Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Der Schöpfer kann unser Leben sinnvoller machen
    Der Wachtturm 1999 | 15. Juni
    • Der Schöpfer kann unser Leben sinnvoller machen

      „Mögen sie den Namen Jehovas preisen; denn er selbst gebot, und sie waren erschaffen“ (PSALM 148:5).

      1, 2. (a) Welche Frage sollten wir betrachten? (b) Inwiefern geht es bei der Frage Jesajas um Schöpfung?

      „HAST du nicht erkannt?“ Das klingt vielleicht nur wie eine Frage, die viele zu der Gegenfrage veranlaßt: „Was nicht erkannt?“ Die Frage ist jedoch ernst; und wir können die Antwort am besten verstehen, wenn wir auf den Rahmen achten, in dem sie gegeben wird — das 40. Kapitel des Bibelbuches Jesaja. Niedergeschrieben wurde die Frage von Jesaja, einem Hebräer, der vor langer Zeit lebte, so daß es sich um eine alte Frage handelt. Dennoch ist sie auch sehr zeitgemäß und hängt mit dem eigentlichen Sinn unseres Lebens zusammen.

      2 Weil die Frage in Jesaja 40:28 so wichtig ist, müssen wir sie ernst nehmen: „Hast du nicht erkannt, oder hast du nicht gehört? Jehova, der Schöpfer der äußersten Enden der Erde, ist ein Gott auf unabsehbare Zeit.“ Bei der Frage „Hast du nicht erkannt?“ ging es also um den Schöpfer der Erde, und wie der Zusammenhang zeigt, nicht um die Erde allein. Zwei Verse zuvor schrieb Jesaja über die Sterne: „Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen? Er ist es, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt ... Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon.“

      3. Warum sollten wir mehr über den Schöpfer wissen wollen, obwohl uns bereits viel über ihn bekannt ist?

      3 Ja, die Frage „Hast du nicht erkannt?“ dreht sich eigentlich um den Schöpfer des Universums. Wir selbst mögen davon überzeugt sein, daß Jehova Gott „der Schöpfer der äußersten Enden der Erde“ ist. Uns ist vielleicht auch viel über sein Wesen und seine Wege bekannt. Was aber, wenn wir jemand — ob einem Mann oder einer Frau — begegnen, der sich nicht sicher ist, ob es einen Schöpfer gibt, und der gar nicht weiß, was für eine Person Gott ist? Eine solche Begegnung wäre nicht überraschend, zumal es Millionen und Abermillionen gibt, die den Schöpfer nicht kennen oder nicht an ihn glauben (Psalm 14:1; 53:1).

      4. (a) Warum ist es an dieser Stelle passend, einen Schöpfer in Erwägung zu ziehen? (b) Welche Antworten kann die Wissenschaft nicht liefern?

      4 In den Schulen werden viele Skeptiker herangezogen, die meinen, die Wissenschaft habe die Antworten auf die Fragen über den Ursprung des Universums und des Lebens gefunden oder werde sie schließlich finden. In dem Buch Aux Origines de la Vie weisen die Autoren Hagene und Lenay auf folgendes hin: „Der Ursprung des Lebens wird bei Anbruch des 21. Jahrhunderts nach wie vor diskutiert. Dieses sehr schwer zu lösende Problem erfordert Untersuchungen auf allen Gebieten, von der Unermeßlichkeit des Alls bis zur unendlichen Winzigkeit der Materie.“ Dennoch wird im letzten Kapitel, das betitelt ist: „Die Frage bleibt bestehen“, zugegeben: „Wir haben einige wissenschaftliche Antworten auf die Frage ‚Wie ist das Leben auf der Erde entstanden?‘ untersucht. Aber warum ist das Leben entstanden? Hat das Leben einen Zweck? Diese Fragen kann die Wissenschaft nicht beantworten. Sie sucht lediglich nach dem Wie. ‚Wie?‘ und ‚Warum?‘ sind zwei völlig verschiedene Fragen. ... Auf die Frage ‚Warum?‘ müssen die Philosophie sowie die Religion und vor allem jeder einzelne von uns die Antwort finden.“

      Die Antworten und den Sinn finden

      5. Welchen Menschen könnte es besonders zugute kommen, wenn sie mehr über den Schöpfer erfahren würden?

      5 Ja, wir wollen verstehen, warum das Leben existiert — vor allem, warum wir hier sind. Außerdem sollte uns an Menschen gelegen sein, die noch nicht zu dem Schluß gekommen sind, daß es einen Schöpfer gibt, und gewiß kaum etwas über seine Wege wissen. Oder denken wir an Personen, die mit einer Auffassung von Gott groß geworden sind, die völlig anders ist, als sie in der Bibel dargelegt wird. Milliarden sind im Orient oder in Gegenden aufgewachsen, wo man sich Gott im allgemeinen nicht als Person vorstellt, nicht als ein wirkliches Wesen mit einer anziehenden Persönlichkeit. Bei ihnen ruft das Wort „Gott“ vielleicht die Vorstellung von einer unbestimmten Kraft oder einer abstrakten Ursache hervor. Sie haben weder den Schöpfer noch seine Wege erkannt. Wie nützlich wäre es doch für sie oder für Millionen, die ähnliche Ansichten haben, wenn sie zu der Überzeugung gelangten, daß der Schöpfer existiert! Sie hätten Aussichten auf eine ewige Zukunft. Sie könnten auch etwas erlangen, was wirklich selten ist — einen echten Sinn und Zweck im Leben sowie inneren Frieden.

