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Den Sieg über menschliche Schwächen erringenDer Wachtturm 2001 | 15. März
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Den Sieg über menschliche Schwächen erringen
„Das Sinnen des Fleisches bedeutet Tod“ (RÖMER 8:6).
1. Als was sehen einige den menschlichen Körper an, und welche Frage ist betrachtenswert?
„ICH werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin“ (Psalm 139:14). So sang der Psalmist David, als er über eines der Schöpfungswerke Jehovas nachsann — über den menschlichen Körper. Ungeachtet dieses wohlbegründeten Lobpreises gibt es religiöse Lehrer, die den Leib als Versteck und Instrument der Sünde betrachten. Man hat ihn als „das Gewand der Unwissenheit, den Urgrund des Lasters, die Fessel der Verderbnis, den finsteren Käfig, den lebendigen Tod, den empfindungsfähigen Leichnam, das wandelnde Grab“ bezeichnet. Es stimmt zwar, daß der Apostel Paulus sagte: ‘In meinem Fleisch wohnt nichts Gutes’ (Römer 7:18). Aber bedeutet das, daß wir Gefangene unseres sündigen Körpers sind?
2. (a) Was ist mit dem „Sinnen des Fleisches“ gemeint? (b) Welcher Konflikt zwischen dem „Fleisch“ und dem „Geist“ geht in einem Menschen vor sich, der Gott gefallen möchte?
2 In der Bibel wird der menschliche Körper manchmal als „Fleisch“ bezeichnet (1. Könige 21:27). „Fleisch“ wird darin auch als Synonym für den Menschen in seinem unvollkommenen Zustand als sündiger Nachkomme des rebellischen Adam gebraucht (Epheser 2:3; Psalm 51:5; Römer 5:12). Das Erbe, das Adam uns hinterließ, hat unsere ‘Schwachheit des Fleisches’ bewirkt (Römer 6:19). Und Paulus äußerte die warnenden Worte: „Das Sinnen des Fleisches bedeutet Tod“ (Römer 8:6). Mit dem „Sinnen des Fleisches“ ist gemeint, daß man von den Begierden des gefallenen Fleisches beherrscht und angetrieben wird (1. Johannes 2:16). Wer versucht, Gott zu gefallen, gerät daher in einen ständigen Konflikt zwischen seinem Geistiggesinntsein und seiner sündigen Natur, die unentwegt Druck auf ihn ausübt, die „Werke des Fleisches“ hervorzubringen (Galater 5:17-23; 1. Petrus 2:11). Im Anschluß an die Beschreibung dieses schmerzlichen inneren Konflikts rief Paulus aus: „Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist?“ (Römer 7:24). War Paulus ein wehrloses Opfer der Versuchung? Die biblische Antwort ist ein nachdrückliches Nein!
Die Realität der Versuchung und der Sünde
3. Wie betrachten viele Sünde und Versuchung, doch wie wird in der Bibel vor solch einer Gesinnung gewarnt?
3 Die Vorstellung, daß es so etwas wie Sünde gibt, ist heute für viele unannehmbar. Einige verwenden „Sünde“ humorvoll als altmodischen Begriff, um menschliche Schwächen zu bezeichnen. Ihnen ist folgendes nicht bewußt: „Wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar gemacht werden, damit jeder das ihm Zuerkannte für die Dinge empfange, die er durch den Leib getan hat, gemäß dem, was er zu tun pflegte, ob Gutes oder Böses“ (2. Korinther 5:10). Gelegentlich hört man von anderen vielleicht die scherzhafte Bemerkung: „Einer Versuchung kann ich einfach nicht widerstehen!“ Nicht wenige Menschen leben in einer Gesellschaft, in der sich alles um den Sofortgenuß dreht, ob es um Essen und Trinken, Sex, Spaß oder darum geht, etwas zu erreichen. Man will alles, und zwar jetzt! (Lukas 15:12). Die Betreffenden richten ihr Augenmerk allein auf das sofortige Vergnügen statt auf die künftige Freude des ‘wirklichen Lebens’ (1. Timotheus 6:19). Die Bibel lehrt uns jedoch, genau nachzudenken und weitsichtig zu sein, damit wir uns vor allem hüten, was uns in geistiger oder sonstiger Hinsicht schaden könnte. Ein inspiriertes Sprichwort lautet: „Der Kluge, der das Unglück gesehen hat, hat sich verborgen; die Unerfahrenen, die weitergegangen sind, haben die Strafe erlitten“ (Sprüche 27:12).
4. Welche Warnung sprach Paulus gemäß 1. Korinther 10:12, 13 aus?
4 Paulus äußerte eine realistische Warnung vor der Versuchung und der Macht der Sünde, als er an die Christen in Korinth schrieb — einer Stadt, die für ihre Sittenlosigkeit bekannt war. Er erklärte: „Wer ... denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle. Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche. Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt“ (1. Korinther 10:12, 13). Wir alle — Jung und Alt, Mann und Frau — geraten in der Schule, am Arbeitsplatz oder anderswo in viele Versuchungen. Wir wollen uns daher mit den Worten des Paulus beschäftigen und feststellen, was sie für uns bedeuten.
