-
Ehelosigkeit — Eine Tür zur Tätigkeit ohne AblenkungDer Wachtturm 1996 | 15. Oktober
-
-
„[Sie bedeutet] ständige Dienstbereitschaft für den Herrn ..., ohne sich ablenken zu lassen“ (1. KORINTHER 7:35).
1. Welche beunruhigenden Berichte über die Christen in Korinth erhielt Paulus?
DER Apostel Paulus sorgte sich um seine christlichen Brüder in der griechischen Stadt Korinth. Etwa fünf Jahre waren vergangen, seit er die Versammlung in dieser reichen, als lasterhaft verrufenen Stadt gegründet hatte. Jetzt, um das Jahr 55 u. Z., hatten ihn in Ephesus (Kleinasien) beunruhigende Berichte aus Korinth erreicht, wonach ein schlimmer Fall von Unsittlichkeit geduldet wurde und es zu Spaltungen gekommen war, weil man Menschen nachfolgte. Außerdem hatte Paulus von den Christen in Korinth einen Brief erhalten, in dem sie um Anleitung zu Themen wie Geschlechtsbeziehungen, Ehelosigkeit, Ehe, Trennung und Wiederverheiratung baten.
2. Wie ließen sich die Christen in Korinth offenbar durch die in der Stadt herrschende Unsittlichkeit beeinflussen?
2 Die ungeheuerliche Sittenlosigkeit in Korinth schien die dortige Versammlung in zweierlei Hinsicht zu beeinflussen. Einige Christen paßten sich der sittlich laxen Atmosphäre an und duldeten Unmoral (1. Korinther 5:1; 6:15-17). Im Gegensatz dazu veranlaßten die in der Stadt allgegenwärtigen sinnlichen Anreize andere offenbar zu der extremen Empfehlung, auf Geschlechtsverkehr völlig zu verzichten, selbst in der Ehe (1. Korinther 7:5).
3. Auf welche Angelegenheit ging Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther zunächst ein?
3 In dem langen Brief, den Paulus an die Korinther schrieb, sprach er zunächst das Problem der Uneinigkeit an (1. Korinther, Kapitel 1 bis 4). Er ermahnte sie, auf keinen Fall Menschen nachzufolgen, was nur Spaltungen nach sich zieht. Sie sollten als „Mitarbeiter“ Gottes vereint sein. Dann gab er ihnen ausführlich Anleitung, wie die sittliche Reinheit der Versammlung bewahrt werden mußte (Kapitel 5, 6). Anschließend ging der Apostel auf den Brief der Korinther ein.
Ehelosigkeit empfohlen
4. Was meinte Paulus mit seiner Aussage, es sei „für einen Menschen gut, keine Frau zu berühren“?
4 Paulus begann wie folgt: „Was nun die Dinge betrifft, über die ihr geschrieben habt: Es ist für einen Menschen gut, keine Frau zu berühren“ (1. Korinther 7:1). Die Wendung „keine Frau berühren“ bedeutet in diesem Zusammenhang, körperliche Berührungen mit einer Frau um der sexuellen Befriedigung willen zu meiden. Da Paulus bereits Hurerei verurteilt hatte, bezog er sich hier eindeutig auf Geschlechtsbeziehungen innerhalb der Ehe. Er empfahl somit, unverheiratet zu bleiben (1. Korinther 6:9, 16, 18; vergleiche 1. Mose 20:6; Sprüche 6:29). Im weiteren Verlauf schrieb er: „Nun sage ich den Unverheirateten und den Witwen: Es ist für sie gut, daß sie bleiben, wie auch ich bin“ (1. Korinther 7:8). Paulus war unverheiratet, möglicherweise verwitwet (1. Korinther 9:5).
5, 6. (a) Warum kann eindeutig gesagt werden, daß Paulus kein Klosterleben empfahl? (b) Warum empfahl Paulus die Ehelosigkeit?
5 Die Christen in Korinth hatten wahrscheinlich eine gewisse Kenntnis der griechischen Philosophie mit ihren verschiedenen Richtungen, von denen einige extreme Askese oder Selbstverleugnung priesen. War das vielleicht der Grund, warum die Korinther Paulus fragten, ob es „gut“ sei, auf Geschlechtsverkehr völlig zu verzichten? Die Antwort des Paulus verrät keinen Einfluß griechischer Philosophie (Kolosser 2:8). Im Gegensatz zu katholischen Theologen empfahl er nirgendwo, ein zölibatäres, asketisches Leben in einem Kloster zu führen, als ob Unverheiratete besonders heilig wären und sie durch ihre Lebensweise und ihre Gebete ihre Rettung bewirken könnten.
