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  • Der Beginn eines entscheidenden Tages
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Der Beginn eines entscheidenden Tages

      AM Montag abend verläßt Jesus Jerusalem und kehrt nach Bethanien zurück, das am Ostabhang des Ölbergs liegt. Zwei der letzten Tage seines Dienstes in Jerusalem sind nun vorbei. Jesus verbringt die Nacht zweifellos wiederum bei seinem Freund Lazarus. Es ist bereits die vierte Nacht, die er in Bethanien verbracht hat, denn er ist am Freitag von Jericho hierhergekommen.

      In aller Frühe ist er am Dienstag, dem 11. Nisan, wieder mit seinen Jüngern unterwegs. Vor Jesus liegt ein entscheidender Tag seines Dienstes, der geschäftigste bisher überhaupt. Es ist der letzte Tag, an dem er in den Tempel geht. Ja es ist der letzte Tag seines öffentlichen Dienstes vor seiner Verurteilung und Hinrichtung.

      Jesus und seine Jünger nehmen von Bethanien den gewohnten Weg über den Ölberg nach Jerusalem. An jenem Weg steht der Baum, den Jesus am Morgen zuvor verflucht hat. Als Petrus ihn erblickt, ruft er aus: „Rabbi, sieh, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.“

      Aber warum hat Jesus den Baum absterben lassen? Der Grund geht aus seinen Worten hervor: „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nur Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur das tun, was ich mit dem Feigenbaum getan habe, sondern auch wenn ihr zu diesem Berg [dem Ölberg, auf dem sie stehen] sagt: ‚Werde emporgehoben und ins Meer geworfen‘, so wird es geschehen. Und alles, worum ihr glaubensvoll im Gebet bittet, werdet ihr empfangen.“

      Dadurch, daß Jesus den Baum verdorren ließ, erteilt er seinen Jüngern eine einprägsame Lektion in bezug darauf, daß sie Glauben an Gott haben müssen. Er sagt weiter: „Alle Dinge, um die ihr betet und bittet, glaubt, daß ihr sie sozusagen empfangen habt, und ihr werdet sie haben.“ Welch wichtige Lektion sie daraus lernen, vor allem angesichts der schweren Prüfungen, die bald über sie kommen werden! Doch es gibt noch eine weitere Verbindung zwischen dem Verdorren des Feigenbaums und dem Maß des Glaubens.

      Die Nation Israel hat wie jener Feigenbaum ein trügerisches Äußeres. Obwohl sie sich in einem Bundesverhältnis mit Gott befindet und sich den Anschein gibt, seine Gebote zu beachten, hat es sich erwiesen, daß sie ohne Glauben ist, ohne gute Früchte. Aufgrund ihres Unglaubens ist sie sogar im Begriff, Gottes eigenen Sohn zu verwerfen. Daher zeigt Jesus dadurch, daß er den unfruchtbaren Feigenbaum verdorren ließ, auf anschauliche Weise, was mit der fruchtlosen, ungläubigen Nation letztlich geschehen wird.

      Kurz darauf kommen Jesus und seine Jünger in Jerusalem an, und wie üblich gehen sie in den Tempel, wo Jesus zu lehren beginnt. Die Oberpriester und die älteren Männer des Volkes, die die Aktion nicht vergessen haben, die Jesus am Vortag gegen die Geldwechsler unternommen hat, stellen ihm herausfordernde Fragen: „Mit welcher Befugnis tust du diese Dinge? Und wer hat dir diese Befugnis gegeben?“

      In Erwiderung sagt Jesus: „Auch ich will euch e i n e s fragen. Wenn ihr es mir sagt, will auch ich euch sagen, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue: Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen?“

      Die Priester und die älteren Männer beginnen sich zu beraten, was sie antworten sollen. „Wenn wir sagen: ‚Vom Himmel‘, wird er zu uns sagen: ‚Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?‘ Sagen wir aber: ‚Von Menschen‘, so müssen wir das Volk fürchten, denn sie alle halten Johannes für einen Propheten.“

      Die Vorsteher sind sich unschlüssig, was sie antworten sollen. Deshalb sagen sie zu Jesus: „Wir wissen es nicht.“

      Darauf entgegnet Jesus: „Dann sage ich euch auch nicht, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue.“ Matthäus 21:19-27; Markus 11:19-33; Lukas 20:1-8.

  • Bloßstellung durch Gleichnisse vom Weinberg
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Bloßstellung durch Gleichnisse vom Weinberg

      JESUS ist im Tempel. Eben hat er die geistlichen Führer aus der Fassung gebracht, die wissen wollten, mit welcher Befugnis er alles tue. Bevor sie ihre Fassung wiedererlangen, fragt Jesus: „Was denkt ihr?“ Und dann führt er ihnen anhand eines Gleichnisses vor Augen, was für Menschen sie in Wirklichkeit sind.

      „Ein Mensch hatte zwei Kinder“, erzählt Jesus. „Er ging zu dem ersten hin und sprach: ‚Kind, geh heute im Weingarten arbeiten.‘ Als Antwort sagte dieser: ‚Ich will, Herr‘, ging aber nicht hin. Da trat er zum zweiten hin und sagte das gleiche. In Erwiderung sagte dieser: ‚Ich will nicht.‘ Nachher gereute es ihn, und er ging hin. Welcher von den beiden hat den Willen seines Vaters getan?“ fragt Jesus.

      „Der letztere“, antworten seine Gegner.

      Darauf erklärt Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, daß die Steuereinnehmer und die Huren vor euch in das Königreich Gottes eingehen.“ Die Steuereinnehmer und die Huren weigerten sich anfänglich, Gott zu dienen. Doch dann tat es ihnen leid, so wie dem zweiten Kind, und sie dienten ihm. Dagegen sagten die geistlichen Führer wie das erste Kind, sie würden Gott dienen, handelten jedoch anders, wie Jesus bemerkt: „Johannes [der Täufer] ist auf einem Weg der Gerechtigkeit zu euch gekommen, doch habt ihr ihm nicht geglaubt. Die Steuereinnehmer und die Huren aber haben ihm geglaubt, und obwohl ihr dies saht, gereute es euch danach nicht, so daß ihr ihm geglaubt hättet.“

      Anschließend zeigt Jesus, daß das Versagen jener geistlichen Führer nicht nur darin besteht, daß sie Gott nicht dienen. Nein, sondern sie sind wirklich böse, schlechte Menschen. „Da war ein Mensch, ein Hausherr“, erzählt Jesus, „der einen Weingarten pflanzte und ihn mit einem Zaun umgab und eine Weinkelter darin grub und einen Turm errichtete und ihn an Weingärtner verpachtete und außer Landes reiste. Als dann die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Sklaven zu den Weingärtnern, um seine Früchte zu holen. Aber die Weingärtner nahmen seine Sklaven, und den einen prügelten sie, einen anderen töteten sie, einen weiteren steinigten sie. Wieder sandte er andere Sklaven hin, mehr als die ersten, doch mit diesen taten sie ebenso.“

      Die „Sklaven“ sind die Propheten, die der „Hausherr“, Jehova Gott, zu den „Weingärtnern“ seines „Weingartens“ sandte. Bei den Weingärtnern handelt es sich um führende Persönlichkeiten der Nation Israel, und diese Nation ist, wie die Bibel zeigt, Gottes „Weingarten“.

