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  • Das ehemalige Jugoslawien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
    • EIN BEWEGENDER INTERNATIONALER KONGRESS

      1991 fanden unter dem Motto „Freiheitsliebende Menschen“ internationale Kongresse statt. Die Brüder in Jugoslawien hatten noch nie die Freude erlebt, einen solchen Kongress auszurichten. Doch jetzt hatte die leitende Körperschaft angekündigt, dass Zagreb als Kongressstadt vorgesehen war. Die Brüder fieberten dem Ereignis entgegen.

      Das Ganze war allerdings nicht ungefährlich. Seit Kroatien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erklärt hatte, bahnte sich ein Krieg an. Konnte man es da verantworten, einen Kongress abzuhalten? Die Sicherheit der ausländischen und der einheimischen Besucher ging vor. Nach vielen Gebeten und reiflicher Überlegung beschlossen die Brüder, die Sache in Angriff zu nehmen.

      Theodore Jaracz von der leitenden Körperschaft reiste schon ein paar Wochen vor Kongressbeginn nach Kroatien, um bei den Vorbereitungen mitzuhelfen. Da man in Zagreb alle sonstigen öffentlichen Veranstaltungen abgesagt hatte, verfolgten die Leute mit großem Interesse, was im Dinamo-Stadion vor sich ging. Je näher der Kongress rückte, umso instabiler wurde die Lage. Die Brüder wägten täglich die Risiken ab und stellten sich immer und immer wieder dieselbe Frage: Sollte man weitermachen oder alles abblasen? Unaufhörlich baten sie Jehova um Führung. Wie durch ein Wunder entspannte sich die Lage. Der Kongress fand wie geplant vom 16. bis zum 18. August statt.

      Einen größeren Kontrast kann man sich kaum vorstellen: Während die ganze Region am Rand eines Krieges stand und viele aus dem Land flohen, hießen die Brüder in Kroatien Tausende von Besuchern des internationalen Kongresses „Freunde der göttlichen Freiheit“b willkommen. Brüder und Schwestern aus 15 Ländern strömten zusammen, um sich in Einheit und Frieden zu versammeln. Aus den USA, aus Kanada und aus anderen westlichen Ländern reisten große Gruppen mit dem Flugzeug an. Der Zagreber Flughafen war wegen der Kriegsgefahr geschlossen, und so mussten sie in Ljubljana (Slowenien) landen. Von dort fuhren die Delegierten dann mit Bussen nach Zagreb. Der Mut der Besucher machte großen Eindruck auf die Bevölkerung und gab den einheimischen Brüdern enormen Auftrieb. 3 000 Delegierte kamen allein aus Italien. Ihre Herzlichkeit und ihr feuriges Temperament rissen alle anderen Kongressbesucher mit (1. Thes. 5:19).

      Besonders glaubensstärkend war, dass fünf Brüder von der leitenden Körperschaft gekommen waren: Carey Barber, Lloyd Barry, Milton Henschel, Theodore Jaracz und Lyman Swingle. Viele erinnern sich noch gern an die Vorträge dieser erfahrenen Brüder, die sich von der bedrohlichen Lage nicht abschrecken ließen, weil sie den Kongressbesuchern Mut machen wollten.

      Wegen der politischen Krise rechnete die Polizei mit Unruhen unter den jugoslawischen Delegierten. Umso erleichterter war man, dass eine friedliche, herzliche und brüderliche Atmosphäre herrschte. Jeden Tag waren weniger Polizisten präsent.

      Dieser denkwürdige Kongress bewies, dass Jehovas Zeugen wirklich eine internationale Bruderschaft sind. Das spornte die einheimischen Brüder und Schwestern an, in der vor ihnen liegenden schweren Zeit zusammenzuhalten. Die Busse, mit denen die serbischen und mazedonischen Delegierten nach Hause fuhren, gehörten zu den letzten Fahrzeugen, die sicher von Kroatien nach Serbien kamen. Danach wurde die Grenze geschlossen. Viele sind der Meinung, dass zu diesem Zeitpunkt der Krieg anfing.

  • Das ehemalige Jugoslawien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
    • [Bilder auf Seite 192]

      Taufe auf dem internationalen Kongress „Freunde der göttlichen Freiheit“ in Zagreb und Milton Henschel bei einem Vortrag (1991)

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