-
Jehovas Tag ist naheDer Wachtturm 1998 | 1. Mai
-
-
Jehovas Tag ist nahe
„Hört dies, ihr älteren Männer, und schenkt Gehör, all ihr Bewohner des Landes“ (JOEL 1:2).
1, 2. Wegen welcher Situation in Juda wurde Joel von Jehova dazu inspiriert, eine kraftvolle Prophezeiung zu äußern?
„ACH über den Tag! Denn der Tag Jehovas ist nahe, und wie eine Verheerung vom Allmächtigen wird er kommen!“ Welch eine dramatische Ankündigung! Diese Botschaft ließ Gott seinem Volk durch seinen Propheten Joel übermitteln.
2 Die obigen Worte aus Joel 1:15 wurden wahrscheinlich um das Jahr 820 v. u. Z. in Juda aufgezeichnet. Grüne Hügel schmückten damals das Land. Es gab einen Überfluß an Früchten und Getreide. Weithin erstreckten sich die saftigen Weiden. Doch es stand keineswegs alles zum besten. Die Baalsanbetung hatte in Jerusalem und im Land Juda großen Zulauf. Das Volk nahm an Trinkgelagen zu Ehren dieses falschen Gottes teil. (Vergleiche 2. Chronika 21:4-6, 11.) Würde Jehova das noch lange dulden?
3. Wovor warnte Jehova, und worauf sollten sich die Nationen vorbereiten?
3 Das Bibelbuch Joel läßt hinsichtlich der Antwort keinen Zweifel aufkommen. Jehova Gott wollte seine Souveränität rechtfertigen und seinen erhabenen Namen heiligen. Der große Tag Jehovas war nahe. Gott würde schließlich das Strafgericht an allen Nationen in der „Tiefebene Josaphat“ vollstrecken (Joel 3:12). Sollten sie sich doch auf den Krieg mit Jehova, dem Allmächtigen, vorbereiten! Auch uns steht der große Tag Jehovas bevor. Sehen wir uns daher die prophetischen Worte Joels einmal näher an — ihre Bedeutung in der Vergangenheit und für unsere Tage.
Eine Insekteninvasion
4. Wie gewaltig würde das Ereignis sein, vor dem Joel warnte?
4 Jehova sagt durch seinen Propheten: „Hört dies, ihr älteren Männer, und schenkt Gehör, all ihr Bewohner des Landes. Ist dies in euren Tagen geschehen oder auch in den Tagen eurer Vorväter? Erstattet darüber euren eigenen Söhnen Bericht und eure Söhne ihren Söhnen und ihre Söhne der folgenden Generation“ (Joel 1:2, 3). Den älteren Männern und allen übrigen des Volkes stand etwas bevor, was weder zu ihren Lebzeiten noch zu Lebzeiten ihrer Vorväter jemals vorgekommen war. Es sollte so außergewöhnlich sein, daß man bis in die dritte Generation davon erzählen würde. Was war das für ein bemerkenswertes Ereignis? Um das herauszufinden, wollen wir uns einmal in die Tage Joels versetzen.
5, 6. (a) Beschreibe die von Joel vorausgesagte Plage. (b) Wer führte die Plage herbei?
5 Hört! Joel vernimmt ein fernes Grollen. Der Himmel verfinstert sich, und das unheimliche Geräusch schwillt an, während es noch dunkler wird. Dann sinkt eine an Rauch erinnernde Wolke herab. Es ist ein Millionenheer von Insekten. Und welch eine Verwüstung sie verursachen! Wenden wir uns nun Joel 1:4 zu. Bei den einfallenden Insekten handelt es sich nicht nur um geflügelte Wanderheuschrecken. O nein! Es treffen auch hungrige Horden kriechender, flügelloser Heuschrecken ein. Vom Wind getragen, kommen die Heuschrecken plötzlich, und zwar mit einem Geräusch wie von fahrenden Wagen (Joel 2:5). Die unersättlichen Millionen können einen paradiesischen Landstrich innerhalb kürzester Zeit in eine Öde verwandeln.
6 Ebenfalls auf der Wanderschaft sind Raupen — Motten oder Schmetterlinge im Larvenstadium. Die Heerscharen hungriger Raupen können die Blätter der Pflanzen Stück für Stück, Blatt für Blatt verzehren, bis die Vegetation völlig ohne Grün ist. Vieles von dem, was sie übriglassen, fressen die Heuschrecken. Und das, was die Heuschrecken zurücklassen, wird mit Sicherheit von den flinken Kakerlaken vertilgt. Beachten wir jedoch folgendes: Gemäß Joel, Kapitel 2, Vers 11 bezeichnet Gott das Heuschreckenheer als ‘seine Streitmacht’. Ja, er führte die Heuschreckenplage herbei, die das Land verwüsten und schwere Hungersnot zur Folge haben sollte. Wann sollte das geschehen? Unmittelbar vor dem „Tag Jehovas“.
„Wacht auf, ihr Trunkenbolde“!
7. (a) In welchem Zustand befanden sich die geistlichen Führer Judas? (b) Inwiefern befinden sich die Führer der Christenheit heute in einem ähnlichen Zustand wie damals die geistlichen Führer Judas?
7 Eine nichtswürdige Menge — die geistlichen Führer Judas — steht im Mittelpunkt, als die gebieterischen Worte geäußert werden: „Wacht auf, ihr Trunkenbolde, und weint; und heult, all ihr Weintrinker, wegen des süßen Weines, denn weggetilgt ist er von eurem Mund“ (Joel 1:5). Ja, den geistigen Trunkenbolden Judas wurde geboten ‘aufzuwachen’, das heißt, nüchtern zu werden. Denken wir nicht, das sei nur eine alte Geschichte! Gerade jetzt, vor dem großen Tag Jehovas, ist die Geistlichkeit der Christenheit sinnbildlich so voll süßen Weines, daß diese Aufforderung des Höchsten kaum in ihr Bewußtsein dringt. Wie überrascht wird sie sein, wenn sie durch den großen und furchteinflößenden Tag Jehovas aus ihrem geistigen Rausch aufgeweckt wird!
8, 9. (a) Wie beschreibt Joel die Heuschrecken und die Auswirkungen der Plage? (b) Wer wird heute durch die Heuschrecken dargestellt?
8 Schauen wir uns nun das große Heuschreckenheer an: „Da ist eine Nation, die in mein Land heraufgekommen ist, mächtig und ohne Zahl. Ihre Zähne sind die Zähne eines Löwen, und sie hat die Kinnladen eines Löwen. Sie hat meinen Weinstock zu einem Gegenstand des Entsetzens gemacht und meinen Feigenbaum zu einem Stumpf. Sie hat ihn ganz bestimmt abgeschält und ihn weggeworfen. Seine Ranken sind weiß geworden. Wehklage, wie es eine mit Sacktuch gegürtete Jungfrau um den Besitzer ihrer Jugend tut“ (Joel 1:6-8).
9 Ist das lediglich eine Prophezeiung über „eine Nation“ von Heuschrecken, einen Heuschreckenschwarm, der in Juda einfällt? Nein, es steckt mehr dahinter. Sowohl in Joel 1:6 als auch in Offenbarung 9:7 wird Gottes Volk durch Heuschrecken dargestellt. Bei dem neuzeitlichen Heuschreckenheer handelt es sich tatsächlich um die Streitmacht der gesalbten Heuschrecken Jehovas, mit denen heute etwa 5 600 000 Gefährten, die „anderen Schafe“ Jesu, verbunden sind (Johannes 10:16). Freuen wir uns nicht, zu dieser großen Schar von Anbetern Jehovas zu gehören?