6 Paulus empfahl die Ehelosigkeit, wie er sagte, „im Hinblick auf die hier bei uns bestehende Notlage“ (1. Korinther 7:26). Er könnte sich auf die schwierigen Zeiten bezogen haben, die Christen durchmachten und in denen eine Ehe zu noch größeren Belastungen führen konnte (1. Korinther 7:28). Sein Rat für unverheiratete Christen lautete: „Es ist für sie gut, daß sie bleiben, wie auch ich bin.“ Einem Witwer sagte er: „Bist du von einer Frau gelöst? So höre auf, nach einer Frau zu suchen.“ Eine christliche Witwe betreffend schrieb er: „Sie [ist], meiner Meinung nach, glücklicher, wenn sie so bleibt, wie sie ist. Ich denke bestimmt, daß auch ich Gottes Geist habe“ (1. Korinther 7:8, 27, 40).
Kein Zwang, ehelos zu bleiben
7, 8. Was zeigt, daß Paulus keinen Christen nötigte, unverheiratet zu bleiben?
7 Zweifellos wurde Paulus von Jehovas heiligem Geist geleitet, als er diesen Rat gab. Seine gesamte Abhandlung über Ehelosigkeit und Ehe beweist Ausgeglichenheit und Zurückhaltung. Er machte daraus kein Kriterium für Treue oder Untreue. Die Entscheidung darüber bleibt jedem selbst überlassen, mit der Empfehlung der Ehelosigkeit für diejenigen, die in diesem Stand keusch bleiben können.
8 Unmittelbar an seine Aussage, daß es „für einen Menschen gut [ist], keine Frau zu berühren“, fügte Paulus die Worte an: „Doch wegen der weitverbreiteten Hurerei habe jeder Mann seine eigene Frau, und jede Frau habe ihren eigenen Mann“ (1. Korinther 7:1, 2). Auf seinen Rat an die Unverheirateten und Verwitweten, „[so zu] bleiben, wie auch ich bin“, folgte die Aussage: „Wenn sie aber keine Selbstbeherrschung haben, so mögen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten, als von Leidenschaft entbrannt zu sein“ (1. Korinther 7:8, 9). Und sein Rat an einen Witwer lautete: „Höre auf, nach einer Frau zu suchen. Aber auch wenn du heiraten würdest, begingest du keine Sünde“ (1. Korinther 7:27, 28). Dieser ausgeglichene Rat läßt jedem die freie Wahl.
9. Inwiefern sind nach Aussage von Jesus und Paulus sowohl die Ehe als auch die Ehelosigkeit Gaben Gottes?
9 Wie Paulus zeigte, sind sowohl die Ehe als auch die Ehelosigkeit Gaben Gottes: „Ich wünsche ..., alle Menschen wären so wie ich selbst. Dennoch hat jeder seine eigene Gabe von Gott, der eine auf diese, der andere auf jene Weise“ (1. Korinther 7:7). Paulus hatte dabei zweifellos einen Ausspruch Jesu im Sinn. Dieser hatte im Anschluß an seine Aussage, daß die Ehe von Gott stammt, weiter gezeigt, daß die freiwillige Ehelosigkeit, um den Königreichsinteressen zu dienen, eine besondere Gabe ist, indem er erklärte: „Nicht alle Menschen geben dem Wort Raum, sondern nur diejenigen, die die Gabe haben. Denn es gibt Eunuchen, die vom Mutterschoß als solche geboren wurden, und es gibt Eunuchen, die von Menschen zu Eunuchen gemacht worden sind, und es gibt Eunuchen, die sich wegen des Königreiches der Himmel selbst zu Eunuchen gemacht haben. Wer dafür Raum schaffen kann, schaffe dafür Raum“ (Matthäus 19:4-6, 11, 12).
Für die Gabe der Ehelosigkeit Raum schaffen
10. Wie kann jemand für die Gabe der Ehelosigkeit „Raum schaffen“?
10 Jesus und Paulus bezeichneten die Ehelosigkeit als eine „Gabe“, aber keiner von ihnen stellte sie als eine Wundergabe hin, die nur einige wenige hätten. Wie Jesus erklärte, würden der Gabe ‘nicht alle Menschen Raum geben’, doch er forderte diejenigen, denen es möglich wäre, auf, ‘dafür Raum zu schaffen’, wie er selbst und Paulus es ja getan haben. Paulus schrieb zwar: „Es ist besser, zu heiraten, als von Leidenschaft entbrannt zu sein“, er sprach dabei allerdings von Personen, die „keine Selbstbeherrschung haben“ (1. Korinther 7:9). In seinen früheren Briefen hatte Paulus gezeigt, daß sich Christen davor bewahren können, von Leidenschaft zu entbrennen (Galater 5:16, 22-24). Durch den Geist zu wandeln bedeutet, jeden seiner Schritte vom Geist Jehovas leiten zu lassen. Ist das jungen Christen möglich? Wenn sie sich eng an Gottes Wort halten, bestimmt. Der Psalmist schrieb: „Wie wird ein junger Mann [oder eine junge Frau] seinen [oder ihren] Pfad rein erhalten? Indem er [oder sie] auf der Hut bleibt gemäß deinem Wort“ (Psalm 119:9).
