-
SpiritismusEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
-
-
König Sauls Besuch bei einem Medium. Als Saul das Medium aufsuchte, war Jehovas Geist schon seit einiger Zeit von ihm gewichen, und Gott antwortete ihm nicht, wenn Saul ihn befragte, weder durch Träume noch durch die Urim (die der Hohe Priester gebrauchte) noch durch die Propheten (1Sa 28:6). Gott wollte mit ihm nichts mehr zu tun haben; und Gottes Prophet Samuel hatte Saul seit Langem – seit der Zeit vor Davids Salbung zum König – nicht mehr besucht. Es wäre demnach unlogisch, anzunehmen, Samuel hätte nun – selbst wenn er noch am Leben gewesen wäre – Saul aufgesucht, um ihm Rat zu geben. Und bestimmt hätte Gott Samuel, den er vor seinem Tod nicht zu Saul geschickt hatte, nicht aufgefordert, von den Toten zurückzukehren, um mit Saul zu sprechen (1Sa 15:35).
Dass Jehova die Handlungsweise Sauls auf keinen Fall billigte oder ihn darin unterstützte, geht aus den späteren Worten hervor, die Jehova durch Jesaja äußern ließ: „Und falls sie zu euch sagen sollten: ‚Wendet euch an die spiritistischen Medien oder an diejenigen, die einen Geist der Voraussage haben, die flüstern und Äußerungen murmeln‘, sollte sich nicht jedes Volk an seinen Gott wenden? Sollte man sich an Tote zugunsten Lebender wenden? Zum Gesetz und zum bestätigenden Zeugnis!“ (Jes 8:19, 20).
Wenn es also in dem Bericht heißt: „Als die Frau ‚Samuel‘ sah, begann sie mit lautester Stimme zu schreien“, ist dies offensichtlich eine Schilderung vom Standpunkt des Mediums aus, das von dem Geist, der sich als Samuel ausgab, irregeführt wurde (1Sa 28:12). Auf Saul lässt sich der Grundsatz anwenden, den der Apostel Paulus äußerte: „So, wie sie es nicht billigten, Gott in genauer Erkenntnis zu behalten, übergab Gott sie einem missbilligten Geisteszustand, sodass sie Dinge taten, die sich nicht geziemen ... Obschon diese die gerechte Verordnung Gottes sehr wohl erkennen und wissen, dass die, die solche Dinge treiben, den Tod verdienen, fahren sie damit nicht nur fort, sondern stimmen auch denen zu, die sie zu tun pflegen“ (Rö 1:28-32).
Im Biblischen Commentar über das Alte Testament: Die Bücher Samuels von C. F. Keil (2. Auflage, Leipzig 1875, S. 210) wird zu 1. Chronika 10:13 ein Zusatz der Septuaginta angeführt, der lautet: „... und Samuel, der Prophet, antwortete ihm.“ In dem Commentar wird der Standpunkt unterstützt, der durch diese nichtinspirierten Worte in der Septuaginta angedeutet wird, doch es wird hinzugefügt: „Dennoch haben die Kchvv. [Kirchenväter], Reformatoren und älteren kirchlichen Theologen mit wenigen Ausnahmen keine wirkliche, sondern nur eine dem Saul vorgespiegelte Erscheinung Samuels angenommen. Wie schon Ephraem Syr. erklärt, dem Könige sei durch dämonische Künste eine Erscheinung Samuels vorgespiegelt worden, so halten auch Luther und Calvin und nach ihnen die älteren protestantischen Ausleger die Erscheinung nur für ein Teufelsgespenst, ein phantasma seu spectrum diabolicum sub schemate Samuelis [eine Erscheinung oder ein Teufelsgespenst in der Gestalt Samuels], und Samuels Verkündigung nicht für eine von Gott eingegebene Weißagung, sondern für eine diabolische Offenbarung unter göttlicher Zulassung, in welcher Wahrheit mit Lüge vermischt sei.“
In einer Fußnote (Das erste Buch Samuel, S. 210) heißt es in diesem Commentar: „So sagt Luther ... ‚Daß Samuel 1 S. 28, 11. 12 durch eine Wahrsagerin oder Zauberin erweckt ward, ist gewiß des Teufels Gespenste gewest: nicht allein darumb, daß die Schrift daselbst anzeiget, daß es ein Weib getan, welche voller Teufel gewest ist (gerade als sollt man glauben, daß die Seelen der Gläubigen, welche in der Hand Gottes ... sind, ... unter der Gewalt des Teufels und böser Menschen wären), sondern auch darumb, daß Saul und das Weib öffentlich wider dieß göttlich Gebot getan haben, von den Todten erforschet und gefraget. Dawider kann noch mag der heilige Geist nicht thun, auch nicht helfen oder wöllen, denen die dawider thun.‘ – Gleicherweise erklärt Calvin ... die Erscheinung nur für ein ... [‚Gespenst; weil ja nicht zu bestreiten ist, daß es nicht der echte Samuel gewesen ist, denn Gott hätte niemals erlaubt, daß sein Prophet solchen teuflischen Verschwörungen preisgegeben werde. Denn eine Zauberin rief nämlich die Toten aus der Unterwelt. Sollte jemand wirklich meinen, daß Gott seinen Propheten solcher Schande preisgeben würde, als hätte der Teufel die Macht über die Körper und Seelen der Heiligen, die in Gottes Obhut sind? Es heißt, daß die Seelen der Heiligen in Gott ruhen ..., auf ihre glückliche Auferstehung wartend. Sollten wir außerdem glauben, daß Samuel seinen Mantel mit ins Grab nahm? Daraus geht hervor, daß die Erscheinung offenkundig nur ein Gespenst gewesen ist, und die Sinne der Frau wurden so getäuscht, daß sie dachte, sie sähe Samuel, obwohl er es in Wirklichkeit nicht war.‘] Mit ähnlichen Gründen haben dann die älteren orthodoxen Theologen die Wirklichkeit der Erscheinung des abgeschiedenen Samuel bestritten.“
-
-
SpiritismusEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
-
-
Sein Ursprung. Ein wichtiges Merkmal des Spiritismus ist das scheinbare Aufnehmen von Kontakt mit Verstorbenen. Da sich die Toten aber „nicht des Geringsten bewusst“ sind, ist es in Wirklichkeit unmöglich, mit ihnen Verbindung aufzunehmen (Pr 9:5). Das Gesetz, das Gott den Israeliten gab, verbot, die Toten zu befragen, und erklärte die Ausübung von Spiritismus zum Kapitalverbrechen (3Mo 19:31; 20:6, 27; 5Mo 18:9-12; vgl. Jes 8:19). Und in den Christlichen Griechischen Schriften heißt es, dass diejenigen, die Spiritismus ausüben, „Gottes Königreich nicht erben werden“ (Gal 5:20, 21; Off 21:8). Daraus folgt, dass eine angebliche Verbindung mit Verstorbenen, wenn keine vorsätzliche Lüge vorliegt, von bösen Mächten herrühren muss, von Mächten, die im Widerstand zu Jehova Gott stehen.
-
-
SpiritismusEinsichten über die Heilige Schrift, Band 2
-
-
SPIRITISMUS
Der Glaube oder die Lehre, dass die Geister der Verstorbenen weiterleben, wenn der physische Leib tot ist, und dass sie mit den Lebenden Kontakt aufnehmen können, und zwar hauptsächlich durch eine Person (ein Medium), die für den Einfluss der Geister empfänglich ist.
-