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  • Das Leben: Reiner Zufall?
    Das Leben: Reiner Zufall?
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      Das Leben: Reiner Zufall?

  • Titelseite/Impressumseite
    Das Leben: Reiner Zufall?
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      Das Leben: Reiner Zufall?

      Diese Broschüre ist nicht zum Verkauf bestimmt.

      Unser gottesdienstliches Werk wird weltweit durch freiwillige Spenden finanziert (siehe dazu auch donate.jw.org).

      Die verwendete Bibelübersetzung ist, wenn nicht anders angegeben, Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung.

      Auflage November 2024

      German (lc-X)

      © 2010, 2019 WATCH TOWER BIBLE AND TRACT SOCIETY OF PENNSYLVANIA.

      Druck und Verlag: WACHTTURM BIBEL- UND TRAKTAT-GESELLSCHAFT, SELTERS/TS.

  • Inhalt
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Inhalt

      SEITE 4 Der lebende Planet

      SEITE 11 Wer hatte die Idee?

      SEITE 18 Evolution: Mythen und Fakten

      SEITE 24 Wissenschaft und Schöpfungsbericht

      SEITE 29 Spielt es eine Rolle, was ich glaube?

      SEITE 30 Bibliografie

  • Was denken Sie?
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Ein Mädchen betrachtet einen Schmetterling

      Was denken Sie?

      Viele christliche Fundamentalisten behaupten, die Erde und alles Leben darauf sei in sechs buchstäblichen Tagen erschaffen worden, und das vor nur wenigen Tausend Jahren. Will man dagegen Atheisten glauben, dann gibt es keinen Gott, die Bibel ist ein Buch voller Mythen und das Leben ist ein reines Zufallsprodukt.

      Die meisten Menschen bewegen sich irgendwo zwischen diesen gegensätzlichen Standpunkten. Trifft das auch auf Sie zu? Vielleicht glauben Sie an Gott und haben Achtung vor der Bibel, möchten sich aber auch nicht den Argumenten der Wissenschaft verschließen, die oft von einer Evolution ausgeht. Als Vater oder Mutter stehen Sie möglicherweise vor der Herausforderung, wie Sie Ihren Kindern den Ursprung des Lebens erklären sollen.

      Was ist der Zweck dieser Broschüre?

      Es ist nicht unsere Absicht, fundamentalistische oder atheistische Ansichten zu belächeln. Vielmehr würden wir uns freuen, wenn wir Sie mit dieser Broschüre dazu anregen könnten, das eine oder andere, was als Tatsache hingenommen wird, nochmals auf den Prüfstand zu stellen. Der biblische Schöpfungsbericht wird Ihnen hier aus einem Blickwinkel vorgestellt, aus dem Sie ihn vielleicht noch gar nicht betrachtet haben. Auch wird deutlich, warum es nicht egal ist, was man über den Ursprung des Lebens denkt.

      Sollte man also einfach der Behauptung Glauben schenken, es gebe keinen intelligenten Schöpfer und die Bibel sei unglaubwürdig? Oder wäre es nicht besser, einmal zu untersuchen, was die Bibel tatsächlich sagt? Wem kann man glauben und vertrauen? Der Bibel oder der Evolutionslehre? (Hebräer 11:1). Warum nicht der Sache auf den Grund gehen?

  • Der lebende Planet
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Planeten umkreisen die Sonne

      Der lebende Planet

      Auf der Erde könnte unmöglich Leben existieren, wenn nicht verschiedene äußerst glückliche „Zufälle“ zusammentreffen würden. Vor Jahrzehnten kannte man einige dieser „Zufälle“ noch gar nicht oder verstand sie nicht richtig. Dazu gehört:

      • Die ideale Position der Erde in der Milchstraße und im Sonnensystem, ihre Umlaufbahn, die Neigung der Erdachse, die Rotationsgeschwindigkeit der Erde und ihr ungewöhnlicher Mond

      • Ein Magnetfeld und eine Atmosphäre, die einen doppelten Schutzschild bilden

      • Die Kreisläufe der Natur, durch die das Wasser und die Luft gereinigt und wiederaufbereitet werden

      Ist das wirklich alles dem reinen Zufall zu verdanken oder eher durchdachter Gestaltung?

      Eine „Topadresse“

      Position der Erde und des Sonnensystems in der Milchstraße

      Könnte man sich für unseren lebenden Planeten eine bessere Lage vorstellen?

      Wird man nach seiner Adresse gefragt, gibt man wahrscheinlich Land, Stadt und Straße an. Übertragen wir das einmal auf die Erde: Unsere Galaxis, die Milchstraße, wäre dann das „Land“. Das Sonnensystem, das heißt die Sonne und ihre Planeten, wäre die „Stadt“ und die Umlaufbahn der Erde die „Straße“. Dank der Fortschritte in Astronomie und Physik versteht man immer besser, wie lebensfreundlich der Standort unserer Erde im Universum ist.

      Das fängt schon damit an, dass unsere „Stadt“, also unser Sonnensystem, die denkbar günstigste Lage in der Milchstraße hat – nicht zu dicht am Zentrum und auch nicht zu weit weg davon. Diese „bewohnbare Zone“, wie Wissenschaftler sie nennen, besitzt genau die richtige Konzentration der chemischen Elemente, die für das Leben notwendig sind. Weiter weg kommen zu wenige dieser Elemente vor, näher am Zentrum wäre es zum „Wohnen“ zu gefährlich. Warum? Unter anderem wegen des erhöhten Vorkommens potenziell tödlicher Strahlung. Unsere Erde ist eine „Topadresse“, so die Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft.1

      Die beste „Straße“: Auch die „Straße“ in unserer „Stadt“, sprich die Umlaufbahn der Erde, ist eine „Topadresse“. Sie durchläuft in rund 150 Millionen Kilometer Entfernung von der Sonne eine schmale bewohnbare Zone, in der das Leben weder vor Kälte erstarrt noch vor Hitze verglüht. Hinzu kommt, dass die Umlaufbahn der Erde nahezu kreisförmig ist, sodass die Entfernung zur Sonne das ganze Jahr über mehr oder weniger gleich bleibt.

      Die Sonne an sich ist das perfekte „Kraftwerk“. Sie ist zuverlässig, hat die richtige Größe und liefert uns genau die richtige Menge Energie. Aus gutem Grund hat man sie als „ganz besonderen Stern“ bezeichnet.2

      Der ideale „Nachbar“: Müsste man für die Erde einen „direkten Nachbarn“ aussuchen, könnte man sich keinen besseren vorstellen als den Mond. Sein Durchmesser beträgt etwas mehr als ein Viertel des Erddurchmessers. Verglichen mit anderen Monden in unserem Sonnensystem ist unser Mond im Verhältnis zu seinem Planeten ungewöhnlich groß. Reiner Zufall?

      Der Mond ist entscheidend für das Auftreten von Ebbe und Flut, die wiederum für die Ökologie der Erde eine wichtige Rolle spielen. Außerdem trägt er zu einer erstaunlich stabilen Erdachse bei. Ohne ihren „maßgeschneiderten“ Mond würde die Erde wie ein Kreisel anfangen zu „eiern“ und vielleicht sogar „zur Seite kippen“. Das hätte unter anderem für die Gezeiten und das Klima katastrophale Folgen.

