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Wie kann man sich vor der Ehe gut kennenlernen?Fragen junger Leute — Praktische Antworten
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„Die verborgene Person des Herzens“ kennenlernen
Ein Forscherteam berichtete im Journal of Marriage and the Family (Mai 1980): „Eine Ehe hat festeren Bestand und ist glücklicher, wenn beide sie mit einer gründlichen Kenntnis der Persönlichkeit des Partners eingehen.“ Ja, es ist entscheidend, „die verborgene Person des Herzens“ kennenzulernen (1. Petrus 3:4).
Die Absichten des Herzens bei einem anderen ‘herauszuschöpfen’ erfordert Mühe und Unterscheidungsvermögen (Sprüche 20:5). Plant daher Unternehmungen, die euch helfen, die Persönlichkeit des anderen zu erkennen. Am Anfang genügt sicher ein gemeinsamer Kino- oder Theaterbesuch, doch Unternehmungen, die eher zu Gesprächen führen (wie zum Beispiel Rollschuhlaufen, Bowling und Besuche im Zoo, im Museum oder in einer Kunstgalerie), ermöglichen es, sich näher kennenzulernen.
Um einen Einblick in die Gefühle deines Partners zu erhalten, kannst du unverfängliche Fragen stellen, zum Beispiel: „Wie verbringst du deine Freizeit?“ „Was würdest du gern tun, wenn Geld keine Rolle spielte?“ „Was gefällt dir an deinem Glauben am besten? Warum?“ Durch solche tiefgehenden Fragen kannst du erfahren, worauf dein Partner Wert legt.
Während eure Beziehung enger wird und ihr ernstlicher an eine Heirat denkt, solltet ihr eingehend über wichtige Angelegenheiten sprechen — über eure Wertvorstellungen, eure künftige Wohnung, finanzielle Fragen, darüber, ob ihr beide berufstätig sein werdet, über Kinder, Empfängnisverhütung, Rollenverteilung in der Ehe, kurzfristige und langfristige Ziele und darüber, wie ihr sie erreichen könnt. Viele junge Zeugen Jehovas werden nach Abschluß ihrer Ausbildung Vollzeitprediger und möchten diesen Dienst auch nach der Heirat fortsetzen. Vor der Ehe ist der richtige Zeitpunkt, zu klären, ob eure geistigen Ziele miteinander zu vereinbaren sind. Es ist auch an der Zeit, Vorfälle aus der Vergangenheit zu erzählen, die sich auf die Ehe auswirken könnten. Dazu gehören irgendwelche größeren Schulden oder Verpflichtungen. Auch gesundheitliche Angelegenheiten, zum Beispiel eine ernste Erkrankung und ihre Folgen, sollten offen besprochen werden.
Folgt bei solchen Gesprächen dem Beispiel Elihus, der sagte: „Meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen, und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus“ (Hiob 33:3, Schlachter). Esther erklärt, wie sie und ihr Partner beim Kennenlernen den Weg für eine glückliche Ehe ebneten: „Ich habe nie versucht, Jaye etwas vorzuspielen oder ihm zuzustimmen, wenn ich in Wirklichkeit anderer Meinung war. Das tue ich auch heute nicht. Ich versuche, immer ehrlich zu sein.“
Gehe heiklen Themen nicht aus dem Weg aus Angst, du könntest deinen Partner in Verlegenheit bringen. Elisabeth machte diesen Fehler, als sie mit John ging. Sie sagte ihm, daß sie es richtig findet, für die Zukunft zu sparen und nicht verschwenderisch mit Geld umzugehen. John erwiderte, er teile ihren Standpunkt. Elisabeth fragte nicht weiter, weil sie dachte, sie seien sich in Geldfragen einig. Doch wie sich herausstellte, bestand Johns Vorstellung vom Sparen für die Zukunft darin, für einen neuen Sportwagen zu sparen. In der Ehe wurde ihnen ihre Uneinigkeit in finanziellen Fragen schmerzlich bewußt.
Solchen Mißverständnissen kann man vorbeugen. Lisa, die vorher schon erwähnt wurde, sagt über die Zeit vor der Ehe: „Ich hätte viel mehr Fragen stellen sollen, wie zum Beispiel: ‚Was würdest du tun, wenn ich schwanger würde und du das Baby nicht wolltest? Wie würdest du entscheiden, wenn wir Schulden hätten und ich zu Hause bleiben und für das Kind sorgen wollte?‘ Dann hätte ich aufmerksam auf seine Reaktion achten sollen.“ Solche Gespräche können Charaktermerkmale zum Vorschein bringen, die man am besten vor der Ehe erkennen sollte.
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Wie kann man sich vor der Ehe gut kennenlernen?Fragen junger Leute — Praktische Antworten
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Sprecht euch aus. Unterscheiden sich eure Standpunkte und Ziele grundlegend? Oder handelt es sich lediglich um Mißverständnisse? Müßt ihr vielleicht nur lernen, euren ‘Geist im Zaum zu halten’ und euch in Ruhe zu einigen? (Sprüche 25:28). Gesteht er (oder sie) sich die Schwächen, die dich stören, ein, und möchte er (oder sie) daran arbeiten? Müßtest du eventuell an dir selbst arbeiten, um nicht so empfindlich und reizbar zu sein? (Prediger 7:9). ‘Einander in Liebe zu ertragen’ ist unerläßlich für eine gute Ehe (Epheser 4:2).
Offene Gespräche zerstören eine Beziehung nicht, sondern zeigen, welche Zukunftsaussichten für sie bestehen. Sofern die Gespräche wieder nur in einer Sackgasse enden, ignoriere die Anzeichen eines kommenden Unheils nicht (Sprüche 22:3). Nach der Hochzeit wird sich wahrscheinlich nichts verbessern. Eine Beendigung der Freundschaft wäre sicherlich das beste für euch beide.
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