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  • Ehemänner und Ehefrauen — Reden sie aneinander vorbei?
    Erwachet! 1994 | 22. Januar
    • Ehemänner und Ehefrauen — Reden sie aneinander vorbei?

      BEDRÜCKT und mit hängenden Schultern schleppt sich Tim in Marcos Büro. Freundlich schaut Marco seinen Freund an und wartet ab, bis dieser redet. „Ich weiß nicht, ob ich das Geschäft erfolgreich abschließen kann“, seufzt Tim. „Die Sache hat so viele Haken, und die Zentrale setzt mich wirklich unter Druck.“ „Du brauchst dir doch keine Sorgen zu machen, Tim“, erwidert Marco mit Überzeugung. „Du weißt, daß du genau der richtige Mann für den Job bist, und sie wissen das auch. Laß dir Zeit! Dir geht es nicht alleine so! Erst letzten Monat ...“ Marco erzählt ihm die lustigen Details seines eigenen kleinen Fiaskos; kurz darauf verläßt sein Freund lachend und erleichtert das Büro. Marco ist froh, daß er Tim helfen konnte.

      Nachmittags kommt Marco nach Hause und sieht seiner Frau Lisa sofort an, daß auch sie bedrückt ist. Er begrüßt sie ausgesprochen fröhlich und wartet darauf, daß sie ihm erzählt, was sie beschäftigt. Nach einigen Augenblicken gespannter und eisiger Stille platzt sie heraus: „Ich halt’ das nicht länger aus! Der neue Chef ist ein richtiger Tyrann!“ Marco setzt sich mit ihr hin, legt den Arm um sie und sagt: „Schatz, nimm’s nicht so schwer. Schau, es geht doch nur um die Arbeit. Chefs sind nun einmal so. Du hättest hören sollen, wie meiner heute herumgemeckert hat. Aber wenn es dir zuviel wird, gib den Job doch einfach auf.“

      „Meine Gefühle kümmern dich überhaupt nicht“, fährt Lisa hoch. „Du hörst mir nie zu! Ich kann den Job nicht einfach aufgeben. Du bringst nicht genug Geld heim!“ Sie rennt ins Schlafzimmer, um sich auszuweinen. Marco steht fassungslos vor der verschlossenen Tür und fragt sich, was eigentlich passiert ist. Wie konnten seine tröstenden Worte derart gegensätzliche Reaktionen auslösen?

      Geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesprächsstil?

      Manche würden die unterschiedlichen Reaktionen in unserer erfundenen Geschichte der einfachen Tatsache zuschreiben, daß Marco ein Mann ist und Lisa eine Frau. Linguisten sind der Ansicht, daß Kommunikationsschwierigkeiten in der Ehe häufig auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesprächsstil zurückzuführen sind. In Büchern wie Du kannst mich einfach nicht verstehen und Männer sind anders. Frauen auch. wird die Theorie vertreten, daß Männer und Frauen, obwohl sie dieselbe Sprache sprechen, deutliche Unterschiede im Gesprächsverhalten aufweisen.

      Ohne Frage hat Jehova, als er die Frau aus dem Mann erschuf, nicht einfach ein leicht verändertes Modell kreiert. Mann und Frau wurden mit größter Sorgfalt erschaffen, um einander in physischer, emotioneller, psychischer und geistiger Hinsicht zu ergänzen. Zu den naturgemäßen Unterschieden kommt dann noch die Erziehung und Lebenserfahrung jedes einzelnen hinzu sowie die Prägung durch Kultur, Umwelt und die Ansicht der Gesellschaft, was männlich und was weiblich ist. Aufgrund dieser Einflüsse könnte man vielleicht von einem gewissen männlichen oder weiblichen Gesprächsverhalten sprechen. Aber der „typische Mann“ oder die „typische Frau“ ist schwer definierbar und existiert wohl nur in Psychologiebüchern.

      Frauen sind für ihr Feingefühl bekannt, doch auch viele Männer sind im Umgang mit anderen sehr einfühlsam. Männern wird eher nachgesagt, sie seien Logiker, aber Frauen verfügen oft ebenfalls über Scharfsinn und analytisches Denken. Auch wenn es nicht möglich ist, einen Charakterzug als typisch männlich oder ausgesprochen weiblich zu bezeichnen, eins ist sicher: Wenn man die Dinge mit den Augen des anderen sieht, kann das ein friedliches Zusammenleben bedeuten, tut man es nicht, könnte ein regelrechter Krieg entstehen, besonders in der Ehe.

