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    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • Inhaltsverzeichnis

      Seite

      1. Ein befriedigendes Leben — Nur ein Wunschtraum?

      2. Tipps für ein befriedigendes Leben

      3. Ein zuverlässiger Ratgeber

      4. Der Autor des unvergleichlichen Buches

      5. Wie man Gott kennenlernen kann

      6. Warum hat Jehova uns erschaffen?

      7. Ein befriedigendes Leben — Warum so schwer zu erreichen?

      8. Zurück zu einem befriedigenden Leben

      9. Ein befriedigendes Leben — Jetzt und für immer!

  • Vorwort
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • Vorwort

      Eine Teenagerin telefoniert am Handy; ein Teenager hat Kopfhörer auf; eine Frau ist über ihren Mann frustiert, weil er sie ignoriert

      In der heutigen Zeit wird man mit einer paradoxen Situation konfrontiert: In einem der Industriestaaten stufen sich mehr als 90 Prozent der Einwohner als ziemlich bis sehr glücklich ein. Dabei sind dort 3 von 10 der meistgebrauchten Medikamente Mittel gegen Depressionen. In demselben Land bezeichnen 91 Prozent ihr Familienleben als zufriedenstellend. Doch fast die Hälfte der Ehen werden geschieden.

      Eine Umfrage in 18 Ländern, die für annähernd die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentativ sind, lässt den Eindruck entstehen, dass „ein Großteil der Welt von einer dunklen Wolke pessimistischer Zukunftsahnungen bedeckt ist“. Ganz klar: Viele führen kein durch und durch befriedigendes Leben. Wie ergeht es Ihnen persönlich? Diese Broschüre möchte Ihnen den Weg zu einem wirklich erfüllten Leben zeigen.

  • Ein befriedigendes Leben — Nur ein Wunschtraum?
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 1

      Ein befriedigendes Leben — Nur ein Wunschtraum?

      IN EINEM industrialisierten Land vermittelt ein Haus, das mit allem Komfort ausgestattet ist, den Eindruck, dass es sich darin angenehm leben lässt und es einem an nichts fehlt. Doch wie sieht es hinter der Haustür oft wirklich aus? Es herrscht eine unbehagliche, gedrückte Atmosphäre. Die halbwüchsigen Kinder reagieren nur mit einem mürrischen Ja oder Nein, wenn sie von den Eltern angesprochen werden. Die Mutter wünscht sich von ihrem Mann etwas mehr Aufmerksamkeit. Doch der Vater möchte einfach in Frieden gelassen werden. Die betagten Eltern des Ehepaars wohnen woanders und sehnen sich nach ihren Kindern und Enkeln, die sie seit Monaten nicht gesehen haben. Andererseits gibt es Familien mit einer ganz ähnlichen Ausgangssituation, denen es gelungen ist, ihre Probleme zu lösen, und die wirklich glücklich sind. Wie kommt das?

      2 Begeben wir uns nun in Gedanken auf die Reise in ein fernes Entwicklungsland zu einer siebenköpfigen Familie, die in einer baufälligen Hütte lebt. Ob sie etwas Essbares für die nächste Mahlzeit herbeischaffen können, wissen sie nicht — ein trauriger Beweis dafür, dass der Mensch nicht imstande ist, die Welt von Hunger und Armut zu befreien. Dennoch gibt es rund um die Erde viele Familien, die das Leben in Armut mit Optimismus meistern. Wie gelingt ihnen das?

      Eine verzweifelte Frau sitzt über Rechnungen

      3 Selbst in reichen Ländern sind Geldsorgen keine Seltenheit. Auf dem Gipfel eines Wirtschaftsbooms kaufte sich eine Familie in Japan ein eigenes Haus. Da sie fest mit künftigen Gehaltserhöhungen rechneten, nahmen sie eine Hypothek auf. Als die Wirtschaft dann allerdings in eine Talsohle abrutschte, konnten sie ihre Zahlungen nicht mehr leisten und mussten ihr Haus weit unter dem Anschaffungspreis verkaufen. Obwohl sie längst nicht mehr in dem Haus wohnen, zahlen sie immer noch ihre Schulden ab. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, haben sie die größte Mühe, Rechnungen zu bezahlen, die von ihrem leichtsinnigen Umgang mit Kreditkarten herrühren. Der Vater schließt bei Pferderennen Wetten ab, und die Familie versinkt zusehends in Schulden. Auf der anderen Seite haben etliche Familien Änderungen vorgenommen, die ihnen zu einem glücklicheren Leben verholfen haben. Wäre es nicht interessant zu erfahren, wie?

      4 Ganz gleichgültig, wo man lebt, zwischenmenschliche Konflikte können für ständige Reibungspunkte sorgen, die einem das Leben alles andere als leichter machen. Der eine ist am Arbeitsplatz die Zielscheibe von Verleumdungen. Ein anderer erregt durch seine Leistungen Eifersucht und muss unfaire Kritik einstecken. Wieder ein anderer hat tagaus, tagein mit jemandem zu tun, dessen ausgeprägte Persönlichkeit ihm zu schaffen macht. Mag sein, dass die eigenen Kinder in der Schule angegriffen, schikaniert oder links liegen gelassen werden. Was Alleinerziehende betrifft, so ziehen sie aufgrund ihrer benachteiligten Lage in den zwischenmenschlichen Beziehungen oft den Kürzeren. Alle diese Probleme der heutigen Zeit setzen viele Männer und Frauen vermehrtem Stress aus.

      Ein älteres, bedrücktes Ehepaar; ein Mann mit Alkoholproblemen; eine Familie in extremer Armut

      5 Die Auswirkungen von Stress können sich über einen gewissen Zeitraum unmerklich summieren, bis es ganz plötzlich, ohne Vorwarnung, zum Zusammenbruch kommt. Man hat den Stress als „Mörder auf leisen Sohlen“ und chronischen Stress als „schleichendes Gift“ bezeichnet. „Von Stress und den daraus resultierenden Krankheiten sind so gut wie überall auf der Erde Berufstätige betroffen“, sagt Professor Robert L. Veninga, der an der Universität von Minnesota unterrichtet. Stressbedingte Krankheiten sollen die US-Wirtschaft jährlich 200 Milliarden Dollar kosten. Stress wird auch als Amerikas neuestes Exportgut bezeichnet, und dieses Wort hat in viele Hauptsprachen der Welt Eingang gefunden. Wenn man gestresst ist und das, was zu erledigen ist, nicht schafft, können sich Schuldgefühle einstellen. Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass sich der Durchschnittsmensch zwei Stunden am Tag mit Schuldgefühlen herumplagt. Dennoch ist es nicht wenigen gelungen, mit Stress fertig zu werden und ihr Leben zu meistern.

      6 Wie kann man mit solchen Alltagsproblemen zurechtkommen und ein befriedigendes Leben führen? Manche ziehen Selbsthilfebücher oder Handbücher von Experten zurate. Sind solche Bücher zuverlässige Ratgeber? Dr. Benjamin Spock, dessen Buch über Kindererziehung in 42 Sprachen übersetzt worden ist und eine Auflage von fast 50 Millionen hat, sagte einmal, unter den Eltern im heutigen Amerika sei die Unfähigkeit, konsequent zu sein, eines der am weitesten verbreiteten Probleme. Dies sei zum großen Teil auf die Aussagen von Fachleuten zurückzuführen, wobei er sich selbst nicht ausschließe. „Wir haben erst zu spät erkannt“, räumte er ein, „wie sehr unsere besserwisserische Haltung das Selbstbewusstsein der Eltern untergraben hat.“ Da fragt man sich: Wessen Rat gibt einem die Sicherheit, dass man, wenn man ihn befolgt, heute und in der Zukunft ein erfülltes Leben führen kann?

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1—3. Mit welchen Alltagsproblemen wird man heutzutage konfrontiert?

      2. 4. Wie werden Sie persönlich von zwischenmenschlichen Beziehungen berührt?

      3. 5. Welche Stressfaktoren beobachten Sie in der heutigen Welt?

      4. 6. Wie bewerten Sie menschliche Weisheit als Hilfe für ein erfülltes Leben?

  • Tipps für ein befriedigendes Leben
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 2

      Tipps für ein befriedigendes Leben

      WO KANN man sich Rat holen, wenn man vor einem Problem steht? Manche wenden sich an einen vertrauenswürdigen Freund oder einen erfahrenen Ratgeber. Andere finden es hilfreich, in einer Bibliothek oder Ähnlichem nach Informationsmaterial zu suchen. Wieder andere blicken zu der in Asien sprichwörtlichen „Weisheit der Großmutter“ auf, um von langjähriger Erfahrung zu profitieren. Egal, welche Vorgehensweise man bevorzugt, es ist auf jeden Fall gut, sich mit konkreten Weisheiten auseinander zu setzen, die wertvolle Tipps für die Lösung von Problemen enthalten. Hier eine Auswahl brauchbarer Hinweise, die eine echte Hilfe sind:

      Ein Vater spricht mit seinem Sohn

      „Erzieh einen Knaben gemäß dem Weg für ihn“

      2 Familienleben: Viele Eltern machen sich Sorgen, weil ihre Kinder in einer Welt voller schädlicher Einflüsse aufwachsen. Folgender Rat kann ihnen weiterhelfen: „Erzieh einen Knaben gemäß dem Weg für ihn; auch wenn er alt wird, wird er nicht davon abweichen.“1 Mit zunehmendem Alter brauchen Kinder einen „Weg“, das heißt Richtlinien, die sie einhalten sollen. Immer mehr Experten erkennen, wie wichtig es ist, Regeln aufzustellen, die für die Kinder gut sind. Vernünftige, von den Eltern festgelegte Maßstäbe geben Kindern ein Gefühl der Sicherheit. Hinzu kommt noch: „Die Rute und Zurechtweisung sind das, was Weisheit gibt; aber ein Knabe, dem freier Lauf gelassen wird, wird seiner Mutter Schande bereiten.“2 Die „Rute“ bezieht sich auf die elterliche Autorität, die liebevoll ausgeübt werden muss, damit Kinder nicht vom richtigen Weg abkommen. Diese Autorität auszuüben berechtigt nicht dazu, ein Kind irgendwie zu misshandeln. Eltern wird geraten: „Reizt eure Kinder nicht, damit sie nicht mutlos werden.“3

