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‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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Schulung in Rechts- und Verfahrensfragen
Mit der steigenden Zahl von Gerichtsfällen Ende der 20er Jahre und danach wurde es nötig, Jehovas Zeugen über rechtliche Verfahrensweisen gründlich zu informieren. J. F. Rutherford war selbst Anwalt und hatte gelegentlich auch als Richter fungiert; daher erkannte er, daß die Zeugen in diesen Angelegenheiten Anleitung benötigten. Besonders von 1926 an hatten die Zeugen Nachdruck darauf gelegt, an Sonntagen von Haus zu Haus zu predigen und dabei bibelerklärende Bücher anzubieten. Wegen des Widerstands gegen das Verbreiten biblischer Literatur am Sonntag verfaßte Bruder Rutherford die Broschüre Liberty to Preach (Die Freiheit zu predigen), um den Zeugen in den Vereinigten Staaten zu einem Verständnis ihrer gesetzlichen Rechte zu verhelfen. Er konnte jedoch nicht alle Rechtsangelegenheiten selbst bearbeiten. Deshalb sorgte er dafür, daß noch andere Anwälte im Hauptbüro der Gesellschaft dienten. Außerdem arbeiteten weitere Anwälte, die im ganzen Land verstreut wohnten, eng mit ihnen zusammen.
Es war ihnen zwar nicht möglich, in all den Tausenden von Fällen anwesend zu sein, in denen Zeugen Jehovas wegen ihrer Predigttätigkeit vor Gericht erscheinen mußten, doch konnten sie wertvollen Rat geben. Deshalb sorgte man dafür, daß alle Zeugen Jehovas in grundlegenden rechtlichen Verfahrensweisen geschult wurden. Das geschah 1932 auf besonderen Kongressen in den Vereinigten Staaten und später im Programm der regelmäßigen Dienstzusammenkünfte der Versammlungen. Im Jahrbuch 1933 der Zeugen Jehovas wurde eine ausführliche „Gerichtsverfahrensordnung“ veröffentlicht (später als zusätzliches Blatt). Diese Anweisungen wurden, wenn es die Umstände erforderten, entsprechend geändert. In der Zeitschrift Trost vom 3. November 1937 (engl.) wurde weitere Rechtsberatung für bestimmte Situationen erteilt, die aufgetreten waren.
Mit Hilfe dieses Aufschlusses verteidigten sich die Zeugen gewöhnlich selbst vor den örtlichen Gerichten und nahmen nicht die Dienste eines Anwalts in Anspruch. Sie stellten fest, daß sie so vor Gericht oftmals Zeugnis geben und dem Richter die Kernpunkte deutlich vortragen konnten und eine Entscheidung in ihrem Fall nicht allein auf juristischen Erwägungen beruhte. In Fällen mit einer ungünstigen Entscheidung ging man gewöhnlich in die Berufung, doch einige Zeugen saßen eine Haftstrafe ab, statt sich einen Anwalt zu nehmen, der vor einem Berufungsgericht erforderlich gewesen wäre.
Wenn neue Situationen auftraten und durch Gerichtsentscheide Präzedenzfälle geschaffen wurden, hielt man die Zeugen durch zusätzlichen Aufschluß auf dem laufenden. 1939 wurde zum Beispiel die Broschüre Ratschläge für Königreichsverkündiger gedruckt, um den Brüdern in Rechtskämpfen zu helfen. Zwei Jahre später erschien eine ausführlichere Erörterung in der Broschüre Jehovah’s Servants Defended (Jehovas Diener verteidigt). Darin wurden 50 verschiedene Entscheidungen amerikanischer Gerichte in Fällen von Zeugen Jehovas sowie zahlreiche andere Fälle angeführt oder besprochen, und es wurde erklärt, wie man diese Präzedenzfälle vorteilhaft nutzen konnte. 1943 erhielt jeder Zeuge ein Exemplar der Broschüre Freedom of Worship (Religionsfreiheit), die in den Dienstzusammenkünften der Versammlungen eifrig studiert wurde. Neben wertvollen Auszügen aus Rechtsfällen zeigte diese Broschüre biblische Gründe für bestimmte Vorgehensweisen auf. Als nächstes folgte 1950 die Broschüre Defending and Legally Establishing the Good News (Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft), die den aktuellen Stand der Dinge berücksichtigte.
Durch all das wurde eine fortschreitende Schulung auf dem Gebiet des Rechts vermittelt. Ihr Ziel bestand jedoch nicht darin, Jehovas Zeugen zu Anwälten auszubilden, sondern darin, für das Predigen der guten Botschaft von Gottes Königreich — öffentlich und von Haus zu Haus — die Wege offenzuhalten.
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‘Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft’Jehovas Zeugen — Verkündiger des Königreiches Gottes
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[Bilder auf Seite 692]
Es wurde nötig, Jehovas Zeugen über rechtliche Verfahrensweisen gründlich zu informieren, damit sie dem Widerstand im Predigtdienst begegnen konnten; hier sind einige der einschlägigen Veröffentlichungen zu sehen, die sie benutzten
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