10. Welche Folgen hatte die Heuschreckenplage in Juda?
10 Aus Joel 1:9-12 erfahren wir etwas über die Folgen der Heuschreckenplage. Ein Schwarm folgt auf den nächsten; so wird die vollständige Verwüstung des Landes bewirkt. Aus Mangel an Korn, Wein und Öl können die untreuen Priester ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen. Selbst der Erdboden trauert, weil die Heuschrecken ihn des Getreides beraubt haben, und die Obstbäume sind ohne Frucht. Da die Weinstöcke vernichtet sind, gibt es keinen Wein mehr für die weinsüchtigen Baalsanbeter, die auch geistige Trunkenbolde sind.
„Schlagt euch an die Brust, ihr Priester“
11, 12. (a) Wer beansprucht heute, die Priester Gottes zu sein? (b) Wie wirkt sich die neuzeitliche Heuschreckenplage auf die geistlichen Führer der Christenheit aus?
11 Hören wir Gottes Botschaft an die abtrünnigen Priester: „Gürtet euch, und schlagt euch an die Brust, ihr Priester. Heult, ihr Diener des Altars“ (Joel 1:13). In der ersten Erfüllung der Prophezeiung Joels dienten levitische Priester am Altar. Doch auf wen bezieht sich die Prophezeiung in der endgültigen Erfüllung? Die Geistlichen der Christenheit maßen sich heute die Befugnis an, am Altar Gottes zu dienen, und sie behaupten, Gottes Diener oder seine „Priester“ zu sein. Was geschieht jedoch jetzt, wo Gottes neuzeitliche Heuschrecken vorrücken?
12 Wenn die „Priester“ der Christenheit Jehovas Volk in Tätigkeit sehen und die Warnung vor dem göttlichen Gericht hören, geraten sie außer sich. Verärgert schlagen sie sich an die Brust, und sie sind voller Wut über die verheerenden Auswirkungen, die die Königreichsbotschaft für sie hat. Sie heulen, weil ihnen ihre Herden davonlaufen. Ihrer Weiden beraubt, sollen sie ruhig die Nacht in Sacktuch verbringen und über ihren Verlust an Einkommen trauern. Bald werden sie nämlich auch noch ihre Arbeitsplätze verlieren. Ja, Gott fordert sie auf, die ganze Nacht zu trauern, weil ihr Ende nahe ist.
13. Wird die Christenheit als Ganzes positiv auf die Warnung Jehovas reagieren?
13 Gemäß Joel 1:14 besteht ihre Hoffnung einzig und allein darin, zu bereuen und ‘zu Jehova um Hilfe zu schreien’. Ist zu erwarten, daß sich die gesamte Geistlichkeit der Christenheit Jehova zuwenden wird? Natürlich nicht! Der eine oder andere wird vielleicht auf die Warnung Jehovas hören. Doch der geistige Hungerzustand der Geistlichen und ihrer Gemeindemitglieder als Klasse wird anhalten. Der Prophet Amos sagte folgendes voraus: „ ‚Siehe! Es kommen Tage‘, ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova, ‚und ich will einen Hunger in das Land senden, einen Hunger, nicht nach Brot, und einen Durst, nicht nach Wasser, sondern die Worte Jehovas zu hören‘ “ (Amos 8:11). Wie dankbar können wir dagegen für die reichhaltigen geistigen Festmähler sein, die Gott durch den „treuen und verständigen Sklaven“ liebevoll zubereiten läßt! (Matthäus 24:45-47).
14. Wovon ist die Heuschreckenplage ein Vorbote?
14 Die Heuschreckenplage war und ist ein Vorbote von etwas ganz Bestimmtem. Wovon? Joel bringt es deutlich mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Ach über den Tag! Denn der Tag Jehovas ist nahe, und wie eine Verheerung vom Allmächtigen wird er kommen!“ (Joel 1:15). Die weltweiten Vorstöße des Heuschreckenheeres Gottes zeigen heute deutlich, daß der große und furchteinflößende Tag Jehovas nahe ist. Gewiß sehnen sich alle gerechtgesinnten Menschen nach diesem besonderen Tag der Abrechnung, an dem das göttliche Strafgericht an den Bösen vollstreckt werden und Jehova sich als siegreicher universeller Souverän erweisen wird.
15. Wie reagieren diejenigen, die den göttlichen Warnungen Beachtung schenken, angesichts des beklagenswerten Zustands des Landes?
15 Wie aus Joel 1:16-20 hervorgeht, gab es damals in Juda keine Nahrungsmittel mehr. Auch mit dem Frohlocken war es vorbei. Die Vorratshäuser waren verödet, und Scheunen mußten niedergerissen werden. Es fehlte an Weiden, weil die Heuschrecken das Land der Vegetation beraubt hatten; deshalb irrten die Rinder in Verwirrung umher, und die Schafherden verendeten. Welch ein Unglück! Und wie berührten Joel diese Verhältnisse? Er sagte gemäß Vers 19: „Zu dir, o Jehova, werde ich rufen.“ Auch heute beachten viele die göttlichen Warnungen und rufen Jehova Gott glaubensvoll an.
„Der Tag Jehovas kommt“
16. Warum sollten die „Bewohner des Landes“ erbeben?
16 Hören wir den Befehl, den Gott gibt: „Blast das Horn in Zion, und erhebt ein Kriegsgeschrei auf meinem heiligen Berg. Mögen alle Bewohner des Landes erbeben“ (Joel 2:1). Warum diese Reaktion? Die Antwort erfahren wir aus den folgenden Worten der Prophezeiung: „Denn der Tag Jehovas kommt, denn er ist nahe! Es ist ein Tag der Finsternis und Dunkelheit, ein Tag der Wolken und des dichten Dunkels, wie Licht der Morgenröte ausgebreitet über den Bergen“ (Joel 2:1, 2). Äußerste Dringlichkeit ist mit dem großen Tag Jehovas verbunden.
17. Wie wirkte sich die Heuschreckenplage auf das Land Juda und dessen Bewohner aus?
17 Stellen wir uns vor, wie die Vision des Propheten gewirkt haben muß, als die unbarmherzigen Heuschrecken tatsächlich einen wahren Garten Eden verwüsteten und in eine Öde verwandelten. Das Heer von Heuschrecken wird wie folgt beschrieben: „[Ihr] Aussehen ist wie das Aussehen von Rossen, und wie Reitpferde, so rennen sie unablässig. Wie mit dem Geräusch von Wagen auf den Gipfeln der Berge hüpfen sie unablässig, wie mit dem Geräusch eines flammenden Feuers, das Stoppeln verzehrt. Es ist wie ein mächtiges Volk, in Schlachtordnung aufgestellt. Seinetwegen werden sich Völker winden vor Schmerzen. Was alle Gesichter betrifft, sie werden gewiß vor Erregung erglühen“ (Joel 2:4-6). Während der Heuschreckenplage in Joels Tagen vergrößerte sich die Qual der Baalsanbeter, und die angstvolle Erregung stand ihnen im Gesicht geschrieben.
18, 19. Inwiefern kann man die Tätigkeit des heutigen Volkes Gottes mit einer Heuschreckenplage vergleichen?
18 Nichts konnte die geordnet und unermüdlich vorrückenden Heuschrecken aufhalten. Sie liefen „wie starke Männer“, und sie erstiegen sogar Mauern. Wenn ‘einige von ihnen unter den Geschossen fielen, brachen die anderen den Lauf nicht ab’ (Joel 2:7, 8). Welch eine anschauliche prophetische Beschreibung des sinnbildlichen Heuschreckenheeres Gottes in der Gegenwart! Auch heute geht das Heuschreckenheer Jehovas unentwegt vorwärts. Keine „Mauer“ des Widerstands schreckt es ab. Die Heuschrecken halten kompromißlos an ihrer Lauterkeit Gott gegenüber fest, und sie sind zu sterben bereit gleich jenen Zeugen, die in der NS-Zeit zu Hunderten ‘unter den Geschossen fielen’, weil sie sich weigerten, Hitler das Heil zuzuschreiben.
