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Eine Zeit, in der wir wach bleiben müssenDer Wachtturm 1995 | 1. November
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„Wacht beständig“
5. (a) Aus welchem guten Grund müssen wir den Zeitpunkt für Jehovas ‘Tag und Stunde’ gar nicht kennen? (b) Mit welchem vernünftigen Rat schloß Jesus seine Prophezeiung ab, wie aus dem Markusevangelium hervorgeht?
5 Jesus verband seine Voraussage von bestimmten Ereignissen, die zu einer Zeit ‘großer Drangsal’ führen würden, mit folgendem Zusatz: „Von jenem Tag und jener Stunde hat niemand Kenntnis, weder die Engel der Himmel noch der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matthäus 24:3-36; Markus 13:3-32). Uns muß also die genaue zeitliche Einordnung der Ereignisse gar nicht bekannt sein. Wir müssen unser Augenmerk vielmehr darauf richten, einen starken Glauben zu entwickeln sowie wachsam und im Dienst für Jehova eifrig zu sein — nicht darauf, ein Datum zu berechnen. Jesus schloß seine große Prophezeiung mit den Worten ab: „Haltet ständig Ausschau, bleibt wach, denn ihr wißt nicht, wann die bestimmte Zeit da ist. ... Wacht also beharrlich ... Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht beständig“ (Markus 13:33-37). In der Finsternis der heutigen Welt lauert Gefahr. Bleiben wir unbedingt wach! (Römer 13:11-13).
6. (a) Unseren Glauben woran sollten wir festigen? (b) Wie können wir ‘unsere Tage zählen’? (c) Was meinte Jesus eigentlich mit „Generation“?
6 Wir müssen nicht nur den inspirierten Prophezeiungen über die gegenwärtigen letzten Tage des bösen Systems Aufmerksamkeit schenken, sondern auch unseren Glauben festigen, und zwar hauptsächlich an das kostbare Opfer Christi Jesu und an Gottes wunderbare Verheißungen, die sich auf dieses Opfer stützen (Hebräer 6:17-19; 9:14; 1. Petrus 1:18, 19; 2. Petrus 1:16-19). Aus dem sehnlichen Wunsch heraus, das Ende des gegenwärtigen bösen Systems zu erleben, hat Jehovas Volk manchmal Vermutungen angestellt, wann die „große Drangsal“ beginnen wird, und dies sogar mit Berechnungen über die Länge der Lebensspanne der Generation seit 1914 verbunden. Doch wir wollen „ein Herz der Weisheit einbringen“, nicht dadurch, daß wir darüber spekulieren, wie viele Jahre oder Tage eine Generation dauert, sondern dadurch, daß wir uns Gedanken darüber machen, wie wir ‘unsere Tage zählen’, das heißt Jehova freudig lobpreisen (Psalm 90:12). Der Begriff „Generation“, wie Jesus ihn gebrauchte, liefert uns keinen Maßstab für das Messen der Zeit, sondern bezieht sich hauptsächlich auf die Zeitgenossen eines bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitts mit ihren charakteristischen Merkmalen.b
7. Was schrieb ein Geschichtsprofessor über die Generation von 1914, und wie paßt das zu der Prophezeiung Jesu?
7 Im Einklang mit dem oben Dargelegten schrieb der Geschichtsprofessor Robert Wohl in seinem Buch The Generation of 1914: „Eine historische Generation wird nicht durch ihre chronologischen Grenzpunkte ... definiert. ... Sie ist kein datierter Zeitabschnitt.“ Wie er dann weiter zeigte, verursachte der Erste Weltkrieg „das überwältigende Gefühl, daß eine Ära zu Ende war“, und er fügte hinzu: „Wer den Krieg durchgemacht hatte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, daß im August 1914 eine Welt geendet und eine andere begonnen hatte.“ Wie wahr! Diese Aussage trifft den Kern der Sache. „Diese Generation“ von Menschen hat seit 1914 erschreckende Veränderungen durchgemacht. Sie hat erlebt, wie die Erde mit dem Blut von Millionen Menschen getränkt wurde. Krieg, Völkermord, Terrorismus, Verbrechen und Gesetzlosigkeit beherrschen die ganze Welt. Hungersnot, Krankheit und Unmoral wüten auf der Erde. Jesus prophezeite: „Auch ihr, wenn ihr [seine Jünger] diese Dinge geschehen seht, erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen“ (Lukas 21:31, 32).