      Ein Ehemann hört seiner Frau zu

      „Jeder . . . von euch [liebe] seine Frau so wie sich selbst“

      3 Ein gutes Verhältnis zwischen einem Mann und seiner Frau ist die Grundlage einer glücklichen Familie. Was ist die Voraussetzung für solch ein gutes Verhältnis? „Jeder Einzelne von euch [liebe] seine Frau so wie sich selbst; andererseits sollte die Frau tiefen Respekt vor ihrem Mann haben.“4 Liebe und Respekt sind wie Schmieröl für den Mechanismus der Familie. Damit sich dieser Rat umsetzen lässt, ist Kommunikation unverzichtbar, denn „Pläne scheitern, wo es kein vertrauliches Gespräch gibt“.5 Eine offene und ehrliche Kommunikation wird dadurch gefördert, dass man versucht, Einblick in die Gefühlswelt seines Partners zu gewinnen und seine wahren Empfindungen aus ihm herauszulocken. Man sollte nicht vergessen, dass „die Gedanken so tief verborgen sein können wie das Wasser in einem Brunnen, aber der Kluge holt sie hervor“.6

      Zwei ältere Ehepaare verbringen Zeit miteinander

      Es ist wichtig, eine positive Einstellung zu haben und sich aktiv um innige Beziehungen zu bemühen

      4 Nicht wenige ältere Menschen fühlen sich an ihrem Lebensabend vereinsamt und von ihren Kindern und Enkeln im Stich gelassen, und das selbst in Ländern, wo der Respekt vor den Eltern und Großeltern einst gang und gäbe war. Für die Jüngeren wäre es deshalb gut, sich einmal mit folgenden weisen Aussprüchen auseinander zu setzen: „Ehre deinen Vater und deine Mutter.“7 „Verachte nicht deine Mutter, nur weil sie alt geworden ist.“8 „Wer einen Vater schlecht behandelt und wer eine Mutter fortjagt, ist ein schändlich und schimpflich handelnder Sohn.“9 Andererseits ist es für die betagten Eltern wichtig, eine positive Einstellung zu haben und sich aktiv um innige Beziehungen zu bemühen. „Wer sich absondert, wird nach seinem eigenen selbstsüchtigen Verlangen trachten; gegen alle praktische Weisheit wird er losbrechen.“10

      5 Alkoholkonsum: „Wein, er erfreut das Leben“,11 das ist wahr, und das Trinken alkoholischer Getränke kann dazu führen, dass man ‘des eigenen Ungemachs nicht mehr gedenkt’.12 Doch darf man Folgendes nicht vergessen: „Der Wein ist ein Spötter, berauschendes Getränk ist ungestüm, und jeder, der davon irregeht, ist nicht weise.“13 Man braucht nur an die Folgen übermäßigen Trinkens zu denken: „Am Ende beißt er [der Wein] so wie eine Schlange, und er sondert Gift ab so wie eine Viper. Deine eigenen Augen werden fremdartige Dinge sehen, und dein eigenes Herz wird verkehrte Dinge reden. . . . Wann werde ich aufwachen? Ich werde noch mehr davon suchen.‘ “14 Mäßiger Alkoholgenuss kann gut tun, aber von Alkoholmissbrauch muss man sich grundsätzlich fern halten.

      6 Umgang mit Geld: In manchen Fällen lässt sich Geldproblemen dadurch vorbeugen, dass man mit seinen Mitteln vernünftig umgeht. Uns wird geraten: „Begib dich nicht unter starke Weintrinker, unter die, die schlemmerisch Fleisch essen. Denn ein Trunkenbold und ein Schlemmer werden verarmen, und Schläfrigkeit wird einen in bloße Lumpen kleiden.“15 Wenn man sich weder auf Alkoholmissbrauch noch auf Drogenkonsum noch auf Gewohnheiten wie das Glücksspiel einlässt, kann man sein Geld dazu gebrauchen, gut für die eigene Familie zu sorgen. Viele leben allerdings über ihre Verhältnisse und müssen dann hart arbeiten, nur um ihre Schulden zu tilgen. Manche nehmen sogar einen Kredit auf, um die Zinsen für einen anderen Kredit abzuzahlen. Sich die folgenden weisen Worte vor Augen zu halten kann eine Hilfe sein: „Wer wertlosen Dingen nachjagt, wird Armut zur Genüge haben.“16 Man kann sich einmal fragen: „Brauche ich das, was ich mir kaufen möchte, wirklich? Wie viele Sachen wandern in die hinterste Ecke des Schranks, nachdem ich sie nur ein paarmal benutzt habe?“ Ein Kolumnist schrieb: „Bedürfnisse hat der Mensch wenige, Wünsche unendlich viele.“ Ein weiser Ausspruch besagt: „Wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und wir können auch nichts mit hinaustragen. Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein. . . . die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten, . . . haben [sie] sich selbst mit vielen Schmerzen überall durchbohrt.“17

      7 Fleiß trägt viel dazu bei, Geldprobleme zu lösen. „Geh zur Ameise, du Fauler; sieh ihre Wege, und werde weise. . . . Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer, noch ein wenig Händefalten beim Liegenbleiben, und deine Armut wird gewiss so kommen wie ein Wegelagerer.“18 Sorgfältige Planung und eine sinnvolle Einteilung des Haushaltsgelds können ebenfalls eine Hilfe sein: „Wer von euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuerst nieder und berechnet die Kosten, um zu sehen, ob er genug habe, ihn zu vollenden?“19

      Ein Schreiner

      „Hast du einen Mann erblickt, geschickt in seiner Arbeit?“

      8 Wie sieht es aber aus, wenn man ohne eigenes Verschulden in Armut gerät? Zum Beispiel kann man wegen wirtschaftlicher Umwälzungen seine Arbeit verlieren, obwohl man bereit wäre, hart zu arbeiten. Oder man wohnt in einem Land, wo ein Großteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Was dann? „Weisheit dient zum Schutz, ebenso wie Geld zum Schutz dient; aber der Vorteil der Erkenntnis ist, dass die Weisheit ihre Besitzer am Leben erhält.“20 Auch heißt es: „Hast du einen Mann erblickt, geschickt in seiner Arbeit? Vor Könige wird er sich stellen.“21 Könnte man sich Fertigkeiten aneignen, die die Arbeitssuche erleichtern?

      Ein Ehepaar teilt Essen mit einer anderen Familie

      „Übt euch im Geben, und man wird euch geben“

      9 Folgender Rat scheint einen Widerspruch in sich zu bergen, aber er funktioniert: „Übt euch im Geben, und man wird euch geben. . . . Denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.“22 Das bedeutet nicht, dass man mit der Erwartung gibt, etwas zurückzuerhalten. Stattdessen geht der Rat in die Richtung, eine großzügige Einstellung zu entwickeln: „Die freigebige Seele wird selbst fett gemacht werden, und wer andere reichlich tränkt, wird auch selbst reichlich getränkt werden.“23 Dadurch, dass man in Zeiten der Not mit anderen teilt, fördert man die Gebefreudigkeit, was einem letztlich zugute kommen kann.

      10 Zwischenmenschliche Beziehungen: Ein weiser König bemerkte: „Ich habe selbst all die harte Arbeit und all die Tüchtigkeit in der Arbeit gesehen, dass es Wetteifer des einen gegenüber dem anderen bedeutet; auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.“24 Durch Wetteifer haben sich schon viele zu unklugen Schritten verleiten lassen. Jemand bekommt mit, dass sich sein Nachbar ein Fernsehgerät mit einer 80-Zentimeter-Bildröhre zugelegt hat, und schon ist er unterwegs, um sich einen 90er Fernseher anzuschaffen, obwohl sein 70er Gerät einwandfrei funktioniert. Ein solcher Wetteifer ist tatsächlich Nichtigkeit. Wäre das nicht im Grunde so, als wollte man dem Wind hinterherjagen, um ihn einzufangen?

      Ein Mann verhält sich gegenüber einem zornigen Mann ruhig

      Wie kann man mit starken Gefühlsregungen wie Zorn umgehen?

      11 Es kann vorkommen, dass man sich an etwas stößt, was ein anderer gesagt hat. Doch ein guter Rat lautet: „Sei nicht eilig in deinem Geist, gekränkt zu werden, denn sich gekränkt zu fühlen ruht im Busen der Unvernünftigen.“25 Sicher, es gibt Vorkommnisse, über die man sich zu Recht aufregt. Das hat schon ein Schreiber in alter Zeit eingeräumt. Er sagte: „Seid erzürnt, und doch sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurer gereizten Stimmung untergehen.“26 Wie kann man aber mit starken Gefühlsregungen wie Zorn umgehen? „Eines Menschen Einsicht verlangsamt sicherlich seinen Zorn, und es ist für ihn etwas Schönes, Übertretung zu übergehen.“27 Einsicht ist gefordert. Man könnte sich fragen: „Warum hat sich der Betreffende so verhalten? Gibt es mildernde Umstände?“ Außer Einsicht kann man noch andere Qualitäten entwickeln, um gegen Zorn anzugehen. „Kleidet euch . . . mit der innigen Zuneigung des Erbarmens, mit Güte, Demut, Milde und Langmut. Fahrt fort, einander zu ertragen und einander bereitwillig zu vergeben, wenn jemand Ursache zu einer Klage gegen einen anderen hat.  . . . Außer allen diesen Dingen aber kleidet euch mit Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit.“28 Ja, durch Liebe lassen sich oft die Wogen glätten.

