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Vertraue auf Jehova, den „Gott allen Trostes“Der Wachtturm 2011 | 15. Oktober
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Vertraue auf Jehova, den „Gott allen Trostes“
„Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes“ (2. KOR. 1:3)
1. Welches Bedürfnis haben alle Menschen, egal wie alt sie sind?
VON Geburt an brauchen wir alle Trost. Verspürt ein Baby dieses Bedürfnis, macht es lautstark darauf aufmerksam. Vielleicht möchte es auf den Arm genommen werden. Oder es hat Hunger. Aber auch als Erwachsene haben wir oft Trost nötig — besonders dann, wenn wir gerade schweren Belastungen ausgesetzt sind.
2. Mit welchen Worten sichert Jehova zu, dass er alle trösten wird, die auf ihn vertrauen?
2 Bis zu einem gewissen Grad können uns Angehörige und Freunde trösten. Es gibt jedoch belastende Situationen, in denen auch ihnen die Hände gebunden sind. Der Einzige, der uns immer trösten kann, ganz gleich, wie schlimm unsere Lage auch sein mag, ist Jehova Gott. Sein Wort sichert uns zu: „Jehova ist nahe allen, die ihn anrufen, . . . und ihren Hilferuf wird er hören“ (Ps. 145:18, 19). Ja, „die Augen Jehovas sind auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihren Hilferuf“ (Ps. 34:15). Damit er uns unterstützen und trösten kann, müssen wir freilich auf ihn vertrauen. Darauf wies David hin, als er in einem Psalm schrieb: „Jehova wird eine sichere Höhe werden für jeden Unterdrückten, eine sichere Höhe in Zeiten der Bedrängnis. Und die, die deinen Namen kennen, werden auf dich vertrauen, denn du wirst bestimmt die nicht verlassen, die dich suchen, o Jehova“ (Ps. 9:9, 10).
3. Wie machte Jesus deutlich, wie sehr Jehova seine Diener liebt?
3 Für Jehova sind die Menschen, die ihn anbeten, kostbar. Das bekräftigte Jesus mit den Worten: „Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Münzen von geringem Wert? Doch nicht einer von ihnen wird vor Gott vergessen. Aber sogar die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht; ihr seid mehr wert als viele Sperlinge“ (Luk. 12:6, 7). Seinen Dienern in alter Zeit ließ Jehova durch den Propheten Jeremia sagen: „Mit einer Liebe auf unabsehbare Zeit habe ich dich geliebt. Darum habe ich dich mit liebender Güte gezogen“ (Jer. 31:3).
4. Warum können wir uns auf das verlassen, was Jehova versprochen hat?
4 In schwierigen Lebenslagen ist es ein echter Trost, auf Jehova zu vertrauen und darauf, dass er alles wahr macht, was er versprochen hat. Wir können so sicher sein wie Josua, der bestätigte, „dass kein einziges Wort von allen guten Worten, die Jehova, euer Gott, zu euch geredet hat, dahingefallen ist. Sie alle sind für euch eingetroffen. Kein einziges Wort von ihnen ist dahingefallen“ (Jos. 23:14). Und selbst wenn wir in einer schweren Krise vorübergehend völlig niedergeschmettert sind, können wir uns auf eines immer verlassen: „Gott . . . ist treu“ und wird seine loyalen Diener nie im Stich lassen. (Lies 1. Korinther 10:13.)
5. Was macht es uns möglich, andere zu trösten?
5 Der Apostel Paulus nennt Jehova den „Gott allen Trostes“. Jemanden zu trösten bedeutet, sein Leid durch Anteilnahme und Zuspruch zu lindern und ihn in seiner Niedergeschlagenheit aufzurichten. Bestimmt kann man das von Jehova sagen! (Lies 2. Korinther 1:3, 4.) Unserem himmlischen Vater sind durch nichts und niemand die Hände gebunden. Er kann also immer alles Nötige unternehmen, um die zu trösten, die ihn lieben. Und „durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden“, können wir unsererseits unsere Glaubensbrüder „in allerlei Drangsal“ trösten. Jehova ist wirklich wie niemand anders in der Lage, die zu trösten, die am Verzweifeln sind!
