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  • Was Jehovas Tag ans Licht bringen wird
    Der Wachtturm 2010 | 15. Juli
    • Was Jehovas Tag ans Licht bringen wird

      „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb . . ., und die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden“ (2. PET. 3:10).

      1, 2. (a) Wie wird das böse System enden? (b) Mit welchen Fragen werden wir uns befassen?

      DAS gegenwärtige böse System ist auf der fundamentalen Lüge aufgebaut, der Mensch könne unabhängig von Jehova erfolgreich die Geschicke der Welt lenken (Ps. 2:2, 3). Kann etwas, was auf Unwahrheit beruht, ewig bestehen? Niemals! Wir brauchen jedoch nicht zu warten, bis Satans Welt sich selbst zugrunde richtet. Gott wird ihr zu seiner bestimmten Zeit und auf seine Weise ein Ende machen. Wenn Gott gegen die böse Welt vorgeht, wird das ein vollkommener Ausdruck seiner Gerechtigkeit und Liebe sein (Ps. 92:7; Spr. 2:21, 22).

      2 Der Apostel Petrus schrieb: „Jehovas Tag wird kommen wie ein Dieb, an welchem Tag die Himmel mit zischendem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber werden vor Gluthitze aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden“ (2. Pet. 3:10). Was sind „die Himmel“ und „die Erde“, die hier erwähnt werden? Welche „Elemente“ werden aufgelöst? Und was meinte Petrus damit, dass „die Erde und die Werke auf ihr . . . aufgedeckt werden“? Wenn wir die Antworten auf diese Fragen kennen, können wir uns besser auf die wahrhaft furchteinflößenden Ereignisse in naher Zukunft einstellen.

      Die Himmel und die Erde, die vergehen werden

      3. Was sind die in 2. Petrus 3:10 erwähnten „Himmel“, und wie werden sie vergehen?

      3 Wird der Begriff „die Himmel“ in der Bibel symbolisch gebraucht, sind damit oft die Herrschenden gemeint, die sich über das Volk erheben (Jes. 14:13, 14; Offb. 21:1, 2). „Die Himmel“, die „vergehen werden“, stellen also die Herrschaft der Menschen über eine gottlose Gesellschaft dar. Dass sie mit einem lauten, „zischenden Geräusch“ oder (nach einer anderen Wiedergabe) mit „gewaltigem Krachen“ vergehen, könnte andeuten, wie schnell diese Himmel vernichtet werden.

      4. Wofür steht die „Erde“, und wie wird sie vernichtet werden?

      4 Die „Erde“ steht für die von Gott entfremdete menschliche Gesellschaft. Eine solche Gesellschaft existierte auch in den Tagen Noahs; sie ging aufgrund eines göttlichen Urteils in der Sintflut unter. Und „durch dasselbe Wort sind die Himmel und die Erde, die jetzt sind, aufgespart für das Feuer und sind aufbehalten für den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen“ (2. Pet. 3:7). In der Sintflut kamen alle Gottlosen gleichzeitig um; die kommende Vernichtung dagegen, die „große Drangsal“, wird mehrere Phasen haben (Offb. 7:14). Zunächst wird Gott die politischen Mächte veranlassen, „Babylon die Große“ zu beseitigen, was beweist, wie sehr er diese religiöse Hure verachtet (Offb. 17:5, 16; 18:8). Im Krieg von Harmagedon, in der Schlussphase der großen Drangsal, wird Jehova dann alles Übrige von Satans Welt vernichten (Offb. 16:14, 16; 19:19-21).

      „Die Elemente [werden] . . . aufgelöst“

      5. Was gehört zu den hier erwähnten Elementen?

      5 Was sind „die Elemente“, die „aufgelöst“ werden? Ein biblisches Wörterbuch definiert „Elemente“ als „Grundprinzipien“ oder „Grundlagen“. Der Begriff wurde, wie es darin heißt, beispielsweise „für die Buchstaben des Alphabets als sprachliche Grundelemente gebraucht“. Bei den „Elementen“, von denen Petrus spricht, handelt es sich also um all das, was der Haltung, dem Handeln, den Zielen und anderen charakteristischen Merkmalen der gottlosen Welt zugrunde liegt. Zu diesen „Elementen“ gehört auch der „Geist der Welt“, der „in den Söhnen des Ungehorsams wirksam ist“ (1. Kor. 2:12; lies Epheser 2:1-3). Dieser Geist, auch als „Luft“ bezeichnet, durchdringt Satans Welt. Er bringt die Menschen dazu, ähnlich zu denken, zu reden, zu planen und zu handeln wie Satan, der stolze, rebellische „Herrscher der Gewalt der Luft“.