      Rotation und Neigung der Erde

      Perfekte Neigung und Rotation: Die Neigung der Erdachse von circa 23,4 Grad sorgt für den Wechsel der Jahreszeiten, gemäßigte Temperaturen und eine große Bandbreite von Klimazonen. Wie das Buch Unsere einsame Erde sagt, „scheint die Erdachse ‚genau die richtige‘ Neigung zu haben“.3

      „Genau richtig“ ist auch die Länge von Tag und Nacht. Das liegt an der Rotationsgeschwindigkeit der Erde. Wäre sie wesentlich geringer, würden die Tage länger dauern. Auf der Sonnenseite gäbe es dann glühende Hitze, auf der sonnenabgewandten Seite dagegen eisige Kälte. Bei einer schnelleren Rotation wären die Tage wesentlich kürzer und die rasante Erdumdrehung würde häufige schwere Stürme und andere Probleme hervorrufen.

      Die Schutzschilde der Erde

      Der Weltraum ist eine gefährliche Umgebung, in der tödliche Strahlung und Meteoroide eine ständige Bedrohung darstellen. Unser Blauer Planet ist einem andauernden galaktischen „Kugelhagel“ ausgesetzt, den er jedoch relativ unbeschadet übersteht. Wie kommt das? Die Erde hat einen beeindruckenden doppelten Schutzpanzer: ein starkes Magnetfeld und eine perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Atmosphäre.

      Der unsichtbare magnetische Schutzschild der Erde

      Der unsichtbare magnetische Schutzschild der Erde

      Das Magnetfeld der Erde: Im Erdinnern befindet sich ein rotierender flüssiger Eisenkern, der ein starkes sich weit in den Weltraum erstreckendes Magnetfeld erzeugt. Dieser Schutzschild hält die volle Intensität kosmischer Strahlung ab und bewahrt uns vor potenziell tödlichen Gefahren, die von der Sonne ausgehen. Da ist zum einen der Sonnenwind, ein stetiger Strom geladener Teilchen. Zum anderen gibt es Sonneneruptionen, die innerhalb von Minuten so viel Energie freisetzen wie Milliarden von Wasserstoffbomben. Und dann sind da noch koronale Massenauswürfe, bei denen aus der Korona – der äußeren Atmosphärenschicht der Sonne – Milliarden Tonnen Materie ins All hinausgeschleudert werden. Dass uns das Magnetfeld schützt, kann man sogar sehen. Sonneneruptionen und koronale Massenauswürfe lassen Polarlichter entstehen, intensive Leuchterscheinungen in der oberen Atmosphäre über den Erdpolen.

      Nordlicht

      Nordlicht

      Die Erdatmosphäre: Diese Gashülle ist notwendig, damit wir atmen können, und stellt einen weiteren Schutzschild dar. Eine der oberen Atmosphärenschichten, die Stratosphäre, enthält eine besondere Form von Sauerstoff, Ozon genannt. Das Ozon fängt bis zu 99 Prozent der Ultraviolettstrahlung (UV) ab. Dadurch werden viele Lebensformen vor gefährlicher Strahlung geschützt – so auch wir Menschen und das Plankton, das uns einen Großteil des unverzichtbaren Sauerstoffs liefert. Die Ozonmenge in der Stratosphäre ist nicht immer gleich. Sie nimmt zu, wenn die UV-Strahlung intensiver wird. Das macht die Ozonschicht zu einem dynamischen, gut funktionierenden Schutzschild.

      Ein Meteoroid

      Die Atmosphäre schützt uns vor Meteoroiden

      Die Atmosphäre hält auch das tägliche Bombardement von Millionen Geschossen aus dem All ab. Das können Partikel von der Größe eines Sandkorns, aber auch gigantische Brocken sein. Zumeist verglühen sie in der Atmosphäre als helle Leuchterscheinungen, Meteore genannt. Andererseits lassen die Schutzschilde der Erde lebenswichtige Strahlung wie Wärme und sichtbares Licht hindurch. Die Atmosphäre trägt sogar zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung rund um den Globus bei und wirkt nachts wie eine Decke, die die Wärme nicht so schnell entweichen lässt.

      Die Erdatmosphäre und das Magnetfeld sind geniale Mechanismen, die man immer noch nicht völlig versteht. Das Gleiche gilt für die Kreisläufe der Natur, die das Leben auf unserem Planeten erhalten.

      Ist es purer Zufall, dass die Erde zwei dynamische Schutzschilde besitzt?

      Lebenswichtige Kreisläufe

      Wenn eine Stadt von der Frischluft- und Wasserzufuhr abgeschnitten ist und die Abwasserkanäle verstopft sind, greifen schnell Krankheit und Tod um sich. Nun ist es bei unserem Planeten aber nicht wie bei einem Restaurant, das regelmäßig frische Lebensmittel angeliefert und Abfälle abtransportiert bekommt. Gute Luft und sauberes Wasser werden nicht aus dem Weltraum angeliefert, und Müll wird auch nicht einfach ins All geschossen. Wie bleiben auf der Erde trotzdem gesunde „Wohnbedingungen“ erhalten? Durch natürliche Kreisläufe, die hier vereinfacht erklärt werden.

      Der Wasserkreislauf

      Der Wasserkreislauf: Ohne Wasser kein Leben. Wir Menschen würden ohne Wasser schon nach wenigen Tagen sterben. Der Wasserkreislauf versorgt unseren Planeten mit frischem, sauberem Wasser. Das Ganze läuft in drei Phasen ab. (1) Durch die Sonne verdunstet Wasser und steigt in die Atmosphäre auf. (2) Dieses gereinigte Wasser kondensiert zu Wolken. (3) Die Wolken liefern Niederschläge in Form von Regen, Hagel, Graupeln oder Schnee. Dieses Wasser verdunstet dann wieder, sodass sich der Kreislauf schließt. Wie viel Wasser wird auf diese Weise jährlich umgewälzt? Laut Schätzungen so viel, dass es die gesamte Erdoberfläche fast einen Meter hoch bedecken würde.4

      Der Kohlenstoff- und Sauerstoffkreislauf

      Der Kohlenstoff- und Sauerstoffkreislauf: Um am Leben zu bleiben, müssen wir atmen. Dabei nehmen wir Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab. Nun atmen aber Milliarden Menschen und Tiere ununterbrochen. Warum geht der Sauerstoff dann nicht aus, und warum gibt es nicht zu viel Kohlendioxid in der Luft? Dafür sorgt der Kohlenstoffkreislauf. (1) In einem faszinierenden Prozess, Fotosynthese genannt, verarbeiten Pflanzen das Kohlendioxid, das wir ausatmen, unter Mitwirkung von Sonnenlicht zu Kohlenhydraten und Sauerstoff. (2) Atmen wir den Sauerstoff ein, schließen wir diesen Kreislauf. Die „Pflanzen- und Atemluftproduktion“ ist umweltfreundlich, wirtschaftlich und völlig geräuschlos.

      Der Stickstoffkreislauf

      Der Stickstoffkreislauf: Das Leben auf der Erde ist auch auf organische Moleküle wie zum Beispiel Proteine angewiesen. (A) Damit diese Moleküle überhaupt entstehen können, ist Stickstoff notwendig. Wie gut, dass unsere Atemluft zu etwa 78 Prozent aus diesem Gas besteht. Durch Blitze und Bakterien wird bewirkt, dass der Stickstoff Verbindungen eingeht, die von Pflanzen aufgenommen werden können. (B) Die Pflanzen verwandeln diese Verbindungen in organische Moleküle. Tiere, die sich von den Pflanzen ernähren, nehmen dabei Stickstoffverbindungen auf. (C) Sterben Pflanzen und Tiere, werden die Stickstoffverbindungen, die sie aufgenommen haben, von Bakterien zersetzt. Bei diesem Zersetzungsprozess kehrt der Stickstoff wieder in den Boden und die Luft zurück und der Kreislauf schließt sich.

