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  • „Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Januar
    • STUDIENARTIKEL 4

      „Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist“

      „Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind“ (RÖM. 8:16)

      LIED 25 Sein besonderes Eigentum

      VORSCHAUa

      Über den Köpfen von etwa 120 Jüngern erscheinen „Zungen wie aus Feuer“ und alle werden „mit heiligem Geist erfüllt“.

      Zu Pfingsten goss Jehova auf eindrucksvolle Weise seinen heiligen Geist auf eine Gruppe von etwa 120 Christen aus (Siehe Absatz 1, 2)

      1, 2. Was geschieht am Pfingsttag 33?

      ES IST Sonntagmorgen am Pfingsttag 33 u. Z. Eine Gruppe von etwa 120 Jüngern ist in einem Raum im Obergeschoss eines Hauses in Jerusalem zusammen (Apg. 1:13-15; 2:1). Jesus hatte sie einige Tage zuvor angewiesen, in Jerusalem zu bleiben und auf etwas Besonderes zu warten (Apg. 1:4, 5). Was geschieht dann?

      2 Plötzlich kommt „ein Geräusch vom Himmel wie das Rauschen einer kräftigen Brise“ und erfüllt das ganze Haus. Über den Köpfen der Jünger erscheinen „Zungen wie aus Feuer“ und alle werden „mit heiligem Geist erfüllt“ (Apg. 2:2-4). Auf diese eindrucksvolle Weise gießt Jehova seinen heiligen Geist auf diese Jünger aus (Apg. 1:8). Sie sind die Ersten, die mit heiligem Geist gesalbtb werden und die Hoffnung geschenkt bekommen, mit Jesus im Himmel zu regieren.

      WAS GESCHIEHT, WENN JEMAND GESALBT WIRD?

      3. Warum hatten die Jünger zu Pfingsten keine Zweifel, dass sie mit heiligem Geist gesalbt wurden?

      3 Wärst du damals unter den Jüngern gewesen, die in diesem Raum zusammen waren, hättest du das sicher nie vergessen. Auf deinem Kopf hätte sich etwas niedergelassen, das wie eine Feuerzunge aussah, und du hättest plötzlich eine Fremdsprache gesprochen (Apg. 2:5-12). Du hättest keinerlei Zweifel gehabt, dass du mit heiligem Geist gesalbt wurdest. Aber werden alle Gesalbten auf spektakuläre Weise und zur selben Zeit in ihrem Leben gesalbt? Nein. Woher wissen wir das?

      4. Wurden alle Gesalbten im 1. Jahrhundert zur gleichen Zeit berufen? Erkläre es.

      4 Sehen wir uns den Zeitpunkt an. Die etwa 120 Christen waren nicht die Einzigen, die zu Pfingsten 33 mit heiligem Geist gesalbt wurden. Später am selben Tag erhielten noch rund 3 000 andere den versprochenen heiligen Geist. Sie wurden bei ihrer Taufe gesalbt (Apg. 2:37, 38, 41). Das war in den darauffolgenden Jahren aber nicht bei allen gesalbten Christen der Fall. Bei den Samaritern erfolgte die Salbung erst einige Zeit nach der Taufe (Apg. 8:14-17). Und Kornelius und seine Hausgemeinschaft waren sicher eine Ausnahme, denn sie wurden sogar schon vor ihrer Taufe gesalbt (Apg. 10:44-48).

      5. Was geschieht gemäß 2. Korinther 1:21, 22, wenn jemand gesalbt wird?

      5 Sehen wir uns nun an, was geschieht, wenn jemand mit heiligem Geist gesalbt wird. Manchen Gesalbten fällt es anfangs vielleicht schwer zu akzeptieren, dass Jehova sie berufen hat. Sie fragen sich womöglich: Warum hat Gott mich ausgewählt? Andere reagieren eventuell nicht so. Doch auf alle Gesalbten trifft das zu, was der Apostel Paulus wie folgt beschreibt: „Nachdem ihr gläubig geworden wart, habt ihr durch ihn den versprochenen heiligen Geist als Siegel erhalten,c der ein im Voraus gegebenes Pfand für unser Erbe ist“ (Eph. 1:13, 14). Jehova macht diesen Christen also durch seinen heiligen Geist unmissverständlich klar, dass er sie auserwählt hat. Der heilige Geist ist somit ein „Pfand“ oder eine Garantie dafür, dass sie in Zukunft nicht mehr auf der Erde, sondern im Himmel leben werden. (Lies 2. Korinther 1:21, 22.)

