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  • Trost für die Bedrückten
    Der Wachtturm 1996 | 1. November
    • Trost für die Bedrückten

      IST uns schon einmal aufgefallen, daß im Laufe der Zeit in den Schlagzeilen gewisse Wörter immer wieder auftauchen? Und sind wir es nicht müde, Wörter wie Krieg, Verbrechen, Katastrophe, Hunger und Leid zu lesen? Es gibt allerdings ein Wort, das in den Nachrichten auffälligerweise fehlt. Dabei beschreibt es etwas, was die Menschheit dringend benötigt. Es ist das Wort „Trost“.

      „Trösten“ bedeutet, jemandem „Kraft und Hoffnung geben“ und ihm „die Trauer oder die Probleme erleichtern“. Angesichts des Aufruhrs, der das 20. Jahrhundert kennzeichnet, sind Hoffnung und das Erleichtern von Trauer dringend erforderlich. Manchen von uns geht es zwar materiell besser, als es sich unsere Vorfahren jemals erträumt hätten. Das ist weitgehend auf den wissenschaftlichen Fortschritt zurückzuführen. Doch Wissenschaft und Technik konnten uns keineswegs Trost bringen, da es ihnen nicht möglich war, all die Ursachen für menschliches Leid zu beseitigen. Was sind das für Ursachen?

      Vor vielen Jahrhunderten nannte der weise Salomo eine Grundursache für Leid, als er sagte, daß „der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht hat“ (Prediger 8:9). Wissenschaft und Technik konnten an der Neigung des Menschen, seinen Mitmenschen beherrschen zu wollen, nichts ändern. Im 20. Jahrhundert hat das in manchen Nationen zu bedrückenden Diktaturen geführt und zu schrecklichen Kriegen zwischen den Nationen.

      Seit 1914 sind über 100 Millionen Menschen infolge von Kriegen umgekommen. Bedenken wir, wie viele menschliche Tragödien hinter dieser Zahl stehen — Millionen von trauernden Angehörigen, die des Trostes bedürfen. Und Kriege ziehen außer dem gewaltsamen Tod noch andere Arten des Leids nach sich. Am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Europa mehr als 12 Millionen Flüchtlinge. In jüngerer Zeit sind über 1,5 Millionen aus den Kriegsgebieten in Südostasien geflohen. Während des Krieges auf dem Balkan sahen sich mehr als 2 Millionen Menschen gezwungen, aus ihrer Heimat zu fliehen — in vielen Fällen, um den „ethnischen Säuberungen“ zu entgehen.

      Flüchtlinge brauchen gewiß Trost, vor allem diejenigen, die ihre Heimat zu Fuß verlassen müssen, nur mit der Habe, die sie tragen können, ohne zu wissen, wohin sie gehen sollen oder was ihnen und ihren Angehörigen die Zukunft bringt. Diese Menschen gehören zu den bedauernswertesten Opfern der Bedrückung, zu denen, die Trost benötigen.

      In den friedlicheren Teilen der Erde sind Millionen praktisch zu Sklaven des Weltwirtschaftssystems geworden. Es stimmt zwar, daß einige Menschen materielle Güter im Überfluß haben. Die Mehrheit muß jedoch alltäglich darum kämpfen, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Viele sind auf der Suche nach einer annehmbaren Wohnung. Immer mehr Menschen haben keine Arbeit. „Die Welt geht“ gemäß einer afrikanischen Zeitung „einer beispiellosen Beschäftigungskrise entgegen, wenn im Jahr 2020 über 1,3 Milliarden Menschen mehr auf der Jagd nach Arbeitsplätzen sein werden.“ Die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse Bedrückten benötigen sicher „Kraft und Hoffnung“, das heißt Trost.

      Manche werden als Reaktion auf die schwierigen Verhältnisse zu Verbrechern. Dadurch bringen sie aber wieder nur ihre Opfer in Not, und hohe Verbrechensraten tragen noch zu dem Gefühl der Bedrückung bei. Unlängst lautete eine Schlagzeile in der Zeitung The Star aus Johannesburg (Südafrika): „Ein gewöhnlicher Tag im ‚mörderischsten Land der Welt‘ “. In dem Artikel wurde ein normaler Tag im Raum Johannesburg beschrieben. An dem betreffenden Tag wurden vier Menschen ermordet, und acht Personen wurde das Fahrzeug geraubt. Aus einer vom Mittelstand bewohnten Vorstadt wurden siebzehn Einbrüche gemeldet. Außerdem gab es eine Anzahl bewaffneter Raubüberfälle. Gemäß der Zeitung bezeichnete die Polizei den Tag als „relativ ruhig“. Verständlicherweise fühlen sich die Angehörigen der Ermordeten sowie diejenigen, die Opfer der Wohnungseinbrüche gewesen waren oder denen das Fahrzeug geraubt wurde, äußerst bedrückt. Sie benötigen Zuversicht und Hoffnung, das heißt Trost.

      Es gibt Länder, wo Eltern ihre Kinder in die Prostitution verkaufen. In einem asiatischen Land, das für seinen florierenden „Sex-Tourismus“ bekannt ist, soll es zwei Millionen Prostituierte geben, von denen viele als Kinder verkauft oder entführt wurden. Könnte jemand bedrückter sein als diese bemitleidenswerten Opfer? Die Zeitschrift Time nahm in einer Abhandlung über dieses schmutzige Geschäft Bezug auf eine Konferenz südostasiatischer Frauenverbände im Jahr 1991. Bei diesem Anlaß wurde erklärt, daß „seit Mitte der 70er Jahre weltweit schätzungsweise 30 Millionen Frauen verkauft wurden“.

      Kinder sind natürlich nicht nur dann die Leidtragenden, wenn sie in die Prostitution verkauft werden. Unaufhaltsam wächst die Zahl derer, die zu Hause von ihren Eltern oder Verwandten mißhandelt oder sogar mißbraucht werden. Manche dieser Kinder haben lange unter den psychischen Nachwirkungen zu leiden. Gewiß benötigen solche bemitleidenswerten Opfer der Bedrückung Trost.

      Jemand, der sich im Altertum mit Bedrückung auseinandersetzte

      König Salomo war entsetzt über das Ausmaß der Bedrückung, die an Menschen verübt wurde. Er schrieb: „Ich selbst wandte mich, damit ich all die Taten der Bedrückung sehen könnte, die unter der Sonne begangen werden, und siehe, die Tränen der Bedrückten, aber sie hatten keinen Tröster; und auf der Seite ihrer Bedrücker war Macht, so daß sie keinen Tröster hatten“ (Prediger 4:1).

      Wenn dem weisen König schon vor 3 000 Jahren bewußt war, daß die Bedrückten unbedingt einen Tröster benötigten, was würde er wohl heute sagen? Salomo wußte allerdings, daß kein unvollkommener Mensch, er selbst eingeschlossen, den Trost geben konnte, den die Menschheit benötigte. Nur jemand, der größer wäre als er, würde die Macht der Bedrücker brechen können. Gibt es eine solche Person?

      In der Bibel ist in Psalm 72 von einem großen Tröster für alle Menschen die Rede. Dieser Psalm wurde von Salomos Vater, König David, geschrieben. Die Überschrift lautet: „Über Salomo.“ Er wurde offensichtlich von dem betagten König David im Hinblick auf denjenigen verfaßt, der seinen Thron erben würde. Der Betreffende sollte gemäß diesem Psalm dauerhafte Befreiung von Bedrückung bringen. „In seinen Tagen wird der Gerechte sprossen und Fülle von Frieden, bis der Mond nicht mehr ist. Und er wird Untertanen haben von Meer zu Meer und ... bis zu den Enden der Erde“ (Psalm 72:7, 8).