19 Gottes neuzeitliches Heer von Heuschrecken gibt in der „Stadt“ der Christenheit ein gründliches Zeugnis (Joel 2:9). Das tun sie in der ganzen Welt. Sie überwinden weiterhin alle Hindernisse, gehen in Millionen von Häusern, sprechen Menschen auf der Straße an, reden mit ihnen per Telefon und versuchen auf jede mögliche Weise, mit ihnen in Kontakt zu kommen, um Jehovas Botschaft zu verkündigen. Tatsächlich haben sie Milliarden von biblischen Veröffentlichungen verbreitet, und sie werden viele, viele weitere im Predigtdienst verbreiten, den sie unermüdlich — sowohl öffentlich als auch von Haus zu Haus — durchführen (Apostelgeschichte 20:20, 21).
20. Wer unterstützt die neuzeitlichen Heuschrecken, und mit welchem Ergebnis?
20 In Joel 2:10 wird der riesige Heuschreckenschwarm mit einer Wolke verglichen, die die Sonne, den Mond und die Sterne verfinstert. (Vergleiche Jesaja 60:8.) Gibt es irgendeinen Zweifel daran, wer hinter dieser Streitmacht steht? Das Geräusch der Heuschrecken wird von den Worten übertönt, die in Joel 2:11 zu finden sind: „Jehova selbst wird gewiß seine Stimme vor seiner Streitmacht her erschallen lassen, denn sein Lager ist sehr zahlreich. Denn er, der sein Wort ausführt, ist mächtig; denn der Tag Jehovas ist groß und sehr furchteinflößend, und wer kann ihn aushalten?“ Ja, Jehova Gott sendet heute — vor seinem großen Tag — seine Heuschreckenstreitmacht aus.
„Jehova ist ... nicht langsam“
21. Was wird die Folge sein, wenn ‘Jehovas Tag kommt wie ein Dieb’?
21 Der Apostel Petrus sprach genau wie Joel von Jehovas großem Tag. Er schrieb: „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem Tag die Himmel mit zischendem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber werden vor Gluthitze aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden“ (2. Petrus 3:10). Die gottlosen „Himmel“ oder Regierungen, die unter dem Einfluß Satans, des Teufels, stehen, herrschen über die „Erde“, das heißt die von Gott entfremdete Menschheit (Epheser 6:12; 1. Johannes 5:19). Die symbolischen Himmel und die symbolische Erde werden die Hitze des göttlichen Zorns am großen Tag Jehovas nicht überstehen. Sie werden vielmehr durch „neue Himmel und eine neue Erde“ ersetzt werden, „die wir gemäß seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“ (2. Petrus 3:13).
22, 23. (a) Wie sollte es uns berühren, daß Jehova barmherzigerweise Geduld übt? (b) Wie sollten wir uns angesichts der Nähe des Tages Jehovas verhalten?
22 Angesichts all der Ablenkungen und Glaubensprüfungen in der heutigen Zeit könnten wir den Blick für die Dringlichkeit unserer Tage verlieren. Doch während die symbolischen Heuschrecken immer weiter vorwärtsdrängen, reagieren viele Menschen günstig auf die Königreichsbotschaft. Daher hat Gott Zeit eingeräumt, und wir sollten seine Geduld auf keinen Fall mit Langsamkeit verwechseln. „Jehova ist hinsichtlich seiner Verheißung nicht langsam, wie es einige für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petrus 3:9).
23 Während wir den großen Tag Jehovas erwarten, wollen wir uns folgende Worte des Petrus zu Herzen nehmen, die in 2. Petrus 3:11, 12 aufgezeichnet sind: „Da alle diese Dinge so aufgelöst werden, was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet, durch den die Himmel im Feuer aufgelöst werden und die Elemente vor Gluthitze zerschmelzen werden!“ Die erwähnten Handlungen und Taten schließen gewiß ein, mit dem Heuschreckenheer Jehovas Schritt zu halten, indem wir ständig einen sinnvollen Anteil am Predigen der guten Botschaft vom Königreich haben, bevor das Ende kommt (Markus 13:10).
24, 25. (a) Wie betrachten wir das Vorrecht, an dem Werk des Heuschreckenheeres Jehovas beteiligt zu sein? (b) Welche bedeutsame Frage stellte Joel?
24 Gottes Heuschreckenheer wird mit seinem Werk erst aufhören, wenn der große und furchteinflößende Tag Jehovas anbricht. Allein schon die Existenz dieser unaufhaltsamen Heuschreckenstreitmacht ist ein bemerkenswerter Beweis dafür, daß Jehovas Tag nahe ist. Freuen wir uns nicht darüber, als Gottes gesalbte Heuschrecken beziehungsweise als ihre Gefährten im letzten Angriff zu stehen, bevor Jehovas großer und furchteinflößender Tag kommt?
25 Wie groß der Tag Jehovas doch sein wird! Kein Wunder, daß folgende Frage gestellt wird: „Wer kann ihn aushalten?“ (Joel 2:11)! Diese und viele weitere Fragen werden in den nächsten beiden Artikeln behandelt.
-
-
Wer wird „sicher davonkommen“?Der Wachtturm 1998 | 1. Mai
-
-
Wer wird „sicher davonkommen“?
„Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden“ (APOSTELGESCHICHTE 2:21).
1. Warum war der Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. ein entscheidender Tag in der Weltgeschichte?
DER Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. war ein entscheidender Tag in der Weltgeschichte. Warum? Weil an jenem Tag eine neue Nation geboren wurde. Zunächst war sie nicht sehr groß — sie bestand lediglich aus 120 Jüngern Jesu, die in einem Obersaal in Jerusalem zusammengekommen waren. Doch die Nation, die in jenem Obersaal ins Dasein kam, besteht heute noch — im Gegensatz zu den meisten der damals bestehenden Nationen, die in Vergessenheit geraten sind. Diese Tatsache ist für uns alle von größter Bedeutung, da es sich um die Nation handelt, die Gott dazu bestimmt hat, als sein Zeuge gegenüber der Menschheit zu dienen.
2. Welche übernatürlichen Geschehnisse kennzeichneten die Geburt der neuen Nation?
2 Bei der Gründung der neuen Nation geschahen bedeutsame Dinge, durch die sich prophetische Worte Joels erfüllten. Wir lesen darüber in Apostelgeschichte 2:2-4: „Plötzlich entstand vom Himmel her ein Geräusch wie das einer dahinstürmenden starken Brise, und es erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und Zungen wie von Feuer wurden ihnen sichtbar und wurden verteilt, und auf jeden von ihnen setzte sich eine, und sie alle wurden mit heiligem Geist erfüllt und fingen an, in verschiedenen Zungen zu reden, so wie der Geist ihnen gewährte, sich zu äußern.“ Auf diese Weise wurde aus den 120 treuen Männern und Frauen eine geistige Nation gebildet; sie waren die ersten Mitglieder des ‘Israels Gottes’, wie es der Apostel Paulus später nannte (Galater 6:16).
3. Welche Prophezeiung Joels erfüllte sich Pfingsten 33 u. Z.?
3 Der Volksmenge, die zusammengelaufen war, um festzustellen, was es mit der „dahinstürmenden starken Brise“ auf sich hatte, erklärte der Apostel Petrus, daß sich gerade eine Prophezeiung Joels erfüllte. Welche Prophezeiung? Nun, hören wir uns einmal an, was Petrus sagte: „ ‚In den letzten Tagen‘, spricht Gott, ‚werde ich etwas von meinem Geist auf Fleisch von jeder Art ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden prophezeien, und eure jungen Männer werden Visionen sehen, und eure alten Männer werden Träume haben; und sogar auf meine Sklaven und auf meine Sklavinnen will ich in jenen Tagen etwas von meinem Geist ausgießen, und sie werden prophezeien. Und ich will Wunder geben im Himmel droben und Zeichen auf der Erde unten, Blut und Feuer und Rauchdunst; die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und glanzvolle Tag Jehovas gekommen sein wird. Und jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden‘ “ (Apostelgeschichte 2:17-21). Die von Petrus zitierten Worte stehen in Joel 2:28-32, und ihre Erfüllung zeigte an, daß für die jüdische Nation die Zeit ablief. Der „große und glanzvolle Tag Jehovas“, eine Zeit der Abrechnung mit dem untreuen Israel, war nahe. Doch wer würde gerettet werden oder sicher davonkommen? Und was wurde dadurch vorgeschattet?
Zwei Erfüllungen der Prophezeiung
4, 5. Welchen Rat gab Petrus angesichts der bevorstehenden Ereignisse, und warum ist dieser Rat über seine Tage hinaus anwendbar?
4 Im Gegensatz zur fleischlichen Nation Israel hatte das geistige Israel Gottes in den Jahren nach 33 u. Z. Gedeihen. Zwischen dem fleischlichen Israel und Rom kam es 66 u. Z. zum Krieg. 70 u. Z. hörte Israel im wesentlichen auf zu bestehen, und Jerusalem wurde samt dem Tempel niedergebrannt. In Anbetracht der herannahenden Tragödie gab Petrus zu Pfingsten 33 u. Z. vorzüglichen Rat. Er sagte, wobei er wiederum Joel zitierte: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“ Der einzelne Jude mußte sich entscheiden, ob er den Namen Jehovas anrufen wollte oder nicht. Wer sich dazu entschloß, mußte auch die weiteren Anweisungen beachten, die Petrus gab: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen“ (Apostelgeschichte 2:38). Die Zuhörer des Petrus mußten Jesus als den Messias annehmen, den Israel als Nation verworfen hatte.
5 Die prophetischen Worte Joels hatten tiefgreifende Auswirkungen auf sanftmütige Menschen im ersten Jahrhundert. Heute haben sie allerdings noch größere Auswirkungen, denn wie gewisse Ereignisse im Verlauf des 20. Jahrhunderts zeigen, hat Joels Prophezeiung eine zweite Erfüllung. Beschäftigen wir uns einmal näher damit.
6. Inwiefern war das Israel Gottes allmählich wieder deutlich als solches zu erkennen, als das Jahr 1914 näher rückte?
6 Nach dem Tod der Apostel wurde das Israel Gottes vom Unkraut der abtrünnigen Christenheit überwuchert. Doch in der Zeit des Endes, die 1914 begann, war die geistige Nation wieder als solche zu erkennen. All das geschah in Erfüllung des Gleichnisses Jesu vom Weizen und vom Unkraut (Matthäus 13:24-30, 36-43). Als das Jahr 1914 näher rückte, begannen sich die gesalbten Christen von der untreuen Christenheit zu trennen, indem sie mutig deren falsche Lehren verwarfen und das bevorstehende Ende der „bestimmten Zeiten der Nationen“ ankündigten (Lukas 21:24). Während des Ersten Weltkriegs, der 1914 ausbrach, wurden sie allerdings mit Fragen konfrontiert, auf die sie nicht vorbereitet waren. Unter dem starken Druck verlangsamten viele das Tempo, und einige machten Kompromisse. 1918 war ihre Predigttätigkeit praktisch zum Erliegen gekommen.
7. (a) Welches mit Pfingsten 33 u. Z. vergleichbare Ereignis fand im Jahr 1919 statt? (b) Welche Folgen hatte die Ausgießung des Geistes Gottes ab 1919 für Jehovas Diener?
7 Das war allerdings nur für kurze Zeit der Fall. Von 1919 an begann Jehova seinen Geist auf sein Volk auszugießen, und das auf eine Weise, die an Pfingsten 33 u. Z. erinnerte. Natürlich wurde 1919 weder in Zungen gesprochen, noch gab es eine dahinstürmende starke Brise. Wie wir den Worten des Paulus aus 1. Korinther 13:8 entnehmen können, war die Zeit für Wunder schon lange vorbei. Dennoch war Gottes Geist deutlich erkennbar, als 1919 auf einem Kongreß in Cedar Point (Ohio, USA) treue Christen erneut mit Kraft erfüllt wurden und die Tätigkeit des Predigens der guten Botschaft vom Königreich wiederaufnahmen. 1922 kehrten sie nach Cedar Point zurück, wo an sie der elektrisierende Aufruf erging: „Verkündet, verkündet, verkündet den König und sein Königreich!“ Genau wie im ersten Jahrhundert mußte die Welt die Folgen der Ausgießung des Geistes Gottes zur Kenntnis nehmen. Alle ergebenen Christen — ob Mann oder Frau, alt oder jung — begannen zu „prophezeien“, das heißt, sie verkündeten „die großen Dinge Gottes“ (Apostelgeschichte 2:11). Wie Petrus forderten sie die Sanftmütigen auf: „Laßt euch aus dieser verkehrten Generation retten“ (Apostelgeschichte 2:40). Wie war das empfänglichen Personen möglich? Dadurch, daß sie die Worte Joels aus Joel 2:32 beherzigten: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, [wird] sicher davonkommen.“
8. Welche Fortschritte hat es seit 1919 in den Angelegenheiten des Israels Gottes gegeben?
8 In der Zeit, die seit damals verstrichen ist, hat es in den Angelegenheiten des Israels Gottes keinen Stillstand gegeben. Die Versiegelung der Gesalbten ist inzwischen offenbar schon weit fortgeschritten, und seit den 30er Jahren ist eine große Volksmenge von sanftmütigen Menschen, die die irdische Hoffnung haben, in Erscheinung getreten (Offenbarung 7:3, 9). Alle sind sich der Dringlichkeit bewußt, denn durch die zweite Erfüllung von Joel 2:28, 29 wird angezeigt, daß wir kurz vor einem noch größeren furchteinflößenden Tag Jehovas stehen, an dem ein weltweites religiöses, politisches und wirtschaftliches System der Dinge vernichtet werden wird. Wir haben allen Grund, ‘den Namen Jehovas anzurufen’, und zwar voller Glauben, daß er uns retten wird.
Wie rufen wir den Namen Jehovas an?
9. Was ist unter anderem damit verbunden, den Namen Jehovas anzurufen?
9 Was ist damit verbunden, den Namen Jehovas anzurufen? Der Kontext von Joel 2:28, 29 hilft uns, diese Frage zu beantworten. Jehova erhört nämlich nicht jeden, der ihn anruft. Durch Jesaja, einen anderen Propheten, sagte Jehova zu den Israeliten: „Wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu.“ Warum weigerte sich Jehova, seiner eigenen Nation zuzuhören? Er gab selbst die Erklärung dafür: „Mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden“ (Jesaja 1:15). Jehova wird niemand erhören, auf dem Blutschuld lastet oder der Sünde treibt. Deshalb forderte Petrus zu Pfingsten die Juden auf zu bereuen. Auch Joel legte Nachdruck auf Reue, wie der Kontext von Joel 2:28, 29 erkennen läßt. Wir lesen beispielsweise in Joel 2:12, 13: „ ‚Und auch jetzt‘, ist der Ausspruch Jehovas, ‚kehrt um zu mir mit eurem ganzen Herzen und mit Fasten und mit Weinen und mit Klagen. Und zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider; und kehrt um zu Jehova, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte.‘ “ Von 1919 an handelten die gesalbten Christen im Einklang mit diesen Worten. Sie bereuten, daß sie versagt hatten, und waren entschlossen, nie wieder Kompromisse zu machen oder im Eifer nachzulassen. Daraufhin konnte Gottes Geist auf sie ausgegossen werden. Jeder, der den Namen Jehovas anruft und erhört werden möchte, muß genauso handeln.
10. (a) Was ist echte Reue? (b) Wie reagiert Jehova auf echte Reue?
