Die Gibeoniter suchten Frieden
DIE oben abgebildete Stadt auf dem Hügel befindet sich dort, wo, wie man annimmt, das alte Gibeon lag, etwa 10 km nördlich von Jerusalem.
Viele wissen, daß Gibeon bekannt wurde, kurz nachdem Josua Israel in das Land der Verheißung geführt und Jericho besiegt hatte. Die Kanaaniter in Gibeon erkannten, daß sie Israel, dem Gott offensichtlich beistand, nicht widerstehen konnten. Was war zu tun? Die Gibeoniter griffen auf eine List zurück und entsandten eine Abordnung von Männern, die sich als Reisende aus einem fernen Land ausgaben. Die Friedensbemühungen führten zum Erfolg, denn Israel schloß einen Bund mit ihnen. Nachdem man die List der Gibeoniter durchschaut hatte, wurden sie zu Holzsammlern und Wasserschöpfern gemacht.
Dieses Volk, das Frieden suchte, muß Gott wohl nicht mißfallen haben. Als fünf Könige die Gibeoniter angriffen, verteidigte Josua sie, und Gott unterstützte ihn dabei. Jehova wirkte sogar ein Wunder, indem er für jenen Kampf das Tageslicht verlängerte (Josua 9:3-27; 10:1-14).
Bei Ausgrabungen auf diesem Hügel wurde ein tiefer Schacht oder Teich entdeckt, der in den massiven Fels gehauen war. Darin waren Stufen, die die Gibeoniter hinuntersteigen konnten, um aus einer unterirdischen Kammer Wasser zu holen. Könnte das der „Teich von Gibeon“ gewesen sein, der in 2. Samuel 2:13 erwähnt wird? Archäologen haben auch in den Fels gehauene Keller entdeckt sowie viele Geräte zur Weinherstellung. Ja es scheint, daß Gibeon ein Zentrum der Weinproduktion war.
Zu Lebzeiten Davids befand sich dort das Zelt oder die Stiftshütte des wahren Gottes. König Salomo ging dorthin, um Schlachtopfer darzubringen. Jehova erschien Salomo in einem Traum und verhieß ihm nicht nur „ein weises und verständiges Herz“, sondern auch Reichtum (1. Könige 3:4-14; 2. Chronika 1:3). Der Artikel auf den Seiten 12—17 dieser Ausgabe zeigt, daß die Nachkommen des Volkes, das in Gibeon wohnte, zu einem späteren Zeitpunkt unter Gottes Nation besonders bevorrechtigt wurden. Inwiefern?
[Bildnachweis auf Seite 32]
Pictorial Archive (Near Eastern History) Est.