      Als David diese Worte schrieb, dachte er wahrscheinlich an seinen Sohn Salomo. Doch Salomo erkannte, daß es seine Fähigkeiten überstieg, der Menschheit so zu dienen, wie es in dem Psalm beschrieben wurde. Er konnte die Worte dieses Psalms nur in begrenztem Umfang erfüllen, und das nur zum Nutzen der Nation Israel, nicht zum Nutzen der ganzen Erde. In dem inspirierten prophetischen Psalm wurde offensichtlich auf jemand hingewiesen, der weit größer sein sollte als Salomo. Um wen handelt es sich? Das kann nur Jesus Christus sein.

      Ein Engel sagte bei der Ankündigung der Geburt Jesu: „Jehova Gott wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben“ (Lukas 1:32). Jesus war außerdem gemäß seinen eigenen Worten „mehr als Salomo“ (Lukas 11:31). Seit seiner Auferstehung sitzt Jesus zur Rechten Gottes im Himmel, dem Ort, von wo aus er die Worte aus Psalm 72 erfüllen kann. Er hat außerdem von Gott die Macht und die Autorität erhalten, um das Joch der menschlichen Bedrücker zu zerbrechen (Psalm 2:7-9; Daniel 2:44). Somit ist Jesus derjenige, der die Worte aus Psalm 72 erfüllen wird.

      Bedrückung wird bald enden

      Was bedeutet das? Daß die Befreiung von allen Formen menschlicher Bedrückung bald Wirklichkeit werden wird. Das 20. Jahrhundert hat in beispielloser Weise Leid und Bedrückung erlebt, so wie Jesus es als Bestandteil des Zeichens nannte, das den ‘Abschluß des Systems der Dinge’ kennzeichnen würde (Matthäus 24:3). Er sagte unter anderem voraus: „Nation wird sich gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich“ (Matthäus 24:7). Dieser Bestandteil der Prophezeiung begann sich etwa um die Zeit zu erfüllen, als der Erste Weltkrieg ausbrach (1914). „Wegen der zunehmenden Gesetzlosigkeit wird die Liebe der meisten erkalten“, sagte Jesus weiter (Matthäus 24:12). Gesetzlosigkeit und Lieblosigkeit haben eine böse, grausame Generation hervorgebracht. Somit muß für Jesus Christus die Zeit nahe sein, als der neue König der Erde einzugreifen (Matthäus 24:32-34). Was wird das für bedrückte Menschen bedeuten, die Glauben an Jesus Christus haben und ihn als den von Gott ernannten Tröster der Menschheit anerkennen?

      Zur Beantwortung dieser Frage wollen wir einige weitere Worte aus Psalm 72 lesen, die sich an Christus Jesus erfüllen werden: „Er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen“ (Psalm 72:12-14). Jesus Christus, der von Gott ernannte König, wird somit dafür sorgen, daß niemand mehr wegen Bedrückung leiden muß. Er hat die Macht, alle Formen der Ungerechtigkeit zu beseitigen.

      „Das hört sich ja wirklich gut an“, mag jemand sagen, „aber wie ist es heute? Welchen Trost gibt es für diejenigen, die gegenwärtig leiden müssen?“ Es gibt tatsächlich Trost für die Bedrückten. In den beiden folgenden Artikeln in dieser Zeitschrift wird gezeigt, daß bereits Millionen Trost verspüren, weil sie darauf bedacht sind, ein enges Verhältnis zu dem wahren Gott, Jehova, und zu seinem geliebten Sohn, Jesus Christus, zu entwickeln. Dieses Verhältnis kann uns in den gegenwärtigen bedrängnisvollen Zeiten Trost geben, und es kann einen Menschen zu ewigem Leben, frei von Bedrückung, führen. Jesus sagte im Gebet zu Gott: „Dies bedeutet ewiges Leben, daß sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3).

  • Bei Jehova Trost suchen
    Der Wachtturm 1996 | 1. November
    • Bei Jehova Trost suchen

      „Möge ... der Gott, der Ausharren und Trost verleiht, euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte“ (RÖMER 15:5).

      1. Warum wird das Bedürfnis nach Trost jeden Tag größer?

      MIT jedem Tag, der vergeht, wird das Bedürfnis nach Trost größer. Ein Bibelschreiber stellte bereits vor über 1 900 Jahren fest, daß „die gesamte Schöpfung zusammen fortgesetzt seufzt und zusammen in Schmerzen liegt bis jetzt“ (Römer 8:22). In unserer Zeit wird mehr ‘geseufzt’ und werden mehr „Schmerzen“ empfunden als je zuvor. Seit dem Ersten Weltkrieg hat die Menschheit unter einer Krise nach der anderen gelitten, zum Beispiel in Form von Kriegen, Verbrechen und Naturkatastrophen, wobei die letzteren oft durch die Mißwirtschaft des Menschen auf der Erde hervorgerufen wurden (Offenbarung 11:18).

      2. (a) Wer trägt die Hauptschuld an dem gegenwärtigen Leid auf der Erde? (b) Was läßt uns Trost schöpfen?

      2 Warum gibt es in unserer Zeit so viel Leid? Die Antwort wird in der Bibel gegeben, und zwar in Verbindung mit dem Bericht darüber, daß Satan nach der Geburt des Königreiches, die 1914 erfolgte, aus dem Himmel hinausgeworfen wurde. Sie lautet: „Wehe der Erde und dem Meer, weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:12). Die deutlichen Beweise für die Erfüllung dieser Prophezeiung zeigen an, daß wir das Ende der Schreckensherrschaft Satans fast erreicht haben. Welch ein Trost, zu wissen, daß das Leben auf der Erde bald zu den friedlichen Verhältnissen zurückkehren wird, die herrschten, ehe Satan unsere Ureltern zur Rebellion verleitete!

      3. Wann hatten die Menschen keinen Trost nötig?

      3 Bevor es dazu gekommen war, hatte der Schöpfer des Menschen einen wunderschönen Garten als Heimat für das erste Menschenpaar angelegt. Er befand sich in einem Gebiet, das Eden genannt wurde, was „Wonne“ oder „Lust“ bedeutet (1. Mose 2:8, Fußnote). Adam und Eva erfreuten sich außerdem vollkommener Gesundheit und hatten die Aussicht, nie sterben zu müssen. Führen wir uns nur einmal die vielen Gebiete vor Augen, auf denen sie ihre Fähigkeiten hätten entwickeln können, wie den Gartenbau, die Kunst, das Bauwesen oder die Musik. Denken wir auch an all die Schöpfungswerke, die sie hätten studieren können, während sie ihrem Auftrag nachgekommen wären, sich die Erde zu unterwerfen und sie zu einem Paradies zu machen (1. Mose 1:28). Ja, das Leben von Adam und Eva wäre nicht mit Seufzen und Schmerzen angefüllt gewesen, sondern mit Vergnügen und Freude. Sie hätten gewiß keinen Trost benötigt.

      4, 5. (a) Warum versagten Adam und Eva in der Gehorsamsprüfung? (b) Wie kam es dazu, daß die Menschheit Trost benötigte?

