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  • Das ehemalige Jugoslawien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
    • Auch einige Ehepaare aus Europa, die Kroatisch gelernt hatten, wurden gebeten zu kommen.

      Zu ihnen gehörten die Sonderpioniere Heinz und Elke Polach aus Österreich. Sie waren bis 1991 in Dänemark unter der jugoslawischen Bevölkerung tätig gewesen. Jetzt kamen sie in den Reisedienst. Gerade als sie mit ihrer neuen Aufgabe begannen, brach der Krieg aus. Zu ihrem Kreis gehörten Versammlungen in Dalmatien und Bosnien, wo der Krieg tobte. Heinz berichtet: „Während des Krieges war es gar nicht so leicht, die Versammlungen in Bosnien zu besuchen. Wir konnten unmöglich unser eigenes Fahrzeug nehmen. Das wäre viel zu gefährlich gewesen. Also wichen wir auf die unzuverlässigen Busse aus. Auf unseren Reisen konnten wir nur ein paar Koffer und eine Schreibmaschine mitnehmen.

      Manchmal mussten wir ganz schön flexibel sein. Als wir einmal mit dem Bus von Tuzla nach Zenica unterwegs waren, wurden wir von Soldaten gestoppt. Sie sagten uns, die Weiterfahrt wäre zu riskant. Wir mussten alle aussteigen. Doch die Brüder in Zenica warteten auf uns. Deswegen suchten wir jemanden, der uns mitnehmen würde. Schließlich durften wir mit einem Tanklaster mitfahren, der im Konvoi fuhr und eine Sondergenehmigung hatte. Der Fahrer hörte uns gern zu, als wir mit ihm über die Wahrheit sprachen.

      Wegen der Kämpfe wurden wir aufgehalten und mussten auf Nebenstraßen weiterfahren, die in schlechtem Zustand waren. Der Schnee tat sein Übriges. Oft halfen wir Fahrern, deren Lkw stecken geblieben war. Einmal wurden wir beschossen und mussten fliehen. Wir kamen bis Vareš, das etwa 50 Kilometer von unserem Ziel entfernt lag. Dort mussten wir die Nacht verbringen.

      Der Fahrer schlief auf den Sitzen. Elke und ich legten uns im hinteren Teil des Führerhauses eng nebeneinander, um uns gegenseitig zu wärmen. Es war die längste Nacht meines Lebens. Als wir dann am nächsten Tag in Zenica ankamen, waren die Brüder überglücklich, uns zu sehen. Das war all die Strapazen wert! Die Brüder hatten kein fließendes Wasser und keinen Strom, taten aber alles, damit wir uns als ihre Gäste wohlfühlten. Sie waren zwar arm, hatten aber viele Schätze im Himmel und eine unerschütterliche Liebe zur Wahrheit.“

  • Das ehemalige Jugoslawien
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2009
    • [Bild auf Seite 215]

      Elke und Heinz Polach

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