      6. Inwiefern ähnelt heute das Leben vieler dem, was Paul Gauguin erlebte, und einem seiner Gemälde?

      6 Als Veranschaulichung diene folgendes: Im Jahre 1891 führte die Suche nach einem erfüllenden Leben den französischen Künstler Paul Gauguin nach Französisch-Polynesien, in ein paradiesisches Land. Aber seine ausschweifende Vergangenheit führte bei ihm und anderen zu Krankheit und Leid. Als er fühlte, daß er bald sterben würde, schuf er ein großes Gemälde, offenbar um „das Leben als großes Geheimnis zu interpretieren“. Es ist interessant, welchen Namen Gauguin diesem Gemälde gab: „Woher kommen wir? Was sind wir? Wohin gehen wir?“ Vielleicht haben wir ähnliche Fragen auch von anderen gehört. Sie werden heute von vielen gestellt. Aber wohin können sie sich wenden, wenn sie keine zufriedenstellende Antwort finden — keinen wirklichen Sinn im Leben? Sie kommen eventuell zu dem Schluß, daß sich ihr Leben von dem der Tiere nicht sehr unterscheidet (2. Petrus 2:12).a

      7, 8. Warum sind die wissenschaftlichen Untersuchungen als solche nicht ausreichend?

      7 Es ist daher nur verständlich, warum jemand wie Freeman Dyson, Professor der Physik, schreiben konnte: „Ich befinde mich in guter Gesellschaft, wenn ich erneut die Fragen stelle, die Hiob stellte. Warum leiden wir? Warum ist die Welt so ungerecht? Was ist der Sinn von Kummer und Schmerz?“ (Hiob 3:20, 21; 10:2, 18; 21:7). Wie schon erwähnt, wenden sich viele der Wissenschaft zu statt Gott, um die Antwort zu erhalten. Biologen, Ozeanographen und andere erweitern ständig das Wissen des Menschen über die Erde und das Leben darauf. Astronomen und Physiker suchen in einer anderen Richtung und lernen immer mehr über unser Sonnensystem, die Sterne und sogar über ferne Galaxien. (Vergleiche 1. Mose 11:6.) Auf welche vernünftigen Schlußfolgerungen können diese Tatsachen hinweisen?

      8 Einige Wissenschaftler sprechen davon, daß der „Plan“ oder die „Handschrift“ Gottes im Universum zum Ausdruck komme. Verfehlt man damit aber womöglich den Kern der Sache? Die Zeitschrift Science schrieb: „Wenn Forscher sagen, die Kosmologie offenbare den ‚Plan‘ oder die ‚Handschrift‘ Gottes, schreiben sie dem Göttlichen das zu, was letztlich vielleicht das Unbedeutendere am Universum ist — sein stofflicher Aufbau.“ Der Physiker und Nobelpreisträger Steven Weinberg schrieb sogar: „Je begreiflicher uns das Universum wird, um so sinnloser erscheint es auch.“

      9. Welche Beweise können uns und anderen helfen, mehr über den Schöpfer zu erfahren?

      9 Möglicherweise gehören wir jedoch zu den Millionen Menschen, die sich mit dieser Materie ernsthaft beschäftigt haben und die verstehen, daß der wirkliche Sinn im Leben damit zu tun hat, den Schöpfer zu kennen. Erinnern wir uns an das, was der Apostel Paulus schrieb: „Die Menschen können nicht sagen, sie wüßten nichts über Gott. Von Anfang der Welt konnten die Menschen durch das, was Er gemacht hat, sehen, was für ein Gott Er ist. Das zeigt Seine Macht, die für immer bleibt. Es zeigt, daß Er Gott ist“ (Römer 1:20, Holy Bible—New Life Version). Ja, es gibt Tatsachen über unsere Welt und uns selbst, die es anderen erleichtern, den Schöpfer anzuerkennen und in Verbindung mit ihm einen Sinn im Leben zu finden. Denken wir kurz über drei Aspekte nach: das Universum, den Ursprung des Lebens und unsere eigenen geistigen Fähigkeiten.

      Gründe zu glauben

      10. Warum sollten wir über den „Anfang“ nachdenken? (1. Mose 1:1; Psalm 111:10).

      10 Wie ist das Weltall entstanden? Wie uns aus Berichten über Weltraumteleskope und Raumforschung möglicherweise bekannt ist, erkennen die meisten Wissenschaftler an, daß das Universum nicht schon immer existiert hat. Es hatte einen Anfang, und es dehnt sich immer weiter aus. Was folgt daraus? Beachten wir, was der Astronom Sir Bernard Lovell sagte: „Wenn das Universum irgendwann in der Vergangenheit einem singulären Zustand unendlich geringer Größe und unendlich großer Dichte nahe war, müssen wir uns fragen, was es zuvor gab ... Wir müssen uns mit dem Problem eines Anfangs auseinandersetzen.“

      11. (a) Welche Ausmaße hat das Universum? (b) Worauf läßt die Präzision, die im Universum zu erkennen ist, schließen?

      11 Im Aufbau des Universums, unsere Erde inbegriffen, ist eine erstaunliche Feinabstimmung zu erkennen. Zwei beachtenswerte Eigenschaften der Sonne und anderer Sterne sind zum Beispiel deren anhaltend hoher Wirkungsgrad und ihre Stabilität. Laut neueren Schätzungen bewegt sich die Zahl der Galaxien im sichtbaren Universum zwischen 50 Milliarden (50 000 000 000) und 125 Milliarden. Und unsere Galaxis, die Milchstraße, besteht aus Milliarden und Abermilliarden von Sternen. Betrachten wir jetzt folgendes: Es ist bekannt, daß ein Fahrzeugmotor ein genau eingestelltes Kraftstoff-Luft-Gemisch benötigt. Als Autobesitzer beauftragen wir womöglich einen geschulten Mechaniker damit, den Motor einzustellen, damit das Auto ruhiger und sparsamer läuft. Wenn es schon bei einem Motor auf eine solche Präzision ankommt, wie verhält es sich dann zum Beispiel mit unserer wirkungsvoll „brennenden“ Sonne? Es liegt auf der Hand: Die hauptsächlich beteiligten Kräfte sind präzise abgestimmt, damit das Leben auf der Erde existieren kann. Ist das rein zufällig geschehen? In alter Zeit wurde Hiob gefragt: „Kennst du des Himmels Gesetze und bestimmst du, wie seine Kräfte auf der Erde wirken?“ (Hiob 38:33, Zink, 1978). Kein Mensch hat dies bestimmt. Woher kommt die Genauigkeit dann? (Psalm 19:1).