11. Was bedeutet es, „in Übereinstimmung mit dem Geist [zu] wandeln“?
11 Das schließt ein, sich vor freizügigen Gedanken zu hüten, wie sie durch viele Fernsehsendungen, Filme, Zeitschriftenartikel, Bücher und Lieder verbreitet werden. Diese Gedanken zielen auf das Fleisch ab. Junge Christen, gleich welchen Geschlechts, die für die Ehelosigkeit Raum schaffen möchten, sollten „nicht in Übereinstimmung mit dem Fleisch, sondern in Übereinstimmung mit dem Geist wandeln. Denn die, die mit dem Fleisch in Übereinstimmung sind, richten ihren Sinn auf die Dinge des Fleisches, die aber mit dem Geist in Übereinstimmung sind, [richten ihren Sinn] auf die Dinge des Geistes“ (Römer 8:4, 5). Die Dinge des Geistes sind gerecht, keusch, liebenswert und tugendhaft. Christen, ob jung oder alt, tun gut daran, ‘diese Dinge weiterhin zu erwägen’ (Philipper 4:8, 9).
12. Worauf kommt es im wesentlichen an, wenn man für die Gabe der Ehelosigkeit Raum schaffen möchte?
12 Für die Gabe der Ehelosigkeit Raum zu schaffen hat im wesentlichen damit zu tun, sein Herz auf dieses Ziel zu richten und Jehova um Hilfe zu bitten, es zu erreichen (Philipper 4:6, 7). Paulus schrieb: „Wenn jemand ... in seinem Herzen feststeht, indem er keine Notwendigkeit empfindet, sondern über seinen eigenen Willen Gewalt hat und diese Entscheidung in seinem eigenen Herzen getroffen hat, seine Jungfräulichkeit zu bewahren, wird er gut tun. Folglich tut auch der gut, der seine Jungfräulichkeit in den Ehestand gibt, wer sie aber nicht in den Ehestand gibt, wird besser tun“ (1. Korinther 7:37, 38).
Ehelosigkeit für einen bestimmten Zweck
13, 14. (a) Welchen Vergleich zog der Apostel Paulus zwischen unverheirateten und verheirateten Christen? (b) Nur wann werden ledige Christen „besser tun“ als verheiratete?
13 Ehelosigkeit an sich ist noch nichts Verdienstvolles. In welchem Sinn kann sie „besser“ sein? Das hängt tatsächlich davon ab, wie jemand die Freiheit nutzt, die die Ehelosigkeit mit sich bringt. Paulus schrieb: „In der Tat, ich will, daß ihr ohne Sorge seid. Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. Der Verheiratete aber ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seiner Frau wohlgefalle, und er ist geteilt. Ferner ist die Unverheiratete und die Jungfrau um die Dinge des Herrn besorgt, damit sie sowohl in ihrem Leib als auch in ihrem Geist heilig sei. Die Verheiratete dagegen ist um die Dinge der Welt besorgt, wie sie ihrem Mann wohlgefalle. Aber ich sage dies um eures persönlichen Vorteils willen, nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern um euch zu dem zu bewegen, was sich schickt, und zu dem, was ständige Dienstbereitschaft für den Herrn bedeutet, ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:32-35).
14 Ein unverheirateter Christ, der seine Ehelosigkeit dazu nutzt, selbstsüchtige Ziele zu verfolgen, tut keineswegs „besser“ als ein verheirateter. Er bleibt nicht „wegen des Königreiches“ unverheiratet, sondern aus persönlichen Gründen (Matthäus 19:12). Ein Unverheirateter sollte „um die Dinge des Herrn besorgt [sein]“, er sollte darauf bedacht sein, „wie er dem Herrn wohlgefalle“, sowie auf „ständige Dienstbereitschaft für den Herrn ..., ohne sich ablenken zu lassen“. Es bedeutet, dem Dienst für Jehova und für Jesus Christus ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Nur dann tun unverheiratete christliche Männer und Frauen „besser“ als verheiratete Christen.
Tätigkeit, ohne abgelenkt zu werden
15. Was ist der Kern der von Paulus in 1. Korinther, Kapitel 7 dargelegten Argumentation?
15 Die von Paulus in diesem Kapitel dargelegte Argumentation kann wie folgt zusammengefaßt werden: Die Ehe ist zwar legitim und für einige unter bestimmten Umständen ratsam, aber die Ehelosigkeit ist zweifellos von Vorteil für christliche Männer und Frauen, die Jehova mit einem Minimum an Ablenkung dienen möchten. Während Verheiratete „geteilt“ sind, ist der unverheiratete Christ frei, seine Aufmerksamkeit auf „die Dinge des Herrn“ zu konzentrieren.