      12 Allerdings gibt es da ein kleines Organ, das friedlichen zwischenmenschlichen Beziehungen im Weg steht: die Zunge. Wie wahr ist doch die Aussage: „Die Zunge aber, kein einziger Mensch kann sie zähmen. Ein widerspenstiges, schädliches Ding voll todbringenden Giftes ist sie“29! Beachtenswert ist auch der Rat: „Jeder Mensch soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“30 Was den Gebrauch der Zunge angeht, sollte man jedoch aufpassen, dass man nicht zu Halbwahrheiten Zuflucht nimmt, um einen oberflächlichen Frieden zu wahren. „Euer Wort ‚Ja‘ bedeute einfach ja, euer ‚Nein‘ nein; denn was darüber hinausgeht, ist von dem, der böse ist.“31

      13 Wie können wir ein gutes Verhältnis zu anderen aufrechterhalten? Hier gilt der Leitsatz: ‘Behaltet nicht nur die eigenen Dinge in eurem Interesse im Auge, sondern zeigt auch persönlich Interesse für die der anderen.’32 So zu leben entspricht der so genannten goldenen Regel: „Alles daher, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun.“33

      Eine Frau reinigt das Zuhause

      14 Stress: Wie kann man in der heutigen stressgeplagten Welt sein emotionales Gleichgewicht bewahren? „Ein frohes Herz wirkt sich gut aus auf das Angesicht, aber durch den Schmerz des Herzens gibt es einen niedergeschlagenen Geist.“34 „Ein frohes Herz“ kann man leicht verlieren, wenn man sieht, wie sich andere über das hinwegsetzen, was man selbst als richtig empfindet. Doch es ist gut, an den Ausspruch zu denken: „Werde nicht allzu gerecht, noch zeige dich übermäßig weise. Warum solltest du Verwüstung über dich bringen?“35 Andererseits können uns Alltagssorgen permanent zusetzen. Was dann? Vergessen wir nicht: „Angstvolle Besorgtheit im Herzen eines Mannes wird es niederbeugen, aber das gute Wort erfreut es.“36 Wir könnten über „das gute Wort“ nachdenken, über etwas Schönes, was uns Mut macht. Eine positive Einstellung trotz deprimierender Umstände kann sich sogar gut auf die Gesundheit auswirken: „Ein Herz, das freudig ist, tut Gutes als Heiler.“37 Wer niedergeschlagen ist, weil es ihm so vorkommt, als würde sich niemand um ihn kümmern, könnte es einmal mit folgendem Rezept probieren: „Beglückender ist Geben als Empfangen.“38 Mit einer positiven Grundhaltung lässt sich der Alltagsstress besser bewältigen.

      15 Können die hier erwähnten Weisheiten uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, weiterbringen? Sie stehen in einem alten Buch — der Bibel. Aber warum sollte man sich gerade mit der Bibel befassen statt mit anderen Quellen der Weisheit? Ein Grund dafür ist, dass sich die Grundsätze aus der Bibel über lange Zeit bewährt haben. Das hat sich im Fall von Yasuhiro und Kayoko gezeigt, die in der Frauenbewegung aktiv waren. Sie heirateten nur deshalb, weil Kayoko von Yasuhiro ein Kind erwartete. Da sie jedoch finanzielle Probleme hatten und meinten, nicht zusammenzupassen, hielt die Ehe nicht lange, und sie ließen sich scheiden. Später studierten beide unabhängig voneinander mit der Hilfe von Zeugen Jehovas die Bibel. Jedem der beiden fiel auf, dass der andere in seinem Leben gravierende Änderungen vorgenommen hatte. Yasuhiro und Kayoko heirateten nochmals. Sie führen zwar kein sorgenfreies Leben, aber sie können sich jetzt an biblischen Grundsätzen orientieren und machen Zugeständnisse, wenn Probleme auftauchen. Bei Jehovas Zeugen kann man beobachten, wie gut es sich auswirkt, nach biblischen Grundsätzen zu leben. Warum nicht eine ihrer Zusammenkünfte besuchen und diese Menschen kennen lernen, die sich bemühen, das zu praktizieren, was die Bibel sagt?

      16 Die angeführten Ratschläge sind nur eine Auswahl aus dem unerschöpflichen Vorrat an praktischer Weisheit, aus der Goldmine der Erkenntnis, der Bibel. Es gibt gute Gründe, weshalb Jehovas Zeugen bereitwillig biblische Grundsätze in die Praxis umsetzen. Warum nicht herausfinden, warum sie dazu bereit sind, und einige wesentliche Fakten über die Bibel kennen lernen?

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1. Wie kann man vorgehen, wenn man vor einem Problem steht?

      2. 2—4. Welche Weisheiten können eine Familie vor dem Auseinanderbrechen bewahren?

      3. 5. Welche Warnung zum Thema Alkoholkonsum ist sehr vernünftig?

      4. 6—9. Welche Möglichkeiten gibt es, besser mit seinem Geld umzugehen?

      5. 10, 11. Wie kann man gegen Konkurrenzgeist und Zorn angehen?

      6. 12. Wie kann man seine Zunge im Zaum halten?

      7. 13. Wie lässt sich ein gutes Verhältnis zu anderen aufrechterhalten?

      8. 14. Wie kann man Stress besser bewältigen?

      9. 15, 16. Weshalb lohnt es sich, einen Blick in die Bibel zu werfen?

      WO DIE WEISHEITEN IN DER BIBEL ZU FINDEN SIND

      1. Sprüche 22:6

      2. Sprüche 29:15

      3. Kolosser 3:21

      4. Epheser 5:28, 33

      5. Sprüche 15:22

      6. Sprüche 20:5, „Moffatt“

      7. Matthäus 19:19

      8. Sprüche 23:22

      9. Sprüche 19:26

      10. Sprüche 18:1

      11. Prediger 10:19

      12. Sprüche 31:6, 7

      13. Sprüche 20:1

      14. Sprüche 23:29-35

      15. Sprüche 23:20, 21

      16. Sprüche 28:19

      17. 1. Timotheus 6:7-10; Lukas 12:15

      18. Sprüche 6:6-11

      19. Lukas 14:28

      20. Prediger 7:12

      21. Sprüche 22:29

      22. Lukas 6:38

      23. Sprüche 11:25; Prediger 11:1

      24. Prediger 4:4

      25. Prediger 7:9

      26. Epheser 4:26, 27

      27. Sprüche 19:11

      28. Kolosser 3:12-14

      29. Jakobus 3:5-8

      30. Jakobus 1:19

      31. Matthäus 5:37

      32. Philipper 2:4

      33. Matthäus 7:12

      34. Sprüche 15:13

      35. Prediger 7:16

      36. Sprüche 12:25

      37. Sprüche 17:22

      38. Apostelgeschichte 20:35

  • Ein zuverlässiger Ratgeber
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 3

      Ein zuverlässiger Ratgeber

      Die Bibel in verschiedenen Sprachen

      „IN DER Bibel vereinigt sich die Zivilisation der Menschheit mit der Lebenserfahrung des Menschen zu einem einzigartigen Ganzen“, heißt es in einer Zeitschrift, die von der Chung-Shang-Universität in Guangzhou (China) herausgegeben wird. Immanuel Kant, ein einflussreicher Philosoph des 18. Jahrhunderts, sagte einmal: „Das Entstehen der Bibel als eines Volksbuchs ist die größte Wohltat, die dem menschlichen Geschlecht je widerfahren ist. Ein jeder Versuch sie geringschätzig zu machen . . . ist Frevel an der Menschheit.“ In der Encyclopedia Americana ist zu lesen: „Der Einfluss der Bibel beschränkt sich keineswegs auf Juden und Christen. . . . Sie wird heute als ethischer und religiöser Schatz betrachtet, wobei der Wert ihrer unerschöpflichen Lehre noch zunehmen dürfte, je größer die Hoffnung auf eine Weltzivilisation wird.“

      2 Wäre es nicht ungeachtet der eigenen Religionszugehörigkeit interessant, mehr über ein solches Buch zu erfahren? Ende des 20. Jahrhunderts war die ganze Bibel oder Teile davon in über 2 200 Sprachen übersetzt worden. Die meisten Menschen haben Zugriff auf eine Bibel in einer Sprache, die sie lesen und verstehen können. Seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern sind weltweit schätzungsweise 4 Milliarden Bibeln verbreitet worden.

      3 Schlagen wir unsere Bibel doch einmal auf, sofern vorhanden, und sehen wir uns das Inhaltsverzeichnis an. Hier sind die Namen der einzelnen Bücher aufgeführt — von 1. Mose bis Offenbarung. Die Bibel ist eigentlich eine Sammlung von 66 Büchern, die von etwa 40 verschiedenen Personen geschrieben wurden. Der erste Teil, der aus 39 Büchern besteht und von vielen als das Alte Testament bezeichnet wird, trägt auch den zutreffenderen Namen Hebräische Schriften, weil er hauptsächlich in Hebräisch abgefasst ist. Der zweite Teil mit seinen 27 Büchern, das so genannte Neue Testament, heißt richtigerweise Christliche Griechische Schriften, denn es wurde von christlichen Schreibern in der griechischen Sprache verfasst. Es dauerte über 1 600 Jahre — von 1513 v. u. Z. bis 98 u. Z. —, bis die Niederschrift der Bibel beendet war. Die Schreiber nahmen nie an einer Redaktionskonferenz teil, und einige der Bücher wurden gleichzeitig an Orten geschrieben, die Tausende von Kilometern voneinander entfernt lagen. Dennoch zieht sich ein Thema durch die ganze Bibel, sie widerspricht sich nicht, und sie bildet ein einheitliches Ganzes. Es drängt sich die Frage auf: Wie konnten mehr als 40 Menschen über einen Zeitraum von 16 Jahrhunderten ein Buch zustande bringen, das eine solche Übereinstimmung aufweist?

