Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Wo ist echter Trost zu finden?
    Der Wachtturm 2003 | 1. Mai
    • Wo ist echter Trost zu finden?

      „Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus ... tröstet [uns] in all unserer Drangsal“ (2. KORINTHER 1:3, 4).

      1. Unter welchen Umständen sind Menschen im Allgemeinen sehr trostbedürftig?

      EIN schweres Leiden kann jemandem das Gefühl geben, sein Leben sei nichts mehr wert. Nach einem Erdbeben, einem Unwetter oder einer Hungersnot steht so mancher Betroffene vor dem Nichts. In Kriegen haben viele den Tod von Angehörigen zu beklagen, zudem verlieren nicht wenige Haus und Hof durch Vertreibung oder Zerstörung. Ungerechtigkeit hinterlässt bei Menschen häufig den Eindruck, nirgendwo sei Erleichterung zu finden. Wer solches Unheil erlebt, benötigt dringend Trost. Aber wo ist Trost zu finden?

      2. Warum ist der Trost, den Jehova gibt, einzigartig?

      2 Einzelpersonen und Organisationen bemühen sich, Trost zu spenden. Freundliche Worte werden durchaus geschätzt und Hilfsmaßnahmen tragen dazu bei, kurzfristige Bedürfnisse zu stillen. Aber nur Jehova, der wahre Gott, kann all den Schaden wieder gutmachen und dahin gehend Hilfe leisten, dass solche Katastrophen niemals mehr geschehen. Über ihn heißt es in der Bibel: „Gesegnet sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater inniger Erbarmungen und der Gott allen Trostes, der uns tröstet in all unserer Drangsal, damit wir die, die in allerlei Drangsal sind, zu trösten vermögen durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden“ (2. Korinther 1:3, 4). Wie tröstet uns Jehova?

      Den Problemen auf den Grund gehen

      3. Inwiefern geht der Trost, den Gott gibt, den Problemen der Menschen auf den Grund?

      3 Wegen der Sünde Adams sind alle Menschen unvollkommen. Darauf sind zahllose Probleme zurückzuführen, die schließlich zum Tod führen (Römer 5:12). Erschwerend kommt hinzu, dass Satan, der Teufel, „der Herrscher dieser Welt“ ist (Johannes 12:31; 1. Johannes 5:19). Jehova hat nun nicht nur sein Bedauern über die unglückliche Situation geäußert, in der die Menschheit steckt. Er sandte seinen einziggezeugten Sohn, der als Lösegeld die Erlösung ermöglichte. Ferner teilte Jehova uns mit, dass wir von den Auswirkungen der adamischen Sünde befreit werden können, wenn wir an seinen Sohn Glauben ausüben (Johannes 3:16; 1. Johannes 4:10). Jesus Christus ist inzwischen alle Gewalt im Himmel und auf der Erde anvertraut worden und er wird, wie Gott voraussagte, Satan und sein ganzes böses System der Dinge vernichten (Matthäus 28:18; 1. Johannes 3:8; Offenbarung 6:2; 20:10).

      4. (a) Wofür hat Jehova gesorgt, um unser Vertrauen in die von ihm zugesicherte Erleichterung zu stärken? (b) Wie lässt Jehova uns erkennen, wann die Erleichterung kommen wird?

      4 Gott hat, um unser Vertrauen in seine Verheißungen zu stärken, unzählige Beweise dafür festhalten lassen, dass seine Voraussagen unfehlbar eintreffen (Josua 23:14). Er ließ in der Bibel überliefern, was er getan hat, um seine Diener aus Situationen zu befreien, die rein menschlich gesehen völlig aussichtslos waren (2. Mose 14:4-31; 2. Könige 18:13 bis 19:37). Durch Jesus Christus bewies Jehova, dass er zudem vorhat, Menschen ‘von jeder Art Gebrechen’ zu heilen, ja sogar die Toten aufzuerwecken (Matthäus 9:35; 11:3-6). Wann wird all das geschehen? Die Antwort liefert die Bibel in Form einer Beschreibung, wie die letzten Tage des gegenwärtigen alten Systems aussehen würden, unmittelbar bevor Gott neue Himmel und eine neue Erde herbeiführt. Die unter anderem von Jesus beschriebenen Details stimmen mit den heutigen Gegebenheiten völlig überein (Matthäus 24:3-14; 2. Timotheus 3:1-5).

      Trost für bedrängte Menschen

      5. Worauf lenkte Jehova die Aufmerksamkeit der Israeliten, als er ihnen Trost spendete?

      5 Daraus, wie Jehova mit den Israeliten in alter Zeit handelte, lässt sich ersehen, wie er ihnen in schweren Zeiten Trost spendete. Er erinnerte sie daran, was für ein Gott er ist. Das stärkte ihr Vertrauen in seine Verheißungen. Jehova ließ von seinen Propheten anschaulich den Gegensatz aufzeigen zwischen ihm, dem wahren, lebendigen Gott, und Götzen, die weder sich selbst noch ihren Anbetern helfen konnten (Jesaja 41:10; 46:1; Jeremia 10:2-15). Mit den durch seinen Propheten Jesaja geäußerten Worten „Tröstet, tröstet mein Volk“ leitete Jehova eine Reihe von Veranschaulichungen und Beschreibungen seiner Schöpfungswerke ein, die seine Größe als allein wahrer Gott hervorhoben (Jesaja 40:1-31).