16, 17. Inwiefern kann sich ein unverheirateter Christ besser auf „die Dinge des Herrn“ konzentrieren?
16 Was sind die Dinge des Herrn, denen unverheiratete Christen ungehinderter Aufmerksamkeit schenken können als verheiratete? Jesus sprach in einem anderen Zusammenhang von ‘Gottes Dingen’ — von Dingen, die ein Christ nicht dem Cäsar geben darf (Matthäus 22:21). Diese betreffen im wesentlichen das Leben, die Anbetung und den Predigtdienst eines Christen (Matthäus 4:10; Römer 14:8; 2. Korinther 2:17; 3:5, 6; 4:1).
17 Unverheiratete haben im allgemeinen größere Freiheit, ihre Zeit im Dienst für Jehova einzusetzen, was sich günstig auf ihr Geistiggesinntsein und den Umfang ihres Predigtdienstes auswirken kann. Sie können mehr Zeit auf das persönliche Studium und das Nachsinnen verwenden. Unverheirateten Christen fällt es oft leichter als verheirateten, das Bibellesen in ihrem Zeitplan unterzubringen. Sie bereiten sich möglicherweise besser auf die Zusammenkünfte und den Predigtdienst vor. All das dient zu ihrem ‘persönlichen Vorteil’ (1. Korinther 7:35).
18. Wie können viele unverheiratete Brüder beweisen, daß sie Jehova dienen möchten, „ohne sich ablenken zu lassen“?
18 Viele unverheiratete Brüder, die bereits Dienstamtgehilfen sind, können zu Jehova sagen: „Hier bin ich! Sende mich“ (Jesaja 6:8). Ihnen ist es möglich, sich um den Besuch der Schule zur dienstamtlichen Weiterbildung zu bewerben, die unverheirateten Dienstamtgehilfen und Ältesten vorbehalten ist, die frei sind, dort eingesetzt zu werden, wo sie dringend benötigt werden. Selbst Brüder, denen es nicht möglich ist, die Versammlung zu wechseln, können sich zur Verfügung stellen und ihren Brüdern als Dienstamtgehilfen oder Älteste dienen (Philipper 2:20-23).
19. Womit werden viele unverheiratete Schwestern gesegnet, und in welcher Hinsicht können sie sich als ein Segen für die Versammlung erweisen?
19 Unverheiratete Schwestern, die keinen Menschen als Haupt über sich haben, mit dem sie sich beraten und dem sie sich anvertrauen können, werden wahrscheinlich eher geneigt sein, ‘ihre Bürde auf Jehova zu werfen’ (Psalm 55:22; 1. Korinther 11:3). Das ist für jene Schwestern besonders wichtig, die aus Liebe zu Jehova unverheiratet bleiben. Wenn sie im Laufe der Zeit doch heiraten, dann „nur im Herrn“, das heißt nur jemand, der Jehova hingegeben ist (1. Korinther 7:39). Älteste sind dankbar für unverheiratete Schwestern in der Versammlung; diese besuchen oft die Kranken und Betagten und helfen ihnen. Das bereitet allen Beteiligten Freude (Apostelgeschichte 20:35).
20. Wie zeigen viele Christen, daß sie in ‘ständiger Dienstbereitschaft für den Herrn’ sind, „ohne sich ablenken zu lassen“?
20 Viele junge Christen haben ihre Angelegenheiten so geregelt, daß sie in ‘ständiger Dienstbereitschaft für den Herrn’ sein können, „ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:35). Sie dienen Jehova im Vollzeitdienst als Pioniere, Missionare oder in einem der Zweigbüros der Watch Tower Society. Und welch eine freudige Gruppe sie sind! Wie erfrischend ihre Gegenwart ist! Ja, in den Augen Jehovas und in den Augen Jesu sind sie „Tautropfen gleich“ (Psalm 110:3).
Kein immerwährendes Ehelosigkeitsgelübde
21. (a) Woraus geht deutlich hervor, daß Paulus nicht dazu ermunterte, ein Ehelosigkeitsgelübde abzulegen? (b) Was meinte er mit der Wendung „über die Blüte der Jugend hinausgehen“?
21 Ein Kerngedanke des von Paulus gegebenen Rates ist, daß Christen „gut“ tun, in ihrem Leben Raum für die Ehelosigkeit zu schaffen (1. Korinther 7:1, 8, 26, 37). Er forderte sie jedoch nicht dazu auf, ein Ehelosigkeitsgelübde abzulegen. Ganz im Gegenteil, denn er schrieb: „Wenn aber jemand denkt, er verhalte sich gegenüber seiner Jungfräulichkeit ungehörig, wenn diese über die Blüte der Jugend hinausgeht, und es auf diese Weise geschehen sollte, so tue er, was er will; er sündigt nicht. Sie mögen heiraten“ (1. Korinther 7:36). Das mit „über die Blüte der Jugend hinausgehen“ übersetzte griechische Wort (hypérakmos) bedeutet wörtlich „nach dem höchsten Punkt“ und bezieht sich darauf, das stärkste geschlechtliche Verlangen hinter sich zu haben. Denjenigen, die einige Jahre unverheiratet geblieben sind und sich dann entschließen zu heiraten, steht es völlig frei, mit einem Mitchristen die Ehe einzugehen (2. Korinther 6:14).