      Mann-Frau-Gespräche in der Ehe sind ein täglicher Drahtseilakt. Wie etliche scharfsinnige Ehemänner bestätigen werden, kann zum Beispiel die harmlose Frage „Wie gefällt dir meine neue Frisur?“ ihre Tücken haben. Viele diplomatische Ehefrauen lernen, nicht ständig zu fragen: „Warum erkundigst du dich nicht mal bei jemand nach der Richtung?“, wenn sich ihr Mann verfahren hat. Liebevolle Ehepartner werden scheinbare Eigenarten des Partners nicht herabwürdigen noch halsstarrig auf den eigenen bestehen mit der Begründung: „Ich bin eben so“, sondern sie schauen hinter die Kulissen. Statt den Gesprächsstil des Partners nüchtern zu analysieren, möchten sie Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt des anderen erhalten.

      Jeder Mensch ist einzigartig; deshalb ist jede Verbindung zweier Menschen in der Ehe ebenfalls einzigartig. Die Übereinstimmung von Gedanken und Gefühlen darf nicht dem Zufall überlassen werden, sondern muß wegen unserer unvollkommenen menschlichen Natur hart erarbeitet werden. Man könnte beispielsweise leicht denken, andere müßten alles genauso sehen wie wir. Oft erfüllen wir die Bedürfnisse anderer auf eine Weise, wie wir das für uns selbst wünschen würden, wobei wir vielleicht versuchen, uns an die Goldene Regel zu halten: „Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“ (Matthäus 7:12). Jesus wollte damit allerdings nicht sagen, daß das, was wir möchten, auch gut genug für andere ist. Wir möchten, daß andere uns das geben, was wir brauchen oder wünschen. Daher sollten wir anderen geben, was sie brauchen. Das ist vor allem in der Ehe unerläßlich, zumal beide gelobt haben, nach bestem Vermögen für die Bedürfnisse des anderen zu sorgen.

      Lisa und Marco haben das ebenfalls gelobt. Und sie führen seit zwei Jahren eine glückliche Ehe. Obwohl sie das Gefühl haben, sich recht gut zu kennen, kommt es dennoch hin und wieder zu Situationen, in denen erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten auftreten, die sich durch gute Absichten allein nicht überwinden lassen. „Das Herz des Weisen läßt seinen Mund Einsicht bekunden“, heißt es in Sprüche 16:23. Ja, der Schlüssel zur Kommunikation ist Einsicht. Wir wollen einmal sehen, welche Perspektiven sich dadurch für Marco und Lisa eröffnen.

      Aus der Sicht eines Mannes

      Marco bewegt sich in einer wettbewerbsorientierten Welt, in der jeder Mann — ob als Untergebener oder Vorgesetzter — seinen Platz innerhalb der Gesellschaftsordnung einnehmen muß. Kommunikation dient dazu, seine Stellung zu festigen und seine Kompetenz, sein Können und damit seinen Wert unter Beweis zu stellen. Seine Unabhängigkeit ist ihm lieb und teuer. Deshalb verspürt Marco einen gewissen Unwillen, wenn ihm jemand im Befehlston Anweisungen gibt. Der versteckte Vorwurf „Sie machen Ihre Arbeit nicht“ läßt ihn aufmucken, selbst wenn die Anweisung ihre Berechtigung hat.

      Für Marco sind Gespräche im Grunde dazu da, Informationen auszutauschen. Er unterhält sich gern über Fakten, Vorstellungen und Neuigkeiten.

      Marco unterbricht sein Gegenüber nur selten und läßt nicht einmal kleine Bemerkungen wie „Aha“ oder „Hm“ einfließen, weil er die Informationen aufsaugt. Ist er jedoch anderer Meinung, hält er damit wahrscheinlich nicht hinterm Berg, besonders einem Freund gegenüber. Dadurch zeigt er, daß er an dem, was sein Freund ihm zu sagen hat, interessiert ist und alle Möglichkeiten abwägt.

      Wenn Marco ein Problem hat, möchte er es lieber allein lösen. Daher zieht er sich unter Umständen von allem und jedermann zurück. Oder er versucht, sich abzulenken und zu entspannen, um das Problem vorübergehend zu vergessen. Darüber sprechen wird er nur, wenn er einen Rat haben will.

      Kommt jemand wie Tim mit einem Problem zu Marco, betrachtet dieser es als seine Aufgabe zu helfen, wobei er darauf achtet, seinem Freund nicht das Gefühl zu geben, er sei unfähig. Zusammen mit dem Rat wird er ihm meistens auch etwas von seinen eigenen Sorgen erzählen, damit sich sein Freund mit dem Problem nicht allein fühlt.

      Marco ist gern mit seinen Freunden zusammen. Für ihn bedeutet Kameradschaft, etwas gemeinsam zu unternehmen.