10 Denken wir daran, daß echte Reue mehr bedeutet, als lediglich zu sagen: „Es tut mir leid.“ Bei den Israeliten war es üblich, die äußeren Kleider zu zerreißen, um die Heftigkeit der Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Jehova sagte jedoch: „Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider.“ Echte Reue kommt aus dem Herzen, aus der Tiefe unseres Wesens. Sie schließt ein, verkehrtem Handeln den Rücken zu kehren, wie wir in Jesaja 55:7 lesen: „Der Böse verlasse seinen Weg und der schadenstiftende Mann seine Gedanken; und er kehre um zu Jehova.“ Weiter bedeutet es, wie Jesus die Sünde zu hassen (Hebräer 1:9). Außerdem vertrauen wir darauf, daß Jehova uns auf der Grundlage des Loskaufsopfers vergibt, denn Jehova ist „gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte“. Er wird unsere Anbetung annehmen, unsere geistigen Getreide- und Trankopfer. Er wird zuhören, wenn wir seinen Namen anrufen (Joel 2:14).
11. Welchen Platz sollte die wahre Anbetung in unserem Leben einnehmen?
11 Jesus ging in der Bergpredigt auf etwas ein, was wir ebenfalls im Sinn behalten müssen; er sagte: „So fahrt denn fort, zuerst das Königreich und SEINE Gerechtigkeit zu suchen“ (Matthäus 6:33). Unsere Anbetung ist nichts Nebensächliches, nichts, was wir pro forma tun, um unser Gewissen zu beruhigen. Der Dienst für Gott verdient in unserem Leben den ersten Platz. Deshalb sagte Jehova weiter durch Joel: „Blast das Horn in Zion. ... Versammelt das Volk. Heiligt eine Versammlung. Bringt die alten Männer zusammen. Versammelt Kinder und die an den Brüsten saugen. Der Bräutigam gehe aus seiner Innenkammer und die Braut aus ihrem Hochzeitsgemach“ (Joel 2:15, 16). Frisch Verheiratete sind normalerweise mit ihren Gedanken ganz woanders, sie haben nur Augen füreinander. Doch auch sie müssen den Dienst für Jehova allem voranstellen. Nichts sollte für uns wichtiger sein, als uns zur Anbetung unseres Gottes zu versammeln und seinen Namen anzurufen.
12. Welche Aussicht auf Mehrung läßt der Gedächtnismahlbericht des Vorjahres erkennen?
12 Mit diesen Gedanken im Sinn möchten wir uns einmal einige Zahlen aus dem Bericht über das Dienstjahr 1997 der Zeugen Jehovas ansehen. Wir hatten im vergangenen Jahr eine Höchstzahl von 5 599 931 Königreichsverkündigern — wahrhaft eine große Volksmenge von Lobpreisern! Dem Gedächtnismahl wohnten 14 322 226 Personen bei — über achteinhalb Millionen mehr, als es Verkündiger gibt. Diese Zahl zeugt von einer hervorragenden Aussicht auf Mehrung. Viele dieser achteinhalb Millionen studierten bereits mit Zeugen Jehovas die Bibel, da es sich um interessierte Personen oder um Kinder getaufter Eltern handelte. Nicht wenige wohnten anläßlich des Gedächtnismahls zum erstenmal einer Zusammenkunft bei. Durch ihre Anwesenheit bot sich Jehovas Zeugen die vorzügliche Gelegenheit, sie besser kennenzulernen und ihnen Hilfe anzubieten, damit sie weitere Fortschritte machen können. Es waren allerdings auch etliche darunter, die jedes Jahr zum Gedächtnismahl kommen und vielleicht auch einige andere Zusammenkünfte besuchen, aber ansonsten keine weiteren Fortschritte erkennen lassen. Die Betreffenden sind natürlich herzlich eingeladen, die Zusammenkünfte zu besuchen. Doch wir möchten sie eindringlich bitten, sorgfältig über die prophetischen Worte Joels nachzusinnen und sich zu überlegen, welche weiteren Schritte sie unternehmen müßten, um sicher sein zu können, daß Jehova sie erhören wird, wenn sie seinen Namen anrufen.
13. Welche Verantwortung haben wir anderen gegenüber, wenn wir bereits den Namen Jehovas anrufen?
13 In Verbindung mit dem Anrufen des Namens Gottes betonte der Apostel Paulus einen weiteren Aspekt. In seinem Brief an die Römer zitierte er die prophetischen Worte Joels: „Jeder, der den Namen Jehovas anruft, wird gerettet werden.“ Dann zog er den Schluß: „Wie werden sie den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber werden sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber werden sie hören, ohne daß jemand predigt?“ (Römer 10:13, 14). Ja, viele weitere, die Jehova bisher noch nicht kennengelernt haben, müssen seinen Namen anrufen. Wer Jehova bereits kennt, hat die Verantwortung, diesen Menschen nicht nur zu predigen, sondern auch auf sie zuzugehen und ihnen die nötige Hilfe zu bieten.
Ein geistiges Paradies
14, 15. Welcher wunderbaren Segnungen erfreut sich Jehovas Volk, weil es seinen Namen auf eine Art und Weise anruft, die ihm wohlgefällig ist?
14 Sowohl die Gesalbten als auch die anderen Schafe haben eine solche Einstellung, und dafür werden sie von Jehova gesegnet. „Jehova wird für sein Land eifern und wird seinem Volk Mitleid erweisen“ (Joel 2:18). Im Jahr 1919 bewies Jehova seinem Volk gegenüber Eifer und Mitgefühl, als er es wiederherstellte und in seinen geistigen Tätigkeitsbereich brachte. Es handelt sich wirklich um ein geistiges Paradies, und Joel beschrieb es mit folgenden Worten: „Sei nicht furchtsam, o Erdboden. Frohlocke und freue dich; denn Jehova wird tatsächlich Großes tun in dem, was ER tut. Seid nicht furchtsam, ihr Tiere des freien Feldes, denn die Weidegründe der Wildnis werden bestimmt grünen. Denn der Baum wird tatsächlich seinen Fruchtertrag geben. Der Feigenbaum und der Weinstock sollen ihre leistungsfähige Kraft geben. Und ihr, Söhne Zions, frohlockt und freut euch in Jehova, eurem Gott; denn er wird euch ganz bestimmt den Herbstregen in rechtem Maß geben, und er wird einen Regenguß auf euch herabsenden, Herbstregen und Frühlingsregen, wie zuerst. Und die Dreschtennen sollen voll werden von gereinigtem Getreide, und die Kelterkufen sollen überfließen von neuem Wein und Öl“ (Joel 2:21-24).
15 Welch ein herrliches Bild! Die drei in Israel üblichen Grundnahrungsmittel — Getreide, Olivenöl und Wein — sowie große Viehherden sind reichlich vorhanden. In unseren Tagen erfüllen sich diese prophetischen Worte tatsächlich in geistiger Hinsicht. Jehova versorgt uns mit all der geistigen Speise, die wir benötigen. Freuen wir uns nicht über die reichen Gaben, die wir von ihm erhalten? Es ist tatsächlich so, wie Maleachi voraussagte: Unser Gott ‘hat die Schleusen der Himmel geöffnet und Segen über uns ausgeschüttet, bis kein Bedarf mehr ist’ (Maleachi 3:10).
Das Ende eines Systems der Dinge
16. (a) Was bedeutet das Ausgießen des Geistes Jehovas für unsere Zeit? (b) Was ist für die Zukunft zu erwarten?