Mit den Ursachen zurechtkommen
6. Was kann alles ein Bedürfnis nach Trost auslösen?
6 Kummer und Sorgen, bei denen wir dringend Trost brauchen, können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Zu dem Schlimmsten, was einem im Leben widerfahren kann, gehört der Tod eines lieben Menschen — besonders des Ehepartners oder eigenen Kindes. Manch anderer hat unter Ausgrenzung oder Fremdenfeindlichkeit schwer zu leiden. Eine angeschlagene Gesundheit, fortgeschrittenes Alter, Armut, Eheprobleme oder auch die schrecklichen Zustände in der heutigen Welt: All das kann ein starkes Bedürfnis nach Trost auslösen.
7. (a) Was für einen Trost brauchen wir in schweren Zeiten? (b) Wie kann Jehova ein „gebrochenes“ und „zerschlagenes“ Herz heilen?
7 Machen wir schwere Zeiten durch, kann sich das nachteilig auf unser Herz, unseren Sinn, unsere Gefühle, unsere Gesundheit und sogar unseren Glauben auswirken. Gerade dann haben wir Trost nötig. Über unser Herz zum Beispiel sagt Gottes Wort, es könne „gebrochen“ und „zerschlagen“ sein (Ps. 51:17). Jehova ist einer solchen Situation jedoch absolut gewachsen, denn „er heilt, die gebrochenen Herzens sind, und verbindet ihre schmerzhaften Stellen“ (Ps. 147:3). Erscheint unsere Lage auch noch so aussichtslos: Jehova ist imstande, unserem schmerzerfüllten Herzen Linderung zu verschaffen, wenn wir voller Vertrauen zu ihm beten und seine Gebote halten. (Lies 1. Johannes 3:19-22; 5:14, 15.)
8. Wie kann uns Jehova helfen, wenn unser Sinn tröstende Gedanken braucht?
8 Unser Sinn hat tröstende Gedanken oft nötig, weil die unterschiedlichsten Glaubensprüfungen große Ängste und Sorgen auslösen können. Aus eigener Kraft kann wohl niemand von uns darin standhalten. Aber wie drückte sich der Psalmenschreiber aus? „Als meiner beunruhigenden Gedanken in meinem Innern viele wurden, begannen deine eigenen Tröstungen meine Seele zu liebkosen“ (Ps. 94:19). Und Paulus schrieb: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern lasst in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekannt werden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Phil. 4:6, 7). In der Bibel zu lesen und intensiv darüber nachzudenken hat durchaus eine sehr beruhigende und tröstende Wirkung auf unseren Sinn (2. Tim. 3:15-17).
9. Wie können wir mit emotionalen Belastungen zurechtkommen?
9 Manchmal setzt uns etwas derart zu, dass wir Gefahr laufen, von negativen Gefühlen überwältigt zu werden. Womöglich fühlen wir uns von der Last unserer Verantwortung schier erdrückt oder mit einer Aufgabe im Dienst für Jehova völlig überfordert. Auch dann kann uns Jehova trösten und uns helfen. Josua zum Beispiel sollte die Israeliten in den Krieg gegen mächtige Feinde führen. Was gab Moses ihnen für diese Aufgabe mit auf den Weg? Er sagte: „Seid mutig und stark. Fürchtet euch nicht, noch entsetzt euch vor ihnen, denn Jehova, dein Gott, ist es, der mit dir zieht. Er wird dich weder im Stich lassen noch dich gänzlich verlassen“ (5. Mo. 31:6). Weil Jehova ihm den Rücken stärkte, schaffte es Josua, Gottes Volk in das Land der Verheißung zu führen und alle feindlichen Nationen zu besiegen. Die gleiche Unterstützung hatte Moses Jahre zuvor am Roten Meer erlebt (2. Mo. 14:13, 14, 29-31).
10. Auf welche Hilfe können wir zählen, wenn belastende Umstände unsere Gesundheit beeinträchtigen?
10 Auch unsere Gesundheit mag durch belastende Umstände ziemlich angegriffen werden. Sich gesund zu ernähren, auf genügend Schlaf, die nötige Bewegung und die richtige Körperpflege zu achten sowie unser Zuhause sauber zu halten kann natürlich schon viel bewirken. Und nicht unterschätzen sollten wir auch, wie positiv es sich auf unseren Organismus auswirkt, wenn wir unsere Gedanken immer um das kreisen lassen, was die Bibel für die Zukunft verspricht. Macht uns unsere Lage sehr zu schaffen, dann tut es uns gut, an folgende Mut machenden Worte des Paulus zu denken, der ja selbst viel durchmachte: „Wir werden auf jede Weise bedrängt, doch nicht bewegungsunfähig eingeengt; wir sind ratlos, doch nicht gänzlich ohne Ausweg; wir werden verfolgt, doch nicht im Stich gelassen; wir werden niedergeworfen, doch nicht vernichtet“ (2. Kor. 4:8, 9).
