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  • Naturkatastrophen — Nehmen sie zu?
    Erwachet! 2005 | 22. Juli
    • Naturkatastrophen — Nehmen sie zu?

      „Es ist zu befürchten, dass Extremereignisse, die auf die Klimaänderung zurückgeführt werden können, immer gravierendere Folgen haben werden. Das heißt, künftig müssen wir mit neuartigen Wetterrisiken und größeren Schadenpotenzialen rechnen. . . . Nach dem Vorsorgeprinzip tun wir auf jeden Fall gut daran, uns auf drastische Veränderungen einzustellen“ (TOPICS geo — JAHRESRÜCKBLICK NATURKATASTROPHEN 2003).

      IM Sommer 2003 schmorte Europa teilweise in sengender Hitze. In Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien forderten die hohen Temperaturen schätzungsweise 30 000 Todesopfer. In Bangladesch, Indien und Pakistan ging dem Monsun eine Hitzewelle mit 1 500 Toten voraus, während in Australien Dürre und Rekordtemperaturen Buschfeuer auslösten, die mehr als 3 Millionen Hektar Land vernichteten.

      Die Weltorganisation für Meteorologie meldete: „In der atlantischen Hurrikansaison des Jahres 2003 bildeten sich 16 Stürme, die einen Namen bekamen. Das sind deutlich mehr als die durchschnittlich 9,8 Tropenstürme in den Jahren 1944 bis 1996, was aber nicht überrascht, denn seit Mitte der 1990er Jahre treten jährlich immer mehr tropische Tiefdrucksysteme auf.“ Das Muster setzte sich auch 2004 fort, als zerstörerische Hurrikans, die etwa 2 000 Todesopfer forderten, durch die Karibik und den Golf von Mexiko fegten und eine Spur der Verwüstung zurückließen.

      Im Jahr 2003 wurde Sri Lanka von einem Zyklon heimgesucht, der schwere Überschwemmungen verursachte und mindestens 250 Menschen das Leben kostete. Im Jahr darauf brauten sich im Westpazifik mindestens 23 Taifune zusammen — eine Rekordzahl. 10 davon trafen auf Japan, wo sie schwere Zerstörungen mit mehr als 170 Toten verursachten. In Südasien, vor allem in Bangladesch, kam es nach starken Monsunregenfällen zu Überschwemmungen, die fast 30 Millionen Menschen betrafen. Millionen verloren ihr Zuhause, ungefähr 3 Millionen mussten fliehen und mehr als 1 300 Menschen starben.

      Im Jahr 2003 gab es auch mehrere schwere Erdbeben. Bei einem Beben in der Nähe von Algier (Algerien) wurden am 21. Mai 10 000 Menschen verletzt und 200 000 wurden obdachlos. Am 26. Dezember um 5.26 Uhr bebte 8 Kilometer südlich der iranischen Stadt Bam die Erde. Das Erdbeben der Stärke 6,5 zerstörte 70 Prozent der Stadt, forderte 40 000 Menschenleben und machte mehr als 100 000 Menschen obdachlos. Es war die verheerendste Naturkatastrophe des Jahres. Außerdem wurde die 2 000 Jahre alte Festungsanlage Arg-e-Bam schwer beschädigt, wodurch die Region eine wirtschaftlich wichtige Touristenattraktion verlor.

      Genau ein Jahr später ereignete sich unmittelbar vor der Westküste des nördlichen Sumatra (Indonesien) ein Beben der Stärke 9,0 und löste die verheerendsten Tsunamis der Geschichte aus. Die tödlichen Wellen forderten mindestens 200 000 Menschenleben und hinterließen zahllose Verletzte und Obdachlose. Die todbringenden Tsunamis erreichten sogar die Ostküste Afrikas, mehr als 4 500 Kilometer westlich des Epizentrums.

      Noch dunklere Wolken am Horizont?

