Gibt es ein Leben nach dem Tod?
FOLGENDE zwei Fragen bereiten den Menschen schon seit Jahrtausenden Kopfzerbrechen: Warum müssen wir alt werden und schließlich sterben? Gibt es in irgendeiner Form bewußtes Leben nach dem Tod?
Die erste Frage macht vielen zu schaffen, weil selbst die moderne Medizin mit all ihren beeindruckenden Entdeckungen nicht in der Lage ist, sie schlüssig oder zufriedenstellend zu beantworten.
Auf die zweite Frage werden die verschiedensten Antworten gegeben. Im Grunde stoßen hinsichtlich der Frage, ob es ein bewußtes Leben nach dem Tod gibt, die gegensätzlichen Meinungen zweier Gruppen aufeinander: die einen sind überzeugt, daß mit dem jetzigen Leben nicht alles vorbei ist, und die anderen glauben ebenso fest, das bewußte Leben ende mit dem Tod. Die meisten aus der letztgenannten Gruppe sagen, sie zweifelten nicht daran, daß die kurze Lebensdauer des Menschen alles sei, was man erwarten könne. Häufig wird jedes Gegenargument mit den Worten abgetan: „Nun, bis jetzt ist doch noch keiner zurückgekommen, um es uns zu sagen, oder?“
Wie bei anderen kontroversen Fragen gibt es viele, die sich nicht festlegen wollen, wobei sie geltend machen, sie seien für Argumente der einen oder der anderen Seite stets aufgeschlossen. Andere dagegen werden — vielleicht etwas respektlos — antworten: „Wir müssen abwarten und sehen, wenn es soweit ist.“
Eine alte Frage
Die Frage über das Leben nach dem Tod wurde schon vor ungefähr 3 500 Jahren von dem namhaften Orientalen Hiob aufgeworfen, der für die Geduld, mit der er seine Leiden ertrug, bekannt ist. Hiob formulierte seine Frage folgendermaßen: „Ein Mann aber stirbt und liegt da; und ein Mensch verscheidet, und wo ist er dann? Die Wasser verrinnen aus dem Meer, und der Fluß trocknet aus und versiegt; so legt der Mensch sich hin und steht nicht wieder auf. ... Wenn ein Mann stirbt, wird er etwa wieder leben?“ (Hiob 14:10-14, revidierte Elberfelder Bibel, 1986).
Hiob war aber nicht der einzige, der Fragen über das Leben nach dem Tod aufwarf. Die Encyclopædia of Religion and Ethics enthält unter dem Stichwort „Zustand der Toten“ folgenden Aufschluß: „Kein Thema, das sich auf den Gemütszustand des Menschen auswirkt, hat seine Gedanken so sehr beschäftigt wie sein Zustand nach dem Tod. ... [Die Eingeborenen] in allen Gegenden der Erde haben im allgemeinen sehr klare und lebhafte Vorstellungen von der Geisterwelt — dem Leben darin, ihren Merkmalen und ihren Landschaften. Das läßt darauf schließen, daß man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Die weitverbreitete Furcht vor den Toten deutet auf die alte Vorstellung hin, daß sich die Toten in einem Zustand befinden, in dem das Leben nicht zu Ende ist. Der Tod hatte Kräfte weggenommen; das stand fest. Gab es aber nicht noch andere Kräfte, die auf subtile, geheimnisvolle Weise wirken konnten? Ob nun die Menschen zuerst an eine Seele oder an einen Geist glaubten — vom Körper getrennt oder nicht —, so scheint doch die Annahme begründet, daß sie den Tod als etwas betrachteten, was noch eine Art Existenz in sich birgt.“
Wir mögen zu der einen oder anderen der drei obengenannten Gruppen gehören: Vielleicht sind wir uns nicht sicher, was nach dem Tod geschieht, oder wir mögen davon überzeugt sein, daß es ein Leben nach dem Tod gibt oder daß mit dem jetzigen Leben alles vorbei ist. Wie dem auch sei, jeder ist eingeladen, den nächsten Artikel sorgfältig zu betrachten und zu prüfen, ob er nicht überzeugende biblische Beweise dafür enthält, daß es eine herrliche Aussicht auf ein glückliches Leben nach dem Tod gibt, und festzustellen, wie, wo und wann dieses Wirklichkeit wird.