11. Was können wir tun, wenn wir uns im Glauben „krank“ fühlen?
11 Es gibt auch Belastungen, die uns im Glauben schwächen könnten. Dann ist Jehova ebenfalls mit Hilfe zur Stelle. Sein Wort sichert uns zu: „Jehova stützt alle Fallenden und richtet auf alle Niedergebeugten“ (Ps. 145:14). Fühlen wir uns „krank“, sollten wir die Ältesten um Beistand bitten (Jak. 5:14, 15). Wird unser Glaube auf die Probe gestellt, gibt es uns außerdem viel Kraft, wenn wir uns gedanklich immer wieder mit der Hoffnung auf ewiges Leben beschäftigen (Joh. 17:3).
Beispiele dafür, wie Jehova tröstet
12. Wie beruhigte Jehova Abraham?
12 Unter Einfluss des heiligen Geistes sagte ein Psalmendichter zu Jehova: „Gedenke des Wortes an deinen Knecht, auf das du mich hast warten lassen. Dies ist mein Trost in meiner Trübsal, denn deine eigene Zusage hat mich am Leben erhalten“ (Ps. 119:49, 50). Uns steht das Wort Jehovas heute in schriftlicher Form zur Verfügung. Darin finden wir viele Beispiele dafür, wie Jehova seine Diener in der Vergangenheit getröstet hat. Abraham etwa dürfte sich große Sorgen gemacht haben, als er erfuhr, dass Jehova Sodom und Gomorra vernichten wollte. Er fragte ihn: „Wirst du wirklich die Gerechten mit den Bösen wegraffen?“ Jehova beruhigte diesen treuen Mann, indem er ihm versicherte, er werde Sodom verschonen, wenn auch nur 50 Gerechte darin zu finden wären. Doch Abraham stellte noch fünf Mal die gleiche Frage: Was, wenn darin nur 45 Gerechte leben? 40? 30? 20? 10? Sehr geduldig und freundlich versprach Jehova ihm jedes Mal, die Stadt dann zu verschonen. Allerdings waren, wie sich herausstellte, nicht einmal zehn Gerechte darin zu finden. Nur Lot und seinen Töchtern rettete Jehova das Leben (1. Mo. 18:22-32; 19:15, 16, 26).
13. Wie ließ Hanna erkennen, dass sie auf Jehova vertraute?
13 Hanna, die Frau Elkanas, wünschte sich sehnlichst ein Kind. Aber sie war unfruchtbar, und das machte ihr großen Kummer. Sie wandte sich deswegen im Gebet an Jehova, und der Hohe Priester Eli sagte schließlich zu ihr: „Möge der Gott Israels deine Bitte gewähren.“ Das tröstete Hanna, „und ihr Angesicht sah nicht mehr besorgt aus“ (1. Sam. 1:8, 17, 18). Sie stützte sich auf Jehova und überließ ihm vertrauensvoll alles Weitere. Zwar wusste sie nicht, was passieren würde, aber sie hatte nun ihren inneren Frieden gefunden. Nach einiger Zeit erhörte Jehova ihr Gebet. Sie wurde schwanger und bekam einen Sohn, den sie Samuel nannte (1. Sam. 1:20).