      Sind diese Ereignisse vielleicht Vorboten dessen, was noch bevorsteht? Nach Ansicht vieler Wissenschaftler, die sich mit Wetterkatastrophen befassen, verändern Menschen durch ihren Eingriff in die Atmosphäre das Weltklima und tragen zu noch extremeren Wetterverhältnissen bei. Falls diese Einschätzung stimmen sollte, lässt das für die Zukunft nichts Gutes ahnen. Zudem leben heute immer mehr Menschen freiwillig oder weil sie keine andere Wahl haben, in gefährdeten Gebieten, was das Risiko noch erhöht.

      Laut Statistiken sind 95 Prozent aller Opfer von Naturkatastrophen in Entwicklungsländern zu beklagen. Wohlhabendere Nationen haben eine niedrigere Mortalitätsrate, allerdings entfallen auf diese Länder 75 Prozent der wirtschaftlichen Schäden. Manche Versicherer fragen sich bereits, ob ihr von immer höheren Verlusten gebeutelter Wirtschaftszweig überhaupt zahlungsfähig bleiben kann.

      Der folgende Artikel erläutert einige der natürlichen Prozesse, die zu Katastrophen führen, und untersucht, ob beziehungsweise wie der Mensch diese noch verschlimmert. Außerdem wird die Frage erörtert, ob die Menschheit fähig und willens ist, die Erde für künftige Generationen zu einem sichereren Zuhause zu machen.

      [Bild auf Seite 3]

      FRANKREICH 2003 — Im Sommer fordert eine Hitzewelle in Europa 30 000 Todesopfer; in Spanien herrschen bis 45 Grad Celsius

      [Bildnachweis]

      Alfred/EPA/Sipa Press

      [Bilder auf Seite 4, 5]

      IRAN 2003 — Bei dem Erdbeben in Bam sterben 40 000 Menschen; an einem Massengrab beklagen Frauen ihre Angehörigen

      [Bildnachweis]

      Hintergrund und Frauen: © Tim Dirven/Panos Pictures

  • Naturkatastrophen und der Faktor Mensch
    Erwachet! 2005 | 22. Juli
    • Naturkatastrophen und der Faktor Mensch

      EIN gut gewartetes Auto kann ein sicheres Transportmittel sein. Wird das Auto aber nicht ausreichend gepflegt oder Missbrauch damit getrieben, wird es zu einer Gefahr. In mancher Hinsicht trifft das auch auf die Erde zu.

      Nach Meinung zahlreicher Wissenschaftler trägt der Einfluss des Menschen auf die Atmosphäre und die Meere zu immer häufigeren und schwereren Naturkatastrophen bei und macht die Erde zu einem gefährlichen Ort. Und die Zukunft verspricht nicht gerade sicherer zu werden. In einem Leitartikel der Zeitschrift Science hieß es: „Wir befinden uns mitten in einem großen unkontrollierten Experiment mit dem einzigen Planeten, den wir haben.“

      Wir werden besser verstehen können, wie menschliches Handeln möglicherweise die Häufigkeit und Schwere von Naturkatastrophen beeinflusst, wenn wir etwas über die betreffenden Naturphänomene an sich erfahren. Wie entstehen beispielsweise Hurrikans und andere schwere Stürme?

      Globale Wärmetauscher

      Das Klimasystem der Erde wird gelegentlich mit einer Maschine verglichen, die Sonnenenergie umwandelt und verteilt. Da die tropischen Regionen den größten Teil der Sonnenwärme abbekommen, entsteht ein Temperaturungleichgewicht, das die Atmosphäre in Bewegung versetzt.a Aufgrund der Erdrotation bilden diese sich bewegenden feuchten Luftmassen Wirbel, die manchmal zu Tiefdruckgebieten werden können. Tiefdruckgebiete wiederum können zu Stürmen werden.

      Wer einmal auf die Route von Tropenstürmen achtet, wird feststellen, dass sie sich meist in nördlicher oder südlicher Richtung vom Äquator wegbewegen und kühlere Regionen ansteuern. Dadurch wirken sie wie gewaltige Wärmetauscher und tragen zu einem gemäßigten Klima bei. Doch wenn sich das Oberflächenwasser der Ozeane — sozusagen der „Kesselraum“ der Klimamaschine — auf über 27 Grad Celsius erwärmt, können tropische Stürme mehr Energie aufnehmen. Sie werden zu Zyklonen, Hurrikans oder Taifunen, was regionale Namen des mehr oder weniger gleichen Phänomens sind.

