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  • ‘Bleibt in meinem Wort’
    Der Wachtturm 2003 | 1. Februar
    • ‘Bleibt in meinem Wort’

      „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger“ (JOHANNES 8:31).

      1. (a) Was hinterließ Jesus auf der Erde, als er in den Himmel zurückkehrte? (b) Auf welche Fragen werden wir näher eingehen?

      JESUS CHRISTUS, der Begründer des Christentums, hat weder Bücher geschrieben noch Denkmäler errichten lassen noch Reichtum aufgehäuft. Als er von der Erde in den Himmel zurückkehrte, hinterließ er etwas anderes: Jünger und Angaben über spezielle Voraussetzungen, die ein Jünger erfüllen muss. Im Johannesevangelium ist nachzulesen, dass Jesus drei wichtige Erfordernisse für seine Nachfolger nannte. Welche Erfordernisse sind das? Was können wir tun, um ihnen zu entsprechen? Und wie vermögen wir sicherzustellen, dass wir uns persönlich heute als Jünger Christi eignen?a

      2. Was ist gemäß dem Johannesevangelium ein wichtiges Erfordernis für einen Jünger?

      2 Ungefähr sechs Monate vor seinem Tod begab sich Jesus nach Jerusalem und predigte unter den zahlreichen Besuchern, die zum einwöchigen Laubhüttenfest gekommen waren. Die Festwoche war zur Hälfte vorüber und es „glaubten viele von der Volksmenge an ihn“. Jesus predigte weiter, und am letzten Festtag „glaubten [wiederum] viele an ihn“ (Johannes 7:10, 14, 31, 37; 8:30). Zu jener Zeit wandte sich Jesus an die neuen Gläubigen und nannte das folgende wichtige Erfordernis für einen Jünger, das der Apostel Johannes aufzeichnete: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger“ (Johannes 8:31).

      3. Welche Eigenschaft ist nötig, um in Jesu Wort zu bleiben?

      3 Jesus meinte damit nicht, es fehle den Neuen an Glauben, sondern er wies darauf hin, dass sie seine wahren Jünger werden konnten, sofern sie in seinem Wort blieben, also ausharrten. Nachdem sie sein Wort angenommen hatten, galt es, darin zu bleiben (Johannes 4:34; Hebräer 3:14). Jesus stufte die Beharrlichkeit seiner Nachfolger so hoch ein, dass er in der letzten Unterhaltung mit seinen Aposteln, die im Johannesevangelium aufgezeichnet ist, die Aufforderung „Folge mir weiterhin nach“ zwei Mal ergehen ließ (Johannes 21:19, 22, Kingdom Interlinear Translation). Genau das taten viele frühe Christen (2. Johannes 4). Was half ihnen aber, nicht aufzugeben?

      4. Was befähigte die frühen Christen auszuharren?

      4 Der Apostel Johannes, der etwa 70 Jahre lang Jesus treu nachfolgte, wies auf einen wichtigen Umstand hin. Er lobte treue Christen mit den Worten: ‘Ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch und ihr habt den Bösen besiegt.’ Jene Jünger Christi harrten aus oder blieben in dem Wort Gottes, weil das Wort Gottes in ihnen blieb. Sie schätzten es von Herzen (1. Johannes 2:14, 24). Um ‘bis zum Ende auszuharren’, müssen wir heute ebenfalls darauf achten, dass das Wort Gottes in uns bleibt (Matthäus 24:13). Wie gehen wir dabei vor? Ein Gleichnis Jesu liefert die Antwort.

      ‘Das Wort hören’

      5. (a) Welche verschiedenen Böden erwähnte Jesus in einem seiner Gleichnisse? (b) Wofür stehen der Samen und der Boden in Jesu Gleichnis?

      5 Jesus erzählte ein Gleichnis von einem Sämann, der Samen ausstreut. Es ist in den Evangelien des Matthäus, des Markus und des Lukas aufgezeichnet (Matthäus 13:1-9, 18-23; Markus 4:1-9, 14-20; Lukas 8:4-8, 11-15). Beim Lesen fällt uns auf, worum es in dem Gleichnis hauptsächlich geht, nämlich darum, dass dieselbe Saat auf verschiedene Böden fällt und die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. Der erste Boden ist hart, der zweite ist nicht tief genug und der dritte ist von Dornen überwuchert. Der vierte ist im Gegensatz zu den anderen ‘vortrefflich’ oder ‘gut’. Wie Jesus selbst erklärte, handelt es sich bei dem Samen um die Königreichsbotschaft, die im Wort Gottes enthalten ist, und der Boden steht für Menschen mit unterschiedlicher Herzensverfassung. Zwar haben die Menschen, die durch die verschiedenen Böden dargestellt werden, manches gemeinsam, doch diejenigen, die durch den guten Boden dargestellt werden, stechen durch ein charakteristisches Merkmal von den anderen ab.

      6. (a) Wodurch unterscheidet sich der vierte Boden in Jesu Gleichnis von den anderen drei, und was bedeutet das? (b) Was ist nötig, damit Jünger Christi ausharren können?

      6 In Lukas 8:12-15 wird gezeigt, dass in allen vier Fällen Menschen ‘das Wort hören’. Aber Menschen mit „einem edlen und guten Herzen“ ‘hören das Wort’ nicht nur, sondern sie ‘halten es fest und tragen mit Ausharren Frucht’. Der vortreffliche, gute Boden ist weich und tief, sodass die Wurzeln des Sämlings Halt finden, er weiter wächst und die Pflanze schließlich Frucht trägt (Lukas 8:8). Ebenso wird das Wort Gottes von denjenigen, die ein edles Herz haben, verstanden, geschätzt und aufgenommen (Römer 10:10; 2. Timotheus 2:7). Das Wort Gottes bleibt in ihnen. Daher tragen sie mit Ausharren Frucht. Um als Christi Jünger ausharren zu können, ist eine tiefe, von Herzen kommende Wertschätzung für das Wort Gottes nötig (1. Timotheus 4:15). Wie können wir uns aber eine solche Wertschätzung für das Wort Gottes aneignen?

      Herzensverfassung und tiefgründiges Nachdenken

      7. Was ist mit einem guten Herzen verknüpft?

      7 Beachten wir, womit ein edles und gutes Herz in der Bibel wiederholt verknüpft wird. „Das Herz des Gerechten sinnt nach, um zu antworten“ (Sprüche 15:28). „Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens angenehm werden vor dir, o Jehova“ (Psalm 19:14). „Das Nachsinnen meines Herzens wird über Dinge des Verständnisses sein“ (Psalm 49:3).

      8. (a) Wie sollten wir uns nicht verhalten, wenn wir in der Bibel lesen, was sollten wir aber tun? (b) Was trägt es uns ein, unter Gebet über Gottes Wort nachzusinnen? (Beziehe den Kasten ein „ ‚In der Wahrheit befestigt‘ “.)

