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Das ehemalige JugoslawienJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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Mitten in Zagreb (Kroatien) fand man eine Werkstatt, die sich zu einem schönen Königreichssaal mit 160 Plätzen umfunktionieren ließ. Man baute außerdem noch einen kleinen Raum zum Drucken an. In dem Königreichssaal fanden auch Kongresse statt. Eingeweiht wurde er 1957, als erstmals Zeugen Jehovas aus ganz Jugoslawien dort zu einem Kongress zusammenkamen. Ein paar Jahre später kaufte man ein Gebäude in der Stadtmitte von Zagreb. Es lag in der Kamaufovastraße und wurde bis 1998 von der Bethelfamilie genutzt.
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Das ehemalige JugoslawienJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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ORGANISATORISCHE VERBESSERUNGEN
Von 1960 an schickte man reisende Aufseher zu den Versammlungen. Einige Brüder wurden gebeten, sich als Wochenend-Kreisaufseher zur Verfügung zu stellen. Sie nutzten gern ihre arbeitsfreien Tage, um den Brüdern Mut zu machen und speziell in dieser Anfangsphase die Einheit zu fördern.
Henrik Kovačić, der heute zum Zweigkomitee in Kroatien gehört, erzählt: „Ich war etwa ein Jahr lang mit meiner Frau im Wochenend-Kreisdienst. Später kamen wir ganz in den Reisedienst. Die Brüder schätzten unsere Besuche sehr und waren außergewöhnlich lieb und gastfreundlich, obwohl sie in ärmlichen Verhältnissen lebten. Viele hatten weder fließendes Wasser noch eine richtige Toilette. Sie teilten ihr bisschen Essen mit uns und überließen uns meistens ihr Ehebett. In einigen Versammlungen schliefen wir jede Nacht woanders, um den Brüdern nicht zu sehr zur Last zu fallen.“
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Das ehemalige JugoslawienJahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
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[Kasten/Bild auf Seite 179]
Darf man über Fußball reden?
HENRIK KOVAČIĆ
GEBURTSJAHR: 1944
TAUFE: 1962
KURZPORTRÄT: 1973 war er im Wochenend-Reisedienst und von 1974 bis 1976 im regulären Reisedienst. Heute gehört er zum kroatischen Zweigkomitee.
WENN wir predigen gingen, wussten wir nie, ob wir auch wieder nach Hause kommen würden. Oft wurden wir verhaftet und verhört. Man hatte viele falsche Vorstellungen von uns.
Auf einem Polizeirevier sagte man mir, wir dürften nur an den vorgesehenen Orten über Gott sprechen und nicht auf der Straße oder an den Türen. Ich sprach ein Stoßgebet wie Nehemia, damit ich das Richtige darauf sage. Dann fragte ich den Untersuchungsbeamten: „Darf man hier nur in einem Stadion über Fußball reden oder auch woanders?“ Er antwortete, über Fußball könne man reden, wann immer man Lust und Laune dazu hat. Darauf ich: „Dann müsste man auch überall über Gott reden können, nicht nur in einer Kirche oder so.“ Das Verhör dauerte fünf Stunden, aber danach konnten mein Predigtdienstpartner und ich wieder gehen.
Ana, meine Frau, und ich sind uns einig, dass wir die 40 Jahre im Dienst für Jehova gegen nichts in der Welt eintauschen würden. Zusammen konnten wir fast 70 Personen helfen, die Wahrheit kennenzulernen. Jede Aufgabe, die Jehova uns überträgt, bereichert uns.
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