      Der Planet Erde

      „[Gott] spannt den Norden aus über dem leeren Raum, hängt die Erde auf an nichts“

      4 Obschon die Niederschrift der Bibel vor über 1 900 Jahren abgeschlossen wurde, ist der Inhalt dieses Buches auch in unserer modernen Zeit für Männer und Frauen faszinierend. Eine Textstelle, die man unbedingt nachschlagen sollte, ist zum Beispiel Hiob 26:7. Dabei muss man im Sinn behalten, dass diese Passage im 15. Jahrhundert v. u. Z. geschrieben wurde. Dort heißt es: „[Gott] spannt den Norden aus über dem leeren Raum, hängt die Erde auf an nichts.“ Wenden wir uns als Nächstes Jesaja 40:22 zu, wobei zu beachten ist, dass das Bibelbuch Jesaja im 8. Jahrhundert v. u. Z. abgefasst wurde. Die Stelle lautet: „Da ist EINER, der über dem Kreis der Erde wohnt, deren Bewohner wie Grashüpfer sind, ER, der die Himmel ausspannt wie einen feinen Flor, der sie ausbreitet wie ein Zelt, um darin zu wohnen.“ Welche Vorstellung wecken diese beiden Beschreibungen? Das Bild von einem kugelförmigen Objekt, das im Raum „hängt“. Eine solche Abbildung haben wir sicher schon auf Fotos gesehen, die von modernen Raumfahrzeugen aus geschossen wurden. Es stellt sich die Frage: Wie konnten Menschen, die vor so langer Zeit lebten, derartige wissenschaftlich genaue Aussagen machen?

      5 Nun zu einer anderen Frage, die mit der Bibel zu tun hat: Zeichnet sich die Bibel durch geschichtliche Genauigkeit aus? Manche halten die Bibel für eine Sammlung von Legenden, die jeder geschichtlichen Grundlage entbehren. Befassen wir uns einmal mit dem allgemein bekannten israelitischen König David. Bis in die jüngste Gegenwart wusste man einzig und allein aus der Bibel von seiner Existenz. Unter Historikern gilt er zwar allgemein als authentische Figur, doch einige Skeptiker versuchen, ihn als Sagengestalt abzutun, die von jüdischen Propagandisten erfunden worden sei. Wie sehen die Fakten aus?

      Eine alte Inschrift, die auf das „Haus Davids“ verweist

      Inschrift, die auf das „Haus Davids“ Bezug nimmt

      6 In den Ruinen der alten israelitischen Stadt Dan wurde 1993 eine Inschrift entdeckt, in der auf das „Haus Davids“ Bezug genommen wird. Die Inschrift war auf einem zerstörten Monument aus dem 9. Jahrhundert v. u. Z. angebracht, das die Feinde der Israeliten zum Gedenken an einen Sieg über dieses Volk errichtet hatten. Mit einem Mal gab es auch außerhalb der Bibel eine Bezugnahme auf David, die aus alter Zeit stammte. War das von Bedeutung? Israel Finkelstein von der Universität Tel Aviv kommentierte den Fund wie folgt: „Der biblische Nihilismus ist mit der Entdeckung der Davidinschrift über Nacht in sich zusammengefallen.“ Interessanterweise hat Professor William F. Albright, ein Archäologe, der Jahrzehnte mit Ausgrabungen in Palästina zubrachte, einmal gesagt: „Eine Entdeckung nach der anderen beweist die Genauigkeit unzähliger Details und verschafft der Bibel stärkere Anerkennung als eine wertvolle geschichtliche Quelle.“ Wieder fragt man sich: Wie kann dieses alte Buch im Unterschied zu Epen und Sagen historisch so genau sein? Aber das ist noch nicht alles.

      Eine Münze mit Alexander dem Großen

      Münze mit Alexander dem Großen

      7 Die Bibel ist auch ein prophetisches Buch (2. Petrus 1:20, 21). Bei dem Wort „Prophezeiung“ kommen einem vielleicht sofort unerfüllte Aussagen selbst ernannter Propheten in den Sinn. Doch schlagen wir die Bibel einmal ganz unvoreingenommen in Daniel, Kapitel 8 auf. Hier schildert Daniel eine Vision, in der ein Widder mit zwei Hörnern und ein haariger Ziegenbock mit einem „auffälligen Horn“ gegeneinander kämpfen. Der Ziegenbock gewinnt die Oberhand, aber sein großes Horn wird zerbrochen. An dessen Stelle kommen vier Hörner empor. Was bedeutet diese Vision? In Daniels Bericht wird erläutert: „Der Widder, den du sahst, der die zwei Hörner hatte, steht für die Könige von Medien und Persien. Und der haarige Ziegenbock steht für den König von Griechenland; und was das große Horn betrifft, das zwischen seinen Augen war, es steht für den ersten König. Und dass eins zerbrochen worden war, sodass an seiner Stelle schließlich vier aufstanden: Da sind vier Königreiche aus seiner Nation, die aufstehen werden, aber nicht mit seiner Kraft“ (Daniel 8:3-22).

      „Eine Entdeckung nach der anderen beweist die Genauigkeit unzähliger Details und verschafft der Bibel stärkere Anerkennung als eine wertvolle geschichtliche Quelle“ (Professor William F. Albright)

      8 Erfüllte sich diese Prophezeiung? Die Niederschrift des Buches Daniel war um das Jahr 536 v. u. Z. abgeschlossen. Der mazedonische König Alexander der Große, der 356 v. u. Z., also 180 Jahre später geboren wurde, besiegte das persische Weltreich. Er war „das große Horn“ zwischen den Augen des haarigen Ziegenbocks. Dem jüdischen Historiker Josephus zufolge zeigte man Alexander das Buch Daniel, als er vor seinem Sieg über Persien nach Jerusalem kam. Er folgerte, dass sich die Worte aus Daniels Prophezeiung, auf die man ihn hinwies, auf seinen Feldzug gegen Persien bezogen. Darüber hinaus kann man in Geschichtsbüchern nachlesen, was nach dem Tod Alexanders im Jahr 323 v. u. Z. aus seinem Weltreich wurde. Mit der Zeit übernahmen vier seiner Heerführer das Imperium, und 301 v. u. Z. teilten die vier Hörner, die anstelle des „großen Horns“ emporgekommen waren, das Herrschaftsgebiet in vier Teile auf. Wieder drängt sich die Frage auf: Wie konnte ein Buch so anschaulich und genau voraussagen, was rund 200 Jahre später geschehen würde?

      Alexander der Große und der haarige Ziegenbock

      9 Die Bibel gibt selbst die Antwort auf obige Fragen: „Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich“ (2. Timotheus 3:16). Das griechische Wort, das mit „von Gott inspiriert“ übersetzt wurde, bedeutet wörtlich „gottgehaucht“. Gott hat die Informationen, die wir heute in den Bibelbüchern finden, zirka 40 Schreibern „eingehaucht“. Die wenigen Beispiele wissenschaftlicher, historischer und prophetischer Art, die wir behandelt haben, lassen nur einen Schluss zu: Dieses einzigartige Buch, die Bibel, ist kein Produkt menschlicher Weisheit, sondern hat göttlichen Ursprung. Allerdings zweifeln heute viele an der Existenz ihres Autors — Gott. Geht es Ihnen auch so?

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1, 2. Welche Gründe gibt es, sich ernsthaft mit der Bibel zu befassen?

      2. 3. Was ist an der Niederschrift der Bibel so bemerkenswert?

      3. 4—6. Warum kann man den Aussagen der Bibel vertrauen?

      4. 7, 8. Wie würden Sie die biblischen Prophezeiungen beurteilen?

      5. 9. Was ist am Inhalt der Bibel besonders?

  • Der Autor eines unvergleichlichen Buches
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 4

      Der Autor des unvergleichlichen Buches

      WÄHREND 96 Prozent der Amerikaner sagen, sie glauben an Gott, ist in Europa und Asien der prozentuale Anteil wesentlich niedriger. Doch selbst in Ländern, in denen die Mehrheit behauptet, nicht an einen persönlichen Gott zu glauben, akzeptieren nicht wenige den Gedanken, eine unbekannte Kraft habe das stoffliche Universum ins Dasein gebracht. Der namhafte japanische Pädagoge Yukichi Fukuzawa, der auf der 10 000-Yen-Banknote abgebildet ist, schrieb einmal: „Wie es heißt, erschafft der Himmel keinen Menschen so, dass er über oder unter einem anderen Menschen steht.“ Mit dem Ausdruck „Himmel“ bezog sich Fukuzawa auf ein Prinzip der Natur, dem er die Erzeugung von Menschen zuschrieb. Viele akzeptieren den Gedanken an einen abstrakten „Himmel“, so auch der Nobelpreisträger Kenichi Fukui. Er ließ einen gewissen Glauben an eine großartige Grundstruktur im Universum erkennen, die dem religiösen Begriff „Gott“ entspräche, nannte sie aber „Eigenheit der Natur“.