      8 Wie diese Bibelschreiber müssen auch wir mit Wertschätzung und unter Gebet über Gottes Wort und sein Wirken nachsinnen. Beim Lesen der Bibel oder biblischer Veröffentlichungen dürfen wir nicht wie Touristen vorgehen, die von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hasten, vieles im Bild festhalten, aber selbst wenig mitbekommen. Wir sollten uns beim Studium die Zeit nehmen, innezuhalten und uns sozusagen an den Sehenswürdigkeiten zu erfreuen.b Wenn wir in Ruhe über das nachdenken, was wir gelesen haben, spricht das Wort Gottes unser Herz an. Es berührt uns innerlich und formt unser Denken. Dann drängt es uns, uns im Gebet über unsere geheimsten Gedanken zu äußern. All das bindet uns fester an Jehova, und die Liebe zu ihm drängt uns, Jesus trotz schwieriger Umstände weiterhin nachzufolgen (Matthäus 10:22). Es ist also wichtig, über das nachzudenken, was Gott sagt, wenn wir bis zum Ende treu bleiben wollen (Lukas 21:19).

      9. Wie können wir dafür sorgen, dass unser Herz für das Wort Gottes aufnahmebereit bleibt?

      9 Wie Jesu Gleichnis ferner zeigt, kann das Aufgehen der Saat — des Wortes Gottes — und ihr anschließendes Wachstum behindert werden. Um als Jünger treu zu bleiben, ist daher Folgendes ratsam: 1. Stellen wir fest, welche Hindernisse mit den jeweiligen ungünstigen Bodenbeschaffenheiten gemeint sind, die Jesus in dem Gleichnis erwähnte, und 2. unternehmen wir etwas gegen die Hindernisse oder lassen wir sie erst gar nicht entstehen. Auf diese Weise bleibt unser Herz für den Königreichssamen immer aufnahmebereit und fruchtbar.

      „Den Weg entlang“ — um vieles besorgt

      10. Beschreibe, wie der erste Boden beschaffen ist, der in Jesu Gleichnis erwähnt wird, und erkläre, was damit gemeint ist.

      10 Der erste Boden, auf den die Körner fallen, ist so beschaffen wie der Boden entlang eines Feldweges, wo der Samen „niedergetreten“ wird (Lukas 8:5). Der Boden auf einem Weg durch ein Getreidefeld ist durch die ständige Benutzung sehr fest (Markus 2:23). Ähnliches geschieht, wenn Menschen zulassen, dass die Unrast in der Welt ihre Zeit und Kraft über Gebühr beansprucht. Vielleicht haben sie zu viel anderes zu tun, als dass sie für das Wort Gottes von Herzen kommende Wertschätzung entwickeln könnten. Sie hören das Wort, denken aber nicht darüber nach. Deshalb bleibt ihr Herz unempfänglich. Noch bevor die Liebe dazu entsteht, „kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden“ (Lukas 8:12). Ist das vermeidbar?

      11. Wie können wir verhindern, dass unsere Herzensverfassung festem Boden gleicht?

      11 Man kann viel tun, damit das Herz nicht so wird wie der karge Boden am Wegesrand. Festgetretener, harter Boden kann weich und fruchtbar werden, wenn er umgepflügt wird und die Benutzer des Weges umgeleitet werden. Ebenso kann jemandes Herz schließlich vortrefflichem, fruchtbarem Boden gleichen, wenn er sich Zeit für das Studium des Wortes Gottes und das Nachsinnen nimmt. Entscheidend ist dabei, sich von den alltäglichen Dingen nicht vereinnahmen zu lassen (Lukas 12:13-15). Man sollte dafür sorgen, dass man Zeit hat, über die „wichtigeren Dinge“ im Leben nachzusinnen (Philipper 1:9-11).

      „Auf den Felsen“ — ängstlich

      12. Warum verdorrt der Spross in dem an zweiter Stelle genannten Boden aus dem Gleichnis Jesu in Wirklichkeit?

      12 Der Samen, der auf den zweiten Boden fällt, bleibt dort nicht einfach liegen wie im ersten Fall. Er geht auf und wächst. Doch wenn die Sonne hoch am Himmel steht, versengt sie den Spross, der dann verdorrt. Eines ist hier besonders beachtenswert. Der Spross verdorrt eigentlich nicht wegen der Hitze. Schließlich ist die Pflanze, die aus dem vortrefflichen Boden hervorkommt, ebenfalls der Sonne ausgesetzt. Sie verdorrt aber nicht, sondern gedeiht sogar. Was macht den Unterschied aus? Wie Jesus erklärte, verdorrte der Spross, weil er „keine tiefe Erde“ und „keine Feuchtigkeit hatte“ (Matthäus 13:5, 6; Lukas 8:6). Liegt direkt unter dem Erdreich Felsgestein, wachsen die Wurzeln der Keimpflanze nicht tief genug ein, um Feuchtigkeit zu finden und sich fest zu verankern. Der Spross verdorrt, weil der Boden nicht tief genug ist.

      13. Welche Personen gleichen dem Boden, der nicht tief genug ist, und was ist der eigentliche Grund für ihr Verhalten?

      13 Dieser Teil des Gleichnisses bezieht sich auf Personen, die das Wort „mit Freuden aufnehmen“ und Jesus eifrig „eine Zeit lang“ nachfolgen (Lukas 8:13). Wenn sie aber die Hitze der „Drangsal oder Verfolgung“ zu spüren bekommen, ängstigt sie das so sehr, dass sie ihre Kraft und Freude verlieren und Christus nicht mehr nachfolgen (Matthäus 13:21). Sie fürchten sich eigentlich nicht wegen der Gegnerschaft. Zahllose Jünger Christi bleiben nämlich trotz verschiedener Drangsale treu (2. Korinther 2:4; 7:5). Manche werden deshalb ängstlich und verlassen die Wahrheit, weil die steinerne Beschaffenheit ihres Herzens nicht zulässt, dass sie tief genug über erbauende biblische Dinge nachdenken. Ihre Wertschätzung für Jehova und sein Wort ist deswegen zu oberflächlich und zu schwach, um dem Widerstand zu begegnen. Wie kann eine solche Entwicklung vermieden werden?

      14. Welche Maßnahmen sollte jemand ergreifen, damit seine Herzensverfassung nicht dem Boden gleicht, der zu dünn ist?

      14 Man muss verhindern, dass sich im Herzen tiefe Verbitterung, unterschwelliges Eigeninteresse oder ähnliche verborgene Empfindungen festsetzen. Wo dies bereits geschehen ist, können solche Verhärtungen mit der Kraft des Wortes Gottes aufgeweicht werden (Jeremia 23:29; Epheser 4:22; Hebräer 4:12). Anschließend wird durch das Nachsinnen unter Gebet im Herzen des Betreffenden die „Einpflanzung des Wortes“ in Gang gesetzt (Jakobus 1:21). Das verleiht die nötige Kraft, um Zeiten der Entmutigung durchzustehen, und den Mut, trotz Problemen treu zu bleiben.