      Geniales Recycling

      Der Mensch produziert trotz des enormen technischen Fortschritts jährlich unzählige Tonnen nicht recycelbaren Giftmüll. Die Erde dagegen recycelt durch ausgeklügelte chemische Prozesse perfekt alle ihre Abfälle.

      Wie sind die Recyclingverfahren der Erde wohl zustande gekommen? „Wenn das Ökosystem der Erde wirklich nur durch Zufall entstanden wäre, hätte das Gleichgewicht in der Natur niemals ein so absolut hohes Niveau erreichen können“, schreibt der Theologe und Wissenschaftsautor M. A. Corey.5 Eine interessante Schlussfolgerung.

      Ein Pfau

      Was würde ich sagen?

      • Ist das, was die Erde so besonders macht, auf durchdachte Gestaltung zurückzuführen? Wenn ja, welche Fakten überzeugen mich am meisten?

      • Was würde ich erwidern, wenn jemand behauptet, dass die Erde einfach nur einer von vielen denkbaren Orten sei, wo eine Evolution stattfinden konnte?

      Fische schwimmen vor Korallen

      Es wimmelt von Leben

      Keiner weiß genau, wie viele Spezies es auf der Erde gibt. Schätzungen bewegen sich zwischen 2 Millionen und 100 Millionen.6 Unser Planet wimmelt nur so von Leben.

      Erde: Man hat festgestellt, dass in nur 100 Gramm Erdboden 10 000 Arten (!) von Bakterien7 vorkommen, von der Gesamtzahl der Mikroorganismen ganz zu schweigen. Einige Arten leben sogar noch in über drei Kilometer Tiefe.8

      Luft: Nicht nur Vögel, Fledermäuse und Insekten schwirren durch die Lüfte, sondern auch unzählige Pollen, Sporen, Samen und Tausende Arten von Mikroorganismen. „Die Vielfalt der Mikroorganismen in der Luft steht ihrer Vielfalt im Boden kaum nach“, schreibt die Zeitschrift Scientific American.9

      Wasser: Die Geheimnisse der Ozeane lassen sich nicht so leicht lüften, denn in die Tiefen des Meeres vorzudringen erfordert in der Regel sehr kostspielige Geräte. Doch selbst Korallenriffe, die relativ gut zu erreichen und intensiv erforscht sind, beheimaten eventuell noch Millionen unbekannte Arten.

      Ist diese eindrucksvolle Vielfalt des Lebens durch bloßen Zufall entstanden? Viele würden wahrscheinlich eher dem Dichter zustimmen, der einmal schrieb: „Wie zahlreich sind deine Werke, o Jehova! In Weisheit hast du sie alle gemacht. Die Erde ist voll von dem, was du geschaffen hast“ (Psalm 104:24).a

      Fliegende Flamingos

      a Laut der Bibel ist Gottes Eigenname Jehova (Psalm 83:18).

  • Wer hatte die Idee?
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Möwen und ein Wal

      Wer hatte die Idee?

      Wissenschaftler und Ingenieure sind im wahrsten Sinne des Wortes bei den Pflanzen und Tieren in die Lehre gegangen (Hiob 12:7, 8). Es gibt sogar einen eigenen Wissenszweig, Biomimetik genannt, der Formen und Strukturen verschiedener Lebewesen untersucht und imitiert. Ziel dabei ist, Neues zu kreieren und schon vorhandene Techniken zu optimieren. Auf den nächsten Seiten werden einige Beispiele dafür beschrieben. Dabei drängt sich durchaus die Frage auf, wem die eigentliche Anerkennung für die zugrunde liegenden Konzepte zusteht.

      Von den Buckelwalen gelernt

      Die Brustflosse des Buckelwals

      Was können Flugzeugkonstrukteure von den Buckelwalen lernen? Überraschend viel! Ein ausgewachsener Wal wiegt ungefähr 30 Tonnen, so viel wie ein voll beladener Lkw. Er hat einen ziemlich steifen Körper mit großen Brustflossen, die wie Flügel aussehen. Dennoch ist dieses 12 Meter lange Säugetier unter Wasser erstaunlich wendig.

      Besonders fasziniert hat Forscher, dass dieser Koloss so unglaublich enge Kreise ziehen kann. Des Rätsels Lösung entdeckten sie im Aufbau der Brustflosse. Die Vorderkante der Flosse ist nicht glatt wie beim Tragflügel eines Flugzeugs, sondern wellig mit einer ganzen Reihe von Buckeln, sogenannten Tuberkeln.

      Wenn der Wal durch das Wasser gleitet, erhöhen die Tuberkel den Auftrieb und verringern den Strömungswiderstand. Weshalb? Wie die Zeitschrift Natural History erklärt, bewirken die Tuberkel, dass der Wasserstrom über der Flosse nicht unkontrolliert abreißt, sondern in eine kontrollierte Drehbewegung versetzt wird. Dadurch kann der Wal sogar in einem steilen Winkel hochschnellen.10

      Wem gehören die Patente der Natur?

      Welche praktische Anwendung verspricht diese Entdeckung? Ähnlich konstruierte Tragflächen würden offensichtlich mit weniger Landeklappen oder anderen aerodynamischen Hilfsmitteln auskommen. Sie wären sicherer und leichter zu warten. Der Biomechaniker John Long glaubt, dass über kurz oder lang „bei allen Düsenjets die Höcker der Buckelwalflossen zu sehen sein werden“.11

      Von den Möwenflügeln inspiriert

      Bei der Konstruktion von Tragflächen hat man sich natürlich schon immer von Vogelflügeln inspirieren lassen. Doch in letzter Zeit wurde diese Imitation noch vervollkommnet. „Forscher an der Universität von Florida“, so der New Scientist, „haben den Prototyp einer ferngesteuerten Drohne gefertigt, die wie eine Möwe gleiten, im Sturzflug hinunterstoßen und steil aufsteigen kann.“12

      Der flexible Flügelaufbau einer Drohne ist dem Flügel einer Möwe nachempfunden

      Seemöwen vollführen ihre akrobatischen Flugmanöver, indem sie ihre Flügel an den Ellbogen- und Schultergelenken anwinkeln. Die circa 60 Zentimeter lange Drohne imitiert diesen flexiblen Flügelaufbau. Dabei „steuert ein kleiner Motor eine Reihe von Metallstäben, die die Flügelstellung verändern“, erklärt die Zeitschrift weiter. Diese clever konstruierten Flügel ermöglichen dem kleinen Flugzeug Gleit- und Sturzflüge durch enge Straßenschluchten. Das Militär ist stark daran interessiert, die äußerst manövrierfähige Drohne zum Aufspüren von chemischen und biologischen Waffen in Großstädten zu nutzen.

      Von den Möwenbeinen kopiert

      Warum friert eine Seemöwe nicht, wenn sie lange auf dem Eis steht? Wie kommt es, dass ihre Körperwärme nicht verloren geht? Das liegt zum Teil an einem faszinierenden Konstruktionsprinzip, das man bei einigen Tieren in kalten Regionen findet. Es ist das Prinzip des Gegenstromwärmetauschers.