      6. Nur wann erhält ein gesalbter Christ seine Belohnung im Himmel?

      6 Ist Christen durch die Salbung ihre Belohnung im Himmel garantiert? Nein. Sie sind zwar sicher, dass sie auserwählt wurden, doch sie müssen an die Aufforderung denken: „Brüder, strengt euch umso mehr an, damit ihr sicher erreicht, wozu ihr berufen und auserwählt worden seid. Wenn ihr das alles weiter tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen“ (2. Pet. 1:10). Selbst wenn ein Christ also dazu auserwählt oder berufen wurde, in den Himmel zu kommen, erhält er seine Belohnung nur, wenn er treu bleibt (Phil. 3:12-14; Heb. 3:1; Offb. 2:10).

      WOHER WEISS JEMAND, DASS ER GESALBT IST?

      7. Woher wissen Gesalbte, dass sie die himmlische Berufung haben?

      7 Woher weiß jemand, ob er oder sie die himmlische Berufung hat? Die Antwort darauf wird aus dem deutlich, was Paulus an die „zu Heiligen Berufenen“ in Rom schrieb: „Ihr habt nicht einen Geist der Sklaverei empfangen, der wieder Furcht hervorruft, sondern ihr habt einen Geist empfangen, den Gott gibt, um uns als seine Söhne anzunehmen. Durch diesen Geist rufen wir aus: ‚Abba, Vater!‘ Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind“ (Röm. 1:7; 8:15, 16). Gott macht Gesalbten also durch seinen heiligen Geist deutlich, dass sie die himmlische Berufung haben (1. Thes. 2:12).

      8. Wie zeigt 1. Johannes 2:20, 27, dass gesalbte Christen niemand brauchen, der ihre Salbung bestätigt?

      8 Jehova beseitigt jeden Zweifel aus dem Sinn und dem Herzen derer, die er zu Leben im Himmel eingeladen hat. (Lies 1. Johannes 2:20, 27.) Natürlich müssen gesalbte Christen wie alle anderen von Jehova durch die Versammlung belehrt werden. Sie brauchen allerdings niemand, der ihnen bestätigt, dass sie gesalbt sind. Schließlich macht Jehova ihnen das durch die stärkste Kraft im Universum, seinen heiligen Geist, unmissverständlich klar.

      SIE SIND „WIEDERGEBOREN“

      9. Welche Veränderung erlebt jemand bei seiner Salbung, wie in Epheser 1:18 beschrieben?

      9 Den meisten Dienern Gottes heute fällt es vielleicht schwer zu verstehen, was mit jemandem passiert, wenn er von Gott gesalbt wird. Das ist verständlich, weil sie das ja nicht selbst erlebt haben. Gott hat die Menschen dafür geschaffen, auf der Erde zu leben, nicht im Himmel (1. Mo. 1:28; Ps. 37:29). Einige Menschen hat Jehova jedoch dazu auserwählt, im Himmel zu leben. Bei ihrer Salbung verändert er ihre Hoffnung und ihr Denken grundlegend, sodass sie sich auf ein Leben im Himmel freuen. (Lies Epheser 1:18.)

      10. Was bedeutet es, „wiedergeboren“ zu werden? (Siehe auch Fußnote.)

      10 Bei ihrer Salbung mit heiligem Geist werden Christen „wiedergeboren“ oder „von oben geboren“.d Wie Jesus außerdem andeutete, ist es unmöglich, jemandem, der es nicht selbst erlebt hat, völlig begreiflich zu machen, wie es ist, „wiedergeboren“ oder „vom Geist geboren“ zu werden (Joh. 3:3-8, Fn.).