      4 Sie hätten dafür allerdings eine mit Wertschätzung gepaarte tiefe Liebe zu ihrem gütigen himmlischen Vater entwickeln müssen. Diese Liebe hätte sie veranlaßt, Gott unter allen Umständen zu gehorchen. (Vergleiche Johannes 14:31.) Leider unterließen es unsere Ureltern, sowohl Adam als auch Eva, dem rechtmäßigen Souverän, Jehova, zu gehorchen. Sie ließen statt dessen zu, daß sie unter die böse Herrschaft eines gefallenen Engels, Satans, des Teufels, gerieten. Satan verleitete Eva dazu, zu sündigen und von der verbotenen Frucht zu essen. Auch Adam sündigte durch das Essen von der Frucht des Baumes entgegen der deutlichen Warnung, die Gott ausgesprochen hatte: „An dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du ganz bestimmt sterben“ (1. Mose 2:17).

      5 Deshalb setzte bei dem sündigen Paar der Sterbeprozeß ein. Als Gott das Todesurteil fällte, sagte er außerdem zu Adam: „Der Erdboden [ist] deinetwegen verflucht. In Mühsal wirst du seinen Ertrag essen alle Tage deines Lebens. Und Dornen und Disteln wird er dir wachsen lassen, und du sollst die Pflanzen des Feldes essen“ (1. Mose 3:17, 18). Damit hatten Adam und Eva die Aussicht verloren, die noch unbebaute Erde zu einem Paradies zu machen. Nach der Vertreibung aus Eden mußten sie sich völlig darauf konzentrieren, dem mit einem Fluch belegten Erdboden Nahrung abzuringen. Ihre Nachkommen, denen sie ihren sündigen, sterblichen Zustand vererbten, hatten Trost bitter nötig (Römer 5:12).

      Die Erfüllung einer trostreichen Verheißung

      6. (a) Welche trostreiche Verheißung gab Gott nach dem Sündenfall? (b) Welche Prophezeiung in bezug auf Trost äußerte Lamech?

      6 In Verbindung mit der Verurteilung des Anstifters der Rebellion der Menschen erwies sich Jehova als ‘der Gott, der Trost verleiht’ (Römer 15:5). Das war der Fall, weil er einen „Samen“ verhieß, der die Nachkommen Adams schließlich von den katastrophalen Auswirkungen der Rebellion Adams befreien sollte (1. Mose 3:15). Von Zeit zu Zeit gab Gott auch eine Vorschau auf diese Befreiung. Er inspirierte beispielsweise Lamech — ein entfernter Nachkomme Adams über Seth —, eine Prophezeiung darüber zu äußern, was dessen Sohn tun würde: „Dieser wird uns Trost bringen von unserer Arbeit und von unserer Hände Mühsal, die vom Erdboden herrührt, den Jehova verflucht hat“ (1. Mose 5:29). Im Einklang mit dieser Verheißung erhielt der Junge den Namen Noah, der offenbar „Ruhe“ oder „Trost“ bedeutet.

      7, 8. (a) Welche Situation führte dazu, daß Jehova es bedauerte, Menschen geschaffen zu haben, und was beabsichtigte er deshalb zu tun? (b) Inwiefern entsprach Noah der Bedeutung seines Namens?

      7 Unterdessen konnte Satan einige der Engel im Himmel veranlassen, ihm nachzufolgen. Sie materialisierten sich als Menschen und nahmen sich attraktive weibliche Nachkommen Adams zur Frau. Diese widernatürlichen Verbindungen verdarben die menschliche Gesellschaft noch mehr, denn daraus ging ein gottloses Geschlecht von Nephilim oder „Fällern“ hervor, die die Erde mit Gewalt erfüllten (1. Mose 6:1, 2, 4, 11; Judas 6). „Da sah Jehova, daß die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß war auf der Erde ... Und Jehova bedauerte, daß er Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es schmerzte ihn in seinem Herzen“ (1. Mose 6:5, 6).

      8 Jehova beabsichtigte, die böse Welt durch eine globale Flut zu vernichten, aber zuvor ließ er Noah eine Arche bauen, um Leben zu retten. Auf diese Weise blieben das Menschengeschlecht und die Tierarten erhalten. Wie erleichtert müssen Noah und seine Angehörigen gewesen sein, als sie nach der Flut die Arche verließen und eine gereinigte Erde betraten! Welch ein Trost muß die Feststellung gewesen sein, daß auf dem Erdboden kein Fluch mehr lastete und daß der Ackerbau nun viel leichter war! Ja, die Prophezeiung Lamechs bewahrheitete sich, und Noah entsprach der Bedeutung seines Namens (1. Mose 8:21). Als treuer Diener Gottes war Noah daran beteiligt, der Menschheit ein gewisses Maß an „Trost“ zu bringen. Doch der böse Einfluß Satans und seiner Dämonen endete nicht mit der Flut, und die Menschheit seufzt immer noch unter den Belastungen auf Grund von Sünde, Krankheit und Tod.

      Jemand, der größer ist als Noah

      9. Wie hat sich Jesus Christus als Helfer und Tröster für reumütige Menschen erwiesen?

      9 Am Ende von etwa 4 000 Jahren Menschheitsgeschichte kam der verheißene Same. Große Liebe zur Menschheit veranlaßte Jehova Gott, seinen einziggezeugten Sohn auf die Erde zu senden, wo er als Lösegeld für sündige Menschen starb (Johannes 3:16). Durch Jesus Christus wird reumütigen Sündern, die Glauben an seinen Opfertod ausüben, eine großartige Befreiung gewährt. Alle, die sich Jehova hingeben und sich als Jünger seines Sohnes taufen lassen, verspüren auf Dauer Erfrischung und Trost (Matthäus 11:28-30; 16:24). Trotz ihrer Unvollkommenheit bereitet es ihnen große Freude, Gott mit einem reinen Gewissen zu dienen. Wie tröstlich ist es doch für sie zu wissen, daß sie mit ewigem Leben belohnt werden, wenn sie weiterhin Glauben an Jesus ausüben! (Johannes 3:36; Hebräer 5:9). Sollten sie aus Schwäche eine schwere Sünde begehen, haben sie in dem auferweckten Herrn Jesus Christus einen Helfer oder Tröster (1. Johannes 2:1, 2). Wenn sie ihre Sünde bekennen und die biblischen Schritte unternehmen, die verhindern sollen, daß sie Sünde treiben, erfahren sie Erleichterung, da sie wissen, daß ‘Gott treu und gerecht ist, ihnen die Sünden zu vergeben’ (1. Johannes 1:9; 3:6; Sprüche 28:13).

      10. Was lernen wir aus den Wundern, die Jesus während seines Erdenlebens wirkte?

      10 Als Jesus auf der Erde war, brachte er auch dadurch Erleichterung, daß er von Dämonen Besessene befreite, alle Arten von Krankheiten heilte und geliebte Verstorbene wieder zum Leben brachte. Die Wunder waren zwar nur vorübergehend von Nutzen, da die auf diese Weise Gesegneten später doch alt wurden und starben. Aber Jesus wies dadurch auf die dauerhaften künftigen Segnungen hin, die er über die ganze Menschheit ausgießen wird. Bald wird er, nun als mächtiger himmlischer König, sich nicht mehr darauf beschränken, die Dämonen auszutreiben. Er wird sie zusammen mit ihrem Anführer, Satan, in einem Abgrund, einem Zustand der Untätigkeit, festsetzen. Dann wird die herrliche Tausendjahrherrschaft Christi beginnen (Lukas 8:30, 31; Offenbarung 20:1, 2, 6).

