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Bündnisse im Zusammenhang mit Gottes ewigem VorsatzDer Wachtturm 1989 | 1. Februar
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Bündnisse im Zusammenhang mit Gottes ewigem Vorsatz
„Jehova ... hat seines Bundes gedacht, ja auf unabsehbare Zeit, des Wortes, das er geboten hat, auf tausend Generationen hin“ (PSALM 105:7, 8).
1, 2. Wieso können wir sagen, daß auf die meisten von uns ein Bund Einfluß hat?
ES GIBT einen Bund, der ohne Zweifel Einfluß auf dich hat — was sowohl die Vergangenheit, die Gegenwart als auch die Zukunft betrifft. „Welcher Bund?“ fragst du vielleicht. Wir meinen die Ehe, denn die meisten von uns sind aus einer Ehe hervorgegangen, und viele sind selbst verheiratet. Auch Unverheiratete mögen über die Segnungen einer künftigen glücklichen Ehe nachdenken.
2 Vor Jahrhunderten schrieb der hebräische Prophet Maleachi etwas über die „Ehefrau deiner Jugend“, „deine Mitgenossin und die Frau deines Bundes“ (Maleachi 2:14-16). Er konnte die Ehe einen Bund nennen, denn unter einem Bund versteht man eine formelle Vereinbarung, eine Übereinkunft zwischen zwei oder mehreren Parteien, etwas gemeinsam zu tun. Die Ehe ist ein zweiseitiger Bund, da zwei Parteien übereinkommen, Mann und Frau zu werden, indem sie gegenseitig bestimmte Verpflichtungen eingehen und einen dauerhaften Nutzen erwarten.
3. Warum mögen andere Bündnisse einen größeren Einfluß auf uns haben als die Ehe?
3 Man könnte meinen, die Ehe sei der Bund, der den größten Einfluß auf uns persönlich habe, doch in der Bibel ist von Bündnissen die Rede, die eine viel weiter reichende Wirkung haben. In einem Werk wird im Rahmen eines Vergleichs zwischen biblischen und nichtbiblischen Bündnissen darauf hingewiesen, daß nur in der Bibel die „Ordnung des Verhältnisses von Gott und Mensch ... zu einem umfassenden, am Ende der Entwicklung universal gedachten System ausgebaut worden“ ist. Ja, diese Bündnisse stehen mit dem ewigen Vorsatz unseres liebevollen Schöpfers im Zusammenhang. Wie wir noch sehen werden, haben diese Bündnisse damit zu tun, daß uns einmal ungeahnte Segnungen zuteil werden können. Doch wir haben allen Grund zu fragen: „Wie kommt das?“
4. Welcher anfängliche Bund weist auf Gottes ewigen Vorsatz hin?
4 Welche tragischen Folgen sich einstellten, als Adam und Eva Gottes Autorität verwarfen, ist uns nur allzu bewußt. Auf die von Adam und Eva ererbte Unvollkommenheit sind sowohl die Krankheiten zurückzuführen, die uns befallen, als auch der Tod (1. Mose 3:1-6, 14-19). Wir können jedoch dankbar sein, daß ihre Sünde nicht den Vorsatz Gottes vereiteln konnte, die Erde mit wahren Anbetern zu füllen, die sich dauerhafter Gesundheit und fortwährenden Glücks erfreuen. Zu diesem Zweck schloß Jehova einen Bund, der gemäß 1. Mose 3:15 folgendermaßen lautet: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ In ihrer Kürze und ihrer symbolischen Sprache ließ diese Erklärung allerdings viele Fragen offen. Wie würde Jehova die Bundesverheißung erfüllen?
5, 6. (a) Was zur Verwirklichung seines Vorsatzes zu benutzen, entschloß sich Gott? (b) Warum sollten wir daran interessiert sein?
5 Gott gefiel es, ganz bestimmte Bündnisse vorzusehen — zusammen mit dem Edenbund insgesamt sieben. Jeder von uns, der hofft, sich einmal nie endender Segnungen zu erfreuen, sollte verstehen, was es mit diesen Bündnissen auf sich hat. Zum Beispiel sollten wir wissen, wann und wie sie geschlossen wurden, wer daran beteiligt war, was erreicht werden sollte oder welche Bedingungen eine Rolle spielten und wie die Bündnisse innerhalb des Vorsatzes Gottes, die gehorsamen Menschen mit ewigem Leben zu segnen, miteinander im Zusammenhang stehen. Jetzt ist eine passende Zeit, sich mit diesen Bündnissen zu befassen, denn am 22. März 1989 werden die Christenversammlungen zusammenkommen, um des Abendmahls des Herrn zu gedenken, das mit diesen Bündnissen unmittelbar verknüpft ist.
6 Einigen mögen Bündnisse als etwas Nüchternes, streng Gesetzliches erscheinen, als etwas menschlich wenig Ansprechendes. Beachten wir jedoch, was im Theologischen Wörterbuch zum Alten Testament gesagt wird: „Die Wörter für Bund im alten Orient sowie in der griech.-röm. Welt ... sind auf zwei Wortfelder verteilt: einerseits Eid und Verpflichtung, andererseits Liebe und Freundschaft.“ Die beiden Aspekte Eid und Freundschaft können wir als Grundpfeiler der Bündnisse Jehovas betrachten.
Der abrahamische Bund — Grundlage für nie endende Segnungen
7, 8. Welchen Bund schloß Jehova mit Abraham? (1. Chronika 16:15, 16).
7 Der Patriarch Abraham, „der Vater all derer ..., die Glauben haben“, war der „Freund Jehovas“ (Römer 4:11; Jakobus 2:21-23). Gott schloß einen Bund mit ihm, den er durch einen Eid bekräftigte und der die Grundlage dafür bildet, daß wir nie endende Segnungen erlangen können (Hebräer 6:13-18).