      11. Wie ändert sich das Denken von Christen, die gesalbt werden?

      11 Wie ändert sich das Denken von Christen, die gesalbt werden? Vor ihrer Salbung freuten sie sich sehr über die Hoffnung, für immer auf der Erde zu leben. Sie haben die Zeit herbeigesehnt, in der Jehova alles Böse beseitigt und die Erde zu einem Paradies macht. Vielleicht haben sie sich vorgestellt, verstorbene Angehörige und Freunde wieder zu begrüßen. Doch nach ihrer Salbung änderte sich ihr Empfinden. Warum? Sie waren nicht plötzlich unzufrieden mit der Aussicht, auf der Erde zu leben. Auch dachten sie nicht anders, weil sie unter emotionalem Stress standen oder innerlich aufgewühlt waren. Sie fanden es nicht plötzlich langweilig, für immer auf der Erde zu leben. Vielmehr änderte Jehova durch seinen heiligen Geist ihr Denken und ihre Hoffnung.

      12. Wie denken Gesalbte gemäß 1. Petrus 1:3, 4 über ihre Zukunftsaussicht?

      12 Wer gesalbt worden ist, findet vielleicht, dass er diese Ehre gar nicht verdient. Doch er zweifelt keine Sekunde daran, dass Jehova ihn auserwählt hat. Vielmehr erfüllt es ihn mit großer Freude und Dankbarkeit, wenn er an seine Zukunftsaussicht denkt. (Lies 1. Petrus 1:3, 4.)

      13. Wie betrachten Gesalbte ihr Leben auf der Erde?

      13 Bedeutet das, dass Gesalbte sterben möchten? Der Apostel Paulus beantwortet diese Frage. Er verglich ihren menschlichen Körper mit einem Zelt und sagte: „Wir, die wir in diesem Zelt sind, seufzen und sind belastet, weil wir es nicht ablegen wollen, aber gern das andere anlegen würden, damit das Sterbliche vom Leben verschlungen wird“ (2. Kor. 5:4). Diese Christen möchten nicht möglichst schnell sterben, so als hätten sie das Interesse am Leben auf der Erde verloren. Ganz im Gegenteil! Sie genießen das Leben und möchten jeden Tag dafür einsetzen, Jehova mit ihrer Familie und ihren Freunden zu dienen. Doch sie denken dabei immer an die wunderbare Hoffnung, die sie für die Zukunft haben (1. Kor. 15:53; 2. Pet. 1:4; 1. Joh. 3:2, 3; Offb. 20:6).

      HAT JEHOVA DICH GESALBT?

      14. Was ist kein Beweis für die Geistsalbung?

      14 Fragst du dich, ob du mit heiligem Geist gesalbt wurdest? Dann denk doch einmal über diese wichtigen Fragen nach: Hast du den brennenden Wunsch, zu tun, was Jehova möchte? Findest du, dass du im Predigtdienst besonders eifrig bist? Begeistert es dich, in der Bibel nach den „tiefen Dingen Gottes“ zu forschen? (1. Kor. 2:10). Hast du das Gefühl, mit Jehovas Hilfe im Dienst viel Schönes zu erreichen? Verspürst du eine ausgeprägte Verantwortung, anderen zu helfen, im Glauben zu wachsen? Hast du erlebt, wie Jehova dir immer wieder konkret beigestanden hat? Vielleicht beantwortest du diese Fragen mit einem eindeutigen Ja. Ist das dann der Beweis für deine Berufung zu Leben im Himmel? Nein, denn das kann auf alle Diener Gottes zutreffen, ob gesalbt oder nicht. Jehova kann jedem seiner Diener durch seinen Geist die gleiche Kraft geben, welche Zukunftsaussicht er auch hat. Allein dass du dich fragst, ob du mit heiligem Geist gesalbt wurdest, zeigt, dass es nicht so ist. Wer von Jehova berufen worden ist, hat keine Zweifel. Er weiß es einfach.