      Nachdem Jesus erzählt hat, daß die „Weingärtner“ die „Sklaven“ mißhandelt und getötet haben, erklärt er: „Zuletzt sandte er [der Besitzer des Weingartens] seinen Sohn zu ihnen, indem er sprach: ‚Sie werden vor meinem Sohn Respekt haben.‘ Als die Weingärtner den Sohn sahen, sagten sie unter sich: ‚Dieser ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe antreten!‘ Da nahmen sie ihn und warfen ihn aus dem Weingarten hinaus und töteten ihn.“

      Jetzt wendet sich Jesus mit der Frage an die geistlichen Führer: „Wenn nun der Besitzer des Weingartens kommt, was wird er mit diesen Weingärtnern tun?“

      „Weil sie Übeltäter sind“, antworten die religiösen Führer, „wird er eine üble Vernichtung über sie bringen und wird den Weingarten an andere Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit abliefern werden.“

      Sie sprechen sich ungewollt selbst ihr Urteil, denn sie gehören zu den israelitischen „Weingärtnern“, die in Jehovas „Weingarten“, dem Volk Israel, tätig sind. Die Frucht, die Jehova von diesen Weingärtnern erwartet, ist Glauben an seinen Sohn, den wahren Messias. Weil sie diese Frucht nicht hervorbringen, sagt Jesus warnend: „Habt ihr nie in den Schriften [in Psalm 118:22, 23] gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum Haupteckstein geworden. Von Jehova aus ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen.‘? Darum sage ich euch: Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt. Auch wird der, welcher auf diesen Stein fällt, zerschmettert werden. Auf wen immer er aber fällt, den wird er zu Staub machen.“

      Die Schriftgelehrten und die Oberpriester merken jetzt, daß Jesus von ihnen spricht, und sie wollen ihn, den rechtmäßigen „Erben“, töten. Deshalb wird das Vorrecht, in Gottes Königreich zu herrschen, von Israel genommen, und eine neue Nation von „Weingärtnern“ wird gebildet werden, eine, die entsprechende Früchte hervorbringt.

      Da die geistlichen Führer die Volksmengen fürchten, die Jesus für einen Propheten halten, versuchen sie nicht, ihn bei dieser Gelegenheit zu töten. Matthäus 21:28-46; Markus 12:1-12; Lukas 20:9-19; Jesaja 5:1-7.

  • Das Gleichnis vom Hochzeitsfest
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Das Gleichnis vom Hochzeitsfest

      JESUS hat die Schriftgelehrten und die Oberpriester durch zwei Gleichnisse bloßgestellt, und sie wollen ihn töten. Aber Jesus ist noch lange nicht mit ihnen fertig. Er erzählt ihnen noch ein Gleichnis und sagt:

      „Das Königreich der Himmel ist einem Menschen, einem König, gleich geworden, der für seinen Sohn ein Hochzeitsfest veranstaltete. Und er sandte seine Sklaven aus, um die Geladenen zum Hochzeitsfest zu rufen, aber sie wollten nicht kommen.“

      Jehova Gott ist der König, der ein Hochzeitsfest für seinen Sohn, Jesus Christus, vorbereitet. Die Braut, bestehend aus seinen 144 000 gesalbten Nachfolgern, wird schließlich mit Jesus im Himmel vereint sein. Die Untertanen des Königs sind das Volk Israel, das 1513 v. u. Z. die Gelegenheit erhielt, „ein Königreich von Priestern“ zu werden, als es unter den Gesetzesbund kam. Daher wurden die Israeliten ursprünglich bei dieser Gelegenheit zu dem Hochzeitsfest eingeladen.

      Jedoch erging der erste Ruf an die Geladenen nicht vor dem Herbst 29 u. Z., als Jesus und seine Jünger (die Sklaven des Königs) begannen, das Königreich zu predigen. Aber die natürlichen Israeliten, die von den Sklaven von 29 bis 33 u. Z. gerufen wurden, wollten nicht kommen. Daher räumte Gott der eingeladenen Nation eine weitere Gelegenheit ein, wie Jesus erzählt:

      „Wieder sandte er andere Sklaven aus, indem er sprach: ‚Sagt den Geladenen: „Siehe, ich habe mein Essen zubereitet, meine Stiere und Masttiere sind geschlachtet, und alles ist bereit. Kommt zum Hochzeitsfest.“ ‘ “ Dieser zweite und letzte Ruf an die Geladenen erging zu Pfingsten 33 u. Z., als heiliger Geist auf Jesu Nachfolger ausgegossen wurde, und er erging bis 36 u. Z.

      Die große Mehrheit der Israeliten verschmähten allerdings auch diesen Ruf. „Sie gingen“, wie Jesus sagte, „uninteressiert weg, der eine auf sein eigenes Feld, der andere seinen Handelsgeschäften nach; die übrigen aber ergriffen seine Sklaven, behandelten sie schmählich und töteten sie.“ „Der König aber“, fährt Jesus fort, „wurde zornig und sandte seine Heere aus und brachte jene Mörder um und verbrannte ihre Stadt.“ Das ereignete sich 70 u. Z., als Jerusalem von den Römern vollkommen zerstört wurde und jene Mörder getötet wurden.

      Jesus erklärt dann, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hat: „Dann sprach er [der König] zu seinen Sklaven: ‚Das Hochzeitsfest ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig. Geht daher auf die Straßen, die aus der Stadt hinausführen, und ladet irgend jemand, den ihr findet, zum Hochzeitsfest ein.‘ “ Die Sklaven taten es, und „der Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten wurde mit den zu Tisch Liegenden gefüllt“.

      Das Sammeln der Gäste von den Straßen außerhalb der Stadt der Geladenen begann 36 u. Z. Der römische Offizier Kornelius und seine Familie waren die ersten unbeschnittenen Nichtjuden, die eingesammelt wurden. Die Einsammlung der Nichtjuden, die diejenigen ersetzen, die ursprünglich den Ruf zurückgewiesen haben, ist bis ins 20. Jahrhundert fortgesetzt worden.

      Heute, im 20. Jahrhundert, wird der Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten gefüllt. Jesus erzählt, was dann geschieht. Er sagt: „Als der König hereinkam, um sich die Gäste zu besehen, erblickte er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. Da sagte er zu ihm: ‚Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du doch kein Hochzeitskleid anhast?‘ Er wurde zum Schweigen gebracht. Darauf sagte der König zu seinen Dienern: ‚Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die Finsternis draußen. Dort wird sein Weinen und sein Zähneknirschen sein.‘ “

      Der Mann ohne Hochzeitskleid stellt die unechten Christen der Christenheit dar. Diese hat Gott niemals als solche anerkannt, die die richtigen Erkennungsmerkmale geistiger Israeliten aufweisen. Gott hat sie niemals mit heiligem Geist zu Königreichserben gesalbt. Deshalb werden sie hinausgeworfen in die Dunkelheit, wo sie Vernichtung erleiden.

      Jesus schließt sein Gleichnis ab, indem er sagt: „Denn es sind viele eingeladen, doch wenige auserwählt.“ Ja, viele aus dem Volk Israel waren eingeladen, Glieder der Braut Christi zu werden, aber nur wenige natürliche Israeliten wurden auserwählt. Die meisten der 144 000 Gäste, die die himmlische Belohnung erhalten, sind Nichtisraeliten. Matthäus 22:1-14; 2. Mose 19:1-6; Offenbarung 14:1-3.

  • Der Versuch, Jesus eine Falle zu stellen, mißlingt
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Der Versuch, Jesus eine Falle zu stellen, mißlingt

      WEIL Jesus immer noch im Tempel lehrt und gerade durch drei Gleichnisse die Bosheit seiner religiösen Gegner bloßgestellt hat, halten die verärgerten Pharisäer Rat, wie sie ihm eine Falle stellen können, so daß er etwas sagt, weswegen man ihn festnehmen kann. Sie schmieden einen Plan und senden dann ihre Jünger zusammen mit Parteianhängern des Herodes zu ihm, die ihn veranlassen sollen, sich in seinen eigenen Worten zu fangen.

      „Lehrer“, sagen diese Männer, „wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und du kümmerst dich um niemand, denn du schaust nicht auf die äußere Erscheinung der Menschen. Sag uns daher: Was denkst du? Ist es erlaubt, Cäsar Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“

      Jesus läßt sich durch die Schmeichelei nicht täuschen. Er ist sich bewußt, daß er sich der Aufwiegelung gegen Rom schuldig machen würde, wenn er sagte: „Nein, es ist nicht erlaubt, diese Steuer zu zahlen.“ Sagt er jedoch: „Ja, ihr müßt diese Steuer zahlen“, trifft ihn der Haß der Juden, für die das römische Joch etwas Verächtliches ist. Jesus entgegnet daher: „Warum stellt ihr mich auf die Probe, Heuchler? Zeigt mir die Kopfsteuermünze.“

      Man bringt sie ihm, worauf er fragt: „Wessen Bild und Aufschrift ist dies?“

      „Cäsars“, antworten sie.

      „Zahlt daher Cäsars Dinge Cäsar zurück, Gottes Dinge aber Gott.“ Verwundert über Jesu geniale Antwort gehen die Männer davon und lassen ihn in Frieden.

      Als die Sadduzäer sehen, daß es den Pharisäern nicht gelungen ist, etwas zu finden, um gegen Jesus vorzugehen, sprechen sie ihn an. Sie, die sagen, es gebe keine Auferstehung, fragen ihn: „Lehrer, Moses hat gesagt: ‚Wenn ein Mann stirbt, ohne Kinder zu haben, soll sein Bruder dessen Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen erwecken.‘ Nun gab es bei uns sieben Brüder; und der erste heiratete und starb, und weil er keine Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Ebenso erging es auch dem zweiten und dem dritten, ja schließlich allen sieben. Als letzte von allen starb die Frau. Wer von den sieben wird sie demnach in der Auferstehung zur Frau haben? Denn sie alle hatten sie.“

      Darauf gibt Jesus folgendes zur Antwort: „Seid ihr nicht deshalb im Irrtum, weil ihr weder die Schriften noch die Macht Gottes kennt? Denn wenn sie von den Toten auferstehen, heiraten Männer nicht, noch werden Frauen verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln. Was aber die Toten betrifft, daß sie auferweckt werden, habt ihr nicht in dem Buch Mose, in dem Bericht über den Dornbusch, gelesen, wie Gott zu ihm sprach: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.‘? Er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr seid sehr im Irrtum.“

      Erneut sind die Volksmengen über Jesu Antwort erstaunt. Selbst einige von den Schriftgelehrten müssen anerkennen: „Lehrer, du hast gut geredet.“

      Als die Pharisäer sehen, daß Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hat, tun sie sich zu einer Gruppe zusammen und kommen zu ihm. Um Jesus weiter auf die Probe zu stellen, fragt einer der Schriftgelehrten: „Lehrer, welches ist das größte Gebot im GESETZ?“

      Jesus antwortet: „Das erste ist: ‚Höre, o Israel: Jehova, unser Gott, ist e i n Jehova, und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn und mit deiner ganzen Kraft.‘ Das zweite ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ Kein anderes Gebot ist größer als diese.“ Jesus fügt sogar noch hinzu: „An diesen zwei Geboten hängt das ganze GESETZ und die PROPHETEN.“

      Der Schriftgelehrte stimmt ihm zu: „Lehrer, treffend hast du der Wahrheit gemäß gesagt: ‚ER ist E i n e r, und da ist kein anderer als ER‘; und dieses, ‚ihn zu lieben mit ganzem Herzen und mit ganzem Verstand und mit ganzer Kraft‘, und dieses, ‚seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst‘, ist weit mehr wert als alle Ganzbrandopfer und Schlachtopfer.“

      Da Jesus erkennt, daß der Schriftgelehrte verständig geantwortet hat, sagt er zu ihm: „Du bist nicht fern vom Königreich Gottes.“

      Drei Tage lang — Sonntag, Montag und Dienstag — hat Jesus im Tempel gelehrt. Das Volk hat ihm gern zugehört, doch die geistlichen Führer suchen ihn zu töten, aber bisher sind ihre Versuche vereitelt worden. Matthäus 22:15-40; Markus 12:13-34; Lukas 20:20-40.

  • Jesus verurteilt seine Widersacher
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Jesus verurteilt seine Widersacher

      JESUS hat seine religiösen Widersacher so gründlich beschämt, daß sie sich nicht mehr trauen, ihn weiter zu befragen. Daher ergreift er die Initiative, um ihre Unwissenheit aufzudecken. „Wie denkt ihr über den Christus?“ fragt er. „Wessen Sohn ist er?“

      „Davids“, antworten die Pharisäer.