      12. Warum ist es nicht unvernünftig, zu erwägen, daß eine mächtige Intelligenz hinter der Schöpfung steht?

      12 Ist sie auf etwas Unsichtbares oder auf einen Unsichtbaren zurückzuführen? Betrachten wir diese Frage im Licht moderner Wissenschaft. Die meisten Astronomen sind heute der Meinung, daß es sehr mächtige Himmelskörper gibt — schwarze Löcher. Diese schwarzen Löcher sind unsichtbar, doch die Fachwelt ist davon überzeugt, daß es sie gibt. In vergleichbarer Weise berichtet die Bibel, daß in einem anderen Bereich mächtige Geschöpfe existieren, die unsichtbar sind — Geistgeschöpfe. Wenn solche mächtigen unsichtbaren Wesen existieren, ist es dann nicht einleuchtend, daß die Präzision, die überall im Universum zu erkennen ist, von einer mächtigen Intelligenz stammt? (Nehemia 9:6).

      13, 14. (a) Was hat die Wissenschaft über den Ursprung des Lebens wirklich herausgefunden? (b) Worauf weist die Existenz des Lebens auf der Erde hin?

      13 Bei einer weiteren Beweisführung, die Menschen helfen kann, einen Schöpfer anzuerkennen, geht es um den Ursprung des Lebens. Seit den Versuchen von Louis Pasteur gilt es als eine Tatsache, daß Leben nicht durch Urzeugung aus dem Nichts ins Dasein kam. Wie ist das irdische Leben dann entstanden? In den fünfziger Jahren versuchten Wissenschaftler zu beweisen, daß es sich langsam in einem Urozean entwickelt haben könnte, als die Uratmosphäre ständig von Blitzen durchzuckt wurde. Jüngere Beweise zeigen jedoch, daß ein solcher Ursprung terrestrischen Lebens unwahrscheinlich ist, weil eine Atmosphäre dieser Art nie existiert hat. Demzufolge suchen einige Wissenschaftler nach einer mit weniger Mängeln behafteten Erklärung. Sind aber auch sie auf der falschen Fährte?

      14 Der britische Wissenschaftler Sir Fred Hoyle, der Jahrzehnte dem Studium des Universums und des Lebens darin gewidmet hat, kommentierte: „Statt die verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit zu akzeptieren, das Leben sei durch blinde Naturkräfte aufgetreten, schien es besser zu sein, anzunehmen, daß der Ursprung des Lebens ein vorsätzlicher intellektueller Akt war.“ Ja, je mehr man über die Wunder des Lebens kennenlernt, desto logischer ist es, daß das Leben eine intelligente Quelle voraussetzt (Hiob 33:4; Psalm 8:3, 4; 36:9; Apostelgeschichte 17:28).

      15. Warum kann gesagt werden, daß der Mensch einzigartig ist?

      15 Demnach geht es bei der ersten Beweisführung um das Universum und bei der zweiten um den Ursprung des Lebens auf der Erde. Beachten wir nun die dritte — unsere Einzigartigkeit. Alle Menschen sind in vielerlei Hinsicht einzigartig, das heißt auch wir als einzelne. Inwiefern? Wahrscheinlich ist uns bekannt, daß man unser Gehirn mit einem sehr leistungsfähigen Computer vergleicht. Jüngste Entdeckungen zeigen jedoch, daß dieser Vergleich hinkt. Ein Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology sagte: „Die heutigen Computer kommen nicht einmal an einen 4jährigen Menschen heran, was das Sehvermögen, das Sprechvermögen, die Bewegungsfähigkeit oder den Gebrauch von gesundem Menschenverstand betrifft. ... Die Informationsverarbeitungskapazität des leistungsfähigsten Supercomputers entspricht schätzungsweise der des Nervensystems einer Schnecke — ein winziger Bruchteil der Leistung, die dem Supercomputer in unserem Schädel zur Verfügung steht.“

      16. Worauf weist unsere Sprachfähigkeit hin?

      16 Die Sprache ist eine der Fähigkeiten, die wir unserem Gehirn verdanken. Einige Menschen beherrschen zwei, drei oder mehr Sprachen, doch allein die Fähigkeit, eine Sprache zu sprechen, zeichnet uns als einzigartig aus (Jesaja 36:11; Apostelgeschichte 21:37-40). Die Professoren R. S. Fouts und D. H. Fouts werfen die Frage auf: „Ist nur der Mensch ... in der Lage, durch Sprache zu kommunizieren? ... alle höheren Tiere verständigen sich gewiß durch ... Zeichen, wie Gesten, Düfte, Rufe, Schreie und Lautfolgen und sogar der Tanz der Bienen. Tiere scheinen im Gegensatz zum Menschen aber keine strukturierte grammatische Sprache zu haben. Außerdem zeichnen Tiere, was höchst bedeutsam sein kann, keine Bilder, die etwas darstellen. Bestenfalls kritzeln sie.“ Ja, nur Menschen können dank ihres Gehirns eine Sprache sprechen und sinnvolle Bilder anfertigen. (Vergleiche Jesaja 8:1; 30:8; Lukas 1:3.)