14. Warum brauchte David Trost, und bei wem fand er ihn?
14 David ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie Jehova seine Diener tröstet. Als er ihn auswählte, später König über Israel zu werden, wusste er genau, dass David durch und durch ehrlich war und die wahre Anbetung liebte, denn Jehova „sieht, wie das Herz ist“ (1. Sam. 16:7; 2. Sam. 5:10). Irgendwann aber brach David mit Bathseba die Ehe und ließ dann ihren Mann aus dem Weg räumen, um die Sünde zu vertuschen. Als ihm aufging, wie abscheulich das war, was er getan hatte, betete er zu Jehova: „Gemäß der Fülle deiner Erbarmungen tilge meine Übertretungen aus. Wasch mich gründlich von meinem Vergehen, und reinige mich auch von meiner Sünde. Denn meine Übertretungen erkenne ich selbst, und meine Sünde ist beständig vor mir“ (Ps. 51:1-3). David bereute aus tiefstem Herzen und Jehova vergab ihm. Wohl blieben ihm die Folgen seiner verkehrten Handlungsweise nicht erspart (2. Sam. 12:9-12). Doch dass Jehova so barmherzig mit ihm umging, war für diesen demütigen Mann ein echter Trost.
15. Wie half Jehova seinem Sohn wenige Stunden vor dessen Tod?
15 Jesus wurde hier auf der Erde mit vielen schwierigen Situationen konfrontiert. Jehova ließ zu, dass seine Treue auf die Probe gestellt wurde. Aber auch als vollkommener Mensch vertraute Jesus ausnahmslos auf seinen Vater und blieb ihm vollständig ergeben. Dadurch verteidigte er Jehovas Herrscherrecht. Den Verrat durch Judas und die Hinrichtung vor Augen, betete er zu Jehova: „Nicht mein Wille, sondern der deine geschehe.“ Daraufhin erschien ihm ein Engel und stärkte ihn (Luk. 22:42, 43). Jehova schenkte seinem Sohn den Trost, die Kraft und die Unterstützung, die er in diesem Moment brauchte.
16. Wie kann uns Jehova beistehen, wenn unser Leben bedroht ist, weil wir ihm treu bleiben wollen?
16 Was, wenn wir wegen unserer Treue womöglich selbst dem Tod ins Auge schauen müssen? Auch uns kann und wird Jehova dann helfen, ihm vollständig ergeben zu bleiben. Sehr tröstend ist darüber hinaus die Auferstehungshoffnung. Wie sehnen wir doch den Tag herbei, wenn „als letzter Feind . . . der Tod zunichtegemacht“ wird! (1. Kor. 15:26). Treue Diener Jehovas, die gestorben sind, aber auch viele andere Verstorbene sind im vollkommenen Gedächtnis unseres Gottes gut aufgehoben und werden wieder zum Leben kommen (Joh. 5:28, 29; Apg. 24:15). Gerade wenn wir Verfolgung durchmachen, schöpfen wir aus Jehovas Versprechen, die Toten aufzuerwecken, viel Trost und Zuversicht.
17. Wie kann uns Jehova trösten, wenn wir einen lieben Menschen durch den Tod verlieren?
17 Ist es nicht ein großer Trost, zu wissen, dass alle unsere Lieben, die jetzt im allgemeinen Grab der Menschheit ruhen, in einer wunderbaren neuen Welt auferweckt werden? Nichts von dem, was uns heute so zu schaffen macht, wird dann noch da sein. Und eine „große Volksmenge“ von Dienern Jehovas wird das Ende des bösen Systems von heute überleben und dann die schöne Aufgabe bekommen, die Auferstandenen willkommen zu heißen und sie mit allem vertraut zu machen (Offb. 7:9, 10).
Gottes ewige Arme tragen uns
18, 19. Wie sind Diener Jehovas auch unter Verfolgung von ihm getröstet worden?
18 In einem sehr ausdrucksstarken und zu Herzen gehenden Lied versicherte Moses dem Volk Israel: „Ein Bergungsort ist der Gott der Urzeit, und unterhalb sind die auf unabsehbare Zeit währenden Arme“ (5. Mo. 33:27). Der Prophet Samuel sagte den Israeliten später: „Weicht nicht von der Nachfolge Jehovas ab, und ihr sollt Jehova mit eurem ganzen Herzen dienen. . . . Jehova wird sein Volk um seines großen Namens willen nicht im Stich lassen“ (1. Sam. 12:20-22). Solange wir uns fest an ihn klammern und ihm dienen, wird er uns nie verlassen, sondern uns alle Hilfe geben, die wir brauchen.