      6. Worin zeigt sich der Geist der Welt?

      6 Diejenigen, die vom Geist der Welt angesteckt sind, lassen sich also bewusst oder unbewusst von Satan beeinflussen, weshalb sie genauso denken und eingestellt sind wie er. Sie tun, was ihnen gefällt; was Gott will, spielt für sie überhaupt keine Rolle. Stolz und Selbstsucht bestimmen, wie sie in den verschiedensten Situationen reagieren. Sie lehnen jegliche Autorität ab und lassen der „Begierde des Fleisches“ und der „Begierde der Augen“ freien Lauf. (Lies 1. Johannes 2:15-17.)a

      7. Warum müssen wir unser Herz „behüten“?

      7 Wie wichtig ist es daher, dass wir unser Herz „behüten“! Das gelingt uns, wenn wir uns von der Weisheit leiten lassen, die Gott gibt — sei es bei der Wahl von Freunden, Lesestoff und Unterhaltung oder von Websites, die wir besuchen (Spr. 4:23). Paulus schrieb: „Seht zu, dass nicht jemand da sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und leeren Trug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den elementaren Dingen der Welt und nicht gemäß Christus“ (Kol. 2:8). Diese Aufforderung wird umso dringender, je näher der Tag Jehovas rückt. In seiner beispiellosen „Gluthitze“ werden alle „Elemente“ des satanischen Systems zerschmelzen, wodurch offenbar wird, dass sie alles andere als feuerbeständig sind. Das erinnert an die Worte in Maleachi 4:1: „Der Tag kommt, der brennend ist wie der Ofen, und alle Vermessenen und alle, die Böses tun, sollen wie Stoppeln werden. Und der kommende Tag wird sie gewiss verzehren.“

      „Die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden“

      8. In welcher Hinsicht werden die Erde und die Werke auf ihr „aufgedeckt“ werden?

      8 Was meinte Petrus mit seinen Worten: „Die Erde und die Werke auf ihr werden aufgedeckt werden“? Das mit „aufgedeckt“ übersetzte Wort wird auch mit „gefunden“ oder „bloßgelegt“ wiedergegeben. Petrus wollte damit sagen, dass Jehova in der großen Drangsal die Welt Satans bloßstellen wird. Er wird ans Licht bringen, dass sie gegen ihn und sein Königreich ist und deshalb die Vernichtung verdient. In Jesaja 26:21 heißt es prophetisch über jene Zeit: „Jehova kommt hervor aus seiner Stätte, um das Vergehen des Bewohners der Erde gegen ihn zur Rechenschaft zu ziehen, und die Erde wird gewiss ihr Blutvergießen enthüllen und wird nicht mehr ihre Getöteten zudecken.“

      9. (a) Was müssen wir meiden, und warum? (b) Woran müssen wir bewusst arbeiten, und warum?

      9 Diejenigen, die ihren Sinn von der Welt und ihrem bösen Geist formen lassen, werden am Tag Jehovas ihr wahres Gesicht zeigen und sich sogar gegenseitig niedermetzeln. Es ist durchaus denkbar, dass die populären, gewaltbetonten Unterhaltungsformen den Sinn vieler heute so stark prägen, dass dann tatsächlich „einer über den anderen herfällt“ (Sach. 14:13, Hoffnung für alle). Geben wir uns daher mit nichts ab — weder mit Filmen, Büchern oder Videospielen —, was Charakterzüge fördern könnte, die Gott zutiefst verabscheut wie Stolz oder Liebe zur Gewalt (2. Sam. 22:28; Ps. 11:5). Wir wollen dagegen bewusst an der Frucht des heiligen Geistes Gottes arbeiten, denn diese Eigenschaften werden sich in der Gluthitze des Tages Jehovas als feuerbeständig erweisen (Gal. 5:22, 23).

      „Neue Himmel und eine neue Erde“

      10, 11. Was sind die „neuen Himmel“ und die „neue Erde“?