      Yukichi Fukuzawa; Kenichi Fukui

      Links: Yukichi Fukuzawa; Rechts: Kenichi Fukui

      2 Diese Intellektuellen glaubten, etwas Ewiges oder ein Ewiger habe das ganze Universum in Gang gesetzt. Weshalb? Man braucht nur einmal an Folgendes zu denken: Die Sonne ist ein so großer Stern, dass die Erde eine Million Mal in sie hineinpassen würde, doch in der Milchstraße ist sie nur ein kleines Pünktchen. Die Milchstraße wiederum ist bloß eine von Milliarden Galaxien im Universum. Wissenschaftliche Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass sich diese Galaxien mit großer Geschwindigkeit voneinander entfernen. Das Universum in Gang zu bringen muss ungeheure dynamische Kraft erfordert haben. Wer oder was war die Quelle dieser Kraft? „Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen?“, wird in der Bibel gefragt. „Er ist es, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, der sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon“ (Jesaja 40:25, 26). Dieser Text lässt darauf schließen, dass es jemanden gibt, der das Universum ins Dasein gebracht hat — den Quell „dynamischer Kraft“.

      Die Sombrero-Galaxie

      Die Sombrero-Galaxie

      3 Denken wir auch an das Leben auf der Erde. Könnte es von selbst entstanden sein, wie Evolutionisten behaupten? Der Biochemiker Michael Behe sagt: „Die Wissenschaft hat enorme Fortschritte gemacht, wenn es darum geht, den Aufbau des Lebens zu verstehen, doch die Eleganz und Komplexität der biologischen Systeme auf molekularer Ebene bringen jeden Versuch der Wissenschaft zum Erliegen, den Ursprung erklären zu wollen. . . . Viele Wissenschaftler haben kühn behauptet, es gebe bereits Erklärungen oder es werde sie früher oder später geben, doch mit der wissenschaftlichen Fachliteratur lassen sich solche Aussagen nicht erhärten. Was noch bedeutsamer ist: Es gibt — gestützt auf die eigentliche Struktur der [biomolekularen] Systeme — zwingende Gründe für die Überlegung, dass sich die Mechanismen des Lebens einer darwinistischen Erklärung immer entziehen werden.“

      Bestandteile eines Proteins

      „Der Aufbau eines typischen Proteins . . . lässt sich mit einem dreidimensionalen Puzzle vergleichen“, sagt Michael Behe. Allerdings kann der menschliche Körper Hunderttausende solcher Puzzles enthalten. Wissenschaftler versuchen, diese Puzzleteile zu entschlüsseln, aber wer hat sie ersonnen?

      4 Behagt uns die Theorie, menschliches Leben sei ins Dasein gekommen, ohne dass irgendeine intelligente Kraft dahinter steckte? Wenden wir uns einem Organ zu, das man als „die komplexeste Struktur im Universum“ bezeichnet hat, dem menschlichen Gehirn. Wir wollen sehen, zu welchen Schlussfolgerungen wir gelangen. „Die Leistung des fortschrittlichsten Computers mit einem neuronalen Netzwerk“, so Dr. Richard M. Restak, „beträgt ungefähr ein Zehntausendstel der geistigen Leistungsfähigkeit einer Stubenfliege.“ Das Gehirn eines Menschen ist dem einer Stubenfliege weit überlegen. Es ist so programmiert, dass es Sprachen erlernen kann. Es repariert sich selbst, überschreibt Programme und steigert seine Kapazität. Keiner würde daran zweifeln, dass ein leistungsfähiger Supercomputer mit nur einem „Zehntausendstel der . . . Leistungsfähigkeit einer Stubenfliege“ einen intelligenten Konstrukteur hat. Wie viel mehr das menschliche Gehirn!a

      5 Vor rund 3 000 Jahren, zu einer Zeit, als die Menschen das Wunder ihrer eigenen körperlichen Beschaffenheit noch gar nicht völlig begriffen, dachte ein Bibelschreiber über den Aufbau des menschlichen Körpers nach und sagte: „Ich werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß.“ Ohne etwas über DNS-Moleküle zu wissen, schrieb er: „Deine Augen sahen sogar den Embryo von mir, und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben“ (Psalm 139:14, 16). Von wem sprach er? Wer hat mit einer „Fülle dynamischer Kraft“ alles im Universum hervorgebracht?

      Ein Hochleistungs-Computer gegenüber dem neuronalen Netzwerk einer Stubenfliege

      Was hat größere Leistungsfähigkeit, der fortschrittlichste Computer mit einem neuronalen Netzwerk oder eine einfache Stubenfliege?

      6 Der allererste Vers in der Bibel lautet: „Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1:1). Gott ist auch der Autor der Bibel, sie ist von ihm inspiriert. Er offenbart sich als eine Person, zu der wir eine echte Beziehung aufbauen können.

      a Weitere lesenswerte Einzelheiten sind in dem Buch Gibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist? zu finden, Kapitel 2 bis 4 (herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft).

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1, 2. Wie ist das Universum wohl entstanden?

      2. 3. Wie denken Sie über die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Leben von selbst entwickelt hat?

      3. 4. Was sagt die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns über seine Entstehung aus?

      4. 5, 6. Zu welchem Schluss kommen Sie, was den Quell des Lebens betrifft?

  • Wie man Gott kennenlernen kann
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 5

      Wie man Gott kennenlernen kann

      WER Rat sucht, wendet sich normalerweise an jemanden, der vertrauenswürdig ist. Kommt der Rat von einer Vertrauensperson, ist man eher geneigt, ihn zu beherzigen, gleichgültig, ob man sofort etwas davon hat oder nicht. Möchte man wirklich von den praktischen Hinweisen der Bibel profitieren, muss man sich mit ihrem Urheber vertraut machen. Ja, man kann sogar sein „Freund“ werden! (Jesaja 41:8).

      Der Name Gottes im hebräischen Text des Buches Jesaja

      Der göttliche Name, der im hebräischen Text des Buches Jesaja erscheint

      2 Wer sich mit jemandem anfreunden möchte, will zweifellos dessen Namen wissen. Hat der Gott der Bibel einen Namen? Er erklärt: „Ich bin Jehova. Das ist mein Name; und keinem sonst werde ich meine eigene Herrlichkeit geben noch meinen Lobpreis gehauenen Bildern“ (Jesaja 42:8). Sein Name ist „Jehova“. Im Hebräischen wird er יהוה geschrieben und ist von rechts nach links zu lesen. Dieser Name kommt in den Hebräischen Schriften der Bibel fast 7 000-mal vor. Der Name Gottes bedeutet „Er lässt werden“, was darauf hindeutet, dass Jehova zu allem wird, und er auch seine Schöpfung zu allem werden lässt, was erforderlich ist, um seine Vorsätze zu verwirklichen. Der Name Jehova steht im Hebräischen in einer grammatischen Form, die eine ihrer Vollendung entgegenstrebende Handlung ausdrückt. Was bedeutet das? Es zeigt, dass Jehova früher alles tat, und auch heute alles tut, seine Vorsätze vollständig umzusetzen. Er ist ein lebendiger Gott, keine unpersönliche Kraft.

      Vögel, eine Blume, ein Schmetterling und Elefanten

      3 So wurde Jehova zum Schöpfer (1. Mose 1:1). Er ist ‘der lebendige Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat’ (Apostelgeschichte 14:15). Jehova erschuf alles, auch das erste Menschenpaar, Adam und Eva. Gott ist somit der „Quell des Lebens“ (Psalm 36:9). Außerdem wurde er zum Lebenerhalter. Er hat sich „nicht ohne Zeugnis gelassen . . ., indem er Gutes tat, da er euch Regen vom Himmel und fruchtbare Zeiten gab und euer Herz mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte“ (Apostelgeschichte 14:17). In Afrika und Asien beten viele zu ihren Vorfahren, die ihnen das Leben geschenkt haben. Sollte man sich aber dem Schöpfer und Erhalter des Lebens nicht noch mehr zu Dank verpflichtet fühlen, wo er doch die ersten Menschen erschaffen und ihnen die Fähigkeit verliehen hat, sich fortzupflanzen? Darüber nachzudenken kann uns veranlassen, mit Überzeugung zu sagen: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11).

      4 Durch die Bibel können wir unseren Schöpfer, Jehova, kennenlernen und erfahren, was für ein Gott er ist. Sie offenbart uns, dass ‘Gott Liebe ist’ (1. Johannes 4:16; 2. Mose 34:6, 7). Liest man die Bibel von 1. Mose bis Offenbarung, stößt man auf zahlreiche Berichte, die zeigen, dass er tatsächlich ein liebevoller Gott ist. Es wäre gut, wenn wir es uns zur Gewohnheit machten, täglich in Gottes Wort zu lesen, um unseren Schöpfer kennenzulernen. Beim Erforschen der Bibel kann man die Hilfe von Personen annehmen, die mit dem Inhalt dieses Buches vertraut sind (Apostelgeschichte 8:26-35). Man wird dann unter anderem erkennen, dass Jehova ein Gott der Gerechtigkeit ist, der das Böse nicht für immer dulden wird (5. Mose 32:4). Für Menschen ist es nicht leicht, Liebe und Gerechtigkeit im Gleichgewicht zu halten, doch Jehova gelingt dies durch seine Weisheit perfekt (Römer 11:33; 16:27). Als allmächtiger Gott hat er die Macht, alles zu tun, was er möchte, um seine Vorsätze zu verwirklichen (1. Mose 17:1). Wenn wir die weisen Ratschläge aus der Bibel umsetzen, werden wir unseren Schöpfer noch mehr schätzen, und uns wird bewusst, dass wir von seinem Rat nur profitieren können.

      Eine Familie betet zusammen

      Man kann Jehova durch das Gebet näherkommen

      5 Es gibt noch eine andere Möglichkeit, Gott näherzukommen — das Gebet. Jehova ist der „Hörer des Gebets“ (Psalm 65:2). Es heißt von ihm, dass er „über alles hinaus mehr tun kann, als wir erbitten oder erdenken“ (Epheser 3:20). Was würden wir aber von einem „Freund“ halten, der nur zu uns kommt, wenn er etwas von uns möchte? Wahrscheinlich hätten wir keine allzu hohe Meinung von ihm. Deshalb sollten auch wir das Vorrecht des Gebets nicht ausschließlich dazu nutzen, Gott um das zu bitten, was wir brauchen, sondern wir werden ihm sicher auch danken und ihn preisen wollen (Philipper 4:6, 7; 1. Thessalonicher 5:17, 18).

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1. Warum ist es wichtig, Gott kennenzulernen?

      2. 2. Weshalb ist Gottes Name und dessen Bedeutung so wichtig?

      3. 3. Welche Gründe haben wir, Jehova zu preisen?

      4. 4. Welche hervorstechenden Eigenschaften hat Jehova?

      5. 5. Wie kann man Gott persönlich kennenlernen?

  • Warum hat Jehova uns erschaffen?
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 6

      Warum hat Jehova uns erschaffen?

      König Salomo

      König Salomo ging der Frage nach dem Sinn des Lebens auf den Grund

      WAS bedeutet es für uns, Jehova kennenzulernen? Unter anderem erhalten wir dadurch die Antwort auf eine Frage, die Milliarden Menschen ein Rätsel ist: „Warum existiere ich überhaupt?“ Vielleicht haben wir uns selbst schon hin und wieder darüber Gedanken gemacht. Ein weiser König, der größeren Reichtum besaß „als alle anderen Könige der Erde“, ging der Frage über den Sinn des Lebens nach (2. Chronika 9:22; Prediger 2:1-13). Dieser König, Salomo, war mit großer Macht, unermesslichem Reichtum und unvergleichlicher Weisheit ausgestattet. Was ergaben seine Nachforschungen? „Der Abschluss der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den wahren Gott, und halte seine Gebote. Denn das ist des Menschen ganze Pflicht“ (Prediger 12:13). Da Salomos Erfahrungsschatz den der meisten Menschen übersteigt, ist seine Schlussfolgerung zumindest eine Betrachtung wert (Prediger 2:12).

      2 Die Gottesfurcht, von der Salomo sprach, ist keine krankhafte Angst vor einer unbekannten geistigen Macht. Vielmehr handelt es sich um eine gesunde Furcht davor, jemandem, den man innig liebt, zu missfallen. Wenn man tiefe Liebe zu jemandem empfindet, wird man ihm bestimmt zu allen Zeiten Freude bereiten wollen und möglichst alles vermeiden, was ihn verletzen könnte. Wer Jehova lieben lernt, wird ihm gegenüber genauso empfinden.

      3 Durch das Lesen in der Bibel erfahren wir, was unserem Schöpfer gefällt oder missfällt und zu welchem Zweck er die Erde erschaffen hat. In der Bibel wird Jehova als „der Bildner der Erde und der sie gemacht hat“ bezeichnet, und weiter wird er wie folgt beschrieben: „ER, der ihr festen Bestand gab, der sie nicht einfach umsonst erschuf, der sie bildete, damit sie auch bewohnt werde“ (Jesaja 45:18). Jehova gestaltete die Erde so, dass sie von Menschen bewohnt werden konnte. Sie sollten sich dann um diesen Planeten und die Lebewesen darauf kümmern (1. Mose 1:28). War das aber der einzige Zweck, zu dem Jehova Menschen erschuf — die Erde zu verwalten?

      Adam und Eva

      Adam und Eva hatten eine echte Beziehung zu Gott

      4 Nein, er verfolgte eine erhabenere Absicht. Der erste Mensch, Adam, hatte eine echte Beziehung zu Jehova. Adam konnte direkt mit dem Schöpfer kommunizieren. Er konnte hören, was Gott ihm sagte, und ihm auch seine Gedanken mitteilen (1. Mose 1:28-30; 3:8-13, 16-19; Apostelgeschichte 17:26-28). Adam und seine Frau Eva hatten also die großartige Gelegenheit, Jehova immer besser kennenzulernen und eine immer innigere Beziehung zu ihm zu entwickeln. Jehova zu kennen und ihn nachzuahmen hätte für sie ein befriedigendes Leben bedeutet, denn er ist der ‘glückliche Gott’ (1. Timotheus 1:11). Er, der Gott, der „uns alle Dinge reichlich darbietet zum Genuss“, setzte den ersten Menschen in ein Paradies, Garten Eden genannt, in dem er für immer hätte leben können (1. Timotheus 6:17; 1. Mose 2:8, 9, 16, 17).

      Telomere und Chromosome

      Worauf lassen neuere Erkenntnisse über die menschliche Zelle schließen?

      5 Für immer? So mancher wird den Gedanken an ewiges Leben wahrscheinlich als absurd abtun. Ist er das aber? Wissenschaftler glauben, sie seien den Ursachen für die Zellalterung inzwischen auf den Grund gekommen. Die Telomere, kleine Abschnitte genetischer Substanz, die das Ende der Chromosomen bilden, verkürzen sich jedes Mal, wenn sich die Zelle teilt. Nach 50 bis 100 Zellteilungen sind die Telomere meist so weit aufgebraucht, dass sich die Zelle nicht mehr teilt. Neueren wissenschaftlichen Entdeckungen zufolge können sich menschliche Zellen jedoch mithilfe eines Enzyms, Telomerase genannt, endlos teilen. Das muss nicht heißen, dass Jehova ewiges Leben durch genau dieses Enzym ermöglicht. Doch eins wird durch diese Entdeckung deutlich: Die Vorstellung von ewigem Leben ist nicht absurd.

      6 Ja, der Bibelbericht, wonach das erste Menschenpaar erschaffen wurde, um für immer zu leben, ist glaubwürdig. Die Menschen sollten ihr Verhältnis zu Jehova für unbegrenzte Zeit vertiefen. Sie sollten eine starke Bindung zu ihrem himmlischen Vater entwickeln und seinen Vorsatz in Verbindung mit den Menschen auf der Erde genau kennen und verwirklichen. Ihr Leben sollte keine Plackerei sein. Adam und Eva hatten die faszinierende Aussicht, die Erde mit glücklichen, vollkommenen Nachkommen zu füllen. Sie hätten für immer schöne, sinnvolle Aufgaben gehabt. Das wäre mit Sicherheit ein befriedigendes Leben gewesen (1. Mose 1:28).

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1. Wie dachte Salomo über den Sinn des Lebens?

      2. 2. Was ist mit Gottesfurcht gemeint?

      3. 3. Zu welchem Zweck erschuf Jehova die Menschen?

      4. 4. Was hätte das Leben der Menschen befriedigend gemacht?

      5. 5, 6. Wie denken Sie über ewiges Leben? Weshalb?

  • Ein befriedigendes Leben — Warum so schwer zu erreichen?
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 7

      Ein befriedigendes Leben — Warum so schwer zu erreichen?

      Ein Mann im Krankenhaus; ein kleines Mädchen mit einer Gehhilfe; eine Frau im Rollstuhl

      WARUM mühen sich so viele ab, ohne einen echten Sinn in ihrem Leben zu sehen? „Der Mensch, von einer Frau geboren, ist kurzlebig und mit Erregung gesättigt. Wie eine Blüte ist er hervorgekommen und wird abgeschnitten, und er enteilt wie der Schatten und bleibt nicht bestehen“ (Hiob 14:1, 2). Durch das Verschulden des ersten Menschenpaares im Paradies gingen der ganzen Menschheit herrliche Zukunftsaussichten verloren.

      2 Damit die Menschheitsfamilie wirklich glücklich sein kann, muss sie ein gutes Verhältnis zu Gott haben, das auf Freiwilligkeit und nicht auf Zwang beruht (5. Mose 30:15-20; Josua 24:15). Jehova wünscht einen Gehorsam und eine Anbetung, die von Herzen kommen und auf Liebe basieren (5. Mose 6:5). Deshalb erlegte Jehova dem ersten Menschen im Garten Eden eine Einschränkung auf, durch die Adam seine von Herzen kommende Loyalität beweisen konnte. „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen“, sagte Gott zu ihm. „Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon isst, wirst du ganz bestimmt sterben“ (1. Mose 2:16, 17). Das war eine einfache Prüfung. Jehova verbot Adam lediglich, die Frucht eines einzigen Baumes unter all den Bäumen des Gartens zu essen. Dieser Baum versinnbildlichte das Recht unseres überaus weisen Schöpfers, zu bestimmen, was gut und was schlecht ist. Der erste Mensch unterrichtete seine Frau, die Jehova ihm als „sein Gegenstück“ gegeben hatte, über dieses göttliche Gebot (1. Mose 2:18). Sie waren beide mit der Regelung zufrieden, unter Gottes Herrschaft zu leben, sich also voller Dankbarkeit nach seinem Willen auszurichten und dadurch ihre Liebe zu ihrem Schöpfer und Lebengeber zum Ausdruck zu bringen.

      3 Doch dann sprach eines Tages eine Schlange mit Eva und fragte sie: „Sollte Gott wirklich gesagt haben: Ihr dürft nicht von jedem Baum des Gartens essen?“ Eva antwortete, es sei ihnen nur verboten worden, die Frucht „des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist“, zu essen, des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse, ‘damit sie nicht sterben’ (1. Mose 3:1-3).

      4 Wer war die Schlange? Das Bibelbuch Offenbarung macht „die Urschlange“ als den kenntlich, „der Teufel und Satan genannt wird, der die ganze bewohnte Erde irreführt“ (Offenbarung 12:9). Erschuf Gott Satan, den Teufel? Nein, Jehovas Werke sind vollkommen und gut (5. Mose 32:4). Dieses Geistgeschöpf machte sich selbst zum Teufel, was „Verleumder“ bedeutet, und zum Satan, was „Widerstandleistender“ heißt. Er wurde „von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt“ — von dem Wunsch, Gottes Platz einzunehmen — und lehnte sich gegen den Schöpfer auf (Jakobus 1:14).