19 So schwierig die Zeiten auch sind, in denen wir leben: Jehova schenkt seinen Dienern immer den nötigen Beistand und Trost. In den letzten hundert Jahren sind Tausende unserer Glaubensbrüder rund um die Erde verfolgt und eingesperrt worden, nur weil sie Jehova gedient haben. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass Jehova seine Diener in Prüfungen wirklich immer tröstet. Einer unserer Brüder beispielsweise wurde in der ehemaligen Sowjetunion wegen seines Glaubens zu 23 Jahren Haft verurteilt. Aber selbst im Lager wurde er mit geistiger Speise versorgt, die ihn stärkte und tröstete. Er sagt über Jehova: „In all den Jahren habe ich von ihm viel Kraft bekommen und gelernt, auf ihn zu vertrauen.“ (Lies 1. Petrus 5:6, 7.)
20. Warum können wir sicher sein, dass Jehova uns nie im Stich lassen wird?
20 Wir wissen nicht, was noch alles auf uns zukommt. Aber ganz gleich, was es ist: Vergessen wir nie die tröstenden Worte des Psalmisten: „Jehova wird sein Volk nicht aufgeben“ (Ps. 94:14). Und so sehr wir selbst vielleicht auf Trost angewiesen sind — wir haben auch die wertvolle Aufgabe, andere zu trösten. Der nächste Artikel zeigt, wie wir denen echten Trost bringen können, die wegen der schlimmen Weltverhältnisse trauern.
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Tröstet alle TrauerndenDer Wachtturm 2011 | 15. Oktober
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Tröstet alle Trauernden
Jehova hat mich gesalbt, um zu trösten alle Trauernden (JES. 61:1, 2)
1. Was tat Jesus für Trauernde, und warum?
JESUS CHRISTUS sagte: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Joh. 4:34). Jesus kam der Aufgabe, die ihm sein Vater gegeben hatte, auf eine Weise nach, durch die Jehovas wunderbare Eigenschaften voll zum Tragen kamen — darunter seine große Liebe zu den Menschen (1. Joh. 4:7-10). Wie sich diese Liebe unter anderem äußert, zeigte der Apostel Paulus, als er Jehova den „Gott allen Trostes“ nannte (2. Kor. 1:3). Dieselbe Liebe lebte Jesus in seinem Dienst aus, wie in einer Prophezeiung Jesajas vorhergesagt. (Lies Jesaja 61:1, 2.) In der Synagoge von Nazareth las Jesus daraus vor und wandte sie dann auf sich an (Luk. 4:16-21). Während seines gesamten Dienstes tröstete Jesus liebevoll die Trauernden, machte ihnen Mut und schenkte ihnen inneren Frieden.
2, 3. Warum sind Nachfolger Christi heute besonders gefordert, seinem Vorbild entsprechend andere zu trösten?
2 Wir folgen Jesus nach und nehmen uns deshalb auch auf diesem Gebiet ein Beispiel an ihm (1. Kor. 11:1). Paulus sagte: „Fahrt . . . fort, einander zu trösten und einander zu erbauen“ (1. Thes. 5:11). Und unsere Mitmenschen brauchen heute besonders dringend Trost, leben wir doch in „kritischen Zeiten . . ., mit denen man schwer fertig wird“ (2. Tim. 3:1). Personen mit einem ehrlichen Herzen haben immer stärker unter denen zu leiden, deren Worte und Taten viel Kummer und großes Leid verursachen.
3 Was die Bibel für die letzten Tage des bösen Systems von heute vorhergesagt hat, erfüllt sich haargenau: „Die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott.“ Und diese Denk- und Verhaltensweisen sind stärker ausgeprägt als je zuvor, weil „böse Menschen . . . und Betrüger . . . vom Schlechten zum Schlimmeren fortschreiten“ (2. Tim. 3:2-4, 13).
4. Wie haben sich die Weltverhältnisse in unserer Zeit entwickelt?
4 Überraschen sollte uns all das nicht, denn Gottes Wort macht deutlich: „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Joh. 5:19). „Die ganze Welt“ schließt die politischen, religiösen und wirtschaftlichen Teile dieses Systems ein sowie den Propagandaapparat Satans, des Teufels. Er kann völlig zu Recht als „der Herrscher der Welt“ und „der Gott dieses Systems der Dinge“ bezeichnet werden (Joh. 14:30; 2. Kor. 4:4). Überall auf der Erde verschlimmern sich die Zustände immer mehr, denn der Teufel hat große Wut, weil er weiß: Ihm bleibt nur noch wenig Zeit, bis Jehova ihn ausschaltet (Offb. 12:12). Zu wissen, dass Jehova den Teufel und sein böses System nicht mehr lange dulden und die Streitfrage um die Souveränität Jehovas schon bald endgültig klären wird, ist ein echter Trost! (1. Mose, Kapitel 3; Hiob, Kapitel 2).
