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„Warum hat Gott mein Kind zu sich genommen?“Erwachet! 1991 | 8. Februar
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DER Tod eines Kindes ist für Eltern immer ein furchtbares Erlebnis, ein erdrückendes Leid, das durch Worte nicht aus der Welt geschafft werden kann. Doch wenn du je einen solchen Verlust erlitten hast und dich fragst, warum Gott dein Kind zu sich genommen hat, dann quält dich eine falsche Vorstellung, die wahrscheinlich deinen Schmerz nur noch vergrößert. Du solltest die Wahrheit kennen: Gott hat dein Kind nicht zu sich genommen.
Aber viele glauben das. Eine Frau starrte beispielsweise untröstlich in den offenen Sarg, in dem ihr 17jähriger Sohn lag — die Haare ausgefallen durch die Behandlung, die den Krebs doch nicht besiegen konnte. Sie wandte sich an einen Dabeistehenden und sagte mit bebender Stimme: „Gott wollte Tommy bei sich im Himmel haben.“ Das war es, was sie in all den Jahren in der Kirche — sie war Katholikin — gelernt hatte. Auch Protestanten machen seit langem Gott für den Tod von Kindern verantwortlich. Der bekannte protestantische Reformator Johann Calvin klagte nach dem Tod seines zwei Wochen alten Sohnes: „Der Herr hat mit dem Tod unseres kleinen Sohnes eine tiefe Wunde gerissen.“
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„Warum hat Gott mein Kind zu sich genommen?“Erwachet! 1991 | 8. Februar
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„Warum ist dann mein Kind gestorben?“
Viele sind der Auffassung, Gott müsse, da er ja allmächtig sei, hinter den Kulissen alles kontrollieren, was in der Welt vor sich gehe, auch den Tod von Kindern. Doch diese Schlußfolgerung ist nicht unbedingt zwingend. Als Hiob alle seine zehn Kinder bei einer Katastrophe verlor, war er der Ansicht, Jehova hätte das schreckliche Unglück über ihn gebracht.
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