Nicht übertrieben selbstbewußt sein
5. Warum ist zu großes Selbstvertrauen gefährlich?
5 Paulus erklärte: „Wer ... denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“ Ein zu großes Vertrauen auf unsere moralische Stärke ist gefährlich. Es verrät einen Mangel an Verständnis, was die Natur und die Macht der Sünde angeht. Sollten wir angesichts dessen, daß Menschen wie Moses, David, Salomo und der Apostel Petrus Sünden begingen, uns nicht eingestehen, daß auch wir für Sünden anfällig sind? (4. Mose 20:2-13; 2. Samuel 11:1-27; 1. Könige 11:1-6; Matthäus 26:69-75). „Der Weise fürchtet sich und wendet sich von Schlechtem ab, der Unvernünftige aber gerät in heftigen Zorn und ist voller Selbstvertrauen“, heißt es in Sprüche 14:16. Jesus sagte außerdem: „Der Geist ist zwar voller Eifer, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26:41). Da kein unvollkommener Mensch von verdorbenen Begierden ausgenommen ist, müssen wir die Warnung des Paulus ernst nehmen und Versuchungen widerstehen, ansonsten riskieren wir einen tiefen Fall (Jeremia 17:9).
6. Wann und wie sollten wir uns auf Versuchungen vorbereiten?
6 Es ist weise, sich auf Probleme vorzubereiten, die unversehens auftreten können. König Asa erkannte, daß Friedenszeiten am besten dafür geeignet waren, seine Verteidigungsanlagen auszubauen (2. Chronika 14:2, 6, 7). Eines wußte er: Im Augenblick des Angriffs wäre es zu spät, sich vorzubereiten. In ähnlicher Weise trifft man Entscheidungen darüber, was man im Fall einer Versuchung tun wird, am besten mit einem kühlen Kopf und in entspannter Atmosphäre (Psalm 63:6). Daniel und seine gottesfürchtigen Freunde trafen ihre Entscheidung, dem Gesetz Jehovas treu zu sein, bevor sie bedrängt wurden, die Delikatessen des Königs zu essen. Daher zögerten sie nicht, an ihrer Überzeugung festzuhalten und keine unreinen Nahrungsmittel zu sich zu nehmen (Daniel 1:8). Bevor sich Umstände ergeben, die eine Versuchung darstellen, wollen wir unseren Entschluß stärken, sittlich rein zu bleiben. Dann werden wir die Kraft haben, der Sünde zu widerstehen.
7. Warum ist es tröstlich zu wissen, daß andere erfolgreich Versuchungen widerstanden haben?
7 Wie tröstlich sind für uns doch die Worte des Paulus: „Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche.“ (1. Korinther 10:13)! Der Apostel Petrus schrieb: „Widersteht ... [dem Teufel], fest im Glauben, wissend, daß die gleichen Dinge in bezug auf Leiden sich an eurer ganzen Bruderschaft in der Welt vollziehen“ (1. Petrus 5:9). Ja, andere sind in ähnliche Versuchungen geraten und haben ihnen mit Gottes Hilfe erfolgreich widerstanden, und das können wir genauso. Als wahre Christen, die in einer verdorbenen Welt leben, müssen wir alle früher oder später mit Versuchungen rechnen. Wie können wir trotzdem überzeugt sein, den Sieg zu erringen über menschliche Schwächen und die Versuchung zu sündigen?
Wir können Versuchungen widerstehen!
8. Welche grundlegende Möglichkeit gibt es, Versuchungen zu meiden?
8 Eine grundlegende Möglichkeit, nicht mehr „Sklaven der Sünde“ zu sein, besteht darin, Versuchungen wenn möglich aus dem Weg zu gehen (Römer 6:6). In Sprüche 4:14, 15 werden wir aufgefordert: „Den Pfad der Bösen betritt nicht, und wandle nicht geradewegs auf dem Weg der Schlechten. Meide ihn, zieh nicht darauf einher; wende dich davon ab, und zieh weiter.“ Wir wissen häufig im voraus, ob eine bestimmte Verkettung von Umständen die Wahrscheinlichkeit zu sündigen erhöht. Für einen Christen liegt es daher auf der Hand, ‘weiterzuziehen’, sich also von jedem und allem fernzuhalten, wodurch sündhafte Begierden entfacht werden könnten und wodurch er in unreinen Leidenschaften entbrennen könnte.
9. Wie wird in der Bibel die Flucht aus bedenklichen Situationen herausgestellt?
9 Sich einer Situation der Versuchung durch Flucht zu entziehen ist ein weiterer grundlegender Schritt, den Sieg über die Versuchung zu erringen. Paulus erteilte den Rat: „Flieht vor der Hurerei“ (1. Korinther 6:18). Er schrieb auch: „Flieht vor dem Götzendienst“ (1. Korinther 10:14). Der Apostel forderte Timotheus außerdem auf, vor einem unmäßigen Verlangen nach materiellem Reichtum sowie „vor den Begierden, die der Jugend eigen sind“, zu fliehen (2. Timotheus 2:22; 1. Timotheus 6:9-11).