      Ohne in Abrede zu stellen, daß David ein fleischlicher Vorfahr des Christus oder Messias war, fragt Jesus: „Wie kommt es denn, daß David ihn durch Inspiration [in Psalm 110] ‚Herr‘ nennt, wenn er sagt: ‚Jehova sprach zu meinem Herrn: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde unter deine Füße lege.“ ‘? Wenn also David ihn ‚Herr‘ nennt, wieso ist er sein Sohn?“

      Die Pharisäer schweigen, denn sie kennen die wahre Identität des Christus oder Gesalbten nicht. Der Messias ist nicht einfach ein menschlicher Nachkomme Davids, wie die Pharisäer offensichtlich glauben, sondern er existierte bereits im Himmel und war deshalb größer als David, d. h. sein Herr.

      An die Volksmengen und an seine Jünger gewandt, warnt Jesus nun vor den Schriftgelehrten und Pharisäern. Da diese das Gesetz Gottes lehren, „haben [sie] sich auf Moses’ Stuhl gesetzt“, weshalb Jesus rät: „Alles daher, was sie euch sagen, tut und haltet.“ Er fügt jedoch hinzu: „Handelt nicht nach ihren Taten, denn sie sagen es wohl, aber handeln nicht entsprechend.“

      Sie sind Heuchler, und Jesus verurteilt sie weitgehend mit denselben Worten, die er einige Monate zuvor anläßlich eines Essens im Haus eines Pharisäers gebrauchte. „Alle Werke, die sie tun“, sagt er, „tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden.“ Und er führt dafür folgende Beispiele an:

      „Sie machen die Schrifttexte enthaltenden Kapseln breit, die sie als Schutzmittel tragen.“ Diese relativ kleinen Kapseln, die an der Stirn oder am Arm getragen werden, enthalten vier Teile des Gesetzes: 2. Mose 13:1-10, 11-16 und 5. Mose 6:4-9; 11:13-21. Die Pharisäer vergrößern diese Kapseln allerdings, um sich den Anschein zu geben, für das Gesetz zu eifern.

      Wie Jesus weiter zeigt, „vergrößern [sie] die Fransen ihrer Kleider“. Gemäß 4. Mose 15:38-40 wird den Israeliten geboten, sich Fransen an die Kleider zu machen; die Pharisäer machen ihre jedoch größer als die anderen Israeliten. Das alles tun sie aber nur, um aufzufallen. „Sie haben gern den hervorragendsten Platz“, erklärt Jesus.

      Leider haben sich seine eigenen Jünger von dem Wunsch nach Prominenz anstecken lassen. Er gibt ihnen daher den Rat: „Ihr aber, laßt euch nicht Rabbi nennen, denn e i n e r ist euer Lehrer, während ihr alle Brüder seid. Des weiteren nennt niemand auf der Erde euren Vater, denn e i n e r ist euer Vater, der himmlische. Auch laßt euch nicht ‚Führer‘ nennen, denn e i n e r ist euer Führer, der Christus.“ Die Jünger müssen den Wunsch unterdrücken, an erster Stelle zu stehen. „Der Größte ... unter euch soll euer Diener sein“, lautet Jesu Anweisung.

      Als nächstes spricht er mehrere Wehe über die Schriftgelehrten und die Pharisäer aus und nennt sie wiederholt Heuchler. Sie ‘verschließen das Königreich der Himmel vor den Menschen’, und „sie sind es, die die Häuser der Witwen verzehren und zum Vorwand lange Gebete sprechen“.

      „Wehe euch, blinde Leiter“, sagt Jesus. Er verurteilt den Mangel an geistigen Werten bei den Pharisäern, der sich unter anderem durch ihre willkürlichen Unterscheidungen offenbart. So sagen sie beispielsweise: „Wenn jemand beim Tempel schwört, ist es nichts; wenn jemand aber beim Gold des Tempels schwört, ist er verpflichtet.“ Dadurch, daß sie dem Gold des Tempels größeres Gewicht beimessen als dem geistigen Wert der Anbetungsstätte, offenbaren sie ihre geistige Blindheit.

      Wie schon bei einer früheren Gelegenheit verurteilt Jesus die Pharisäer auch diesmal, weil sie die „gewichtigeren Dinge des GESETZES außer acht gelassen [haben], nämlich das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue“, während sie peinlichst genau darauf bedacht sind, selbst von unscheinbaren Gewürzen den Zehnten zu zahlen.

      Jesus stellt die Pharisäer mit den Worten bloß: „Blinde Leiter, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber hinunterschluckt!“ Sie sieben eine Mücke aus dem Wein aus, nicht, weil es sich um ein Insekt handelt, sondern weil sie zeremoniell unrein ist. Daß sie die gewichtigeren Dinge des Gesetzes nicht beachten, ist mit dem Hinunterschlucken eines Kamels — ebenfalls ein zeremoniell unreines Tier — vergleichbar. Matthäus 22:41 bis 23:24; Markus 12:35-40; Lukas 20:41-47; 3. Mose 11:4, 21-24.

  • Abschließender Dienst im Tempel
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Abschließender Dienst im Tempel

      JESUS ist zum letztenmal im Tempel und beendet damit seinen öffentlichen Dienst auf der Erde, wenn man von den Ereignissen in Verbindung mit seiner Verurteilung und Hinrichtung drei Tage später einmal absieht. Er setzt seine scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und den Pharisäern fort.

      Drei weitere Male ruft er aus: „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler!“ Als erstes spricht er ein Wehe über sie aus, weil sie „das Äußere des Bechers und der Schüssel“ reinigen, „innen aber sind sie mit Raub und Unmäßigkeit gefüllt“. Er gibt daher den Rat: „Reinige zuerst das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde.“

      Dann spricht Jesus ein Wehe über die Schriftgelehrten und die Pharisäer aus wegen ihrer inneren Verderbtheit und ihres geistigen Verfalls, was sie jedoch durch äußerliche Frömmigkeit zu verbergen suchen. „Ihr [gleicht] getünchten Gräbern“, sagt er, „die zwar von außen schön scheinen, innen aber voll von Totengebeinen und jeder Art Unreinheit sind.“

      Außerdem offenbart sich ihre Heuchelei dadurch, daß sie Gräber für die Propheten bauen und schmücken, um die Aufmerksamkeit auf ihre eigene Wohltätigkeit zu lenken. Wie Jesus jedoch offenbart, sind sie „Söhne derer ..., die die Propheten ermordet haben“. Ja, jeder, der es wagt, ihre Heuchelei aufzudecken, ist in Gefahr!

      Im weiteren Verlauf prangert Jesus sie mit äußerst scharfen Worten an: „Schlangen, Otternbrut“, sagt er, „wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ Gehenna wird jenes Tal genannt, das als Müllabladeplatz von Jerusalem dient. Jesus gibt somit zu verstehen, daß die Schriftgelehrten und die Pharisäer für ihren bösen Lauf die ewige Vernichtung erleiden werden.