      Gemessen an der Zahl der Toten war die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten ein Hurrikan, der am 8. September 1900 mit voller Wucht die texanische Stadt Galveston traf. Die Flutwellen töteten zwischen 6 000 und 8 000 Menschen in der Stadt, weitere 4 000 in der näheren Umgebung und zerstörten etwa 3 600 Häuser. Damals blieb in Galveston kein Bauwerk unbeschädigt.

      Wie im vorhergehenden Artikel erwähnt, gab es in den letzten Jahren mehrere schwere Stürme. Derzeit wird untersucht, ob das mit der globalen Erwärmung zusammenhängt, die den Sturmsystemen möglicherweise zusätzliche Energie zuführt. Allerdings dürften Wetteränderungen nur e i n Symptom der globalen Erwärmung sein. Wie es scheint, zeigt sich bereits eine weitere gefährliche Folge der globalen Erwärmung.

      Ansteigender Meeresspiegel und Entwaldung

      Gemäß einem Leitartikel in der Zeitschrift Science „ist der Meeresspiegel im letzten Jahrhundert 10 bis 20 Zentimeter angestiegen, und das ist noch nicht das Ende“. Wie könnte das mit der globalen Erwärmung zusammenhängen? Forscher verweisen auf zwei mögliche Mechanismen: zum einen auf das Abschmelzen von polarem Festlandeis und von Gletschern, wodurch die Wassermenge der Meere zunimmt, zum anderen auf die Wärmeausdehnung — je wärmer die Meere werden, desto größer wird ihr Volumen.

      Die kleinen Pazifikinseln von Tuvalu bekommen möglicherweise bereits die Folgen des steigenden Meeresspiegels zu spüren. Laut der Zeitschrift Smithsonian zeigen Daten, die auf dem Atoll Funafuti gesammelt wurden, dass der Meeresspiegel dort „in den letzten 10 Jahren jährlich um durchschnittlich 5,6 Millimeter angestiegen ist“.

      Zudem belastet in vielen Teilen der Welt das Anwachsen der Bevölkerung verstärkt die Umwelt; es lässt die Städte anschwellen und immer neue Elendsviertel entstehen. Diese Entwicklungen dürften die Auswirkungen von Naturkatastrophen noch verschlimmern. Dazu einige Beispiele.

      Haiti ist ein bevölkerungsreicher Inselstaat, in dem schon seit langem Wälder gerodet werden. Wie es kürzlich in einer Nachrichtenmeldung hieß, habe Haiti zwar ernste wirtschaftliche, politische und soziale Probleme, doch nichts gefährde die Existenz des Landes stärker als die Entwaldung. Das wurde auf tragische Weise deutlich, als im Jahr 2004 heftige Regenfälle Schlammlawinen auslösten, die Tausenden von Menschen den Tod brachten.

      Laut der Asienausgabe der Zeitschrift Time sollen „globale Erwärmung, Dammbauten, Entwaldung und Brandrodung“ die Folgen der Naturkatastrophen, die Südasien plagen, noch verschlimmern. Außerdem kann Entwaldung Dürrekatastrophen begünstigen, weil der ungeschützte Boden schneller austrocknet. In den letzten Jahren kam es in Indonesien und Brasilien infolge von Dürren zu beispiellosen Waldbränden — in Wäldern, die normalerweise zu feucht sind, um zu brennen. Extreme Wetterverhältnisse sind jedoch keineswegs die einzigen Ursachen von Naturkatastrophen. Viele Länder werden von Katastrophen heimgesucht, deren Ursprung tief in der Erde liegt.

      Wenn die Erde bebt

      Die obere Erdkruste setzt sich aus unterschiedlich großen Platten zusammen, die sich im Verhältnis zueinander bewegen. In der Tat herrscht in der Erdkruste so viel Bewegung, dass pro Jahr vermutlich mehrere Millionen Erdbeben auftreten. Natürlich bleiben viele dieser Beben völlig unbemerkt.

      Wie es heißt, ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben entlang von Verwerfungen am Rand der Platten. Selten, aber unter Umständen extrem zerstörerisch sind Beben im Innern der Platten. Das nach Schätzungen verheerendste Erdbeben aller Zeiten traf 1556 drei chinesische Provinzen. Es soll bis zu 830 000 Menschenleben gefordert haben!

      Erdbeben können zum Teil auch noch todbringende Nachwirkungen haben. Beispielsweise ereignete sich am 1. November 1755 ein Beben, das die portugiesische Stadt Lissabon, in der 275 000 Menschen lebten, dem Erdboden gleichmachte. Aber damit war der Schrecken noch nicht vorbei. Das Erdbeben entfachte auch Brände und löste angeblich bis zu 15 Meter hohe Tsunamis aus, die vom nahen Atlantik heranrasten. Insgesamt hatte die Stadt über 60 000 Todesopfer zu beklagen.

      Doch selbst das Ausmaß solcher Katastrophen hängt in gewissem Umfang von den Menschen ab. Ein Faktor ist die Bevölkerungsdichte in besonders gefährdeten Gebieten. So schreibt der Autor Andrew Robinson: „Fast die Hälfte aller Großstädte liegt heute in einem Gebiet mit Erdbebenrisiko.“ Ein weiterer Faktor sind Gebäude — die verwendeten Baumaterialien und die Stabilität der Konstruktion. Der Ausspruch „Erdbeben töten keine Menschen, sondern die Gebäude tun es“ erweist sich nur allzu oft als wahr. Aber welche Wahl bleibt Menschen, die zu arm sind, um erdbebensichere Häuser zu bauen?

      Vulkane — Erbauer und Zerstörer

      „Während Sie diese Worte lesen, brechen wahrscheinlich mindestens 20 Vulkane aus“, hieß es in einem Bericht des Smithsonian Institute in den Vereinigten Staaten. Gemäß der Theorie der Plattentektonik sind Vulkane meist in ungefähr den gleichen Regionen zu finden, in denen es auch zu Erdbeben kommt: an Bruchzonen, insbesondere an ozeanischen Bruchzonen; in Bereichen der Erdkruste, wo Magma aus dem Erdmantel durch Risse nach oben steigt; und im Bereich von Subduktionszonen, wo sich eine Platte unter eine andere schiebt.

      Die größte Gefahr für Menschen geht vom Subduktionsvulkanismus aus — das betrifft sowohl die Anzahl der beobachteten Eruptionen als auch ihre Nähe zu bewohnten Gebieten. Den so genannten Pazifischen Feuerring säumen Hunderte solcher Vulkane. Eine kleine Anzahl Vulkane befindet sich auch an Hot Spots, die nicht im Bereich der Plattengrenzen liegen. Die Hawaii-Inseln, die Azoren, die Galápagosinseln und die Gesellschaftsinseln sind offenbar alle durch Hot-Spot-Vulkanismus entstanden.

      Vulkane haben in der Erdgeschichte in der Tat lange Zeit eine konstruktive Rolle gespielt. Wie es auf der Website einer Universität heißt, sind sogar „90 Prozent aller Kontinente und Ozeanbecken das Produkt von Vulkanismus“. Aber warum sind manche Vulkanausbrüche so unglaublich heftig?

      Vor einer Eruption steigt aus dem heißen Erdinnern Magma auf. Dann quillt aus manchen Vulkanen einfach Lava heraus, die sich selten schnell genug bewegt, um Menschen zu überraschen. Andere Vulkane dagegen explodieren mit mehr Energie als eine Atombombe! Der Verlauf hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise von der Zusammensetzung und Viskosität des geschmolzenen Materials, das den Vulkan speist, sowie von der Menge der darin gelösten Gase und des überhitzten Wassers. Wenn sich das Magma der Oberfläche nähert, dehnen sich das eingeschlossene Wasser und die Gase schnell aus. Bei der entsprechenden Zusammensetzung ist der Effekt vergleichbar mit dem Herausschießen von Kohlensäure beim Öffnen einer Sprudelflasche.