      11. Warum bezeichnete sich Jesus als „Herr des Sabbats“?

      11 Jesus bezeichnete sich als „Herr des Sabbats“, und er vollbrachte viele seiner Heilungen am Sabbattag (Matthäus 12:8-13; Lukas 13:14-17; Johannes 5:15, 16; 9:14). Warum? Nun, der Sabbat war Bestandteil des Gesetzes, das Gott Israel gegeben hatte, und er diente somit als „Schatten der künftigen guten Dinge“ (Hebräer 10:1). Die sechs Wochentage, an denen gearbeitet wurde, erinnern uns an die vergangenen 6 000 Jahre der Sklaverei unter der bedrückenden Herrschaft Satans. Der Sabbattag am Ende der Woche läßt uns an die tröstliche Ruhe denken, die die Menschheit während der Tausendjahrherrschaft des größeren Noah, Jesus Christus, verspüren wird. (Vergleiche 2. Petrus 3:8.)

      12. Durch welche Erfahrungen werden wir eines Tages getröstet werden?

      12 Welch eine Erleichterung wird es für die irdischen Untertanen der Herrschaft Christi sein, wenn sie sich endlich völlig frei fühlen können vom bösartigen Einfluß Satans! Weiteren Trost wird es ihnen bringen, wenn sie erleben, wie sie sowohl von ihren körperlichen Leiden als auch von Gemüts- und Geisteskrankheiten befreit werden (Jesaja 65:17). Außerdem stelle man sich ihre Begeisterung vor, geliebte Menschen willkommen zu heißen, die von den Toten auferweckt wurden! Auf diese Weise wird Gott „jede Träne von ihren Augen abwischen“ (Offenbarung 21:4). Dadurch, daß der Nutzen des Lösegeldes Jesu fortschreitend angewendet wird, werden die gehorsamen Untertanen des Königreiches Gottes zur Vollkommenheit gelangen, sie werden völlig frei werden von all den furchtbaren Auswirkungen der Sünde Adams (Offenbarung 22:1-5). Danach wird Satan „für eine kleine Weile“ freigelassen werden (Offenbarung 20:3, 7). Alle Menschen, die die rechtmäßige Souveränität Jehovas treu hochhalten, werden mit ewigem Leben belohnt werden. Stellen wir uns die unaussprechliche Freude und Erleichterung vor, ganz und gar „von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht“ worden zu sein! Dann werden sich die gehorsamen Menschen der „herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ erfreuen (Römer 8:21).

      13. Warum benötigen alle wahren Christen Trost von Gott?

      13 Doch noch bleiben wir wie alle anderen Menschen, die in Satans bösem System leben, nicht von Seufzen und Schmerzen verschont. Die Zunahme an physischen und psychischen Krankheiten betrifft alle Arten von Menschen, auch treue Christen (Philipper 2:25-27; 1. Thessalonicher 5:14). Außerdem leiden wir als Christen oft unter ungerechtfertigtem Spott oder unter Verfolgung, die Satan über uns bringt, weil wir ‘Gott mehr gehorchen als den Menschen’ (Apostelgeschichte 5:29). Wenn wir daher bis zum Ende der Welt Satans darin ausharren wollen, Gottes Willen zu tun, benötigen wir von Gott Trost, Hilfe und Kraft.

      Wo wir Trost finden können

      14. (a) Welches Versprechen äußerte Jesus am Vorabend seines Todes? (b) Was ist unsererseits erforderlich, wenn wir aus dem Trost, den Gottes heiliger Geist verleiht, vollen Nutzen ziehen möchten?

      14 Am Vorabend seines Todes machte Jesus seinen treuen Aposteln klar, daß er sie bald verlassen und zu seinem Vater zurückkehren würde. Das beunruhigte sie und machte sie traurig (Johannes 13:33, 36; 14:27-31). Da Jesus erkannte, daß sie fortgesetzt Trost benötigten, versprach er: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, damit er für immer bei euch sei“ (Johannes 14:16, Fußnote). Jesus bezog sich hier auf Gottes heiligen Geist,a der 50 Tage nach seiner Auferstehung auf seine Jünger ausgegossen wurde. Gottes Geist tröstete sie unter anderem in ihren Prüfungen und gab ihnen die Kraft, fortgesetzt Gottes Willen zu tun (Apostelgeschichte 4:31). Diese Hilfe sollte jedoch nicht als etwas betrachtet werden, was einem automatisch zuteil wird. Jeder Christ, der vollen Nutzen daraus ziehen möchte, muß unentwegt um den Trost und die Hilfe beten, die Gott durch seinen heiligen Geist gibt (Lukas 11:13).

      15. Auf welche verschiedene Weise vermittelt uns Jehova Trost?

      15 Trost vermittelt Gott auch durch sein Wort, die Bibel. Paulus schrieb: „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Daraus können wir ersehen, daß wir das, was in der Bibel und in biblischen Veröffentlichungen steht, regelmäßig studieren und darüber nachsinnen müssen. Außerdem müssen wir regelmäßig die christlichen Zusammenkünfte besuchen, wo trostreiche Gedanken aus Gottes Wort dargelegt werden. Ein Hauptzweck dieser Zusammenkünfte besteht darin, uns gegenseitig zu ermuntern (Hebräer 10:25).

      16. Wozu sollten uns die trostspendenden Vorkehrungen Gottes veranlassen?

      16 Paulus zeigte in seinem Brief an die Römer weiter, von welchem Nutzen es für uns wäre, wenn wir uns Gottes trostspendende Vorkehrungen zunutze machen würden. „Möge nun der Gott, der Ausharren und Trost verleiht, euch gewähren, untereinander die gleiche Gesinnung zu haben, die Christus Jesus hatte, damit ihr einmütig, mit e i n e m Mund, den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlichen könnt“, schrieb Paulus (Römer 15:5, 6). Ja, dadurch, daß wir aus Gottes trostspendenden Vorkehrungen vollen Nutzen ziehen, werden wir unserem mutigen Führer, Jesus Christus, immer ähnlicher. Das wird uns veranlassen, unseren Mund weiterhin zur Verherrlichung Gottes zu gebrauchen, und zwar bei unserer Zeugnistätigkeit, in den Zusammenkünften, in privaten Gesprächen mit Glaubensbrüdern sowie in unseren Gebeten.

      In Zeiten schwerer Prüfungen

      17. Wie tröstete Jehova seinen Sohn, und mit welchem Ergebnis?

      17 Jesus war in der Nacht vor seinem qualvollen Tod „schmerzlich beunruhigt“ und „tief betrübt“ (Matthäus 26:37, 38). Deshalb entfernte er sich ein Stück von seinen Jüngern und bat seinen Vater im Gebet um Hilfe. „Er wurde wegen seiner Gottesfurcht erhört“ (Hebräer 5:7). Wie die Bibel berichtet, „erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn“ (Lukas 22:43). Die mutige und mannhafte Art, mit der Jesus seinen Widersachern gegenübertrat, ist ein Beweis dafür, daß Gott seinen Sohn auf äußerst wirkungsvolle Weise getröstet hat (Johannes 18:3-8, 33-38).

      18. (a) Welche Zeit im Leben des Apostels Paulus war besonders prüfungsreich? (b) Wie können wir uns für hart arbeitende, mitfühlende Älteste als Trost erweisen?