      Mit Bezug auf diejenigen, die er als seine Vertreter aussendet, sagt er: „Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, Barachias’ [im zweiten Buch der Chronika Jehojada genannt] Sohn, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen.“

      Weil Sacharja die Führer Israels mit scharfen Worten tadelte, „verschworen sie sich gegen ihn und bewarfen ihn auf das Gebot des Königs im Vorhof des Hauses Jehovas mit Steinen“. Aber wie Jesus voraussagt, wird Israel für all das gerechte Blut bezahlen, das vergossen wurde. Die Abrechnung erfolgt 37 Jahre später, 70 u. Z., als die römischen Heere Jerusalem zerstören und über eine Million Juden umkommen.

      Es bedrückt Jesus, an dieses furchtbare Geschehen zu denken. „Jerusalem, Jerusalem“, ruft er ein weiteres Mal aus, „wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen.“

      Er fügt dann hinzu: „Ihr werdet mich von nun an auf keinen Fall mehr sehen, bis ihr sagt: ‚Gesegnet ist der, der im Namen Jehovas kommt!‘ “ Das wird zur Zeit der Gegenwart Christi sein, wenn er in sein himmlisches Königreich kommt und Menschen ihn mit dem Auge des Glaubens sehen werden.

      Darauf begibt sich Jesus an einen Platz, von dem aus er beobachten kann, wie die Leute Geld in die Schatzkästen des Tempels werfen. Die Reichen geben viele Münzen. Es kommt aber auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen von ganz geringem Wert spendet.

      Jesus ruft seine Jünger und sagt: „Wahrlich, ich sage euch, daß diese arme Witwe mehr eingeworfen hat als alle, die Geld in die Schatzkästen einwarfen.“ Die Jünger fragen sich offenbar, wie das möglich sei. Daher erklärt Jesus ihnen: „Sie alle haben von ihrem Überfluß eingeworfen; sie aber hat von ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt.“ Nach diesen Worten verläßt Jesus zum letztenmal den Tempel.

      Einer seiner Jünger ruft voller Bewunderung für die Größe und Schönheit des Tempels aus: „Lehrer, schau, was für Steine und was für Bauten!“ Tatsächlich, die Steine sollen über 11 m lang, über 5 m breit und über 3 m hoch gewesen sein.

      „Siehst du diese großen Bauten?“ entgegnet Jesus. „Bestimmt wird hier nicht ein Stein auf dem anderen gelassen, der nicht niedergerissen werden wird.“

      Nachdem Jesus das gesagt hat, durchqueren er und seine Apostel das Kidrontal und steigen den Ölberg hinauf. Von hier aus haben sie einen schönen Blick auf den prächtigen Tempel. Matthäus 23:25 bis 24:3; Markus 12:41 bis 13:3; Lukas 21:1-6; 2. Chronika 24:20-22.

  • Zeichen der letzten Tage
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Zeichen der letzten Tage

      INZWISCHEN ist es Dienstag nachmittag geworden. Jesus sitzt auf dem Ölberg und blickt auf den Tempel hinab, als Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes allein zu ihm kommen. Sie machen sich Gedanken wegen des Tempels, da Jesus vorausgesagt hat, daß davon kein Stein auf dem anderen gelassen werden wird.

      Als sie an Jesus herantreten, haben sie jedoch offensichtlich noch mehr im Sinn. Einige Wochen zuvor hat er über seine „Gegenwart“ gesprochen, die Zeit, in der „der Menschensohn geoffenbart wird“. Und noch früher hatte er ihnen gegenüber bereits den „Abschluß des Systems der Dinge“ erwähnt. Die Apostel sind daher sehr neugierig.

      Sie bitten ihn deshalb: „Sag uns: Wann werden diese Dinge [die zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels führen] geschehen, und was wird das Zeichen deiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge sein?“ Ihre Frage gliedert sich somit in drei Teile. Erstens wünschen sie Aufschluß über das Ende Jerusalems und des Tempels, zweitens über Jesu Gegenwart in Königreichsmacht und drittens über das Ende des gesamten Systems der Dinge.

      In seiner ausführlichen Erwiderung beantwortet Jesus alle drei Teile der Frage. Er nennt ein Zeichen, an dem das bevorstehende Ende des jüdischen Systems der Dinge zu erkennen sein wird; aber er zeigt noch mehr. Er beschreibt auch das Zeichen, das seine künftigen Jünger wachsam werden und erkennen läßt, daß sie während seiner Gegenwart und kurz vor dem Ende des gesamten Systems der Dinge leben.

      Im Laufe der Jahre beobachten die Apostel die Erfüllung der Prophezeiung Jesu. Ja, genau die Dinge, die er vorausgesagt hat, beginnen sich in ihren Tagen zu erfüllen. Deshalb werden die Christen 37 Jahre später, 70 u. Z., nicht von der Vernichtung des jüdischen Systems und der Zerstörung des Tempels überrascht.

      Christi Gegenwart und der Abschluß des Systems der Dinge kommen allerdings nicht 70 u. Z. Seine Gegenwart in Königreichsmacht beginnt erst viel später. Aber wann? Das offenbart eine Untersuchung seiner Prophezeiung.

      Jesus sagt voraus, daß von „Kriegen und Kriegsberichten“ zu hören sein wird. „Nation wird sich gegen Nation erheben“, sagt er, und es wird Lebensmittelknappheit, Erdbeben und Seuchen geben. Man wird seine Jünger hassen und töten. Falsche Propheten werden aufstehen und viele irreführen. Die Gesetzlosigkeit wird zunehmen und die Liebe der meisten erkalten. Gleichzeitig wird die gute Botschaft von Gottes Königreich gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis.

      Jesu Prophezeiung hat vor der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 u. Z. zwar eine Erfüllung im kleinen, im großen erfüllt sie sich jedoch während seiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge. Eine genaue Betrachtung der Weltereignisse seit 1914 offenbart, daß sich diese bedeutsame Prophezeiung seit jenem Jahr in größerem Rahmen erfüllt.

      Als weiteren Teil des Zeichens nennt Jesus das Erscheinen des ‘abscheulichen Dings, das Verwüstung verursacht’. Im Jahre 66 u. Z. erscheint dieses abscheuliche Ding in Form der Heere Roms, die Jerusalem umlagern und die Tempelmauer untergraben. Das „abscheuliche Ding“ steht dort, wo es nicht stehen sollte.

      In der größeren Erfüllung der Prophezeiung über das Zeichen ist das abscheuliche Ding der Völkerbund und sein Nachfolger, die Vereinten Nationen. Die Christenheit betrachtet diese Organisation für den Weltfrieden als Ersatz für Gottes Königreich. Wie abscheulich! Zur gegebenen Zeit werden sich daher die mit den Vereinten Nationen verbundenen politischen Mächte gegen die Christenheit (das gegenbildliche Jerusalem) wenden und sie vernichten.