Die gute Botschaft wird auf der ganzen Erde gepredigt
5. Wie erfüllt sich die Prophezeiung über das Predigtwerk in den heutigen „letzten Tagen“?
5 In dieser schwierigen Phase der Menschheitsgeschichte erfüllt sich die Voraussage Jesu: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Mat. 24:14). Dieses Predigtwerk dehnt sich immer weiter aus. Heute sind über 7 500 000 Zeugen Jehovas in weltweit mehr als 107 000 Versammlungen damit beschäftigt, Gottes Königreich bekannt zu machen — genau wie damals Jesus dieses Thema in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit stellte (Mat. 4:17). Dank ihrer fleißigen Bemühungen werden viele Trauernde sehr getröstet. Allein in den beiden letzten Jahren ließen sich 570 601 Personen als Zeugen Jehovas taufen!
6. Wie berührt es dich, welche Ausmaße unser Predigtwerk angenommen hat?
6 Welche gewaltigen Ausmaße das Predigtwerk angenommen hat, zeigt sich vielleicht am deutlichsten daran, dass Jehovas Zeugen biblischen Lesestoff in mittlerweile über 500 Sprachen übersetzen und unter die Menschen bringen. So etwas hat es in der ganzen Menschheitsgeschichte noch nicht gegeben! Dass der irdische Teil der Organisation Jehovas überhaupt existiert, dass er so arbeitet und dass er ständig wächst, ist außerordentlich bemerkenswert. In einer vom Teufel beherrschten Welt wäre das ohne die Leitung und Hilfe durch Gottes mächtigen heiligen Geist schlichtweg unmöglich. Dank des Predigens der guten Botschaft auf der ganzen bewohnten Erde können viele Trauernde, die darauf hören, ebenso getröstet werden wie unsere Glaubensbrüder.
Unsere Glaubensbrüder trösten
7. (a) Warum dürfen wir nicht von Jehova erwarten, alles Belastende heute von uns fernzuhalten? (b) Woher wissen wir, dass wir es schaffen können, unter Verfolgung und Drangsalen durchzuhalten?
7 In dieser Welt voller Bosheit und Leid lässt es sich einfach nicht vermeiden, mit belastenden Situationen konfrontiert zu werden. Bevor Jehova nicht das ganze System vernichtet hat, können wir nicht von ihm erwarten, alles von uns fernzuhalten, was uns unglücklich oder traurig macht. Außerdem muss ja jeder von uns für sich selbst beweisen, dass er Jehova vollständig ergeben ist und sein Herrscherrecht voll und ganz unterstützt. Und das ist, wie vorhergesagt, mit Verfolgung verbunden (2. Tim. 3:12). Mit der Hilfe und dem Trost von unserem himmlischen Vater kann uns aber dasselbe gelingen wie den gesalbten Christen im alten Thessalonich. In all ihren Verfolgungen und Drangsalen bewiesen sie Glauben und Ausharren. (Lies 2. Thessalonicher 1:3-5.)
8. Wie zeigt die Bibel, dass Jehova seine Diener tröstet?
8 Jehova sorgt für den Trost, den seine Diener brauchen — daran gibt es keinen Zweifel. Als zum Beispiel der Prophet Elia von der bösen Königin Isebel mit dem Tod bedroht wurde, verlor er den Mut und floh. Er sagte sogar, er wolle lieber sterben. Hat Jehova ihm deswegen Vorwürfe gemacht? Im Gegenteil: Er tröstete ihn und machte ihm Mut, seine Aufgabe als Prophet weiter zu erfüllen (1. Kö. 19:1-21). Auch eine Erfahrung der Christenversammlung in den Tagen der Apostel zeigt, dass Jehova seine Diener tröstet. Wie der Bericht sagt, „trat die Versammlung in ganz Judäa und Galiläa und Samaria tatsächlich in eine Zeitspanne des Friedens ein und wurde erbaut; und da sie in der Furcht Jehovas wandelte und den Trost des heiligen Geistes hatte, mehrte sie sich beständig“ (Apg. 9:31). Diesen „Trost des heiligen Geistes“ haben wir auch und dafür sind wir sehr dankbar!