      „Unter die Dornen“ — nicht ungeteilt

      15. (a) Warum verdient der dritte Boden, den Jesus erwähnte, unsere besondere Aufmerksamkeit? (b) Was ereignet sich schließlich auf dem dritten Boden, und warum?

      15 Der dritte Boden — von Dornen überwuchert — verdient unsere besondere Aufmerksamkeit, weil er in mancher Hinsicht dem vortrefflichen Boden ähnelt. Auf beiden Böden kann die Saat gleich gut keimen und sprossen. Anfangs wirkt sich die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit nicht auf das Wachstum der jungen Pflanze aus. Mit der Zeit geschieht jedoch bei einem der Böden etwas, wodurch die Pflanze letztendlich erstickt. Anders als der vortreffliche Boden wird dieser Boden von Dornen überwuchert. Wenn die junge Pflanze heranwächst, muss sie sich gegen ‘Dornen, die damit aufwachsen’, behaupten. Eine Zeit lang konkurrieren beide um Nährstoffe, Licht und Platz, doch schließlich gewinnt das Dorngestrüpp und erstickt die Pflanze (Lukas 8:7).

      16. (a) Welche Art von Personen ähneln dem von Dornen überwucherten Boden? (b) Was stellen die Dornen gemäß dem dar, was in den betreffenden drei Evangelien darüber gesagt wird? (Siehe Fußnote.)

      16 Wer ist mit dem dornigen Boden zu vergleichen? Jesus erklärt: „Das sind die, die gehört haben, aber da sie durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen dieses Lebens fortgerissen werden, werden sie vollständig erstickt und bringen nichts zur Vollkommenheit“ (Lukas 8:14). Ebenso wie die Saat und die Dornen auf dem Boden gleichzeitig heranwachsen, so versuchen manche gleichzeitig dem Wort Gottes und den „Vergnügungen dieses Lebens“ Zeit einzuräumen. Der Samen der Wahrheit des Wortes Gottes ist zwar in ihr Herz gesät worden, aber dieser muss sich gegen anderes behaupten, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ihr sinnbildliches Herz ist nicht ungeteilt (Lukas 9:57-62). Das hindert sie daran, lange und tiefgründig genug unter Gebet über Gottes Wort nachzudenken. Sie nehmen das Wort Gottes nicht ganz in sich auf und haben deshalb nicht die zum Ausharren erforderliche von Herzen kommende Wertschätzung. Nach und nach überlagern weltliche Interessen die geistigen so sehr, dass diese „vollständig erstickt“ werden.c Wie traurig es doch mit denen ausgehen wird, die Jehova nicht von ganzem Herzen lieben! (Matthäus 6:24; 22:37).

      17. Wofür müssen wir uns im Leben entscheiden, damit uns die sinnbildlichen Dornen, die Jesus in dem Gleichnis erwähnte, nicht ersticken?

      17 Wenn geistige Erwägungen den Vorrang vor materiellen erhalten, können wir vermeiden, dass wir unter den schmerzlichen Umständen in der Welt und den weltlichen Vergnügungen ersticken (Matthäus 6:31-33; Lukas 21:34-36). Das Bibellesen und das Nachdenken über das Gelesene sollten nie vernachlässigt werden. Mehr Zeit für konzentriertes Nachdenken unter Gebet finden wir, wenn wir unser Leben so weit wie möglich vereinfachen (1. Timotheus 6:6-8). Diener Gottes, die das getan haben, verspüren den Segen Jehovas, denn sie haben sozusagen die dornigen Pflanzen aus dem Boden herausgerissen, damit die Frucht tragende Pflanze mehr Nährstoffe, Licht und Platz erhält. Die 26-jährige Sandra sagt: „Wenn ich darüber nachdenke, welch ein Segen die Wahrheit für mich ist, wird mir klar, dass die Welt nichts Vergleichbares zu bieten hat“ (Psalm 84:11).

      18. Wie können wir in dem Wort Gottes bleiben und als Christi Jünger ausharren?

      18 Es ist daher klar, dass jeder von uns, Jung und Alt, in dem Wort Gottes bleiben und als Christi Jünger ausharren wird, solange das Wort Gottes in ihm bleibt. Achten wir daher darauf, dass der Boden unseres sinnbildlichen Herzens nie verhärtet und nie überwuchert wird, sondern immer weich und tief genug bleibt. Dann werden wir das Wort Gottes völlig in uns aufnehmen und „mit Ausharren Frucht tragen“ (Lukas 8:15).

      [Fußnoten]

      a In diesem Artikel wird das erste dieser Erfordernisse betrachtet und die zwei weiteren Erfordernisse werden in den folgenden Artikeln erörtert.

      b Wenn man unter Gebet über etwas nachsinnen möchte, was man in der Bibel gelesen hat, könnte man sich fragen: Werden in dem Gelesenen eine oder mehrere Eigenschaften Jehovas offenbar? In welcher Beziehung steht das Gelesene zum Thema der Bibel? Wie kann ich es zum eigenen Nutzen und zum Nutzen anderer anwenden?

      c Gemäß dem, was in den drei Evangelien über Jesu Gleichnis gesagt wird, ersticken die schmerzlichen Umstände und die Vergnügungen in der Welt den Samen: „die Sorgen dieses Systems der Dinge“, „die trügerische Macht des Reichtums“, „die Begierden nach den übrigen Dingen“ und die „Vergnügungen dieses Lebens“ (Markus 4:19; Matthäus 13:22; Lukas 8:14; Jeremia 4:3, 4).

  • ‘Habt Liebe unter euch’
    Der Wachtturm 2003 | 1. Februar
    • ‘Habt Liebe unter euch’

      „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“ (JOHANNES 13:35).

      1. Welche Eigenschaft betonte Jesus kurz vor seinem Tod?

      „KINDLEIN“ — mit diesem Kosewort redete Jesus seine Apostel an dem Abend vor seinem Tod an (Johannes 13:33). In den Evangelien ist nichts darüber zu lesen, dass Jesus bei ihnen je zuvor diese vertraute Anrede gebraucht hätte. An jenem Abend drängte ihn jedoch die tiefe Liebe zu seinen Nachfolgern, sie so vertraulich anzureden. Jesus sprach in jener Nacht sogar etwa 30 Mal von Liebe. Warum betonte er diese Eigenschaft so sehr?