16 Im Anschluß an die Voraussage der paradiesischen Verhältnisse für Gottes Volk äußerte Joel die Prophezeiung, die das Ausgießen des Geistes Jehovas betraf. Als Petrus zu Pfingsten diese Prophezeiung zitierte, sprach er davon, daß sie sich „in den letzten Tagen“ erfüllte (Apostelgeschichte 2:17). Das Ausgießen des Geistes Gottes in der damaligen Zeit bedeutete, daß die letzten Tage für das jüdische System der Dinge begonnen hatten. Die Ausgießung des Geistes Gottes auf das Israel Gottes im 20. Jahrhundert zeigt an, daß wir in den letzten Tagen des weltweiten Systems der Dinge leben. Was ist angesichts dessen für die Zukunft zu erwarten? Wir erfahren weiter aus der Prophezeiung Joels: „Ich will Wunder geben in den Himmeln und auf der Erde, Blut und Feuer und Rauchsäulen. Sogar die Sonne wird in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut vor dem Kommen des großen und furchteinflößenden Tages Jehovas“ (Joel 2:30, 31).
17, 18. (a) Welcher furchteinflößende Tag Jehovas kam über Jerusalem? (b) Wozu veranlaßt uns die Gewißheit, daß der furchteinflößende Tag Jehovas bevorsteht?
17 Diese prophetischen Worte begannen sich 66 u. Z. in Judäa zu bewahrheiten, als die Ereignisse unausweichlich auf den Höhepunkt des furchteinflößenden Tages Jehovas im Jahr 70 u. Z. zusteuerten. Wie furchtbar muß es damals für diejenigen gewesen sein, die nicht den Namen Jehovas gepriesen hatten! Heute sind ebenso erschreckende Ereignisse zu erwarten, wenn das gesamte gegenwärtige Weltsystem durch die Hand Jehovas vernichtet wird. Doch ein Entkommen ist möglich. Die Prophezeiung lautet weiter: „Es soll geschehen, daß jeder, der den Namen Jehovas anruft, sicher davonkommen wird; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem werden die Entronnenen sein, so wie Jehova gesprochen hat, und unter den Überlebenden, die Jehova beruft“ (Joel 2:32). Jehovas Zeugen sind wirklich dankbar, daß sie den Namen Jehovas kennen, und sie vertrauen völlig darauf, daß Jehova sie retten wird, wenn sie ihn anrufen.
18 Was wird jedoch geschehen, wenn der große und glanzvolle Tag Jehovas die gegenwärtige Welt mit voller Wucht trifft? Das wird im letzten Studienartikel behandelt.
-
-
Urteilsvollstreckung in der Tiefebene der EntscheidungDer Wachtturm 1998 | 1. Mai
-
-
Urteilsvollstreckung in der Tiefebene der Entscheidung
„Mögen die Nationen ... heraufkommen zur Tiefebene Josaphat; denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum zu richten“ (JOEL 3:12).
1. Warum sieht Joel Mengen in der „Tiefebene der Entscheidung“ versammelt?
„MENGEN, Mengen sind in der Tiefebene der Entscheidung.“ Diese aufrüttelnden Worte lesen wir in Joel 3:14. Warum haben sich diese Mengen versammelt? Joel gibt folgende Antwort: „Nahe ist der Tag Jehovas.“ Dabei handelt es sich um den großen Tag der Rechtfertigung Jehovas, den Tag, an dem er das Strafgericht an den Menschenmengen vollstrecken wird, die Gottes aufgerichtetes Königreich unter Christus Jesus verworfen haben. Endlich werden die in Offenbarung, Kapitel 7 beschriebenen „vier Engel“ „die vier Winde der Erde“ loslassen, was eine „große Drangsal“ auslösen wird, „wie es seit Anfang der Welt bis jetzt keine gegeben hat, nein, noch wieder geben wird“ (Offenbarung 7:1; Matthäus 24:21).
2. (a) Warum wird der Ort der Urteilsvollstreckung Jehovas passenderweise als „Tiefebene Josaphat“ bezeichnet? (b) Wie reagierte Josaphat richtigerweise, als er angegriffen wurde?
2 In Joel 3:12 wird der Ort dieser Urteilsvollstreckung als „Tiefebene Josaphat“ bezeichnet. Das ist passend, denn während einer stürmischen Periode in der Geschichte Judas schritt Jehova an diesem Ort durch die Vollstreckung seines Strafurteils zugunsten des guten Königs Josaphat ein, dessen Name „Jehova ist Richter“ bedeutet. Eine Betrachtung der damaligen Geschehnisse wird uns besser verstehen lassen, was uns in unserer Zeit bevorsteht. Der Bericht darüber ist in 2. Chronika, Kapitel 20 zu finden. In Vers 1 lesen wir, daß „die Söhne Moabs und die Söhne Ammons und mit ihnen einige von den Ammonim gegen Josaphat zum Krieg kamen“. Wie reagierte Josaphat? Er tat das, was treue Diener Jehovas in einer Krise immer tun. Er bat Jehova um Anleitung und betete voller Inbrunst: „O unser Gott, wirst du nicht Gericht an ihnen üben? Denn in uns ist keine Kraft vor dieser großen Menge, die gegen uns herankommt; und wir selbst wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet“ (2. Chronika 20:12).
Wie Jehova ein Gebet erhört
3. Welche Anweisungen erhielt Juda von Jehova, als es von Nachbarnationen angegriffen wurde?
3 Während „alle von Juda vor Jehova [standen], sogar ihre Kleinen, ihre Frauen und ihre Söhne“, gab Jehova seine Antwort bekannt (2. Chronika 20:13). So, wie er sich heute seines „treuen und verständigen Sklaven“ bedient, so befähigte der große Hörer des Gebets den levitischen Propheten Jahasiel, den Versammelten seine Antwort zu übermitteln (Matthäus 24:45). Wir lesen: „Hier ist, was Jehova zu euch gesprochen hat: ‚Fürchtet euch nicht, noch erschreckt vor dieser großen Menge; denn nicht euer ist die Schlacht, sondern Gottes. ... Ihr werdet hierbei nicht zu kämpfen haben. Stellt euch hin, bleibt stehen, und seht die Rettung Jehovas für euch. ... fürchtet euch nicht, noch erschreckt! Morgen zieht gegen sie aus, und Jehova wird mit euch sein‘ “ (2. Chronika 20:15-17).
4. Inwiefern verlangte Jehova von seinem Volk, aktiv und nicht passiv zu sein, als es sich der Herausforderung des Feindes gegenübersah?
4 Jehova forderte von König Josaphat und seinem Volk mehr, als nur untätig dazusitzen und auf eine Befreiung durch ein Wunder zu warten. Sie sollten die Initiative ergreifen und der Herausforderung des Feindes begegnen. Der König von Juda und ‘alle von Juda, sogar ihre Kleinen, ihre Frauen und ihre Söhne’, bewiesen einen starken Glauben, als sie sich früh am Morgen erhoben und den eingedrungenen Horden entgegenzogen. Unterwegs gab der König weitere theokratische Unterweisung und Ermunterung, und er forderte alle auf: „Glaubt an Jehova, euren Gott, damit es sich erweise, daß ihr lange besteht. Glaubt seinen Propheten, und habt so Gelingen“ (2. Chronika 20:20). An Jehova glauben! Seinen Propheten glauben! Das war der Schlüssel zum Erfolg. Genauso ist es heute — wenn wir im Dienst für Jehova eifrig tätig sind, dürfen wir nie daran zweifeln, daß er uns einen siegreichen Glauben geben wird.
5. Womit sind Jehovas Zeugen heute beschäftigt, während sie Jehova preisen?
5 Wie die Judäer in den Tagen Josaphats müssen wir „Jehova [preisen], denn auf unabsehbare Zeit währt seine liebende Güte“. Auf welche Weise bringen wir diesen Lobpreis dar? Dadurch, daß wir eifrig das Königreich verkündigen. Gleich den Judäern, die „mit dem Jubelruf und Lobpreis anfingen“, müssen wir zu unserem Glauben Werke hinzufügen (2. Chronika 20:21, 22). Ja, offenbaren wir ebenfalls echten Glauben, während sich Jehova darauf vorbereitet, gegen seine Feinde vorzugehen! Auch wenn uns der Weg lang vorkommen mag, wollen wir entschlossen sein auszuharren und einen ebenso tätigen Glauben haben wie sein siegreiches Volk in den Unruheherden der heutigen Welt. In einigen Ländern werden von den treuen Dienern Gottes trotz großer Probleme wie Verfolgung, Gewalttätigkeit, Hungersnot und erschreckender wirtschaftlicher Verhältnisse bemerkenswerte Ergebnisse erzielt, wie das Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1998 berichtet.