      Jesus sagt deshalb voraus: „Dann wird große Drangsal sein, wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird.“ In Verbindung mit der Zerstörung Jerusalems 70 u. Z. ist tatsächlich eine große Drangsal eingetreten, in der über eine Million Menschen umgekommen sein sollen, aber diese Drangsal ist nicht so groß wie die globale Flut in den Tagen Noahs gewesen. Daher steht die größere Erfüllung dieses Teils der Prophezeiung Jesu noch aus.

      Zuversicht während der letzten Tage

      Als sich der 11. Nisan, ein Dienstag, seinem Ende zuneigt, setzt Jesus das Gespräch mit seinen Aposteln über das Zeichen seiner Gegenwart in Königreichsmacht und des Endes des Systems der Dinge fort. Er warnt sie davor, falschen Christussen zu folgen. Wie er sagt, würde man versuchen, „wenn möglich, selbst die Auserwählten irrezuführen“. Aber die Auserwählten würden sich gleich weitsichtigen Adlern dort versammeln, wo die wahre geistige Speise zu finden sei, nämlich bei dem wahren Christus während seiner unsichtbaren Gegenwart. Sie würden sich nicht irreführen lassen und sich keinem falschen Christus zugesellen.

      Falsche Christusse können nur sichtbar erscheinen. Im Gegensatz dazu wird die Gegenwart Jesu unsichtbar sein. Und es wird sich dabei um eine furchterregende Zeit der Menschheitsgeschichte handeln, wie Jesus zeigt: „Die Sonne [wird] verfinstert werden, und der Mond wird sein Licht nicht geben.“ Tatsächlich wird es die finsterste Epoche sein, seit es Menschen auf der Erde gibt. Ja es wird gleichsam sein, als ob die Sonne während des Tages verfinstert wäre und der Mond in der Nacht sein Licht nicht geben würde.

      „Die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden“, fährt Jesus fort. Er deutet damit an, daß das Aussehen der buchstäblichen Himmel als Vorzeichen dienen wird. Die Himmel werden nicht mehr nur den Vögeln vorbehalten sein; auch Kriegsflugzeuge, Raketen und Satelliten werden dort in großer Zahl ihre Bahn ziehen. Die Furcht und die Gewalttätigkeit wird alles übersteigen, was die Menschen in früheren Zeiten erlebt haben.

      Deshalb herrscht, wie Jesus sagt, „Angst unter den Nationen, die wegen des Tosens des Meeres und seiner Brandung weder aus noch ein wissen, während die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Dieser dunkelste Abschnitt der Menschheitsgeschichte wird jene Zeit einleiten, in der gemäß Jesu Worten „das Zeichen des Menschensohnes im Himmel erscheinen [wird], und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen“.

      Doch nicht alle werden wehklagen, wenn der ‘Menschensohn mit Macht kommt’, um das gegenwärtige böse System der Dinge zu vernichten. Die „Auserwählten“, die 144 000, die mit Jesus einen Anteil an seinem himmlischen Königreich haben werden, werden nicht wehklagen, ebensowenig ihre Gefährten, diejenigen, die Jesus bei einer früheren Gelegenheit als seine „anderen Schafe“ bezeichnet hat. Sie leben zwar während der dunkelsten Zeit der Menschheitsgeschichte, aber sie nehmen sich Jesu Ermunterung zu Herzen: „Wenn ... diese Dinge zu geschehen anfangen, dann richtet euch auf und hebt eure Häupter empor, denn eure Befreiung naht.“

      Damit diejenigen der Jünger Jesu, die in den letzten Tagen leben würden, die Nähe des Endes erkennen könnten, führt er folgendes Gleichnis an: „Beachtet den Feigenbaum und alle anderen Bäume: Wenn sie bereits ausschlagen, so erkennt ihr selbst, indem ihr es beobachtet, daß nun der Sommer nahe ist. Ebenso auch ihr, wenn ihr diese Dinge geschehen seht, erkennt, daß das Königreich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird auf keinen Fall vergehen, bis alle Dinge geschehen.“

      Daran, daß die vielen verschiedenen Einzelheiten des Zeichens eintreffen, können die Jünger erkennen, daß das Ende des Systems der Dinge nahe ist und Gottes Königreich bald aller Bosheit ein Ende machen wird. Das Ende wird tatsächlich zu Lebzeiten der Menschen kommen, die die Erfüllung aller Dinge sehen, die Jesus voraussagt. Als Ermahnung für jene Jünger, die während der bedeutsamen letzten Tage leben würden, sagt Jesus:

      „Gebt aber auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch unmäßiges Essen und unmäßiges Trinken und Sorgen des Lebens beschwert wird und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch kommt wie eine Schlinge. Denn er wird über alle die kommen, die auf der ganzen Erdoberfläche wohnen. Bleibt also wach, und fleht allezeit, damit es euch gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen.“

      Die verständigen und die törichten Jungfrauen

      Jesus hat die Frage seiner Apostel nach einem Zeichen seiner Gegenwart in Königreichsmacht beantwortet. Nun schildert er in drei Gleichnissen weitere Merkmale des Zeichens.

      Die Erfüllung jedes Gleichnisses würde von denen, die während seiner Gegenwart leben, zu beobachten sein. Das erste führt er folgendermaßen ein: „Dann wird das Königreich der Himmel zehn Jungfrauen gleich werden, die ihre Lampen nahmen und auszogen, dem Bräutigam entgegen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren verständig.“

      Mit den Worten: „Das Königreich der Himmel [wird] zehn Jungfrauen gleich werden“ meint Jesus nicht, daß die eine Hälfte derer, die das himmlische Königreich erben, töricht und die andere Hälfte verständig sei. Nein, sondern er meint, daß es in Verbindung mit dem Königreich der Himmel ein ähnliches Merkmal gebe oder daß Angelegenheiten in Verbindung mit dem Königreich damit zu vergleichen seien.

      Die zehn Jungfrauen stellen alle Christen dar, die Aussicht auf das himmlische Königreich haben oder zu haben behaupten. Zu Pfingsten 33 u. Z. wurde die Christenversammlung dem auferweckten, verherrlichten Bräutigam, Jesus Christus, zur Ehe versprochen. Jedoch sollte die Hochzeit irgendwann in der Zukunft im Himmel stattfinden.