8. Wie betonten die Propheten Jehovas die Notwendigkeit, wach zu bleiben?
8 Ja, der vollständige Triumph des messianischen Königreiches steht bevor! Hat man daher irgendeinen Nutzen davon, daß man in bezug auf Daten Erwartungen hegt oder daß man Spekulationen über die buchstäbliche Lebenszeit einer „Generation“ anstellt? Auf gar keinen Fall! In Habakuk 2:3 wird deutlich gesagt: „Die Vision ist noch für die bestimmte Zeit, und sie geht keuchend dem Ende zu, und sie wird keine Lüge mitteilen. Selbst wenn sie säumen sollte, so harre ihrer; denn sie wird sich ganz bestimmt bewahrheiten. Sie wird sich nicht verspäten.“ Jehovas Tag der Abrechnung naht mit Riesenschritten (Jeremia 25:31-33; Maleachi 4:1).
9. Welche Entwicklungen seit 1914 zeigen, daß die Zeit kurz ist?
9 Im Jahr 1914, als Christi Königreichsherrschaft begann, wurde Satan zur Erde hinabgeschleudert. „Wehe der Erde“, hieß es in Verbindung damit, „weil der Teufel zu euch hinabgekommen ist und große Wut hat, da er weiß, daß er nur eine kurze Frist hat“ (Offenbarung 12:12). Diese Zeit ist tatsächlich kurz im Vergleich zu den Tausenden von Jahren, in denen Satan seine Herrschaft ausgeübt hat. Das Königreich ist nahe, und dasselbe trifft auf Jehovas Tag und Stunde zu, wo er an dieser bösen Generation das Strafgericht vollstrecken wird (Sprüche 3:25; 10:24, 25).
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Eine Zeit, in der wir wach bleiben müssenDer Wachtturm 1995 | 1. November
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‘Jener Tag und jene Stunde’
14. Welche Ermahnung gaben Jesus und Paulus in bezug auf „die Zeiten und die Zeitabschnitte“, und wie sollte uns das berühren?
14 Wenn das globale Zeugnis in dem von Jehova vorgesehenen Umfang gegeben worden ist, wird für ihn ‘der Tag und die Stunde’ gekommen sein, das gegenwärtige Weltsystem zu beseitigen. Wir müssen diesen Zeitpunkt nicht im voraus wissen. Daher sprach der Apostel Paulus entsprechend dem Beispiel Jesu folgende Warnung aus: „Was nun die Zeiten und die Zeitabschnitte betrifft, Brüder, braucht euch nichts geschrieben zu werden. Denn ihr selbst wißt sehr wohl, daß Jehovas Tag genauso kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wann immer sie sagen: ‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen wie die Geburtswehe eine Schwangere; und sie werden keinesfalls entrinnen.“ Beachten wir, worauf Paulus das Augenmerk lenkte: „Wann immer sie sagen ...“ Ja, wenn von „Frieden und Sicherheit“ die Rede ist, dann, wenn man es am wenigsten erwartet, wird Gottes Strafgericht plötzlich vollstreckt werden. Wie passend ist daher der Rat des Paulus: „So laßt uns denn nicht weiterschlafen wie die übrigen, sondern laßt uns wach und besonnen bleiben“ (1. Thessalonicher 5:1-3, 6; siehe auch Vers 7-11; Apostelgeschichte 1:7).
15, 16. (a) Warum dürfen wir nicht annehmen, Harmagedon liege in fernerer Zukunft, als wir vielleicht gedacht haben? (b) Wie muß Jehovas Souveränität in naher Zukunft verherrlicht werden?
15 Bedeutet unsere genauere Erklärung in bezug auf „diese Generation“, daß Harmagedon in fernerer Zukunft liegt, als wir gedacht haben? Keineswegs! Wir haben noch nie ‘den Tag und die Stunde’ gewußt, Jehova Gott hat dagegen seit eh und je davon Kenntnis, und er ändert sich nicht (Maleachi 3:6). Die Welt sinkt offenkundig immer tiefer in das ausweglose Verderben. Mehr als jemals zuvor besteht die Notwendigkeit, wach zu bleiben. Jehova hat uns die Dinge offenbart, „die in kurzem geschehen sollen“, und wir sollten daher mit einem Gefühl der Dringlichkeit erfüllt sein (Offenbarung 1:1; 11:18; 16:14, 16).
16 Bleiben wir wach, während die Zeit herannaht, denn Jehova ist im Begriff, Unglück über Satans gesamtes System zu bringen! (Jeremia 25:29-31). Jehova sagt: „Ich werde mich gewiß als groß erweisen und mich heiligen und mich kundtun vor den Augen vieler Nationen; und sie werden erkennen müssen, daß ich Jehova bin“ (Hesekiel 38:23). Der entscheidende „Tag Jehovas“ rückt immer näher! (Joel 1:15; 2:1, 2; Amos 5:18-20; Zephanja 2:2, 3).
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