      2. Warum ist es für Christen sehr wichtig, einander Liebe zu erweisen?

      2 Jesus erklärte, warum Liebe so wichtig ist. „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid“, sagte er, „wenn ihr Liebe unter euch habt“ (Johannes 13:35; 15:12, 17). Ein Nachfolger Christi zu sein geht mit tätiger Bruderliebe einher. Wahre Christen fallen nicht durch besondere Kleidung auf noch durch irgendwelche außergewöhnlichen Bräuche, sondern durch die herzliche Liebe zueinander. Diese hervorragende Liebe zu haben ist das zweite von drei wesentlichen Erfordernissen für einen Jünger Christi, die im vorigen Artikel zu Beginn angesprochen wurden. Was hilft uns, diesem Erfordernis weiterhin zu entsprechen?

      Es „in noch vollerem Maße“ tun

      3. Wozu riet der Apostel Paulus in Bezug auf Liebe?

      3 Wie unter den Nachfolgern Christi im ersten Jahrhundert ist auch heute unter seinen wahren Jüngern eine hervorragende Liebe zu beobachten. Der Apostel Paulus schrieb an Christen des ersten Jahrhunderts: „Was jedoch die brüderliche Liebe betrifft, so habt ihr nicht nötig, dass wir euch schreiben, denn ihr selbst seid von Gott gelehrt, einander zu lieben; und in der Tat, ihr tut es gegenüber allen Brüdern.“ Dennoch riet Paulus ihnen, „es weiterhin in noch vollerem Maße zu tun“ (1. Thessalonicher 3:12; 4:9, 10). Auch wir müssen uns den Rat des Paulus zu Herzen nehmen und uns bemühen, „in noch vollerem Maße“ einander Liebe zu erweisen.

      4. Wen sollten wir, wie Paulus und Jesus sagten, besonders berücksichtigen?

      4 In demselben inspirierten Brief riet Paulus Mitgläubigen: „Redet bekümmerten Seelen tröstend zu, steht den Schwachen bei“ (1. Thessalonicher 5:14). Bei anderer Gelegenheit erinnerte er Christen, dass „die Starken ... verpflichtet [sind], die Schwachheiten derer zu tragen, die nicht stark sind“ (Römer 15:1). Auch Jesus wies seine Jünger an, den Schwachen zu helfen. Nachdem Jesus zu Petrus gesagt hatte, dass sich dieser von ihm in der Nacht seiner Festnahme lossagen würde, forderte er ihn auf: „Bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder.“ Warum sagte Jesus das? Weil auch sie ihn im Stich lassen und daher Hilfe benötigen würden (Lukas 22:32; Johannes 21:15-17). Gottes Wort weist uns an, auch denjenigen Liebe zu erweisen, die glaubensschwach sind oder den Kontakt zur Christenversammlung verloren haben (Hebräer 12:12). Warum ist das nötig? Zwei realistische Veranschaulichungen Jesu liefern die Antwort.

      Das verlorene Schaf und die verlorene Münze

      5, 6. (a) Welche zwei kurzen Gleichnisse erzählte Jesus? (b) Was sagen diese beiden Gleichnisse über Jehova aus?

      5 Um seinen Zuhörern zu vermitteln, wie Jehova Personen ansieht, die abgeirrt sind, benutzte Jesus zwei kurze Gleichnisse. Eines handelte von einem Hirten. Jesus sagte: „Welcher Mensch unter euch, der hundert Schafe hat, wird nicht, wenn er eines von ihnen verliert, die neunundneunzig in der Wildnis hinter sich lassen und dem einen verlorenen nachgehen, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, legt er es auf seine Schultern und freut sich. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und seine Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: ‚Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.‘ Ich sage euch, dass so im Himmel mehr Freude über einen einzigen Sünder sein wird, der bereut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Reue nicht bedürfen“ (Lukas 15:4-7).

      6 Das zweite Gleichnis handelte von einer Frau. Jesus sagte: „Welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht eine Lampe an, wenn sie eine Drachme verliert, und fegt ihr Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie findet? Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: ‚Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.‘ So, sage ich euch, gibt es bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der bereut“ (Lukas 15:8-10).

      7. Welche zwei Lehren können wir aus den Gleichnissen vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Münze ziehen?

      7 Was lernen wir aus diesen kurzen Gleichnissen? Sie zeigen uns 1., wie wir über Personen denken sollten, die schwach geworden sind, und 2., was wir tun sollten, um ihnen zu helfen. Betrachten wir jetzt diese Punkte.

      Verloren gegangen, doch geschätzt

      8. (a) Wie reagierten der Hirte und die Frau auf den Verlust? (b) Was verrät ihre Reaktion darüber, wie sie den Verlust betrachteten?

      8 In beiden Fällen war etwas verloren gegangen. Beachten wir jedoch die Reaktion des Hirten und der Frau. Der Hirte sagte nicht: „Was ist schon ein Schaf! Mir reichen die 99 anderen.“ Die Frau sagte nicht: „Was ist schon die eine Münze! Ich habe ja noch neun.“ Der Hirte suchte vielmehr nach dem Schaf, als sei es sein einziges. Und die Frau schmerzte der Verlust der Münze so sehr, als sei es ihre letzte gewesen. Für beide war das Verlorene weiterhin wertvoll. Was wird dadurch veranschaulicht?

      9. Was wird durch die Besorgnis des Hirten und der Frau veranschaulicht?

      9 Beachten wir, was Jesus beide Male zum Schluss sagte: „So [wird] im Himmel mehr Freude über einen einzigen Sünder sein ..., der bereut“, und: „So ... gibt es bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der bereut.“ Die Besorgnis des Hirten und der Frau spiegeln also in begrenztem Umfang die Empfindungen Jehovas und seiner himmlischen Geschöpfe wider. Ebenso, wie das Verlorene in den Augen des Hirten und der Frau wertvoll blieb, so bleiben diejenigen, die abgeglitten sind und den Kontakt mit dem Volk Gottes verloren haben, in Jehovas Augen wertvoll (Jeremia 31:3). Solche Personen sind vielleicht glaubensschwach, aber nicht unbedingt rebellisch. Trotz ihrer Schwäche entsprechen sie eventuell immer noch in einem gewissen Umfang den Erwartungen Jehovas (Psalm 119:176; Apostelgeschichte 15:29). Folglich wirft Jehova sie, ebenso wenig wie andere in der Vergangenheit, nicht sogleich von seinem Angesicht hinweg (2. Könige 13:23).

      10, 11. (a) Wie sollten wir Personen betrachten, die sich von der Versammlung entfernt haben? (b) Wodurch können wir gemäß Jesu Gleichnissen zeigen, dass wir an ihnen interessiert sind?

      10 Wie Jehova und Jesus sind auch wir sehr um alle besorgt, die schwach sind und in der Christenversammlung fehlen (Hesekiel 34:16; Lukas 19:10). Für uns ist jemand, der glaubensschwach ist, kein hoffnungsloser Fall, sondern ein verlorenes Schaf. Wir sagen uns nicht: „Warum sollen wir uns um einen Schwachen Sorgen machen? Die Versammlung kommt ganz gut ohne ihn aus.“ Wie Jehova betrachten auch wir diejenigen, die abgeglitten sind und zurückkehren möchten, als wertvoll.