      10 Lies 2. Petrus 3:13. Bei den „neuen Himmeln“ handelt es sich um Gottes himmlisches Königreich, das 1914 aufgerichtet wurde, als „die bestimmten Zeiten der Nationen“ endeten (Luk. 21:24). Diese königliche Regierung besteht aus Christus Jesus und seinen 144 000 Mitregenten, von denen die meisten bereits ihren Lohn im Himmel erhalten haben. Die Offenbarung beschreibt diese Auserwählten als „die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, [das] von Gott aus dem Himmel herabkommt, bereit gemacht wie eine für ihren Mann geschmückte Braut“ (Offb. 21:1, 2, 22-24). Das irdische Jerusalem war der Regierungssitz des alten Israel. Entsprechend bilden das neue Jerusalem und ihr Bräutigam die Regierung der neuen Welt. Diese „Stadt“ wird insofern „aus dem Himmel herabkommen“, als die Regenten ihre Aufmerksamkeit auf die Erde richten.

      11 Mit der „neuen Erde“ ist eine neue irdische Gesellschaft gemeint — Menschen, die ihre Bereitschaft, sich Gottes Königreich unterzuordnen, bereits bewiesen haben. Die „künftige bewohnte Erde“ in all ihrer Schönheit wird dem geistigen Paradies, das Gottes Volk bereits heute schätzt, endlich den ihm gebührenden Rahmen geben (Heb. 2:5). Wie können wir ein Teil dieser neuen Welt werden?

      Auf Jehovas großen Tag vorbereitet sein

      12. Warum wird Jehovas Tag für die Welt ein echter Schock sein?

      12 Sowohl Paulus als auch Petrus sagten voraus, Jehovas Tag werde kommen „wie ein Dieb“ — unauffällig und unerwartet. (Lies 1. Thessalonicher 5:1, 2.) Selbst wahre Christen, die diesen Tag herbeisehnen, werden überrascht sein, wie plötzlich er kommt (Mat. 24:44). Und die Welt wird völlig überrumpelt werden. Warum? Paulus schrieb: „Wann immer sie [die von Jehova entfremdeten Menschen] sagen: ‚Frieden und Sicherheit!‘, dann wird plötzliche Vernichtung sie überfallen wie die Geburtswehe eine Schwangere; und sie werden keinesfalls entrinnen“ (1. Thes. 5:3).

      13. Wieso wird uns der Ausruf „Frieden und Sicherheit“ nicht täuschen?

      13 Der Ausruf „Frieden und Sicherheit“ wird nur eine weitere von Dämonen inspirierte Lüge sein; Jehovas Diener werden sich davon nicht täuschen lassen. „Ihr seid nicht in Finsternis“, schrieb Paulus, „sodass jener Tag euch so überfalle, wie er Diebe überfallen würde, denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages“ (1. Thes. 5:4, 5). Bleiben wir also im Licht und halten weiten Abstand von der Finsternis der Welt Satans. Petrus schrieb: „Geliebte, die ihr dies im Voraus wisst, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen [falsche Lehrer in der Christenversammlung], mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt“ (2. Pet. 3:17).

      14, 15. (a) Was gewährt uns Jehova? (b) Welche inspirierten Worte müssen wir ernst nehmen?

      14 Man beachte: Jehova fordert uns hier nicht einfach auf, uns vor etwas zu „hüten“, und lässt es dabei bewenden. Er gewährt uns vielmehr, etwas „im Voraus zu wissen“, indem er uns einen allgemeinen Überblick gibt, was künftig geschehen wird.

      15 Leider reagieren einige inzwischen gleichgültig oder sogar sarkastisch, wenn dazu aufgefordert wird, wach zu bleiben. „Das wird uns doch schon seit Jahrzehnten gepredigt“, sagen sie vielleicht. Solche Bemerkungen verraten eigentlich, dass jemand nicht nur dem „treuen Sklaven“ misstraut, sondern sogar Jehova und seinem Sohn. „Warte geduldig“, sagte Jehova (Hab. 2:3, Hoffnung für alle). Jesus äußerte sich ähnlich: „Wacht . . . beharrlich, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt“ (Mat. 24:42). Und Petrus schrieb: „Was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit, indem ihr die Gegenwart des Tages Jehovas erwartet und fest im Sinn behaltet!“ (2. Pet. 3:11, 12). Der „treue Sklave“ und seine leitende Körperschaft werden diese ernsten Worte niemals auf die leichte Schulter nehmen!