      17. Worin besteht der grundlegende Unterschied, wenn ein Tier in einen Spiegel schaut und wenn ein Mensch es tut?

      17 Außerdem nehmen wir uns selbst wahr; wir sind uns bewußt, wer wir sind (Sprüche 14:10). Haben wir schon einmal beobachtet, wie ein Vogel, ein Hund oder eine Katze in einen Spiegel schaut und dann auf den Spiegel pickt, das Spiegelbild anknurrt oder anfaucht? Das Tier meint, es sähe einen Artgenossen; es erkennt sich nicht. Wenn wir dagegen in einen Spiegel schauen, dann wissen wir, daß wir es sind (Jakobus 1:23, 24). Wir überprüfen unser Äußeres und überlegen vielleicht, wie wir in einigen Jahren aussehen mögen. Kein Tier tut so etwas. Ja, unser Gehirn macht uns zu etwas Einzigartigem. Wem ist das zuzuschreiben? Wie soll unser Gehirn ins Dasein gekommen sein, wenn nicht durch Gott?

      18. Durch welche geistigen Fähigkeiten heben wir uns von den Tieren ab?

      18 Dank unseres Gehirns schätzen wir auch Kunst und Musik und haben ein Sittlichkeitsempfinden (2. Mose 15:20; Richter 11:34; 1. Könige 6:1, 29-35; Matthäus 11:16, 17). Warum ist das bei uns so und nicht bei den Tieren? Tiere gebrauchen ihr Gehirn hauptsächlich zur Befriedigung unmittelbarer Bedürfnisse: um Nahrung zu besorgen, um einen Paarungspartner zu suchen oder um ein Nest zu bauen. Nur Menschen denken über Kurzfristiges hinaus. Einige denken sogar darüber nach, wie sich ihre Handlungen in künftigen Jahren auf die Umwelt oder auf ihre Nachkommen auswirken werden. Warum? In Prediger 3:11 heißt es über den Menschen: „Auch die unabsehbare Zeit hat er [der Schöpfer] in ihr Herz gelegt.“ Ja, unsere Fähigkeit, die Bedeutung der unabsehbaren Zeit in Erwägung zu ziehen oder sich ewiges Leben vorzustellen, ist etwas Besonderes.

      Den Schöpfer unser Leben sinnvoller gestalten lassen

      19. Mit welcher dreiteiligen Beweisführung können wir anderen helfen, über den Schöpfer nachzudenken?

      19 Wir haben bisher nur drei Bereiche berührt: die Präzision im unermeßlichen Universum, den Ursprung des Lebens auf der Erde und die unbestreitbare Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns, das vielfältige Fähigkeiten besitzt. Worauf weisen diese drei Bereiche hin? Betrachten wir jetzt eine Beweisführung, durch die wir anderen helfen können, zu einer Schlußfolgerung zu gelangen. Beginnen wir mit der Frage: Hatte das Universum einen Anfang? Die meisten werden dem zustimmen. Dann fragen wir: Hatte jener Anfang keine Ursache, oder hatte er eine Ursache? Die meisten bejahen es, daß der Anfang des Universums eine Ursache hatte. Das führt zu der abschließenden Frage: Wurde der Anfang von etwas Ewigem oder von einem Ewigen verursacht? Angesichts dieser klar und logisch dargelegten Fragen können viele zu der Erkenntnis gelangen: Es muß einen Schöpfer geben! Sollte es angesichts dessen nicht einen Sinn im Leben geben?

      20, 21. Warum ist es für uns unerläßlich, den Schöpfer zu kennen, damit unser Leben einen Sinn hat?

      20 Unser gesamtes Dasein, darunter unser Sittlichkeitsempfinden und die Moralität an sich, müßte mit dem Schöpfer verbunden sein. Dr. Rollo May schrieb einmal: „Die einzig adäquate Struktur für Moralität ist die, die auf dem eigentlichen Sinn des Lebens beruht.“ Wo ist danach zu suchen? Er fuhr fort: „Die Grundstruktur ist das Wesen Gottes. Die Grundsätze Gottes sind die Grundsätze, die dem Leben von Anfang bis Ende der Schöpfung zugrunde liegen.“

      21 Wir können daher gut verstehen, warum der Psalmist sowohl Demut als auch Weisheit bekundete, als er den Schöpfer bat: „Deine eigenen Wege, o Jehova, laß mich erkennen; deine eigenen Pfade lehre mich. Laß mich in deiner Wahrheit wandeln, und lehre mich, denn du bist mein Gott der Rettung“ (Psalm 25:4, 5). Mit zunehmender Erkenntnis des Schöpfers zeichnete sich das Leben des Psalmisten bestimmt durch mehr Sinn, Zweck und bessere Leitung aus. Das gleiche kann auf jeden von uns zutreffen (2. Mose 33:13).

      22. Was ist damit verbunden, die Wege des Schöpfers kennenzulernen?

      22 Die „Wege“ des Schöpfers kennenzulernen schließt ein, noch besser damit vertraut zu werden, was für ein Gott er ist, das heißt mit seiner Persönlichkeit und mit seinen Wegen. Da der Schöpfer aber unsichtbar ist und unermeßlich große Macht besitzt, erhebt sich die Frage: Wie können wir ihn besser kennenlernen? Das wird im nächsten Artikel behandelt.