8 Als Abraham noch in Ur war, wies ihn Jehova an, in ein anderes Land zu ziehen. Wie es sich herausstellte, handelte es sich um Kanaan. Damals verhieß Jehova Abraham: „Ich werde aus dir eine große Nation machen, und ich werde dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen; ... und alle Familien des Erdbodens werden sich bestimmt durch dich segnen“ (1. Mose 12:1-3).a Später gab Gott nach und nach weitere Einzelheiten der Verheißung bekannt, die wir zu Recht den abrahamischen Bund nennen: Abrahams Same oder Erbe würde das Land der Verheißung ererben; sein Same oder seine Nachkommen würden zahllos werden; aus Abraham und Sara würden Könige hervorgehen (1. Mose 13:14-17; 15:4-6; 17:1-8, 16; Psalm 105:8-10).
9. Wieso wissen wir, daß sich der abrahamische Bund auf uns auswirkt?
9 Gott nannte ihn „meinen Bund zwischen mir und dir [Abraham]“ (1. Mose 17:2). Wir aber sollten uns dessen bewußt sein, daß sich dieser Bund auch auf unser Leben auswirkt, denn Gott erweiterte ihn später mit den Worten: „Ich [werde] dich bestimmt segnen ... und deinen Samen bestimmt mehren ... wie die Sterne der Himmel und wie die Sandkörner, die am Ufer des Meeres sind; und dein Same wird das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und durch deinen Samen werden sich bestimmt alle Nationen der Erde ... segnen“ (1. Mose 22:17, 18). Wir gehören zu diesen Nationen und haben die Aussicht, künftig gesegnet zu werden.
10. Was erfahren wir alles aus dem abrahamischen Bund?
10 Halten wir einmal inne und überlegen, was wir aus dem abrahamischen Bund lernen können. Wie bereits der Edenbund weist auch der abrahamische Bund auf einen kommenden „Samen“ hin, und er läßt erkennen, daß der Same durch eine menschliche Geschlechtslinie kommen würde (1. Mose 3:15). Dabei würde es sich um die Geschlechtslinie Sems über Abraham und dessen Sohn Isaak handeln. Mit dieser Linie wäre ein Königtum verbunden, und es würde auf irgendeine Weise nicht nur für e i n e Familie, sondern für Menschen aus allen Nationen einen Segen ermöglichen. Wie erfüllte sich dieser Bund?
11. Wie kam es zu einer buchstäblichen Erfüllung des abrahamischen Bundes?
11 Die von Jakob (oder Israel) abstammenden Nachkommen Abrahams mehrten sich so sehr, daß sie eine große Nation wurden. Als ein zahlloser buchstäblicher Same Abrahams waren die Israeliten der reinen Anbetung des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs hingegeben (1. Mose 28:13; 2. Mose 3:6, 15; 6:3; Apostelgeschichte 3:13). Zwar wandten sie sich wiederholt von der reinen Anbetung ab, doch „erwies Jehova ihnen Gunst und erbarmte sich ihrer ... um seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob willen; und er wollte sie nicht ins Verderben bringen“ (2. Könige 13:23; 2. Mose 2:24; 3. Mose 26:42-45). Selbst nachdem Gott die Christenversammlung als sein Volk angenommen hatte, erwies er den Israeliten als einem Volk, das der buchstäbliche Same Abrahams war, noch eine Zeitlang besondere Gunst (Daniel 9:27).
Der geistige Same Abrahams
12, 13. Inwiefern erwies sich Jesus in der geistigen Erfüllung des abrahamischen Bundes als der primäre Teil des Samens?
12 Der abrahamische Bund hatte auch noch eine andere Erfüllung, nämlich eine geistige. Diese größere Erfüllung war vor der Zeit Jesu nicht zu erkennen, doch können wir uns freuen, daß sie heute eindeutig erkannt werden kann. Sie wird uns in Gottes Wort erklärt. Paulus schrieb: „Nun wurden die Verheißungen Abraham und seinem Samen zugesagt. Es heißt nicht: ‚Und den Samen‘ wie im Fall vieler solcher, sondern wie im Fall eines einzigen: ‚Und deinem Samen‘, welcher Christus ist“ (Galater 3:16).
13 Ja, der Same würde nur aus e i n e r Linie oder Familie hervorgehen, was auf Jesus zutraf, der als gebürtiger Jude in buchstäblichem Sinne ein Nachkomme Abrahams war (Matthäus 1:1-16; Lukas 3:23-34). Außerdem gehörte er zur Familie des größeren Abraham im Himmel. Vergessen wir nicht, daß der Patriarch Abraham aufgrund seines starken Glaubens bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern, wenn dies Gottes Wille gewesen wäre (1. Mose 22:1-18; Hebräer 11:17-19). Ähnlich verhielt sich Jehova, als er seinen einziggezeugten Sohn auf die Erde sandte, damit er zum Loskaufsopfer für gläubige Menschen werde (Römer 5:8; 8:32). Verständlicherweise kennzeichnete Paulus daher Jesus Christus als das Hauptglied des gemäß diesem Bund verheißenen Samens Abrahams.