      18 Auch der Apostel Paulus machte mehrfach schwere Prüfungen durch. So war sein Dienst in Ephesus von „Tränen und Prüfungen“ gekennzeichnet, die ihm „zufolge der Anschläge der Juden widerfuhren“ (Apostelgeschichte 20:17-20). Schließlich verließ Paulus Ephesus, nachdem Anhänger der Göttin Artemis die Stadt wegen seiner Predigttätigkeit in Aufruhr versetzt hatten (Apostelgeschichte 19:23-29; 20:1). Auf dem Weg nach Troas, einer nördlich von Ephesus gelegenen Stadt, machte Paulus etwas anderes schwer zu schaffen. Bereits vor dem Aufruhr in Ephesus hatte er einen beunruhigenden Bericht erhalten. In der jungen Versammlung in Korinth war es zu Spaltungen gekommen, und es wurde Hurerei geduldet. In der Hoffnung, die Mißstände abstellen zu können, hatte Paulus daher von Ephesus aus einen Brief mit strengen Zurechtweisungen geschrieben. Das war ihm nicht leichtgefallen. „Aus viel Drangsal und Herzensangst schrieb ich euch unter vielen Tränen“, offenbarte er später in seinem zweiten Brief (2. Korinther 2:4). Wie Paulus fällt es mitfühlenden Ältesten nicht leicht, Rat wegen erforderlicher Änderungen zu geben und Zurechtweisung zu erteilen, teilweise deshalb, weil sie sich ihrer eigenen Schwächen durchaus bewußt sind (Galater 6:1). Erweisen wir uns daher als Trost für diejenigen, die unter uns die Führung übernehmen, indem wir bereitwillig auf liebevollen, biblisch begründeten Rat hören (Hebräer 13:17).

      19. Warum reiste Paulus von Troas nach Mazedonien, und wodurch erfuhr er schließlich Erleichterung?

      19 Von Ephesus aus wandte sich Paulus nicht nur schriftlich an die Brüder in Korinth, sondern sandte zur Unterstützung auch Titus zu ihnen, den er beauftragte, ihm von ihrer Reaktion auf den Brief zu berichten. Paulus hoffte, Titus in Troas zu treffen. Dort wurde Paulus mit vorzüglichen Gelegenheiten zum Jüngermachen gesegnet. Doch das ließ ihn seine Sorge darüber nicht vergessen, daß Titus noch nicht eingetroffen war (2. Korinther 2:12, 13). Deshalb reiste er nach Mazedonien und hoffte, dort mit Titus zusammenzutreffen. Zu den Sorgen des Paulus kam nun noch hinzu, daß man seiner Predigttätigkeit heftigen Widerstand leistete. „Als wir in Mazedonien angekommen waren“, erklärte er, „gab es für unser Fleisch keine Erleichterung, sondern wir wurden weiterhin auf jede Weise niedergedrückt — da gab es außen Kämpfe, innen Befürchtungen. Gott aber, der die Niedergeschlagenen tröstet, hat uns durch die Gegenwart des Titus getröstet“ (2. Korinther 7:5, 6). Welch eine Erleichterung für Paulus, als Titus schließlich eintraf und ihm von der positiven Reaktion der Korinther auf seinen Brief berichten konnte!

      20. (a) Auf welche Weise vermittelt Jehova, wie im Fall des Paulus, außerdem häufig Trost? (b) Was wird im nächsten Artikel behandelt?

      20 Aus dem, was Paulus erlebte, können Gottes heutige Diener Trost schöpfen, von denen viele ebenfalls mit Prüfungen konfrontiert werden, weshalb sie „niedergedrückt“ oder deprimiert sind. Ja, der ‘Gott, der Trost verleiht’, kennt unsere individuellen Bedürfnisse und kann uns gebrauchen, damit wir uns gegenseitig trösten, so wie Paulus durch den Bericht des Titus über die reumütige Einstellung der Korinther getröstet wurde (2. Korinther 7:11-13). Im nächsten Artikel werden wir uns mit den von herzlicher Zuneigung zeugenden Gedanken beschäftigen, die Paulus daraufhin an die Korinther schrieb, und damit, wie uns diese Gedanken heute helfen können, Gottes Trost wirkungsvoll zu vermitteln.

  • Andere an dem Trost teilhaben lassen, den Jehova verleiht
    Der Wachtturm 1996 | 1. November
    • Andere an dem Trost teilhaben lassen, den Jehova verleiht

      „So steht unsere Hoffnung für euch unerschütterlich fest, da wir ja wissen, daß so, wie ihr Teilhaber an den Leiden seid, ihr auch in gleicher Weise am Trost teilhaben werdet“ (2. KORINTHER 1:7).

      1, 2. Welche Erfahrung haben viele gemacht, die in der heutigen Zeit Christen geworden sind?

      VIELE der heutigen Leser des Wachtturms sind ohne Erkenntnis der göttlichen Wahrheit aufgewachsen. Vielleicht trifft das auch auf uns zu. Wenn ja, dann erinnern wir uns sicher noch, wie wir empfanden, als uns die Augen des Verständnisses geöffnet wurden. Waren wir nicht erleichtert, als wir beispielsweise erkannten, daß die Toten nicht leiden müssen, sondern ohne Bewußtsein sind? Und war es nicht ein Trost für uns, als wir von der Hoffnung für die Verstorbenen erfuhren, nämlich daß Milliarden von ihnen zum Leben in Gottes neuer Welt auferweckt werden? (Prediger 9:5, 10; Johannes 5:28, 29).

      2 Wie verhielt es sich mit Gottes Verheißung, der Bosheit ein Ende zu machen und unsere Erde in ein Paradies zu verwandeln? Gab uns das nicht Trost, und wurden wir nicht mit sehnlicher Erwartung erfüllt, als wir davon erfuhren? Wie empfanden wir, als wir erstmals von der Möglichkeit hörten, nie sterben zu müssen, sondern in das künftige irdische Paradies hinüberzuleben? Das hat uns zweifellos begeistert. Ja, wir waren für Gottes trostreiche Botschaft empfänglich, die Jehovas Zeugen heute weltweit predigen (Psalm 37:9-11, 29; Johannes 11:26; Offenbarung 21:3-5).

      3. Warum leiden auch diejenigen Drangsal, die anderen Gottes trostreiche Botschaft übermitteln?

      3 Doch als wir selbst versuchten, mit anderen über die Botschaft der Bibel zu sprechen, wurde uns auch bewußt, daß ‘der Glaube nicht ein Besitz aller Menschen ist’ (2. Thessalonicher 3:2). Vielleicht wurden wir von einigen unserer früheren Freunde verspottet, weil wir unseren Glauben an die biblischen Verheißungen zum Ausdruck brachten. Möglicherweise mußten wir sogar Verfolgung über uns ergehen lassen, weil wir unser Bibelstudium mit Jehovas Zeugen fortsetzten. Der Widerstand mag noch zugenommen haben, als wir Änderungen vornahmen, um unser Leben mit biblischen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Wir bekamen die Drangsal zu spüren, die Satan und seine Welt über alle die bringen, die Gottes Trost annehmen.

      4. Auf welche unterschiedliche Weise reagieren Neuinteressierte auf Drangsal?

      4 Entsprechend der Voraussage Jesu werden leider einige durch Drangsal zum Straucheln gebracht, und sie hören auf, mit der Christenversammlung Gemeinschaft zu pflegen (Matthäus 13:5, 6, 20, 21). Andere harren in Drangsal aus, indem sie ihren Sinn auf die trostreichen Verheißungen gerichtet halten, die sie kennenlernen. Schließlich geben sie sich Jehova hin und lassen sich als Jünger seines Sohnes, Jesus Christus, taufen (Matthäus 28:19, 20; Markus 8:34). Die Drangsal hört für einen Christen mit der Taufe natürlich nicht auf. Jemand, der früher ein unsittliches Leben geführt hat, mag beispielsweise schwer kämpfen müssen, keusch zu bleiben. Andere müssen mit ständigem Widerstand von seiten ungläubiger Angehöriger fertig werden. Ganz gleich, wie die Drangsal aussieht, können alle, die treu ein gottergebenes Leben führen, folgende Gewißheit haben: Sie werden auf sehr persönliche Art und Weise verspüren, wie Gott tröstet und hilft.