      Glücklicherweise lassen Vulkane vor einer Eruption oft Warnzeichen erkennen. Das war auch vor dem Ausbruch des Mt. Pelée im Jahr 1902 auf der Karibikinsel Martinique der Fall. Doch im nahe gelegenen Saint-Pierre standen Wahlen an und die Politiker forderten die Menschen auf zu bleiben — trotz des Aschenregens, trotz der Übelkeit, die die Einwohner plagte, und trotz der Angst, die in der Stadt herrschte. Die meisten Geschäfte waren sogar schon seit Tagen geschlossen.

      Am 8. Mai war Himmelfahrtstag und viele Menschen gingen in die katholische Kirche, wo sie darum beteten, vor dem Vulkan beschützt zu werden. An diesem Morgen, kurz vor 8 Uhr, brach der Mt. Pelée aus und stieß eine 200 bis 500 Grad Celsius heiße pyroklastische Wolke aus Asche, Glut, Obsidian, Bimsstein und überhitzten Gasen hervor. Dicht über dem Boden raste die dunkle Wolke des Todes den Berg hinab und fegte durch die Stadt. Sie tötete fast 30 000 Menschen, brachte die Kirchenglocke zum Schmelzen und setzte im Hafen die Schiffe in Brand. Das war der tödlichste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Hätte man die Warnzeichen ernst genommen, wäre er wohl weniger tödlich gewesen.

      Künftig mehr Naturkatastrophen?

      Im Weltkatastrophenbericht 2004 weist die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften darauf hin, dass geophysikalische und Unwetterkatastrophen in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent zugenommen haben. „Das spiegelt langfristige Trends wider“, heißt es in dem Bericht, der veröffentlicht wurde, noch bevor sich am 26. Dezember im Indischen Ozean die verheerende Tsunamikatastrophe ereignete. Zweifellos gibt es kaum Grund für Optimismus, solange besonders gefährdete Gebiete immer dichter besiedelt und immer mehr Wälder abgeholzt werden.

      Zudem belasten viele Industrienationen die Atmosphäre nach wie vor mit immer mehr Treibhausgasen. Es ständig aufzuschieben, die Schadstoffemissionen zu reduzieren, „gleicht der Weigerung, eine fortschreitende Infektion behandeln zu lassen. Das hat mit Sicherheit weitere Komplikationen zur Folge“, so die Zeitschrift Science. Mit Blick auf die Kosten hieß es in einem kanadischen Bericht über Katastrophenschutz: „Der Klimawandel dürfte zu Recht als das weitreichendste und gravierendste Umweltproblem gelten, mit dem die internationale Gemeinschaft je zu tun hatte.“

      Allerdings kann sich die internationale Gemeinschaft gegenwärtig noch nicht einmal darüber einigen, ob der Mensch überhaupt zur globalen Erwärmung beiträgt, geschweige denn, wie sie in den Griff zu bekommen ist. Die Situation erinnert an den zutreffenden Gedanken aus der Bibel, dass „es dem Menschen nicht gegeben ist, seinen Gang zu bestimmen und seine Schritte zu lenken“ (Jeremia 10:23, Jerusalemer Bibel). Dennoch ist die Lage nicht hoffnungslos. Wie der folgende Artikel zeigt, sind die heutigen Probleme, einschließlich gesellschaftlicher Turbulenzen, nur weitere Beweise dafür, dass Abhilfe bevorsteht.

      [Fußnote]

      a Durch die ungleiche Verteilung der Sonnenwärme bilden sich auch Meeresströmungen, die Energie in kühlere Regionen abtransportieren.

      [Kasten/Bild auf Seite 6]

      ALS AUF EINEM FELD NICHT NUR MAIS WUCHS

      IM JAHR 1943 sah ein mexikanischer Maisbauer etwas auf seinem Feld wachsen, was so gar nicht nach Mais aussah. Eines Tages bemerkte er bei der Feldarbeit zunächst Risse und Spalten im Boden. Am nächsten Tag war aus den Erdspalten ein kleiner Vulkan geworden. Im Lauf der folgenden Woche wuchs der Kegel 150 Meter in die Höhe! Nach einem Jahr hatte er schließlich stolze 360 Meter erreicht. Heute ist der Vulkankegel 430 Meter hoch. Damit bringt es der Paricutín genannte Vulkan auf eine Höhe von etwa 2 775 Metern über dem Meeresspiegel. 1952 stellte er plötzlich seine Tätigkeit ein und ist seitdem ruhig.

      [Bildnachweis]

      U. S. Geological Survey/Photo by R. E. Wilcox

      [Kasten/Bild auf Seite 8]

      WIE GOTT GANZE NATIONEN VOR EINER KATASTROPHE BEWAHRTE

      HUNGERSNÖTE zählen zu den Naturkatastrophen. Eine der frühesten dokumentierten Hungersnöte ereignete sich im alten Ägypten zur Zeit Josephs, des Sohnes von Jakob (Israel). Sie dauerte sieben Jahre und neben Ägypten waren auch Kanaan und weitere Länder betroffen. Doch ein Massensterben konnte verhindert werden, weil Jehova die Hungersnot schon sieben Jahre vorher angekündigt hatte. Wie Gott ebenfalls offenbarte, würden die Jahre bis zur Hungersnot den Ägyptern reiche Ernten bringen. Unter der Leitung des gottesfürchtigen Joseph, der durch göttliche Fügung erster Minister und Nahrungsmittelverwalter wurde, lagerten die Ägypter so viel Getreide ein, dass „man es schließlich aufgab, es zu zählen“. Daher konnte Ägypten nicht nur sich selbst versorgen, sondern auch „Leute von der ganzen Erde“, einschließlich Josephs Familie (1. Mose 41:49, 57; 47:11, 12).

      [Bilder auf Seite 7]

      HAITI 2004 — Jungen tragen Trinkwasser durch überflutete Straßen. Die starke Entwaldung führte zu verheerenden Schlammlawinen.

      [Bildnachweis]

      Hintergrund: Sophia Pris/EPA/Sipa Press; kleines Bild: Carl Juste/Miami Herald/Sipa Press

      [Bild auf Seite 9]

      Viele Länder belasten die Atmosphäre nach wie vor mit Treibhausgasen

      [Bildnachweis]

      © Mark Henley/Panos Pictures

  • Bald keine Katastrophen mehr!
    Erwachet! 2005 | 22. Juli
    • Bald keine Katastrophen mehr!

      „Kinder und Kindeskinder. Hört! . . . Früher oder später wird dieser Berg Feuer fangen. Aber bevor das geschieht gibt es Donnergrollen, Tosen und Erdbeben. Rauch, Flammen und Blitze werden ausgespien, die Luft zittert, rumpelt und heult. Flieht, solange Ihr noch könnt . . . Wenn Ihr das nicht beachtet, wenn Euch Hab und Gut wichtiger ist als Euer Leben, wird Eure Sorglosigkeit und Habsucht bestraft. Kümmert Euch nicht um Haus und Herd, sondern flieht, ohne zu zögern.“

      DIESE Warnung, zitiert von Andrew Robinson in seinem Buch Erdgewalten, entstammt einer Gedenktafel, die in der italienischen Stadt Portici am Fuß des Vesuvs aufgestellt wurde, nachdem der Vulkan 1631 ausgebrochen war. Der Ausbruch forderte über 4 000 Menschenleben. „Durch eine Fügung des Schicksals war es dieser . . . Ausbruch von 1631, der den Vesuv berühmt machte“, schreibt Robinson. Wieso? Weil beim Wiederaufbau von Portici die Städte Herculaneum und Pompeji entdeckt wurden. Beide Städte waren beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 u. Z. verschüttet worden.