      11 Wie können wir aber unser Interesse an ihnen zeigen? Den beiden Gleichnissen Jesu ist Folgendes zu entnehmen: 1. Wir müssen den ersten Schritt tun, 2. wir sollten sanft vorgehen und 3. müssen wir ernsthaft sein. Befassen wir uns nacheinander mit diesen Punkten.

      Den ersten Schritt tun

      12. Was verraten die Worte „dem einen verlorenen nachgehen“ über die Einstellung des Hirten?

      12 In dem Gleichnis von dem verlorenen Schaf, dem ersten der beiden Gleichnisse, sagte Jesus, der Hirte werde „dem einen verlorenen nachgehen“. Der Hirte tut den ersten Schritt und macht sich auf die Suche. Er lässt sich nicht von Unannehmlichkeiten, Gefahren oder Entfernungen zurückhalten, sondern sucht so lange, „bis er es findet“ (Lukas 15:4).

      13. Wie reagierten treue Männer in alter Zeit auf die Bedürfnisse Schwacher, und wie können wir es diesen in der Bibel erwähnten Männern gleichtun?

      13 Ebenso muss oft der Stärkere den ersten Schritt tun, wenn jemand Hilfe braucht. Treue Männer in alter Zeit waren sich dessen bewusst. Als zum Beispiel Jonathan, der Sohn König Sauls, merkte, dass sein bester Freund David der Aufmunterung bedurfte, „machte [er] sich ... auf und ging zu David nach Horesch, damit er seine Hand im Hinblick auf Gott stärke“ (1. Samuel 23:15, 16). Jahrhunderte später verhielt sich der Statthalter Nehemia ebenso. Als er feststellte, dass einige seiner jüdischen Brüder schwach geworden waren, ‘erhob er sich sogleich’ und ermunterte sie, ‘Jehova im Sinn zu behalten’ (Nehemia 4:14). Auch wir heute sollten uns „erheben“ — als Erste etwas unternehmen —, um diejenigen zu stärken, die schwach sind. Aber wer in der Versammlung sollte das tun?

      14. Wer in der Christenversammlung sollte Schwachen seine Hilfe anbieten?

      14 Die Aufforderung „Stärkt die schwachen Hände, und festigt die Knie, die wanken. Sagt zu denen, die ängstlichen Herzens sind: ‚Seid stark. Fürchtet euch nicht‘ “ ergeht heute vornehmlich an Älteste in der Christenversammlung (Jesaja 35:3, 4; 1. Petrus 5:1, 2). Zu beachten ist jedoch, dass Paulus die Ermahnung „Redet bekümmerten Seelen tröstend zu, steht den Schwachen bei“ nicht nur an Älteste richtete, sondern an die gesamte „Versammlung der Thessalonicher“ (1. Thessalonicher 1:1; 5:14). Schwachen Hilfe anzubieten ist daher die Aufgabe aller Christen. Wie der Hirte aus dem Gleichnis sollte sich jeder Christ bewogen fühlen, ‘dem Verlorenen nachzugehen’. Natürlich ist es am besten, die Ältesten mit einzubeziehen. Könnten wir etwas unternehmen, um einem Schwachen in unserer Versammlung beizustehen?

      Sanft vorgehen

      15. Warum verhält sich der Hirte so wie beschrieben?

      15 Was macht der Hirte, wenn er das verlorene Schaf schließlich findet? Dann „legt er es auf seine Schultern“ (Lukas 15:5). Wie rührend und aufschlussreich zugleich! Das Schaf ist vielleicht schon tage- und nächtelang in unbekanntem Gelände umhergeirrt und ein Löwe hätte dort auf der Lauer liegen können (Hiob 38:39, 40). Das Schaf hat bestimmt auch nicht genug gefressen und ist geschwächt. Es ist einfach zu schwach, um aus eigener Kraft die Hindernisse auf dem Weg zurück zur Herde zu überwinden. Deshalb bückt sich der Hirte, hebt das Schaf vorsichtig hoch und trägt es über alle Hindernisse hinweg zurück zu den anderen Schafen. Wie können wir uns so fürsorglich verhalten wie dieser Hirte?

      16. Warum sollten wir ebenso behutsam vorgehen wie der Hirte mit dem abgeirrten Schaf?

      16 Jemand, der den Kontakt zur Versammlung verloren hat, könnte in geistiger Hinsicht erschöpft sein. Wie das Schaf, das sich von dem Hirten abgesondert hat, mag er ziellos durch das unwirtliche Gelände dieser Welt geirrt sein. Ohne die schützende Hürde oder die Christenversammlung ist er mehr denn je den Angriffen des Teufels ausgesetzt, der ‘wie ein brüllender Löwe umhergeht und jemand zu verschlingen sucht’ (1. Petrus 5:8). Außerdem ist der Betreffende durch das Fehlen geistiger Speise geschwächt. Folglich ist er allein zu schwach, um die Hindernisse auf dem Weg zurück zur Versammlung zu überwinden. Deshalb müssen wir uns sozusagen bücken, den Schwachen behutsam hochheben und ihn zurücktragen (Galater 6:2). Wie können wir das zuwege bringen?

      17. Worin können wir uns an dem Apostel Paulus ein Beispiel nehmen, wenn wir jemand besuchen, der schwach ist?

      17 Der Apostel Paulus sagte: „Wer leidet unter seiner Schwachheit, ohne dass ich mit ihm leide?“ (2. Korinther 11:29, Einheitsübersetzung; 1. Korinther 9:22). Paulus konnte sich in andere einfühlen, auch in Schwache. Wir sollten ebenso mit Schwachen mitfühlen. Wenn wir einen schwachen Glaubensgefährten besuchen, versichern wir ihm, dass er in Jehovas Augen wertvoll ist und er seinen Mitbrüdern sehr fehlt (1. Thessalonicher 2:17). Ferner sagen wir ihm, dass jeder seiner Mitbrüder bereit ist, ihn zu unterstützen, und ihm ein Bruder sein möchte, „der für die Zeit der Bedrängnis geboren ist“ (Sprüche 17:17; Psalm 34:18). Durch unsere von Herzen kommenden Worte vermögen wir ihn allmählich auf sanfte Weise so weit wiederherzustellen, dass er zur Herde zurückkehren kann. Wie gehen wir dann vor? Das erfahren wir aus dem Gleichnis von der Frau und der verlorenen Münze.

      Ernsthaft vorgehen

      18. (a) Warum war die Frau in dem Gleichnis nicht ohne Hoffnung? (b) Welche ernsthaften Schritte unternahm die Frau, und was war das Ergebnis?