      Das Prinzip des Gegenstromwärmetauschers ermöglicht es der Seemöwe, lange auf dem Eis zu stehen, ohne zu frieren

      Wärme wird übertragen, bleibt im Körper. Kälte bleibt in den Füßen

      Wie funktioniert so ein Wärmetauscher? Um das besser zu verstehen, kann man sich zwei Wasserleitungen vorstellen, die fest zusammengebunden sind. Durch die eine strömt heißes, durch die andere kaltes Wasser. Fließt das Wasser in beiden Leitungen in derselben Richtung, wird etwa die Hälfte der Wärme von dem heißen auf das kalte Wasser übertragen. Fließt das Wasser jedoch in entgegengesetzter Richtung, überträgt sich fast die gesamte Wärme auf das kalte Wasser.

      Wenn die Seemöwe auf dem Eis steht, wird durch die „Wärmetauscher“ in ihren Beinen das Blut, das von den kalten Füßen in den Körper zurückkehrt, erwärmt. Die „Wärmetauscher“ erhalten die Körperwärme aufrecht und verhindern, dass über die Füße Wärme verloren geht. Arthur P. Fraas, ein Maschinenbau- und Flugzeugingenieur, beschreibt dieses Prinzip als „eine der effektivsten Methoden zur Wärmerückgewinnung überhaupt“.13 Es ist so genial, dass man es kopiert hat.

      Wem steht mehr Anerkennung zu?

      Ein Kofferfisch und ein Automodell

      Automodell imitiert die überraschend „windschnittige“, stabile Form des Kofferfischs

      Die amerikanische Weltraumbehörde NASA arbeitet zurzeit an einem mehrbeinigen Roboter, der sich wie ein Skorpion fortbewegen soll. In Finnland hat man einen sechsbeinigen Laufroboter für die Forstwirtschaft konzipiert, der wie ein Rieseninsekt über Hindernisse hinwegklettert. Man hat Textilien mit winzigen Borsten entwickelt, die sich wie Kiefernzapfen öffnen und schließen und so dazu beitragen, die Körpertemperatur zu regulieren. Ein Autohersteller hat ein Modell entworfen, das den überraschend „windschnittigen“ Körperbau des Kofferfischs nachempfindet. Auch untersuchen Forscher die Stoßfestigkeit des Schneckengehäuses der Abalone, um leichtere und stabilere Schutzausrüstung herzustellen.

      Delfine

      Das Sonarsystem der Delfine ist der technischen Nachbildung überlegen

      Die Natur liefert so viele gute Ideen, dass man eigens eine Datenbank erstellt hat, in der mittlerweile Tausende unterschiedliche Funktionsprinzipien erfasst sind. Laut dem Economist können Wissenschaftler darauf zugreifen, um „für ihre Konstruktionsprobleme Lösungen aus der Natur“ zu finden. Die in dieser Datenbank erfassten Konzepte werden auch als „biologische Patente“ bezeichnet. Ein Patentinhaber ist normalerweise ein Unternehmen oder eine Person, die eine neue Erfindung durch amtliche Registrierung rechtlich schützen lässt. Der Economist sagt über die erwähnte Datenbank: „Wenn Forscher biomimetische Lösungen als ‚biologische Patente‘ bezeichnen, unterstreichen sie damit nur, dass eigentlich die Natur die Patentinhaberin ist.“14

      Ein Schneckengehäuse der Abalone

      Wissenschaftler erforschen die stoßfesten Eigenschaften des Abalone-Gehäuses

      Woher hatte die Natur all diese brillanten „Ideen“? Viele Wissenschaftler führen das augenfällige Design in der Natur darauf zurück, dass die Evolution ja Millionen Jahre herumprobieren konnte. Einige Forscher kommen aber zu einem ganz anderen Schluss. So schrieb der Biochemiker Michael Behe in der New York Times vom 7. Februar 2005: „Der starke Eindruck von Design [in der Natur] erlaubt ein entwaffnend einfaches Argument: Wenn es aussieht, läuft und schnattert wie eine Ente, dann sind wir berechtigt zu schließen, dass es eine Ente ist – solange es keinen zwingenden Beweis des Gegenteils gibt.“ Sein Fazit? „Design sollte nicht übersehen werden, bloß weil es so offensichtlich ist.“15

      Ein Geckofuß

      Molekulare Kräfte bewirken, dass der Gecko auf glattesten Oberflächen klettern kann

      Wenn ein Ingenieur einen belastbareren und aerodynamischeren Tragflügel entwirft, verdient er dafür eindeutig Anerkennung. Dasselbe gilt für den Erfinder einer Textilie mit höherem Tragekomfort oder den Konstrukteur eines sparsameren Autos. Wer dagegen eine Idee einfach kopiert, ohne das Urheberrecht zu berücksichtigen, macht sich unter Umständen sogar strafbar.

      Hierzu eine Überlegung: Hochgebildete Forscher können die Konstruktionsvorbilder in der Natur nur grob imitieren, um ihre kniffligen Konstruktionsprobleme zu lösen. Doch die eigentliche geniale Idee wird einfach einer intelligenzlosen Evolution zugeschrieben. Klingt das einleuchtend? Wenn schon hinter der Nachahmung ein intelligenter Kopf stecken muss, wie ist es dann erst mit dem Original? Wer verdient mehr Anerkennung? Der Erfinder oder die Studenten, die mit seinen Entwürfen arbeiten?

      Logische Schlussfolgerung

      Das auffällige Design in der Natur veranlasst viele dazu, sich dem Eindruck des Bibelschreibers Paulus anzuschließen, der über Gott sagte: „Seine unsichtbaren Eigenschaften [sind] seit Erschaffung der Welt klar zu erkennen, denn sie sind in den Schöpfungswerken wahrnehmbar, ja seine ewige Macht und Göttlichkeit, sodass sie keine Entschuldigung haben“ (Römer 1:19, 20).

      Was würde ich sagen?

      • Ist es logisch anzunehmen, dass die beeindruckenden Formen und Strukturen in der Natur rein zufällig entstanden sind?

      • Was kann man auf das Argument entgegnen, dass es nur so aussieht, als würde das Leben intelligente Planung verraten?

      Eine Radnetzspinne

      Steckt Planung dahinter?

      Die Kopie erfordert einen Konstrukteur. Und das Original?

      Fasern

      • Spulen mit Kevlar

        Kopie: Kevlar ist eine reißfeste Kunstfaser, die zum Beispiel in kugelsicheren Westen verarbeitet wird. Die Herstellung von Kevlar erfordert hohe Temperaturen und giftige Lösungsmittel.

      • Original: Radnetzspinnen produzieren sieben verschiedene Seidenarten. Am stabilsten ist der Abseilfaden. Er ist leichter als Baumwolle, aber bei gleichem Gewicht zugfester als Stahl und dehnbarer als Kevlar. Ein fußballfeldgroßes Spinnennetz aus diesem Gewebe mit ein Zentimeter dicken Fäden und vier Zentimeter großen Maschen könnte einen Jumbojet im Flug abfangen. Die Spinnen stellen den Abseilfaden bei Raumtemperatur her und verwenden Wasser als Lösungsmittel.

      Navigation

      • Ein Düsenflugzeug

        Kopie: Manche Verkehrsflugzeuge haben ein Autopilotsystem, das sie nicht nur von A nach B bringt, sondern sie auch selbstständig landen lässt. Der Computer eines Autopilotsystems, das sich noch in der Testphase befindet, ist so groß wie eine Kreditkarte.

      • Original: Das Gehirn des Monarchfalters ist nicht größer als die Spitze eines Kugelschreibers. Trotzdem findet dieser Schmetterling den Weg von Kanada in ein 3 000 Kilometer entferntes Waldstück in Mexiko. Bei seiner Wanderung orientiert er sich an der Sonne. Er kann den Kurs halten, obwohl sich der Sonnenstand ständig ändert.