10. Welche zwei gegensätzlichen Beispiele zeigen, von welchem Wert es ist, vor einer Versuchung zu fliehen?
10 Interessant ist in diesem Zusammenhang der Fall des israelitischen Königs David. Als er vom Dach seines Palastes aus die Umgebung beobachtete, sah er eine schöne Frau, die sich badete, und in seinem Herzen kamen sündhafte Begierden auf. Er hätte das Dach verlassen und vor der Versuchung fliehen sollen. Statt dessen erkundigte er sich nach dieser Frau — Bathseba —, und das hatte verheerende Folgen (2. Samuel 11:1 bis 12:23). Wie handelte dagegen Joseph, als die unmoralische Frau seines Herrn ihn aufforderte, sich zu ihr zu legen? Der Bericht sagt, daß „sie Tag für Tag auf Joseph einredete, daß er nie auf sie hörte, bei ihr zu liegen, bei ihr zu bleiben“. Auch ohne die Gebote des mosaischen Gesetzes, das es damals noch nicht gab, antwortete Joseph ihr wie folgt: „Wie ... könnte ich diese große Schlechtigkeit begehen und in Wirklichkeit gegen Gott sündigen?“ Eines Tages packte sie ihn und sagte: „Leg dich zu mir!“ Blieb Joseph dort, und versuchte er, vernünftig mit ihr zu reden? Nein! Er „ergriff die Flucht und lief hinaus“. Joseph ließ es gar nicht erst soweit kommen, daß er von einer geschlechtlichen Versuchung übermannt wurde. Er floh (1. Mose 39:7-16).
11. Was ist gegebenenfalls möglich, wenn eine Versuchung immer wieder auftritt?
11 Davonlaufen gilt manchmal als feige, aber sich buchstäblich einer bestimmten Situation zu entziehen ist häufig das Klügste, was man machen kann. An unserem Arbeitsplatz könnten wiederholt Versuchungen entstehen. Auch ohne den Arbeitsplatz zu wechseln — was oft nicht so einfach geht —, gibt es vielleicht Möglichkeiten, uns Umständen zu entziehen, die zu einer Versuchung werden können. Wir müssen vor allem fliehen, von dem wir wissen, daß es verkehrt ist, und wir sollten entschlossen sein, nur das zu tun, was recht ist (Amos 5:15). Vor Versuchungen zu fliehen würde beispielsweise erfordern, sich vor Internet-Seiten mit pornographischem Inhalt und vor anrüchigen Stätten der Unterhaltung zu hüten. Es könnte auch bedeuten, eine Zeitschrift wegzuwerfen oder sich neue Freunde zu suchen — solche, die Gott lieben und einem vielleicht helfen können (Sprüche 13:20). Klugerweise sollten wir bewußt allem den Rücken kehren, was uns zum Sündigen verleiten könnte (Römer 12:9).
Wie das Gebet helfen kann
12. Worum bitten wir Gott, wenn wir beten: „Bringe uns nicht in Versuchung.“?
12 Paulus gab folgende ermunternde Zusicherung: „Gott ... ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt“ (1. Korinther 10:13). Jehova hilft uns unter anderem dadurch, daß er unsere Gebete um Beistand, Versuchungen zu widerstehen, erhört. Jesus Christus lehrte Christen beten: „Bringe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns von dem, der böse ist“ (Matthäus 6:13). In Erhörung solcher von Herzen kommender Gebete wird Jehova uns bei einer Versuchung nicht im Stich lassen; er wird uns von Satan und seinen Listen oder listigen Handlungen befreien (Epheser 6:11, Fußnote). Wir sollten Gott bitten, uns zu helfen, Versuchungen zu erkennen, und uns die Kraft zu geben, ihnen zu widerstehen. Wenn wir ihn inständig bitten, er möge nicht zulassen, daß wir versagen, wenn wir versucht werden, wird er uns helfen, damit wir nicht von Satan — „dem, der böse ist“ — überlistet werden.
13. Was sollten wir tun, wenn wir einer Versuchung beständig ausgesetzt sind?
13 Besonders inbrünstig müssen wir beten, wenn wir einer Versuchung beständig ausgesetzt sind. Manche Versuchungen können zu heftigen inneren Kämpfen gegen Gedanken und Ansichten führen, was uns schmerzlich bewußtmacht, wie schwach wir tatsächlich sind (Psalm 51:5). Was können wir zum Beispiel tun, wenn uns Erinnerungen an eine unreine Gewohnheit quälen, die wir früher hatten? Was sollten wir tun, wenn wir versucht sind, ihr wieder zu verfallen? Statt uns lediglich zu bemühen, solche Gefühle zu unterdrücken, sollten wir die Angelegenheit Jehova im Gebet vorlegen — nötigenfalls immer wieder (Psalm 55:22). Er kann uns durch die Macht seines Wortes und seines heiligen Geistes helfen, unreine Neigungen aus unserem Sinn zu verbannen (Psalm 19:8, 9).