      Plinius der Jüngere, ein Römer, der diese Katastrophe überlebte und später Statthalter wurde, berichtete von ungewöhnlichen Erdstößen, durch die er gewarnt wurde. Er, seine Mutter und andere nahmen die Warnung ernst und überlebten.

      Ein Warnzeichen für unsere Zeit

      Heute rückt das Ende des weltweiten wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Systems schnell näher. Wieso können wir das sagen? Weil Jesus Christus verschiedene globale Entwicklungen vorhersagte, die ein Zeichen dafür wären, dass Gottes Tag der Abrechnung nahe ist. Wie ein Vulkan bebt, raucht und Glut ausstößt, weist das erwähnte Zeichen ebenfalls verschiedene Merkmale auf: unter anderem große Kriege, Erdbeben, Hungersnöte und Seuchen. All diese Dinge bedrängen die Welt seit 1914 wie nie zuvor (Matthäus 24:3-8; Lukas 21:10, 11; Offenbarung 6:1-8).

      Doch Jesu Warnzeichen schließt auch eine Botschaft der Hoffnung ein. „Diese gute Botschaft vom Königreich“, sagte er, „wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24:14). Beachten wir, dass Jesus die Botschaft vom Königreich als eine „gute Botschaft“ bezeichnete. Das ist sie tatsächlich, denn Gottes Königreich, eine himmlische Regierung unter Christus Jesus, wird sämtliche von Menschen verursachten Schäden wieder gutmachen. Und es wird Naturkatastrophen aufhören lassen (Lukas 4:43; Offenbarung 21:3, 4).

      Schon als Mensch auf der Erde ließ Jesus einmal einen lebensbedrohlichen Sturm abflauen und bewies so seine Macht über die Elemente. Ehrfürchtig fragten seine verängstigten Jünger: „Wer ist denn dieser, da er sogar den Winden und dem Wasser befiehlt und sie ihm gehorchen?“ (Lukas 8:22-25). Heute ist Jesus nicht einfach ein Mensch, sondern ein mächtiges Geistwesen im Himmel. Daher wird es für ihn künftig kein Problem sein, die Naturgewalten so zu kontrollieren, dass sie seinen Untertanen keinen Schaden zufügen (Psalm 2:6-9; Offenbarung 11:15).

      Mancher wird all das vielleicht für Wunschdenken halten. Aber vergessen wir nicht: Im Gegensatz zu menschlichen Versprechen und Prognosen hat sich die biblische Prophetie bisher als absolut zuverlässig erwiesen, einschließlich der Prophezeiungen, deren Erfüllung wir seit 1914 mit eigenen Augen sehen (Jesaja 46:10; 55:10, 11). Der Erde ist eine friedliche Zukunft also sicher. Auch unsere Zukunft kann sicher sein, wenn wir uns Gottes Wort zu Herzen nehmen und auf seine liebevolle Warnung vor den nahe bevorstehenden welterschütternden Ereignissen reagieren (Matthäus 24:42, 44; Johannes 17:3).

      [Kasten/Bild auf Seite 11]

      WELCHE HOFFNUNG FÜR GELIEBTE VERSTORBENE?

      WENN ein geliebter Mensch stirbt, sind viele von Trauer überwältigt. Wie die Bibel berichtet, weinte Jesus, als sein geliebter Freund Lazarus starb. Doch nur wenige Minuten später wirkte Jesus ein erstaunliches Wunder — er auferweckte Lazarus von den Toten! (Johannes 11:32-44). Für alle Menschen untermauerte er dadurch die erstaunliche Verheißung, die er bei einer früheren Gelegenheit gegeben hatte: „Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine [Jesu] Stimme hören und herauskommen werden“ (Johannes 5:28, 29). Wir wünschen, dass die kostbare Hoffnung einer Auferstehung zum Leben im Paradies auf der Erde alle tröstet, die geliebte Menschen verloren haben (Apostelgeschichte 24:15).

      [Bilder auf Seite 10]

      Beachten wir die Warnung, dass wir in den letzten Tagen der gegenwärtigen Welt leben?

      [Bildnachweis auf Seite 10]

      USGS, David A. Johnston, Cascades Volcano Observatory

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