-
-
Den Verpflichtungen als Ehemann und Ältester ausgeglichen nachkommenDer Wachtturm 1996 | 15. Oktober
-
-
1, 2. Warum ist der priesterliche Zölibat nicht biblisch?
IM ERSTEN Jahrhundert waren treue Christen darauf bedacht, ihrer Verantwortung, die sie auf verschiedenen Gebieten hatten, in ausgeglichener Weise nachzukommen. Meinte der Apostel Paulus mit der Aussage, ein Christ, der unverheiratet bleibt, werde „besser tun“, daß ein solcher Mann besser als ein Verheirateter geeignet ist, als Aufseher in der Christenversammlung zu dienen? Machte er dadurch tatsächlich die Ehelosigkeit zu einer Voraussetzung dafür, daß jemand Ältester werden kann? (1. Korinther 7:38). Von katholischen Geistlichen wird Ehelosigkeit gefordert. Doch ist der priesterliche Zölibat biblisch begründet? Die orthodoxen Kirchen gestatten ihren Gemeindepriestern, verheiratet zu sein, ihren Bischöfen dagegen nicht. Ist das im Einklang mit der Bibel?
2 Viele der 12 Apostel Christi, der Gründungsmitglieder der Christenversammlung, waren verheiratet (Matthäus 8:14, 15; Epheser 2:20). Paulus schrieb: „Haben wir nicht die Befugnis, eine Schwester als Ehefrau umherzuführen, wie auch die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas [Petrus]?“ (1. Korinther 9:5). In der New Catholic Encyclopedia wird eingeräumt, daß „das Zölibatsgesetz kirchlichen Ursprungs ist“ und daß „Diener Gottes des N[euen] T[estaments] nicht zur Ehelosigkeit verpflichtet waren“. Jehovas Zeugen halten sich nicht an Kirchengesetze, sondern an das biblische Vorbild (1. Timotheus 4:1-3).
Ältestenamt und Ehe sind vereinbar
3. Welche biblischen Aussagen lassen erkennen, daß christliche Aufseher verheiratet sein können?
3 Paulus forderte nicht, daß Männer, die zu Aufsehern ernannt werden, unverheiratet sein müssen, sondern er schrieb an Titus: „Aus diesem Grund habe ich dich auf Kreta gelassen, damit du die Dinge berichtigen mögest, die mangelhaft waren, und von Stadt zu Stadt Ernennungen älterer Männer [griechisch: presbýteros] vornehmest, wie ich dir Weisung gab; wenn irgendeiner frei von Anklage ist, der Mann e i n e r Ehefrau, der gläubige Kinder hat, die nicht der Ausschweifung oder der Widerspenstigkeit beschuldigt werden. Denn als Gottes Verwalter muß ein Aufseher [griechisch: epískopos, davon abgeleitet das Wort „Bischof“] frei von Anklage sein“ (Titus 1:5-7).
4. (a) Woher wissen wir, daß die Ehe kein biblisches Erfordernis für christliche Aufseher ist? (b) Welchen Vorteil hat ein unverheirateter Ältester?
4 Ein biblisches Erfordernis für das Ältestenamt ist die Ehe allerdings nicht. Jesus blieb ledig (Epheser 1:22). Auch Paulus, ein herausragender Aufseher in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts, war unverheiratet, als er diese Aussagen machte (1. Korinther 7:7-9). Heute gibt es viele unverheiratete Christen, die Älteste sind. Als Unverheiratete haben sie möglicherweise mehr Zeit, ihren Pflichten als Aufseher nachzukommen.
‘Der Verheiratete ist geteilt’
5. Welche Tatsache müssen verheiratete Christen gemäß der Bibel anerkennen?
5 Wenn ein Christ heiratet, muß er sich dessen bewußt sein, daß er zusätzliche Pflichten übernimmt, die ihn Zeit und Aufmerksamkeit kosten werden. In der Bibel heißt es: „Der Unverheiratete ist um die Dinge des Herrn besorgt, wie er dem Herrn wohlgefalle. Der Verheiratete aber ist um die Dinge der Welt besorgt, wie er seiner Frau wohlgefalle, und er ist geteilt“ (1. Korinther 7:32-34). In welchem Sinn ist er geteilt?