      16. Vor welcher Geisteshaltung müssen wir uns hüten, und warum?

      16 Tatsächlich ist es ja der „übel gesinnte Sklave“, der schlussfolgert, dass sich der Herr verspätet (Mat. 24:48). Dieser „übel gesinnte Sklave“ gehört zu einer Personengruppe, die in 2. Petrus 3:3, 4 erwähnt wird. Wie Petrus schrieb, werden „in den letzten Tagen Spötter mit ihrem Spott kommen“, die „gemäß ihren eigenen Begierden vorgehen“ und sich über diejenigen lustig machen, die gehorsam Jehovas Tag fest im Sinn behalten. Diese Spötter sind vor allem auf sich selbst und ihre selbstsüchtigen Wünsche bedacht statt auf die Königreichsinteressen. Lassen wir eine solche rebellische, gefährliche Geisteshaltung niemals in uns aufkommen! Betrachten wir vielmehr „die Geduld unseres Herrn als Rettung“ und setzen wir uns eifrig im Predigtdienst und beim Jüngermachen ein. Die Frage, wann all das eintritt, was sowieso in Jehovas Hand liegt, sollte uns nicht übermäßig beunruhigen (2. Pet. 3:15; lies Apostelgeschichte 1:6, 7).

      Dem Gott der Rettung vertrauen

      17. Wie befolgten treue Christen die Aufforderung Jesu, aus Jerusalem zu fliehen, und warum?

      17 Als sich die römischen Invasionstruppen 66 u. Z. aus Judäa zurückzogen, befolgten die treuen Christen unverzüglich die Aufforderung Jesu, aus Jerusalem zu fliehen (Luk. 21:20-23). Warum handelten sie so prompt und entschlossen? Offensichtlich hatten sie Jesu Warnung fest im Sinn behalten. Ihnen dürfte klar gewesen sein, dass ihre Flucht Härten mit sich bringen würde, denn Christus hatte sie bereits darauf vorbereitet. Doch sie wussten auch, dass Jehova seine treuen Diener niemals im Stich lässt (Ps. 55:22).

      18. Wie siehst du der großen Drangsal entgegen, wenn du an Jesu Worte in Lukas 21:25-28 denkst?

      18 Auch wir müssen völlig auf Jehova vertrauen, denn er allein kann uns retten, wenn die größte Drangsal der gesamten Menschheitsgeschichte über das gegenwärtige System hereinbricht. Nach Beginn der großen Drangsal, aber noch bevor Jehova sein Strafgericht an der ganzen restlichen Welt vollzieht, werden „die Menschen ohnmächtig werden vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über die bewohnte Erde kommen“. Gottes Feinde werden vor Furcht zittern, Jehovas treue Diener dagegen werden sich nicht fürchten. Im Gegenteil, sie werden sich freuen, weil sie wissen, dass ihre Befreiung bevorsteht. (Lies Lukas 21:25-28.)

      19. Worum geht es im nächsten Artikel?

      19 Alle, die sich von der Welt und ihren „Elementen“ getrennt halten, können also einer begeisternden Zukunft entgegensehen. Worum geht es im nächsten Artikel? Es wird gezeigt, dass man nicht nur das Schlechte meiden muss, um ewiges Leben zu erlangen. Man muss auch Eigenschaften und Merkmale ausprägen, auf die Jehova Wert legt, und stets so handeln, wie es ihm gefällt (2. Pet. 3:11).

      [Fußnote]

      a Eine ausführliche Beschreibung der Charakterzüge, die der Geist der Welt fördert, enthält das Buch Unterredungen anhand der Schriften, Seite 178—181.

  • „Was für Menschen solltet ihr da sein!“
    Der Wachtturm 2010 | 15. Juli
    • „Was für Menschen solltet ihr da sein!“

      „Da alle diese Dinge so aufgelöst werden, was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit!“ (2. PET. 3:11).

      1. Warum war der zweite Brief des Petrus ein zeitgemäßer Appell an die Christen seiner Tage?

      ALS Petrus seinen zweiten inspirierten Brief schrieb, hatte die Christenversammlung bereits mehrere Verfolgungswellen erlebt. Doch das konnte weder ihren Eifer bremsen noch das Wachstum verlangsamen. Deshalb griff der Teufel auf eine altbewährte Taktik zurück. Wie Petrus zeigte, versuchte Satan, Gottes Volk durch falsche Lehrer zu verunreinigen, die „Augen voll Ehebruchs“ hatten und „ein Herz, das in Habsucht geübt“ war (2. Pet. 2:1-3, 14; Jud. 4). Der zweite Petrusbrief ist somit ein eindringlicher Appell, Gott treu zu bleiben.