      6. Welche Hinweise gab Jehova manchmal dazu, wann eine Befreiung erfolgen werde?

      6 Gelegentlich spendete Jehova dadurch Trost, dass er einen Zeitpunkt, nah oder fern, nannte, wann sein Volk befreit werden würde. Als die Befreiung aus Ägypten näher rückte, sagte er den unterdrückten Israeliten: „Noch e i n e Plage werde ich über Pharao und Ägypten bringen. Danach wird er euch von hier wegsenden“ (2. Mose 11:1). In den Tagen König Josaphats drangen drei verbündete Nationen in Juda ein. Daraufhin informierte Jehova die Bewohner des Landes, dass er „morgen“ zu ihren Gunsten eingreifen würde (2. Chronika 20:1-4, 14-17). Von der Befreiung der Juden aus Babylon dagegen sprach Jesaja schon annähernd 200 Jahre im Voraus, und Jeremia lieferte etwa 100 Jahre vorher weitere Einzelheiten dazu. Wie ermunternd diese Prophezeiungen doch für Gottes Diener waren, als die Zeit für die Befreiung näher rückte! (Jesaja 44:26 bis 45:3; Jeremia 25:11-14).

      7. Was war mit Verheißungen auf Befreiung häufig verbunden, und was bewirkte das bei treuen Menschen in Israel?

      7 Beachtenswerterweise beinhalteten Trost bringende Verheißungen für Gottes Volk häufig Gedanken, die den Messias betrafen (Jesaja 53:1-12). Dies gab treuen Menschen Generation um Generation Hoffnung, ungeachtet dessen, was sie durchmachen mussten. Wir lesen in Lukas 2:25: „Siehe, da war ein Mensch in Jerusalem namens Simeon, und dieser Mensch war gerecht und ehrfurchtsvoll und wartete auf Israels Trost [das Kommen des Messias], und heiliger Geist war auf ihm.“ Simeon kannte die in den Schriften dargelegte messianische Hoffnung, und die Erwartung, dass sie sich verwirklichen würde, prägte sein Leben. Weder verstand er, wie sich alles erfüllen würde, noch erlebte er selbst die Verwirklichung der vorausgesagten Rettung, dennoch freute er sich, denjenigen zu sehen, der sich als Gottes „Mittel zur Rettung“ erweisen sollte (Lukas 2:30).

      Trost, für den Christus sorgte

      8. Inwieweit entsprach die von Jesus geleistete Hilfe den Vorstellungen der Allgemeinheit?

      8 Als Jesus Christus auf der Erde wirkte, leistete er nicht immer die Hilfe, die die Menschen für erforderlich hielten. Einige sehnten sich nach einem Messias, der sie von dem verhassten römischen Joch befreien würde. Doch Jesus trat nicht für eine Revolution ein; er forderte die Menschen auf, ‘Cäsars Dinge Cäsar zurückzuzahlen’ (Matthäus 22:21). Gottes Vorsatz geht weit darüber hinaus, Menschen von der Herrschaft eines politischen Regimes zu befreien. Das Volk wollte Jesus zum König machen. Er sagte jedoch, dass er „seine Seele als ein Lösegeld im Austausch gegen viele“ geben werde (Matthäus 20:28; Johannes 6:15). Für ihn war die Zeit noch nicht gekommen, das Königtum anzunehmen, und die Autorität, zu herrschen, sollte ihm von Jehova übertragen werden, nicht von unzufriedenen Volksmengen.

      9. (a) Welche Botschaft des Trostes verkündigte Jesus? (b) Wie machte Jesus die Bedeutung dieser Botschaft für die persönliche Situation der Menschen deutlich? (c) Wofür legte Jesu Dienst eine Grundlage?

      9 Der Trost, den Jesus brachte, war in der „gute[n] Botschaft vom Königreich Gottes“ enthalten. Diese Botschaft verkündigte Jesus weit und breit (Lukas 4:43). Ihre Bedeutung für die alltäglichen Probleme der Menschen verdeutlichte er durch eine Vorschau darauf, was er als messianischer Herrscher für die Menschen tun wird. Er verlieh Leidenden neuen Lebensmut, indem er ihr Seh- oder Sprechvermögen wiederherstellte (Matthäus 12:22; Markus 10:51, 52), ihre lahmen Gliedmaßen heilte (Markus 2:3-12), indem er Mitisraeliten von Ekel erregenden Krankheiten (Lukas 5:12, 13) oder sonstigen schmerzhaften Erkrankungen befreite (Markus 5:25-29). Trauernden Eltern brachte er großen Trost, indem er ihre Kinder von den Toten auferweckte (Lukas 7:11-15; 8:49-56). Er bewies seine Fähigkeit, zerstörerische Stürme zu beherrschen und das Nahrungsbedürfnis großer Volksmengen zu stillen (Markus 4:37-41; 8:2-9). Außerdem lehrte Jesus die Menschen Lebensgrundsätze, die ihnen helfen konnten, bestehende Probleme wirkungsvoll anzupacken, und die ihr Herz mit der Hoffnung auf die gerechte Herrschaft des Messias erfüllen sollten. Jesus tröstete während seines irdischen Dienstes somit nicht nur diejenigen, die ihm glaubensvoll zuhörten, sondern er legte außerdem eine Grundlage dafür, die Menschen selbst noch in den folgenden Jahrtausenden zu ermuntern.

