Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • w96 1. 7. S. 32
  • Ehemaliger Richter bittet nach 45 Jahren um Verzeihung

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Ehemaliger Richter bittet nach 45 Jahren um Verzeihung
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1996
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1996
w96 1. 7. S. 32

Ehemaliger Richter bittet nach 45 Jahren um Verzeihung

IM August 1995 drückte in einem Berliner Gerichtssaal ein ehemaliger Richter des Obersten DDR-Gerichts gegenüber einem Zeugen Jehovas sein Bedauern aus, weil er ihm vor 45 Jahren Unrecht zugefügt hatte.

Neun Zeugen Jehovas waren im Oktober 1950 vom Obersten DDR-Gericht der Boykott- und Kriegshetze sowie der Spionage schuldig gesprochen worden. Zwei von ihnen hatte man zu lebenslanger Haft verurteilt, die anderen sieben — darunter den damals 22jährigen Lothar Hörnig (auf dem Bild der vierte Angeklagte von rechts) — zu langjährigen Gefängnisstrafen.

Vierzig Jahre später wurde die DDR mit der Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt. In der ehemaligen DDR begangenes Unrecht wird seither von Behörden untersucht, und man bemüht sich, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Zu den Rechtsbeugungen gehört das Verfahren gegen die Zeugen vor dem Obersten Gericht im Jahr 1950.

Der heute 80jährige Alfred T. war einer von drei Richtern, die damals das Urteil über die neun vor Gericht stehenden Zeugen Jehovas fällten. Nun wegen Rechtsbeugung angeklagt, mußte er vor dem Berliner Landgericht zum damaligen Urteil Stellung nehmen.

In seiner Erklärung vor Gericht räumte der ehemalige Richter ein, vor 45 Jahren für den Schuldspruch gestimmt zu haben, verwies allerdings darauf, daß er sich für niedrigere Strafen eingesetzt habe. Doch habe der damalige Prozeß bei ihm ein Umdenken bewirkt. Weshalb? Jehovas Zeugen waren während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten verfolgt worden, weil sie sich weigerten, Hitler zu unterstützen. Nach dem Krieg wurden die Zeugen wieder verfolgt — diesmal vom kommunistischen Regime. Das, so der Richter, habe ihn „schwer erschüttert“.

Lothar Hörnig erzählte vor Gericht, er habe fünfeinhalb Jahre in Einzelhaft gesessen und sei erst 1959 aus einem Brandenburger Gefängnis entlassen worden. Als der frühere Richter die Aussagen Hörnigs hörte, brach er in Tränen aus und sagte: „Es tut mir sehr leid. Bitte vergeben Sie mir.“ Hörnig nahm die Entschuldigung an. (Vergleiche Lukas 23:34.)

[Bildnachweis auf Seite 32]

Neue Berliner Illustrierte

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen