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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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Cartagena de Indias
Startet man von Barranquilla aus mit dem Flugzeug, kommt bereits nach 16 Minuten Cartagena mit seinem ausgezeichneten natürlichen Hafen und seinen vielen Schiffahrtswegen in Sicht. Der spanische Kolonisator Pedro de Heredia ist wirklich dafür zu loben, daß er 1533 Cartagena de Indias an dieser Stelle gründete. Auch entdecken jedes Jahr immer mehr Urlauber Cartagena. Sie kommen her, um sich an den Stränden der Halbinsel Boca Grande zu sonnen und zu baden sowie alte Stätten zu besuchen, die aus der Kolonialzeit der Stadt stammen.
Von Fort San Felipe de Barajas aus ist es möglich, die Bucht zu überblicken, und Touristen, die sich für Geschichte interessieren, stellen sich vielleicht vor, wie der Hafen unter ihnen aussah, als er voll von spanischen Segelschiffen war, wie beispielsweise der berühmten Galeonenflotte Tierra Firme, die mit Gold vom Festland beladen wurde und bei günstigen Winden mit ihrer wertvollen Fracht Richtung Spanien in See stach.
Aber einst fürchtete Cartagena Ausländer wegen der Überfälle durch Seeräuber. Flotten französischer, britischer und holländischer Piraten plünderten spanische Häfen und Galeonen. Cartagena wurde von dem Freibeuter John Hawkins und später von seinem verwegenen Neffen Sir Francis Drake — beide Protestanten —, die im Auftrag Englands reisten, ausgeplündert. Tatsächlich war Drakes Vater ein protestantischer Prediger. Sir Francis Drake eroberte Cartagena 1586 und hielt es so lange besetzt, bis ein Lösegeld bezahlt wurde. Diese Vorfälle veranlaßten 1588 den verärgerten Philipp II. u. a., die große spanische Armada gegen das protestantische England auslaufen zu lassen — ein Wendepunkt sowohl in der europäischen Geschichte als auch in der Weltgeschichte.
Frei von abergläubischen Ängsten
Die Geschichte des kolumbianischen Goldes wäre unvollständig, würde man nicht die Sklaven erwähnen. Afrikanische Neger wurden die wichtigsten Minenarbeiter, und Cartagena „wurde zum bedeutendsten Sklavenmarkt der Karibik — vielleicht der ganzen Neuen Welt“.
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KolumbienJahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
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[Bilder auf Seite 101]
In Cartagena, einem bedeutenden karibischen Seehafen in der spanischen Kolonialgeschichte, wird die gute Botschaft gehört
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