14. Wer oder was ist der sekundäre Teil des Samens Abrahams, und zu welcher weiteren Betrachtung führt uns das?
14 Des weiteren deutete Paulus an, daß Gott in der geistigen Erfüllung ‘den Samen Abrahams mehren’ würde. Er schrieb: „Wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung“ (1. Mose 22:17; Galater 3:29). Dabei handelt es sich um die 144 000 geistgezeugten Christen, die den sekundären Teil des Samens Abrahams bilden. Sie stehen nicht im Gegensatz zu Christus, dem primären Teil des Samens, sondern ‘gehören dem Christus an’ (1. Korinther 1:2; 15:23). Wie wir wissen, können viele von ihnen ihre Abstammung nicht von Abraham herleiten, da sie nichtjüdischen Nationen angehören. Schwieriger ist in der geistigen Erfüllung allerdings der Umstand, daß sie von Natur aus nicht zur Familie Jehovas, des größeren Abraham, gehören, sondern aus der unvollkommenen Familie des Sünders Adam kommen. Somit sind wir darauf angewiesen, daß uns spätere Bündnisse erkennen lassen, wie sie die Voraussetzungen erfüllen können, ein Teil des „Samens Abrahams“ zu werden.
Der Gesetzesbund — vorübergehend hinzugefügt
15—17. (a) Warum wurde der Gesetzesbund dem abrahamischen Bund hinzugefügt? (b) Inwiefern wurde durch das Gesetz all das erreicht?
15 Wie würde die Linie des Samens — nachdem Gott mit dem Schließen des abrahamischen Bundes einen grundlegenden Schritt zur Verwirklichung seines Vorsatzes getan hatte — vor einer Verunreinigung oder vor der Ausrottung bewahrt werden, bis die Zeit seines Erscheinens gekommen wäre? Woran konnten wahre Anbeter den Samen erkennen, als er schließlich kam? Paulus beantwortete diese Fragen, indem er darauf aufmerksam machte, daß Gott in seiner Weisheit vorübergehend den Gesetzesbund hinzufügte. Der Apostel schrieb:
16 „Warum denn das GESETZ? Es wurde hinzugefügt, um Übertretungen kundzumachen, bis der Same gekommen wäre, dem die Verheißung gegeben worden war; und es wurde durch Engel übermittelt durch die Hand eines Mittlers. ... das GESETZ [ist] unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten“ (Galater 3:19, 24).
17 Am Berg Sinai schloß Jehova einen einzigartigen nationalen Bund mit Israel: den Gesetzesbund, dessen Mittler Moses war (Galater 4:24, 25).b Das Volk erklärte sich mit diesem Bund einverstanden, der durch das Blut von Stieren und Ziegenböcken rechtsgültig gemacht wurde (2. Mose 24:3-8; Hebräer 9:19, 20). Durch den Bund erhielt das Volk Israel theokratische Gesetze und den Grundriß für eine gerechte Regierung. Der Bund verbot Ehen mit Heiden und die Beteiligung an unmoralischen Handlungen und falschen religiösen Bräuchen. Er war auf diese Weise für die Israeliten ein Schutz und wirkte einer Verunreinigung der Linie des Samens entgegen (2. Mose 20:4-6; 34:12-16). Da aber kein unvollkommener Israelit das Gesetz vollkommen halten konnte, machte es Sünden kund (Galater 3:19). Es wies gleichzeitig auf die Notwendigkeit eines vollkommenen, ständigen Priesters und eines Opfers hin, das nicht Jahr für Jahr dargebracht werden müßte. Das Gesetz glich einem Erzieher, der ein Kind zu dem Unterweiser führt, den es benötigt; dieser war der Messias oder Christus (Hebräer 7:26-28; 9:9, 16-22; 10:1-4, 11). Sobald der Gesetzesbund seinen Zweck erfüllt hätte, sollte er enden (Galater 3:24, 25; Römer 7:6; siehe „Fragen von Lesern“, Seite 31).
18. Welche weitere Aussicht war mit dem Gesetzesbund verbunden, doch wieso war dies schwierig zu verstehen?
18 Als Gott diesen vorübergehenden Bund schloß, erwähnte er folgenden begeisternden Zweck: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum ... werden ... Und ihr, ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. Mose 19:5, 6). Welch eine Aussicht! Eine Nation von König-Priestern. Wie wäre das jedoch möglich? Im Gesetz wurde später ausdrücklich festgelegt, daß dem Herrscherstamm (Juda) und dem Priesterstamm (Levi) unterschiedliche Verantwortlichkeiten zufielen (1. Mose 49:10; 2. Mose 28:43; 4. Mose 3:5-13). Niemand konnte sowohl Regent als auch Priester sein. Dennoch bildeten Gottes Worte aus 2. Mose 19:5, 6 die Grundlage, zu glauben, daß diejenigen, die unter dem Gesetzesbund standen, auf eine noch nicht geoffenbarte Weise Gelegenheit hätten, die Glieder eines ‘Königreiches von Priestern und einer heiligen Nation’ zu stellen.
Der Königreichsbund mit David
19. Inwiefern wurde in den Bündnissen auf ein Königtum hingewiesen?
19 Schließlich fügte Jehova einen weiteren Bund hinzu, durch den noch deutlicher wurde, wie er seinen Vorsatz zu unserem ewigen Segen verwirklichen würde. Wir haben festgestellt, daß der abrahamische Bund auf ein Königtum unter denen hinwies, die den buchstäblichen Samen Abrahams bilden würden (1. Mose 17:6). Auch der Gesetzesbund ließ Könige unter dem Volk Gottes erwarten, denn Moses sagte zum Volk Israel: „Wenn du schließlich in das Land [der Verheißung] kommst, ... und du hast gesagt: ‚Ich will einen König über mich setzen wie alle Nationen, die rings um mich her sind‘, solltest du unweigerlich einen König über dich setzen, den Jehova, dein Gott, erwählen wird. ... Du wirst nicht einen Ausländer ... über dich setzen dürfen“ (5. Mose 17:14, 15). Wie würde Gott ein solches Königtum einführen, und wie würde es sich auf den abrahamischen Bund auswirken?
