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  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • Die Freundlichkeit des Mannes beeindruckte sie

      Auch unter den Reicheren gab es freundliche Menschen, die darauf warteten, die Wahrheit zu erkennen. Im Distrikt von El Prado lebte beispielsweise eine verzweifelte Witwe, Inez Wiese. Sie wurde in Jamaika geboren und hatte in Kolumbien ihre Kindheit verbracht. Ihre Eltern waren Briten. Später heiratete sie und zog nach Deutschland, wo sie während des Zweiten Weltkriegs ihren deutschen Mann und ihre beiden Adoptivsöhne verlor. Nach dem Krieg kehrte sie nach Kolumbien zurück. 1947 klopfte eines Tages Olaf Olson an ihre Tür und bot ihr das Wachtturm-Abonnement an. Später erzählte sie: „Ich hatte noch nichts von Jehovas Zeugen gehört und wußte sehr wenig von der Bibel. Doch ich entschloß mich, die Zeitschrift zu abonnieren, weil der Mann so freundlich und rücksichtsvoll war.“

  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • Im September 1949 sprach einer der Missionare in Farahs Geschäft vor. Bruder Webster stellte sich als Prediger vor und wollte gerade mit seiner Darlegung fortfahren, als ihn Farah mit den Worten unterbrach: „Ich bin nicht daran interessiert, über irgendeine Religion etwas zu erfahren, außer über die, die von Richter Rutherford erklärt wird.“ Sobald ihm gezeigt wurde, daß es sich um die gleiche Botschaft handelte, nahm Farah gern das Buch „Gott bleibt wahrhaftig“ entgegen. Noch in derselben Woche fing Farah an, die Zusammenkünfte zu besuchen.

      Bruder Webster erzählt: „Farahs Frau und einige ihrer Angehörigen kamen zur Wahrheit. Auch Farahs alter Jagdkamerad César Roca, einschließlich seiner Frau und seiner großen Familie, sowie mehrere andere Freunde nahmen die Botschaft an. Farahs protestantische Brüder und deren Familien sowie einige ihrer angeheirateten Verwandten wurden ebenfalls Zeugen Jehovas. Jetzt kam wirklich etwas in Bewegung.“

      Das Wachstum in Barranquilla ging schnell voran, und bald gründete man eine zweite Versammlung. Farah Moráns Wohnung diente als Königreichssaal. Olaf Olson war vorsitzführender Aufseher. Zweiundfünfzig Personen waren bei der ersten Zusammenkunft anwesend. Bruder Olson schulte Farah, so daß dieser als Aufseher der Gruppe dienen konnte. Im September 1953 wurde eine dritte Versammlung gebildet. Zwei Jahre später gründete man eine vierte.

      Das Mikrofon des Pfarrers blieb eingeschaltet

      Bruder Webster berichtet, wie das Evangelisierungswerk großen Aufschwung erhielt:

      „Im März 1953 erhielten wir den neuen Kombiwagen, den Schwester Wiese für das Zweigbüro gespendet hatte. Wir begannen, in den umliegenden Vororten und nahe gelegenen Dörfern regelmäßig gruppenweise Zeugnis zu geben. Bald hatten wir im Departement Atlántico in zehn Orten gepredigt, die vorher unberührt gewesen waren. Dauerte die Reise länger als einen Tag, fuhren nur Brüder mit. Man teilte sich die Kosten. Gewöhnlich übernachteten wir bei gastfreundlichen Familien und schliefen in Hängematten, auf dem Boden oder in La Theocratica, wie unser Kombiwagen schließlich genannt wurde. Mehr als einmal beschwerte sich der Ortspfarrer beim Bürgermeister und veranlaßte, daß die Polizei das Werk behinderte.“

      An einem Sonntagmorgen traf eine Verkündigergruppe auf dem öffentlichen Platz von Tubará ein. Plötzlich ertönte die Stimme des Pfarrers aus Lautsprechern, die man auf dem Kirchturm installiert hatte: „Ich begrüße unsere Freunde, Jehovas Zeugen! Ich lade Sie ein, herüberzukommen und mit mir zu sprechen, um herauszufinden, wer recht hat.“ Mehrere Brüder gingen zur Kirche hinüber, und der Pfarrer bat sie, ihm den Unterschied zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus zu zeigen.

      James Webster begann mit der Geschichte des Christentums im ersten Jahrhundert und beschrieb den Abfall, der im zweiten und dritten Jahrhundert einsetzte. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der katholischen Kirche bis zur protestantischen Reformation im 16. Jahrhundert betonte er, daß sowohl der Katholizismus als auch der Protestantismus die gleichen Grundlehren heidnischen Ursprungs haben — die Dreieinigkeit, die Unsterblichkeit der Seele und die Hölle. Dann fuhr er fort zu erläutern, was die Bibel wirklich über Jehova Gott, Jesus Christus, das Königreich und eine paradiesische Erde lehrt.

      Das 15minütige Gespräch fand direkt neben dem Mikrofon des Pfarrers statt, das eingeschaltet geblieben war. Da die Lautsprecher vom Kirchturm aus überall in der Stadt zu hören waren, verfolgten gemäß einer Zählung 169 Personen auf dem Platz und viele weitere in den Häusern die Unterhaltung.

      Dem Pfarrer fiel ein, daß das Mikrofon nicht abgeschaltet worden war, und er sagte plötzlich, er habe einen Termin für eine Hochzeit, und beendete das Gespräch. Als die Brüder zu den anderen aus der Gruppe zurückkehrten, erschallte aus den Lautsprechern von einer Schallplatte das Lied “¡Palo con esa gente!” („Verprügelt diese Leute!“). Aber es bildete sich keine Pöbelrotte. Die Zeugen begannen friedlich mit dem Haus-zu-Haus-Dienst, sehr zum Ärger des Pfarrers.

      Verhaftet und aufgefordert, die Stadt zu verlassen

      Der Schneider Antonio Carvajalino trat einst für die kommunistische Partei ein, als er in der kleinen Stadt Aracataca lebte. Später wohnte er in Barranquilla, wo ihn Bruder Webster und Bruder Olson im Predigtdienst antrafen. Bei den nächsten Besuchen kam es zu lebhaften biblischen Gesprächen. Antonios vier ledige Schwestern lauschten in einem Nebenzimmer angestrengt jedem Wort. Schließlich sah Antonio ein, daß Gottes Königreich die einzige Hoffnung für die armen Menschen in Kolumbien und in der übrigen Welt ist. Er ließ sich einige Zeit danach taufen. Seine vier Schwestern hatten ebenfalls Wertschätzung für die Wahrheit und nahmen bald zusammen mit ihrem Bruder den Pionierdienst auf.

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