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Wie Entscheidungen treffen, die Gott Ehre machen?Der Wachtturm 2011 | 15. April
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Sechs Schritte zu guten Entscheidungen
10, 11. (a) Was hilft uns, uns innerhalb der Familie keine Freiheiten herauszunehmen? (b) Woran sollten Älteste bei ihren Entscheidungen denken?
10 Sich keine Freiheiten herausnehmen. Bevor wir uns für etwas entscheiden, sollten wir uns fragen: „Liegt die Entscheidung überhaupt bei mir?“ König Salomo schrieb: „Ist Vermessenheit gekommen? Dann wird Unehre kommen; aber Weisheit ist bei den Bescheidenen“ (Spr. 11:2).
11 Eltern überlassen ihren Kindern vielleicht in manchem die Entscheidung, doch die Kinder dürfen deswegen nicht denken, in allem ein Mitspracherecht zu haben (Kol. 3:20). Frauen und Mütter haben in der Familie durchaus einen gewissen Ermessensspielraum, doch sie nehmen es sehr wichtig, immer die Autorität ihres Mannes zu achten (Spr. 1:8; 31:10-18; Eph. 5:23). Und auch die Ehemänner müssen anerkennen, dass ihre Autorität begrenzt ist und sie Christus unterstehen (1. Kor. 11:3). Älteste treffen ebenfalls Entscheidungen. Von ihren Entscheidungen ist die ganze Versammlung betroffen. Sie folgen dabei jedoch dem Prinzip: „Geht nicht über das hinaus, was [in Gottes Wort] geschrieben steht“ (1. Kor. 4:6). Außerdem halten sie sich eng an das, was vom treuen Sklaven kommt (Mat. 24:45-47). Wir können uns und anderen viel Kummer und Sorgen ersparen, wenn wir unsere Grenzen sehen und nur Entscheidungen treffen, die uns auch wirklich zustehen.
12. (a) Warum ist es gut, vor einer Entscheidung erst die Fakten zusammenzutragen? (b) Wie könnte das in der Praxis aussehen?
12 Die Fakten zusammentragen. „Die Pläne des Fleißigen gereichen sicherlich zum Vorteil“, schrieb Salomo, „aber jeder Hastige geht sicherlich dem Mangel entgegen“ (Spr. 21:5). Angenommen, jemand möchte mit dir ein Geschäft abschließen. Entscheide jetzt am besten nicht nur nach dem Gefühl! Sammle zuerst alle Fakten, hole dir Rat bei Leuten, die sich damit auskennen, und überlege dir, welche biblischen Grundsätze greifen würden (Spr. 20:18). Mach dir doch, um systematisch vorzugehen, zwei Listen: eine mit allem, was gut daran ist, und eine mit allem, wozu du dich dann verpflichtest. Berechne die Kosten, bevor du dich entscheidest (Luk. 14:28). Überleg dir nicht nur, wie sich deine Entscheidung auf dein Konto bei der Bank auswirkt, sondern auch auf dein „Konto“ im Himmel. Das alles im Vorfeld abzuwägen kostet Zeit und Mühe. Doch es wird dich wahrscheinlich vor einer vorschnellen Entscheidung bewahren, durch die du dir nur unnötig Sorgen aufladen würdest.
13. (a) Was verspricht uns Jehova in Jakobus 1:5? (b) Wieso ist es gut, um Weisheit zu beten?
13 Um Weisheit beten. Unsere Entscheidungen machen Gott erst dann richtig Ehre, wenn wir uns von ihm dabei helfen lassen, ihn sogar direkt darum bitten. Der Jünger Jakobus schrieb: „Wenn es also einem von euch an Weisheit fehlt, so bitte er Gott unablässig, denn er gibt allen großmütig und ohne Vorwürfe zu machen; und sie wird ihm gegeben werden“ (Jak. 1:5). Es ist keine Blamage, zuzugeben, dass man bei der Entscheidungsfindung Gottes Weisheit braucht (Spr. 3:5, 6). Verlassen wir uns nur auf die eigene Weisheit, kann uns das ja ganz schnell auf die falsche Fährte führen. Bitten wir dagegen Gott um Weisheit und durchforschen sein Wort nach passenden Leitsätzen, kann der heilige Geist uns helfen, unsere wahren Motive hinter einer bestimmten Entscheidung herauszufinden (Heb. 4:12). (Lies Jakobus 1:22-25.)
14. Warum sollte man Entscheidungen nicht vor sich herschieben?
14 Die Entscheidung treffen. Dabei sollte man die beiden vorherigen Schritte keinesfalls überspringen. Wer klug ist, nimmt sich die Zeit und „achtet auf seine Schritte“, das heißt, er überlegt sie sich gut (Spr. 14:15). Andererseits sollte man eine Entscheidung auch nicht ewig hinausschieben. So mancher erfindet vielleicht die abenteuerlichsten Ausreden, um nichts unternehmen zu müssen (Spr. 22:13). Doch eine Entscheidung trifft er so oder so — er entscheidet sich nämlich, sein Leben von anderen bestimmen zu lassen.
15, 16. Was gehört alles dazu, eine Entscheidung umzusetzen?
15 In die Tat umsetzen. Die ganze Mühe, die man hineinsteckt, um eine gute Entscheidung zu treffen, kann umsonst sein, wenn man dann nicht aktiv wird und sie nicht mit aller Kraft umsetzt. „Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft“, so schrieb schon Salomo (Pred. 9:10). Damit einem das gelingt, muss man bereit sein, seine Kräfte und Mittel gut einzuteilen. Ein Beispiel: Jemand entscheidet sich, Pionier zu werden. Was wäre sein Erfolgsrezept? Er dürfte sich dann von der Arbeit und der Freizeit nicht so sehr vereinnahmen lassen, dass ihm kaum noch Kraft und Zeit für seinen Pionierdienst bleibt.
16 Die besten Entscheidungen lassen sich oft am schwersten umsetzen. Der Grund? „Die ganze Welt liegt in der Macht dessen, der böse ist“ (1. Joh. 5:19). Wir leben im Nahkampf gegen die „Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geistermächte in den himmlischen Örtern“ (Eph. 6:12). Sowohl der Apostel Paulus als auch der Jünger Judas gaben zu verstehen, dass alle, die Gott Ehre machen möchten, einen Kampf durchzufechten haben (1. Tim. 6:12; Jud. 3).
17. Was erwartet Jehova von uns bei Entscheidungen?
17 Entscheidungen überdenken und nötigenfalls ändern. Nicht immer klappt alles so, wie man es geplant hat. „Zeit und unvorhergesehenes Geschehen“ trifft uns alle (Pred. 9:11). Dennoch erwartet Jehova, dass wir manchen Entscheidungen treu bleiben, auch wenn es schwierig werden sollte. So steht ein Rückzieher für uns bei gewissen Entscheidungen gar nicht zur Debatte: zum Beispiel bei unserem Hingabeversprechen gegenüber Jehova und unserem Ehegelübde. Gott erwartet von uns, an diesen Entscheidungen festzuhalten. (Lies Psalm 15:1, 2, 4.) Die meisten Entscheidungen sind allerdings nicht so schwerwiegend. Und es ist nur vernünftig, sie hin und wieder zu überdenken. Man darf sich dann nicht von Stolz und Sturheit abhalten lassen, sie nötigenfalls abzuändern oder sogar zu revidieren (Spr. 16:18). Für uns steht ganz obenan, dass wir Gott durch unsere Lebensführung auch wirklich immer ehren.
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Wie Entscheidungen treffen, die Gott Ehre machen?Der Wachtturm 2011 | 15. April
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[Kasten/Bild auf Seite 16]
Wie man zu einer guten Entscheidung kommt:
1. sich keine Freiheiten herausnehmen
2. die Fakten zusammentragen
3. um Weisheit beten
4. die Entscheidung treffen
5. in die Tat umsetzen
6. überdenken/ändern
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