Jehova rettet sein Volk
6. Wie hilft uns heute ein starker Glaube, loyal zu bleiben?
6 Auf den Versuch der gottlosen Nachbarnationen, Juda zu verschlingen, reagierten Jehovas Diener mit vorbildlichem Glauben und mit Gesängen zu seinem Lobpreis. Wir können heute denselben Glauben zum Ausdruck bringen. Dadurch, daß wir unser Leben mit Werken zum Lobpreis Jehovas ausfüllen, verstärken wir unsere geistige Waffenrüstung, so daß Satan mit seinen listigen Anschlägen nichts ausrichten kann (Epheser 6:11). Ein starker Glaube wird der Verlockung entgegenwirken, sich durch entartete Unterhaltung, durch Materialismus oder durch Gleichgültigkeit, Dinge, die die uns umgebende sterbende Welt kennzeichnen, ablenken zu lassen. Dieser unbesiegbare Glaube wird uns veranlassen, weiterhin loyal an der Seite des „treuen und verständigen Sklaven“ zu dienen, während wir uns fortwährend mit der geistigen Speise ernähren, die „zur rechten Zeit“ ausgeteilt wird (Matthäus 24:45).
7. Wie reagieren Jehovas Zeugen auf verschiedene Angriffe, die gegen sie unternommen werden?
7 Unser auf die Bibel gestützter Glaube wird uns die Kraft geben, angesichts von Hetzkampagnen standhaft zu bleiben, die von denjenigen entfacht werden, die den in Matthäus 24:48-51 erwähnten Geist des ‘übelgesinnten Sklaven’ offenbaren. Jene Prophezeiung wird auf bemerkenswerte Weise durch Abtrünnige erfüllt, die heute in vielen Ländern eifrig Lügen verbreiten und Propaganda machen, teilweise sogar im geheimen Einvernehmen mit Personen, die in der Welt eine Autoritätsstellung innehaben. Wo es angebracht ist, reagieren Jehovas Zeugen darauf, und zwar, wie in Philipper 1:7 beschrieben, zur „Verteidigung und gesetzlichen Befestigung der guten Botschaft“. Am 26. September 1996 bestätigten beispielsweise die neun Richter des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg in einem aus Griechenland vorgebrachten Fall einstimmig, daß „Jehovas Zeugen unter die ... Definition ‚bekannte Religion‘ fallen“, was sie dazu berechtigt, Gedanken-, Gewissens- und Glaubensfreiheit zu genießen sowie von dem Recht Gebrauch zu machen, ihren Glauben zu verkündigen. Das Urteil, das Gott über die Abtrünnigen fällt, lautet: „Es ist ihnen ergangen, wie das wahre Sprichwort sagt: ‚Der Hund ist zum eigenen Gespei zurückgekehrt und die gebadete Sau zum Wälzen im Schlamm‘ “ (2. Petrus 2:22).
8. Wie vollstreckte Jehova in den Tagen Josaphats das Urteil an den Feinden seines Volkes?
8 In den Tagen Josaphats vollstreckte Jehova sein Strafurteil an denjenigen, die seinem Volk Schaden zufügen wollten. Wir lesen: „Jehova [setzte] Männer in den Hinterhalt gegen die Söhne Ammons, Moabs und der Berggegend Seir, die nach Juda kamen, und sie gingen daran, sich untereinander zu schlagen. Und die Söhne Ammons und Moabs standen dann gegen die Bewohner der Berggegend Seir auf, um sie der Vernichtung zu weihen und sie zu vertilgen; und sobald sie mit den Bewohnern von Seir fertig waren, halfen sie, ein jeder, seinen Mitmenschen zu verderben“ (2. Chronika 20:22, 23). Die Judäer bezeichneten den Ort als Tiefebene Beracha, denn Beracha bedeutet „Segen“. Wenn Jehova in der Neuzeit an seinen Feinden das Strafgericht vollstreckt, wird das für sein Volk ebenfalls ein großer Segen sein.
9, 10. Wer verdient erwiesenermaßen Jehovas Strafgericht?
9 Wir könnten uns fragen: „Wer wird in der Neuzeit von Jehova abgeurteilt werden?“ Zur Beantwortung dieser Frage müssen wir uns wieder der Prophezeiung Joels zuwenden. In Joel 3:3 ist davon die Rede, daß Feinde seines Volkes „gewöhnlich das männliche Kind um eine Prostituierte [gaben], und das weibliche Kind verkauften sie um Wein“. Ja, in ihren Augen stehen Gottes Diener weit unter ihnen, und deren Kinder erachten sie höchstens einen Hurenlohn oder den Preis eines Kruges Wein wert. Sie werden sich dafür zu verantworten haben.
10 Genauso verdienen es diejenigen, abgeurteilt zu werden, die geistige Hurerei treiben (Offenbarung 17:3-6). Besonders tadelnswert sind diejenigen, die auf Politiker einwirken, Jehovas Zeugen zu verfolgen und ihre Tätigkeit zu behindern, wie das in letzter Zeit einige demagogische geistliche Führer in Osteuropa tun. Jehova äußert seine Entschlossenheit, gegen alle vorzugehen, die solche Ungerechtigkeit verüben (Joel 3:4-8).
„Heiligt Krieg!“
11. Wie fordert Jehova seine Feinde zum Krieg heraus?
11 Jehova fordert sein Volk als nächstes auf, folgende Herausforderung unter den Nationen zu verkünden: „Heiligt Krieg! Weckt die starken Männer auf! Laßt sie heranrücken! Laßt sie heraufkommen, alle Kriegsmänner!“ (Joel 3:9). Damit wird ein ungewöhnlicher Krieg erklärt — ein gerechter Krieg. Jehovas loyale Zeugen vertrauen auf geistige Waffen, wenn sie auf lügnerische Propaganda reagieren, und bekämpfen die Lüge mit der Wahrheit (2. Korinther 10:4; Epheser 6:17). Bald wird Gott den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“ heiligen (Offenbarung 16:14). Dieser wird die Erde von all denen reinigen, die sich Gottes Souveränität widersetzen. Seine Diener auf der Erde werden keinen aktiven Anteil daran haben. Buchstäblich und sinnbildlich haben sie ‘die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet und die Speere zu Winzermessern’ (Jesaja 2:4). Die gegnerischen Nationen fordert Jehova jedoch auf, genau das Gegenteil zu tun: „Schmiedet eure Pflugscharen zu Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen“ (Joel 3:10). Er gibt ihnen damit zu verstehen, daß sie ihre gesamte Kriegstechnik und ihr gesamtes modernes Waffenarsenal in die Schlacht werfen sollen. Doch sie können nicht gewinnen, denn der Kampf und der Sieg gehören Jehova!
12, 13. (a) Wie zeigen viele Nationen, daß sie trotz des Endes des kalten Krieges immer noch kriegerisch sind? (b) Worauf sind die Nationen nicht vorbereitet?