9. Warum kann es uns trösten, uns an Jesus ein Beispiel zu nehmen?
9 Jesus Christus gut kennenzulernen und seinen „Fußstapfen“ genau zu folgen ist für uns ebenfalls eine Trostquelle. Jesus sagte: „Kommt zu mir alle, die ihr euch abmüht und die ihr beladen seid, und ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mat. 11:28-30). Sich damit vertraut zu machen, wie freundlich und liebevoll er die Menschen behandelte, und sich daran ein Beispiel zu nehmen kann allein schon viel Druck von unseren Schultern nehmen.
10, 11. Wer kann alles in der Versammlung Trost spenden?
10 Unsere Glaubensbrüder können erheblich dazu beitragen, uns zu trösten. Die Ältesten beispielsweise greifen denen, die Schweres durchmachen müssen, liebevoll unter die Arme. Dazu schrieb der Jünger Jakobus: „Ist jemand unter euch krank? Er rufe die älteren Männer der Versammlung zu sich, und sie mögen über ihm beten und ihn im Namen Jehovas mit Öl einreiben.“ Mit welchem Ergebnis? „Das Gebet des Glaubens wird dem sich nicht wohl Fühlenden zum Heil sein, und Jehova wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden begangen hat, wird ihm vergeben werden“ (Jak. 5:14, 15). Die Ältesten sind aber nicht die Einzigen, die ihren Mitchristen Trost spenden können.
11 Schwestern fällt es oft leichter, über bestimmte Probleme mit anderen Schwestern zu reden. Vor allem ältere, erfahrenere Christinnen können den jüngeren gute Tipps geben. Sie haben vielleicht schon Ähnliches erlebt und bringen viel Mitgefühl und Verständnis auf. Damit sind sie eine wertvolle Hilfe! (Lies Titus 2:3-5.) „Redet bekümmerten Seelen tröstend zu“ — diese Aufforderung gilt Ältesten genauso wie jedem von uns (1. Thes. 5:14, 15). Und vergessen wir nie, dass Gott „uns tröstet in all unserer Drangsal, damit wir die, die in allerlei Drangsal sind, zu trösten vermögen“ (2. Kor. 1:4).
12. Warum ist es so wichtig, dass wir die Zusammenkünfte besuchen?
12 Damit wir getröstet werden, ist es ganz wichtig, die Zusammenkünfte zu besuchen. Was wir dort aus der Bibel hören, macht uns Mut. Judas und Silas zum Beispiel „ermunterten . . . die Brüder mit manchem Vortrag und stärkten sie“ (Apg. 15:32). Uns vor und nach den Zusammenkünften mit den anderen zu unterhalten tut uns und ihnen gut. Kapseln wir uns deshalb nicht ab, auch wenn es uns gerade sehr schlecht geht, denn das würde alles nur noch schlimmer machen (Spr. 18:1). Halten wir uns lieber an den Rat, den Paulus unter Einfluss von Gottes Geist aufschrieb: „Lasst uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken, indem wir unser Zusammenkommen nicht aufgeben, wie es bei einigen Brauch ist, sondern einander ermuntern, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht“ (Heb. 10:24, 25).
Aus Gottes Wort Trost schöpfen
13, 14. Wie finden wir Trost in der Heiligen Schrift?
13 Ob wir schon getauft sind oder gerade erst angefangen haben, Gott und das, was er vorhat, kennenzulernen — großen Trost finden wir alle in der Heiligen Schrift. Paulus erklärte: „Alles, was vorzeiten geschrieben wurde, ist zu unserer Unterweisung geschrieben worden, damit wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Röm. 15:4). Was Jehova hat aufschreiben lassen, kann uns aufrichten und bewirken, dass wir „völlig tauglich“ und „vollständig ausgerüstet“ sind „für jedes gute Werk“ (2. Tim. 3:16, 17). Zu wissen, worauf Jehova hinarbeitet, und eine sichere Hoffnung für die Zukunft zu haben flößt ohne jeden Zweifel viel Mut und Zuversicht ein. Lass dir doch bitte nichts von dem entgehen, was uns Gottes Wort und biblische Publikationen an Trost und vielseitiger Hilfe zu bieten haben!