      2. Worum geht es in 2. Petrus, Kapitel 3, und welche Fragen stellen sich uns dabei?

      2 Petrus schrieb: „Ich erachte es für Recht, solange ich in dieser Hütte bin [solange ich lebe], euch durch Erinnern aufzuwecken, da ich ja weiß, dass das Ablegen meiner Hütte nahe bevorsteht . . . So will ich auch jederzeit mein Äußerstes tun, damit ihr nach meinem Weggang imstande seid, diese Dinge selbst zu erwähnen“ (2. Pet. 1:13-15). Petrus hatte nicht mehr lange zu leben; ihm lag aber daran, dass seine eindringliche Mahnung nicht in Vergessenheit geriet. Und sie wurde ja tatsächlich in die Bibel aufgenommen, sodass wir sie heute noch lesen können. Das dritte Kapitel des zweiten Petrusbriefes ist gerade für uns aktuell, da darin die „letzten Tage“ des heutigen Systems und die Vernichtung der symbolischen Himmel und der sinnbildlichen Erde im Mittelpunkt stehen (2. Pet. 3:3, 7, 10). Was rät uns Petrus? Wieso hilft es uns, Jehovas Wohlgefallen zu erlangen, wenn wir seinen Rat umsetzen?

      3, 4. (a) Wozu forderte Petrus auf, und wovor warnte er? (b) Auf welche drei Punkte werden wir eingehen?

      3 Nachdem Petrus erwähnt hatte, dass Satans Welt „aufgelöst“ wird, sagte er: „Was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit!“ (2. Pet. 3:11, 12). Das war offensichtlich nicht als Frage gedacht, sondern als aufrüttelnde Aufforderung. Petrus wusste, dass am „Tag der Rache“ nur diejenigen von Jehova beschützt werden, die seinen Willen tun und gottgefällige Eigenschaften und Merkmale aufweisen (Jes. 61:2). Deshalb fügte der Apostel die Worte an: „Ihr daher, Geliebte, die ihr dies im Voraus wisst, hütet euch, damit ihr nicht durch den Irrtum derer, die dem Gesetz trotzen [falsche Lehrer], mit ihnen fortgerissen werdet und aus eurem eigenen festen Stand fallt“ (2. Pet. 3:17).

      4 Da auch Petrus dieses „Vorauswissen“ hatte, wusste er, dass Christen in den letzten Tagen äußerst wachsam sein müssten, wenn sie Gott vollständig ergeben bleiben wollten. Der Apostel Johannes erfuhr später den Grund dafür: Satan würde nach seiner Vertreibung aus dem Himmel „große Wut“ auf diejenigen haben, „die die Gebote Gottes halten und das Werk des Zeugnisgebens für Jesus innehaben“ (Offb. 12:9, 12, 17). Allerdings würde der Teufel weder die gesalbten Diener Gottes noch ihre treuen Gefährten von den „anderen Schafen“ besiegen können (Joh. 10:16). Werden auch wir zu den Siegern gehören und Gott vollständig ergeben bleiben? Das können wir, wenn wir 1. an Eigenschaften und Merkmalen arbeiten, auf die Gott Wert legt, 2. uns bemühen, unsere Moral und unseren Glauben rein zu erhalten, sowie 3. Prüfungen oder belastende Situationen im richtigen Licht sehen. Gehen wir einmal auf die einzelnen Punkte ein.

      Gottgefällige Eigenschaften und Merkmale

      5, 6. An welchen Merkmalen sollten wir unbedingt arbeiten, und warum erfordert das „ernsthaftes Bemühen“?

      5 Am Anfang seines zweiten Briefes schrieb Petrus: „Indem ihr . . . all euer ernsthaftes Bemühen beitragt, reicht dar zu eurem Glauben Tugend, zu eurer Tugend Erkenntnis, zu eurer Erkenntnis Selbstbeherrschung, zu eurer Selbstbeherrschung Ausharren, zu eurem Ausharren Gottergebenheit, zu eurer Gottergebenheit brüderliche Zuneigung, zu eurer brüderlichen Zuneigung Liebe. Denn wenn diese Dinge in euch vorhanden sind und überströmen, so werden sie euch daran hindern, entweder untätig oder ohne Frucht zu sein hinsichtlich der genauen Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus“ (2. Pet. 1:5-8).

