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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • und wenden uns als nächstes der Stadt Cali zu, die 1536 gegründet wurde, in dem Jahr, als man den Bibelübersetzer William Tyndale auf dem Scheiterhaufen verbrannte.

      Richtung Süden nach Cali

      Die 450 km lange Fahrt Richtung Süden nach Cali auf dem Panamerican Highway dauert mit dem Auto einen Tag und ist landschaftlich reizvoll. Sie führt durch Berge und grüne Kaffeeplantagen sowie durch ein Tal mit Zuckerrohrplantagen. Heute sind Jehovas Zeugen in allen größeren Städten dieser Gegend zu finden.

      Cali liegt an den Ausläufern und den Hauptzügen von Gebirgsketten, die bis zu einer Höhe von 4 000 m ansteigen und dann auf der anderen Seite zur Pazifikküste hin abfallen. Von der Stadt aus ist die Küste mit dem Auto in weniger als drei Stunden zu erreichen. Die von den Hängen der Kordillere wehenden angenehmen Brisen lassen einen die Hitze des Tages besser ertragen. Drei Kreuze auf einem Berggipfel und eine große Statue von Cristo Rey (Christus, dem König) auf einem anderen Berg überragen die Stadt.

      Freundliche, für die Wahrheit zugängliche Menschen

      Als Käthe Palm hier 1936 predigte, war Cali eine kleine Stadt. Später, im Frühjahr 1949, schrieb der Zweigaufseher Robert Tracy nach einem kurzen Besuch an die Zentrale der Gesellschaft in Brooklyn: „Cali ist eine der fortschrittlichsten Städte Kolumbiens.“

      Bruder Tracy hatte sich in seine Predigtdiensttasche 15 Bücher gesteckt und außerdem die Namen mehrerer interessierter Personen aufgeschrieben. Die Menschen, die er antraf, waren freundlich und zugänglich, und innerhalb von nur zwei Stunden ging ihm die Literatur aus. „So bald wie möglich sollten Missionare hierhergesandt werden“, schrieb er am Schluß seines Berichts.

      Während des Zweiten Weltkriegs fing die Industrialisierung in Cali an, und bald entstanden in dem ganzen Gebiet Fabriken und Geschäfte, die im Besitz von Ausländern, multinationalen Konzernen oder Einheimischen waren. Heute gibt es in dieser Stadt von rund zwei Millionen Einwohnern 3 657 Zeugen in 39 Versammlungen.

      Ein Arbeitsvertrag in nur einem halben Tag

      Im Jahre 1954 verließen die Tracys und die Fountains Bogotá, um ein Missionarheim in Cali einzurichten. Ein paar Monate später, im Dezember, trafen zwei neue Missionare, Jesse und Lynn Cantwell, ein. Jesse, der Jüngste in einer Familie von acht Pionieren in den Vereinigten Staaten, hatte seine Laufbahn im Predigtwerk als 12jähriger Schuljunge begonnen, und zwar 1934 während der Weltwirtschaftskrise.

      Die Cantwells reisten in Kolumbien als Touristen ein, da 1954 immer noch diktatorische Erlasse in Kraft waren. Obwohl Jesse nicht sehr viel Schulbildung besaß und lediglich über Grundkenntnisse der spanischen Sprache verfügte, suchte er eine Arbeit, die es ihm und seiner Frau ermöglichen würde, eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. In nur einem halben Tag hatte er einen Vertrag mit der dortigen Universität (Universidad del Valle). Er war als Englischlehrer an der medizinischen Fakultät angestellt worden. „Das war nur mit Jehovas Hilfe möglich“, erklärte Jesse. Die sechs Missionare in der Stadt sorgten dafür, daß das Königreichswerk in Cali Wurzeln faßte und zu wachsen begann.

      Als sich die politische Situation änderte und religiöse Einschränkungen aufgehoben wurden, kündigte Bruder Cantwell seine Arbeit an der Universität, um den Dienst als reisender Aufseher in einem der beiden Kreise aufnehmen zu können, die es damals in Kolumbien gab. Danach war er Bezirksaufseher und diente schließlich im Zweigbüro in Barranquilla. 1970 wurden die Cantwells der Dominikanischen Republik zugeteilt, wo Bruder Cantwell die Arbeit als Zweigaufseher versah. Gegenwärtig stehen Jesse und Lynn Cantwell in den Vereinigten Staaten im Kreisdienst.

      Arroganter Priester — sympathische Polizei

      In einem Stadtteil von Cali, wo hauptsächlich Bürger des Mittelstandes wohnen, führte ein Priester namens Arango einen unerbittlichen Kampf gegen Jehovas Zeugen. Eines Tages machten Schwester Fountain und eine neue Verkündigerin, Ana Valencia, gerade einen Rückbesuch, als Priester Arango in das Haus stürmte und die Wohnungsinhaberin mit den Worten anfuhr: „Sorgen Sie dafür, daß diese Indianer von hier verschwinden!“ Wütend rief er selbst die Polizei an. Inzwischen baten die Schwestern die Frau, ein Taxi zu rufen. Der Streifenwagen und das Taxi trafen zur gleichen Zeit ein. Schnell ging Schwester Valencia zum Polizeiauto hinüber und sagte in überzeugender Weise zu dem Fahrer: „Sehen Sie, der Priester hat die grüne Minna für sich bestellt. Wir haben das Taxi gerufen und fahren deshalb mit dem Taxi.“ Der Beamte war einverstanden, und die Schwestern stiegen in das Taxi ein, das sie zur Polizeiwache brachte. So kam es, daß der Priester in der „grünen Minna“ mitfahren mußte.

      Auf der Polizeiwache brachte der zornige Priester die Beschuldigung vor: „Diese Frauen gehen in meiner Gemeinde umher und stiften Unfrieden, indem sie die Leute aufwiegeln und andere Bräuche lehren.“

      „Da Sie den Priester beleidigt haben“, sagte der Richter zu den Schwestern, „muß ich Sie in Untersuchungshaft nehmen.“ Die Schwestern wurden sechs Stunden lang in Einzelhaft festgehalten, bis Bruder Fountain und Bruder Cantwell sie schließlich fanden und ihre Freilassung erwirkten. Der Richter entschuldigte sich bei den Schwestern: „Ich weiß, daß Ihre Religion gut ist, aber hätte ich Sie nicht festgehalten, würde ich morgen meine Arbeit verlieren.“

  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • [Bild auf Seite 113]

      Harold und Anne Zimmerman, die in Cali vier Kinder großzogen, helfen nun beim Bau des neuen Zweigbüros in Facatativá mit

  • Kolumbien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1990
    • Nach einem Jahr in der Küstenstadt Barranquilla packten die Moores ihre Habseligkeiten in einen alten kleinen Studebaker-Wagen und fuhren auf staubigen Straßen 1 300 km durch malerische Gegenden mit Bergen und Tälern — in denen sich auch Guerillas und Banditen aufhielten — nach Cali, wo Hilfe noch dringender benötigt wurde. Bruder Moore bekam sogleich Arbeit in der Versammlung in Cali übertragen und fand auch eine Anstellung an der sprachlichen Fakultät der dortigen Universität (Universidad del Valle), wo er 20 Jahre bis zu seiner Pension blieb.

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