      Verschiedene Szenen: Viele freuen sich auf ewiges Leben auf der Erde. 1. König David. 2. Ein Bruder im Gefängnis. 3. Abraham. 4. Sara. 5. Johannes der Täufer. 6. Ein Ehepaar. 7. Menschen verschiedenen Alters. 8. Ein Bruder mit einer geöffneten Bibel in der Hand.

      Jehova gab Abraham, Sara, David und Johannes dem Täufer durch seinen heiligen Geist die Kraft, Großes zu vollbringen. Doch er gab ihnen durch diesen Geist nicht die Hoffnung, im Himmel zu leben (Siehe Absatz 15, 16)e

      15. Woher wissen wir, dass nicht alle, die heiligen Geist empfangen, zu Leben im Himmel berufen wurden?

      15 Die Bibel spricht von vielen Glaubensmännern, in denen der heilige Geist wirkte, die aber nicht die Aussicht hatten, im Himmel zu leben. David beispielsweise wurde vom heiligen Geist geleitet (1. Sam. 16:13). So konnte er tiefe Wahrheiten über Jehova erkennen und wurde sogar angeleitet, Teile der Bibel zu schreiben (Mar. 12:36). Trotzdem schrieb der Apostel Petrus: „David ist nicht in den Himmel aufgefahren“ (Apg. 2:34). Johannes der Täufer war „mit heiligem Geist erfüllt“ (Luk. 1:13-16). Jesus sagte, dass es keinen Größeren als Johannes gab. Doch wie er auch erwähnte, würde Johannes nicht zum Königreich des Himmels gehören (Mat. 11:10, 11). Jehova gab diesen Männern durch seinen heiligen Geist die Kraft, Großes zu vollbringen. Allerdings wählte er sie durch diesen Geist nicht dazu aus, im Himmel zu leben. Bedeutet das also, sie waren weniger treu als diejenigen, die zu Leben im Himmel berufen wurden? Nein. Es bedeutet einfach, dass Jehova sie auf einer paradiesischen Erde auferwecken wird (Joh. 5:28, 29; Apg. 24:15).

      16. Worauf freuen sich die meisten Diener Gottes heute?

      16 Heute haben die meisten Diener Gottes auf der Erde nicht die Aussicht, im Himmel zu leben. Wie Abraham, Sara, David, Johannes der Täufer und viele andere Männer und Frauen in biblischer Zeit freuen sie sich darauf, unter der Königreichsregierung auf der Erde zu leben (Heb. 11:10).

      17. Worauf geht der nächste Artikel ein?

      17 Da es unter Gottes Volk heute noch Gesalbte gibt, stellen sich natürlich bestimmte Fragen (Offb. 12:17). Zum Beispiel: Wie sollten Gesalbte sich selbst betrachten? Wie sollten wir reagieren, wenn jemand aus der Versammlung beim Gedächtnismahl zum ersten Mal von den Symbolen nimmt? Sollte es uns beunruhigen, wenn sich immer mehr zu den Gesalbten zählen? Auf diese Fragen geht der nächste Artikel ein.

      a Seit Pfingsten 33 stellt Jehova bestimmten Christen etwas Wunderbares in Aussicht. Sie dürfen mit seinem Sohn im Himmel regieren. Aber woher wissen diese Christen, dass sie dafür auserwählt wurden? Was passiert, wenn jemand diese Einladung bekommt? Um diese interessanten Fragen geht es jetzt. Grundlage ist ein Artikel im Wachtturm von Januar 2016.

      b KURZ ERKLÄRT: Mit heiligem Geist gesalbt. Jehova gebraucht seinen heiligen Geist, um Menschen dafür auszuwählen, mit Jesus im Himmel zu regieren. Durch seinen Geist gibt er ihnen ein Versprechen für die Zukunft, „ein im Voraus gegebenes Pfand“ (Eph. 1:13, 14). Diese Christen können sagen, dass der Geist ihnen „bezeugt“ oder deutlich macht, dass sie ihre Belohnung im Himmel erhalten werden (Röm. 8:16).

      c KURZ ERKLÄRT: Endgültig erhält jemand dieses Siegel erst vor seinem Tod in Treue oder irgendwann vor Ausbruch der großen Drangsal (Eph. 4:30; Offb. 7:2-4; siehe „Fragen von Lesern“ im Wachtturm von April 2016).

      d Weitere Erklärungen darüber, was es bedeutet, wiedergeboren zu werden, findet man im Wachtturm vom 1. April 2009, S. 3–12.

