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Für Ältere da sein — eine christliche VerantwortungDer Wachtturm 2004 | 15. Mai
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Füreinander da sein
15. Warum sollten alle Christen am Wohl der Älteren unter ihnen interessiert sein?
15 Um die Älteren besorgt zu sein ist nicht nur die Aufgabe der Kinder und der Diener in der Versammlung. Paulus verglich die Christenversammlung mit dem menschlichen Körper und schrieb: „Gott [hat] den Leib so zusammengefügt, dass er dem Teil, der einen Mangel hatte, reichlichere Ehre verlieh, damit keine Spaltung im Leib sei, sondern dass dessen Glieder dieselbe Sorge füreinander tragen sollten“ (1. Korinther 12:24, 25). Eine andere Übersetzung lautet: „. . . sondern ein Glied für das andere sorgt“ (Bruns). Damit die Christenversammlung harmonisch wirken kann, muss jeder Einzelne am Wohl seiner Glaubensbrüder interessiert sein, auch am Wohl der Älteren (Galater 6:2).
16. Wie können wir beim Besuch der Zusammenkünfte Interesse an den Älteren zeigen?
16 Eine schöne Gelegenheit, unser Interesse an den Älteren zu zeigen, bietet sich bei den Zusammenkünften (Philipper 2:4; Hebräer 10:24, 25). Nehmen wir uns dann die Zeit, uns mit ihnen zu unterhalten? Es ist bestimmt angebracht, uns nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Könnten wir ihnen nicht auch ‘irgendeine geistige Gabe mitteilen’? Vielleicht übermitteln wir ihnen einen biblischen Gedanken oder erzählen ein nettes Erlebnis. Warten wir nicht darauf, dass Ältere auf uns zukommen, denn oftmals tun sie sich mit dem Gehen schwer. Es wäre schön, wenn wir zu ihnen hingingen. Falls ihr Gehör nachgelassen hat, müssen wir womöglich langsam und besonders deutlich sprechen. Soll es zu einem echten „Austausch von Ermunterung“ kommen, müssen wir einer älteren Person auch aufmerksam zuhören (Römer 1:11, 12).
17. Wie können wir Interesse an älteren Christen zeigen, die das Haus nicht verlassen können?
17 Was aber, wenn Ältere die Zusammenkünfte nicht besuchen können? Wie Jakobus 1:27 zeigt, gehört es zu unserer Pflicht, „nach Waisen und Witwen in ihrer Drangsal zu sehen“. Das mit „sehen nach“ übersetzte griechische Verb bedeutet unter anderem auch „besuchen“ (Apostelgeschichte 15:36). Wie sehr doch die Älteren unsere Besuche schätzen! Während seiner Haft in Rom um das Jahr 65 u. Z. war Paulus als „betagter Mann“ praktisch allein. Er sehnte sich danach, seinen Mitarbeiter Timotheus zu sehen, und schrieb ihm: „Tu dein Äußerstes, binnen kurzem zu mir zu kommen“ (Philemon 9; 2. Timotheus 1:3, 4; 4:9). Der eine oder andere Ältere ist vielleicht, obwohl nicht buchstäblich gefangen, so doch aus gesundheitlichen Gründen ans Haus gebunden. Möglicherweise sagt er sinngemäß: „Wenn es irgendwie geht, dann besuch mich doch bitte demnächst einmal.“ Erfüllen wir ihm diese Bitte?
18. Was kann Gutes bewirkt werden, wenn wir Betagte besuchen?
18 Unterschätzen wir nicht, wie gut es sich auswirkt, wenn wir einen älteren Glaubensbruder oder eine ältere Glaubensschwester besuchen. Ein Christ namens Onesiphorus, der sich in Rom aufhielt, suchte fleißig nach Paulus. Als er ihn gefunden hatte, ‘verschaffte er ihm oft Erquickung’ (2. Timotheus 1:16, 17). „Ich bin gern mit Jüngeren zusammen“, sagt eine ältere Schwester. „Am meisten gefällt mir, dass sie mich so behandeln, als gehörte ich zur Familie. Das tut mir richtig gut.“ Eine Zeugin Jehovas, die ebenfalls nicht mehr jung ist, sagt: „Ich bin wirklich dankbar, wenn mir jemand eine Karte schickt, mit mir ein paar Minuten am Telefon spricht oder mich besucht. Das bringt Abwechslung in mein Leben.“
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Für Ältere da sein — eine christliche VerantwortungDer Wachtturm 2004 | 15. Mai
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[Kasten auf Seite 19]
Sie haben ihre Bedürfnisse nicht ignoriert
Als Ada, eine 85-jährige Christin in Australien, wegen ihrer schlechten Gesundheit das Haus nicht mehr verlassen konnte, sorgten die Ältesten für Helfer. Sie stellten zu diesem Zweck eine Gruppe von Brüdern und Schwestern zusammen, die gern für Ada putzten, die Wäsche machten, kochten und Besorgungen erledigten.
Damit hat man vor fast zehn Jahren begonnen. Bis heute haben sich etwa 30 Zeugen Jehovas an dieser Hilfsaktion für Ada beteiligt. Sie besuchen sie weiterhin, lesen ihr aus biblischen Publikationen vor, erzählen ihr von den Fortschritten ihrer Glaubensbrüder in der Versammlung und beten regelmäßig mit ihr.
Ein Ältester bemerkte: „Für Ada zu sorgen ist für alle eine Freude. Viele haben sich durch Adas jahrzehntelangen treuen Dienst anspornen lassen. Und es ist für sie einfach undenkbar, Adas Bedürfnisse zu ignorieren.“
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