      Eine Schlange spricht zu Eva; Adam versucht den Erdboden zu bearbeiten

      5 Satan, der Teufel, sagte weiter zu Eva: „Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben. Denn Gott weiß, dass an demselben Tag, an dem ihr davon esst, euch ganz bestimmt die Augen geöffnet werden, und ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse“ (1. Mose 3:4, 5). Satans Worte ließen den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse verlockend erscheinen. Sein Argument lautete dem Sinne nach: „Gott enthält euch etwas Gutes vor. Esst nur von dem Baum, dann werdet ihr wie Gott und könnt selbst entscheiden, was gut und was böse ist.“ Noch heute hält Satan durch solche Überlegungen viele davon ab, Gott zu dienen. „Tu, was du willst“, sagt er. „Vergiss einfach, was du dem schuldig bist, der dir das Leben geschenkt hat.“ (Siehe Offenbarung 4:11.)

      6 Die Frucht des Baumes war mit einem Mal begehrenswert, unwiderstehlich. Eva nahm von der Frucht, aß sie und bot sie dann auch ihrem Mann an. Obwohl sich Adam über die Konsequenzen völlig im Klaren war, hörte er auf seine Frau und aß die Frucht. Was war die Folge? Jehova verkündete der Frau: „Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft sehr mehren; mit Geburtsschmerzen wirst du Kinder hervorbringen, und dein tiefes Verlangen wird nach deinem Mann sein, und er wird über dich herrschen.“ Und zu dem Mann sprach er: „Der Erdboden [ist] deinetwegen verflucht. In Mühsal wirst du seinen Ertrag essen alle Tage deines Lebens. Und Dornen und Disteln wird er dir wachsen lassen, und du sollst die Pflanzen des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.“ Jetzt lag es an Adam und Eva, ihr Glück und ihre Zufriedenheit selbst zu finden. Würde es den Menschen gelingen, unabhängig von Gottes Vorsatz ein befriedigendes Leben zu führen? Statt die schöne Aufgabe wahrzunehmen, das parkähnliche Paradies zu pflegen und bis an die Enden der Erde auszudehnen, mussten sie sich nun abmühen, nur um überleben zu können, und sie taten nichts, was ihrem Schöpfer zur Ehre gereichte (1. Mose 3:6-19).

      Eva hat Mühe mit ihren unvollkommenen Kindern

      7 An dem Tag, als die ersten Menschen von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aßen, starben sie in Gottes Augen und gingen unaufhaltsam ihrem Tod entgegen. Was geschah mit ihnen, als sie letztlich starben? Die Bibel unterrichtet uns über den Zustand der Toten. Sie sagt: „Die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des Geringsten bewusst, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen“ (Prediger 9:5; Psalm 146:4). So etwas wie eine „Seele“, die den Tod überdauert, gibt es nicht. Die Strafe für Sünde ist der Tod, nicht ewige Qual in einem Höllenfeuer. Auch ist der Tod keine Pforte zu ewiger himmlischer Seligkeit.a

      8 Genauso, wie eine eingebeulte Kuchenform bei jedem Kuchen einen Abdruck hinterlässt, konnten der Mann und die Frau in ihrer jetzigen Unvollkommenheit nur unvollkommene Nachkommen hervorbringen. In der Bibel wird diese Entwicklung wie folgt erklärt: „So wie durch e i n e n Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten“ (Römer 5:12). Somit sind wir alle in Sünde geboren und der Nichtigkeit unterworfen. Das Leben wurde für Adams Nachkommen eine frustrierende Plackerei. Gibt es irgendeinen Ausweg?

      a Interessante Einzelheiten über den Zustand der Toten sind in der Broschüre Was geschieht mit uns, wenn wir sterben? zu finden (herausgegeben von der Wachtturm-Gesellschaft).

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1, 2. Warum verbot Gott, vom „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ zu essen?

      2. 3—6. Wie kam es, dass sich das Leben für die Menschheitsfamilie zu einer Plackerei entwickelte?

      3. 7. Was geschieht beim Tod?

      4. 8. Warum sterben wir alle?

  • Zurück zu einem befriedigenden Leben
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 8

      Zurück zu einem befriedigenden Leben

      DIE Menschen führen als Folge der Rebellion gegen die göttliche Herrschaft zwar ein nichtiges Leben, doch Gott hat sie nicht ohne Hoffnung gelassen. In der Bibel wird erklärt: „Die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden, nicht durch ihren eigenen Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat aufgrund der Hoffnung, dass die Schöpfung selbst auch von der Sklaverei des Verderbens frei gemacht werden wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes“ (Römer 8:20, 21). Ja, Gott schenkte den Nachkommen des ersten Menschenpaares eine Hoffnung. Es ist die sichere Hoffnung, dass die Menschheit von dem Erbe der Sünde und des Todes befreit wird. Sie kann dann wieder in ein enges Verhältnis zu Jehova Gott gelangen. Wie?

      Kinder in Sklaverei

      Gott schenkte der Menschheit die Hoffnung auf Befreiung von der Sklaverei der Sünde und des Todes

      2 Als Adam und Eva sündigten, brachten sie ihre Nachkommen um die Aussicht, für immer ein befriedigendes Leben auf der Erde zu führen. Im Tausch gegen die Freiheit, selbst zu entscheiden, was richtig und was falsch ist, verkauften sie ihre künftige Familie in die Sklaverei der Sünde und des Todes. Die Nachkommen, die in diese Familie hineingeboren wurden, könnte man mit Sklaven vergleichen, die auf eine entlegene, von grausamen Königen regierte Insel verbannt worden sind. Tatsächlich regiert der Tod als König über die Menschheit, die noch einem anderen König versklavt ist — der Sünde (Römer 5:14, 21). Es sieht so aus, als gäbe es niemanden, der die Menschen erlöst. Schließlich war es ja ihr eigener Vorfahr, der sie in die Sklaverei verkaufte. Doch dann schickt ein Wohltäter seinen Sohn, der den vollen Preis zahlt, um alle Sklaven zu befreien (Psalm 51:5; 146:4; Römer 8:2).

      Joseph und Maria mit Jesus als Baby

      3 In dieser Veranschaulichung stellt der Wohltäter, der die Sklaven befreite, Jehova Gott dar. Der Sohn, der den Preis für die Befreiung zahlte, ist Jesus Christus. Er hatte als einziggezeugter Sohn Gottes eine vormenschliche Existenz (Johannes 3:16). Er war Jehovas allererstes Schöpfungswerk, und alle anderen Geschöpfe im Universum kamen durch ihn ins Dasein (Kolosser 1:15, 16). Jehova übertrug durch ein Wunder das Leben dieses Geistsohnes in den Mutterleib einer Jungfrau, sodass der Säugling ein vollkommener Mensch war. Ein vollkommenes Menschenleben war der Preis, der den Erfordernissen der göttlichen Gerechtigkeit Genüge tun würde (Lukas 1:26-31, 34, 35).

      Jesus lehrt seine Nachfolger

      4 Als Jesus etwa 30 Jahre alt war, ließ er sich im Jordan taufen. Bei seiner Taufe wurde er mit heiligem Geist, das heißt mit Gottes wirksamer Kraft, gesalbt. Dadurch wurde er zum Christus, was „Gesalbter“ bedeutet (Lukas 3:21, 22). Jesu Wirken auf der Erde erstreckte sich über dreieinhalb Jahre. In diesen Jahren belehrte er seine Nachfolger über das „Königreich Gottes“, die himmlische Regierung, unter der die Menschheit wieder in ein friedliches Verhältnis zu Jehova Gott gelangen wird (Lukas 4:43; Matthäus 4:17). Jesus wusste, was Menschen glücklich macht, und er gab seinen Nachfolgern genaue Hinweise darüber, was Glück bedeutet. Es ist empfehlenswert, die Bibel in Matthäus, Kapitel 5 bis 7 aufzuschlagen und nachzulesen, was er in der Bergpredigt lehrte.

      Wären wir jemandem, der uns aus der Sklaverei befreit, nicht von Herzen dankbar?

      5 Im Unterschied zu Adam führte Jesus ein Leben, das sich dadurch auszeichnete, dass er Gott in allem gehorchte. „Er beging keine Sünde“ (1. Petrus 2:22; Hebräer 7:26). Eigentlich hätte er das Recht gehabt, für immer auf der Erde zu leben, aber er ‘gab seine Seele hin’, um Gott das zurückzuzahlen, was Adam verloren hatte. Am Marterpfahl gab er sein vollkommenes menschliches Leben hin (Johannes 10:17; 19:17, 18, 28-30; Römer 5:19, 21; Philipper 2:8). Dadurch beschaffte er das Lösegeld, das heißt, er bezahlte den Preis, der erforderlich war, um die Menschheit von der Sklaverei der Sünde und des Todes loszukaufen (Matthäus 20:28). Stellen wir uns einmal vor, wir würden in einem ausbeuterischen Betrieb regelrechte Sklavenarbeit leisten. Würden wir nicht tiefe Dankbarkeit gegenüber dem empfinden, der für unsere Befreiung aus dieser Sklaverei gesorgt hat, und auch gegenüber dem, der freiwillig sein Leben für uns geopfert hat? Durch das Lösegeld hat sich für uns die Möglichkeit eröffnet, in Gottes universelle Familie zurückzukehren und ein wirklich befriedigendes Leben zu führen — frei von der Sklaverei der Sünde und des Todes (2. Korinther 5:14, 15).