      Das Zuhause ist für Marco ein Refugium vor der Arena, ein Ort, wo er nicht mehr sprechen muß, um sich zu behaupten, wo man ihn nimmt, wie er ist, wo man ihm vertraut, ihn liebt und ihn schätzt. Dennoch hat Marco ab und zu das Gefühl, daß er auch einmal allein sein muß. Das hat nichts mit Lisa zu tun oder mit irgend etwas, was sie getan hat. Er braucht nur ein wenig Zeit für sich. Es fällt ihm schwer, seiner Frau von seinen Ängsten, seiner Unsicherheit oder seinem Kummer zu erzählen. Er möchte nicht, daß sie sich sorgt. Seine Aufgabe ist es, sich um Lisa zu kümmern und sie zu beschützen, und dazu braucht er ihr Vertrauen. Marco wünscht sich Unterstützung, aber kein Mitleid. Denn dann käme er sich unfähig oder nutzlos vor.

      Aus dem Blickwinkel einer Frau

      Lisa sieht sich selbst als ein Individuum in einem Netzwerk zwischenmenschlicher Bindungen. Es ist ihr wichtig, solche Bindungen zu knüpfen und zu festigen. Das Gespräch ist ein wichtiger Weg, um Vertrautheit entstehen zu lassen und sie zu bestätigen.

      Für Lisa ist es ganz natürlich, sich jemandem unterzuordnen. Sie fühlt sich geliebt, wenn Marco sie vor einer Entscheidung nach ihrer Meinung fragt, obschon sie möchte, daß er die Führung übernimmt. Muß sie eine Entscheidung treffen, bespricht sie sich gern mit ihrem Mann, nicht unbedingt, damit er ihr sagt, was sie tun soll, sondern, um ihre Verbundenheit mit ihm und ihr Vertrauen zu ihm zu zeigen.

      Es fällt Lisa sehr schwer, geradeheraus über ihre Bedürfnisse zu sprechen. Sie möchte nicht an Marco herumnörgeln oder ihm das Gefühl geben, sie sei unglücklich. Darum wartet sie, bis er auf sie zukommt, oder macht versteckte Andeutungen.

      Bei einem Gespräch interessiert sich Lisa für jede kleinste Einzelheit und stellt viele Fragen. Das ist nur natürlich für sie, denn sie besitzt großes Feingefühl und hat ein starkes Interesse an Menschen und Bindungen.

      Lisa unterbricht ihren Gesprächspartner häufig durch Zwischenbemerkungen, Kopfnicken oder Fragen; dadurch zeigt sie, daß sie ihm zuhört und ihr das, was er zu sagen hat, wichtig ist.

      Sie bemüht sich sehr, zu erahnen, was andere brauchen. Ungefragt Hilfe anzubieten ist für sie ein großer Liebesbeweis. Vor allem möchte sie ihrem Mann helfen, an innerer Größe zuzunehmen und sich zu verbessern.

      Bei Problemen kommt es Lisa vielleicht so vor, als wachse ihr alles über den Kopf. Dann muß sie darüber reden, nicht so sehr, um eine Lösung zu finden, sondern, um ihren Gefühlen Luft zu machen. Sie braucht jemand, der sie versteht und Anteil nimmt. Ist Lisa aufgebracht, greift sie gern zu dramatischen Verallgemeinerungen. Aber sie meint es nicht so, wenn sie sagt: „Du hörst nie zu! “

      Lisas beste Freundin in der Kindheit war ein Mädchen, mit dem sie über alles reden konnte, und nicht jemand, mit dem sie etwas gemeinsam unternommen hat. Ein mitfühlender Zuhörer, dem sie ihre Empfindungen mitteilen kann, ist ihr in ihrer Ehe weit wichtiger als jemand, mit dem sie etwas unternehmen kann.

      Das Zuhause ist für Lisa ein Ort, wo sie sich frei äußern kann, ohne kritisiert zu werden. Ohne Bedenken erzählt sie Marco von ihren Ängsten und Sorgen. Benötigt sie Hilfe, geniert sie sich nicht, das zuzugeben, denn sie weiß, daß ihr Mann für sie da ist und ihr zuhört.

      Im allgemeinen fühlt sich Lisa geliebt und sicher in ihrer Ehe. Doch von Zeit zu Zeit fühlt sie sich ohne ersichtlichen Grund unsicher und ungeliebt; dann hat sie die Freundschaft und die wiederholten Beteuerungen ihres Mannes, daß er sie liebt, besonders nötig.

      Ja, Marco und Lisa ergänzen sich und sind doch so verschieden. Obgleich beide die besten Absichten haben und einander liebevoll unterstützen möchten, können diese Unterschiede zwischen ihnen zu schweren Mißverständnissen führen. Wenn sie uns sagen könnten, wie sie die oben erwähnte Situation eingeschätzt haben, was würden sie erzählen?