      6 Gottgefällige Eigenschaften und Merkmale aktiv weiterzuentwickeln erfordert wirklich „ernsthaftes Bemühen“: sei es der Besuch aller Zusammenkünfte, das tägliche Bibellesen oder ein gutes persönliches Studienprogramm. Es verlangt wahrscheinlich auch einigen Einsatz und gute Planung, regelmäßig eine angenehme, nutzbringende Studierzeit mit der Familie zu haben. Doch das wird uns bestimmt leichter fallen, sobald das Ganze zu einer guten Gewohnheit geworden ist, vor allem, wenn wir die positiven Ergebnisse sehen.

      7, 8. (a) Wie haben sich einige über den Studierabend geäußert? (b) Was hat dir der Studierabend bisher gebracht?

      7 Eine Schwester schreibt über den Studierabend der Familie: „Jetzt beschäftigen wir uns ausgiebig mit den verschiedensten Themen.“ Eine andere Schwester sagt: „Als es hieß, dass es kein Buchstudium mehr gibt, war ich ehrlich gesagt enttäuscht. Ausgerechnet meine Lieblingszusammenkunft! Doch wenn wir jetzt unseren Studierabend haben, wird mir so richtig bewusst, dass Jehova weiß, was wir brauchen und wann.“ Ein Ehemann erklärt: „Der Studierabend ist uns eine enorme Hilfe. So ein maßgeschneidertes Programm für uns als Ehepaar zu haben ist wirklich toll. Wir denken beide, dass wir uns in der Frucht des heiligen Geistes schon etwas verbessert haben, und der Dienst macht uns mehr Freude als je zuvor.“ Ein Familienvater meint: „Unsere Kinder forschen sogar selbst nach und lernen dabei sehr viel — und sie tun es echt gern. Jehova kennt unsere Sorgen und erhört unsere Gebete. Das zeigt diese Studierzeit ganz deutlich.“ Denken wir genauso über dieses Geschenk von Gott?

      8 Lassen wir uns nicht durch Kleinigkeiten vom Studierabend abhalten. Ein Ehepaar erzählte: „In den vergangenen 4 Wochen war in unserer Familie jeden Donnerstagabend irgendetwas los, was uns fast von unserem Studium abgehalten hätte. Aber wir ließen es nie ausfallen!“ Natürlich wird man manchmal umplanen müssen. Nehmen wir uns aber fest vor, keine Woche vergehen zu lassen, ohne uns als Familie zusammenzusetzen, um Jehova näherzukommen!

      9. Womit stärkte Jehova Jeremia, und was zeigt das uns?

      9 Ein ausgezeichnetes Beispiel haben wir in dem Propheten Jeremia. Er war auf die geistige Speise angewiesen, die Jehova ihm gab, und er schätzte sie sehr. Sie gab ihm die Kraft, einem völlig gleichgültigen Volk beharrlich zu predigen: „Das Wort Jehovas . . . erwies sich wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen“, sagte er (Jer. 20:8, 9). Jehovas Wort half ihm auch, die schweren Zeiten durchzustehen, die in der Zerstörung Jerusalems gipfelten. Wir verfügen heute über das gesamte Wort Gottes in schriftlicher Form. Wenn wir es fleißig studieren und uns Gottes Gedanken zu eigen machen, können wir wie Jeremia im Dienst freudig ausharren, belastende Situationen durchstehen sowie unsere Moral und unseren Glauben rein bewahren (Jak. 5:10).

      „Fleckenlos und makellos“ bleiben

      10, 11. Warum müssen wir unser Äußerstes tun, um „fleckenlos und makellos“ zu bleiben? Was erfordert das?

      10 Uns Christen ist bewusst, dass wir in der Zeit des Endes leben. Wir sind daher nicht überrascht, dass die Welt heute von Dingen geradezu besessen ist, die Jehova verabscheut: Habgier, extreme Sittenlosigkeit und Gewalt, um nur einiges zu nennen. Satans Strategie kann man wie folgt zusammenfassen: „Wenn ich Gottes Diener schon nicht in Furcht versetzen kann, kann ich sie vielleicht zum Schlechten verleiten“ (Offb. 2:13, 14). Deshalb ist es für uns so wichtig, die liebevoll gemeinte Aufforderung zu beherzigen, die Petrus gab: „Tut euer Äußerstes, um schließlich von ihm [Gott] fleckenlos und makellos und in Frieden erfunden zu werden“ (2. Pet. 3:14).