      Soldaten stellen den Marterpfahl von Jesus auf

      6 Wenn wir diese unverdiente Güte Jehovas kennen und schätzen lernen, haben wir umso mehr Grund, unser Leben nach der Weisheit der Bibel auszurichten. Greifen wir eins der Prinzipien heraus, die am schwersten umzusetzen sind, nämlich jemandem, der uns gekränkt hat, zu vergeben. Erinnern wir uns an die Worte aus Kolosser, Kapitel 3, Vers 12 bis 14, die wir in der zweiten Lektion betrachtet haben? In diesen Versen werden wir aufgefordert, anderen zu vergeben, selbst wenn wir Ursache zu einer Klage gegen sie hätten. Aus dem Zusammenhang ist ersichtlich, warum wir so handeln sollten. Es heißt: „So, wie Jehova euch bereitwillig vergeben hat, so tut auch ihr.“ Schätzen wir das, was Jehova und Jesus Christus für die Menschheit getan haben, von ganzem Herzen, dann werden wir uns bewogen fühlen, anderen Kränkungen zu vergeben, erst recht, wenn es ihnen Leid tut und sie sich dafür entschuldigen.

      WIE DENKEN SIE DARÜBER?

      1. 1. Hat Jehova die Menschen ohne Hoffnung gelassen?

      2. 2. Womit lässt sich das, was Adam seinen Nachkommen angetan hat, vergleichen?

      3. 3. Warum wurde Jesus Christus von einer Jungfrau geboren?

      4. 4. Was lehrte Jesus unter anderem, und weshalb sind seine Lehren so wirkungsvoll?

      5. 5, 6. Wie denken Sie persönlich über das, was Jehova und Jesus für die Menschheit getan haben?

  • Ein befriedigendes Leben — Jetzt und für immer!
    Ein befriedigendes Leben — Wie es zu erreichen ist
    • TEIL 9

      Ein befriedigendes Leben — Jetzt und für immer!

      Wenn wir mit Gott Freundschaft pflegen, können wir ein befriedigendes Leben führen

      ABRAHAM, ein bedeutender Glaubensmensch der biblischen Geschichte, gab ein komfortables Leben in der reichen Stadt Ur auf. Nachdem er eine Zeit lang in Haran gewohnt hatte, verbrachte er den Rest seines Lebens als Nomade, das heißt, er lebte in Zelten und hatte keinen festen Wohnsitz (1. Mose 12:1-3; Apostelgeschichte 7:2-7; Hebräer 11:8-10). Doch in der Bibel lesen wir: „Abraham . . . starb in gutem Alter, alt und mit Tagen gesättigt“ (1. Mose 25:8). Was machte sein Leben so befriedigend? Er war nicht lediglich ein alter Mann, der auf dem Sterbebett lag und zufrieden auf das zurückblickte, was er in seinem Leben geleistet hatte. Abraham wurde später wegen seines außergewöhnlichen Glaubens an Gott „Freund Jehovas“ genannt (Jakobus 2:23; Jesaja 41:8). Dass Abrahams Leben befriedigend war, lag an seiner wertvollen Beziehung zu seinem Schöpfer.

      Abraham auf seinem Sterbebett

      Können wir ein noch befriedigenderes Leben führen als Abraham?

      2 Genau wie Abraham vor rund 4 000 Jahren können wir alle heute ein sinnvolles, befriedigendes Leben führen, wenn wir mit Gott Freundschaft pflegen. Der Gedanke, ein Freund des Schöpfers des Universums zu sein, erscheint einem vielleicht unfassbar, aber es ist möglich. Wie? Man muss ihn kennen und lieben lernen (1. Korinther 8:3; Galater 4:9). Eine solche Beziehung zu unserem Schöpfer kann unser Leben bereichern und befriedigend machen.

      3 Allen, die bereit sind, das Loskaufsopfer Jesu Christi anzunehmen, gibt Jehova Richtlinien, wie sie ein glückliches Leben führen können (Jesaja 48:17). Vergessen wir nicht, dass Adam gegen Gott rebellierte, als er selbst entscheiden wollte, was gut und was schlecht ist. Obwohl Jehova die Menschheit durch das Opfer seines Sohnes loskaufte und ihr dadurch die Befreiung aus der Sklaverei der Sünde und des Todes ermöglichte, muss jeder Einzelne das Lösegeld annehmen und davon abstehen, eigene Normen über das aufzustellen, was gut und was schlecht ist. Wir müssen uns nach den Gesetzen und Grundsätzen ausrichten, die Gott für alle vorgesehen hat, die Jesu Loskaufsopfer annehmen.

      Ein junger Mann liest in der Bibel

      „Lass mich bitte deine Wege wissen“

      4 Während wir weiter die Bibel studieren und die darin enthaltenen Grundsätze beachten, werden wir Gottes Maßstäbe für gutes und schlechtes Handeln zweifellos immer mehr schätzen (Psalm 19:7-9). Wir werden uns bewogen fühlen, wie Jehovas Prophet Moses zu sagen: „Nun, bitte, wenn ich Gunst gefunden habe in deinen Augen, so lass mich bitte deine Wege wissen, dass ich dich erkenne“ (2. Mose 33:13; Psalm 25:4). Die Bibel enthält Grundsätze, die uns bei den Problemen der gegenwärtigen ‘kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertig wird’ weiterhelfen können (2. Timotheus 3:1). Unsere Wertschätzung wird zunehmen, was dazu führt, dass wir Jehova besser kennen lernen und unsere Freundschaft mit ihm vertiefen.

      5 Abraham starb „alt und mit Tagen gesättigt“, doch solange man dem Tod entgegensehen muss, ist das Leben immer zu kurz. Ganz egal, wie alt Menschen werden, sie haben den natürlichen Wunsch zu leben, denn Gott „hat ihnen auch die Ewigkeit ins Herz gegeben. Doch kann der Mensch das Tun Gottes nicht durchschauen, weder den Anfang noch das Ende“ (Prediger 3:11, Bruns). Selbst wenn wir ewig leben, werden wir nie in der Lage sein, alle Schöpfungswerke Jehovas zu verstehen. Wir können die wunderbaren Werke Jehovas endlos beobachten, erforschen und uns an ihnen erfreuen (Psalm 19:1-4; 104:24; 139:14).

      6 Der Gedanke, für immer auf einer problemgeplagten Erde zu leben, wie wir sie heute haben, sagt uns womöglich nicht zu. Aber das braucht uns nicht zu beunruhigen. Die Bibel verheißt: „Es [gibt] neue Himmel und eine neue Erde, die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13). Der Ausdruck „neue Himmel“ bezieht sich auf eine neue himmlische Regierung — Gottes Königreich, das über die ganze Erde herrschen wird. Die „neue Erde“ ist eine neue menschliche Gesellschaft, bestehend aus allen, die sich der Herrschaft dieses Königreichs unterstellen. Um das zu verwirklichen, wird Jehova bald gegen alle vorgehen, die „die Erde verderben“ (Offenbarung 11:18; 2. Petrus 3:10).

      Soldaten im Krieg; hungernde Kinder; ein verlassenes Gebäude

      7 Wie bald? Als „Zeichen . . . des Abschlusses des Systems der Dinge“ nannte Jesus unter anderem Kriege zwischen ganzen Nationen, „Lebensmittelknappheit und Erdbeben an einem Ort nach dem anderen“, „Seuchen“ und ‘zunehmende Gesetzlosigkeit’ (Matthäus 24:3-13; Lukas 21:10, 11; 2. Timotheus 3:1-5). Danach prophezeite er: „Wenn ihr diese Dinge geschehen seht, erkennt, dass das Königreich Gottes nahe ist“ (Lukas 21:31). Die Zeit, in der Jehova die Bösen vernichtet, rückt mit Riesenschritten näher.a

      8 Nach dem ‘großen Tag Gottes, des Allmächtigen’, wenn Jehova die Erde von aller Schlechtigkeit befreit hat, wird unser Planet zu einem Paradies umgestaltet (Offenbarung 16:14, 16; Jesaja 51:3). „Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37:29). Aber was wird aus den Verstorbenen? „Wundert euch nicht darüber“, sagte Jesus, „denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens, die, welche Schlechtes getrieben haben, zu einer Auferstehung des Gerichts“ (Johannes 5:28, 29). Jehova, der an jedem Menschen interessiert ist, möchte die im Tod Entschlafenen zum Leben zurückbringen. Manche Wissenschaftler sind vielleicht darauf aus, Menschen mithilfe der Gentechnik zu klonen, doch der Schöpfer ist nicht aufs Klonen angewiesen. Er kann sich an jede Einzelheit aller zu erlösenden Menschen erinnern und sie wieder zum Leben bringen. Ja, wir haben die Aussicht, liebe Verstorbene auf einer paradiesischen Erde wiederzusehen.

      9 Wie wird das Leben im Paradies aussehen? Die Erde wird voller glücklicher Männer und Frauen sein, die vereint den Schöpfer preisen. „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin krank‘ “ (Jesaja 33:24; 54:13). Niemand wird schädlichem Stress ausgesetzt sein oder psychisch krank werden. Alle werden reichlich zu essen haben und an sinnvoller Arbeit, die mit Gottes Vorsatz im Einklang ist, Freude finden (Psalm 72:16; Jesaja 65:23). Sie werden mit ihren Mitmenschen und den Tieren in Frieden leben und sich vor allem „des Friedens mit Gott erfreuen“ (Römer 5:1; Psalm 37:11; 72:7; Jesaja 11:6-9).

      Menschen im Paradies

      10 Was ist erforderlich, damit wir in diesem Paradies ein rundum befriedigendes Leben führen können? Jesus Christus sagte: „Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus“ (Johannes 17:3). Nehmen wir deshalb weiter Erkenntnis über Jehova und Jesus Christus in uns auf und finden wir heraus, was Gott von uns erwartet. Dann können wir Jehova Gott gefallen und ein ganz und gar befriedigendes Leben führen.

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