      „Der Gott allen Trostes“

      5. Was verspürte Paulus trotz der vielen Prüfungen, die über ihn kamen?

      5 Der Apostel Paulus war jemand, der den von Gott kommenden Trost wirklich schätzte. Nach einer besonders prüfungsreichen Zeit in Asien und in Mazedonien verspürte er eine große Erleichterung, als er erfuhr, daß die Versammlung in Korinth auf die Zurechtweisungen in seinem Brief günstig reagiert hatte. Er fühlte sich daraufhin veranlaßt, ihnen einen zweiten Brief zu schreiben, der folgende Äußerung des Lobpreises enthält: „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Drangsal“ (2. Korinther 1:3, 4).

      6. Was zeigen die Worte, die Paulus gemäß 2. Korinther 1:3, 4 äußerte?

      6 Diese inspirierten Worte sprechen Bände. Wir wollen sie einmal analysieren. Wenn Paulus in seinen Briefen Gott lobpries oder ihm dankte oder ihn um etwas bat, kann man meistens feststellen, daß er in Verbindung damit auch tiefe Wertschätzung für Jesus, das Haupt der Christenversammlung, äußerte (Römer 1:8; 7:25; Epheser 1:3; Hebräer 13:20, 21). Deshalb richtete Paulus diese Lobesäußerung an den „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus“. Dann benutzte er erstmals in seinen Schriften ein bestimmtes Substantiv, das mit „innige Erbarmungen“ wiedergegeben wird. Dieses Substantiv ist von einem Wort abgeleitet, mit dem man Sorge wegen des Leids eines anderen zum Ausdruck brachte. Paulus beschrieb somit Gottes innige Gefühle gegenüber seinen treuen Dienern, die Drangsal leiden — innige Gefühle, die Gott veranlassen, zugunsten der Betreffenden barmherzig zu handeln. Schließlich betrachtete Paulus Jehova als den Quell dieser wünschenswerten Eigenschaft, da er ihn als „Vater inniger Erbarmungen“ bezeichnete.

      7. Warum kann gesagt werden, daß Jehova „der Gott allen Trostes“ ist?

      7 Gottes ‘innige Erbarmungen’ bewirken, daß jemand, der Drangsal leidet, Erleichterung verspürt. Deshalb beschrieb Paulus Jehova weiter als den „Gott allen Trostes“. Ganz gleich, welcher Trost uns durch die Freundlichkeit von Glaubensbrüdern zuteil wird, wir können stets zu Jehova als Ursprung des Trostes aufblicken. Es gibt keinen echten, andauernden Trost, der nicht von Gott stammt. Außerdem hat er den Menschen in seinem Bild erschaffen, so daß wir Tröster sein können. Und es ist Gottes heiliger Geist, der seine Diener veranlaßt, gegenüber denjenigen, die des Trostes bedürfen, inniges Erbarmen zu zeigen.

      Als Tröster geschult

      8. Von welchem Nutzen kann das Ausharren in Drangsal für uns sein, auch wenn die Prüfungen nicht von Gott verursacht werden?

      8 Jehova Gott läßt zwar die verschiedenen Prüfungen zu, die über seine treuen Diener kommen, aber diese Prüfungen werden niemals von ihm verursacht (Jakobus 1:13). Doch der Trost, den er gibt, wenn wir Drangsal erdulden, kann uns schulen, noch empfindsamer zu sein, was die Bedürfnisse anderer betrifft. Mit welchem Ergebnis? „Damit wir die, die in allerlei Drangsal sind, zu trösten vermögen durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden“ (2. Korinther 1:4). Jehova schult uns somit, damit wir Mitchristen und Personen, die wir im Predigtdienst antreffen, wirkungsvoll an seinem Trost teilhaben lassen und in Nachahmung Christi ‘alle Trauernden trösten’ können (Jesaja 61:2; Matthäus 5:4).

      9. (a) Was wird uns helfen, Leiden zu ertragen? (b) Inwiefern werden andere getröstet, wenn wir in Prüfungen treu ausharren?

      9 Paulus konnte seine vielen Leiden dank des überströmenden Trostes, den er von Gott durch Christus erhielt, ertragen (2. Korinther 1:5). Auch wir können überströmenden Trost verspüren, wenn wir über Gottes kostbare Verheißungen nachdenken, wenn wir um die Unterstützung durch seinen heiligen Geist beten und wenn wir erleben, daß Gott unsere Gebete erhört. Dadurch werden wir gestärkt, weiterhin die Souveränität Jehovas hochzuhalten und den Teufel zum Lügner zu stempeln (Hiob 2:4; Sprüche 27:11). Haben wir unter Drangsal irgendwelcher Art ausgeharrt, sollten wir wie Paulus alle Ehre Jehova geben, durch dessen Trost Christen unter Prüfungen treu bleiben können. Das Ausharren treuer Christen wirkt sich trostreich auf die Bruderschaft aus und bestärkt andere in ihrer Entschlossenheit, ‘die gleichen Leiden zu erdulden’ (2. Korinther 1:6).

      10, 11. (a) Was waren einige der Dinge, unter denen die Versammlung im alten Korinth zu leiden hatte? (b) Wie tröstete Paulus die Versammlung in Korinth, und welche Hoffnung brachte er zum Ausdruck?

      10 Auch die Korinther blieben nicht von den Leiden verschont, die über alle wahren Christen kommen. Ihnen mußte außerdem der Rat gegeben werden, einem reuelosen Hurer die Gemeinschaft zu entziehen (1. Korinther 5:1, 2, 11, 13). Das Versäumnis, zum einen das zu tun und zum anderen Streit und Spaltungen ein Ende zu machen, hatte Schande über die Versammlung gebracht. Doch die Korinther nahmen sich schließlich den Rat des Paulus zu Herzen und zeigten echte Reue. Daher sprach er ihnen ein herzliches Lob aus und erklärte, daß ihre vorzügliche Reaktion auf seinen Brief ihn getröstet hatte (2. Korinther 7:8, 10, 11, 13). Auch der Ausgeschlossene hatte offenbar bereut. Daher gab Paulus den Korinthern den Rat, ‘ihm zu verzeihen und ihn zu trösten, damit ein solcher nicht etwa von seiner übergroßen Traurigkeit verschlungen werde’ (2. Korinther 2:7).

      11 Der zweite Brief des Paulus muß die Versammlung in Korinth wirklich getröstet haben. Und darin bestand unter anderem seine Absicht. Er erklärte: „Unsere Hoffnung [steht] für euch unerschütterlich fest, da wir ja wissen, daß so, wie ihr Teilhaber an den Leiden seid, ihr auch in gleicher Weise am Trost teilhaben werdet“ (2. Korinther 1:7). Am Schluß seines Briefes schrieb Paulus: „Fahrt fort, ... getröstet zu werden ...; und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein“ (2. Korinther 13:11).

      12. Was benötigen alle Christen?

      12 Welch eine wichtige Lehre wir doch daraus ziehen können! Alle Glieder der Christenversammlung müssen andere an dem Trost teilhaben lassen, den Gott durch sein Wort, seinen heiligen Geist und seine irdische Organisation gewährt. Es kann sogar sein, daß Ausgeschlossene Trost benötigen, sofern sie bereut und ihren falschen Lauf aufgegeben haben. Daher hat der „treue und verständige Sklave“ eine barmherzige Vorkehrung getroffen, um ihnen zu helfen. Einmal im Jahr können zwei Älteste bestimmte Ausgeschlossene besuchen. Die Betreffenden haben möglicherweise ihre rebellische Einstellung überwunden und begehen keine schweren Sünden mehr, benötigen aber Hilfe dabei, die erforderlichen Schritte zu tun, um wiederaufgenommen zu werden (Matthäus 24:45; Hesekiel 34:16).