20. Wie wurden David und seine Nachkommen ins Blickfeld gerückt?
20 Der erste König des Volkes Israel war zwar Saul vom Stamm Benjamin, doch ihm folgte der mutige und loyale David vom Stamm Juda (1. Samuel 8:5; 9:1, 2; 10:1; 16:1, 13). Als David schon beträchtliche Zeit regiert hatte, gefiel es Jehova, mit diesem König einen Bund zu schließen. Zunächst sagte er: „Ich [werde] gewißlich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Innern kommen wird; und ich werde sein Königtum in der Tat befestigen. Er ist es, der meinem Namen ein Haus bauen wird, und ich werde den Thron seines Königreiches gewißlich für unabsehbare Zeit fest aufrichten“ (2. Samuel 7:12, 13). Wie diese Worte erkennen lassen, handelte es sich bei dem nächsten König um Davids Sohn Salomo, der dazu gebraucht wurde, in Jerusalem ein Haus oder einen Tempel für Gott zu bauen. Aber das war nicht alles.
21. Wofür wurde durch den Königreichsbund mit David gesorgt?
21 Dann schloß Jehova folgenden Bund mit David: „Dein Haus und dein Königtum werden gewißlich auf unabsehbare Zeit vor dir beständig sein; ja dein Thron wird ein auf unabsehbare Zeit feststehender werden“ (2. Samuel 7:16). Mit diesen unmißverständlichen Worten gründete Gott in der Familie Davids eine Königsdynastie für Israel. Doch sollte nicht einfach stets ein König den anderen ablösen. Einer aus der Linie Davids würde schließlich „auf unabsehbare Zeit“ herrschen, „und sein Thron [würde] wie die Sonne vor [Jehova]“ sein (Psalm 89:20, 29, 34-36; Jesaja 55:3, 4).
22. Welche Verbindung besteht zwischen dem Bund mit David und der Linie des Samens, und was hatte das zur Folge?
22 Somit wurde durch den Bund mit David die Linie des Samens offensichtlich weiter eingegrenzt. Selbst die Juden im ersten Jahrhundert erkannten, daß der Messias ein Nachkomme Davids sein müßte (Johannes 7:41, 42). Jesus Christus, der primäre Teil des durch den abrahamischen Bund verheißenen Samens, erfüllte die Voraussetzungen, der bleibende Erbe des davidischen Königreiches zu werden, wie ein Engel bezeugte (Lukas 1:31-33). So erhielt er das Recht, über das Land der Verheißung — den irdischen Bereich, über den David geherrscht hatte — zu regieren. Das sollte unser Vertrauen zu Jesus stärken; er herrscht nicht zufolge einer unrechtmäßigen Machtergreifung, sondern aufgrund einer gesetzlich festgelegten Anordnung, das heißt aufgrund eines göttlichen Bundes.
23. Welche Fragen und Angelegenheiten bedürfen noch der Klärung?
23 Wir haben uns bis jetzt erst mit vier der göttlichen Bündnisse befaßt, die zeigen, wie Gott vorgegangen ist, um seinen Vorsatz zu verwirklichen, nämlich der Menschheit nie endende Segnungen zuteil werden zu lassen. Wahrscheinlich erkennst du, daß das Bild noch unvollständig ist. Es bleiben die Fragen: Durch welchen Priester oder durch welches Opfer könnte an dem unvollkommenen Zustand der Menschen auf Dauer etwas geändert werden? Wie könnten Menschen die Voraussetzungen erfüllen, ein Teil des Samens Abrahams zu werden? Besteht Grund zu glauben, daß sich das Herrscherrecht nicht nur auf ein irdisches Gebiet bezieht? Wie könnte der Same Abrahams, und zwar sowohl der primäre als auch der sekundäre Teil, für „alle Nationen der Erde“ — jeder von uns eingeschlossen — zum Segen sein? Wir wollen sehen.
[Fußnoten]
a Dabei handelt es sich um einen einseitigen Bund, da nur eine Partei (Gott) verpflichtet ist, die Bedingungen einzuhalten.
b „Die Bundesvorstellung [scheint] der israelitischen Religion eigen zu sein, denn nur hier wurde absolute Loyalität gefordert und die Möglichkeit mehrfacher Loyalität ausgeschlossen, wie sie in anderen Religionen erlaubt war“ (Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Band I, Spalte 808).
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Bündnisse im Zusammenhang mit Gottes ewigem VorsatzDer Wachtturm 1989 | 1. Februar
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[Diagramm auf Seite 13]
(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)
Edenbund 1. Mose 3:15
Abrahamischer Bund
Primärer Same
Sekundärer Same
Nie endende Segnungen
[Diagramm auf Seite 14]
(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)
Edenbund 1. Mose 3:15
Abrahamischer Bund
Gesetzesbund
Königreichsbund mit David
Primärer Same
Sekundärer Same
Nie endende Segnungen
[Bild auf Seite 10]
Zur Verwirklichung seines Vorsatzes in bezug auf die Menschheit schloß Gott einen Bund mit dem treuen Abraham
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Wirst du Nutzen ziehen aus Gottes Bündnissen?Der Wachtturm 1989 | 1. Februar
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Wirst du Nutzen ziehen aus Gottes Bündnissen?
„‚Durch dich werden alle Nationen gesegnet werden.‘ Somit werden die, die am Glauben festhalten, zusammen mit dem glaubenstreuen Abraham gesegnet“ (GALATER 3:8, 9).