      10. Was ermöglicht das Opfer Jesu?

      10 Mehr als 60 Jahre nachdem Jesus sein menschliches Leben als Opfer niedergelegt hatte und zu Leben im Himmel auferweckt worden war, wurde der Apostel Johannes inspiriert, Folgendes festzuhalten: „Meine Kindlein, ich schreibe euch diese Dinge, damit ihr keine Sünde begehen mögt. Und doch, wenn jemand eine Sünde begeht, so haben wir einen Helfer beim Vater, Jesus Christus, einen Gerechten. Und er ist ein Sühnopfer für unsere Sünden, doch nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1. Johannes 2:1, 2). Durch den Nutzen des vollkommenen menschlichen Opfers Jesu werden wir außerordentlich getröstet. Wir wissen, dass nicht nur unsere Sünden vergeben werden können, sondern dass wir auch ein reines Gewissen, ein Verhältnis zu Gott, das sein Wohlgefallen findet, sowie die Aussicht auf ewiges Leben haben können (Johannes 14:6; Römer 6:23; Hebräer 9:24-28; 1. Petrus 3:21).

      Der heilige Geist als Tröster

      11. Welches weitere Trost spendende Geschenk kündigte Jesus vor seinem Tod an?

      11 Als Jesus am Vorabend seines Opfertodes mit den Aposteln zusammen war, sprach er über ein weiteres Trost spendendes Geschenk seines himmlischen Vaters. Jesus sagte: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Helfer [Tröster; griechisch: paráklētos] geben, damit er für immer bei euch sei: den Geist der Wahrheit.“ In Verbindung damit versicherte er ihnen: „Der Helfer ..., der heilige Geist, ... wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe“ (Johannes 14:16, 17, 26). Wie brachte der heilige Geist ihnen denn Trost?

      12. Wie konnte vielen Trost gespendet werden, weil der heilige Geist den Jüngern als Erinnerungshilfe diente?

      12 Die Apostel waren von Jesus umfassend belehrt worden. Das, was sie erlebt hatten, würden sie sicher nie vergessen. Aber würden sie sich auch noch daran erinnern, was er tatsächlich gesagt hatte? Könnten wegen ihres unvollkommenen Erinnerungsvermögens nicht wichtige Anweisungen verloren gehen? Jesus versicherte ihnen, der heilige Geist werde sie ‘an alle Dinge erinnern, die er ihnen gesagt hatte’. So konnte Matthäus etwa 8 Jahre nach Jesu Tod das erste Evangelium verfassen, worin er die zu Herzen gehende Bergpredigt Jesu festhielt, seine zahlreichen Veranschaulichungen in Bezug auf das Königreich und seine detaillierte Abhandlung über das Zeichen seiner Gegenwart. Mehr als 50 Jahre später war es dem Apostel Johannes möglich, einen zuverlässigen Bericht zu schreiben, der ausführlich auf die letzten Tage des irdischen Lebens Jesu eingeht. Wie ermunternd diese inspirierten Berichte doch bis auf den heutigen Tag sind!

      13. Wie wurden die ersten Christen vom heiligen Geist belehrt?

      13 Der heilige Geist rief den Jüngern allerdings nicht nur Worte in den Sinn zurück, sondern belehrte sie auch und verhalf ihnen zu einem tieferen Verständnis des Vorsatzes Gottes. Solange Jesus bei seinen Jüngern war, konnten sie einiges, was er ihnen sagte, noch nicht genau verstehen. Unter der Wirkung des heiligen Geistes beschrieben und erklärten Johannes, Petrus, Jakobus, Judas und Paulus jedoch später, wie sich Gottes Vorsatz weiter entfalten sollte. Dadurch, dass der heilige Geist als Lehrer diente, gab er ihnen die kostbare Gewissheit der göttlichen Leitung.

      14. Wie half der heilige Geist dem Volk Jehovas?

      14 Auch durch die übernatürlichen Gaben des Geistes wurde deutlich gezeigt, dass Gottes Gunst nicht mehr auf dem natürlichen Israel ruhte, sondern auf der Christenversammlung (Hebräer 2:4). Die Frucht dieses Geistes, die die Einzelnen in ihrem Leben hervorbrachten, lieferte einen weiteren sichtbaren Beweis dafür, wer wirklich ein Jünger Jesu war (Johannes 13:35; Galater 5:22-24). Außerdem stärkte der Geist die Mitglieder dieser Versammlung, mutige, unerschrockene Zeugen zu sein (Apostelgeschichte 4:31).

      Hilfe unter schwerstem Druck

      15. (a) Welcher Druck lastet auf heutigen Christen genau wie auf ihren Glaubensgenossen in früheren Zeiten? (b) Warum benötigen diejenigen, die andere ermuntern, manchmal selbst Ermunterung?

      15 Alle, die Jehova ergeben und ihm gegenüber loyal sind, werden in irgendeiner Weise verfolgt (2. Timotheus 3:12). Viele Christen sind tatsächlich unter schwersten Druck geraten. In der Neuzeit wurden einige von aufgewiegelten Volksmengen gejagt oder in Konzentrationslager, Gefängnisse und Arbeitslager gesteckt, in denen unmenschliche Verhältnisse herrschten. Regierungen sind in die Rolle aktiver Verfolger geschlüpft oder haben gesetzlosen Elementen gestattet, straflos Gewaltakte zu begehen. Schwere Krankheiten oder ernste Probleme im Familienkreis machen auch vor Christen nicht Halt. Sogar auf einem reifen Christen, der Mitchristen ständig hilft, mit schwierigen Umständen fertig zu werden, kann ein gewisser Druck lasten. In diesem Fall benötigt derjenige, der ermuntert, gewiss auch selbst Ermunterung.

      16. Welche Hilfe erhielt David, als er unter großem Druck stand?

      16 David, dem König Saul nach dem Leben trachtete, wandte sich an Gott als Helfer. „O Gott, höre mein Gebet“, bat er. „Im Schatten deiner Flügel nehme ich Zuflucht“ (Psalm 54:2, 4; 57:1). Erhielt David Hilfe? Ja, das war der Fall. Während dieser Zeit vermittelte Jehova ihm durch den Propheten Gad und den Priester Abjathar Anleitung, und er ließ den jungen Mann außerdem durch Jonathan, Sauls Sohn, stärken (1. Samuel 22:1, 5; 23:9-13, 16-18). Des Weiteren gestattete Jehova den Philistern, in das Land einzufallen, wodurch Saul von seinem Vorhaben abgelenkt wurde (1. Samuel 23:27, 28).

      17. Wen bat Jesus um Hilfe, als er unter starken Druck geriet?

      17 Selbst Jesus Christus geriet unter starken Druck, als das Ende seines irdischen Lebens näher rückte. Er war sich deutlich bewusst, dass sein Handeln auf den Namen seines himmlischen Vaters zurückfallen könnte und was es für die Zukunft der gesamten Menschheit bedeuten würde. Inbrünstig, ja in sorgenvoller Erregung betete er. Gott sorgte dafür, dass Jesus in dieser schwierigen Zeit den nötigen Beistand erhielt (Lukas 22:41-44).

      18. Wie tröstete Gott die ersten Christen, die schwer verfolgt wurden?

      18 Nach der Gründung der Christenversammlung setzte eine so heftige Verfolgung ein, dass mit Ausnahme der Apostel alle Christen aus Jerusalem vertrieben wurden. Männer und Frauen wurden buchstäblich aus ihren Häusern fortgeschleppt. Womit tröstete Gott sie? Mit der Zusicherung aus seinem Wort, dass sie „einen besseren und bleibenden Besitz“ hatten, ein sicheres Erbe im Himmel mit Christus (Hebräer 10:34; Epheser 1:18-20). Als sie weiterpredigten, sahen sie Beweise dafür, dass Gottes Geist mit ihnen war, und das, was sie erlebten, gab ihnen zusätzlichen Grund zur Freude (Matthäus 5:11, 12; Apostelgeschichte 8:1-40).

      19. Wie dachte Paulus trotz heftiger Verfolgung über den Trost, den Gott verleiht?

      19 Im Lauf der Zeit wurde der einst unbarmherzige Verfolger Saulus (Paulus) selbst zu einem Verfolgten, weil er ein Christ geworden war. Auf der Insel Zypern griff ein Zauberer zu Täuschung und Verdrehung, um Paulus am Predigen zu hindern. In Galatien wurde Paulus mit Steinen beworfen und dann liegen gelassen, da man annahm, er sei tot (Apostelgeschichte 13:8-10; 14:19). In Mazedonien versetzte man ihm Rutenschläge (Apostelgeschichte 16:22, 23). Nach einem Pöbelangriff in Ephesus schrieb er: „Wir [standen] unter schwerstem Druck ..., über unsere Kraft hinaus, sodass wir selbst wegen unseres Lebens sehr im Ungewissen waren. Tatsächlich, wir hatten in unserem Innern das Gefühl, dass wir das Todesurteil empfangen hatten“ (2. Korinther 1:8, 9). Doch in demselben Brief äußerte Paulus die tröstenden Worte, die in Absatz 2 dieses Artikels zitiert wurden (2. Korinther 1:3, 4).

      20. Was werden wir im nächsten Artikel betrachten?

      20 Wie können wir solchen Trost spenden? Heute gibt es viele, die ihn dringend benötigen, wenn sie bekümmert sind, sei es infolge einer Katastrophe, von der Tausende betroffen sind, oder wegen eines Leids, das ihnen allein widerfährt. Im folgenden Artikel werden wir betrachten, wie man jeweils Trost spenden kann.

  • Bekümmerten Trost spenden
    Der Wachtturm 2003 | 1. Mai
    • Bekümmerten Trost spenden

      ‘Jehova hat mich gesalbt, um zu trösten alle Trauernden’ (JESAJA 61:1, 2).

      1, 2. Wem sollten wir Trost spenden, und warum?