14 Wie man andere mit der Heiligen Schrift tröstet und ihnen die Augen öffnet, das hat Jesus uns sehr gut vorgemacht. Nach seiner Auferstehung erschien er zum Beispiel einmal zwei traurigen Jüngern, denen er „die Schriften völlig erschloss“, ihnen also das Verständnis dafür öffnete. Die Wirkung? Noch während er mit ihnen sprach, wurde ihnen warm ums Herz und sie fühlten sich bestimmt getröstet (Luk. 24:32). Der Apostel Paulus nahm sich Jesus zum Vorbild und argumentierte „anhand der Schriften“. Seine Zuhörer in Beröa „nahmen das Wort mit der größten Bereitwilligkeit auf, indem sie täglich in den Schriften sorgfältig forschten“ (Apg. 17:2, 10, 11). Zeigt das nicht, wie wichtig es ist, dass wir jeden Tag in der Bibel lesen? Ein wesentlicher Grund, warum sie und unsere vielen biblischen Veröffentlichungen geschrieben wurden, besteht ja darin, uns in diesen schweren Zeiten Trost und Hoffnung zu geben! Machen wir deshalb guten Gebrauch davon.
Wie man andere noch trösten kann
15, 16. Wie können wir unseren Glaubensbrüdern auf praktische Weise helfen und sie trösten?
15 Um unsere Glaubensbrüder zu trösten und aufzurichten, gibt es vielerlei praktische Möglichkeiten. Für die Älteren oder Kranken könnten wir Einkäufe erledigen. Anderen würde es guttun, wenn wir ihnen bei irgendwelchen Arbeiten zur Hand gehen und sie so spüren lassen, dass uns viel an ihnen liegt (Phil. 2:4). Vielleicht können wir ja auch darauf achten, unsere Schwestern und Brüder wissen zu lassen, wie viel uns ihre Liebe, ihr Mut und ihr Glaube bedeuten, oder sie für ihre Fähigkeiten zu loben.
16 Möchten wir Ältere trösten, können wir sie besuchen und ihnen gut zuhören, wenn sie erzählen, was sie im Dienst für Jehova alles erlebt haben und wie sehr er sie gesegnet hat. Gut möglich, dass wir dadurch sogar selbst ermutigt und getröstet werden. Ihnen aus der Bibel oder aus unseren Veröffentlichungen vorzulesen ist oft auch eine gute Idee. Zum Beispiel könnten wir den Artikel mit ihnen durchgehen, der in der laufenden Woche im Wachtturm-Studium behandelt wird, oder den Stoff für das Versammlungsbibelstudium. Wir könnten auch eine unserer DVDs mit ihnen anschauen oder eine Erfahrung aus unseren Publikationen erzählen oder vorlesen.
17, 18. Warum können wir sicher sein, dass Jehova seine loyalen Diener immer unterstützen und trösten wird?
17 Bekommen wir mit, dass ein Diener Jehovas Trost braucht, können wir ihn auch in unsere persönlichen Gebete mit einschließen (Röm. 15:30; Kol. 4:12). Ob wir gerade selbst mit Problemen kämpfen oder uns engagiert bemühen, andere zu trösten, können wir dieselbe feste Überzeugung haben wie David, der sagte: „Wirf deine Bürde auf Jehova, und er selbst wird dich stützen. Niemals wird er zulassen, dass der Gerechte wankt“ (Ps. 55:22). Jehova wird für alle, die ihm wie wir loyal dienen, immer da sein, um sie zu trösten und zu unterstützen — so viel steht fest.
18 In alter Zeit sagte Jehova zu seinen Dienern: „Ich — ich selbst bin es, der euch tröstet“ (Jes. 51:12). Das Gleiche wird Jehova auch für uns tun. Unsere guten Taten und tröstenden Worte, mit denen wir Trauernden beistehen, wird er segnen. Was Paulus an geistgesalbte Christen schrieb, kann heute jeden von uns aufrichten, ob wir im Himmel oder auf der Erde zu leben hoffen: „Mögen überdies unser Herr Jesus Christus selbst und Gott, unser Vater, der uns geliebt hat und durch unverdiente Güte ewigen Trost und gute Hoffnung gegeben hat, eure Herzen trösten und euch in jedem guten Werk und Wort befestigen“ (2. Thes. 2:16, 17).
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