      Linsen

      • Ein künstliches Facettenauge von der Größe eines Stecknadelkopfs

        Kopie: Man hat ein künstliches Facettenauge von der Größe eines Stecknadelkopfs entwickelt, das sich aus 8 500 Einzellinsen zusammensetzt. Diese Linsen eignen sich für Hochgeschwindigkeitssensoren und winzige Rundumkameras.

      • Original: Ein Libellenauge besteht aus rund 30 000 wabenartig zusammengesetzten Einzelaugen. Sie erfassen lauter kleine Bildchen, die zusammen ein mosaikartiges Weitwinkelbild ergeben. Das Facettenauge der Libelle ist beim Wahrnehmen von Bewegungen unschlagbar.

        Eine Libelle
  • Evolution: Mythen und Fakten
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Ein Orang-Utan

      Evolution: Mythen und Fakten

      „Die Evolution ist genauso ein Fakt wie die Tatsache, dass die Sonne heiß ist“, behauptet Professor Richard Dawkins, ein bekannter Evolutionsbiologe.16 Dass die Sonne heiß ist, lässt sich durch Experimente und direkte Beobachtungen belegen. Ist die Evolutionslehre aber ebenso eindeutig zu beweisen?

      Um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, muss man zunächst zwei Begriffe klären. Bekanntlich können sich Lebewesen im Verlauf von Generationen geringfügig verändern. Beispielsweise kann man Hunde gezielt so züchten, dass sie irgendwann kürzere Beine oder längere Haare haben als ihre Vorfahren.a Bei solchen leichten Veränderungen spricht man von „Mikroevolution“.

      Evolutionsforscher gehen allerdings davon aus, dass sich minimale Veränderungen über Milliarden von Jahren summierten und große Veränderungen bewirkten, sodass sich Fische irgendwann zu Amphibien und Affen zu Menschen entwickelten. Bei diesen vermeintlichen starken Veränderungen spricht man von „Makroevolution“.

      Charles Darwin und sein Buch Die Entstehung der Arten

      Charles Darwin und sein Buch Die Entstehung der Arten

      So vertrat Charles Darwin die Meinung, dass die geringen Veränderungen, die man beobachten könne, auch viel größere Veränderungen zuließen, die jedoch niemand beobachtet habe.17 Über lange Zeiträume hätten sich einige primitive Lebensformen durch „äußerst geringe Modifikationen“ ganz allmählich zu den Millionen verschiedenen Lebensformen entwickelt, die es heute gibt.18

      Vielen erscheint diese Argumentation einleuchtend. Wenn innerhalb einer Art minimale Veränderungen vorkommen können, so die Überlegung, warum sollte die Evolution dann nicht in Jahrmillionen auch größere Veränderungen ausgelöst haben?b Übersehen wird dabei oft, dass die Evolutionslehre eigentlich auf drei Mythen beruht.

      Mythos 1: Mutationen sind die Ausgangsbasis für die Entstehung neuer Arten. Die Vorstellung von einer Makroevolution basiert auf der Annahme, Mutationen – zufällige Erbgutveränderungen in Pflanzen und Tieren – könnten nicht nur neue Arten, sondern sogar völlig neue Pflanzen- und Tierfamilien hervorbringen.19

      Eine Mutante mit größerer Blüte

      Mutationen können bei Pflanzen Veränderungen bewirken, aber nur begrenzt (hier eine Mutante mit größerer Blüte)

      Die Fakten: Viele Merkmale einer Pflanze oder eines Tieres werden durch die Informationen bestimmt, die im genetischen Code festgelegt sind, dem Bauplan, der in jedem Zellkern steckt.c Es stimmt zwar, dass Mutationen in nachfolgenden Pflanzen- oder Tiergenerationen Veränderungen bewirken können. Entstehen durch Mutationen aber wirklich ganz neue Arten? Was haben hundert Jahre Genforschung ergeben?

      Ende der 1930er-Jahre begeisterten sich Wissenschaftler für eine neue Idee. Damals akzeptierte man bereits allgemein die Lehre von der natürlichen Auslese, wonach der Organismus, der seiner Umwelt am besten angepasst ist, überlebt und sich durchsetzt. Man war auch überzeugt, dass durch ungesteuerte Mutationen neue Pflanzenarten entstehen. Deshalb glaubte man, durch eine gezielte Auslese von Mutationen das Gleiche erreichen zu können – nur besser und effektiver. „Unter Biologen im Allgemeinen sowie Genetikern und Züchtern im Besonderen machte sich Euphorie breit“, sagt Wolf-Ekkehard Lönnig, langjähriger Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung in Deutschland.d Was war der Grund für diese Euphorie? Lönnig, der sich rund 30 Jahre mit Mutationsgenetik an Pflanzen beschäftigte, erklärt: „Es wurde eine Revolution der traditionellen Pflanzen- und Tierzucht erwartet. Man dachte, man würde durch Induktion und Selektion positiver Mutationen neue und bessere Pflanzen und Tiere erhalten.“20 Einige Genetiker hofften sogar, dass dabei völlig neue Arten herauskommen würden.

      Mutierte Taufliegen

      Mutierte Taufliegen sind immer noch Taufliegen, wenn auch missgebildet

      Wissenschaftler in den USA, in Asien und Europa starteten großzügig geförderte Forschungsprojekte. Bei ihrer Arbeit verwandten sie Methoden, mit denen sie die Evolution beschleunigen wollten. Was brachten über 40 Jahre intensive Forschung? „Der Versuch, durch Bestrahlung [die Mutationen hervorruft] ertragreichere Sorten zu züchten“, sagt der Forscher Peter von Sengbusch, „erwies sich trotz eines großen finanziellen Aufwands weitgehend als Fehlschlag.“21 Lönnig führt dazu aus: „Spätestens in den 1980er-Jahren erwiesen sich die Hoffnungen und die Euphorie weltweit als Fehlschlag. Als separater Forschungszweig wurde die Mutationszüchtung in den westlichen Ländern eingestellt. Die allermeisten Mutanten . . . waren lebensunfähig oder anfälliger als Wildarten.“e

      Immerhin können Wissenschaftler jetzt nach rund 100 Jahren Mutationsforschung – davon 70 Jahre gezielte Mutationszüchtung – eindeutige Aussagen darüber machen, ob durch Mutationen neue Arten entstehen oder nicht. Nach einer eingehenden Prüfung der Beweislage sagt Lönnig: „Durch Mutationen kann aus einer Art [einer Pflanze oder eines Tieres] keine völlig neue entstehen. Diese Schlussfolgerung stimmt sowohl mit der Summe aller Erfahrungen und Ergebnisse der Mutationsforschung des 20. Jahrhunderts überein als auch mit den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung.“

      Kann sich also durch Mutationen aus einer Art eine völlig neue Art entwickeln? Die Fakten sprechen dagegen. Lönnig kommt durch seine Forschungen zu dem Schluss, dass „genau definierte Arten echte Grenzen haben, die durch zufällige Veränderungen des Erbguts weder aufgehoben noch überschritten werden können“.22

      Wenn also schon hochintelligente Wissenschaftler nicht in der Lage sind, neue Arten zu schaffen, indem sie Mutationen künstlich herbeiführen und positive Mutationen auswählen, wie groß ist dann die Wahrscheinlichkeit, dass durch bloßen Zufall, sprich ohne Intelligenz, so etwas zustande kommt? Wenn die Forschung ganz klar gezeigt hat, dass durch Mutationen keine völlig neuen Arten entstehen können, wie soll die Makroevolution dann überhaupt stattgefunden haben?

      Mythos 2: Durch natürliche Auslese entstehen neue Arten. Der Begriff „natürliche Auslese“ geht auf Darwin zurück. Danach könnten sich die bestangepassten Lebewesen behaupten, während die weniger gut angepassten irgendwann aussterben würden. Evolutionsforscher gehen davon aus, dass sich bestimmte Arten ausbreiteten und dabei isolierte Populationen bildeten. Die natürliche Auslese habe dann dafür gesorgt, dass nur die Organismen überlebten, die durch ihre Genmutationen in der neuen Umgebung im Vorteil waren. Aus den isolierten Populationen sollen sich so im Lauf der Zeit völlig neue Arten entwickelt haben.

      Die Fakten: Wie gesagt, deutet alles darauf hin, dass durch Mutationen keine ganz und gar neuen Pflanzen- und Tierarten entstehen. Dennoch bleiben Evolutionsbiologen bei ihrer Behauptung, dass die natürliche Auslese positive Mutationen nutzt, um neue Arten hervorzubringen. Worauf stützen sie sich dabei? Eine 1999 herausgegebene Broschüre der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften (NAS) erwähnt das Beispiel der „13 Finkenarten, mit denen sich Darwin auf den Galapagosinseln befasste und die heute als Darwinfinken bekannt sind“.23

      In den 1970er-Jahren beobachtete eine Forschergruppe um Peter und Rosemary Grant von der Universität Princeton diese Finken. Sie fand heraus, dass nach einem Jahr Dürre die Finken mit etwas größeren Schnäbeln eher überlebt hatten als die mit kleineren Schnäbeln. Da Größe und Form der Schnäbel zu den Hauptkriterien gehören, nach denen die 13 Finkenarten bestimmt werden, galt diese Entdeckung als bedeutsam. In der Broschüre der NAS heißt es dazu: „Wenn es auf den Inseln etwa alle 10 Jahre eine Dürre gäbe, könnte den Grants zufolge schon nach rund 200 Jahren eine neue Finkenart auftreten.“24

      Die Broschüre verschweigt allerdings, dass in den Jahren nach der Dürre wieder Finken mit kleineren Schnäbeln dominierten. Wie die Forscher feststellten, waren einmal Finken mit größeren Schnäbeln in der Überzahl und ein andermal Finken mit kleineren Schnäbeln, was offenbar an den stark wechselnden klimatischen Bedingungen auf den Inseln lag. Sie beobachteten sogar, dass sich verschiedene Finken„arten“ untereinander kreuzten und dass deren Nachkommen überlebensfähiger waren. Wenn sich dieses Kreuzen immer weiter fortsetzen würde, so folgerte man, könnten zwei „Arten“ letztendlich sogar zu einer verschmelzen.25

      Darwinfinken

      Die Darwinfinken beweisen bestenfalls, dass sich eine Art den wechselnden klimatischen Bedingungen anpassen kann

      Werden durch natürliche Auslese also wirklich ganz neue Arten geschaffen? Schon vor Jahrzehnten bezweifelte der Evolutionsbiologe George Christopher Williams, dass die natürliche Selektion dazu in der Lage sei.26 Und 1999 schrieb der Evolutionstheoretiker Jeffrey Schwartz, die natürliche Auslese könne die Arten zwar darin unterstützen, sich den Umweltbedingungen anzupassen, doch sie produziere nichts Neues.27

      Tatsache ist: Aus den Darwinfinken entsteht nichts wirklich Neues. Sie sind und bleiben Finken. Und dass sie sich untereinander kreuzen können, lässt Zweifel an den Methoden aufkommen, mit denen manche Evolutionsbiologen Arten bestimmen. Wie man an dem Beispiel der Darwinfinken sieht, stellen selbst renommierte Forschungsinstitute die Fakten nicht immer objektiv dar.

      Mythos 3: Fossilien belegen makroevolutionäre Veränderungen. Die erwähnte Broschüre der NAS erweckt den Eindruck, die Fossilienfunde würden die Makroevolution mehr als hinreichend dokumentieren. Sie schreibt: „Man hat zwischen Fischen und Amphibien, zwischen Amphibien und Reptilien, zwischen Reptilien und Säugetieren und entlang der Abstammungslinie der Primaten so viele Zwischenformen entdeckt, dass es oft schwierig ist, eindeutig festzulegen, wo der Übergang von einer speziellen Art zur anderen stattfindet.“28

      Ein Fossil

      Die Fakten: Die definitive Aussage in dieser Broschüre überrascht. Wie der überzeugte Evolutionsforscher Niles Eldredge feststellt, dokumentieren die Fossilien nämlich kein kontinuierliches Auftreten von Übergangsformen, sondern lassen erkennen, dass sich über lange Zeiträume „bei den meisten Arten kaum oder gar keine evolutionären Veränderungen summieren“.f29

      Die Fossilfunde belegen, dass alle Hauptgruppen der Tiere plötzlich aufgetreten und nahezu unverändert geblieben sind

      Bis dato hat man weltweit 200 Millionen große und unzählige kleine Fossilien ausgegraben und archiviert. Diese umfangreiche und detaillierte Dokumentation legt nach Ansicht vieler Wissenschaftler nahe, dass alle Hauptgruppen der Tiere plötzlich aufgetreten und nahezu unverändert geblieben sind. Viele Arten sind genauso abrupt verschwunden, wie sie erschienen sind.

      Eine „Glaubenssache“

      Skelett eines Tyrannosaurus Rex

      Warum halten so viele namhafte Wissenschaftler unbeirrt an der Überzeugung fest, die Makroevolution sei eine Tatsache? Wie der angesehene Evolutionsbiologe Richard Lewontin ganz offen zugibt, sind viele Forscher allzu schnell bereit, unbewiesene wissenschaftliche Behauptungen zu akzeptieren. Er nennt auch den Grund: „Dies beruht auf einer schon früher eingegangenen Verpflichtung, nämlich einer Verpflichtung auf den Materialismus.“g Etliche Wissenschaftler sträuben sich, den Gedanken an einen intelligenten Designer auch nur zu erwägen. „Denn“, so Lewontin, „wir können keinen göttlichen Fuß in der Tür zulassen.“30

      In der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft wird der Soziologe Rodney Stark dazu wie folgt zitiert: „Seit 200 Jahren wird propagiert, dass jeder, der Naturwissenschaftler sein will, seinen Geist von Fesseln der Religion frei machen muss.“ Auch werde an den Hochschulen den Menschen eher der Glaube ausgetrieben.31

      Wenn man an eine Makroevolution glaubt, muss man auch glauben, dass sich ein Wissenschaftler, der Atheist oder Agnostiker ist, bei der Deutung wissenschaftlicher Entdeckungen nicht von seiner Ideologie beeinflussen lässt. Man muss auch glauben, dass alle komplexen Lebensformen durch Mutationen und natürliche Auslese entstanden sind, obwohl hundert Jahre Forschung gezeigt hat, dass sich durch Mutationen keine einzige klar definierte Art in eine ganz andere verwandelt hat. Man muss auch glauben, dass sich alles Leben schrittweise aus einer gemeinsamen Urform entwickelt hat, obwohl das Fossilzeugnis darauf hindeutet, dass alle Hauptarten plötzlich aufgetreten sind und sich nicht einmal in riesigen Zeiträumen zu etwas völlig Neuem entwickelt haben. Letzten Endes ist also auch die Evolution eine „Glaubenssache“.