      JEHOVA ist der Gott allen wahren Trostes und er macht deutlich, dass wir uns um andere kümmern sollen, denen Unglück widerfährt. Er lehrt uns, „bekümmerten Seelen tröstend zu[zureden]“ und alle Trauernden zu trösten (1. Thessalonicher 5:14). Hilfe in dieser Form leisten wir Glaubensbrüdern und -schwestern, die sie benötigen. Aber auch den Menschen außerhalb der Versammlung erweisen wir Liebe, selbst denjenigen, die uns gegenüber vielleicht noch nie Liebe irgendwelcher Art gezeigt haben (Matthäus 5:43-48; Galater 6:10).

      2 Jesus Christus las folgenden prophetischen Auftrag vor, den er auf sich bezog: „Der Geist des Souveränen Herrn Jehova ist auf mir, darum, dass Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen gute Botschaft kundzutun. Er hat mich gesandt, um die zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, ... um zu trösten alle Trauernden“ (Jesaja 61:1, 2; Lukas 4:16-19). Die heutigen gesalbten Christen sind sich seit langem bewusst, dass jener Auftrag auch für sie gilt, und die „anderen Schafe“ schließen sich ihnen in dieser Tätigkeit gern an (Johannes 10:16).

      3. Wie können wir Menschen helfen, die sich fragen, warum Gott Unglücksschläge zulässt?

      3 Angesichts von Katastrophen fragen die verzweifelten Menschen häufig: „Warum lässt Gott solche Unglücksschläge zu?“ Die Bibel beantwortet diese Frage klar und deutlich. Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis jemand, der sich bis dahin noch nie näher mit der Bibel befasst hat, die Antwort voll und ganz versteht. Die Veröffentlichungen der Zeugen Jehovas können ihm dabei helfen.a Erfahrungsgemäß ist es allgemein wirklich trostreich, in der Bibel zunächst einmal einen Text wie zum Beispiel Jesaja 61:1, 2 gezeigt zu bekommen, aus dem Gottes Wunsch hervorgeht, Menschen zu trösten.

      4. Wie konnte eine Zeugin in Polen einer bedrückten Schülerin helfen, und was lernen wir daraus, wie wir anderen helfen können?

      4 Junge Menschen benötigen genauso Trost wie ältere. In Polen bat eine bedrückte Jugendliche eine ihr bekannte Zeugin Jehovas um Rat. Diese fand durch behutsames Nachfragen heraus, dass das Mädchen voller Fragen und Zweifel war: „Warum gibt es so viel Böses? Weshalb wird Menschen Leid zugefügt? Warum muss meine gelähmte Schwester leiden? Wieso bin ich herzkrank? Die Kirche sagt, es sei Gottes Wille. Aber wenn das der Fall ist, will ich nicht mehr an ihn glauben.“ Die Zeugin betete im Stillen zu Jehova und sagte dann: „Ich bin froh, dass du mir diese Fragen stellst, und ich werde versuchen, dir zu helfen.“ Dann erzählte sie, dass sie als Kind ebenfalls ihre Zweifel hatte; mithilfe von Zeugen Jehovas konnten diese jedoch ausgeräumt werden. Sie erklärte: „Wie ich von ihnen erfuhr, ist nicht Gott dafür verantwortlich, dass Menschen leiden. Er liebt sie, er möchte nur das Beste für sie und wird die Verhältnisse auf der Erde bald grundlegend ändern. Krankheiten, Probleme, die das Alter mit sich bringt, ja selbst den Tod wird es nicht mehr geben und gehorsame Menschen werden für immer leben — hier auf diesem Planeten.“ Sie zeigte dem Mädchen Offenbarung 21:3, 4, Hiob 33:25, Jesaja 35:5-7 und 65:21-25. Nach einem langen Gespräch sagte das Mädchen sichtlich erleichtert: „Jetzt weiß ich, wofür ich lebe. Darf ich wiederkommen?“ Daraufhin wurde zweimal wöchentlich mit ihr die Bibel studiert.

      Mit dem Trost, den Gott gibt

      5. Was gibt wirklich Trost, wenn wir Mitgefühl zum Ausdruck bringen wollen?

      5 Wenn wir andere trösten wollen, sind Worte des Mitgefühls gewiss angebracht. Wir bemühen uns, der betrübten Person sowohl durch unsere Worte als auch durch den Klang unserer Stimme zu vermitteln, dass uns ihre Situation keineswegs unberührt lässt. Das erreichen wir nicht mit Plattitüden. Die Bibel sagt, dass „wir durch unser Ausharren und durch den Trost aus den Schriften Hoffnung haben können“ (Römer 15:4). Angesichts dessen können wir bei passender Gelegenheit erklären, was Gottes Königreich ist, sowie anhand der Bibel zeigen, wie es die gegenwärtigen Probleme lösen wird. Außerdem kann darüber gesprochen werden, warum diese Hoffnung zuverlässig ist. Auf diese Weise werden wir Trost spenden.

      6. Was sollten wir den Menschen begreiflich machen, damit sie vollen Nutzen aus dem biblischen Trost ziehen können?

      6 Damit jemand vollen Nutzen aus dem angebotenen Trost ziehen kann, muss er den wahren Gott kennen und wissen, was für eine Person er ist und dass seine Verheißungen vertrauenswürdig sind. Möchten wir jemand helfen, der Jehova noch nicht anbetet, bietet es sich an, Folgendes zu erklären: 1. Der in der Bibel enthaltene Trost stammt von Jehova, dem wahren Gott. 2. Jehova ist der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Er ist ein Gott der Liebe und ist überströmend an liebender Güte und Wahrheit. 3. Wenn wir Gott durch eine genaue Erkenntnis aus seinem Wort näher kommen, können wir dadurch gestärkt werden, ungünstige Umstände zu ertragen. 4. Texte in der Bibel gehen auf Schwierigkeiten ein, mit denen verschiedene Personen zu tun hatten.