      Aus dem eigenen Blickwinkel gesehen

      „Schon gleich, als ich zur Tür hereinkam, sah ich Lisa an, daß sie etwas hatte“, würde Marco sagen. „Ich ging davon aus, daß sie mir schon alles erzählen würde, wenn sie dazu bereit sei. Mir schien das Problem nicht so groß. Ich dachte, sie würde sich besser fühlen, wenn ich ihr einfach zeigte, daß sie keinen Grund zur Aufregung habe und die Sache sich ganz leicht lösen ließe. Es hat mich wirklich verletzt, als sie zu mir sagte: ‚Du hörst mir nie zu! ‘, obwohl ich ihr doch die ganze Zeit zugehört hatte. Ich kam mir vor, als würde sie mich für ihre Frustration verantwortlich machen.“

      „Der ganze Tag war eine einzige Katastrophe“, würde Lisa erklären. „Ich wußte, daß Marco nichts dafürkonnte. Aber als er so fröhlich zur Tür hereinkam, hatte ich das Gefühl, daß er völlig ignorierte, wie bedrückt ich war. Warum fragte er mich nicht, was los sei? Als ich ihm dann von dem Problem erzählte, sagte er mir im Grunde, ich sei albern und die ganze Sache sei nicht der Rede wert. Statt mir zu sagen, daß er meine Gefühle versteht, sagte Marco, der Problemlöser, was ich tun könne. Ich wollte aber keine Lösung, sondern Mitgefühl.“

      Trotz dieses kleinen Zerwürfnisses lieben sich Marco und Lisa sehr. Welche Erkenntnisse könnten ihnen helfen, ihre Liebe deutlich zum Ausdruck zu bringen?

      Aus dem Blickwinkel des anderen gesehen

      Marco empfand es als zu aufdringlich, Lisa zu fragen, was passiert sei, und so tat er instinktiv das, was er sich selbst von anderen gewünscht hätte. Er wartete darauf, daß sie von allein redete. Lisa hingegen war nun nicht mehr nur wegen des Problems verstimmt, sondern auch, weil Marco ihren Hilferuf anscheinend ignorierte. Sie hielt sein Schweigen nicht für ein Zeichen von liebevollem Respekt, sondern von Gleichgültigkeit. Als Lisa endlich redete, hörte Marco ihr zu, ohne sie zu unterbrechen. Dennoch hatte sie das Empfinden, daß er ihre Gefühle nicht verstand. Dann bot er ihr eine Lösung an, statt Mitgefühl zu zeigen. Das hörte sich für sie so an: „Du hast keinen Grund, so zu fühlen; du siehst das Ganze überspitzt. Dieses kleine Problem läßt sich doch ganz leicht lösen!“

      Wie anders wäre das Gespräch verlaufen, wenn jeder die Sachlage aus dem Blickwinkel des anderen gesehen hätte! Dann hätte sich das Ganze vielleicht folgendermaßen abgespielt:

      Marco kommt heim und sieht, daß Lisa bedrückt ist. „Was ist los, Liebling?“ fragt er liebevoll. Die Tränen fließen, und die Worte purzeln nur so heraus. Lisa sagt nicht: „An allem bist nur du schuld!“ oder unterstellt Marco, daß er nicht genug tut. Marco hält sie fest im Arm und hört geduldig zu. Nachdem sie alles erzählt hat, sagt er: „Es tut mir leid, daß du dich deswegen so schlecht fühlst. Ich verstehe, warum du verärgert bist.“ Lisa erwidert darauf: „Vielen Dank, daß du mir zugehört hast. Ich fühl’ mich schon viel besser, weil ich weiß, daß du mich verstehst.“

      Viele Ehepaare entscheiden sich heutzutage leider einfach für eine Scheidung, statt ihre Differenzen beizulegen. Schuld an dem Zerfall vieler Familien ist eine gestörte Kommunikation. Heftiger Streit bricht aus, der die Ehe grundlegend erschüttert. Wie kommt es dazu? Die Antwort darauf und was man tun kann, um es nicht soweit kommen zu lassen, erfahren wir im nächsten Artikel.

  • Die Anatomie eines Streits
    Erwachet! 1994 | 22. Januar
    • Die Anatomie eines Streits

      SIE muß ihren Gefühlen Luft machen. Er möchte ihr die Lösung sagen. Millionen von Ehestreitigkeiten im Lauf der Geschichte haben vielleicht unterschiedlich geklungen, waren aber häufig lediglich Variationen einiger weniger, immer wiederkehrender Themen. Aus einem Waldbrand kann ein gemütliches Kaminfeuer in einem glücklichen Heim werden, wenn man den unterschiedlichen Blickwinkel und Gesprächsstil des Partners versteht.

      „Schreib mir nicht vor, wie ich zu leben habe!“

      So mancher Ehemann schlägt sich vielleicht mit dem Stereotyp einer herrischen, nörgelnden Frau herum und fühlt sich durch ihre Ratschläge, ihre Bitten und ihre Kritik in seiner Bewegungsfreiheit völlig eingeengt. Die Bibel bestätigt solche Gefühle, wenn sie sagt: „Die Streitigkeiten einer Ehefrau sind wie ein undichtes Dach, das einen forttreibt“ (Sprüche 19:13). Vielleicht kommt ein Mann der Bitte seiner Frau aus ihr unbekannten Gründen nicht nach, ohne ein Wort zu sagen. Da sie denkt, er habe sie nicht gehört, sagt sie es noch einmal, diesmal als Aufforderung. Sein Widerstand wächst. Eine Meckerliese und ein Pantoffelheld? Oder zwei Menschen, die einfach aneinander vorbeigeredet haben?