      a Die Ergebnisse der Hundezucht gehen oft auf Gendefekte zurück. Zum Beispiel wird der Zwergwuchs beim Dackel durch erblich bedingten Knorpelschwund verursacht.

      b In dieser Abhandlung kommt wiederholt der Ausdruck „Art“ vor, der aber mit dem Begriff „Art“ im Schöpfungsbericht der Bibel nicht identisch ist. Dort umfasst er mehr. Wenn Wissenschaftler von der Entwicklung einer neuen Art sprechen, handelt es sich oft nur um eine Variation innerhalb einer „Art“, wie der Schöpfungsbericht das Wort gebraucht.

      c Die Forschung hat gezeigt, dass auch das Zytoplasma der Zelle, deren Zellmembran sowie andere Bestandteile der Zelle am Aufbau eines Organismus teilhaben.

      d Lönnig glaubt, dass das Leben erschaffen wurde. Seine hier abgedruckten Kommentare geben seine eigene Ansicht wieder und sind keine Darstellung der Auffassung des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung.

      e Bei Mutationsexperimenten stellte man wiederholt fest, dass die Anzahl neuer Mutanten kontinuierlich abnahm und gleichzeitig immer wieder dieselben Mutanten auftraten. Auch kam weniger als ein Prozent der Pflanzenmutationen für weitere Forschung infrage, und davon eignete sich im Endeffekt weniger als ein Prozent für die kommerzielle Nutzung. Doch nie wurde auch nur eine einzige völlig neue Art geschaffen. Die Ergebnisse der Mutationszüchtung bei Tieren waren noch enttäuschender als bei Pflanzen. Man gab die Sache schließlich weitestgehend auf.

      f Selbst die wenigen Beispiele aus dem Fossilzeugnis, die von Wissenschaftlern als Beweis für die Evolution angeführt werden, sind nicht unumstritten. Siehe die Broschüre Der Ursprung des Lebens: Fünf Fragen kritisch beleuchtet, Seite 22 bis 29 (herausgegeben von Jehovas Zeugen).

      g „Materialismus“ bezieht sich hier auf eine Theorie, nach der alles im Universum, die Lebewesen eingeschlossen, ohne einen übernatürlichen Eingriff ins Dasein kam.

      Was würde ich sagen?

      • Was könnte man auf das Argument entgegnen, die sogenannte Mikroevolution sei ein Beweis für eine Makroevolution?

      • An den Fossilfunden kann man erkennen, dass sich die verschiedenen Arten über lange Zeiträume nur sehr minimal verändert haben. Was folgt daraus?

  • Wissenschaft und Schöpfungsbericht
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Die Erde im Universum

      Wissenschaft und Schöpfungsbericht

      Viele behaupten, der biblische Schöpfungsbericht sei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu vereinbaren. Doch der eigentliche Konflikt besteht nicht zwischen der Wissenschaft und der Bibel, sondern zwischen der Wissenschaft und dem christlichen Fundamentalismus. Einige Fundamentalisten legen die Bibel so aus, als sei die gesamte materielle Schöpfung erst rund 10 000 Jahre alt. Ihrer Meinung nach wurde alles in sechs buchstäblichen 24-Stunden-Tagen erschaffen.

      Nach der Bibel ist diese Auffassung allerdings nicht zwingend. Sonst würden viele wissenschaftliche Entdeckungen der vergangenen hundert Jahre tatsächlich mit der Bibel in Konflikt stehen. Bei näherem Hinsehen entdeckt man jedoch keinen Widerspruch zwischen den Aussagen der Bibel und bewiesenen wissenschaftlichen Fakten. Jehovas Zeugen gehen nicht mit den Ansichten christlicher Fundamentalisten und vieler Kreationisten einig. Schauen wir uns den Schöpfungsbericht einmal näher an.

      Aus 1. Mose geht nicht hervor, dass die Erde und das übrige Universum vor einigen Tausend Jahren in sechs 24-Stunden-Tagen erschaffen wurden

      Wann war der „Anfang“?

      Die Schöpfungsgeschichte beginnt mit den einfachen, aber aussagekräftigen Worten: „Am Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1:1). Interessanterweise trennen viele Bibelgelehrte dieses Ereignis ganz klar von den Schöpfungstagen, die ab Vers 3 beschrieben werden. Diese zeitliche Trennung ist wichtig. Die Erde und das Universum existierten laut 1. Mose 1:1 schon unbestimmte Zeit, bevor die Schöpfungstage begannen.

      Geologen geben das Alter der Erde mit etwa 4 Milliarden Jahren an. Und Astronomen gehen davon aus, dass das Universum gut 15 Milliarden Jahre alt ist. Widersprechen diese gegenwärtigen Schätzungen den Worten in 1. Mose 1:1? Nein. Die Bibel sagt nichts Konkretes über das Alter von Himmel und Erde. Die Wissenschaft und der Bibelbericht sind nicht unvereinbar.

      Wie lange dauerten die Schöpfungstage?

      Was ist über die Länge der einzelnen Schöpfungstage zu sagen? Muss man von buchstäblichen 24 Stunden ausgehen? Moses, der Verfasser des Schöpfungsberichts, nahm später den siebten „Tag“ als Vorbild für den wöchentlichen Sabbat oder Ruhetag. Daraus folgern einige, dass die eigentlichen Schöpfungstage auch nur 24 Stunden gedauert hätten (2. Mose 20:11). Legt die Ausdrucksweise im ersten Buch Mose wirklich diesen Schluss nahe?

      Nein. Das hebräische Wort für „Tag“ kann sich auf ganz unterschiedliche Zeiträume beziehen, nicht nur auf einen 24-Stunden-Tag. Als Moses zum Beispiel das gesamte schöpferische Wirken Gottes beschrieb, bezeichnete er alle sechs Schöpfungstage zusammen als einen „Tag“ (1. Mose 2:4). Außerdem heißt es über den ersten Schöpfungstag: „Gott nannte das Licht Tag, die Dunkelheit aber nannte er Nacht“ (1. Mose 1:5). Hier wird nur ein Teil eines 24-Stunden-Zyklus als „Tag“ bezeichnet. Die Bibel liefert also keine Grundlage dafür, sich bei der Länge eines Schöpfungstages auf 24 Stunden festzulegen.

      Wie viel Zeit umfassten die einzelnen Schöpfungstage dann? Das sagt die Bibel nicht. Doch der Wortlaut in 1. Mose, Kapitel 1 und 2 lässt zu, dass es sich um ziemlich lange Zeitabschnitte handelte.

      Sechs Schöpfungsperioden

      Moses verfasste seinen Bericht in Hebräisch. Auch schrieb er aus der Perspektive eines Menschen, der sich auf der Erde befindet. Diese beiden Fakten und die Tatsache, dass das Universum schon lange vor den Schöpfungsperioden da war, tragen dazu bei, den Meinungsstreit um die Schöpfungsgeschichte zu entschärfen.