      Die Drangsal des Paulus in Asien

      13, 14. (a) Was sagte Paulus über eine Zeit schwerer Drangsal, die er in Asien durchmachte? (b) Welche Begebenheit könnte Paulus im Sinn gehabt haben?

      13 Die Art der Leiden, die die Versammlung in Korinth bis dahin durchgemacht hatte, war nicht mit den vielen Drangsalen vergleichbar, die Paulus erdulden mußte. Daher konnte er sie auf folgendes aufmerksam machen: „Wir wünschen nicht, Brüder, daß ihr unwissend seid über die Drangsal, die uns in dem Bezirk Asien widerfahren ist, daß wir unter schwerstem Druck standen, über unsere Kraft hinaus, so daß wir selbst wegen unseres Lebens sehr im ungewissen waren. Tatsächlich, wir hatten in unserem Innern das Gefühl, daß wir das Todesurteil empfangen hatten. Dies war, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt. Von etwas so Großem wie dem Tod hat er uns befreit und wird uns befreien; und auf ihn setzen wir unsere Hoffnung, daß er uns auch weiterhin befreien wird“ (2. Korinther 1:8-10).

      14 Nach Ansicht einiger Bibelgelehrter bezog sich Paulus auf den Aufruhr in Ephesus, der nicht nur ihn, sondern auch Gajus und Aristarchus, seine beiden mazedonischen Reisegefährten, das Leben hätte kosten können. Diese beiden Christen wurden gewaltsam in ein vollbesetztes Theater geschleppt, in dem der Pöbel „etwa zwei Stunden lang [schrie]: ‚Groß ist die Artemis der Epheser!‘ “ Ein städtischer Beamter konnte die Volksmenge schließlich beruhigen. Wegen der lebensbedrohlichen Lage für Gajus und Aristarchus muß Paulus in größter Sorge gewesen sein. Er wollte sich sogar in das Theater begeben, um mit dem fanatischen Pöbel zu argumentieren, doch man hinderte ihn daran, dafür sein Leben aufs Spiel zu setzen (Apostelgeschichte 19:26-41).

      15. Auf was für eine extreme Situation könnte sich 1. Korinther 15:32 beziehen?

      15 Paulus könnte allerdings auch von einer noch extremeren Situation gesprochen haben als von dem vorgenannten Zwischenfall. In seinem ersten Brief an die Korinther stellte Paulus die Frage: „Wenn ich nach Menschenweise in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft habe, was trägt mir das Gutes ein?“ (1. Korinther 15:32). Das könnte bedeuten, daß das Leben des Paulus nicht nur durch raubtierartige Menschen bedroht worden war, sondern sogar von buchstäblichen wilden Tieren im Stadion von Ephesus. Verbrecher mußten manchmal zur Strafe vor einer blutrünstigen Menge mit wilden Tieren kämpfen. Falls Paulus mit seinen Worten gemeint hat, daß er buchstäblichen wilden Tieren gegenübergestanden hatte, muß er im letzten Moment durch ein Wunder vor einem grausamen Tod bewahrt worden sein, so wie Daniel, der vor dem Maul buchstäblicher Löwen gerettet wurde (Daniel 6:22).

      Neuzeitliche Beispiele

      16. (a) Warum können heute viele Christen die Drangsale nachfühlen, die Paulus erlitt? (b) Worauf können wir in bezug auf diejenigen vertrauen, die wegen ihres Glaubens gestorben sind? (c) Wie hat es sich auf Christen ausgewirkt, daß sie dem Tod knapp entronnen sind?

      16 Viele der heutigen Christen können die Drangsale nachfühlen, die Paulus erlitt (2. Korinther 11:23-27). Auch in der Gegenwart standen Christen ‘unter schwerstem Druck, über ihre Kraft hinaus’, und befanden sich in Situationen, in denen sie ‘wegen ihres Lebens sehr im ungewissen waren’ (2. Korinther 1:8). Einige sind durch die Hand von Massenmördern oder grausamen Verfolgern umgekommen. Wir können darauf vertrauen, daß Gottes tröstende Kraft sie befähigt hat, alles zu ertragen, und daß bei ihrem Tod Herz und Sinn fest auf die Verwirklichung ihrer Hoffnung gerichtet war, sei es auf die himmlische oder auf die irdische Hoffnung (1. Korinther 10:13; Philipper 4:13; Offenbarung 2:10). In anderen Fällen hat Jehova die Dinge so gelenkt, daß unsere Brüder vor dem Tod bewahrt wurden. Zweifellos setzen diejenigen, die eine solche Rettung erfahren haben, noch mehr Vertrauen „auf den Gott, der die Toten auferweckt“ (2. Korinther 1:9). Sie können danach mit noch größerer Überzeugung reden, wenn sie anderen Gottes trostreiche Botschaft übermitteln (Matthäus 24:14).

      17—19. Welche Erfahrungen zeigen, daß unsere Brüder in Ruanda an Gottes Trost teilhatten?

      17 Unsere lieben Brüder in Ruanda haben unlängst ähnliches erlebt wie Paulus und seine Gefährten. Viele verloren das Leben, aber es ist Satan nicht gelungen, ihren Glauben zu zerstören. Statt dessen haben unsere Brüder in diesem Land vielfach ganz persönlich Gottes Trost verspürt. Während des Völkermords an den in Ruanda lebenden Tutsi gab es Hutu, die ihr Leben riskierten, um Tutsi zu schützen, und Tutsi taten dasselbe für Hutu. Einige wurden von Extremisten getötet, weil sie Mitchristen Schutz gewährt hatten. So wurde Gahizi, ein Zeuge Jehovas vom Stamm der Hutu, getötet, nachdem er seine Glaubensschwester Chantal, eine Tutsi, versteckt hatte. Chantals Mann, Jean, ein Tutsi, wurde an einem anderen Ort von Schwester Charlotte, einer Hutu, verborgen gehalten. 40 Tage lang blieben Jean und ein anderer Bruder vom Stamm der Tutsi in einem großen Kamin, den sie nur nachts für kurze Zeit verließen. Während der ganzen Zeit sorgte Charlotte für Nahrung und Schutz, obwohl sie in der Nähe eines Militärlagers der Hutu wohnte. Auf Seite 17 sind Jean und Chantal abgebildet, die wieder vereint sind und ihren Glaubensbrüdern vom Stamm der Hutu wirklich dankbar sind, daß sie für sie ‘ihren Hals eingesetzt haben’, wie es Priska und Aquila für den Apostel Paulus taten (Römer 16:3, 4).