      Die Frau meint, ihre Liebe zu ihrem Mann am besten dadurch zu beweisen, daß sie ihm praktische Ratschläge gibt. Für den Mann sieht es jedoch so aus, als wolle sie ihn herumkommandieren und andeuten, er sei unfähig. Sie will nur fürsorglich sein, wenn sie zu ihm sagt: „Vergiß deine Aktentasche nicht“, um sicherzugehen, daß er alles hat, was er braucht. Ihn erinnert das an seine Mutter, die ihm von der Tür aus nachrief: „Hast du deine Handschuhe mitgenommen?“

      Eine müde Frau fragt möglicherweise: „Möchtest du heute abend essen gehen?“, obwohl sie in Wirklichkeit meint: „Würdest du mich heute abend zum Essen ausführen? Ich bin zu müde zum Kochen.“ Doch der ihr ergebene Mann nutzt die Gelegenheit, ihre Kochkunst zu rühmen, und schwört, daß er am liebsten bei ihr ißt. Oder er denkt: „Sie versucht, mich zu manipulieren.“ Mittlerweile fragt sich seine Frau verärgert: „Warum läßt er sich immer erst bitten?“

      „Du liebst mich nicht!“

      „Wie kann sie so etwas nur denken?“ stöhnt ein frustrierter, ratloser Ehemann. „Ich arbeite, bezahle die Rechnungen und schenke ihr manchmal sogar Blumen! “

      Alle Menschen brauchen das Gefühl, geliebt zu werden, doch bei einer Frau ist das Bedürfnis, daß ihr Mann ihr seine Liebe immer wieder versichert, besonders ausgeprägt. Auch wenn sie es nicht sagt, kommt sie sich bisweilen wie ein lästiges Anhängsel vor, besonders wenn sie während ihrer Periode niedergeschlagen ist. In solchen Momenten zieht sich ihr Ehemann eventuell zurück, weil er denkt, sie brauche etwas Zeit für sich allein. Sie sieht in seinem gefühlsmäßigen Rückzug jedoch ihre größte Angst bestätigt — er liebt sie nicht mehr. Um seine Liebe und seine Unterstützung zu erzwingen, wird sie unter Umständen laut.

      „Was ist los, Schatz?“

      Ein Mann verarbeitet ein Problem, indem er in Ruhe darüber nachdenkt. Seine Frau spürt intuitiv eine gewisse Anspannung bei ihm und versucht instinktiv, ihn aus seinem Schneckenhaus herauszulocken. Das wird jedoch von dem Mann möglicherweise als aufdringlich und demütigend empfunden, auch wenn es noch so gut gemeint ist. Er zieht sich zurück, um über sein Problem nachzudenken, und muß bei einem Blick über die Schulter feststellen, daß seine treue Frau ihm dicht auf den Fersen ist. Er hört sie mit ihrer lieben Stimme hartnäckig fragen: „Liebling, hast du irgend etwas? Was ist los? Laß uns darüber reden.“

      Kommt keine Antwort, ist die Frau vielleicht verletzt. Wenn sie ein Problem hat, möchte sie es mit ihrem Mann ausdiskutieren. Aber der Mann, den sie liebt, möchte ihr seine Gefühle nicht mitteilen. Sie schlußfolgert daraus: „Bestimmt liebt er mich nicht mehr.“ Kommt der nichtsahnende Mann dann endlich wieder aus seinem Schneckenhaus heraus, zufrieden mit der Lösung, die er gefunden hat, findet er nicht mehr den besorgten, liebevollen Partner vor, den er zurückgelassen hatte, sondern eine verärgerte Ehefrau, die ihm vorwirft, sie links liegengelassen zu haben.

      „Du hörst mir nie zu!“

      Diese Anschuldigung erscheint ihm lächerlich. Von seiner Sicht aus tut er nichts anderes als zuhören. Doch seine Frau hat das bestimmte Gefühl, daß ihre Worte von einem Computergehirn aufgefangen und analysiert werden, als ob es eine mathematische Aufgabe zu lösen gilt. Ihr Verdacht bestätigt sich, als er sie mitten im Satz unterbricht: „Tja, wieso machst du nicht einfach ...?“

      Wenn eine Frau mit einem Problem zu ihrem Mann kommt, heißt das nicht, daß sie ihn dafür verantwortlich machen will oder eine Lösung von ihm erwartet. Was sie sich am meisten wünscht, ist ein offenes Ohr, das außer den nackten Tatsachen auch ihre Gefühle heraushört. Sie möchte dann keinen Rat hören, sondern in ihren Gefühlen bestätigt werden. Darum hat so mancher wohlmeinende Ehemann eine wahre Explosion ausgelöst, wenn er einfach sagte: „Liebling, mach dir nichts daraus. Es ist alles halb so wild.“

