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Ist dein Auge „lauter“?Der Wachtturm 1986 | 1. Mai
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Satan fördert durch den Glanz der Welt die „Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und die auffällige Zurschaustellung der Mittel, die jemand zum Leben hat“ (1. Johannes 2:16). Das erkennt man deutlich an der Werbestrategie in der Wirtschaft. Sind nicht diejenigen Werbungen am erfolgreichsten, die ganz auf visuelle Wirkung zielen? Farbige Plakate, Leuchtreklame, glänzende Bilder in Zeitschriften und Zeitungen, die geschickte Fernsehwerbung — und die Milliardenbeträge, die dafür ausgegeben werden —, all das bezeugt die Tatsache, daß die Schlagkraft der Werbung darin besteht, die „Begierde der Augen“ des Verbrauchers anzuregen.
10. Was wird durch das Wirtschaftssystem in Wirklichkeit gefördert?
10 Zwar ist bei einem großen Teil der Werbung die Absicht unmißverständlich, aber noch tückischer ist, daß sie nicht nur den Verkauf von Produkten, sondern auch gewisse Lebensweisen fördert. Häufig werden die Produkte als bevorzugte Ware der Privilegierten, Einflußreichen, Glücklichen und Schönen dargestellt. Es soll der Gedanke vermittelt werden, daß der Verbraucher, der das angepriesene Produkt benutzt, aufgrund der ‘Mittel, die er zum Leben hat’, automatisch zu einer der erwähnten Kategorien gehört. Werbefachleute wissen, daß jemand, sobald er eine gewisse Lebensweise akzeptiert hat, nicht lange dazu überredet werden muß, die Waren und Artikel zu akzeptieren, die dazugehören. In diesem Licht betrachtet, tun Gott hingegebene Christen gewiß gut daran, den Rat aus Hebräer 13:5 zu beachten. Dort lesen wir: „Eure Lebensweise sei frei von Geldliebe, indem ihr mit den vorhandenen Dingen zufrieden seid.“
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Ist dein Auge „lauter“?Der Wachtturm 1986 | 1. Mai
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15, 16. (a) Vor welcher anderen „Begierde der Augen“ müssen wir uns hüten? (b) Wie würdest du den Rat aus Sprüche 27:20 in Verbindung mit unserer Erörterung anwenden?
15 Besteht jedoch nur für diejenigen, die ihr Auge darauf richten, reich zu werden, die Gefahr, in Finsternis zu wandeln? Nein, denn die „Begierde der Augen“ schließt auch vieles andere ein. Denke an Jesu Worte aus Matthäus 5:28: „Jeder, der fortwährend eine Frau ansieht, um so in Leidenschaft zu ihr zu entbrennen, [hat] in seinem Herzen schon mit ihr Ehebruch begangen.“ Sicher schließt das auch die Warnung ein, sich davor zu bewahren, die Augen auf Bildern und anderem Material ruhen zu lassen, das darauf ausgerichtet ist, unrechte Leidenschaften und Begierden zu wecken oder zu erregen.
16 Zu erwähnen ist noch die Sorge um Essen, Trinken und Kleidung, worüber Jesus ebenfalls sprach (Matthäus 6:25-32). Diese Dinge sind zwar notwendig, aber durch das unangebrachte Verlangen, immer das Neueste, das Wertvollste und Gefragteste zu haben, kann unser Sinn und unser Herz versklavt werden (Römer 16:18; Philipper 3:19). Selbst bei Entspannung, Hobbys und Sport müssen wir das rechte Gleichgewicht bewahren und uns davor hüten, den Marotten und Launen der Welt anheimzufallen. Auf all diesen Gebieten wäre es gut, die weisen Worte aus Sprüche 27:20 im Sinn zu behalten: „Der Scheol und der Ort der Vernichtung werden nicht satt, auch werden die Augen eines Menschen nicht satt.“ Wir müssen wirklich Selbstbeherrschung üben, damit wir nicht durch den Versuch, unsere Augen zu befriedigen, geistig gefährdet werden.
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