      11 Die von Petrus gebrauchte Wendung „tut euer Äußerstes“ ähnelt seinem zuvor geäußerten Appell, all unser „ernsthaftes Bemühen“ beizutragen. Jehova, der ja Petrus dazu inspirierte, diese Gedanken festzuhalten, weiß natürlich, dass es uns nicht leichtfällt, „fleckenlos und makellos“ zu bleiben, völlig rein vom Schmutz der Welt Satans. Dieses Bemühen schließt ein, unser Herz zu behüten, damit es keinen sündhaften Begierden nachgibt. (Lies Sprüche 4:23; Jakobus 1:14, 15.) Außerdem dürfen wir uns nicht von Leuten einschüchtern lassen, die „fortgesetzt lästerlich“ über uns reden, weil unsere christliche Lebensweise bei ihnen auf Unverständnis stößt (1. Pet. 4:4).

      12. Was wird uns in Lukas 11:13 zugesichert?

      12 Das Rechte zu tun fällt uns deshalb so schwer, weil wir unvollkommen sind (Röm. 7:21-25). Wir können es aber schaffen — wenn wir uns an Jehova wenden, der großzügig all denen heiligen Geist gibt, die ihn darum bitten (Luk. 11:13). Der Geist fördert in uns Merkmale und Eigenschaften, die Gott wohlgefällig sind. Diese wiederum helfen uns, allen möglichen Verlockungen zu widerstehen und mit Belastungen fertigzuwerden. Letztere werden sich wahrscheinlich noch verstärken, je näher der Tag Jehovas rückt.

      Aus Prüfungen gestärkt hervorgehen

      13. Was hilft uns, belastende Situationen durchzustehen?

      13 Solange wir in diesem System leben, werden immer wieder Prüfungen oder belastende Situationen auf uns zukommen. Lassen wir uns jedoch nicht entmutigen. Betrachten wir sie als Gelegenheiten, unsere Liebe zu Gott zu beweisen und unseren Glauben an ihn und sein Wort zu stärken. Der Jünger Jakobus schrieb: „Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet, da ihr ja wisst, dass die geprüfte Echtheit eures Glaubens Ausharren bewirkt“ (Jak. 1:2-4). Vergessen wir auch eines nicht: „Jehova weiß Menschen von Gottergebenheit aus der Prüfung zu befreien“ (2. Pet. 2:9).

      14. Wozu ermuntert dich Josephs Beispiel?

      14 Denken wir an das Beispiel, das Jakobs Sohn Joseph gab, den seine eigenen Brüder in die Sklaverei verkauften (1. Mo. 37:23-28; 42:21). Wurde Joseph wegen dieser grausamen Tat glaubensschwach? Machte er Gott Vorwürfe, weil er solches Unglück zuließ? Das war nicht der Fall, wie Gottes Wort zeigt, obwohl ihm das Leben auch danach übel mitspielte. Man beschuldigte Joseph später nämlich zu Unrecht einer versuchten Vergewaltigung und warf ihn ins Gefängnis. Doch auch dadurch ließ er sich nicht von seiner Gottergebenheit abbringen (1. Mo. 39:9-21). Es gelang ihm sogar, aus alldem gestärkt hervorzugehen, und er wurde dafür reich belohnt.

      15. Was können wir von Noomi lernen?

      15 In belastenden Situationen fühlt man sich manchmal traurig oder sogar zutiefst deprimiert. So könnte es auch Joseph ergangen sein. Von anderen treuen Dienern Gottes wissen wir es sicher. Zum Beispiel von Noomi, die erst ihren Mann und dann ihre beiden Söhne verlor. Deshalb sagte sie: „Nennt mich nicht Noomi. Nennt mich Mara [bedeutet „Bitter“], denn der Allmächtige hat es mir sehr bitter gemacht“ (Ruth 1:20, 21, Fn.). Noomis Reaktion war ganz normal und durchaus verständlich. Doch wie Joseph wurde sie weder glaubensschwach noch ließ sie sich von ihrer Treue Gott gegenüber abbringen, und er belohnte sie dafür (Ruth 4:13-17, 22). Im künftigen irdischen Paradies wird Jehova dann alles wiedergutmachen, was Satan und seine böse Welt angerichtet haben. „Die früheren Dinge werden nicht in den Sinn gerufen werden, noch werden sie im Herzen aufkommen“ (Jes. 65:17).

