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ZypernJahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
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Internationaler Kongreß „Göttlicher Sieg“
Im November 1972 besuchte Bruder Knorr Zypern. Sein Besuch stand in Verbindung mit den Planungen für die internationalen Kongresse „Göttlicher Sieg“. Parallel mit der Kongreßplanung liefen auch Vorbereitungen für Reisen in biblische Länder. Zu unserer großen Freude betraf das auch Zypern, und so sollte im Juli 1973 in der Hauptstadt Nikosia ein internationaler Kongreß stattfinden.
Wir bemühten uns sofort, ein Stadion oder eine andere passende Örtlichkeit für den Kongreß zu mieten, jedoch erfolglos, hauptsächlich weil Behörden und Geschäftsleute die Reaktion der Kirche fürchteten. Also beschlossen wir, die Grundstücke rund um den großen Königreichssaal in Trachonas zu nutzen. Die Gesellschaft besaß bereits ein Stück Land, das gegenüber dem Königreichssaal lag, und ein benachbartes Grundstück konnten wir pachten. Es war für uns kein leichtes Unterfangen, eine Überdachung aus Bambusrohr für das gesamte Gelände anzufertigen, um den Delegierten Schutz vor der Hitze zu bieten. In brütender Hitze, bei über 40 Grad Celsius, arbeiteten unsere Brüder und Schwestern Tag für Tag, um alles zu schaffen.
Eines der größten Probleme war allerdings die Wasserversorgung. Im vorherigen Winter hatte es nicht viel geregnet, und es gab nur an drei Tagen in der Woche fließendes Wasser. Was konnte getan werden? Ein Bruder, dessen Haus neben dem Königreichssaal stand, hatte in seinem Garten einen Brunnen. Er war bereit, den Brüdern seinen Brunnen zur Verfügung zu stellen, aber es war schon längere Zeit her, daß man aus dem Brunnen geschöpft hatte. Wieviel Wasser würde er wohl liefern? Die Brüder reinigten ihn, brachten eine Pumpe an und warteten atemlos auf das, was geschehen würde. Und wie reichlich das Wasser doch floß! Aber konnte man es auch trinken? Untersuchungen wurden durchgeführt. Das Resultat: eine einwandfreie Trinkwasserqualität! Es erschien uns wie ein neuzeitliches Wunder. Wie dankbar wir Jehova waren, daß er eines unserer größten Probleme auf diese Weise gelöst hatte!
Durch die vermehrten Aktivitäten rund um den Königreichssaal wurde den Gegnern schon bald klar, daß da etwas Besonderes im Gange war. Eines Morgens, noch vor Tagesanbruch, wurde dann der Bruder, dessen Haus neben dem Königreichssaal stand, wach, weil sein Schlafzimmer durch einen Feuerschein erhellt war. Auf dem Gelände brannte ein Stapel Bambus lichterloh. Brandstiftung! Unsere Feinde hatten uns wieder einmal den Kampf angesagt. Von da an wurden umfassendere Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
Auf Wunsch der Gesellschaft sollten für die zahlreichen Besucher der Insel, die die griechische Sprache nicht verstanden, kurze Szenen aus dem Leben der Inselbewohner und über ortsübliche Bräuche dargestellt werden. Jeden Morgen von 8 bis 9.30 Uhr wurden diese informativen Szenen vor Programmbeginn dargeboten, sehr zur Freude der Anwesenden. Auch wurden Ausflüge zu historischen Stätten unternommen, die in der Bibel erwähnt werden.
Für die einheimischen Brüder war es eine aufregende und ermunternde Erfahrung, einen internationalen Kongreß auf Zypern abzuhalten. Dadurch bot sich ihnen die Gelegenheit, mit Zeugen verschiedenster Nationalitäten Gemeinschaft zu pflegen. Es wurde ihnen noch deutlicher bewußt, was es heißt, eine internationale Bruderschaft zu sein. Überdies trug die Publicity, die sich aus dem Widerstand der orthodoxen Kirche ergab, dazu bei, daß noch mehr Leute auf Zypern auf die Tätigkeit der Zeugen Jehovas aufmerksam gemacht wurden.
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ZypernJahrbuch der Zeugen Jehovas 1995
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[Bilder auf Seite 100]
Internationaler Kongreß in Nikosia (1973) unter einer Bambusüberdachung
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