      Oft erwartet man von seinem Partner, daß er Gedanken lesen kann. Ein Mann sagte: „Wir sind seit 25 Jahren verheiratet. Wenn sie immer noch nicht weiß, was ich möchte, dann ist es ihr entweder gleichgültig, oder sie macht die Augen nicht auf.“ Ein Autor schrieb in seinem Buch über die Ehe: „Teilen sich Paare nicht gegenseitig mit, was sie wünschen, und kritisieren einander ununterbrochen, weil der andere wieder einmal danebengegriffen hat, wundert es kaum, daß der Geist der Liebe und der Kooperation allmählich verschwindet. Statt dessen erfüllt die grimmige Entschlossenheit des Machtkampfes die so entstandene Leere, da jeder versucht, den anderen zu zwingen, seine Bedürfnisse zu erfüllen.“

      „Du bist so verantwortungslos!“

      Das sagt eine Frau zu ihrem Mann vielleicht nicht so direkt, aber sie läßt es ihn durch ihren Tonfall spüren. Die Frage „Warum kommst du so spät?“ könnte einfach eine Bitte um Information sein. Da sie ihren Mann dabei jedoch vorwurfsvoll ansieht und die Arme in die Hüften stemmt, klingt das für ihn sehr wahrscheinlich, als würde sie sagen: „Du verantwortungsloser kleiner Junge, ich hab’ mir wegen dir Sorgen gemacht. Warum hast du nicht angerufen? Du bist so rücksichtslos! Jetzt ist das Essen verkocht! “

      Natürlich hat sie, was das Essen betrifft, recht. Wie steht es aber um ihre Beziehung, wenn ein Streit ausbricht? „Streit kommt oft nicht durch Meinungsverschiedenheiten zustande, sondern weil der Mann das Gefühl hat, die Frau lehnt es ab, wie er die Dinge sieht, oder weil die Frau der Art, wie der Mann zu ihr spricht, ihre Zustimmung entzieht“, schreibt Dr. John Gray.

      Manche sind der Ansicht, man müsse zu Hause frei von der Leber weg sprechen können. Doch ein guter Gesprächspartner versucht, eine Einigung zu erzielen und Frieden herzustellen, indem er die Gefühle des Zuhörers berücksichtigt. Der Unterschied läßt sich in etwa damit vergleichen, ob man seinem Partner ein Glas kaltes Wasser reicht oder es ihm ins Gesicht schüttet. Ja, der Ton macht die Musik.

      Wenn man die Worte aus Kolosser 3:12-14 befolgt, wird man Streit vermeiden und ein glückliches Heim haben. Dort heißt es: „Kleidet euch ... mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat. So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr. Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit.“

      [Bild auf Seite 9]

      Er spricht von Tatsachen, sie von Gefühlen

  • Ein glückliches Heim — Wo zwei eins sind
    Erwachet! 1994 | 22. Januar
    • Ein glückliches Heim — Wo zwei eins sind

      WENN man ein stabiles, sicheres, gemütliches Heim schaffen wollte, welche Materialien würde man verwenden? Holz? Ziegel? Stein? Hier ist die Empfehlung des Bibelbuchs der Sprüche: „Durch Weisheit wird eine Hausgemeinschaft aufgebaut, und durch Unterscheidungsvermögen wird sie sich als fest gegründet erweisen. Und durch Erkenntnis werden die Innenkammern mit allen kostbaren und lieblichen Dingen von Wert gefüllt“ (Sprüche 24:3, 4). Ja, um ein glückliches Heim zu schaffen, benötigt man Weisheit, Unterscheidungsvermögen und Erkenntnis.

      Wer sind die Bauleute? „Die wahrhaft weise Frau hat ihr Haus aufgebaut, aber die törichte reißt es mit ihren eigenen Händen nieder“ (Sprüche 14:1). Dasselbe gilt für den weisen Mann, der erkennt, daß es in seiner Hand liegt, ob seine Ehe glücklich und stabil oder unglücklich und brüchig ist. Welche Faktoren sind dabei entscheidend? Interessanterweise kommen die Empfehlungen einiger moderner Eheberater sehr dicht an die zeitlose Weisheit des Wortes Gottes heran, das vor Tausenden von Jahren aufgezeichnet wurde.