      In dem Gleichnis ziehen die zehn Jungfrauen in der Absicht aus, den Bräutigam willkommen zu heißen und sich ihm im Hochzeitszug anzuschließen. Bei seiner Ankunft ehren sie ihn, indem sie den Weg mit ihren Lampen beleuchten, wenn er seine Braut zu dem für sie vorbereiteten Haus bringt. Jesus erklärt indes: „Die törichten nahmen wohl ihre Lampen, nahmen aber kein Öl mit sich, die verständigen dagegen nahmen samt ihren Lampen Öl in ihren Behältern mit. Während der Bräutigam noch ausblieb, nickten sie alle ein und begannen zu schlafen.“

      Das lange Ausbleiben des Bräutigams zeigt an, daß Christi Gegenwart als herrschender König in ferner Zukunft liegen soll. Er kommt schließlich im Jahre 1914 zu seinem Thron. In der langen Nacht, die dem vorausgeht, schlafen alle Jungfrauen ein. Doch deswegen werden sie nicht verurteilt. Die törichten Jungfrauen werden verurteilt, weil sie kein Öl für ihre Behälter haben. Jesus erklärt, was geschieht, als die Jungfrauen vor dem Eintreffen des Bräutigams erwachen: „Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: ‚Der Bräutigam ist da! Geht hinaus, ihm entgegen!‘ Da erhoben sich alle jene Jungfrauen und brachten ihre Lampen in Ordnung. Die törichten sagten zu den verständigen: ‚Gebt uns etwas von eurem Öl, denn unsere Lampen sind daran, zu erlöschen.‘ Da antworteten die verständigen und sprachen: ‚Vielleicht mag es nicht ganz für uns und euch genügen. Geht statt dessen hin zu denen, die es verkaufen, und kauft für euch selbst.‘ “

      Das Öl stellt etwas dar, was bewirkt, daß wahre Christen als Lichtquelle scheinen. Es ist das inspirierte Wort Gottes, an das sich Christen klammern, in Verbindung mit dem heiligen Geist, der ihnen hilft, es zu verstehen. Das geistige Öl ermöglicht es den verständigen Jungfrauen, Licht auszustrahlen, wobei sie den Bräutigam auf dem Zug zum Hochzeitsfest willkommen heißen. Die törichten Jungfrauen haben jedoch in sich, d. h. in ihren Behältern, nicht das nötige geistige Öl. Jesus beschreibt daher, was geschieht:

      „Während sie [die törichten Jungfrauen] hingingen, um [Öl] zu kaufen, traf der Bräutigam ein, und die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm hinein zum Hochzeitsfest; und die Tür wurde verschlossen. Danach kamen auch die übrigen Jungfrauen und sprachen: ‚Herr, Herr, öffne uns!‘ Er gab zur Antwort: ‚Ich sage euch die Wahrheit: Ich kenne euch nicht.‘ “

      Nachdem Christus in sein himmlisches Königreich gekommen ist, erwachen die verständigen Jungfrauen — die Klasse wahrer gesalbter Christen — hinsichtlich ihres Vorrechts, in dieser finsteren Welt zur Ehre des zurückgekehrten Bräutigams Licht leuchten zu lassen. Diejenigen aber, die durch die törichten Jungfrauen dargestellt werden, sind nicht vorbereitet, ihn so bei seiner Ankunft zu lobpreisen. Wenn also die Zeit da ist, öffnet Christus ihnen nicht die Tür zum Hochzeitsfest im Himmel. Er läßt sie draußen in der stockfinsteren Nacht der Welt, wo sie mit allen übrigen Tätern der Gesetzlosigkeit umkommen. „Wacht daher beharrlich“, sagt Jesus abschließend, „denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde.“

      Das Gleichnis von den Talenten

      Jesus setzt das Gespräch mit seinen Aposteln auf dem Ölberg mit einem weiteren Gleichnis fort, dem zweiten von insgesamt dreien. Einige Tage zuvor, noch in Jericho, hatte er das Gleichnis von den Minen erzählt, um zu zeigen, daß das Königreich erst in ferner Zukunft komme. Das folgende Gleichnis weist eine Reihe von Ähnlichkeiten auf, und seine Erfüllung betrifft Vorgänge während Christi Gegenwart in Königreichsmacht. Es weist darauf hin, daß seine Jünger damit beschäftigt sein müssen, „seine Habe“ zu vermehren, solange sie auf der Erde sind.

      Jesus beginnt seine Darlegungen wie folgt: „Denn es [Umstände in Verbindung mit dem Königreich] ist so, wie wenn ein Mensch, der im Begriff stand, außer Landes zu reisen, seine eigenen Sklaven zu sich rief und ihnen seine Habe übergab.“ Dieser Mensch ist Jesus, der, bevor er außer Landes geht, d. h. in den Himmel, seinen Sklaven — den Jüngern als voraussichtlichen Teilhabern am himmlischen Königreich — seine Habe übergibt. Bei der Habe handelt es sich nicht um materiellen Besitz; sie stellt statt dessen ein vorbereitetes Feld dar, auf dem er günstige Bedingungen geschaffen hat, so daß weitere Jünger hervorgebracht werden können.

      Jesus vertraut seinen Jüngern seine Habe kurz vor seiner Himmelfahrt an. Wie tut er dies? Indem er ihnen gebietet, das vorbereitete Feld weiterhin zu bearbeiten, und zwar durch das Predigen der Königreichsbotschaft bis zu den entferntesten Teilen der Erde. Er beschreibt es folgendermaßen: „Dem einen gab er fünf Talente, einem anderen zwei, noch einem anderen eines, einem jeden nach seiner eigenen Fähigkeit, und er ging außer Landes.“

      Die acht Talente — Christi Habe — werden somit gemäß den Fähigkeiten oder geistigen Möglichkeiten der Sklaven verteilt. Die Sklaven stehen für Klassen von Jüngern. Im ersten Jahrhundert gehörten die Apostel offensichtlich zu der Klasse, die die fünf Talente empfing. Jesus führt weiter aus, daß die Sklaven, die die fünf und die zwei Talente erhalten hatten, diese verdoppelten, indem sie das Königreich verkündigten und Jünger machten. Der Sklave dagegen, der das eine Talent empfangen hatte, vergrub es in der Erde.

      „Nach langer Zeit kam der Herr jener Sklaven und rechnete mit ihnen ab“, fährt Jesus fort. Da Christus erst im 20. Jahrhundert, etwa 1 900 Jahre später, zurückkehrte, um abzurechnen, war es wirklich „nach langer Zeit“. Dann erklärt Jesus:

      „Da trat der herzu, der fünf Talente empfangen hatte, und brachte fünf weitere Talente und sprach: ‚Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe fünf weitere Talente gewonnen.‘ Sein Herr sagte zu ihm: ‚Wohlgetan, du guter und treuer Sklave! Du warst über weniges treu. Ich will dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn.‘ “ Der Sklave, dem die zwei Talente übergeben worden waren, hatte sie ebenfalls verdoppelt und wurde genauso gelobt und belohnt.