      7. (a) Was kann erreicht werden, wenn hervorgehoben wird, dass der Trost, den Gott gibt, ‘durch den Christus überströmt’? (b) Wie können wir jemand trösten, dem sein schlechter Lebenswandel bewusst geworden ist?

      7 Einige haben Bekümmerte, die mit der Bibel vertraut sind, dadurch ermuntern können, dass sie ihnen 2. Korinther 1:3-7 vorgelesen haben. Dabei haben sie hervorgehoben: „... so strömt auch durch den Christus der Trost über, den wir erhalten.“ Diese Bibelstelle kann jemand bewusst machen, dass die Bibel eine Quelle des Trostes ist, der er mehr Beachtung schenken sollte. Sie kann auch die Grundlage für weitere Gespräche legen. Wenn jemand meint, seine Schwierigkeiten seien auf ein Fehlverhalten seinerseits zurückzuführen, werden wir daher nicht vorschnell urteilen, sondern ihm zeigen, welchen Trost man aus dem in 1. Johannes 2:1, 2 und Psalm 103:11-14 Gesagten ziehen kann. Auf diese Art und Weise trösten wir andere wirklich mit dem Trost, den Gott gibt.

      Wenn Menschen unter Gewalt oder wirtschaftlicher Not leiden

      8, 9. Wie können Menschen, die unter Gewalt leiden, passenderweise getröstet werden?

      8 Millionen Menschen leiden unter Gewalt, entweder durch Gewaltverbrechen an ihrem Wohnort oder durch kriegsbedingte Gewaltanwendung. Wie können wir sie trösten?

      9 Wahre Christen hüten sich davor, für irgendeine Seite in den Konflikten dieser Welt in Wort oder Tat Partei zu ergreifen (Johannes 17:16). Stattdessen zeigen sie passenderweise anhand der Bibel, dass die heutigen schlimmen Verhältnisse nicht für immer andauern werden. Sie können Psalm 11:5 vorlesen, um deutlich zu machen, wie Jehova über diejenigen denkt, die Gewalt lieben, oder Psalm 37:1-4, um auf Gottes Aufforderung hinzuweisen, nicht mit gleicher Münze heimzuzahlen, sondern auf Gott zu vertrauen. Die Worte in Psalm 72:12-14 lassen erkennen, wie der größere Salomo, Jesus Christus, der heute als himmlischer König regiert, über Menschen denkt, die schuldlos unter Gewalt zu leiden haben.

      10. Welchen Trost können die angeführten Bibelstellen jemandem geben, der schon jahrelang unter Krieg zu leiden hat?

      10 Manche Menschen haben aufgrund von Machtkämpfen rivalisierender Gruppen unter einem Konflikt nach dem anderen zu leiden. Sie betrachten den Krieg und seine Folgen wahrscheinlich schon als festen Bestandteil des Lebens. Die Flucht in ein anderes Land mag ihnen als einziger Ausweg erscheinen, ihre Lage zu verbessern. Die Erfolgsaussichten sind jedoch äußerst gering, und nicht wenige haben bei einem Fluchtversuch schon das Leben verloren. Gelangt jemand tatsächlich in ein anderes Land, muss er nicht selten feststellen, dass er seine alten Probleme gegen neue getauscht hat. Anhand von Psalm 146:3-6 kann solchen Menschen gegebenenfalls geholfen werden, ihre Hoffnung auf etwas Verlässlicheres zu setzen als auf eine Emigration. Die Voraussagen in Matthäus 24:3, 7, 14 oder 2. Timotheus 3:1-5 können ihnen vielleicht helfen, die größeren Zusammenhänge zu erkennen sowie die Bedeutung der Verhältnisse, die ihnen zu schaffen machen, nämlich dass wir am Abschluss des alten Systems der Dinge leben. Mit Texten wie Psalm 46:1-3, 8, 9 und Jesaja 2:2-4 kann ihnen vor Augen geführt werden, dass eine wirklich friedliche Zukunft in Aussicht steht.

      11. Welche Texte trösteten eine Frau in Westafrika, und warum?

      11 In einer Zeit ständiger kriegerischer Auseinandersetzungen in Westafrika floh eine Frau im Kugelhagel aus ihrer Heimat. Furcht, Traurigkeit und herzzerreißende Enttäuschungen prägten fortan ihr Leben. Als die Familie später im Ausland lebte, entschied sich der Ehemann, Priester zu werden. Deshalb verbrannte er den Trauschein und schickte seine schwangere Frau mit dem 10-jährigen Sohn fort. Aus Bibeltexten wie Philipper 4:6, 7 und Psalm 55:22, die man ihr vorlas, sowie aus Wachtturm- und Erwachet!-Artikeln über biblische Themen schöpfte sie schließlich Trost und erkannte den Sinn des Lebens.

      12. (a) Welche Erleichterung stellt die Bibel denjenigen in Aussicht, die wirtschaftliche Not leiden? (b) Wie konnte eine Zeugin in Asien einer Kundin helfen?

