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Anderen bei Belastungen eine Hilfe seinDer Wachtturm (Studienausgabe) 2019 | Juni
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12. Wie wirkte sich der Tod ihres Mannes und ihrer zwei Söhne auf Noomi aus?
12 Noomi war eine treue Frau, die Jehova liebte. Doch nach dem Tod ihres Mannes und ihrer zwei Söhne wollte sie ihren Namen auf „Mara“ ändern, was „Bitter“ bedeutet (Ruth 1:3, 5, 20, Fn., 21). Ihre Schwiegertochter Ruth hielt in allen Prüfungen zu ihr. Sie leistete Noomi nicht nur praktische Hilfe, sondern tröstete sie auch. Mit einfachen, aufrichtigen Worten drückte Ruth ihre Liebe zu Noomi aus und den Wunsch, sie zu unterstützen (Ruth 1:16, 17).
13. Warum braucht jemand, der den Ehepartner verloren hat, unseren Beistand?
13 Wenn jemand von unseren Brüdern und Schwestern den Ehepartner durch den Tod verliert, braucht er oder sie unseren Beistand. Ehepartner sind wie zwei Bäume, die nebeneinander wachsen. Im Lauf der Jahre verflechten sich die Wurzeln ineinander. Wenn ein Baum ausgerissen wird und stirbt, kann das den anderen sehr mitnehmen. Verliert jemand seinen Ehepartner an unseren Feind, den Tod, kann das starke Gefühle auslösen, die lange anhalten. Paulab, deren Mann plötzlich starb, sagt: „Mein Leben war wie auf den Kopf gestellt und ich fühlte mich hilflos. Ich habe meinen besten Freund verloren. Mit ihm konnte ich über alles reden. Er hat sich mit mir gefreut und mich in schweren Zeiten unterstützt. Bei ihm konnte ich mich ausweinen. Ich fühlte mich, als wäre eine Hälfte von mir abgetrennt worden.“
Wie können wir denen beistehen, die ihren Ehepartner verloren haben? (Siehe Absatz 14, 15)d
14, 15. Wie kann man jemand trösten, der seinen Ehepartner verloren hat?
14 Wie kann man jemand trösten, der seinen Ehepartner verloren hat? Ein wichtiger erster Schritt ist, mit dem Hinterbliebenen zu reden, auch wenn man nicht so recht weiß, was man sagen soll. Paula sagt: „Mir ist bewusst, dass die Menschen um einen herum verlegen sind, wenn jemand gestorben ist. Sie haben Angst, etwas Ungeschicktes zu sagen. Aber noch schlimmer ist es, wenn sie gar nichts sagen.“ Jemand, der trauert, erwartet wahrscheinlich nicht, dass wir tiefgründige Worte finden. Paula meint: „Mir hat es gutgetan, wenn mir jemand einfach nur sein herzliches Beileid ausgedrückt hat.“
15 William, dessen Frau vor einigen Jahren gestorben ist, erzählt: „Ich finde es schön, wenn andere über ihre Erinnerungen an meine Frau sprechen. Das zeigt mir, dass sie geliebt und respektiert wurde. So etwas tut mir enorm gut. Es gibt mir ein so gutes Gefühl, weil mir meine Frau sehr viel bedeutet hat und ein wichtiger Teil von mir war.“ Eine Witwe mit Namen Bianca erklärt: „Mich tröstet es, wenn andere mit mir beten und über den einen oder anderen Bibeltext mit mir sprechen. Es hilft mir, wenn sie über meinen Mann reden und mir zuhören, wenn ich über ihn spreche.“
16. (a) Was sollten wir Hinterbliebenen bieten? (b) Welche Verantwortung haben wir laut Jakobus 1:27?
16 So wie Ruth fest zu der verwitweten Noomi hielt, müssen auch wir Hinterbliebenen dauerhafte Unterstützung bieten. Paula erinnert sich: „Unmittelbar nach dem Tod meines Mannes haben sich viele um mich gekümmert. Aber im Lauf der Zeit kehrte im Leben der anderen wieder Normalität ein. Mein Leben hatte sich jedoch völlig verändert. Es ist eine echte Hilfe, wenn andere erkennen, dass man nach einem Todesfall über Monate, ja sogar Jahre Beistand braucht.“ Natürlich ist da jeder anders. Manche scheinen mit der Situation relativ schnell zurechtzukommen. Für andere dagegen ist alles, was sie früher mit ihrem Partner gemeinsam gemacht haben, eine schmerzliche Erinnerung an den Verlust. Jeder Mensch trauert anders. Denken wir daran: Wir haben die Ehre und die Verantwortung, für die da zu sein, die ihren Ehepartner durch den Tod verloren haben. (Lies Jakobus 1:27.)
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Anderen bei Belastungen eine Hilfe seinDer Wachtturm (Studienausgabe) 2019 | Juni
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18. Wie können wir denen helfen, die keinen Ehepartner mehr haben?
18 Wenn wir denen, die keinen Ehepartner mehr haben, kleine Freundlichkeiten erweisen, geben wir ihnen das Gefühl, geliebt zu werden. Gerade jetzt brauchen sie gute Freunde (Spr. 17:17). Wie kannst du ihnen ein Freund sein? Du könntest sie zu einem einfachen Essen einladen. Oder du bietest ihnen an, gemeinsam mit ihnen etwas zu unternehmen oder in den Dienst zu gehen. Eine weitere Möglichkeit wäre, sie von Zeit zu Zeit zum Familienbibelstudium einzuladen. Wenn du das tust, machst du Jehova glücklich, denn er ist „denen nah, die ein gebrochenes Herz haben“, und er ist ein „Beschützer der Witwen“ (Ps. 34:18; 68:5).
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