1. Was zeigt die Geschichte in bezug auf den Einfluß vieler Herrscher?
EINIGE europäische Herrscher des 18. Jahrhunderts werden als „wohltätige Despoten“ bezeichnet. Sie meinten es zwar gut, als sie „ihr Volk mit väterlicher Güte regierten, doch ihre Pläne gingen schief, und ihre Reformen scheiterten“a (The Encyclopedia Americana). Dieser Umstand war einer der wesentlichen Gründe für die Revolutionen, die bald darauf in Europa ausbrachen.
2, 3. Inwiefern unterscheidet sich Jehova von menschlichen Herrschern?
2 Wie sehr sich doch Jehova von unberechenbaren menschlichen Herrschern unterscheidet! Es ist unschwer zu erkennen, daß eine Änderung herbeigeführt werden muß, die letzten Endes eine Befreiung der Menschheit von Ungerechtigkeit und Leid bewirken wird. Doch brauchen wir nicht zu befürchten, daß die entsprechenden Schritte Gottes von einer Laune abhängen. In dem am weitesten verbreiteten Buch der Welt hat er seine Verheißung dokumentiert, gläubige Menschen für immer zu segnen, und das ungeachtet ihrer früheren Nationalität, ihrer Rasse, Bildung oder gesellschaftlichen Stellung (Galater 3:28). Kann man sich aber wirklich darauf verlassen?
3 Der Apostel Paulus zitierte einen Teil der Zusicherung, die Gott Abraham gab: „Ganz bestimmt will ich dich segnend segnen.“ Weiter führte er aus, daß „es unmöglich ist, daß Gott lügt“, weshalb wir „eine starke Ermunterung hätten, die uns vorgesetzte Hoffnung zu ergreifen“ (Hebräer 6:13-18). Unsere Zuversicht, daß sich diese Segnungen verwirklichen, wird noch gestärkt werden, wenn wir beachten, wie planvoll Gott eine Grundlage für ihre Verwirklichung legte.
4. Was bewirkte Gott durch verschiedene Bündnisse in bezug auf die Verwirklichung seines Vorsatzes?
4 Wir haben bereits gesehen, daß Gott mit Abraham einen Bund hinsichtlich eines Samens schloß, durch den sich „alle Nationen der Erde“ segnen sollen (1. Mose 22:17, 18). Die Israeliten waren ein fleischlicher Same Abrahams, doch in geistigem Sinne — und das ist von größerer Bedeutung — erwies sich Jesus Christus als das Hauptglied des Samens Abrahams. Zudem war Jesus auch der Sohn oder Same Jehovas, des größeren Abraham. Christen, die ‘Christus angehören’, bilden den sekundären Teil des Samens Abrahams (Galater 3:16, 29). Später fügte Gott dem abrahamischen Bund vorübergehend den Gesetzesbund mit der Nation Israel hinzu. Dieser Bund bewies, daß die Israeliten Sünder waren, die einen ständigen Priester und ein vollkommenes Opfer benötigten. Er schützte die Linie des Samens und war eine Hilfe, den Samen zu identifizieren. Auch ließ der Gesetzesbund erkennen, daß Gott auf irgendeine Weise eine Nation von König-Priestern hervorbringen würde. Während das Gesetz noch in Kraft war, schloß Gott mit David einen Bund, gemäß dem dieser in Israel eine Königsdynastie haben sollte. Der Königreichsbund mit David wies auch auf jemanden hin, der ein ständiges Königtum über die Erde innehaben würde.
5. Welche Fragen oder Probleme bedurften noch der Klärung?
5 Allerdings gab es in bezug auf diese Bündnisse gewisse Gesichtspunkte oder angestrebte Ziele, die Fragen offenließen oder noch einer weiteren Klärung bedurften. Inwiefern könnte der kommende Same zum Beispiel ein ständiger Priester sein, der mehr tun würde als frühere Priester, wenn er doch ein König aus der Linie Davids sein sollte? (Hebräer 5:1; 7:13, 14). Könnte dieser König über mehr als ein begrenztes irdisches Gebiet herrschen? Wie würden die Glieder des sekundären Teils des Samens die Voraussetzungen dafür erfüllen, zur Familie des größeren Abraham zu gehören? Und selbst wenn ihnen das möglich wäre, welches Herrschaftsgebiet hätten sie dann, da doch die meisten nicht von David abstammten? Wir wollen sehen, welche rechtlichen Schritte Gott in Form zusätzlicher Bündnisse unternahm, durch die nicht nur diese Fragen geklärt, sondern uns auch nie endende Segnungen ermöglicht werden.
Der Bund für einen himmlischen Priester
6, 7. (a) Welchen zusätzlichen Bund schloß Gott gemäß Psalm 110:4? (b) Welche Hintergrundinformationen helfen uns, diesen zusätzlichen Bund zu verstehen?
6 Wie wir festgestellt haben, schloß Gott im Rahmen des Gesetzesbundes mit David einen Bund bezüglich eines Nachkommen (eines Samens), der auf Dauer über einen irdischen Herrschaftsbereich regieren würde. Aber Jehova enthüllte David auch, daß ein ständiger Priester kommen werde. David schrieb: „Jehova hat geschworen (und es wird ihn nicht gereuen): ‚Du bist Priester auf unabsehbare Zeit nach der Weise Melchisedeks!‘“ (Psalm 110:4). Was stand hinter diesem Schwur Gottes, der gleichbedeutend war mit einem persönlichen Bund zwischen Jehova und dem kommenden Priester?