      [Fußnote]

      a Gestützt auf seine Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern, gelangte Dr. Viktor E. Frankl zu der Erkenntnis: „Die Suche des Menschen nach einem Daseinszweck ist eine primäre Triebkraft in seinem Leben und nicht eine ‚sekundäre Rationalisierung‘ instinktiver Triebe“, wie sie den Tieren eigen sind. Er sagte ferner, daß Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg eine in Frankreich durchgeführte Umfrage „ergab, daß 89 % der Befragten davon ausgehen, daß der Mensch ‚etwas‘ braucht, wofür er lebt“.

  • Unser Schöpfer — Kennenlernen, was für ein Gott er ist
    Der Wachtturm 1999 | 15. Juni
    • Unser Schöpfer — Kennenlernen, was für ein Gott er ist

      „Ich selbst werde all mein Gutes vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen, und ich will den Namen Jehovas vor dir ausrufen“ (2. MOSE 33:19).

      1. Warum verdient es der Schöpfer, geehrt zu werden?

      DER Apostel Johannes, der Schreiber des letzten Bibelbuches, zeichnete die folgende tiefgründige Erklärung über den Schöpfer auf: „Du bist würdig, Jehova, ja du, unser Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht zu empfangen, weil du alle Dinge erschaffen hast, und deines Willens wegen existierten sie und wurden sie erschaffen“ (Offenbarung 4:11). Wie der vorangehende Artikel zeigte, fördert die moderne wissenschaftliche Forschung oft weitere Gründe dafür zutage, daß man an den Schöpfer aller Dinge glauben kann.

      2, 3. (a) Was müssen wir über den Schöpfer erfahren? (b) Warum ist es nicht vernünftig, dem Schöpfer von Angesicht zu Angesicht begegnen zu wollen?

      2 Es ist zwar wichtig, davon überzeugt zu sein, daß ein Schöpfer existiert, aber es ist nicht minder wichtig, kennenzulernen, was für ein Gott er ist — daß er eine wirkliche Person ist, deren Persönlichkeit und Wege auf Menschen anziehend wirken. Wäre es nicht hilfreich, ihn noch besser kennenzulernen, ganz gleich, wie gut wir ihn bereits kennen? Wir brauchen ihm dazu nicht von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, wie wir Menschen begegnen.

      3 Von Jehova stammen alle Sterne, und unsere Sonne ist nur ein mittelgroßer Stern. Würden wir es erwägen, auf die Sonne zu reisen? Wohl kaum. Die meisten sehen sich sogar vor, nur kurz in die Sonne zu schauen oder sich länger energiereicher Sonnenstrahlung auszusetzen. Die Temperatur im Innern beträgt ungefähr 15 000 000 Grad Celsius. In jeder Sekunde verwandeln sich in diesem thermonuklearen Ofen etwa 4 Millionen Tonnen Materie in Energie. Obwohl nur ein Bruchteil davon die Erde als Wärme und Licht erreicht, hält diese Menge bei uns alles Leben in Gang. Diese grundlegenden Tatsachen sollten uns einprägen, wie ehrfurchtgebietend groß die Macht des Schöpfers ist. Jesaja schrieb passenderweise von „der Fülle dynamischer Kraft, da er [der Schöpfer] an Macht auch kraftvoll ist“ (Jesaja 40:26).

      4. Worum bat Moses, und wie reagierte Jehova?

      4 Haben wir gewußt, daß Moses, einige Monate nachdem die Israeliten im Jahr 1513 v. u. Z. Ägypten verlassen hatten, den Schöpfer bat: „Laß mich bitte deine Herrlichkeit sehen.“ (2. Mose 33:18)? Wenn wir bedenken, daß Gott der Erschaffer der Sonne ist, leuchtet uns ein, warum er zu Moses sagte: „Du vermagst mein Angesicht nicht zu sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und dennoch leben.“ Der Schöpfer gestattete es Moses, sich in einem Versteck auf dem Berg Sinai aufzuhalten, während er ‘vorüberging’. Moses war danach sozusagen dem „Rücken“ Gottes ausgesetzt, einer Art Nachleuchten der Herrlichkeit oder Gegenwart des Schöpfers (2. Mose 33:20-23; Johannes 1:18).

      5. Auf welche Weise ging der Schöpfer auf die Bitte des Moses ein, und was wurde dadurch bewiesen?

      5 Der Wunsch des Moses, den Schöpfer besser kennenzulernen, blieb nicht unerfüllt. Gott ging an Moses vorüber und rief offenbar durch einen Engel aus: „Jehova, Jehova, ein Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit, der Tausenden liebende Güte bewahrt, der Vergehung und Übertretung und Sünde verzeiht, doch keinesfalls wird er Straffreiheit gewähren“ (2. Mose 34:6, 7). Das zeigt, daß man nicht eine materielle Gestalt zu sehen braucht, um den Schöpfer besser kennenzulernen, sondern daß man in vollerem Maße erfassen muß, was für ein Gott er ist, seine Persönlichkeit und seine Wesenszüge.

      6. Inwiefern ist unser Immunsystem ein Wunderwerk?

      6 Eine Art und Weise, dies zu erfassen, besteht darin, Gottes Eigenschaften durch das wahrzunehmen, was er geschaffen hat. Betrachten wir dazu einmal unser Immunsystem. In einer Ausgabe der Zeitschrift Scientific American hieß es zum Thema Immunabwehr: „Von der Zeit vor der Geburt bis zum Tod ist das Immunsystem in ständiger Abwehrbereitschaft. Ein umfangreiches Arsenal von Molekülen und Zellen ... schützt uns vor Parasiten und Pathogenen. Ohne diese Schutzmechanismen könnten wir Menschen nicht am Leben bleiben.“ Woher stammt dieses System? In einem Sonderheft von Spektrum der Wissenschaft hieß es: „Das großartige Team von Immunzellen, das in den Körper eingedrungene Mikroben und Viren bekämpft, entsteht aus wenigen Stammzellen, die im Embryo neun Wochen nach der Konzeption erstmals nachweisbar sind.“ Eine werdende Mutter überträgt auf das Kind, das in ihr heranwächst, gewisse Abwehrkräfte. Später bekommt der Säugling mit der Muttermilch auch Immunzellen und hilfreiche Substanzen.

      7. Was könnten wir in bezug auf unser Immunsystem in Betracht ziehen, und zu welcher Schlußfolgerung führt dies?

      7 Wir können mit gutem Grund folgern, daß das Immunsystem alles übertrifft, was die moderne Medizin bietet. Fragen wir uns daher: Was verrät das über seinen Urheber, der uns damit ausgestattet hat? Dieses System, das etwa „neun Wochen nach der Konzeption erstmals nachweisbar“ ist und ein Neugeborenes zu schützen vermag, verrät gewiß Weisheit und Weitsicht. Können wir aber an Hand des Immunsystems noch mehr über den Schöpfer erkennen? Was verbinden die meisten von uns mit Albert Schweitzer und anderen, die ihr Leben der Aufgabe widmeten, Unterprivilegierte medizinisch zu betreuen? Gewöhnlich schreiben wir solch mitfühlenden Humanitaristen gute Eigenschaften zu. Zu welchem Schluß können wir im Vergleich dazu in bezug auf unseren Schöpfer gelangen, der Reiche wie Arme mit einem Immunsystem ausgestattet hat? Ohne Zweifel ist er liebevoll, unparteilich, mitfühlend und gerecht. Stimmt das nicht mit der Beschreibung des Schöpfers überein, die Moses hörte?

      Er offenbart, was für ein Gott er ist

      8. Auf welche besondere Weise offenbart sich uns Jehova?

      8 Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit, unseren Schöpfer besser kennenzulernen: mit Hilfe der Bibel. Das ist besonders wichtig, weil es Fakten über ihn gibt, die die Wissenschaft ganz und gar nicht zu erklären vermag und die das Universum nicht preisgibt, und weil gewisse andere Dinge viel besser an Hand der Bibel zu verstehen sind. Ein Beispiel ist der Eigenname des Schöpfers. Nur die Bibel enthüllt sowohl den Namen des Schöpfers als auch dessen Wichtigkeit. In hebräischen Bibelhandschriften erscheint sein Name ungefähr 7 000mal in Form von vier Konsonanten, die als JHWH oder JHVH transliteriert und in Deutsch allgemein Jehova ausgesprochen werden (2. Mose 3:15; 6:3).

      9. Was bedeutet der Eigenname des Schöpfers, und was können wir daraus schließen?

      9 Damit wir den Schöpfer besser kennenlernen, müssen wir verstehen, daß er nicht einfach der abstrakte „Urgrund aller Dinge“ oder ein vages „Ich bin“ ist. Sein Eigenname beweist es. Er ist eine Form des hebräischen Verbs, das „werden“ oder „sich erweisen“ bedeutet.a (Vergleiche 1. Mose 27:29; Prediger 11:3.) Der Name Gottes bedeutet „Er veranlaßt zu werden“, und die Betonung liegt darauf, daß er sowohl Vorsätze faßt als auch handelt. Wenn wir seinen Namen kennen und ihn gebrauchen, können wir besser verstehen, daß er seine Verheißungen erfüllt und seinen Vorsatz aktiv zur Verwirklichung bringt.

      10. Welche wichtige Erkenntnis können wir aus dem Schöpfungsbericht gewinnen?

      10 Die Bibel ist die Quelle der Erkenntnis der Vorsätze und der Persönlichkeit Gottes. Aus dem Schöpfungsbericht geht hervor, daß die Menschheit einst in Frieden mit Gott war und die Aussicht auf ein langes, sinnvolles Leben hatte (1. Mose 1:28; 2:7-9). Angesichts dessen, wofür der Name steht, können wir uns sicher sein, daß Jehova allem Leid und aller Frustration ein Ende setzen wird, wogegen die Menschen schon so lange ankämpfen. Über die Verwirklichung seines Vorsatzes lesen wir: „Die stoffliche Welt wurde der Frustration unterworfen, nicht durch eigenen Wunsch, sondern durch den Willen des Schöpfers, der, indem er sie so machte, ihr die Hoffnung gab, daß sie eines Tages ... an der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes teilhabe“ (Römer 8:20, 21, The New Testament Letters von J. W. C. Wand).

      11. Warum ist es gut, biblische Berichte zu betrachten, und welche Einzelheiten können wir einem dieser Berichte entnehmen?

      11 Die Bibel macht uns auch dadurch mit dem Schöpfer besser bekannt, daß sie seine Handlungen und Reaktionen im Umgang mit dem Volk Israel offenbart. Betrachten wir ein Beispiel in Verbindung mit Elisa und Naaman, dem Heerobersten der feindlichen Syrer. Dem Bericht in 2. Könige, Kapitel 5 entnehmen wir, daß ein gefangenes israelitisches Mädchen zur Sprache brachte, daß Naamans Aussatz mit der Hilfe Elisas in Israel geheilt werden könnte. Naaman begab sich dorthin und erwartete, daß Elisa im Rahmen einer mystischen Heilungszeremonie gewisse Handbewegungen ausführen würde. Statt dessen forderte Elisa den Syrer auf, sich im Jordan zu baden. Naamans Untergebene mußten ihn zwar davon überzeugen, dem nachzukommen, aber als er es tat, wurde er geheilt. Naaman offerierte Elisa wertvolle Geschenke, die Elisa allerdings ablehnte. Später begab sich Elisas Gefährte heimlich zu Naaman und erschlich sich einige Wertgegenstände. Seine Unehrlichkeit führte dazu, daß er mit Aussatz geschlagen wurde. Der Bericht ist spannend, zeigt die menschlichen Seiten und ist lehrreich für uns.