      16. Wie wichtig sollte uns das Beten sein, und warum?

      16 Ganz gleich, mit welchen Belastungen wir es zu tun haben: Gottes Liebe wird uns stützen. (Lies Römer 8:35-39.) Satan wird zwar immer wieder versuchen, uns zu entmutigen, aber es wird ihm nicht gelingen, wenn wir „gesunden Sinnes“ und „wachsam im Hinblick auf Gebete“ bleiben (1. Pet. 4:7). Jesus sagte: „Bleibt also wach, und fleht allezeit, damit es euch gelingt, all diesen Dingen, die geschehen sollen, zu entgehen und vor dem Menschensohn zu stehen“ (Luk. 21:36). Man beachte, dass Jesus von „Flehen“ sprach, also von inbrünstigem Beten. Durch diese Wortwahl unterstrich er, wie wichtig es uns heute sein muss, wie wir vor ihm und seinem Vater dastehen. Nur wer Gott wohlgefällig ist, hat die Aussicht, den Tag Jehovas zu überleben.

      Jehova weiter eifrig dienen

      17. Was können wir von den Propheten in alter Zeit lernen, wenn wir ein schwieriges Predigtdienstgebiet haben?

      17 Wir werden erfrischt und gestärkt, wenn wir uns an christlichen Aktivitäten beteiligen, wie sie auch von Petrus erwähnt werden: „Was für Menschen solltet ihr da sein in heiligen Handlungen des Wandels und Taten der Gottergebenheit“ (2. Pet. 3:11). Zu den wichtigsten Taten, die hier gemeint sind, gehört das Verkündigen der guten Botschaft (Mat. 24:14). In manchen Gebieten kann das Predigen eine Herausforderung sein, weil die Menschen entweder gleichgültig oder gegnerisch eingestellt sind, teilweise aber auch, weil Alltagssorgen sie einfach völlig vereinnahmen. In biblischer Zeit standen Jehovas Diener vor ganz ähnlichen Hindernissen. Doch sie gaben nicht auf, sondern gingen „immer und immer wieder“ mit Gottes Botschaft zu den Menschen (Jer. 7:24-26; lies 2. Chronika 36:15, 16). Was half ihnen auszuharren? Sie betrachteten ihren Auftrag vom Standpunkt Jehovas aus, nicht von dem der Allgemeinheit. Außerdem war es die größte Ehre für sie, Gottes Namen zu tragen (Jer. 15:16).

      18. Wieso trägt unser Predigen dazu bei, dass Gottes Name eines Tages erhöht wird?

      18 Auch wir dürfen Jehovas Namen und seinen Vorsatz bekannt machen. Und vergessen wir nie: Weil wir predigen, werden sich Gottes Feinde nicht auf Unwissenheit berufen können, wenn sie sich an seinem großen Tag vor ihm verantworten müssen. Wie Pharao in alter Zeit werden sie genau wissen, dass es Jehova ist, der gegen sie vorgeht (2. Mo. 8:1, 20; 14:25). Gleichzeitig wird Jehova seine treuen Diener ehren, indem er der ganzen Welt klarmacht, dass sie wirklich seine Vertreter gewesen sind. (Lies Hesekiel 2:5; 33:33.)

      19. Wie können wir die Geduld Jehovas sinnvoll nutzen?

      19 Gegen Ende seines zweiten Briefes schrieb Petrus an seine Glaubensbrüder und -schwestern: „Betrachtet . . . die Geduld unseres Herrn als Rettung“ (2. Pet. 3:15). Nutzen wir also die Geduld Jehovas. Wie? Indem wir Eigenschaften und Merkmale ausprägen, die ihm gefallen, indem wir „fleckenlos und makellos“ bleiben, indem wir zu Prüfungen oder belastenden Situationen richtig eingestellt sind und natürlich auch durch unseren eifrigen Dienst. Die „neuen Himmel“ und die „neue Erde“ werden für treue Menschen ewige Segnungen bringen. Tun wir alles, um das selbst zu erleben! (2. Pet. 3:13).

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