6, 7. (a) In welcher Hinsicht ist ein Verheirateter „geteilt“? (b) Welchen Rat gab Paulus verheirateten Christen? (c) Wie könnte sich dieser Rat auf die Entscheidung eines Mannes auswirken, eine bestimmte Arbeit anzunehmen?
6 Ein Verheirateter gibt beispielsweise die Verfügungsgewalt über seinen Leib auf. Paulus zeigte das ganz deutlich: „Die Frau übt nicht Gewalt über ihren eigenen Leib aus, sondern ihr Mann; ebenso übt auch der Mann nicht Gewalt über seinen eigenen Leib aus, sondern seine Frau“ (1. Korinther 7:4). Einige, die ans Heiraten denken, messen dem vielleicht keine große Bedeutung bei, weil sie meinen, die Geschlechtsbeziehungen würden in ihrer Ehe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Doch da voreheliche Keuschheit ein biblisches Erfordernis ist, kennen Christen vor der Eheschließung die intimen Bedürfnisse ihres künftigen Ehepartners gar nicht.
7 Paulus zeigte, daß auch Eheleute, die ‘ihren Sinn auf die Dinge des Geistes richten’, auf die gegenseitigen sexuellen Bedürfnisse Rücksicht nehmen müssen. Er riet den Christen in Korinth: „Der Mann leiste seiner Frau das, was ihr zusteht, doch gleicherweise auch die Frau ihrem Mann. Entzieht es einander nicht, außer mit gegenseitiger Einwilligung für eine bestimmte Zeit, damit ihr dem Gebet Zeit widmen und wieder zusammenkommen könnt, so daß der Satan euch nicht wegen eures Mangels an Selbstbeherrschung beständig versuche“ (Römer 8:5; 1. Korinther 7:3, 5). Leider ist es in einigen Fällen zu Ehebruch gekommen, wenn dieser Rat außer acht gelassen wurde. Angesichts dessen sollte ein Christ alles sorgfältig abwägen, bevor er eine Arbeit annimmt, durch die er für längere Zeit von seiner Frau getrennt ist. Er ist nicht mehr so ungebunden wie ein Unverheirateter.
8, 9. (a) Was meinte Paulus mit der Aussage, daß verheiratete Christen „um die Dinge der Welt besorgt“ sind? (b) Worum sollten sich verheiratete Christen kümmern?
8 In welchem Sinn kann gesagt werden, daß verheiratete Christen, Älteste eingeschlossen, „um die Dinge der Welt [kósmos] besorgt“ sind? (1. Korinther 7:33). Paulus sprach hier keinesfalls von den schlechten Dingen der gegenwärtigen Welt, die alle wahren Christen meiden müssen (2. Petrus 1:4; 2:18-20; 1. Johannes 2:15-17). In Gottes Wort werden wir angewiesen, „Gottlosigkeit und weltliche [kosmikós] Begierden von uns zu weisen und inmitten dieses gegenwärtigen Systems der Dinge mit gesundem Sinn und Gerechtigkeit und Gottergebenheit zu leben“ (Titus 2:12).
9 Verheiratete Christen sind insofern „um die Dinge der Welt besorgt“, als sie sich angebrachterweise um profane Dinge kümmern, die Teil des normalen Ehelebens sind. Dazu gehören Wohnung, Nahrung, Kleidung, Entspannung — ganz zu schweigen von all dem, was noch hinzukommt, wenn Kinder da sind. Doch auch für ein kinderloses Ehepaar gilt: In einer erfolgreichen Ehe müssen Mann und Frau darauf bedacht sein, ihrem Ehepartner ‘wohlzugefallen’. Das ist besonders für christliche Älteste von Interesse, damit sie ihren Verpflichtungen in ausgeglichener Weise nachkommen.
Gute Ehemänner und gute Älteste
10. Was sollten Glaubensbrüder und Außenstehende bei einem Christen erkennen können, damit er sich als Ältester eignet?
10 Die Ehe ist zwar kein Erfordernis für das Ältestenamt, doch bevor ein verheirateter Christ für die Ernennung zum Ältesten empfohlen wird, sollte er sicher sein Bemühen erkennen lassen, ein guter, liebevoller Ehemann zu sein und seine Stellung als Haupt in der richtigen Weise auszufüllen (Epheser 5:23-25, 28-31). Paulus schrieb: „Wenn jemand nach dem Amt eines Aufsehers strebt, begehrt er vortreffliche Arbeit. Der Aufseher muß daher untadelig sein, Mann e i n e r Ehefrau“ (1. Timotheus 3:1, 2). Ein Ältester sollte offenkundig sein Äußerstes tun, ein guter Ehemann zu sein, ob seine Frau eine Glaubensschwester ist oder nicht. Selbst Außenstehende sollten feststellen können, daß er sich gut um seine Frau kümmert und seinen sonstigen Verpflichtungen nachkommt. Paulus fügte hinzu: „Ferner muß er auch ein vortreffliches Zeugnis von Außenstehenden haben, damit er nicht in Schmach und in eine Schlinge des Teufels gerate“ (1. Timotheus 3:7).
