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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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Bill, ein junger Mann Mitte 20, sprang ausgelassen in die Brandung und stieß mit dem Kopf auf eine Sandbank. Augenblicklich konnte er sich weder bewegen noch atmen. Freunden, die in der Nähe waren, hat Bill zu verdanken, daß er nicht ertrank. Doch er war vom Hals abwärts gelähmt. Ärzte sagten Bill ebenfalls, daß er nie wieder laufen könne.
Erste Reaktion
„Ich wollte Selbstmord begehen“, gesteht Bill, „konnte es aber nicht im Krankenhausbett.“ Bill war im Vietnamkrieg gewesen und hatte geplant, Pilot zu werden. Als er sich 1969 verletzte, war es mit allen seinen Träumen vorbei, und er sah keinen Sinn mehr im Leben.
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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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Der Herausforderung begegnen
Bill hingegen wußte nichts von Gottes Verheißungen. Eines Tages, nachdem er acht Monate im Krankenhaus dahinvegetiert hatte, geschah jedoch etwas, was ihn zum Handeln bewog.
Er wurde in ein Badezimmer gefahren, um von einem Krankenpfleger rasiert zu werden. „Als ich in den Spiegel schaute“, sagt er, „erkannte ich mich selbst nicht wieder.“
Bill war ein stattlicher Mann von 1,85 Metern und 90 Kilo gewesen, doch nun war er nur noch ein 40 Kilo leichtes Skelett. Er wollte nicht glauben, daß er sein eigenes Spiegelbild sah. Dieses Erlebnis weckte in ihm einen Kampfgeist, und er akzeptierte die Herausforderung seiner Behinderung. „Das erste Jahr der Behinderung ist die entscheidende Zeit“, erklärt Bill, „weil man dann beschließt, welchen Weg man gehen wird.“
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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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Bill empfindet es als größte Schwierigkeit, mit einem behinderten Körper und einem gesunden Gehirn zu leben. „Es ist so, als hätte man ein Gehirn mit Düsenantrieb in einem Körper, der einem Ochsenkarren gleicht“, sagt er.
Außerdem sind mit Verletzungen des Rückenmarks Komplikationen verbunden, wie zum Beispiel mangelnde Kontrolle der Blasen- und Darmtätigkeit, wunde Druckstellen und Atembeschwerden. Ed hat seit dem Unfall Probleme mit den Nieren, und es gibt Zeiten, wo er sechs bis sieben Tage 40 °C Fieber hat. Keine Kontrolle über die Blase und den Darm zu haben ist auch für Bill äußerst frustrierend. Er meint: „Man gewöhnt sich nie daran, den Körper eines Babys zu haben.“
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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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Keine Kontrolle über die Blase und den Darm zu haben ist auch für Bill äußerst frustrierend. Er meint: „Man gewöhnt sich nie daran, den Körper eines Babys zu haben.“
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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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„Man muß versuchen, seine Behinderung zu vergessen, aus sich herauszugehen und zu leben, so gut man kann“, rät Bill. „Wenn man sich nicht wie ein Behinderter verhält, behandeln einen die Leute auch nicht so.“ Bill tut das. Er hatte ein Geschäft, das er erfolgreich betrieb, und bewegte sich dabei mit seinem Golfkarren, seinem Rollstuhl und auf Krücken fort.
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„Man sagte mir, ich könnte nie wieder laufen!“Erwachet! 1990 | 22. August
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„Das größte Kompliment für einen Behinderten“, meint Bill, „besteht darin, ihn normal zu behandeln und ihm wie jedem anderen zu begegnen.“ Einigen fällt das allerdings schwer. Vielleicht besteht eine innere Schranke zwischen ihnen und Behinderten. Je näher man einen Behinderten jedoch persönlich kennenlernt, um so weniger denkt man an seine Behinderung.
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