  • „Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist“
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Januar
  • Wir werden mit euch gehen
    Der Wachtturm (Studienausgabe) 2020 | Januar
    • STUDIENARTIKEL 5

      Wir werden mit euch gehen

      „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott an eurer Seite ist“ (SACH. 8:23)

      LIED 26 Ihr habt es für mich getan

      VORSCHAUa

      Zehn Männer aus verschiedenen Völkern greifen nach dem Gewand eines Juden.

      Die anderen Schafe („zehn Männer“) fühlen sich geehrt, Jehova zusammen mit den Gesalbten („ein Jude“) anzubeten (Siehe Absatz 1, 2)

      1. Was sagte Jehova über die heutige Zeit voraus?

      JEHOVA sagte über die heutige Zeit voraus: „Zehn Männer aus allen Sprachen der Völker [werden] nach dem Gewand eines Juden greifen, ja sie werden es festhalten und sagen: ‚Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott an eurer Seite ist‘ “ (Sach. 8:23). Der hier erwähnte „Jude“ steht für diejenigen, die Gott mit heiligem Geist gesalbt hat. Sie werden auch als „das Israel Gottes“ bezeichnet (Gal. 6:16). Die „zehn Männer“ stehen für Menschen, die die Aussicht haben, für immer auf der Erde zu leben. Sie wissen, dass Jehova die Gruppe der Gesalbten segnet, und fühlen sich geehrt, ihn zusammen mit den Gesalbten anzubeten.

      2. In welchem Sinn „gehen“ die „zehn Männer“ mit den Gesalbten?

      2 Es ist nicht möglich, den Namen jedes Gesalbten zu kennen,b der heute auf der Erde lebt. Trotzdem können Menschen mit der Aussicht, ewig auf der Erde zu leben, mit den Gesalbten „gehen“. Wie? Gemäß der Bibel würden „zehn Männer“ das „Gewand eines Juden . . . festhalten und sagen: ‚Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott an eurer Seite ist.‘ “ In diesem Vers wird zwar nur ein einziger Jude erwähnt, doch die Wörter „euch“ und „eurer“ beziehen sich auf mehrere Personen. Der „Jude“ muss also für die gesamte Gruppe der Gesalbten stehen. Diejenigen, die nicht gesalbt sind, dienen Jehova zusammen mit den Gesalbten. Sie betrachten sie jedoch nicht als ihre Führer, denn diese Rolle hat Jesus (Mat. 23:10).

      3. Welche Fragen werden im Artikel behandelt?

      3 Da es in Gottes Volk heute noch gesalbte Christen gibt, fragen sich manche vielleicht: 1. Wie sollten Gesalbte sich selbst betrachten? 2. Wie sollte man sich gegenüber denen verhalten, die von den Symbolen nehmen? 3. Sollte es uns beunruhigen, wenn ihre Zahl steigt? Diese Fragen werden im Artikel behandelt.

      WIE SOLLTEN GESALBTE SICH SELBST BETRACHTEN?

      4. Über welche Warnung in 1. Korinther 11:27-29 sollten Gesalbte ernsthaft nachdenken und warum?

      4 Gesalbte sollten ernsthaft über die warnenden Worte in 1. Korinther 11:27-29 nachdenken. (Lies.) Wie könnte ein Gesalbter „in unwürdiger Weise“ am Gedächtnismahl teilnehmen? Das wäre der Fall, wenn er von den Symbolen nimmt, aber nicht nach Jehovas gerechten Maßstäben lebt (Heb. 6:4-6; 10:26-29). Gesalbten ist bewusst, dass sie „den Preis der Berufung nach oben, den Gott durch Christus Jesus gibt“ nur dann erhalten, wenn sie treu bleiben (Phil. 3:13-16).