      12. Welche Schlüsse können wir aus dem Bericht über Elisa und Naaman in bezug auf den Schöpfer ziehen?

      12 Der Bericht zeigt auf ansprechende Weise, daß der große Schöpfer des Universums nicht zu erhaben ist, um mit Gunst auf ein kleines Mädchen zu blicken, etwas, was sich von dem heute üblichen Verhalten in vielen Kulturen deutlich abhebt. Er beweist auch, daß der Schöpfer nicht nur eine Rasse oder nur ein Volk begünstigt (Apostelgeschichte 10:34, 35). Interessanterweise erwartete der Schöpfer nicht, daß eine Beschwörungsformel gebraucht wurde — üblich bei manchen „Heilern“ der Vergangenheit und Gegenwart —, sondern er bekundete eine wunderbare Weisheit. Er wußte, wie Aussatz zu heilen ist. Er bekundete auch Einsicht und verschaffte dem Recht Geltung, indem er nicht zuließ, daß Betrug zum Erfolg führte. Stimmt nicht auch das mit der Persönlichkeit Jehovas überein, von der Moses hörte? Wie viel wir doch in jenem kurzen Bibelbericht darüber finden können, was für ein Gott unser Schöpfer ist! (Psalm 33:5; 37:28).

      13. Veranschauliche, wie wir wertvolle Lehren aus biblischen Berichten ziehen können.

      13 Andere Berichte über Israels Undankbarkeit und Gottes Reaktion darauf beweisen, daß Jehova wirklich an uns Menschen interessiert ist. Die Bibel sagt, daß die Israeliten ihn immer wieder auf die Probe stellten, ihn kränkten und ihm Schmerz bereiteten (Psalm 78:40, 41). Demnach hat der Schöpfer Gefühle, und es ist ihm nicht gleichgültig, was die Menschen tun. Auch aus den Berichten über bekannte Einzelpersonen kann man viel lernen. Als David ausgewählt wurde, um König von Israel zu werden, sagte Gott zu Samuel: „Der Mensch sieht das, was vor den Augen erscheint; Jehova aber, er sieht, wie das Herz ist“ (1. Samuel 16:7). Ja, der Schöpfer sieht auf das, was wir im Innern sind, und nicht auf das Äußere. Wie wohltuend!

      14. Wie können wir die Hebräischen Schriften nutzbringend lesen?

      14 Neununddreißig Bibelbücher wurden vor der Zeit Jesu geschrieben, und wir tun gut daran, sie zu lesen. Dabei sollte es nicht nur darum gehen, uns mit Bibelberichten oder biblischer Geschichte vertraut zu machen. Wenn wir wirklich erkennen möchten, was für ein Gott unser Schöpfer ist, sollten wir über jene Berichte nachsinnen und uns fragen: „Was offenbart diese Begebenheit über seine Persönlichkeit? Welche seiner Eigenschaften werden deutlich?“b Das erleichtert es vielleicht sogar Skeptikern, zu verstehen, daß die Bibel göttlichen Ursprungs sein muß, was wiederum die Grundlage dafür legt, daß sie ihren liebevollen Autor besser kennenlernen.

      Ein großer Lehrer hilft uns, den Schöpfer kennenzulernen

      15. Warum ist davon auszugehen, daß Jesu Wirken und seine Lehren aufschlußreich sind?

      15 Zugegeben, Menschen, die die Existenz des Schöpfers anzweifeln oder deren Ansicht über Gott verschwommen ist, mögen kaum etwas über die Bibel wissen. Vielleicht sind wir Personen begegnet, die nicht sagen konnten, ob Moses vor oder nach Matthäus gelebt hat, und die praktisch nichts über Jesu Taten und Lehren wußten. Das ist überaus schade, weil man von Jesus, dem Großen Lehrer, viel über den Schöpfer lernen kann. Da Jesus ein enges Verhältnis zu Gott hatte, konnte er offenbaren, was für ein Gott der Schöpfer ist (Johannes 1:18; 2. Korinther 4:6; Hebräer 1:3). Und er tat es auch. Er sagte sogar einmal: „Wer mich gesehen hat, hat auch den Vater gesehen“ (Johannes 14:9).

      16. Was zeigt Jesu Begegnung mit einer Samariterin?

      16 Betrachten wir folgendes Beispiel. Als Jesus einmal vom Wandern müde war, redete er in der Nähe von Sychar mit einer Samariterin. Er sprach mit ihr über tiefgründige Wahrheiten, die sich darum drehten, daß man „den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten“ muß. Die Juden jener Epoche mieden die Samariter. Jesus spiegelte dagegen Jehovas Bereitschaft wider, aufrichtige Männer und Frauen aus allen Nationen anzunehmen, so wie wir es bei der Begebenheit mit Elisa und Naaman gesehen haben. Es sollte uns davon überzeugen, daß Jehova über der engstirnigen religiösen Feindseligkeit steht, von der die heutige Welt durchsetzt ist. Wir können auch den Umstand beachten, daß Jesus bereit war, eine Frau zu lehren, und in diesem Fall war es eine Frau, die mit einem Mann zusammenlebte, der nicht ihr Ehemann war. Statt sie zu verurteilen, behandelte Jesus sie mit Würde, also auf eine Weise, die für sie wirklich hilfreich war. Danach hörten andere Samariter Jesus zu und folgerten: „Wir wissen, daß dieser bestimmt der Retter der Welt ist“ (Johannes 4:2-30, 39-42; 1. Könige 8:41-43; Matthäus 9:10-13).

