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UngarnJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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Im selben Jahr wurden in Ungarn zwei Straflager eingerichtet, eins davon 30 Kilometer von Budapest entfernt und das andere in Nagykanizsa in Südwestungarn, 26 Kilometer vor der Grenze nach Jugoslawien. Schon bald waren die Lager voll mit Menschen, die als unzuverlässig bezeichnet wurden — Kriminelle, Kommunisten und Zeugen Jehovas, die man beschuldigte, eine Bedrohung für die Gesellschaft zu sein.
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UngarnJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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Mehr Straflager
Im August 1940 übernahm Ungarn die Macht über einen Teil Siebenbürgens (Rumänien). Im Jahr darauf nahm die Verfolgung in diesem Gebiet zu. In Cluj (Siebenbürgen) wurde ein weiteres Straflager errichtet, und Hunderte von Brüdern und Schwestern — Jung und Alt — wurden in das Lager gebracht. Später wurden die Zeugen dort aufs brutalste behandelt, weil sie nicht ihrem Glauben abschworen und zu ihrer früheren Religion zurückkehrten. Als die treuen Zeugen, die noch in Freiheit waren, davon hörten, vereinten sie sich im ganzen Land im Gebet für sie. Kurz danach wurde bei einer offiziellen Untersuchung des Lagers in Cluj Korruption aufgedeckt; daraufhin wurden der Kommandant und die Mehrzahl der Wachhabenden versetzt, einige kamen sogar ins Gefängnis. Dadurch hatten es unsere Brüder etwas leichter, und sie bedankten sich dafür bei Jehova.
In der Zwischenzeit waren in einem Lager bei Nagykanizsa, im Südwesten Ungarns, Ehepaare gemeinsam festgesetzt worden, und für ihre Kinder sorgten Zeugen, die noch zu Hause waren. In allen diesen Lagern wurde Jehovas Volk unter Druck gesetzt. Man stellte ihnen die Freiheit in Aussicht, wenn sie einfach ein Dokument unterschreiben würden, wodurch sie ihrem Glauben abschwören und versprechen würden, alle Verbindungen zu den Zeugen Jehovas abzubrechen und in den Schoß ihrer früheren, staatlich anerkannten Religion zurückzukehren.
Als Ungarn am 27. Juni 1941 in den Krieg gegen die Sowjetunion eintrat, wurde die Lage für Jehovas Zeugen sogar noch gefährlicher. Ihre Weigerung, Kriegsdienst zu leisten, führte zu vielen Prüfungen.
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UngarnJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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Gleich im nächsten Monat, am 15. Dezember, wurde Bruder Konrád verhaftet. Um ihn dazu zu bringen, die Namen der Zonendiener und der Pioniere preiszugeben, wurde er mehrere Tage lang unsagbar brutal behandelt, doch seine Peiniger hatten keinen Erfolg. Schließlich wurde er dem Staatsanwalt übergeben. Nach alldem verurteilte man ihn zu nur zwei Monaten Gefängnis. Doch als die zwei Monate Haft vorüber waren, wurde er nicht freigelassen. Statt dessen überführte man ihn in das Konzentrationslager in Kistarcsa mit der Begründung, er sei eine Gefahr für die Gesellschaft.
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UngarnJahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
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[Bild auf Seite 82]
Zeugen im Konzentrationslager bei Nagykanizsa
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