7 Melchisedek war König im alten Salem, das anscheinend dort lag, wo später die Stadt Jerusalem (in deren Namen „Salem“ aufgenommen wurde) erbaut wurde. Im Bericht über Abrahams Verhalten gegenüber Melchisedek wird hervorgehoben, daß es sich bei ihm um einen König handelte, der ein Anbeter „Gottes, des Höchsten“, war (1. Mose 14:17-20). Gottes Erklärung aus Psalm 110:4 zeigt jedoch, daß Melchisedek auch ein Priester war, was ihn zu einer einzigartigen Person machte. Er war sowohl König als auch Priester, und er diente dort, wo die davidischen Könige und die levitischen Priester später die ihnen von Gott übertragenen Ämter ausübten.
8. Mit wem wurde dieser Bund für einen Priester nach der Weise Melchisedeks geschlossen, und mit welchem Ergebnis?
8 Paulus liefert uns zusätzliche Einzelheiten über diesen Bund für einen Priester nach der Weise Melchisedeks. Zum Beispiel sagt er, daß Jesus Christus „von Gott ausdrücklich zum Hohenpriester nach der Weise Melchisedeks berufen“ wurde (Hebräer 5:4-10; 6:20; 7:17, 21, 22). Ohne Zweifel hatte Melchisedek menschliche Eltern, doch existiert kein Bericht über seine Abstammung. Jesus empfing das Priesteramt also nicht aufgrund eines Geschlechtsregisters als Erbe von Melchisedek, sondern wurde unmittelbar von Gott ernannt. Sein Priesteramt wird an keinen Nachfolger übergehen, denn „er [bleibt] ein Priester für immer“. Dem ist so, weil die Wohltaten seines Priesterdienstes nie enden werden. Wir können wirklich froh sein, einen Priester zu haben, der „die vollständig retten [kann], die sich durch ihn Gott nahen“, und der fähig ist, die Treuen in alle Ewigkeit zu unterweisen und zu leiten (Hebräer 7:1-3, 15-17, 23-25).
9, 10. Inwiefern erweitert die Erkenntnis über diesen fünften Bund unser Verständnis darüber, wie Gottes Vorsatz verwirklicht wird?
9 Bemerkenswert ist des weiteren, daß Jesus seine Funktion als König-Priester nicht nur im irdischen Bereich ausübt. Als David auf den Bund für einen Priester nach der Weise Melchisedeks Bezug nahm, schrieb er in diesem Zusammenhang: „Der Ausspruch Jehovas an meinen Herrn ist: ‚Setz dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege.‘“ Daraus ist zu ersehen, daß Jesus — Davids Herr — einen Platz bei Jehova im Himmel erhalten sollte, was auch bei seiner Himmelfahrt geschah. Vom Himmel aus kann Christus mit seinem Vater Gewalt ausüben, um Feinde zu unterwerfen und Strafgerichte zu vollstrecken (Psalm 110:1, 2; Apostelgeschichte 2:33-36; Hebräer 1:3; 8:1; 12:2).
10 Folglich bietet sich uns durch die Erkenntnis über diesen fünften Bund ein erweitertes Bild darüber, wie planvoll und gründlich Jehova bei der Verwirklichung seines Vorsatzes vorgeht. Dieser Bund beweist, daß der primäre Teil des Samens auch ein Priester im Himmel und ein König-Priester mit universeller Gewalt sein wird (1. Petrus 3:22).
Der neue Bund und der sekundäre Teil des Samens
11. Welche Schwierigkeiten bestanden, was den sekundären Teil des Samens betraf?
11 Bei der Betrachtung des abrahamischen Bundes haben wir festgestellt, daß Jesus durch Geburt der primäre Teil des Samens wurde. Er war ein direkter Nachkomme des Patriarchen Abraham und als vollkommener Mensch auch ein anerkannter Sohn des größeren Abraham. Wie verhält es sich aber mit Menschen, die das Vorrecht haben, Glieder des sekundären Teils des Samens Abrahams zu werden, „Erben hinsichtlich einer Verheißung“? (Galater 3:29). Da sie als ein Teil der Familie des Sünders Adam unvollkommen sind, würden sie eigentlich nicht die Voraussetzungen erfüllen, zur Familie Jehovas, des größeren Abraham, zu gehören. Wie konnte dieses Hindernis der Unvollkommenheit überwunden werden? Für Menschen war das zwar unmöglich, nicht aber für Gott (Matthäus 19:25, 26).
12, 13. (a) Mit welchen Worten sagte Gott einen weiteren Bund voraus? (b) Welches besondere Merkmal dieses Bundes verdient unsere Aufmerksamkeit?
12 Während das Gesetz noch in Kraft war, sagte Gott durch seinen Propheten voraus: „Ich [will] mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen; nicht einen wie den Bund, den ich mit ihren Vorvätern schloß ..., ‚welchen meinen Bund s i e brachen‘ ... Ich will mein Gesetz in ihr Inneres legen, und in ihr Herz werde ich es schreiben. Und ich will ihr Gott werden, und sie selbst werden mein Volk werden. Und sie werden nicht mehr ... [einander] lehren ...: ‚Erkennt Jehova!‘, denn sie alle werden mich erkennen ... Denn ich werde ihre Vergehung vergeben, und ihrer Sünde werde ich nicht mehr gedenken“ (Jeremia 31:31-34).
13 Beachten wir, daß ein Merkmal dieses neuen Bundes in der Vergebung der Sünden besteht, die offensichtlich nicht so erfolgen sollte, wie es unter dem Gesetz der Fall war, das heißt nicht aufgrund von Tieropfern. Jesus machte dies an seinem Todestag deutlich. Nachdem er gemeinsam mit seinen Jüngern, wie im Gesetz geboten, das Passah gefeiert hatte, setzte er das Abendmahl des Herrn ein. Bei dieser jährlichen Feier sollte ein Becher Wein, der herumgereicht würde, eine Rolle spielen. Über den Becher Wein sagte Jesus: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Lukas 22:14-20).