      Zuhören: „Richtig zuzuhören ist eines der größten Komplimente, die man jemand machen kann, und ist entscheidend für das Entstehen und Bewahren eines engen Verhältnisses“, heißt es in einem Eheratgeber. „Das Ohr der Weisen sucht nach Erkenntnis“ wird in den Sprüchen gesagt (Sprüche 18:15). Ein offenes Ohr kann man im Gegensatz zu einem offenen Auge oder einem offenen Mund nicht sehen; wie kann man daher seinem Partner zeigen, daß man wirklich zuhört? Indem man aktiv zuhört, das heißt das Gehörte durch sein Verhalten widerspiegelt. (Siehe Kasten auf Seite 11.)

      Offenheit und Vertrautheit: „Unsere Kultur arbeitet gegen Offenheit“, heißt es in dem Buch One to One—Understanding Personal Relationships. „Von klein auf wird uns beigebracht, uns um unsere eigenen Angelegenheiten zu kümmern und, was unser Geld, unsere Vorstellungen, unsere Gefühle, ... ja alles Persönliche angeht, verschlossen zu sein. Das können wir, auch wenn wir uns verlieben, nicht ganz von uns abschütteln. Erst wenn wir ständig darum ringen, offen zu sein, kann Vertrautheit wachsen.“ „Pläne scheitern, wo es kein vertrauliches Gespräch gibt“, liest man in Sprüche, „aber bei denen, die sich miteinander beraten, ist Weisheit“ (Sprüche 13:10; 15:22).

      Treue und Vertrauen: Mann und Frau geloben vor Gott, einander treu zu sein. Wenn Ehepartner sich darauf verlassen können, daß jeder dem anderen treu ergeben ist, wird ihre Liebe nicht überschattet von Mißtrauen, Stolz, Konkurrenzdenken und der Sorge, das zu bekommen, worauf man meint, ein Recht zu haben.

      Gemeinsame Erfahrungen: Gemeinsame Erfahrungen festigen eine Beziehung. Im Lauf der Zeit wird ein Paar durch viele Erlebnisse, die für beide von unschätzbarem Wert sind, zusammengeschweißt. Es ist für sie unvorstellbar, ihre Freundschaft aufzugeben. „Da ist ein Freund, der anhänglicher ist als ein Bruder“ (Sprüche 18:24).

      Freundlichkeit und Zärtlichkeit: Freundliche Gesten vermindern die Reibungspunkte im Leben und wirken Stolz entgegen. Wem Freundlichkeit in Fleisch und Blut übergegangen ist, der wird auch dann freundlich bleiben, wenn sich die Gemüter aufgrund einer Meinungsverschiedenheit erhitzen, und so den Schaden auf ein Mindestmaß reduzieren. Zärtlichkeit schafft eine innige Atmosphäre, in der Liebe gedeihen kann. Vielleicht fällt es einem Mann ausgesprochen schwer, zärtlich zu sein, doch die Bibel sagt: „Das Begehrenswerte am Erdenmenschen ist seine liebende Güte“ (Sprüche 19:22). Und eine gute Frau hat ‘das Gesetz liebender Güte auf ihrer Zunge’ (Sprüche 31:26).

      Demut: Demut wirkt wie ein Gegengift gegen Stolz und veranlaßt jemand, sich bereitwillig zu entschuldigen und sich häufig zu bedanken. Wie sollte man sich verhalten, wenn man für etwas verantwortlich gemacht wird, was man nicht getan hat? Warum nicht freundlich sagen: „Es tut mir leid, daß du so verärgert bist.“? Man sollte zeigen, daß einem an der Gefühlswelt des Partners etwas liegt, und dann gemeinsam herausfinden, wie man die Sache in Ordnung bringen kann. „Ehre ist es einem Mann, vom Streit abzustehen“ (Sprüche 20:3).

      Respekt: „Wenn es darum geht, die Unterschiede zwischen einem selbst und dem anderen zu erkennen und gemeinsam daran zu arbeiten, lautet das Schlüsselwort Respekt. Was dem einen Partner wichtig ist, muß dem anderen nicht ebenso wichtig sein. Beide können jedoch immer die Ansichten des anderen respektieren“ (Keeping Your Family Together When the World Is Falling Apart). „Durch Vermessenheit verursacht man nur Streit, aber bei denen, die sich miteinander beraten, ist Weisheit“ (Sprüche 13:10).

      Humor: Die dunkelsten Gewitterwolken können verscheucht werden, wenn man herzhaft miteinander lacht. Das überträgt sich auf die Liebe und baut Spannungen ab, derentwegen man oft keinen klaren Gedanken fassen kann. „Ein frohes Herz wirkt sich gut aus auf das Angesicht“ (Sprüche 15:13).

      Geben: Es wäre gut, sich auf die guten Seiten des Partners zu konzentrieren und mit Lob nicht zu sparen. Das tut jedem gut und bringt viel mehr als eine Seidenkrawatte oder ein Blumenstrauß. Natürlich ist es nicht verkehrt, für den anderen etwas Schönes zu kaufen oder etwas Nettes für ihn zu tun. In dem Buch Lifeskills for Adult Children heißt es jedoch: „Die größten Geschenke, die man machen kann, lassen sich nicht in eine Schachtel packen. Es sind unsere Ermutigung und Unterstützung, unsere Beweise der Liebe und der Wertschätzung.“ „Wie goldene Äpfel in Silberziselierungen ist ein Wort, geredet zur rechten Zeit dafür“ (Sprüche 25:11).