12 Anfang der 90er Jahre erklärten die Nationen den kalten Krieg für beendet. Wurde in Anbetracht dessen Frieden und Sicherheit, das Hauptziel der Vereinten Nationen, erreicht? Wohl kaum. Was lassen die Vorgänge in Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, dem Irak, dem ehemaligen Jugoslawien, in Liberia, Ruanda oder in Somalia erkennen? In Jeremia 6:14 heißt es: „Sie sprechen: ‚Da ist Frieden! Da ist Frieden!‘, wenn kein Frieden da ist.“
13 Auch wenn mancherorts der offene Krieg vorbei ist, wetteifern die Mitgliedsnationen der UNO trotzdem noch bei der Herstellung ausgeklügelter Kriegswaffen. Einige verfügen weiterhin über ganze Arsenale von Atomwaffen. Andere entwickeln chemische oder bakteriologische Massenvernichtungswaffen. Während sich die Nationen an dem sinnbildlichen Ort, der als Harmagedon bezeichnet wird, versammeln, fordert Jehova sie wie folgt heraus: „Was den Schwachen betrifft, er spreche: ‚Ich bin ein starker Mann.‘ Leistet Hilfe und kommt, all ihr Nationen ringsum, und tut euch zusammen.“ Joel unterbricht dann seinen Gedankengang und äußert die persönliche Bitte: „An jenen Ort, o Jehova, bring deine Starken hinab“ (Joel 3:10, 11).
Jehova beschützt die Seinigen
14. Wer sind die Starken Jehovas?
14 Wer sind die Starken Jehovas? In der Bibel wird der wahre Gott etwa 280mal als „Jehova der Heerscharen“ bezeichnet (2. Könige 3:14). Bei diesen Heerscharen handelt es sich um die Engelscharen, die im Himmel bereitstehen, um die Gebote Jehovas auszuführen. Als die Syrer einmal versuchten, Elisa zu ergreifen, öffnete Jehova schließlich dem Diener Elisas die Augen, so daß er den Grund erkannte, warum sie kein Gelingen haben konnten: „Siehe, die Berggegend war voll von Pferden und Kriegswagen aus Feuer rings um Elisa her“ (2. Könige 6:17). Wie Jesus sagte, hätte er seinen Vater um „mehr als zwölf Legionen Engel“ bitten können (Matthäus 26:53). In Verbindung mit der Beschreibung des Rittes Jesu zur Vollstreckung des Gerichts in Harmagedon heißt es in der Offenbarung: „Die Heere, die im Himmel waren, folgten ihm auf weißen Pferden, und sie waren in weiße, reine, feine Leinwand gekleidet. Und aus seinem Mund geht ein scharfes langes Schwert hervor, daß er damit die Nationen schlage, und er wird sie mit eisernem Stab hüten. Auch tritt er die Weinkelter des Grimmes des Zorns Gottes, des Allmächtigen“ (Offenbarung 19:14, 15). Diese symbolische Weinkelter wird mit anschaulichen Worten als die „große Kelter des Grimmes Gottes“ bezeichnet (Offenbarung 14:17-20).
15. Wie beschreibt Joel den Krieg Jehovas gegen die Nationen?
15 Wie erhört Jehova also Joels Bitte, Gott möge seine Starken hinabbringen? Das geht aus folgender plastischer Schilderung hervor: „Mögen die Nationen aufgeweckt werden und heraufkommen zur Tiefebene Josaphat; denn dort werde ich sitzen, um alle Nationen ringsum zu richten. Legt eine Sichel an, denn die Ernte ist reif geworden. Kommt, steigt herab, denn die Weinkelter ist voll geworden. Die Kelterkufen fließen tatsächlich über; denn ihre Schlechtigkeit ist ausnehmend groß geworden. Mengen, Mengen sind in der Tiefebene der Entscheidung, denn nahe ist der Tag Jehovas in der Tiefebene der Entscheidung. Sonne und Mond, sie werden sich gewiß verfinstern, und die Sterne, sie werden ihren Glanz tatsächlich zurückziehen. Und Jehova wird aus Zion brüllen, und aus Jerusalem wird er seine Stimme erschallen lassen. Und Himmel und Erde werden gewiß erbeben“ (Joel 3:12-16).
16. Wer wird unter denjenigen sein, an denen Jehova das Strafgericht vollstreckt?
16 So gewiß, wie der Name Josaphat „Jehova ist Richter“ bedeutet, so gewiß wird Jehova Gott seine Souveränität vollständig rechtfertigen, wenn er das Strafgericht vollstreckt. In der Prophezeiung werden diejenigen, über die das Strafgericht kommt, als ‘Mengen, Mengen in der Tiefebene der Entscheidung’ beschrieben. Unter diesen Mengen werden sich alle verbliebenen Befürworter der falschen Religion befinden. Es werden auch diejenigen darunter sein, die in Psalm 2 beschrieben werden — Nationen, Völkerschaften, Könige der Erde und hohe Amtspersonen —, alle, die lieber dem korrupten System der gegenwärtigen Welt den Vorzug geben, als ‘Jehova mit Furcht zu dienen’. Sie lehnen es ab, ‘den Sohn zu küssen’ (Psalm 2:1, 2, 11, 12). Sie erkennen Jesus nicht als den Mitkönig Jehovas an. Zu den Mengen, die zur Vernichtung gekennzeichnet sind, werden außerdem alle Menschen gehören, die der verherrlichte König als „Böcke“ verurteilt (Matthäus 25:33, 41). Wenn Jehovas Zeit gekommen ist, aus dem himmlischen Jerusalem zu brüllen, wird der von ihm ernannte König der Könige losreiten, um das Urteil zu vollstrecken. Himmel und Erde werden gewiß erbeben. Uns wird jedoch folgendes zugesichert: „Jehova wird eine Zuflucht sein für sein Volk und eine Festung für die Söhne Israels“ (Joel 3:16).
17, 18. Wer wird die große Drangsal überleben, und welcher Verhältnisse wird man sich erfreuen?
17 In Offenbarung 7:9-17 werden diejenigen, die die große Drangsal überleben werden, als eine „große Volksmenge“ bezeichnet; dabei handelt es sich um Menschen, die Glauben an die erlösende Kraft des Blutes Jesu ausüben. Sie werden am Tag Jehovas beschützt werden, während die Menschenmassen gemäß Joels Prophezeiung das Strafgericht ereilt. Joel übermittelte den Überlebenden folgendes: „Ihr werdet erkennen müssen, daß ich Jehova bin, euer Gott, der ich auf Zion, meinem heiligen Berg, weile“ — der himmlischen Wohnstätte Jehovas (Joel 3:17a).
18 In der Prophezeiung werden wir dann darauf hingewiesen, daß der Herrschaftsbereich des himmlischen Königreiches Gottes „eine heilige Stätte werden [soll]; und was Fremde betrifft, sie werden es nicht mehr durchziehen“ (Joel 3:17b). Weder im Himmel noch im irdischen Bereich des himmlischen Königreiches wird es „Fremde“ geben, denn alle werden in der reinen Anbetung vereint sein.
19. Wie beschrieb Joel das überströmende Glück, das heute unter Gottes Volk herrscht?
19 Schon heute herrscht unter Jehovas Dienern hier auf der Erde überströmender Frieden. Vereint verkündigen sie seine Gerichtsbotschaften in über 230 Ländern und Inselgebieten, und das in mehr als 300 verschiedenen Sprachen. Ihr Wohlergehen wurde von Joel mit den schönen Worten vorausgesagt: „Es soll geschehen an jenem Tag, daß die Berge von süßem Wein triefen werden, und die Hügel, sie werden von Milch fließen, und sogar alle Flußbetten Judas werden von Wasser fließen“ (Joel 3:18). Ja, Jehova wird auf seine irdischen Lobpreiser weiterhin in überfließendem Maße herrliche Segnungen und Wohlfahrt ausgießen sowie einen anschwellenden Strom kostbarer Wahrheiten. Jehovas Souveränität wird in der Tiefebene der Entscheidung vollständig gerechtfertigt werden, und die Freude wird überströmend sein, wenn er für immer inmitten seines erlösten Volkes wohnen wird (Offenbarung 21:3, 4).
-