14. Warum ist das Gebet unerläßlich, um mit Versuchungen fertig zu werden?
14 Als Jesus im Garten Gethsemane feststellte, daß seine Apostel schläfrig waren, gab er ihnen den eindringlichen Rat: „Wacht und betet unablässig, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist zwar voller Eifer, aber das Fleisch ist schwach“ (Matthäus 26:41). Mit einer Versuchung kann man unter anderem dadurch fertig werden, daß man vor den verschiedenen Formen, die die Versuchung annehmen kann, auf der Hut ist und sich ihrer Hinterhältigkeit bewußt ist. Es ist auch äußerst wichtig, daß wir im Fall einer Versuchung unverzüglich beten, damit wir geistig gerüstet sind, dagegen anzukämpfen. Weil uns eine Versuchung dort trifft, wo wir am verwundbarsten sind, können wir ihr unmöglich ohne fremde Hilfe widerstehen. Das Gebet ist unerläßlich, weil Gottes Kraft unsere Widerstandskraft gegen Satan verstärken kann (Philipper 4:6, 7). Vielleicht benötigen wir auch den geistigen Beistand und die Gebete der „älteren Männer der Versammlung“ (Jakobus 5:13-18).
Versuchungen aktiv widerstehen
15. Was ist damit verbunden, Versuchungen zu widerstehen?
15 Wenn möglich, sollten wir einer Versuchung aus dem Weg gehen, andernfalls müssen wir ihr aktiv widerstehen, bis sie vorüber ist oder die Situation sich ändert. Als Jesus von Satan versucht wurde, widerstand er dem Teufel, bis dieser wegging (Matthäus 4:1-11). Der Jünger Jakobus schrieb: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen“ (Jakobus 4:7). Widerstehen beginnt damit, daß wir mittels des Wortes Gottes unseren Sinn befestigen und fest entschlossen sind, Gottes Maßstäbe einzuhalten. Wir tun gut daran, uns Schlüsseltexte zu merken, in denen auf unsere besondere Schwäche eingegangen wird, und über diese Texte nachzusinnen. Es wäre weise, wenn wir uns einen reifen Christen suchten — vielleicht einen Ältesten —, mit dem wir über unsere Probleme sprechen und auf dessen Hilfe wir zählen können, falls eine Versuchung an uns herantritt (Sprüche 22:17).
16. Wie können wir sittlich unbescholten bleiben?
16 Die Bibel fordert uns auf, die neue Persönlichkeit anzuziehen (Epheser 4:24). Das bedeutet, uns von Jehova formen und korrigieren zu lassen. Paulus schrieb an seinen Mitarbeiter Timotheus: „Jage ... nach Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren, Mildgesinntheit. Kämpfe den vortrefflichen Kampf des Glaubens, ergreife fest das ewige Leben, wozu du berufen worden bist“ (1. Timotheus 6:11, 12). Wir können ‘nach Gerechtigkeit jagen’, indem wir fleißig Gottes Wort studieren, um eine genaue Erkenntnis seiner Persönlichkeit zu erlangen, und uns dann im Einklang mit seinen Erfordernissen verhalten. Wichtig ist auch ein Zeitplan, der mit christlichen Aktivitäten ausgefüllt ist, wie zum Beispiel dem Predigen der guten Botschaft und dem Zusammenkunftsbesuch. Uns Gott zu nahen und vollen Nutzen aus dem zu ziehen, wofür er in geistiger Hinsicht sorgt, wird uns helfen, im Glauben zu wachsen und sittlich unbescholten zu bleiben (Jakobus 4:8).
17. Wieso können wir davon überzeugt sein, daß Gott uns in einer Versuchung nicht im Stich lassen wird?
17 Paulus versichert uns, daß keine Versuchung, die uns ergreift, jemals unsere von Gott erhaltenen Fähigkeiten, damit fertig zu werden, übersteigen wird. Jehova wird ‘den Ausweg schaffen, damit wir sie ertragen können’ (1. Korinther 10:13). Solange wir uns weiterhin auf Gott stützen, wird er tatsächlich nicht zulassen, daß eine Versuchung so übermächtig wird, daß unsere geistige Kraft nicht mehr ausreicht, die Lauterkeit zu bewahren. Er möchte, daß wir der Versuchung, etwas zu tun, was in seinen Augen verkehrt ist, aktiv widerstehen können. Außerdem können wir seiner Verheißung glauben: „Ich will dich keineswegs im Stich lassen noch dich irgendwie verlassen“ (Hebräer 13:5).
18. Warum können wir sicher sein, daß es uns möglich ist, den Sieg über menschliche Schwächen zu erringen?
18 Paulus war sich nicht im ungewissen über den Ausgang seines persönlichen Kampfes gegen menschliche Schwächen. Er betrachtete sich nicht als bedauernswertes und machtloses Opfer seiner fleischlichen Begierden. Im Gegenteil, er sagte: „Ich [laufe] nicht aufs ungewisse; ich führe meine Schläge so, daß ich nicht die Luft schlage; sondern ich zerschlage meinen Leib und mache ihn zum Sklaven, damit ich mich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst irgendwie als unbewährt erweise“ (1. Korinther 9:26, 27). Auch wir können erfolgreich gegen das unvollkommene Fleisch kämpfen. Durch die Bibel, biblische Veröffentlichungen, christliche Zusammenkünfte und reife Mitchristen läßt uns unser liebevoller himmlischer Vater beständig Mahnungen zukommen, die uns helfen, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Mit seiner Hilfe können wir den Sieg über menschliche Schwächen erringen.
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Das Sinnen des Geistes bedeutet Leben für unsDer Wachtturm 2001 | 15. März
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Das Sinnen des Geistes bedeutet Leben für uns
„Das Sinnen des Geistes ... bedeutet Leben“ (RÖMER 8:6).
1, 2. Welcher Gegensatz zwischen „Fleisch“ und „Geist“ wird in der Bibel herausgestellt?
ES IST keine geringe Herausforderung, inmitten einer verdorbenen Gesellschaft, die sich der Befriedigung fleischlicher Begierden verschrieben hat, einen sittlich reinen Stand vor Gott zu bewahren. Doch die Bibel stellt den Gegensatz zwischen „Fleisch“ und „Geist“ heraus, indem sie eine klare Trennungslinie zieht zwischen den schrecklichen Folgen für diejenigen, die sich vom sündigen Fleisch beherrschen lassen, und dem gesegneten Ausgang für alle, die sich dem Einfluß des heiligen Geistes Gottes unterwerfen.
2 Jesus Christus sagte zum Beispiel: „Der Geist ist es, der Leben gibt; das Fleisch ist von gar keinem Nutzen. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Johannes 6:63). Der Apostel Paulus schrieb an Christen in Galatien: „Das Fleisch ist in seiner Begierde gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt“ (Galater 5:17). Paulus sagte auch: „Wer im Hinblick auf sein Fleisch sät, wird von seinem Fleisch Verderben ernten, wer aber im Hinblick auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten“ (Galater 6:8).
3. Was ist nötig, um von sündhaften Begierden und Neigungen freizukommen?
3 Jehovas heiliger Geist — seine wirksame Kraft — kann unreine ‘fleischliche Begierden’ und die verderbliche Herrschaft unseres sündigen Fleisches wirkungsvoll ausmerzen (1. Petrus 2:11). Wer sich aus der Knechtschaft verkehrter Neigungen befreien will, benötigt unbedingt die Hilfe des Geistes Gottes, denn Paulus schrieb: „Das Sinnen des Fleisches bedeutet Tod, das Sinnen des Geistes aber bedeutet Leben und Frieden“ (Römer 8:6). Was ist unter dem Sinnen des Geistes zu verstehen?
„Das Sinnen des Geistes“
4. Was ist unter dem „Sinnen des Geistes“ zu verstehen?
4 Als Paulus über „das Sinnen des Geistes“ schrieb, gebrauchte er ein griechisches Wort, das die „Anschauung ..., d[ie] Sinnesart, ... d[as] Bestreben, d[as] Trachten“ bezeichnet. Ein verwandtes Verb bedeutet: „in einer bestimmten Art und Weise denken, gesinnt sein“. Mit dem Sinnen des Geistes ist somit gemeint, von Jehovas wirksamer Kraft gelenkt, beherrscht und angetrieben zu werden. Das heißt, daß wir unser Denken, unsere Neigungen und unsere Bestrebungen bereitwillig und vollständig vom heiligen Geist Gottes beeinflussen lassen.
5. Inwieweit sollten wir uns dem Einfluß des heiligen Geistes unterwerfen?
5 Inwieweit wir uns dem Einfluß des heiligen Geistes unterwerfen sollten, ließ Paulus deutlich erkennen, als er von ‘Sklaven durch den Geist’ sprach (Römer 7:6). Christen wurden auf der Grundlage ihres Glaubens an Jesu Loskaufsopfer von der Herrschaft der Sünde befreit und sind somit, was ihre frühere Stellung als Sklaven der Sünde betrifft, „gestorben“ (Römer 6:2, 11). Die in dieser Hinsicht sinnbildlich Toten sind physisch noch am Leben und sind nun frei, Christus als „Sklaven der Gerechtigkeit“ nachzufolgen (Römer 6:18-20).
Eine tiefgreifende Umwandlung
6. Welche Umwandlung erfahren diejenigen, die „Sklaven der Gerechtigkeit“ werden?
6 Die Umwandlung von „Sklaven der Sünde“ in „Sklaven der Gerechtigkeit“, die Gott dienen, ist tatsächlich tiefgreifend. Paulus schrieb mit Bezug auf einige, die solch eine Veränderung durchgemacht hatten: ‘Ihr seid reingewaschen worden, ihr seid geheiligt worden, ihr seid gerechtgesprochen worden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und mit dem Geist unseres Gottes’ (Römer 6:17, 18; 1. Korinther 6:11).
7. Warum ist es wichtig, sich Jehovas Standpunkt zu eigen zu machen?
7 Wer solch eine erstaunliche Umwandlung erfahren möchte, muß zuerst Jehovas Standpunkt kennenlernen. Vor vielen Jahrhunderten bat der Psalmist David Gott inständig: „Deine eigenen Wege, o Jehova, laß mich erkennen ... Laß mich in deiner Wahrheit wandeln, und lehre mich“ (Psalm 25:4, 5). Jehova schenkte David Gehör, und er kann auch die Gebete erhören, die seine heutigen Diener an ihn richten. Da Gottes Wege und seine Wahrheit rein und heilig sind, ist es nützlich, darüber nachzusinnen, falls wir versucht sind, unreine Begierden des Fleisches zu befriedigen.
Die wichtige Rolle des Wortes Gottes
8. Warum ist es für uns unerläßlich, die Bibel zu studieren?
8 Gottes Wort, die Bibel, ist ein Produkt seines Geistes. Diesen Geist können wir somit vor allem dadurch auf uns einwirken lassen, daß wir die Bibel — möglichst täglich — lesen und studieren (1. Korinther 2:10, 11; Epheser 5:18). Unseren Sinn und unser Herz mit biblischen Wahrheiten und Grundsätzen zu füllen wird uns helfen, Angriffen auf unser Geistiggesinntsein standzuhalten. Bei Versuchungen zur Unmoral kann uns Gottes Geist biblische Mahnungen und Richtlinien in den Sinn zurückrufen, die uns in dem Entschluß bestärken können, im Einklang mit Gottes Willen zu handeln (Psalm 119:1, 2, 99; Johannes 14:26). Wir lassen uns dann nicht dazu verleiten, einen verkehrten Weg einzuschlagen (2. Korinther 11:3).
9. Inwiefern werden wir durch unser Bibelstudium in dem Entschluß bestärkt, unser Verhältnis zu Jehova zu bewahren?
9 Wenn wir die Bibel mit Hilfe biblischer Veröffentlichungen weiterhin aufrichtig und fleißig studieren, beeinflußt Gottes Geist unseren Sinn und unser Herz und bewirkt, daß unsere Achtung vor Jehovas Maßstäben steigt. Unser Verhältnis zu Gott wird das Wichtigste in unserem Leben. Im Fall einer Versuchung werden sich unsere Gedanken nicht darum drehen, welche Freuden damit verbunden wären, etwas Verkehrtes zu tun. Statt dessen sind wir vor allem daran interessiert, unsere Lauterkeit Jehova gegenüber zu bewahren. Große Wertschätzung für unser Verhältnis zu ihm veranlaßt uns, gegen jegliche Neigung anzukämpfen, die es schädigen oder zerstören könnte.
„Wie liebe ich doch dein Gesetz!“
10. Warum kann man nur dann geistig gesinnt sein, wenn man Jehovas Gesetzen gehorcht?
10 Das Sinnen des Geistes erfordert mehr, als eine Erkenntnis des Wortes Gottes zu besitzen. König Salomo hatte zwar ein sehr gutes Verständnis der Maßstäbe Jehovas, aber gegen Ende seines Lebens versäumte er, dementsprechend zu leben (1. Könige 4:29, 30; 11:1-6). Wer geistig gesinnt ist, erkennt, daß er nicht nur wissen muß, was in der Bibel steht, sondern daß er Gottes Gesetzen auch mit ungeteiltem Herzen gehorchen muß. Das bedeutet, sich gewissenhaft mit Jehovas Maßstäben auseinanderzusetzen und sich eifrig zu bemühen, ihnen zu entsprechen. Der Psalmist hatte solch eine Gesinnung. Er sang: „Wie liebe ich doch dein Gesetz! Den ganzen Tag befasse ich mich damit“ (Psalm 119:97). Wenn wir wirklich darauf bedacht sind, Gottes Gesetzen zu gehorchen, fühlen wir uns veranlaßt, gottgefällige Eigenschaften hervorzubringen (Epheser 5:1, 2). Statt hilflos zu verkehrten Handlungen getrieben zu werden, offenbaren wir die Frucht des Geistes, und weil wir Jehova gefallen möchten, wenden wir uns von den schändlichen „Werke[n] des Fleisches“ ab (Galater 5:16, 19-23; Psalm 15:1, 2).
11. Wie würden wir erklären, warum Jehovas Gesetz, das Hurerei verbietet, ein Schutz für uns ist?
11 Wie können wir es lernen, tiefen Respekt vor Jehovas Gesetzen zu haben und diese wirklich zu lieben? Eine Möglichkeit ist, ihren Wert genau zu untersuchen. Nehmen wir einmal Gottes Gesetz, das Geschlechtsbeziehungen auf die Ehe beschränkt sowie Hurerei und Ehebruch verbietet (Hebräer 13:4). Wird uns durch das Beachten dieses Gesetzes irgend etwas Gutes vorenthalten? Würde ein liebevoller himmlischer Vater ein Gesetz erlassen, durch das uns etwas Vorteilhaftes verwehrt wird? Natürlich nicht! Sehen wir uns doch das Leben vieler an, die nicht im Einklang mit Jehovas Sittenmaßstäben leben. Unerwünschte Schwangerschaften veranlassen sie häufig zu Abtreibungen oder auch dazu, zu früh zu heiraten, mit der Konsequenz, daß sie eine unglückliche Ehe führen. Nicht wenige müssen ohne Ehepartner ein Kind großziehen. Außerdem können sich diejenigen, die Hurerei treiben, mit sexuell übertragbaren Krankheiten anstecken (1. Korinther 6:18). Und sollte ein Diener Jehovas Hurerei begehen, kann das verheerende emotionelle Folgen haben. Zu versuchen, Gewissensbisse zu unterdrücken, kann schlaflose Nächte und geistigen Schmerz bereiten (Psalm 32:3, 4; 51:3). Ist es angesichts dessen nicht offensichtlich, daß Jehovas Gesetz, das Hurerei verbietet, uns schützen soll? Ja, es ist tatsächlich von großem Nutzen, sittliche Reinheit zu bewahren!