      18 Die Frau, die die Münze verloren hat, weiß, dass die Lage schwierig, aber nicht hoffnungslos ist. Wäre die Münze auf einem großen mit Sträuchern bewachsenen Gelände verloren gegangen oder in einen schlammigen Teich gefallen, würde die Frau die Münze wahrscheinlich gar nicht erst gesucht haben. Doch weil sie weiß, dass sie sie im Haus verloren hat, wo sie zu finden sein muss, beginnt sie gründlich nach ihr zu suchen (Lukas 15:8). Zunächst zündet sie eine Lampe an, um ihr dunkles Haus zu erhellen. Dann fegt sie den Fußboden mit einem Besen, weil sie ein Klingen zu hören hofft. Schließlich sucht sie in allen Ecken und Winkeln, bis die Silbermünze im Licht der Lampe aufblitzt. Die ernsthaften Bemühungen der Frau haben sich gelohnt.

      19. Welche Lehren können wir aus dem Vorgehen der Frau ziehen, von der in dem Gleichnis von der verlorenen Münze die Rede ist?

      19 Die schriftgemäße Verpflichtung, einem schwachen Christen zu helfen, übersteigt also nicht unsere Fähigkeiten, wie diese Einzelheit aus dem Gleichnis zeigt. Gleichzeitig wissen wir, dass es Mühe kostet. Der Apostel Paulus sagte nämlich zu den Ältesten aus Ephesus: „Indem ihr so angestrengt arbeitet, [sollt ihr] den Schwachen beistehen“ (Apostelgeschichte 20:35a). Man bedenke, dass die Frau die Münze nicht rein zufällig findet, weil sie sich hier und da oder ab und zu im Haus umsieht. Nein, sie hat Erfolg, weil sie die Münze systematisch sucht, „bis sie sie findet“. Wenn wir uns bemühen, jemand, der glaubensschwach geworden ist, zurückzugewinnen, dann müssen auch wir ernsthaft und zielstrebig vorgehen. Was können wir tun?

      20. Wodurch kann Schwachen geholfen werden?

      20 Wie können wir einem Schwachen helfen, seinen Glauben und eine dankbare Einstellung wiederzugewinnen? Ein persönliches Bibelstudium anhand einer passenden biblischen Veröffentlichung könnte genau das Richtige sein. Mit einem Schwachen ein Bibelstudium durchzuführen, gestattet es uns, ihm regelmäßig und umfassend zu helfen. Der Dienstaufseher kann wohl am besten entscheiden, wer die erforderliche Hilfe leisten sollte. Er könnte passende Themen oder eine passende Veröffentlichung vorschlagen. Ebenso wie sich die Frau aus dem Gleichnis geeigneter Hilfsmittel bedient, haben auch wir heute Hilfsmittel, die es uns erleichtern, der uns von Gott übertragenen Verantwortung nachzukommen, den Schwachen beizustehen. Zwei unserer neuen Veröffentlichungen sind dazu besonders hilfreich. Es handelt sich um die Bücher Den allein wahren Gott anbeten und Komm Jehova doch näher.a

      21. Inwiefern wirkt es sich auf uns alle segensreich aus, Schwachen zu helfen?

      21 Schwachen beizustehen wirkt sich auf uns alle segensreich aus. Diejenigen, die Hilfe erhalten, verspüren die Freude, wieder mit wahren Freunden zusammen zu sein. Als Hilfeleistende verspüren wir die innere Freude, die nur dem Geben entspringen kann (Lukas 15:6, 9; Apostelgeschichte 20:35b). Die Versammlung als Ganzes zeichnet sich mehr durch Herzlichkeit aus, weil jeder an jedem liebevoll interessiert ist. Und vor allem gereicht es Jehova und Jesus als fürsorglichen Hirten zur Ehre, dass der Wunsch, den Schwachen beizustehen, auch bei ihren irdischen Dienern vorhanden ist (Psalm 72:12-14; Matthäus 11:28-30; 1. Korinther 11:1; Epheser 5:1). Welch ein guter Anreiz, weiterhin ‘Liebe unter uns zu haben’!

  • ‘Tragt fortwährend viel Frucht’
    Der Wachtturm 2003 | 1. Februar
    • ‘Tragt fortwährend viel Frucht’

      ‘Tragt fortwährend viel Frucht und erweist euch als meine Jünger’ (JOHANNES 15:8).

      1. (a) Welches Erfordernis für einen Jünger erwähnte Jesus gegenüber den Aposteln? (b) Was sollten wir uns fragen?

      IN DER Nacht vor seinem Tod nahm sich Jesus viel Zeit, um mit seinen Aposteln ganz offen zu reden und sie zu ermuntern. Es muss schon nach Mitternacht gewesen sein, als er immer noch mit seinen engen Freunden sprach, weil seine Liebe ihn dazu drängte. Bei dieser Gelegenheit erinnerte er sie auch an etwas, was von ihnen erwartet wurde, wenn sie seine Jünger bleiben wollten. Er sagte: „Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr fortwährend viel Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist“ (Johannes 15:8). Erfüllen wir dieses Erfordernis für einen Jünger? Was bedeutet es, viel Frucht zu tragen? Um das herauszufinden, kehren wir zu der Unterhaltung in jener Nacht zurück.

      2. Welche Veranschaulichung, bei der es darum geht, Frucht zu tragen, gebrauchte Jesus in der Nacht vor seinem Tod?

      2 Die Aufforderung, Frucht zu tragen, verband Jesus mit einer Veranschaulichung. Er sagte zu den Aposteln: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jeden Zweig an mir, der nicht Frucht trägt, nimmt er weg, und jeden, der Frucht trägt, reinigt er, damit er mehr Frucht trage. Ihr seid bereits rein des Wortes wegen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in Gemeinschaft mit mir und ich in Gemeinschaft mit euch. So, wie der Zweig nicht von sich selbst Frucht tragen kann, es sei denn, er bleibe am Weinstock, so könnt auch ihr es nicht, wenn ihr nicht in Gemeinschaft mit mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Zweige. ... Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr fortwährend viel Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist. So, wie der Vater mich geliebt hat und ich euch geliebt habe, bleibt in meiner Liebe. Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben“ (Johannes 15:1-10).

      3. Was müssen Jesu Nachfolger tun, damit sie Frucht tragen können?

      3 In dieser Veranschaulichung ist Jehova der Weingärtner, Jesus der Weinstock, und die Apostel, mit denen Jesus redete, sind die Zweige. Solange die Apostel in Gemeinschaft mit Jesus blieben, würden sie Frucht tragen. Jesus erklärte ihnen dann, wie sie diese wichtige Einheit bewahren konnten: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.“ Etwas Ähnliches schrieb der Apostel Johannes später an Mitchristen: „Wer seine [Christi] Gebote hält, bleibt in Gemeinschaft mit ihm“ (1. Johannes 2:24; 3:24).a Dadurch, dass Christi Nachfolger seine Gebote halten, bleiben sie in Gemeinschaft mit ihm, und diese Einheit wiederum ermöglicht es ihnen, Frucht zu tragen. Wie sehen die Früchte aus, die wir hervorbringen sollten?