      Vergleicht man diese Eigenschaften und Verhaltensweisen mit Bausteinen, durch die eine Ehe aufgebaut wird, dann ist Kommunikation der Mörtel, der alles verbindet. Was können Paare daher tun, wenn Unstimmigkeiten auftauchen? „Statt nun den von unserem abweichenden Standpunkt zu bekämpfen, erleben wir ihn als Wissensbereicherung.“ Auf diese Weise „werden die alltäglichen Erlebnisse zu einer wahren Fundgrube an neuen Informationen“, kann man in dem Buch Soviel Liebe, wie du brauchst lesen.

      Man sollte eine Meinungsverschiedenheit daher nicht als einen Aufruf zu den Waffen verstehen, sondern als eine kostbare Gelegenheit betrachten, denjenigen, den man liebt, besser kennenzulernen. Wenn man sich gemeinsam der Herausforderung, Differenzen beizulegen, stellt, wird man in Frieden und Harmonie zusammenleben, die Beziehung festigen und die Liebe vertiefen, die aus zwei eins macht.

      Zusammenarbeit ist für Jehova Gott etwas Schönes; das kann man an seiner Schöpfung erkennen: Pflanzen geben Sauerstoff ab, Tiere nehmen ihn auf; Himmelskörper kreisen auf ihren Umlaufbahnen; Insekten und Blumen leben in Symbiose. In ähnlicher Weise kann eine Ehe ein enges Wechselspiel sein zwischen einem Mann, der seiner Frau mit Wort und Tat versichert, daß er sie liebt, und einer Frau, die ihren Mann liebt, ihm vertraut und gern seiner Führung folgt. Auf diese Weise werden die beiden wirklich eins und bereiten einander und dem Stifter der Ehe, Jehova Gott, Freude.

      [Kasten auf Seite 11]

      ‘Gebt acht, wie ihr zuhört’ (Lukas 8:18)

      Die Methode des aktiven Zuhörens gewährleistet, daß Sprecher und Zuhörer einander wirklich verstehen. Bei dieser Methode versucht der Zuhörer, das Gehörte und dessen Bedeutung durch sein Verhalten widerzuspiegeln. Die grundlegenden Schritte dazu sind:

      1. Höre aufmerksam zu; achte auf wichtige Mitteilungen.

      2. Achte auf mitschwingende Empfindungen.

      3. Wiederhole gegenüber deinem Gesprächspartner, was du gehört hast. Richte nicht, kritisiere nicht, streite nicht. Laß dein Gegenüber einfach nur wissen, daß du ihn oder sie richtig verstanden hast. Gehe auf die Gefühle ein.

      4. Dein Gesprächspartner wird dir entweder zustimmen oder dich berichtigen und vielleicht noch weiter über das Thema sprechen.

      5. Wenn du ihn nicht richtig verstanden hast, versuche es noch einmal.

      Aktives Zuhören ist ein besonders wirksames Mittel, um der Kritik die Spitze zu nehmen. Finde dich damit ab, daß hinter Kritik oftmals ein Körnchen Wahrheit steckt. Womöglich wirst du auf verletzende Weise kritisiert; wie wäre es, wenn du die Situation durch aktives Zuhören entschärfst, statt dich zu verteidigen und den Kritiker ebenfalls zu verletzen? Zeige, daß du verstanden hast, warum jemand meint, von dir gekränkt worden zu sein, und versuche herauszufinden, wie die Sache wieder ins Lot gebracht werden kann.

      [Kasten auf Seite 12]

      ‘Wenn jemand Ursache zu einer Klage hat’ (Kolosser 3:13)

      Wie kannst du eine Klage am besten vorbringen, ohne einen Streit auszulösen? Erkenne die guten Absichten deines Partners. Deinem Empfinden nach war er rücksichtslos, gedankenlos, taktlos oder unklug — doch alles in allem hat er es wahrscheinlich nicht böse gemeint. Teile ihm ruhig mit, wie dir zumute ist, ohne ihn anzuklagen: „Als du das und das getan hast, hatte ich das Gefühl ...“ Auf diese Weise wird kein Öl ins Feuer gegossen. Du erklärst lediglich, was du empfindest, ohne deinen Partner zu beschuldigen. Da es ihm bestimmt fernlag, dich zu verärgern, bestreitet er wahrscheinlich alles oder rechtfertigt sich. Konzentriere dich jedoch auf das Problem, und biete eine Lösung an.

      [Bild auf Seite 10]

      Richtig zuzuhören ist eines der größten Komplimente, die man jemand machen kann

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