden eingesperrt. Bald befanden sich acht Zeugen in Haft. Der wütende Wachtmeister schrie, sie seien Kommunisten und hätten kein Recht, in dem katholischen Dorf zu predigen. Nachdem die Polizei von den Büchern und Bibeln den Einband abgerissen hatte, ließ der Bürgermeister die Literatur der Zeugen in einen großen Wasserbottich werfen, der im Innenhof der Polizeistation stand. Eine Stunde später beruhigten sich die Beamten und ließen die Zeugen frei.
Während der vierstündigen Rückreise in die Berge hinauf waren die Brüder der Versammlung freudig gestimmt, ‘weil sie für würdig erachtet worden waren, um Jesu Namens willen in Unehre zu kommen’ (Apg. 5:41).
Die Versammlung in Bogotá auf sich allein gestellt
Im Jahre 1954 zählte Bogotá bereits mehr als 600 000 Einwohner und wurde immer größer. Doch nach über acht Jahren Missionartätigkeit hatte die Versammlung in Bogotá durchschnittlich immer noch 30 Verkündiger. Da trotz großer Anstrengungen so geringe Ergebnisse erzielt worden waren, schloß man das Missionarheim in Bogotá und sandte die Missionare woandershin. Aber wohin? Nach Cali, wo Schwester Käthe Palm 18 Jahre zuvor gepredigt hatte. Cali war nun eine ständig wachsende Industriestadt; es war nur vernünftig, hier ein Missionarheim zu eröffnen.
Ein einheimischer Bruder, Porfirio Caicedo, wurde zum Aufseher der Versammlung in Bogotá ernannt, und er sollte sich um das Königreichswerk dort kümmern.
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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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„Heute gibt es in Barranquilla 62 Versammlungen, mehr als in jeder anderen Stadt des Landes außer Bogotá“, sagt Rogelio Jones, der als Stadtaufseher dient. Er ist Bauunternehmer und hat der Gesellschaft seit den 50er Jahren bei Bauprojekten geholfen.
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