14. Warum ist der neue Bund für das Hervorbringen des sekundären Teils des Samens von Bedeutung?
14 Der neue Bund sollte also durch Jesu Blut wirksam werden. Auf der Grundlage dieses vollkommenen Opfers konnte Gott ein für allemal ‘Vergehung und Sünde vergeben’. Stellen wir uns vor, was das bedeutete! Da Gott in der Lage war, die Sünden gottergebener Menschen aus der Familie Adams vollständig zu vergeben, konnte er sie als sündlos betrachten, als geistige Söhne des größeren Abraham zeugen und dann mit heiligem Geist salben (Römer 8:14-17). Der durch Jesu Opfer rechtsgültig gemachte neue Bund ermöglichte es somit seinen Jüngern, der sekundäre Teil des Samens Abrahams zu werden. Paulus schrieb: „Durch seinen Tod [machte Jesus] den zunichte ..., der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt den Teufel, und ... er [befreite] alle die ..., die aus Todesfurcht ihr Leben lang der Sklaverei unterworfen waren. Denn er nimmt sich tatsächlich überhaupt nicht der Engel an, sondern er nimmt sich des Samens Abrahams an“ (Hebräer 2:14-16; 9:14).
15. Wer sind die Parteien des neuen Bundes?
15 Wer waren die Parteien des neuen Bundes, wenn Jesus der Mittler und das Opfer war, durch das dieser Bund rechtsgültig gemacht wurde? Jeremia sagte vorher, daß Gott diesen Bund mit dem „Hause Israel“ schließen werde. Mit welchem Israel? Nicht mit dem fleischlichen, beschnittenen Israel, das unter dem Gesetz stand, denn durch den neuen Bund wurde der frühere für veraltet erklärt (Hebräer 8:7, 13; siehe Seite 31). Nun würde Gott mit Juden und Nichtjuden handeln, an denen durch Glauben eine sinnbildliche ‘Beschneidung des Herzens durch Geist’ vorgenommen wurde. Das stimmt mit seinem Ausspruch überein, daß die in den neuen Bund Aufgenommenen ‘seine Gesetze in Sinn und Herz geschrieben’ haben würden (Römer 2:28, 29; Hebräer 8:10). Paulus nannte diese geistigen Juden das „Israel Gottes“ (Galater 6:16; Jakobus 1:1).
16. Inwiefern ist der neue Bund eine Hilfe bei der Verwirklichung dessen, worauf in 2. Mose 19:6 hingewiesen wurde?
16 Da Gott nun mit dem geistigen Israel handelte, tat sich diesem gewissermaßen eine Tür, das heißt eine Gelegenheit, auf. Bei der Einführung des Gesetzes hatte Gott von den Söhnen Israels gesagt, sie würden „ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation“ werden (2. Mose 19:6). Tatsächlich konnte das fleischliche Israel niemals eine Nation werden — und war es auch nie —, deren Angehörige alle König-Priester waren. Doch Juden und Nichtjuden, die als sekundärer Teil des Samens Abrahams angenommen wurden, konnten König-Priester werden.b Das bestätigte der Apostel Petrus mit folgenden an diese Christen gerichteten Worten: „Ihr ... seid ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat.“ Auch schrieb er, daß für sie ‘ein unverwelkliches Erbe in den Himmeln aufbehalten ist’ (1. Petrus 1:4; 2:9, 10).
17. Inwiefern ist der neue Bund „besser“ als der Gesetzesbund?
17 Beim Hervorbringen des sekundären Teils des Samens wirkt somit der neue Bund mit dem bereits bestehenden abrahamischen Bund zusammen. Der zwischen Jehova und den geistgezeugten Christen geschlossene neue Bund gestattet die Bildung einer himmlischen Nation von König-Priestern in der königlichen Familie des größeren Abraham. Wir können also verstehen, warum Paulus sagte, es handle sich um ‘einen entsprechend besseren Bund, der aufgrund besserer Verheißungen gesetzlich festgelegt worden ist’ (Hebräer 8:6). Diese Verheißungen schließen den Segen ein, daß Gottes Gesetz auf das Herz gottergebener Menschen geschrieben wird, deren Sünden nicht mehr gedacht wird und die ‘alle Jehova erkennen, vom Geringsten bis zum Größten’ (Hebräer 8:11).
Jesu Bund für ein Königreich
18. In welcher Hinsicht könnte Gottes Vorsatz durch die Bündnisse, die wir bis jetzt betrachtet haben, noch nicht vollständig verwirklicht werden?
18 Wenn wir über die sechs Bündnisse, die wir besprochen haben, nachdenken, könnten wir den Eindruck haben, Jehova hätte rechtlich für alles gesorgt, was zur Verwirklichung seines Vorsatzes nötig sei. Aber in der Bibel wird noch ein Bund erwähnt, der sich in das einfügt, was wir betrachtet haben — ein Bund, durch den weitere Aspekte dieser bedeutsamen Angelegenheit geklärt werden. Geistgezeugte Christen erwarten zu Recht, daß ‘der Herr sie von jedem bösen Werk befreien und sie für sein himmlisches Königreich retten wird’ (2. Timotheus 4:18). Im Himmel werden sie eine Nation von König-Priestern sein. Doch was ist ihr Herrschaftsbereich? Wenn sie zum Leben im Himmel auferweckt werden, befindet sich Christus bereits dort als vollkommener Hoherpriester. Er wird dann auch mit Königsmacht aufgestanden sein, um über die ganze Erde zu herrschen (Psalm 2:6-9; Offenbarung 11:15). Welche Aufgabe fällt den anderen König-Priestern zu?