Um Jehovas Hilfe beten
12, 13. Warum ist es passend zu beten, wenn wir gegen sündhafte Wünsche ankämpfen müssen?
12 Das Sinnen des Geistes erfordert gewiß von Herzen kommende Gebete. Es ist angebracht, um die Hilfe des Geistes Gottes zu bitten, denn Jesus sagte: „Wenn ... [ihr] euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Lukas 11:13). Im Gebet können wir zum Ausdruck bringen, wie sehr wir wegen unserer Schwächen auf die Hilfe des Geistes angewiesen sind (Römer 8:26, 27). Wenn uns bewußt wird, daß wir von sündhaften Wünschen oder Neigungen beeinflußt werden, oder wenn uns ein liebevoller Mitchrist darauf aufmerksam macht, ist es weise, in unseren Gebeten konkret auf das Problem einzugehen und Gott um Beistand dabei zu bitten, diesen Tendenzen entgegenzuwirken.
13 Jehova kann uns helfen, uns auf gerechte, keusche, tugendhafte und lobenswerte Dinge zu konzentrieren. Und wie passend es ist, ihn ernstlich darum zu bitten, daß der „Frieden Gottes“ unser Herz und unsere Denkkraft behüten möge! (Philipper 4:6-8). Bitten wir Jehova daher, uns zu helfen, nach „Gerechtigkeit, Gottergebenheit, Glauben, Liebe, Ausharren, Mildgesinntheit“ zu jagen (1. Timotheus 6:11-14). Dank der Hilfe unseres himmlischen Vaters werden Ängste und Versuchungen nicht so groß werden, daß sie sich nicht mehr beherrschen lassen. Statt dessen wird sich unser Leben durch von Gott gewährte Ruhe auszeichnen.
Den Geist nicht betrüben
14. Inwiefern ist Gottes Geist eine Kraft zur Reinheit?
14 Reife Diener Jehovas befolgen in ihrem Leben den Rat des Paulus: „Löscht das Feuer des Geistes nicht aus“ (1. Thessalonicher 5:19). Als „Geist der Heiligkeit“ ist Gottes Geist unbefleckt, rein und heilig (Römer 1:4). Wirkt dieser Geist auf uns ein, ist er somit eine Kraft zur Heiligkeit oder Reinheit. Er hilft uns, stets ein reines Leben zu führen, das sich durch Gehorsam gegenüber Gott auszeichnet (1. Petrus 1:2). Jede unreine Gewohnheit ist eine Mißachtung des Geistes und kann katastrophale Folgen haben. Wieso?
15, 16. (a) Wie könnten wir Gottes Geist betrüben? (b) Wie können wir es vermeiden, Jehovas Geist zu betrüben?
15 Nun, Paulus schrieb: „Betrübt nicht Gottes heiligen Geist, mit dem ihr versiegelt worden seid für einen Tag der Befreiung durch Lösegeld“ (Epheser 4:30). Gemäß der Bibel ist Jehovas Geist für treue gesalbte Christen ein Siegel oder „Unterpfand für das, was kommen soll“. Und dabei handelt es sich um das unvergängliche Leben im Himmel (2. Korinther 1:22; 1. Korinther 15:50-57; Offenbarung 2:10). Gottes Geist kann Gesalbte und ihre Gefährten, die die irdische Hoffnung haben, anleiten, ihr Leben in Treue zu führen, und er kann ihnen helfen, sündige Werke zu meiden.
16 Der Apostel warnte unter anderem vor der Neigung zum Lügen, zum Stehlen oder zu einem schändlichen Lebenswandel. Würden wir solchen Dingen zuneigen, ohne etwas dagegen zu unternehmen, würden wir dem vom Geist inspirierten Rat des Wortes Gottes zuwiderhandeln (Epheser 4:17-29; 5:1-5). In gewissem Maß würden wir dadurch Gottes Geist betrüben, und das möchten wir gewiß nicht. Sollte jemand von uns begonnen haben, den Rat des Wortes Jehovas außer acht zu lassen, könnte er eine Gesinnung oder Charakterzüge entwickeln, die zu vorsätzlichen Sünden führen und somit zum vollständigen Verlust der Gunst Gottes (Hebräer 6:4-6). Obwohl er gegenwärtig womöglich keine Sünde treibt, kann er bereits darauf zusteuern. Dadurch, daß er sich fortgesetzt der Führung des Geistes widersetzt, betrübt er ihn schon. Er widersetzt sich auch Jehova, von dem der heilige Geist ausgeht, und betrübt ihn. Als Menschen, die Gott lieben, wollen wir das niemals tun. Beten wir statt dessen aufrichtig zu Jehova um Hilfe, damit wir seinen Geist nicht betrüben, sondern dadurch Ehre auf seinen heiligen Namen bringen, daß wir weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht sind.
Weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht sein
17. Was sind einige geistige Ziele, die wir uns stecken könnten, und warum ist es weise, danach zu streben?
17 Eine bemerkenswerte Möglichkeit, weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht zu sein, bietet sich uns dadurch, daß wir uns geistige Ziele stecken und darauf hinarbeiten, sie zu erreichen. Unseren Bedürfnissen und Umständen entsprechend können wir uns beispielsweise zum Ziel setzen, unsere Studiengewohnheiten zu verbessern oder unsere Beteiligung am Predigtwerk zu vergrößern. Wir könnten auch ein bestimmtes Dienstvorrecht anstreben wie den Vollzeitpredigtdienst als Pionier, den Betheldienst oder den Missionardienst. Dadurch wird unser Sinn stets mit geistigen Interessen beschäftigt sein. Das hilft uns zum einen, unseren menschlichen Schwächen entgegenzuwirken, damit wir ihnen nicht erliegen, und zum anderen, nicht von materialistischen Zielen und unbiblischen Wünschen getrieben zu werden, wie sie im gegenwärtigen System der Dinge üblich sind. Wer so handelt, ist sicherlich weise, denn Jesus gab den eindringlichen Rat: „Hört auf, euch Schätze auf der Erde aufzuhäufen, wo Motte und Rost sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen. Häuft euch vielmehr Schätze im Himmel auf, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ (Matthäus 6:19-21).
18. Warum ist es in den gegenwärtigen letzten Tagen so wichtig, weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht zu sein?
18 Durch das Sinnen des Geistes weltliches Verlangen gar nicht erst in sich aufkommen zu lassen ist in den gegenwärtigen „letzten Tagen“ gewiß das Klügste, was man tun kann (2. Timotheus 3:1-5). Denn „die Welt vergeht und ebenso ihre Begierde, wer aber den Willen Gottes tut, bleibt immerdar“ (1. Johannes 2:15-17). Strebt ein junger Christ beispielsweise den Vollzeitdienst an, kann ihm dies in der schwierigen Zeit als Jugendlicher oder junger Erwachsener als Leitstrahl dienen. Bedrängt man ihn, einen Kompromiß zu schließen, wird er eine klare Vision von dem haben, was er im Dienst für Jehova erreichen möchte. Als Geistesmensch wird er es für unklug, ja sogar für töricht erachten, seine geistigen Ziele aufzugeben, sei es um materieller Bestrebungen oder um irgendeines Vergnügens willen, das die Sünde zu bereiten verspricht. Denken wir daran, daß der geistig gesinnte Moses „es sich erwählte, eher mit dem Volk Gottes schlecht behandelt zu werden, als den zeitweiligen Genuß der Sünde zu haben“ (Hebräer 11:24, 25). Wir treffen eine vergleichbare Wahl, wenn wir, ob jung oder alt, weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht sind statt auf das Sinnen des gefallenen Fleisches.
19. Von welchem Nutzen wird es für uns sein, weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht zu sein?
19 „Das Sinnen des Fleisches [bedeutet] Feindschaft mit Gott“, das „Sinnen des Geistes“ dagegen „Leben und Frieden“ (Römer 8:6, 7). Solange wir auf das Sinnen des Geistes bedacht sind, werden wir kostbaren Frieden verspüren. Unser Herz und unsere Denkkraft werden in noch vollerem Maße vor dem Einfluß unseres sündigen Zustands geschützt. Wir werden der Versuchung, eine Missetat zu begehen, besser widerstehen können. Und wir werden Gottes Hilfe dabei haben, den ständigen Kampf zu führen, der sich zwischen Fleisch und Geist abspielt.
20. Warum können wir sicher sein, daß es möglich ist, aus dem Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist siegreich hervorzugehen?
20 Dadurch, daß wir weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht sind, erhalten wir die lebenswichtige Verbindung zu Jehova aufrecht, der sowohl Quell des Lebens als auch Ursprung des heiligen Geistes ist (Psalm 36:9; 51:11). Satan, der Teufel, und seine Helfershelfer tun alles in ihrer Macht Stehende, um unser Verhältnis zu Jehova Gott zu zerstören. Sie versuchen, die Kontrolle über unseren Sinn zu erlangen, da sie wissen, daß es Feindschaft mit Gott und den Tod nach sich zieht, wenn wir nachgeben. Doch wir können aus dem Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist siegreich hervorgehen. Paulus machte diese Erfahrung, denn als er über seinen eigenen Kampf schrieb, fragte er zunächst: „Wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist?“ Dann zeigte er, daß Rettung möglich ist, denn er rief aus: „Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!“ (Römer 7:21-25). Auch wir können Gott durch Christus dafür danken, daß er uns mit dem versorgt, was nötig ist, um mit menschlichen Schwächen fertig zu werden und in der wunderbaren Hoffnung auf ewiges Leben weiterhin auf das Sinnen des Geistes bedacht zu sein (Römer 6:23).
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