      18 Rwakabubua, ein anderer Zeuge Jehovas vom Stamm der Hutu, wurde in der Zeitung Intaremara lobend erwähnt, weil er Mitchristen, die Tutsi waren, beschützt hat. Es hieß in der Zeitung: „Auch Rwakabubu, ein Zeuge Jehovas, hat unentwegt Leute bei verschiedenen seiner Brüder (wie sie ihre Mitgläubigen nennen) versteckt. Er war den ganzen Tag nur damit beschäftigt, Nahrungsmittel und Trinkwasser herbeizuschaffen, obwohl er Asthmatiker ist. Doch Gott gab ihm außergewöhnliche Kraft.“

      19 Oder nehmen wir zwei interessierte Hutu, das Ehepaar Nicodeme und Athanasie. Vor dem Ausbruch der Massaker studierte ein Zeuge namens Alphonse, ein Tutsi, mit ihnen. Unter Lebensgefahr verbargen sie ihn in ihrem Haus. Später erkannten sie, daß das Haus kein sicherer Ort war, weil ihre Nachbarn, Hutu, von dem mit ihnen befreundeten Tutsi wußten. Nicodeme und Athanasie versteckten Alphonse daher in einem Loch auf ihrem Hof. Das erwies sich als gut, denn die Nachbarn kamen schließlich fast täglich, um nach Alphonse zu suchen. In den 28 Tagen, die Alphonse in dem Loch lag, dachte er über Bibelberichte nach, zum Beispiel über den Bericht, wie Rahab die beiden Israeliten auf dem Dach ihres Hauses in Jericho versteckt hatte (Josua 6:17). Alphonse, der in Ruanda immer noch die gute Botschaft verkündigt, ist dankbar, daß die Hutu, mit denen er die Bibel studierte, ihr Leben für ihn riskierten. Und was gibt es über Nicodeme und Athanasie zu berichten? Sie sind jetzt getaufte Zeugen Jehovas und führen mehr als 20 Bibelstudien mit interessierten Personen durch.

      20. Auf welche Weise hat Jehova unsere Brüder in Ruanda getröstet, doch was benötigen viele von ihnen weiterhin?

      20 Beim Ausbruch der Massaker in Ruanda gab es in dem Land 2 500 Verkündiger der guten Botschaft. Obwohl Hunderte das Leben verloren oder aus dem Land fliehen mußten, ist die Zahl der Zeugen auf über 3 000 gestiegen. Das ist ein Beweis dafür, daß Gott unsere Brüder wirklich getröstet hat. Wie verhält es sich mit den vielen Waisen und Witwen unter Jehovas Zeugen? Sie leiden natürlich immer noch Drangsal und bedürfen weiterhin des Trostes (Jakobus 1:27). Ihre Tränen werden erst durch die Auferstehung in Gottes neuer Welt völlig abgewischt werden. Aber sie können das Leben dank des geistigen Beistands ihrer Brüder meistern und weil sie Anbeter des ‘Gottes allen Trostes’ sind.

      21. (a) In welchen weiteren Gebieten benötigen unsere Brüder unbedingt Gottes Trost, und wie können wir alle ihnen helfen? (Siehe Kasten „Trost im vier Jahre andauernden Krieg“.) (b) Wann werden wir in vollem Umfang den Trost verspüren, den wir benötigen?

      21 In vielen anderen Gebieten wie zum Beispiel in Eritrea, Singapur und im ehemaligen Jugoslawien dienen unsere Brüder trotz Drangsal Jehova weiterhin treu. Wir wollen diesen Brüdern helfen, indem wir regelmäßig flehentlich darum beten, daß ihnen Trost zuteil wird (2. Korinther 1:11). Und laßt uns treu ausharren bis zu der Zeit, in der Gott durch Jesus Christus in allumfassendem Sinn ‘jede Träne von unseren Augen abwischen wird’. Dann werden wir in vollem Umfang den Trost verspüren, den Jehova in seiner neuen Welt der Gerechtigkeit schenken wird (Offenbarung 7:17; 21:4; 2. Petrus 3:13).

  • Trost im vier Jahre andauernden Krieg
    Der Wachtturm 1996 | 1. November
    • Trost im vier Jahre andauernden Krieg

      WÄHREND des vier Jahre dauernden Krieges im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien litten unzählige Menschen Not und mußten große Entbehrungen ertragen. Unter ihnen waren auch Hunderte von Zeugen Jehovas, die nicht aufgehört haben, den „Gott allen Trostes“ anzubeten (2. Korinther 1:3).

      Die Menschen in Sarajevo litten noch zusätzlich darunter, daß sie in einer Großstadt lebten, die während des gesamten Krieges von der Außenwelt abgeschnitten war. Strom, Wasser, Feuerholz und Nahrungsmittel waren knapp. Wie konnte die Versammlung der Zeugen Jehovas in Sarajevo unter diesen extremen Bedingungen ihren Aufgaben nachkommen? Unter Einsatz ihres Lebens brachten ihnen Christen aus benachbarten Ländern große Mengen an Hilfsgütern. (Siehe Wachtturm vom 1. November 1994, Seite 23—27.) Außerdem teilten die Brüder in Sarajevo alles, was sie hatten, miteinander, wobei geistige Belange den Vorrang hatten. Ein christlicher Aufseher berichtete folgendes aus der belagerten Stadt:

      „Unsere Zusammenkünfte schätzen wir über alles. Meine Frau und ich gehen mit 30 anderen zu Fuß zu den Zusammenkünften, jeweils 15 Kilometer hin und zurück. Es kam vor, daß es zu der Zeit, wo die Zusammenkünfte stattfinden, Wasser geben sollte. Was haben die Brüder wohl getan? Sind sie zu Hause geblieben, oder haben sie die Zusammenkünfte besucht? Unsere Brüder entschieden sich für die Zusammenkünfte. Sie sind immer füreinander da; alles, was sie haben, teilen sie miteinander. Eine Schwester in unserer Versammlung wohnt am Stadtrand in Waldnähe. Daher ist es für sie etwas leichter, an Feuerholz heranzukommen. Außerdem arbeitet sie in einer Bäckerei, und ihr Lohn besteht aus Mehl. Wenn es ihr möglich ist, backt sie einen großen Laib Brot und bringt ihn zur Zusammenkunft mit. Beim Hinausgehen nach der Zusammenkunft gibt sie dann jedem ein Stück Brot.

      Es ist wichtig, daß sich kein Bruder und keine Schwester jemals verlassen fühlt. Niemand weiß, wer von uns als nächster in einer verzweifelten Lage Hilfe benötigt. Als unsere Straßen einmal vereist waren und eine Schwester krank war, zogen kräftige junge Brüder sie auf einem Schlitten zu den Zusammenkünften.

      Alle beteiligen sich am Predigtwerk, und Jehova hat unsere Anstrengungen gesegnet. Ihm ist unsere kritische Situation in Bosnien nicht entgangen, und er hat uns mit Mehrung gesegnet — mit einer Mehrung, die wir vor dem Krieg nicht kannten.“

      In anderen Teilen des vom Krieg zerrissenen ehemaligen Jugoslawien haben Jehovas Zeugen trotz bedrückender Verhältnisse ebenfalls Mehrung zu verzeichnen. Aus dem Büro der Zeugen Jehovas in Kroatien wird von einer Gruppe Zeugen Jehovas folgendes berichtet: „Die Brüder in Velika Kladuša mußten mit extrem schwierigen Zeiten fertig werden. Die Stadt wurde mehrmals angegriffen. Gegenüber Kroaten, Serben und verschiedenen Trupps muslimischer Soldaten mußten die Brüder ihre neutrale Haltung erklären. Zweifellos haben sie eine Menge ertragen: Sie waren eingesperrt, wurden geschlagen, litten Hunger und befanden sich in Todesgefahr. Dennoch sind sie treu geblieben und dürfen heute erleben, daß Jehova ihre Tätigkeit außergewöhnlich segnet.“

      Trotz der Probleme freuen sich die Zeugen Jehovas in Velika Kladuša und im benachbarten Bihać über die anhaltende Mehrung und bemühen sich eifrig, ihren Mitmenschen von Gottes trostreicher Botschaft zu erzählen. Die insgesamt 26 Königreichsverkündiger in diesen beiden Orten führen 39 Bibelstudien durch!

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