19. Wann und wie wurde ein siebter wichtiger Bund geschlossen?
19 Als Jesus am 14. Nisan 33 u. Z. das Abendmahl des Herrn einsetzte und den „neuen Bund kraft ... [seines] Blutes“ erwähnte, sprach er von einem weiteren Bund, dem siebten, der noch zur Betrachtung steht. Er sagte zu seinen treuen Aposteln: „Ihr ... seid es, die in meinen Prüfungen mit mir durchgehalten haben; und ich mache einen Bund mit euch, so wie mein Vater einen Bund mit mir gemacht hat, für ein Königreich, damit ihr an meinem Tisch in meinem Königreich eßt und trinkt und auf Thronen sitzt, um die zwölf Stämme Israels zu richten“ (Lukas 22:20, 28-30). So, wie der Vater mit Jesus einen Bund geschlossen hatte, daß er ein Priester nach der Weise Melchisedeks sein sollte, schloß Christus einen persönlichen Bund mit seinen loyalen Nachfolgern.
20. Mit wem wurde der Bund für ein Königreich geschlossen, und warum? (Daniel 7:18; 2. Timotheus 2:11-13).
20 Die 11 Apostel hatten zweifellos mit Jesus in seinen Prüfungen durchgehalten, und der Bund zeigte, daß sie auf Thronen sitzen würden. Überdies beweist auch Offenbarung 3:21, daß alle geistgezeugten Christen, die sich als treu erweisen, auf himmlischen Thronen sitzen werden. Somit ist dieser Bund mit allen 144 000 geschlossen worden, die mit Jesu Blut erkauft worden sind, um im Himmel als Priester zu dienen und „als Könige über die Erde [zu] regieren“ (Offenbarung 1:4-6; 5:9, 10; 20:6). Der Bund, den Jesus mit ihnen schloß, verbindet sie mit ihm, so daß sie einen Anteil an seiner Herrschaft haben können. In gewissem Sinne verhält es sich so, als ob eine Braut aus einer adligen Familie durch Heirat mit einem Monarchen verbunden würde. Dadurch hätte sie gleichsam an seiner Königsherrschaft teil (Johannes 3:29; 2. Korinther 11:2; Offenbarung 19:7, 8).
21, 22. Welcher Segen ist aufgrund dessen, was durch diese Bündnisse bewirkt wird, zu erwarten?
21 Welche Wohltaten werden gehorsamen Menschen dadurch erschlossen? Weder Jesus noch die 144 000 gleichen den „wohltätigen Despoten“, die sich „außerstande [sahen] ..., für echte Lösungen zu sorgen“. Dagegen wird uns im Falle Jesu versichert, daß es sich bei ihm um einen Hohenpriester handelt, „der in allen Beziehungen auf die Probe gestellt worden ist wie wir selbst, doch ohne Sünde“. Daher können wir verstehen, warum er mit schwachen Menschen „mitfühlen kann“ und warum sich die „anderen Schafe“ genauso wie gesalbte Christen durch Christus „mit Freimut der Rede“ dem Thron Gottes nahen können. Auch sie können somit „Barmherzigkeit erlangen und unverdiente Güte finden ... als Hilfe zur rechten Zeit“ (Hebräer 4:14-16; Johannes 10:16).
22 Diejenigen, denen durch Bündnisse zugesichert ist, mit Jesus als König-Priester zu dienen, nehmen auch daran teil, die Menschheit zu segnen. Die levitischen Priester dienten zum Nutzen der ganzen Nation Israel, und alle, die mit Jesus himmlische Throne einnehmen, werden die auf der Erde Lebenden in Gerechtigkeit richten (Lukas 22:30). Die König-Priester sind einst Menschen gewesen. Deshalb können sie voller Mitgefühl auf die Bedürfnisse der Menschheit eingehen. Der sekundäre Teil des Samens wird also mit Jesus gemeinsam dafür sorgen, daß „alle Nationen gesegnet werden“ (Galater 3:8).
23. Was sollte man in Übereinstimmung mit diesen Bündnissen tun?
23 Alle, die an diesem der Menschheit zugedachten Segen teilhaben und so aus Gottes Bündnissen Nutzen ziehen möchten, werden jetzt eingeladen, entsprechende Schritte zu unternehmen (Offenbarung 22:17). Dazu zählt zum Beispiel, daß man bei der Feier des Abendmahls des Herrn anwesend ist, die am Mittwoch, den 22. März 1989, nach Sonnenuntergang stattfindet. Plane jetzt, dieser Feier in einer der Versammlungen von Jehovas Zeugen beizuwohnen. Dort wirst du mehr über göttliche Bündnisse erfahren und sehen, wie du daraus Nutzen ziehen kannst.
[Fußnoten]
a „Selbst die kühnsten Reformen ließen einen verarmten Kleinbauernstand zurück, einen überprivilegierten, unterbesteuerten Adel, einen in Regierung und Gesellschaft unzulänglich integrierten Mittelstand ... Man muß sagen, daß aufgeklärte Despoten mit nicht mehr zu übersehenden Fragen konfrontiert wurden, doch sahen sie sich außerstande, im Rahmen der politischen und wirtschaftlichen Realitäten jenes Zeitalters für echte Lösungen zu sorgen“ (Western Civilization—Its Genesis and Destiny: The Modern Heritage).
b Jesus ist im neuen Bund kein Bundespartner, sondern der Mittler, und da er keine Sünden hat, bedarf er nicht der Vergebung. Auch hat er es nicht nötig, durch den neuen Bund ein König-Priester zu werden, denn er ist ein König gemäß dem Bund mit David und zudem ein Priester nach der Weise Melchisedeks.
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