      17. Welchen Schluß legt der Bericht über die Auferweckung des Lazarus nahe?

      17 Betrachten wir ein anderes Beispiel dafür, daß wir mehr über den Schöpfer erfahren können, wenn wir uns mit Jesu Handlungen und Lehren vertraut machen. Denken wir an die Situation, als Lazarus, der Freund Jesu, starb. Jesus hatte schon früher bewiesen, daß er die Macht besaß, Tote wieder zum Leben zurückzubringen (Lukas 7:11-17; 8:40-56). Wie reagierte er jedoch, als er Maria, die Schwester des Lazarus, trauern sah? Jesus ‘seufzte im Geist und wurde beunruhigt’. Er war nicht gleichgültig oder zurückhaltend. Er „brach in Tränen aus“ (Johannes 11:33-35). Seine Gefühle waren nicht nur äußerlich. Jesus fühlte sich bewogen, etwas Positives zu tun — er auferweckte Lazarus. Wir können uns vorstellen, wie sehr dies den Aposteln half, die Gefühle und Handlungsweise des Schöpfers zu begreifen. Auch uns und anderen sollte es dadurch leichter fallen, die Persönlichkeit und die Wege des Schöpfers zu verstehen.

      18. Wie sollte man über das Studieren der Bibel denken?

      18 Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen, daß man die Bibel studiert und mehr über den Schöpfer lernt. Die Bibel ist kein antiquiertes Buch. Einer, der es studierte und ein enger Gefährte Jesu wurde, war Johannes. Er schrieb später: „Wir wissen ..., daß der Sohn Gottes gekommen ist, und er hat uns verstandesmäßig befähigt, den Wahrhaftigen zu erkennen. Und wir sind in Gemeinschaft mit dem Wahrhaftigen durch seinen Sohn Jesus Christus. Dies ist der wahre Gott und ewiges Leben“ (1. Johannes 5:20). Beachten wir, daß es zu ‘ewigem Leben’ führen kann, wenn wir unsere verstandesmäßige Befähigung zum Erwerb von Erkenntnis über ‘den Wahrhaftigen’ einsetzen.

      Wie wir anderen helfen können, Gott kennenzulernen

      19. Was ist unternommen worden, um Skeptikern zu helfen?

      19 Einigen Menschen verlangt es viel ab, daran zu glauben, daß es einen mitfühlenden Schöpfer gibt, der an uns Menschen interessiert ist, und zu verstehen, was für ein Gott er ist. Es gibt Millionen und Abermillionen Menschen, die der Existenz eines Schöpfers noch mit Skepsis begegnen oder deren Ansicht über ihn nicht mit dem übereinstimmt, was in der Bibel geschrieben steht. Wie können wir ihnen behilflich sein? 1998 wurde auf den Bezirks- und internationalen Kongressen der Zeugen Jehovas in vielen Sprachen ein wirkungsvolles Hilfsmittel freigegeben: das Buch Gibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist?

      20, 21. (a) Wie kann das Schöpfer-Buch mit Erfolg verwendet werden? (b) Erzähle Erfahrungen darüber, wie sich das Schöpfer-Buch bereits als wirkungsvoll erwiesen hat.

      20 Es ist eine Publikation, die unseren eigenen Glauben an den Schöpfer stärken sowie unsere Wertschätzung für seine Persönlichkeit und seine Wege vertiefen wird. Warum ist das so sicher? Weil das Buch Gibt es einen Schöpfer, der an uns interessiert ist? speziell mit diesem Ziel im Sinn geschrieben wurde. Die Frage „Was kann unser Leben sinnvoller machen?“ zieht sich durch das ganze Buch. Der Inhalt wird auf eine Art dargelegt, daß selbst Menschen, die recht gebildet sind, gefesselt sein werden. Dennoch berührt es Wünsche, die wir alle haben. Es enthält hochinteressanten und überzeugenden Stoff für Leser, die an der Existenz des Schöpfers zweifeln. Das Buch setzt beim Leser nicht den Glauben an einen Schöpfer voraus. Skeptiker werden von den neuen wissenschaftlichen Entdeckungen und Vorstellungen gefesselt sein. Diese Fakten werden sogar den Glauben von Personen stärken, die an Gott glauben.

      21 Beim Studium des Buches wird man feststellen, daß in bestimmten Teilen ein Überblick über die biblische Geschichte gegeben wird, und zwar auf eine Weise, daß die Merkmale der Persönlichkeit Gottes hervorgehoben werden und der Leser Gott besser kennenlernen kann. Viele haben das Buch bereits gelesen und bestätigt, daß dies auf sie zutrifft. (Siehe den folgenden Artikel, Seite 25, 26.) Es wäre gut, wenn es auch auf uns zuträfe, während wir uns mit dem Buch vertraut machen und es dazu verwenden, daß andere ihren Schöpfer besser kennenlernen.

      [Fußnoten]

      a Der Jesuit und Gelehrte M. J. Gruenthaner, ehemaliger Chefredakteur des Catholic Biblical Quarterly, wandte auf dieses Verb das an, was er über dessen verwandtes Verb sagte, daß es nämlich „nie den Gedanken von Existenz im abstrakten Sinne hat, sondern ‚sein‘ oder ‚werden‘ immer im phänomenologischen Sinne ausdrückt, d. h. sich konkret äußert“.

      b Wenn Eltern ihren Kindern biblische Begebenheiten erzählen, können sie ihnen helfen, indem sie solche Fragen aufwerfen. Auf diese Weise können Jugendliche mit Gott vertraut werden und es lernen, über sein Wort nachzusinnen.

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen