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  • Jehovas Zeugen — Jahrbuchbericht 1998
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1998
    • ‘Die Zeltstricke verlängern’

      Die Zahl der Menschen, die weltweit zum großartigen geistigen Haus Jehovas hinaufziehen, um seine Wege kennenzulernen und darin zu wandeln, ist in den letzten Jahren erstaunlich gestiegen (Jes. 2:2-4). In den vergangenen fünf Jahren haben sich 1 593 995 Personen zum Zeichen ihrer Hingabe an Jehova im Wasser untertauchen lassen. Königreichssäle werden benötigt, in denen sie zur Unterweisung und Anbetung zusammenkommen können. Kongreßsäle müssen bereitstehen, in denen sie sich zu Tagessonderkongressen, Kreiskongressen und Bezirkskongressen versammeln können. Zweigbüros und Druckereien sind erforderlich, wo biblische Literatur in die Landessprachen übersetzt und gedruckt und die Tätigkeit der Zeugen Jehovas koordiniert werden kann, damit möglichst jeder die Gelegenheit erhält, die Königreichsbotschaft zu hören. Wie passend ist daher der prophetische Ausspruch: „Mache die Stätte deines Zeltes geräumiger. ... Halte nicht zurück. Verlängere deine Zeltstricke, und mache die Zeltpflöcke von dir stark“ (Jes. 54:2)!

      Wie werden diese Einrichtungen geschaffen? Das geschieht durch den Segen Jehovas, der auf den vereinten Anstrengungen seiner Zeugen ruht. Wo möglich, verrichten Jehovas Zeugen vor Ort die Bautätigkeit und decken durch freiwillige Spenden die Kosten. Wo nötig — und das ist häufig der Fall —, wird von Zeugen Jehovas aus anderen Landesteilen oder von der internationalen Bruderschaft Hilfe geleistet. Mitunter sind freiwillige Helfer aus fünf, zehn oder mehr Ländern beim Bau größerer Zweigbüros behilflich.

      Während des vergangenen Dienstjahres konnten zahlreiche Königreichssäle, einige Kongreßsäle und eine Anzahl Zweigbüros fertiggestellt und eingeweiht werden. Dazu gehören ganz neu gebaute Zweigeinrichtungen in der Dominikanischen Republik, in Französisch-Guyana, auf Jamaika, Madagaskar, Mauritius, in Rußland und in Sierra Leone sowie Erweiterungsbauten in Argentinien, Australien und Brasilien. Was geht in diesen Ländern vor sich, so daß diese Einrichtungen nötig wurden?

      ARGENTINIEN: Seitdem die Regierung 1980 das Verbot der Tätigkeit von Jehovas Zeugen in Argentinien aufgehoben hat, ist die Zahl der Königreichsverkündiger in diesem Land geradezu „explodiert“. 1981 waren dort 38 869 Zeugen tätig, das heißt, auf 717 Einwohner kam ein Zeuge Jehovas. Heute gibt es 116 151 Verkündiger, und das Verhältnis liegt bei 1 zu 281. Die Druckereigebäude mußten mehrmals vergrößert werden. Unlängst wurden zwei weitere Gebäude gekauft und renoviert, und die Wohngebäude wurden erweitert. All das wurde dem ohnehin schon umfangreichen Komplex des Zweigbüros hinzugefügt.

      AUSTRALIEN: Seitdem der Sitz des Zweigbüros in einen Vorort von Sydney verlegt wurde, hat sich die Zahl der Zeugen im Land mit 60 946 fast verdoppelt. Auch sind neue Abteilungen hinzugekommen, unter anderem ein regionales Planungsbüro, ein Krankenhausinformationsdienst und eine Rechtsabteilung. Die Versandabteilung beliefert nun als zentrales Literaturlager weite Gebiete des Pazifiks. Um dem Bedarf abzuhelfen, wurde der Komplex des australischen Zweigbüros um drei Gebäude erweitert: ein Büro-, ein Wirtschafts- und ein Wohngebäude.

      BRASILIEN: Seitdem das Zweigbüro in Cesário Lange 1981 eingeweiht wurde, sind die Einrichtungen auf die dreifache Größe angewachsen. Weshalb? Weil sich zwischenzeitlich über 338 600 Personen den Reihen der Zeugen Jehovas in Brasilien angeschlossen haben. Allein im vergangenen Jahr setzten sie über 80 300 000 Stunden ein, um die gute Botschaft zu predigen, verbreiteten Millionen Exemplare biblischer Veröffentlichungen und leiteten durchschnittlich 443 028 Heimbibelstudien. Dieses Zweigbüro koordiniert die Tätigkeit von 6 960 Versammlungen und 340 reisenden Aufsehern.

      DOMINIKANISCHE REPUBLIK: Dieses Gebiet ist sehr fruchtbar. Die 21 007 Königreichsverkündiger in der Dominikanischen Republik leiten 35 362 Heimbibelstudien. Die neuen Zweiggebäude wurden dringend benötigt, um das Werk dort betreuen zu können.

      FRANZÖSISCH-GUYANA: Es gab Zeiten, da wurde das Predigtwerk dort weitgehend von Zeugen durchgeführt, die aus Guadeloupe und Martinique kamen. 1990 berichteten dann 660 Verkündiger, und ein Zweigbüro wurde eröffnet. Mit welchem Ergebnis? Innerhalb von fünf Jahren verdoppelte sich die Zahl der Verkündiger. Das Predigen der guten Botschaft erlebt in diesem Land, das überwiegend vom Regenwald des Amazonas bedeckt ist, eine Blüte. Mittlerweile kommt auf 100 Einwohner ein Zeuge Jehovas. Daß die 1 468 Verkündiger 2 167 Bibelstudien leiten und das Gedächtnismahl im Jahr 1997 von 5 506 Personen besucht wurde, läßt auf weiteres Wachstum hoffen.

      JAMAIKA: Zum ersten Mal wurde die gute Botschaft 1897 auf Jamaika gepredigt; daher fiel die Einweihung der schönen neuen Zweiggebäude 1997 auf das hundertjährige Jubiläum des Zeugnisgebens in diesem Land. Zu dem Komplex neuer Gebäude gehören ein neues Büro- und Wirtschaftsgebäude, ein Bethelheim, ein Kongreßsaal und ein Königreichssaal. Diese Einrichtungen werden zweifellos maßgeblich zu weiterer theokratischer Ausdehnung dort beitragen.

      MADAGASKAR: Seitdem Jehovas Diener Madagaskar 1925 erstmals besuchten, hat sich viel getan. In den letzten Jahren ist die Tätigkeit sehr beschleunigt worden. Im März 1997 beteiligten sich 8 404 Verkündiger am Predigtdienst und führten 22 321 Bibelstudien durch, und 45 300 besuchten das Gedächtnismahl. Die neuen Einrichtungen werden dazu beitragen, daß man sich der Bedürfnisse der wachsenden Schar von Anbetern Jehovas annehmen kann.

      MAURITIUS: Auf dieser Insel im Indischen Ozean ist ein ansprechendes neues Zweigbüro und ein an den Seiten offener Kongreßsaal errichtet worden. Warum war das nötig? Weil die Menschen dort auf den Inseln die ansprechende biblische Einladung annehmen, Jehova zu lobpreisen (Jes. 42:10). Während der vergangenen acht Jahre hat sich die Zahl der Zeugen in diesem Gebiet nahezu verdoppelt.

      SIERRA LEONE: Anhaltender Bürgerkrieg und politische Unruhen haben dazu geführt, daß sich viele Menschen in diesem Land nach der Sicherheit sehnen, die nur Gottes Königreich herbeiführen kann. Durch den Bau des neuen Zweigbüros inmitten derartiger Zustände ist ein schönes Zeugnis gegeben worden. Baufachleute aus etlichen Ländern haben kostenfrei ihre Dienste angeboten — für die Öffentlichkeit zunächst unfaßbar! Und die Tatsache, daß weiße Ausländer gemeinsam mit einheimischen Zeugen schwere körperliche Arbeit verrichteten, wurde zum Stadtgespräch. Jeder konnte sehen, daß Jehovas Zeugen gelernt haben, wie man in Frieden und echter Brüderlichkeit zusammenlebt und -arbeitet.

      RUSSLAND: Die Einweihung der neuen Zweiggebäude in Rußland erregte international besondere Aufmerksamkeit. In jenem Teil der Welt haben herausragende theokratische Entwicklungen stattgefunden. Personen aus 42 Ländern waren am 21. Juni 1997 bei diesem Anlaß anwesend.

      Im Jahr 1972 gab es in der gesamten Sowjetunion um die 10 000 Zeugen Jehovas. Als endlich 1991 das Werk der Zeugen Jehovas dort rechtlich anerkannt wurde, berichteten in den 15 Republiken der Union 49 171 Zeugen. Im Mai 1997 waren in diesem Gebiet über 215 000 Zeugen tätig, und etwa 600 000 Personen besuchten im März das Gedächtnismahl.

      Das Werk in Rußland und in neun früheren Sowjetrepubliken wird vom russischen Zweigbüro beaufsichtigt. Um die Tätigkeit in diesen Gebieten zu koordinieren und Veröffentlichungen in die dortigen Sprachen zu übersetzen, wurden nahe der Ortschaft Solnetschnoje, etwa 40 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg, neue Zweiggebäude errichtet. Das erfolgte im Einklang mit der rechtlichen Registrierung des „Verwaltungszentrums der regionalen Religionsorganisation der Zeugen Jehovas in der Russischen Föderation“. Zu dem schönen Komplex gehören sieben Wohngebäude für etwa 250 Personen, ein Königreichssaal und ein Speisesaal, die jeweils 500 Personen Platz bieten, sowie ein geräumiges Büro- und Lagergebäude.

      Theodore Jaracz, der zur leitenden Körperschaft gehört, hielt bei der Bestimmungsübergabe die Hauptansprache mit dem Thema: „Für die Zukunft bauen“. Andere Redner berichteten über interessante geschichtliche Entwicklungen. Auf großen Tafeln in der Eingangshalle wurden Fotografien und Berichte ausgestellt, die dokumentierten, daß Jehovas Zeugen seit über 100 Jahren in Rußland tätig sind. Die Ausstellungsbesucher erfuhren, daß schon 1892 ein Mann, der mit anderen über das sprach, was er von den Bibelforschern (wie sich Jehovas Zeugen damals nannten) gelernt hatte, auf Veranlassung des orthodoxen Metropoliten von Moskau nach Kasachstan verbannt worden war. Sie lasen von Hunderten von Russen, die die biblische Wahrheit von Jehovas Zeugen erfahren hatten, als sie während des Zweiten Weltkriegs in Konzentrationslagern der Nationalsozialisten inhaftiert waren. Sie lasen über die Erlebnisse Tausender Zeugen Jehovas, die 1951 unter der Diktatur Stalins nach Sibirien und in Gebiete im fernen Osten Rußlands verbannt worden waren.

      Zu der Bestimmungsübergabe waren viele angereist, die ihres Glaubens wegen lange Jahre in Gefängnissen und sibirischen Arbeitslagern ausgeharrt hatten. Man stelle sich vor, wie außergewöhnlich verwundert und erfreut diese altgedienten Zeugen waren, als sie die schönen Gebäude in dem parkähnlichen, sieben Hektar großen Areal besichtigten. Viele hatten Tränen in den Augen, vor allem wenn Brüder einander wiedererkannten, die sich seit der gemeinsamen Gefängniszeit nicht mehr gesehen hatten. Ein besonderes Vergnügen war es, zuzuhören, wenn Brüder und Schwestern in dem großen Hof spontan vierstimmig Königreichslieder zu singen begannen, die sie Jahrzehnte zuvor in der Verbannung in Sibirien gesungen hatten.

      Viele Bauarbeiter aus 20 Ländern hatten über vier Jahre gemeinsam diese Gebäude errichtet. So manche hatten ihr Heim aufgegeben und ihr Leben drastisch umgestellt, um ihren russischen Brüdern helfen zu können. Für sie, die im Begriff standen, andernorts neue theokratische Aufgaben zu übernehmen, war die Einweihung ein sehr bewegendes Ereignis.

  • Jehovas Zeugen — Jahrbuchbericht 1998
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1998
    • [Bild auf Seite 22]

      Neuer Kongreßsaal mit 9 400 Plätzen in Cañuelas (Argentinien)

      [Bilder auf Seite 27]

      1 Rußland

      2 Argentinien

      3 Sierra Leone

      4 Australien

      [Bilder auf Seite 28]

      5 Französisch-Guayana

      6 Brasilien

      7 Madagaskar

      8 Dominikanische Republik

      [Bilder auf Seite 29]

      9 Mauritius

      10 Jamaika

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