11. Was beinhaltet der Ausdruck „Mann e i n e r Ehefrau“, und welche Vorsicht sollten Älteste daher walten lassen?
11 Der Ausdruck „Mann e i n e r Ehefrau“ schließt natürlich Polygamie aus, aber er steht auch für eheliche Treue (Hebräer 13:4). Gerade Älteste müssen besonders vorsichtig sein, wenn sie Schwestern aus der Versammlung helfen. Sie sollten es vermeiden, allein zu einer Schwester zu gehen, die Rat und Trost benötigt. Es wäre gut, dies in Begleitung eines anderen Ältesten oder eines Dienstamtgehilfen zu tun oder gegebenenfalls die eigene Frau mitzunehmen, wenn es sich lediglich um einen ermunternden Besuch handelt (1. Timotheus 5:1, 2).
12. Welcher Beschreibung zu entsprechen, sollten sich Frauen von Ältesten und Dienstamtgehilfen bemühen?
12 Als Paulus die Erfordernisse für Älteste und Dienstamtgehilfen aufzählte, richtete er übrigens auch einen Rat an die Frauen jener Männer, die für solche Vorrechte in Betracht kommen. Er schrieb: „Frauen müssen ebenfalls ernsthaft sein, nicht verleumderisch, mäßig in den Gewohnheiten, treu in allen Dingen“ (1. Timotheus 3:11). Ein christlicher Ehemann kann viel dazu beitragen, daß seine Frau dieser Beschreibung entspricht.
Biblische Pflichten gegenüber der Frau
13, 14. Warum sollte ein Ältester auch dann bei seiner Frau bleiben und ein guter Ehemann sein, wenn sie keine Glaubensschwester ist?
13 Der obenerwähnte Rat, der an die Frauen von Ältesten und Dienstamtgehilfen gerichtet ist, setzt natürlich voraus, daß sie Gott hingegebene Christinnen sind. Das ist im allgemeinen der Fall, weil Christen „nur im Herrn“ heiraten sollen (1. Korinther 7:39). Doch wie verhält es sich mit einem Bruder, der bereits verheiratet war, als er sich Jehova hingab, dessen Frau aber nicht gläubig wurde, oder mit einem Bruder, dessen Frau ohne seine Schuld von der Wahrheit abgefallen ist?
14 Das allein würde ihn nicht davon ausschließen, ein Ältester zu sein. Die Tatsache, daß seine Frau seinen Glauben nicht teilt, würde es allerdings auch nicht rechtfertigen, sich von ihr zu trennen. Paulus gab den Rat: „Bist du an eine Frau gebunden? Höre auf, eine Loslösung zu suchen“ (1. Korinther 7:27). Weiter erklärte er: „Wenn irgendein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie dennoch einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so verlasse er sie nicht ... Wenn aber der Ungläubige dann weggeht, so mag er weggehen; ein Bruder oder eine Schwester ist unter solchen Umständen nicht sklavisch gebunden, sondern Gott hat euch zum Frieden berufen. Denn wie weißt du, Frau, daß du deinen Mann nicht retten wirst? Oder wie weißt du, Mann, daß du deine Frau nicht retten wirst?“ (1. Korinther 7:12, 15, 16). Auch ein Ältester, dessen Frau keine Zeugin Jehovas ist, sollte ein guter Ehemann sein.
15. Welchen Rat gab der Apostel Petrus christlichen Ehemännern, und wozu könnte es führen, wenn ein Ältester seine Frau vernachlässigen würde?
15 Ein christlicher Ältester muß sich bewußt sein, daß seine Frau seine liebevolle Aufmerksamkeit benötigt — ob sie eine Glaubensschwester ist oder nicht. Der Apostel Petrus schrieb: „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen [euren Frauen] gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden laßt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden“ (1. Petrus 3:7). Ein Mann, der sich bewußt nicht um die Bedürfnisse seiner Frau kümmert, gefährdet sein persönliches Verhältnis zu Jehova; der Zugang zu Jehova könnte deshalb für ihn wie ‘mit Gewölk versperrt sein’, so daß ‘das Gebet nicht hindurchdringt’ (Klagelieder 3:44). Dadurch könnte er sich letztlich als ungeeignet erweisen, als christlicher Aufseher zu dienen.