      Raum für Wachstum

      4. Was erkennen wir daraus, dass Jehova jeden Zweig ‘wegnimmt’, der keine Frucht trägt?

      4 Wie aus der Veranschaulichung hervorgeht, nimmt Jehova einen Zweig, der keine Frucht trägt, vom Weinstock weg oder haut ihn ab. Was sagt uns das? Nicht nur, dass von allen Jüngern erwartet wird, Frucht zu tragen, sondern auch, dass alle ungeachtet ihrer Umstände oder Grenzen dazu in der Lage sind. Denn es widerspräche völlig der liebevollen Art Jehovas, wenn er einen Jünger Christi für untauglich erklären würde, weil er etwas wegen mangelnder Fähigkeiten nicht schafft (Psalm 103:14; Kolosser 3:23; 1. Johannes 5:3).

      5. (a) Wodurch wird in Jesu Veranschaulichung angedeutet, dass wir unseren Fruchtertrag steigern können? (b) Mit welchen zwei Arten von Früchten werden wir uns befassen?

      5 Wie Jesus in seiner Veranschaulichung weiter zeigte, sollten wir als Jünger bei unserer Tätigkeit im Rahmen unserer Möglichkeiten Raum für Wachstum schaffen. Beachten wir, wie Jesus das zum Ausdruck brachte: „Jeden Zweig an mir, der nicht Frucht trägt, nimmt er weg, und jeden, der Frucht trägt, reinigt er, damit er mehr Frucht trage“ (Johannes 15:2). Gegen Ende der Veranschaulichung forderte Jesus seine Nachfolger auf, „viel Frucht“ zu tragen (Vers 8). Was wollte er damit sagen? Wir dürfen als Jünger nicht selbstgefällig werden, sondern sollten nach Möglichkeiten Ausschau halten, mehr Frucht hervorzubringen (Offenbarung 3:14, 15, 19). Welche Art Frucht? Erstens die „Frucht des Geistes“ und zweitens Königreichsfrüchte (Galater 5:22, 23; Matthäus 24:14).

      Frucht in Form von christlichen Eigenschaften

      6. Wie betonte Jesus Christus den Wert der an erster Stelle erwähnten Frucht des Geistes?

      6 Die Liebe rangiert unter den ‘Früchten des Geistes’ an erster Stelle. Christen bringen sie durch Gottes heiligen Geist hervor, denn sie gehorchen dem Gebot, von dem Jesus sprach, kurz bevor er die Veranschaulichung von dem Weinstock erzählte. Er sagte zu seinen Aposteln: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt“ (Johannes 13:34). Als sich Jesus in jener letzten Nacht seines irdischen Lebens mit den Aposteln unterhielt, erinnerte er sie wiederholt daran, dass sie Liebe zeigen sollten (Johannes 14:15, 21, 23, 24; 15:12, 13, 17).

      7. Wie zeigte der Apostel Petrus, dass sich das Hervorbringen von Früchten auf christliche Eigenschaften bezieht?

      7 Petrus, der in jener Nacht auch dabei war, wusste, dass unter echten Jüngern Jesu christliche Liebe und damit verwandte Eigenschaften zu finden sein sollten. Jahre danach forderte er Christen auf, unter anderem auf Selbstbeherrschung, brüderliche Zuneigung und Liebe bedacht zu sein. Er fügte hinzu, dies würde verhindern, dass sie „untätig oder ohne Frucht“ wären (2. Petrus 1:5-8). Ungeachtet unserer persönlichen Umstände ist es uns möglich, die Frucht des Geistes hervorzubringen. Bemühen wir uns daher, uns noch mehr durch Liebe, Güte, Milde und andere Eigenschaften Christi auszuzeichnen, denn dagegen gibt es kein Gesetz, das heißt, in dieser Hinsicht unterliegen wir keinen Einschränkungen (Galater 5:23). Ja, es gilt, „mehr Frucht“ zu tragen.

      Königreichsfrüchte hervorbringen

      8. (a) Welche Verbindung besteht zwischen der Frucht des Geistes und den Königreichsfrüchten? (b) Welche Frage sollten wir überdenken?

      8 Farbenfrohe, wohlschmeckende Früchte sind ein Schmuck für eine Pflanze. Ihr Wert beschränkt sich aber nicht nur darauf. Sie enthalten auch Samen, durch den sich die Pflanze vermehrt. Und dementsprechend ist die Frucht des Geistes nicht bloß ein Schmuck für unsere christliche Persönlichkeit. Liebe und Glauben motivieren uns auch, die mit Samen vergleichbare Königreichsbotschaft aus Gottes Wort zu verbreiten. Beachten wir, wie Paulus diese wichtige Verbindung hervorhebt. Er sagt: „Auch wir [üben] Glauben aus [der zur Frucht des Geistes gehört], und darum reden wir“ (2. Korinther 4:13). In Übereinstimmung damit sprach Paulus außerdem davon, dass wir „Gott allezeit ein Schlachtopfer der Lobpreisung darbringen, das ist die Frucht der Lippen“ — die zweite Art Frucht, die wir hervorbringen sollten (Hebräer 13:15). Ist in unserem Leben Raum, als Verkündiger des Königreiches Gottes noch fruchtbarer zu sein oder noch „mehr Frucht“ zu tragen?

      9. Ist das Fruchttragen mit dem Jüngermachen gleichzusetzen? Erkläre es.

      9 Wenn wir darauf richtig antworten wollen, müssen wir zunächst wissen, was unter Königreichsfrüchten zu verstehen ist. Kann man sagen, Frucht zu tragen bedeute, Jünger zu machen? (Matthäus 28:19). Sind mit dieser Frucht in erster Linie Personen gemeint, denen wir behilflich sind, getaufte Anbeter Jehovas zu werden? Nein. Denn das wäre für all die lieben Zeugen sehr entmutigend, die schon jahrelang treu die Königreichsbotschaft in Gebieten verkündigen, wo sie auf wenig Widerhall stoßen. Wenn unter unseren Königreichsfrüchten nur neue Jünger zu verstehen wären, würden solche hart arbeitenden Zeugen den unfruchtbaren Zweigen in Jesu Veranschaulichung entsprechen. Und das trifft natürlich nicht zu. Was sind also die Königreichsfrüchte in Verbindung mit unserem Predigtdienst in erster Linie?

      Fruchtbar durch die Verbreitung von Königreichssamen

      10. Wie geht aus Jesu Gleichnis von dem Sämann und den verschiedenen Böden hervor, was Königreichsfrüchte sind und was nicht?