      Die sechs Schöpfungstage

      Vorgänge, die an einem „Tag“ anfingen, setzten sich in den nächsten „Tagen“ fort

      Wenn man sich den Schöpfungsbericht genau ansieht, stellt man nämlich fest, dass Vorgänge, die an einem „Tag“ anfingen, in den nächsten „Tagen“ weitergingen. Zum Beispiel existierte die Sonne bereits vor dem ersten Schöpfungstag. Ihr Licht wurde wahrscheinlich durch dichte Wolken daran gehindert, die Erdoberfläche zu erreichen (Hiob 38:9). Am ersten „Tag“ fing diese Barriere an aufzubrechen, sodass gedämpftes Licht durch die Atmosphäre dringen konnte.a

      Am zweiten „Tag“ klarte es offensichtlich weiter auf, und zwischen der dichten Wolkendecke und dem Ozean entstand ein freier Raum. Am vierten „Tag“ wurde es nach und nach so hell, dass man „in der Ausdehnung des Himmels“ die Sonne und den Mond erkennen konnte (1. Mose 1:14-16). Mit anderen Worten: Von der Erde aus waren nun Sonne und Mond deutlich zu sehen. Das Erscheinen des Lichts war ein kontinuierlicher Prozess.

      Während sich die Atmosphäre weiter klärte, erschienen am fünften „Tag“ fliegende Geschöpfe, darunter Insekten und Tiere mit Flughäuten.

      Der biblische Schöpfungsbericht schließt also nicht aus, dass einige wichtige Vorgänge der einzelnen Schöpfungstage fließend ineinander übergingen. Zum Teil können sie sogar in die nächsten Tage hineingereicht haben.b

      „Nach ihren Arten“

      Legt das schrittweise Auftreten der Pflanzen und Tiere nahe, dass Gott die enorme Vielfalt des Lebens mithilfe der Evolution hervorbrachte? Nein. Wie der Schöpfungsbericht ganz klar zeigt, hat Gott alle Haupt„arten“ erschaffen (1. Mose 1:11, 12, 20-25). Waren diese ursprünglichen Pflanzen- und Tier„arten“ so programmiert, dass sie sich ihrer Umwelt anpassen konnten? Wie sind die Grenzen innerhalb einer „Art“ definiert? Darüber sagt die Bibel nichts. Doch sie erklärt ausdrücklich, dass die Lebewesen „nach ihren Arten“ erschaffen worden sind (1. Mose 1:21). Also müssen die Variationsmöglichkeiten innerhalb einer „Art“ begrenzt sein. Sowohl das Fossilzeugnis als auch die moderne Wissenschaft bestätigen, dass sich die Hauptgruppen von Pflanzen und Tieren über lange Zeiträume kaum verändert haben.

      Elefanten, Pinguine und Flamingos mit ihren Jungen

      Die Wissenschaft bestätigt, dass sich alle Lebewesen „nach ihren Arten“ fortpflanzen

      Das Universum mitsamt der Erde und allem Leben darauf muss nicht in einem relativ kurzen Zeitraum der jüngeren Vergangenheit erschaffen worden sein, wie einige christliche Fundamentalisten behaupten. Was der Bericht in 1. Mose über die Entstehung des Universums und das Auftreten von Leben auf der Erde sagt, stimmt vielmehr im Wesentlichen mit dem aktuellen Stand der Forschung überein.

      Eine Giraffe und ihr Junges

      Viele Wissenschaftler glauben nicht an einen Schöpfer, weil sie einen solchen Denkansatz für unwissenschaftlich halten. Bemerkenswerterweise machte Moses aber schon in alter Zeit wissenschaftlich korrekte Aussagen. Wie er im Schöpfungsbericht schrieb, hatte das Universum einen Anfang und das Leben trat in einer Abfolge von mehreren Phasen auf. Wie kam Moses vor rund 3 500 Jahren an diese Informationen? Nur einer konnte Moses ein Wissen geben, das seiner Zeit so weit voraus war, nämlich derjenige, der die Weisheit und die Macht hatte, Himmel und Erde zu erschaffen. Das bestätigt, dass die Bibel, wie sie selbst sagt, „von Gott eingegeben“ ist (2. Timotheus 3:16).c

      Bleibt die Frage: Spielt es für uns als Einzelne denn überhaupt eine Rolle, ob wir an den Schöpfungsbericht der Bibel glauben oder nicht?

      a In der Beschreibung des ersten Schöpfungstages steht für „Licht“ im Hebräischen das Wort ’ōr, das Licht im Allgemeinen bezeichnet, beim vierten Tag dagegen wird das Wort ma’ṓr gebraucht, das sich auf die Lichtquelle bezieht.

      b Am sechsten Schöpfungstag gab Gott den Menschen beispielsweise den Auftrag: „Vermehrt euch, bevölkert die Erde“ (1. Mose 1:28, 31). Doch dazu sollte es erst am nächsten „Tag“ kommen (1. Mose 2:2).

      c Mehr dazu findet man in dem Video Warum kann man der Bibel glauben? (verfügbar auf jw.org).

      Fische im Korallenriff

      Was würde ich sagen?

      • Welche falschen Vorstellungen kursieren über den Schöpfungsbericht?

      • Warum ist es bemerkenswert, dass Bibel und Wissenschaft in vielen Punkten übereinstimmen?

  • Spielt es eine Rolle, was ich glaube?
    Das Leben: Reiner Zufall?
    • Spielt es eine Rolle, was ich glaube?

      Eine junge Frau

      Gibt es einen tieferen Sinn des Lebens? Der Evolutionsbiologe William Provine setzte sich mit dieser Frage auseinander und kam zu dem ernüchternden Schluss: „Aus unserem modernen Verständnis der Evolution folgt . . ., dass es keinen letzten Sinn des Lebens gibt.“32

      Spinnen wir diesen Gedanken einmal weiter. Wenn es keinen „letzten Sinn des Lebens“ gäbe, dann würde sich unser Lebenszweck darauf beschränken, ein mehr oder weniger guter Mensch zu sein und unsere Gene an unsere Kinder und Enkelkinder weiterzugeben. Mit dem Tod wäre für uns alles aus. Auch wäre unser Gehirn, mit dem wir denken, Schlussfolgerungen ziehen und den Sinn des Lebens ergründen können, nur ein Zufallsprodukt.

      Und das ist noch nicht alles. Viele Verfechter der Evolutionslehre behaupten, es gebe keinen Gott beziehungsweise Gott kümmere sich nicht um uns. Damit würde die Zukunft der Menschheit ausschließlich in den Händen von Politikern, Intellektuellen oder religiösen Führern liegen. Wenn man allerdings in die Vergangenheit blickt, ist dieser Gedanke geradezu beängstigend. Denn dann würde es mit Kriegen, Chaos und Korruption immer so weitergehen. Wäre die Evolution Fakt, könnte man genauso gut nach dem Motto leben: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben“ (1. Korinther 15:32).

      Die Bibel macht jedoch eine Aussage über Gott, die von entscheidender Bedeutung ist. Sie sagt: „Du bist der Ursprung des Lebens“ (Psalm 36:9).

      Wenn man der Bibel glauben kann, hat das Leben definitiv einen Sinn. Unser Schöpfer hat nämlich mit allen, die sich auf seine Seite stellen, Überwältigendes vor (Prediger 12:13). Er verspricht ein Leben ohne Kriege, Chaos und Korruption, eine Welt, in der es nicht einmal mehr den Tod gibt (Psalm 37:10, 11; Jesaja 25:6-8).

      Millionen Menschen rund um den Globus sind davon überzeugt, dass es enorm bereichert, sich mit Gott zu beschäftigen und so zu leben, wie er es möchte (Johannes 17:3). So ein Glaube basiert nicht auf reinem Wunschdenken, sondern auf Tatsachen. Und die Tatsachen sprechen für sich: Hinter allem Leben steckt ein genialer Schöpfer.

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