      Inwiefern gehen diese treuen Sklaven in die Freude ihres Herrn ein? Nun, die Freude ihres Herrn, Jesus Christus, besteht darin, das Königreich als Besitz zu erhalten, als er in ein fernes Land ging, d. h. zu seinem Vater in den Himmel. Die treuen Sklaven in der Neuzeit erfüllt es mit großer Freude, mit weiterer Verantwortung in Verbindung mit dem Königreich betraut zu sein, und wenn sie ihren irdischen Lauf vollenden, werden sie die alles übertreffende Freude erleben, auferweckt und in das himmlische Königreich aufgenommen zu werden. Wie verhält es sich jedoch mit dem dritten Sklaven?

      „Herr, ich wußte, daß du ein strenger Mann bist“, klagt jener Sklave. „Da fürchtete ich mich und ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Hier hast du das Deine.“ Der Sklave lehnte es bewußt ab, auf dem vorbereiteten Feld tätig zu sein, d. h. zu predigen und Jünger zu machen. Der Herr nennt ihn daher ‘böse und träge’ und fällt folgendes Urteil: „Nehmt ihm das Talent weg ... Und den unnützen Sklaven werft hinaus in die Finsternis draußen. Dort wird sein Weinen und sein Zähneknirschen sein.“ Wer zur Klasse des bösen Sklaven gehört, wird hinausgeworfen und somit jeglicher geistiger Freude beraubt.

      Das ist eine ernste Lektion für alle, die sich als Nachfolger Christi ausgeben. Wenn sie von ihrem himmlischen Herrn Lob und Belohnung erhalten und nicht in die Finsternis draußen geworfen werden und schließlich Vernichtung erleiden wollen, müssen sie damit beschäftigt sein, seine Habe zu vermehren, indem sie einen vollen Anteil am Predigtwerk haben. Setzt du dich in dieser Hinsicht eifrig ein?

      Wenn Christus in Königreichsmacht kommt

      Jesus befindet sich mit seinen Aposteln noch auf dem Ölberg. Als Antwort auf ihre Frage nach einem Zeichen seiner Gegenwart und des Abschlusses des Systems der Dinge erzählt er ihnen nun das letzte von drei Gleichnissen. „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen sein wird und alle Engel mit ihm“, beginnt Jesus, „dann wird er sich auf seinen Thron der Herrlichkeit setzen.“

      Menschen können Engel in ihrer himmlischen Herrlichkeit nicht sehen. Das Kommen des Menschensohnes, Jesus Christus, mit den Engeln muß also für Menschenaugen unsichtbar sein. Es erfolgt im Jahr 1914. Aber zu welchem Zweck kommt er? Jesus sagt: „Alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen voneinander trennen, so wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken trennt. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken.“

      Was mit denen geschehen wird, die auf die Seite der Gunst gestellt werden, erklärt Jesus wie folgt: „Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: ‚Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet worden seid, erbt das Königreich, das von der Grundlegung der Welt an für euch bereitet ist.‘ “ Die Schafe in diesem Gleichnis werden nicht mit Christus im Himmel herrschen, sondern das Königreich in dem Sinn erben, daß sie dessen irdische Untertanen sind. Die „Grundlegung der Welt“ erfolgte, als Adam und Eva Kinder hervorbrachten, die aus Gottes Vorkehrung zur Erlösung der Menschheit Nutzen ziehen konnten.

      Aber warum werden die Schafe zur Rechten des Königs, auf die Seite seiner Gunst, gestellt? „Denn ich wurde hungrig“, antwortet der König, „und ihr gabt mir etwas zu essen; ich wurde durstig, und ihr gabt mir etwas zu trinken. Ich war ein Fremder, und ihr nahmt mich gastfreundlich auf, nackt, und ihr bekleidetet mich. Ich wurde krank, und ihr saht nach mir. Ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.“

      Da die Schafe auf der Erde sind, möchten sie gern wissen, wie sie ihrem himmlischen König so etwas Gutes erweisen konnten. „Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich“, fragen sie, „oder durstig und gaben dir etwas zu trinken? Wann sahen wir dich als einen Fremden und nahmen dich gastfreundlich auf oder nackt und bekleideten dich? Wann sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir?“

      „Wahrlich, ich sage euch“, erwidert der König: „In dem Maße, wie ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.“ Christi Brüder sind die auf der Erde Übriggebliebenen der 144 000, die mit ihm im Himmel herrschen werden. Und ihnen Gutes zu tun ist, wie Jesus sagt, dasselbe, wie wenn man ihm Gutes tut.

      Dann wendet sich der König an die Böcke. „Geht weg von mir, ihr, die ihr verflucht worden seid, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist. Denn ich wurde hungrig, aber ihr gabt mir nichts zu essen, und ich wurde durstig, aber ihr gabt mir nichts zu trinken. Ich war ein Fremder, aber ihr nahmt mich nicht gastfreundlich auf, nackt, aber ihr bekleidetet mich nicht, krank und im Gefängnis, aber ihr saht nicht nach mir.“

      Die Böcke beklagen sich jedoch: „Herr, wann sahen wir dich hungrig oder durstig oder als einen Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und dienten dir nicht?“ Die Grundlage für die Verurteilung der Böcke und das günstige Urteil, das über die Schafe gefällt wird, ist ein und dieselbe. „In dem Maße, wie ihr es einem dieser Geringsten [geringsten meiner Brüder] nicht getan habt“, antwortet Jesus, „habt ihr es mir nicht getan.“

      Christi Gegenwart in Königreichsmacht — bevor das jetzige verderbte System der Dinge in der großen Drangsal endet — ist folglich eine Zeit des Gerichts. Die Böcke „werden in die ewige Abschneidung weggehen, die Gerechten [die Schafe] aber in das ewige Leben“. Matthäus 24:2 bis 25:46; 13:40, 49; Markus 13:3-37; Lukas 21:7-36; 19:43, 44; 17:20-30; 2. Timotheus 3:1-5; Johannes 10:16; Offenbarung 14:1-3.

  • Jesu letztes Passah rückt näher
    Der größte Mensch, der je lebte
    • Jesu letztes Passah rückt näher

      ALS sich der 11. Nisan, ein Dienstag, dem Ende zuneigt, schließt Jesus die Belehrung der Apostel auf dem Ölberg ab. Welch ein geschäftiger, anstrengender Tag hinter ihnen liegt! Jetzt, möglicherweise schon auf dem Rückweg zu ihrer Unterkunft in Bethanien, sagt er zu seinen Aposteln: „Ihr wißt, daß in zwei Tagen das Passah sein wird, und der Menschensohn soll überliefert werden, um an den Pfahl gebracht zu werden.“

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