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  • Die würdige Rolle der Frau unter Gottes Dienern in alter Zeit
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juli
    • Biblische Bräuche verstehen

      9. Welche drei Dinge müssen wir bei einer Betrachtung der Bräuche in Verbindung mit Frauen in biblischer Zeit im Sinn behalten?

      9 In biblischer Zeit wurden die Frauen unter Gottes Dienern gut behandelt. Bei einer Betrachtung der damaligen Bräuche in Verbindung mit Frauen ist es allerdings sinnvoll, bestimmte Dinge im Sinn zu behalten. Erstens: Wenn die Bibel von unzumutbaren Verhältnissen berichtet, die sich infolge der selbstsüchtigen Beherrschung durch gemeine Männer entwickelt hatten, heißt das nicht, daß Gott eine solche Behandlung der Frauen billigt. Zweitens: Jehova hat zwar gewisse Bräuche unter seinen Dienern eine Zeitlang geduldet, diese jedoch gesetzlich geregelt, um Frauen zu schützen. Drittens: Wir müssen uns unbedingt davor hüten, Bräuche des Altertums mit heutigen Maßstäben zu messen. Bestimmte Bräuche, die einem heute unangenehm erscheinen mögen, wurden von den Frauen damals nicht unbedingt als erniedrigend empfunden. Betrachten wir einige Beispiele.

      10. Wie betrachtete Jehova den Brauch der Polygamie, und was zeigt, daß er seinen ursprünglichen Maßstab der Monogamie nie aufgegeben hat?

      10 Polygamiea: Gemäß dem ursprünglichen Vorsatz Jehovas sollte eine Frau ihren Mann nicht mit einer anderen Frau teilen. Gott erschuf für Adam nur eine Frau (1. Mose 2:21, 22). Die Polygamie wurde erst nach der Rebellion in Eden unter der Nachkommenschaft Kains eingeführt. Sie entwickelte sich schließlich zu einem Brauch, den auch einige Anbeter Jehovas übernahmen (1. Mose 4:19; 16:1-3; 29:21-28). Jehova gestattete zwar die Polygamie, und sie diente zur Vermehrung der Bevölkerung Israels, aber er bewies gegenüber den Frauen Rücksichtnahme, indem er den Brauch gesetzlich regelte, wodurch die Frauen und ihre Kinder geschützt wurden (2. Mose 21:10, 11; 5. Mose 21:15-17). Außerdem gab Jehova seinen ursprünglichen Maßstab der Monogamie niemals auf. Noah und seine Söhne, denen ebenfalls geboten wurde, ‘fruchtbar zu sein und die Erde zu füllen’, waren monogam (1. Mose 7:7; 9:1; 2. Petrus 2:5). Gott bezeichnete sich selbst als monogamer Ehemann, als er sein Verhältnis zu Israel sinnbildlich beschrieb (Jesaja 54:1, 5). Gottes ursprünglicher Maßstab der Monogamie wurde außerdem von Jesus Christus wieder eingeführt und in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts praktiziert (Matthäus 19:4-8; 1. Timotheus 3:2, 12).

      11. Warum wurde in biblischer Zeit ein Brautpreis bezahlt, und wurden Frauen dadurch herabgewürdigt?

      11 Bezahlung eines Brautpreises: In dem Buch Das Alte Testament und seine Lebensordnungen wird gesagt: „Die Verpflichtung, eine Geldsumme an die Familie der Braut zu bezahlen oder eine entsprechende Ersatzleistung zu entrichten, gibt der israelitischen Eheschließung offensichtlich den Anschein eines Kaufvertrags. Aber der ... [Brautpreis] bedeutet weniger einen Kaufpreis für die Frau als ein Kompensationsgeld an die Familie“ (Kursivschrift von uns). Somit diente die Zahlung eines Brautpreises an die Angehörigen der Frau als Ausgleich für den Verlust ihrer Dienste sowie für die Anstrengungen und Ausgaben, die von seiten ihrer Angehörigen erforderlich gewesen waren, um für sie zu sorgen. Statt die Frau herabzuwürdigen, unterstrich der Brautpreis vielmehr ihren Wert für die Familie (1. Mose 34:11, 12; 2. Mose 22:16; siehe Wachtturm vom 15. Januar 1989, Seite 21 bis 24).

      12. (a) Wie wurden verheiratete Männer und Frauen in der Bibel manchmal bezeichnet, und nahmen Frauen Anstoß an diesen Bezeichnungen? (b) Inwiefern ist es bemerkenswert, welche Bezeichnungen Jehova in Eden gebrauchte? (Siehe Fußnote.)

      12 Ehemänner wurden als „Besitzer“ bezeichnet: Eine Begebenheit im Leben Abrahams und Saras, die sich um das Jahr 1918 v. u. Z. zutrug, zeigt, daß es zu jener Zeit offenbar üblich war, einen verheirateten Mann als „Besitzer“ (hebräisch: báʽal) und eine verheiratete Frau als ‘die jemandem Eigene’ (hebräisch: beʽuláh) zu bezeichnen (1. Mose 20:3). Diese Bezeichnungen werden in der Bibel auch später manchmal gebraucht, aber es gibt keinen Hinweis darauf, daß Frauen in vorchristlicher Zeit Anstoß daran nahmen (5. Mose 22:22).b Frauen durften nicht wie Sachwerte behandelt werden. Sachwerte konnten gekauft, verkauft und auch vererbt werden, nicht so eine Frau. „Das Erbe von Vätern ist ein Haus und Vermögen, aber eine verständige Ehefrau ist von Jehova“, lautet ein Bibelspruch (Sprüche 19:14; 5. Mose 21:14).

  • Die würdige Rolle der Frau unter Gottes Dienern in alter Zeit
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juli
    • a Gemäß dem Deutschen Wörterbuch von Brockhaus-Wahrig bedeutet „Polygamie“ die „Ehegemeinschaft eines Mannes mit mehreren Frauen od. einer Frau mit mehreren Männern“. Der speziellere Begriff „Polygynie“ bezeichnet die „Ehegemeinschaft eines Mannes mit mehreren Frauen“.

      b In den Hebräischen Schriften werden verheiratete Männer und Frauen viel öfter als „Mann“ (hebräisch: ʼisch) und „Frau“ (hebräisch: ʼischscháh) bezeichnet. Jehova gebrauchte in Eden zum Beispiel nicht die Bezeichnungen „Besitzer“ und ‘die jemandem Eigene’, sondern „Mann“ und „Frau“ (1. Mose 2:24; 3:16, 17). In der Prophezeiung Hoseas wurde vorausgesagt, daß Israel nach der Rückkehr aus dem Exil Jehova reuevoll „mein Mann“ nennen würde und nicht mehr „mein Besitzer“. Das kann ein Hinweis darauf sein, daß das Wort „Mann“ einen liebevolleren Beiklang hatte als „Besitzer“ (Hosea 2:16).

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