      12 Millionen Menschen sind schon Leidtragende eines wirtschaftlichen Niedergangs geworden. Teilweise sind Kriege und deren Folgen schuld daran gewesen. Manchmal hat auch eine unkluge Regierungspolitik in Verbindung mit Habgier und Unehrlichkeit aufseiten der Herrschenden bewirkt, dass Ersparnisse aufgezehrt wurden und Menschen ihren Besitz verloren. Andere besaßen noch nie viele materielle Güter. Sie alle können damit getröstet werden, dass Gott denjenigen Erleichterung zusichert, die auf ihn vertrauen, und eine gerechte Welt garantiert, in der die Menschen das Werk ihrer Hände genießen werden (Psalm 146:6, 7; Jesaja 65:17, 21-23; 2. Petrus 3:13). In einem asiatischen Land äußerte sich eine Kundin gegenüber einer Zeugin Jehovas besorgt über die dortige wirtschaftliche Lage. Die Zeugin erklärte ihr daraufhin, dass die Vorgänge Teil einer Kette von Ereignissen sind, die weltweit auftreten. Eine Besprechung von Matthäus 24:3-14 und Psalm 37:9-11 führte zu einem regelmäßigen Bibelstudium.

      13. (a) Welche biblische Hilfe können wir Menschen bieten, die wegen vieler leerer Versprechungen enttäuscht sind? (b) Was können wir Menschen zeigen, die ihre bedauerliche Lage als Beweis dafür ansehen, dass es keinen Gott gibt?

      13 Menschen, die jahrelang gelitten haben oder wegen vieler leerer Versprechungen enttäuscht sind, könnte man mit den Israeliten in Ägypten vergleichen, die „aus Mutlosigkeit“ nicht hören wollten (2. Mose 6:9). In solchen Fällen empfiehlt es sich, darauf hinzuweisen, wie die Bibel einem helfen kann, mit den gegenwärtigen Problemen fertig zu werden und sich vor den Fallen in Acht zu nehmen, die vielen das Leben unnötig vergällen (1. Timotheus 4:8b). Einige werten ihre bedauerlichen Lebensumstände vielleicht auch als Beweis dafür, dass es keinen Gott gibt oder dass er sich nicht um sie kümmert. Wir könnten entsprechende Bibelstellen behandeln, die ihnen bewusst machen, dass Gott durchaus seine Hilfe angeboten hat, aber viele sie nicht annehmen wollen (Jesaja 48:17, 18).

      Bei Unwettern und Erdbeben

      14, 15. Wie bewiesen Zeugen Jehovas ihr Interesse, als eine Katastrophe viele in einen Schockzustand versetzte?

      14 Unwetter, Erdbeben, Feuer oder Explosionen können katastrophale Folgen haben und großes Leid verursachen. Was kann getan werden, um den Überlebenden Trost zu bringen?

      15 Die Menschen müssen wissen, dass sich jemand für sie interessiert. Ein Terroranschlag versetzte viele Bürger des betroffenen Landes in einen Schockzustand. Nicht wenige verloren Familienangehörige, den Geldverdiener, Freunde, die Arbeitsstelle oder etwas anderes, was ihnen ein Gefühl der Sicherheit gegeben hatte. Zeugen Jehovas boten den Menschen in ihrem Wohnort Hilfe an, drückten denen ihr Mitgefühl aus, die einen Verlust erlitten hatten, und zeigten ihnen tröstende Worte aus der Bibel. Viele schätzten dieses Interesse überaus.

      16. Warum war in einem Katastrophengebiet in El Salvador der Predigtdienst dort ansässiger Zeuginnen sehr wirkungsvoll?

      16 In El Salvador gab es 2001 nach einem heftigen Erdbeben einen gewaltigen Erdrutsch, der viele Todesopfer forderte. Der 25-jährige Sohn einer Zeugin und zwei Schwestern der Verlobten des Sohnes kamen ums Leben. Die Mutter des jungen Mannes setzte sich zusammen mit seiner Verlobten schnell wieder eifrig im Predigtdienst ein. Viele sagten ihnen, Gott habe die Verstorbenen zu sich genommen oder es sei Gottes Wille gewesen. Aber die Zeuginnen zeigten anhand von Sprüche 10:22, dass Schmerz keinesfalls gottgewollt ist. Sie lasen Römer 5:12 vor, um deutlich zu machen, dass der Tod auf die Sünde eines Menschen zurückgeht, nicht darauf, dass es der Wille Gottes ist. Außerdem wiesen sie auf die trostreiche Botschaft hin, die in Psalm 34:18, Psalm 37:29, Jesaja 25:8 und Offenbarung 21:3, 4 zu finden ist. Man hörte den beiden Frauen gern zu, nicht zuletzt weil sie bei dem Unglück selbst Angehörige verloren hatten, und viele Bibelstudien wurden eingerichtet.

      17. Welche Hilfe würden wir im Katastrophenfall leisten?

      17 Bei Katastrophen können wir auf Menschen stoßen, die unverzüglich praktische Hilfe benötigen. Dazu könnte gehören, einen Arzt zu rufen oder den Betreffenden zu helfen, in ein Krankenhaus zu kommen, oder das Möglichste zu tun, um ihnen Lebensmittel und Obdach zu besorgen. In Verbindung mit solch einer Katastrophe, die sich 1998 in Italien ereignete, beobachtete ein Journalist, dass Jehovas Zeugen „auch praktische Hilfe [leisten], indem sie Opfern beistehen, ganz gleich, welcher Religion sie angehören“. In einigen Gebieten verursachen Ereignisse, die für die gegenwärtigen letzten Tage vorausgesagt wurden, großes Leid. Dort weisen Zeugen Jehovas auf die biblischen Prophezeiungen hin und sie trösten die Menschen mit der biblischen Zusicherung, dass Gottes Königreich der Menschheit wahre Sicherheit bringen wird (Sprüche 1:33; Micha 4:4).

      Wenn ein Angehöriger gestorben ist

      18—20. Was können wir sagen oder tun, um zu trösten, wenn es in einer Familie zu einem Todesfall gekommen ist?

      18 Tag für Tag betrauern Millionen den Tod eines nahe stehenden Menschen. Womöglich begegnen wir Trauernden, wenn wir den christlichen Predigtdienst durchführen oder unseren täglichen Verrichtungen nachgehen. Was können wir sagen oder tun, um Trost zu spenden?

      19 Ist der Betreffende innerlich aufgewühlt? Hat er das Haus voll trauernder Angehöriger? Wahrscheinlich würden wir gern einiges sagen, aber Takt ist unerlässlich (Prediger 3:1, 7). Vielleicht ist es angebracht, dem Trauernden unser Beileid auszusprechen, eine passende biblische Veröffentlichung (eine Broschüre, eine Zeitschrift oder ein Traktat) zurückzulassen und nach einigen Tagen wieder vorzusprechen, um festzustellen, ob er irgendwelche Hilfe braucht. Bei passender Gelegenheit können wir uns anbieten, einige ermunternde Gedanken aus der Bibel vorzulesen. Diese werden gewiss eine beruhigende und heilende Wirkung haben (Sprüche 16:24; 25:11). Wir können zwar nicht wie Jesus Tote auferwecken, aber wir können das weitergeben, was die Bibel über den Zustand der Toten sagt, wenngleich es unter den gegebenen Umständen nicht passend wäre, verkehrte Ansichten unbedingt zu widerlegen (Psalm 146:4; Prediger 9:5, 10; Hesekiel 18:4). Wir können gemeinsam biblische Verheißungen lesen, die von der Auferstehung handeln (Johannes 5:28, 29; Apostelgeschichte 24:15). Anhand eines biblischen Berichts über eine Auferstehung kann besprochen werden, was damit gemeint ist (Lukas 8:49-56; Johannes 11:39-44). Lenken wir die Aufmerksamkeit auch auf die Eigenschaften des liebevollen Gottes, der uns diese Hoffnung gibt (Hiob 14:14, 15; Johannes 3:16). Erklären wir, wie die Lehren für uns persönlich von Nutzen waren und warum wir darauf vertrauen.

      20 Laden wir Trauernde in den Königreichssaal ein, denn dort können sie Menschen kennen lernen, die ihren Nächsten wirklich lieben und die wissen, wie man sich gegenseitig erbaut. Eine Schwedin fand auf diese Weise genau das, wonach sie schon ihr Leben lang gesucht hatte (Johannes 13:35; 1. Thessalonicher 5:11).

      21, 22. (a) Was setzt es voraus, wenn wir Trost spenden wollen? (b) Wie können wir jemand Trost spenden, der die Bibel bereits gut kennt?

      21 Sind wir uns manchmal nicht sicher, was wir jemandem — innerhalb oder außerhalb der Christenversammlung —, der offensichtlich bekümmert ist, sagen oder für ihn tun sollen? Das griechische Wort, das in der Bibel meistens mit „trösten“ übersetzt wird, bedeutet wörtlich „ein Rufen an jemandes Seite“. Ein wahrer Tröster zu sein schließt somit ein, für Bekümmerte da zu sein (Sprüche 17:17).

      22 Was wäre, wenn wir jemand trösten möchten, der bereits weiß, was die Bibel über den Tod, das Lösegeld und die Auferstehung sagt? Allein schon die Anwesenheit eines gleich gesinnten Freundes kann trösten. Möchte der Betreffende reden, sind wir ein guter Zuhörer. Denken wir nicht, wir müssten einen Vortrag halten. Lesen wir Bibelstellen, behandeln wir diese als Äußerungen Gottes, die das Herz eines jeden stärken. Bringen wir unsere gemeinsame feste Gewissheit zum Ausdruck, dass wir beide von dem, was darin verheißen wird, überzeugt sind. Dadurch, dass wir Gottes Mitgefühl widerspiegeln und die kostbaren Wahrheiten vermitteln, die Gottes Wort enthält, können wir Bekümmerten helfen, von dem „Gott allen Trostes“, Jehova, getröstet und gestärkt zu werden (2. Korinther 1:3).

      [Fußnote]

      a Siehe die Bücher Erkenntnis, die zu ewigem Leben führt, Kapitel 8; Unterredungen anhand der Schriften, Seite 80—84, 272—279; Gibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?, Kapitel 10 und die Broschüre Kümmert sich Gott wirklich um uns?.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen