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  • „Schiffe von Kittim“ durchpflügen das Meer
    Der Wachtturm 2007 | 15. Oktober
    • Die Zyprer und das Meer

      Unterwasserfunde, Grabfunde, alte Schriftstücke und Darstellungen auf Töpferwaren vermitteln uns eine Vorstellung davon, wie die zyprischen Schiffe ausgesehen haben. Die frühen Bewohner Zyperns waren gute Schiffbauer. Die Insel war dicht bewaldet und geschützte Buchten eigneten sich gut als natürliche Häfen. Holz wurde jedoch nicht nur für den Schiffbau geschlagen, sondern auch für die Verhüttung von Kupfererz — ein Rohstoff, durch den Zypern in der Antike Berühmtheit erlangte.

      Zyperns reger Außenhandel blieb auch den Phöniziern nicht verborgen, die an ihren Handelswegen Kolonien gründeten. Eine dieser Kolonien war Kition auf Zypern (Jesaja 23:10-12).

      Nach dem Fall der Stadt Tyrus flüchteten manche Bewohner offensichtlich nach Kittim. Wahrscheinlich gingen die Schiffbaukenntnisse der Zyprer großenteils auf seeerfahrene phönizische Siedler zurück. Außerdem bot Kition durch seine strategische Lage phönizischen Schiffen hervorragenden Schutz.

      Reger internationaler Handel

      Im östlichen Mittelmeer bestanden zur damaligen Zeit komplexe Handelsverbindungen. Wertvolle Waren aus Zypern wurden nach Kreta, Sardinien, Sizilien und auf die Inseln der Ägäis verschifft. In diesen Gegenden wurden Krüge und Vasen aus Zypern ausgegraben, während auf Zypern wiederum eine Menge edler mykenischer (griechischer) Keramik entdeckt wurde. Auf Sardinien fanden Archäologen Kupferplatten, die Untersuchungen zufolge aus Zypern stammen könnten.

      1982 wurde vor der Südküste der Türkei ein Wrack aus dem späten 14. Jahrhundert v. u. Z. gefunden. Es barg einen wahren Schatz an Kostbarkeiten: Kupferplatten (wahrscheinlich aus Zypern), Bernstein, kanaanäische Gefäße, Ebenholz, Elefantenstoßzähne, kanaanäischen Gold- und Silberschmuck sowie Skarabäen und andere Gegenstände aus Ägypten. Untersuchungen der Tongefäße stützen die Annahme, dass der Frachter zyprischen Ursprungs war.

      Etwa zu der Zeit, als dieses Frachtschiff wahrscheinlich untergegangen war, nahm Bileam in einem „Spruch“ auf die Schiffe von Kittim Bezug (4. Mose 24:15, 24). Im Vorderen Orient waren zyprische Schiffe damals offensichtlich gut bekannt. Wie sahen diese Schiffe aus?

      Handelsschiffe

      Im antiken Amathus auf Zypern hat man in Grabkammern zahlreiche Tonnachbildungen von Schiffen und Booten entdeckt. Diese Modelle, die zum Teil in Museen ausgestellt sind, liefern wertvolle Hinweise über die Bauart zyprischer Schiffe.

      Wie aus den Funden zu schließen ist, dienten solche Schiffe zunächst nicht Kriegs-, sondern Handelszwecken. Die kleineren Frachter wurden gewöhnlich von 20 Mann gerudert. In ihrem breiten, voluminösen Schiffsrumpf transportierten sie Waren und Fahrgäste über kurze Etappen die zyprische Küste entlang. Wie Plinius der Ältere schreibt, hatten die Zyprer ein kleines, leichtes Ruderschiff konstruiert, das bis zu 90 Tonnen Ladung fassen konnte.

      Daneben gab es die größeren Handelsschiffe, wie zum Beispiel den gesunkenen Frachter vor der türkischen Küste. Manche konnten mit 450 Tonnen Ladung in See stechen. Große Schiffe wurden von bis zu 50 Mann gerudert, 25 auf jeder Seite. Sie konnten an die 30 Meter lang sein und ihr Mast über 10 Meter hoch.

      Kriegsschiffe von „Kittim“ und die biblische Prophetie

      Jehova ließ durch seinen Geist vorhersagen: „Da werden Schiffe sein von der Küste Kittims, und sie werden bestimmt Assyrien niederdrücken“ (4. Mose 24:2, 24). Traf diese Vorhersage ein? Welche Rolle spielten dabei die Schiffe von Zypern? Die in der Bibel erwähnten „Schiffe . . . von der Küste Kittims“ waren keine Handelsschiffe, die das Mittelmeer in friedlicher Mission befuhren. Es waren Kriegsschiffe, die Leid und Bedrückung brachten.

      Mit dem Wandel in der Kriegführung veränderten sich auch die Grundtypen der Schiffe; sie wurden schneller und kampfkräftiger. So ein frühes zyprisches Kriegsschiff ist wahrscheinlich auf einem Fundstück aus Amathus abgebildet. Man erkennt ein langes, schlankes Schiff mit nach oben und einwärts geschwungenem Hintersteven, ähnlich wie ein phönizisches Schlachtschiff. Am Bug sitzt ein Rammsporn und außen an der Bordwand hängen zum Heck und zum Bug hin beiderseits Rundschilde.

  • „Schiffe von Kittim“ durchpflügen das Meer
    Der Wachtturm 2007 | 15. Oktober
    • Die Zyprer schlugen sich bei der Belagerung von Tyrus (332 v. u. Z.) auf die Seite Alexanders und entsandten eine Flotte von 120 Schiffen. Drei zyprische Könige führten ihre Schiffe zu einer siebenmonatigen Belagerung zusammen. Tyrus wurde eingenommen und so erfüllte sich eine Prophezeiung der Bibel (Hesekiel 26:3, 4; Sacharja 9:3, 4). Zum Dank für ihre Hilfe gab Alexander den zyprischen Königen spezielle Befugnisse.

      Eine bemerkenswerte Erfüllung

      Strabo, ein Geschichtsschreiber des 1. Jahrhunderts, berichtet, Alexander habe für seinen Feldzug nach Arabien Schiffe von Zypern und Phönizien kommen lassen. Sie waren leicht und konnten einfach zerlegt werden, sodass Thapsakus (Tiphsach) in Nordsyrien in nur sieben Tagen erreicht wurde (1. Könige 4:24). Von dort konnte es stromabwärts nach Babylon weitergehen.

  • „Schiffe von Kittim“ durchpflügen das Meer
    Der Wachtturm 2007 | 15. Oktober
    • [Bild auf Seite 17]

      Vase mit Darstellung eines zyprischen Schiffes

      [Bildnachweis]

      Published by permission of the Director of Antiquities and the Cyprus Museum

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