      5. Wie sollten Gesalbte sich selbst betrachten?

      5 Jehova hilft seinen Dienern durch seinen heiligen Geist, demütig zu sein und nicht stolz (Eph. 4:1-3; Kol. 3:10, 12). Deshalb halten sich Gesalbte nicht für etwas Besseres. Sie wissen, dass Jehova ihnen nicht unbedingt mehr Geist gibt als seinen anderen Dienern. Auch glauben sie nicht, dass sie biblische Wahrheiten besser verstehen als andere. Und sie würden niemals jemand anderem einreden, er sei ebenfalls gesalbt und solle von den Symbolen nehmen. Vielmehr erkennen sie demütig an: Nur Jehova beruft Menschen zu Leben im Himmel.

      6. Wie sollten sich gesalbte Christen gemäß 1. Korinther 4:7, 8 verhalten?

      6 Gesalbte fühlen sich zwar geehrt, zu Leben im Himmel berufen worden zu sein, doch sie erwarten deswegen keine bevorzugte Behandlung (Phil. 2:2, 3). Auch ist ihnen klar, dass Jehova es nicht jeden wissen ließ, als er sie salbte. Deshalb sind sie nicht überrascht, wenn andere nicht sofort glauben, dass sie wirklich gesalbt sind. Sie wissen, dass die Bibel davor warnt, jemandem vorschnell zu glauben, der behauptet, von Gott eine besondere Verantwortung bekommen zu haben (Offb. 2:2). Da Gesalbte nicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, würden sie anderen nicht gleich bei der ersten Begegnung von ihrer Salbung erzählen. Und sie würden damit natürlich auch nicht prahlen. (Lies 1. Korinther 4:7, 8.)

      7. Was werden Gesalbte vermeiden und warum?

      7 Gesalbte denken nicht, sie sollten nur mit anderen Gesalbten zusammen sein, so als gehörten sie zu einem exklusiven Klub. Sie versuchen nicht, andere Gesalbte ausfindig zu machen, um über ihre Salbung zu sprechen oder um eigene Bibelstudiengruppen zu bilden (Gal. 1:15-17). Die Versammlung wäre dann nicht geeint. Sie würden gegen den heiligen Geist arbeiten, der ja Frieden und Einheit in Gottes Volk fördert (Röm. 16:17, 18).

      WIE SOLLTE MAN SICH GEGENÜBER GESALBTEN VERHALTEN?

      Ein Vertreter der Weltzentrale und seine Frau werden von vielen Brüdern und Schwestern umringt, die Fotos von ihnen machen wollen.

      Wir sollten weder Gesalbte noch andere Brüder mit Führungsaufgaben wie Prominente behandeln (Siehe Absatz 8)f

      8. Warum sollten wir darauf achten, wie wir uns gegenüber jemandem verhalten, der vom Brot und vom Wein nimmt? (Siehe auch Fußnote.)

      8 Wie sollten wir uns gegenüber gesalbten Brüdern und Schwestern verhalten? Es wäre falsch, jemand übermäßig zu bewundern – selbst wenn er ein gesalbter Bruder von Christus ist (Mat. 23:8-12). Wenn die Bibel von Ältesten spricht, spornt sie uns zwar an, uns „ein Beispiel an ihrem Glauben“ zu nehmen, aber sie sagt nicht, dass wir irgendeinen Menschen zu unserem Führer machen sollten (Heb. 13:7). Es stimmt, die Bibel spricht von Menschen, die „doppelte Ehre verdient“ haben. Doch sie verdienen diese Ehre nicht deshalb, weil sie gesalbt sind, sondern weil sie „ihrer Führungsaufgabe gut nachkommen“ und „sich im Reden und Lehren voll einsetzen“ (1. Tim. 5:17). Gesalbten zu viel Lob und Aufmerksamkeit zu schenken, könnte sie in Verlegenheit bringen.c Oder noch schlimmer: Sie könnten stolz werden (Röm. 12:3). Wir wollen nichts tun, was einen gesalbten Bruder Christi zu einem so schweren Fehler verleiten könnte! (Luk. 17:2).

