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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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DIE SITUATION VERÄNDERT SICH
Nach Lenins Tod verstärkte sich der Kampf gegen die Religion. 1926 wurde der „Verband der kämpfenden Gottlosen“ gegründet — allein der Name sagt schon alles über seine Ziele. Das Land wurde mit atheistischer Propaganda überschwemmt, um den Glauben an Gott aus Herz und Sinn der Menschen mit Stumpf und Stiel auszureißen. In kürzester Zeit war das riesige Sowjetreich vom Atheismus durchdrungen. Ein Bibelforscher schrieb an das Hauptbüro: „Die Jugend nimmt einen Geist auf, der ihnen zur Erkenntnis der Wahrheit sehr hinderlich sein wird.“
Der „Verband der kämpfenden Gottlosen“ veröffentlichte antireligiöse Literatur wie die Zeitschrift Antireligiosnik. Dort konnte man 1928 lesen: „Oblasta Woronesch wimmelt von Sekten“. Erwähnt wurden unter anderem 48 „Erforscher der Heiligen Schrift“ und deren „Leiter Sintschenko und Mitrofan Bowin“.
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RusslandJahrbuch der Zeugen Jehovas 2008
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Unterdessen war nicht ganz klar, wie der neu gegründete Sowjetstaat zur Religion wirklich stand. Aus Arbeitspapieren der Regierung konnte man die Absicht herauslesen, religiöse Gruppen in die Arbeiterklasse einzugliedern. Im Lauf der Jahre kristallisierte sich das als Regierungspolitik heraus. Man muss wissen, dass die Sowjetregierung Jehovas Diener nicht auslöschen wollte. Sie führte vielmehr einen Kampf um Herz und Sinn. Sie wollte Gottes Diener dazu bringen, mit ihr konform zu gehen, und sie zur bedingungslosen Staatstreue zwingen. Dass sie Jehova die Treue hielten, war das Letzte, was die Regierung gebrauchen konnte.
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