16. Welche zentrale Aussage machte Paulus, und wie sollten Älteste darüber denken?
16 Wie bereits erwähnt, zielt die Argumentation des Paulus hauptsächlich darauf ab, daß ein Mann durch die Heirat einen Teil der Freiheit aufgibt, die er als Unverheirateter hatte und die es ihm gestattete, ‘in ständiger Dienstbereitschaft für den Herrn’ zu sein, „ohne sich ablenken zu lassen“ (1. Korinther 7:35). Berichte zeigen, daß einige verheiratete Älteste in ihrer Betrachtungsweise der inspirierten Worte des Paulus nicht immer ausgeglichen sind. Sie möchten das tun, was ihrer Ansicht nach von einem guten Ältesten verlangt wird, lassen dabei allerdings einige ihrer Pflichten als Ehemann außer acht. Manchen fällt es schwer, ein Vorrecht in der Versammlung abzulehnen, obwohl es für ihre Frau in geistiger Hinsicht offenkundig zum Nachteil ist, wenn sie es annehmen. Sie genießen zwar die Vorteile, die die Ehe mit sich bringt, aber sind sie auch bereit, die damit einhergehenden Verpflichtungen zu übernehmen?
17. Was ist mit einigen Frauen von Aufsehern geschehen, und wodurch hätte das verhindert werden können?
17 Zeichnet sich ein christlicher Ältester durch Eifer aus, ist das gewiß lobenswert. Aber ist ein Christ ausgeglichen, wenn er zwar seine Pflichten in der Versammlung erfüllt, darüber aber die biblischen Verpflichtungen seiner Frau gegenüber unberücksichtigt läßt? Ein ausgeglichener Ältester wird nicht nur darauf bedacht sein, anderen in der Versammlung beizustehen, sondern sich auch um das geistige Wohl seiner Frau kümmern. Es ist schon vorgekommen, daß Frauen von Ältesten geistig schwach wurden oder sogar geistigen „Schiffbruch“ erlitten haben (1. Timotheus 1:19). Eine Frau ist zwar selbst dafür verantwortlich, ihre eigene Rettung zu bewirken, aber in manchen Fällen hätten die geistigen Probleme vermieden werden können, wenn die Ältesten ihre Frau ‘genährt und gepflegt hätten wie auch der Christus die Versammlung’ (Epheser 5:28, 29). Älteste müssen tatsächlich ‘auf sich selbst und auf die ganze Herde achtgeben’ (Apostelgeschichte 20:28). Wenn sie verheiratet sind, schließt das natürlich auch ihre Frau ein.
„Drangsal im Fleisch“
18. Was sind einige Aspekte der „Drangsal“, die verheiratete Christen verspüren, und wie könnte sich das auf die Tätigkeit eines Ältesten auswirken?
18 Der Apostel schrieb außerdem: „Wenn ein jungfräulicher Mensch heiratete, so würde ein solcher keine Sünde begehen. Indes werden die, die es tun, Drangsal im Fleisch haben. Ich aber schone euch“ (1. Korinther 7:28). Paulus wollte diejenigen, die sein Beispiel der Ehelosigkeit nachahmen konnten, vor den Sorgen bewahren, die die Ehe unweigerlich mit sich bringt. Auch wenn ein Ehepaar kinderlos ist, können Sorgen auftauchen, verursacht durch gesundheitliche Probleme, finanzielle Schwierigkeiten oder durch biblische Verpflichtungen gegenüber den betagten Eltern des Ehepartners (1. Timotheus 5:4, 8). Ein Ältester muß sich in vorbildlicher Weise dieser Verpflichtungen annehmen, was seine Tätigkeit als christlicher Aufseher manchmal einschränken wird. Glücklicherweise gelingt es den meisten Ältesten hervorragend, sowohl den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie als auch den Verpflichtungen gegenüber der Versammlung nachzukommen.
19. Was meinte Paulus mit seiner Aussage: „Die, die Ehefrauen haben, [seien] so, als ob sie keine hätten.“?
19 Paulus fügte hinzu: „Die verbleibende Zeit ist verkürzt. Fortan seien die, die Ehefrauen haben, so, als ob sie keine hätten“ (1. Korinther 7:29). Angesichts dessen, was er den Korinthern in diesem Kapitel bereits geschrieben hatte, meinte er damit offensichtlich nicht, daß verheiratete Christen ihre Frau in irgendeiner Hinsicht vernachlässigen sollten (1. Korinther 7:2, 3, 33). Das, was er damit sagen wollte, geht aus folgenden Worten hervor: „Die, die von der Welt Gebrauch machen, [seien] wie solche, die nicht vollen Gebrauch von ihr machen; denn die Szene dieser Welt wechselt“ (1. Korinther 7:31). Mehr noch als in den Tagen des Paulus oder des Apostels Johannes kann heute gesagt werden, daß „die Welt vergeht“ (1. Johannes 2:15-17). Daher können verheiratete Christen, die die Notwendigkeit verspüren, wegen der Nachfolge Christi gewisse Opfer zu bringen, nicht völlig in den Freuden und Vorrechten des Ehelebens aufgehen (1. Korinther 7:5).
-