      9. Wie können wir Gesalbten Respekt erweisen?

      9 Wie können wir denen Respekt erweisen, die Jehova gesalbt hat? Wir würden sie nicht fragen, wie sie gesalbt wurden. Das ist eine persönliche Sache und wir haben kein Anrecht, das zu wissen (1. Thes. 4:11; 2. Thes. 3:11). Auch sollten wir nicht davon ausgehen, dass der Ehepartner, die Eltern oder andere Verwandte ebenfalls gesalbt sind. Die Aussicht auf ein Leben im Himmel erbt man nicht von Angehörigen. Die Berufung kommt von Gott (1. Thes. 2:12). Wir sollten außerdem keine Fragen stellen, die wehtun könnten. Zum Beispiel würden wir die Frau eines Gesalbten nicht fragen, wie es für sie ist, dass sie für immer ohne ihren Mann auf der Erde leben wird. Schließlich ist sicher: Jehova wird in der neuen Welt „das Verlangen alles Lebenden“ stillen (Ps. 145:16).

      10. Wieso ist es ein Schutz für uns, nicht Persönlichkeiten zu bewundern?

      10 Gesalbte nicht bevorzugt zu behandeln, ist auch für uns selbst ein Schutz. Wieso? Wie die Bibel zeigt, können Gesalbte untreu werden (Mat. 25:10-12; 2. Pet. 2:20, 21). Doch wenn wir nicht Persönlichkeiten bewundern, wie es in der Fußnote zu Judas 16 heißt, folgen wir nie Menschen, auch nicht angesehenen, langjährigen oder gesalbten Dienern Jehovas. Falls sie untreu werden oder die Versammlung verlassen, verlieren wir dann nicht unseren Glauben oder hören auf, Jehova zu dienen.

      SOLLTEN UNS ZAHLEN BEUNRUHIGEN?

      11. Wie hat sich die Zahl derer entwickelt, die von den Symbolen nehmen?

      11 Die Zahl derer, die beim Gedächtnismahl von den Symbolen nehmen, sank über viele Jahre, doch in den letzten Jahren ist sie stetig gestiegen. Sollte uns das beunruhigen? Nein. Dazu einige Überlegungen.

      12. Warum sollte uns die Zahl derer, die von den Symbolen nehmen, nicht beunruhigen?

      12 „Jehova kennt die, die ihm gehören“ (2. Tim. 2:19). Die Brüder, die beim Gedächtnismahl zählen, wie viele von den Symbolen nehmen, wissen im Gegensatz zu Jehova nicht, wer wirklich gesalbt ist. Die Zahl enthält somit auch diejenigen, die sich fälschlicherweise zu den Gesalbten zählen. Zum Beispiel haben einige zunächst von den Symbolen genommen, später aber wieder aufgehört. Andere glauben vielleicht wegen psychischer oder emotionaler Probleme, sie würden mit Christus im Himmel regieren. Wir kennen einfach nicht die genaue Zahl der Gesalbten, die noch auf der Erde sind.

      13. Zeigt die Bibel, wie viele Gesalbte auf der Erde sein werden, wenn die große Drangsal beginnt?

      13 Es wird in vielen Teilen der Erde Gesalbte geben, wenn Jesus kommt, um sie im Himmel zu versammeln (Mat. 24:31). Wie die Bibel zeigt, würde es in den letzten Tagen noch eine kleine Anzahl von Gesalbten auf der Erde geben (Offb. 12:17). Sie sagt jedoch nicht, wie viele noch übrig sein werden, wenn die große Drangsal beginnt.

      Eine Schwester beobachtet, wie ein Bruder beim Gedächtnismahl vom Brot nimmt.

      Wie sollten wir reagieren, wenn jemand von den Symbolen nimmt? (Siehe Absatz 14)

      14. Was erfahren wir aus Römer 9:11, 16 über die Auserwählung der Gesalbten?

      14 Jehova entscheidet, wann er Gesalbte auswählt (Röm. 8:28-30). Die ersten Jünger salbte Jehova nach Jesu Auferstehung. Wie es scheint, waren im 1. Jahrhundert alle echten Christen gesalbt. In den Jahrhunderten danach folgten die meisten derer, die behaupteten, Christen zu sein, Christus nicht wirklich nach. Es gab jedoch einige echte Christen, die Jehova in diesen Jahren salbte. Sie glichen dem Weizen, der zwischen dem Unkraut wachsen würde, wie Jesus sagte (Mat. 13:24-30). In den letzten Tagen hat Jehova weiterhin Menschen auserwählt, die zu den 144 000 gehören werden.d Wenn Gott also entscheidet, einige von ihnen erst kurz vor dem Ende zu salben, sollten wir seine Weisheit nicht anzweifeln. (Lies Römer 9:11, 16.)e Reagieren wir nicht wie die Arbeiter, die Jesus in einem seiner Vergleiche beschrieb. Sie beschwerten sich darüber, wie ihr Herr die behandelte, die erst in der letzten Stunde anfingen zu arbeiten (Mat. 20:8-15).

      15. Gehören alle gesalbten Christen zu dem in Matthäus 24:45-47 erwähnten „treuen und verständigen Sklaven“? Erkläre es.

      15 Nicht jeder, der die Aussicht hat, im Himmel zu leben, gehört zum „treuen und verständigen Sklaven“. (Lies Matthäus 24:45-47.) Wie schon im 1. Jahrhundert gebrauchen Jehova und Jesus auch heute einige wenige Brüder, um viele mit Nahrung zu versorgen, das heißt, sie zu lehren. Im 1. Jahrhundert wurden nur einige wenige Christen dazu gebraucht, die Christlichen Griechischen Schriften zu schreiben. Und heute tragen nur einige wenige gesalbte Christen die Verantwortung, Gottes Dienern „zur richtigen Zeit ihre Nahrung“ zu geben.

      16. Was hast du in diesem Artikel gelernt?

      16 Was haben wir in diesem Artikel gelernt? Jehova hat entschieden, den meisten seiner Diener ewiges Leben auf der Erde zu geben und den wenigen, die mit Jesus regieren sollen, Leben im Himmel. Er belohnt alle seine Diener – den „Juden“ und die „zehn Männer“ – und er erwartet von ihnen, sich an dieselben Gesetze zu halten und treu zu bleiben. Alle müssen demütig bleiben. Alle müssen ihm zusammen dienen und die Einheit bewahren. Und alle müssen daran arbeiten, den Frieden in der Versammlung zu erhalten. Das Ende kommt immer näher. Dienen wir Jehova weiter gemeinsam und folgen wir Christus als „eine einzige Herde“ (Joh. 10:16).

      a Die Feier zum Gedenken an den Tod Christi findet dieses Jahr am Dienstag, den 7. April statt. Wie sollten wir über diejenigen denken, die an diesem Abend von den Symbolen nehmen? Sollte es uns beunruhigen, wenn ihre Zahl steigt? Um diese Fragen geht es jetzt. Grundlage ist ein Artikel im Wachtturm von Januar 2016.

      b Psalm 87:5, 6 lässt vermuten, dass Gott in Zukunft die Namen aller offenbaren wird, die mit Jesus im Himmel regieren (Röm. 8:19).

      c Siehe den Kasten „Die Liebe ‚benimmt sich nicht unanständig‘ “ im Wachtturm, Januar 2016.

      d Wie aus Apostelgeschichte 2:33 hervorgeht, wird der heilige Geist durch Jesus ausgegossen, doch eingeladen wird jeder Gesalbte von Jehova.

      e Siehe „Fragen von Lesern“ im Wachtturm vom 1. Mai 2007.

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