      10 Jesu Gleichnis von dem Sämann und den verschiedenen Böden liefert die Antwort — eine ermutigende Antwort für alle, die in weniger ertragreichen Gebieten Zeugnis geben. Wie aus Jesu Worten hervorgeht, ist der Samen die Königreichsbotschaft, und der Boden stellt das sinnbildliche Herz der Menschen dar. Von den Samenkörnern fielen einige auf den guten Boden, und nachdem sie aufgesprosst waren, brachten die Pflanzen Frucht (Lukas 8:8). Was für eine Frucht? Nun, wenn ein Weizenhalm geschosst hat und gereift ist, trägt er als Frucht keine kleinen Weizenhalme, sondern neue Körner. Und ein Christ bringt als Frucht nicht unbedingt neue Jünger hervor, sondern neuen Königreichssamen.

      11. Was kann man als Königreichsfrüchte bezeichnen?

      11 Die Früchte, von denen hier die Rede ist, sind daher weder neue Jünger noch vortreffliche christliche Eigenschaften. Da der ausgesäte Samen das Wort vom Königreich ist, muss es sich bei den Früchten um ein Vielfaches des Samens handeln. Mit dem Hervorbringen von Früchten sind hier somit Äußerungen über das Königreich gemeint (Matthäus 24:14). Kann jeder, ungeachtet seiner Verhältnisse, Königreichsfrüchte hervorbringen, also die gute Botschaft vom Königreich verkündigen? Gewiss! Jesus erläuterte in demselben Gleichnis auch, warum.

      Zur Verherrlichung Gottes unser Bestes geben

      12. Können alle Christen Königreichsfrüchte hervorbringen? Erkläre es.

      12 Jesus sagte: „Was den betrifft, der auf den vortrefflichen Boden gesät wurde, dieser ... [trägt] wirklich Frucht ..., dieser hundertfach, jener sechzigfach, der andere dreißigfach“ (Matthäus 13:23). Ausgesätes Getreide bringt je nach Umständen einen mengenmäßig unterschiedlichen Ertrag. Was wir als Einzelne im Verkündigen der guten Botschaft tun können, mag aufgrund unserer persönlichen Verhältnisse ebenfalls unterschiedlich sein, aber Jesus zeigte, dass er dies anerkennt. Einige von uns haben mehr Gelegenheiten, eine bessere Gesundheit oder mehr Kraft als andere. Solange wir unser Bestes geben, ist es Jehova wohlgefällig, unabhängig davon, ob es im Vergleich mit anderen mehr oder weniger ist (Galater 6:4). Selbst wenn hohes Alter oder Gebrechlichkeit unseren Anteil am Predigtwerk einschränken, betrachtet uns Jehova, unser mitfühlender Vater, zweifellos als jemanden, der ‘fortwährend viel Frucht trägt’. Wieso? Weil wir ihm alles geben, was wir haben — ihm mit ganzer Seele dienen (Markus 12:43, 44; Lukas 10:27).b

      13. (a) Was ist für uns der wichtigste Grund, ‘hinzugehen’ und fortgesetzt Königreichsfrüchte hervorzubringen? (b) Was hilft uns, in Gebieten Frucht zu tragen, in denen wir auf wenig Widerhall stoßen? (Siehe den Kasten auf Seite 21.)

      13 Ganz gleich, in welchem Umfang wir Königreichsfrüchte hervorbringen können, wird es uns drängen, ‘hinzugehen und fortgesetzt Frucht zu tragen’, solange wir nicht vergessen, warum wir es tun (Johannes 15:16). Jesus erwähnte den wichtigsten Grund, als er sagte: „Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr fortwährend viel Frucht tragt“ (Johannes 15:8). Ja, durch unsere Predigttätigkeit wird der Name Jehovas vor der ganzen Menschheit geheiligt (Psalm 109:30). Honor, eine treue Zeugin in den Siebzigern, sagte: „Selbst in Gebieten, wo man auf wenig Widerhall stößt, ist es eine Ehre, den Höchsten zu vertreten.“ Als man Claudio, der seit 1974 ein eifriger Zeuge ist, fragte, warum er nicht aufhört zu predigen, obwohl nur wenige in seinem Gebiet positiv reagieren, zitierte er Johannes 4:34, wo wir lesen: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.“ Er fügte hinzu: „Wie Jesus möchte ich mein Werk als Königreichsverkündiger nicht nur beginnen, sondern auch vollenden“ (Johannes 17:4). Dem stimmen Zeugen Jehovas auf der ganzen Erde zu. (Siehe den Kasten „Wie man ‘mit Ausharren Frucht trägt’ “ auf Seite 21.)

      Predigen und lehren

      14. (a) Welchen zweifachen Zweck hatte die Tätigkeit Johannes’ des Täufers und diejenige Jesu? (b) Wie würden wir die Tätigkeit von heutigen Christen beschreiben?

      14 Der erste in den Evangelien erwähnte Königreichsverkündiger war Johannes der Täufer (Matthäus 3:1, 2; Lukas 3:18). Seine Hauptaufgabe bestand darin, Zeugnis abzulegen, was er glaubensvoll und in der Hoffnung tat, dass „Menschen von allen Arten zum Glauben kämen“ (Johannes 1:6, 7). Tatsächlich wurden einige, die auf Johannes hörten, Jünger Christi (Johannes 1:35-37). Demnach predigte Johannes nicht nur, sondern machte auch Jünger. Jesus war ebenfalls ein Prediger und ein Lehrer (Matthäus 4:23; 11:1). Es überrascht daher nicht, dass er seinen Nachfolgern nicht nur gebot, die Königreichsbotschaft zu predigen, sondern auch denen, die sie annehmen würden, zu helfen, seine Jünger zu werden (Matthäus 28:19, 20). Unsere Tätigkeit besteht also heute aus Predigen und Lehren.

      15. Worin ähneln sich die Reaktionen auf die Predigttätigkeit im 1. Jahrhundert u. Z. und heute?

      15 Einige, denen Paulus im 1. Jahrhundert predigte und die er belehrte, „begannen dem, was gesagt wurde, zu glauben; andere glaubten nicht“ (Apostelgeschichte 28:24). Genauso verhält es sich heute. Leider fällt der meiste Königreichssamen auf ungeeigneten Boden. Doch etwas Samen fällt auf vortrefflichen Boden, schlägt Wurzeln und sprießt, wie Jesus es vorhersagte. Weltweit werden durchschnittlich jede Woche über 5 000 Personen Jünger Christi. Im Unterschied zu den meisten anderen Menschen glauben diese neuen Jünger, „was gesagt wurde“. Was machte ihr Herz für die Königreichsbotschaft empfänglich? Oftmals war es das Interesse der Zeugen an ihrem Wohl — sozusagen das Bewässern des ausgesäten Samens (1. Korinther 3:6). Betrachten wir nur einmal zwei Beispiele.

      Interesse am Wohl anderer ist ausschlaggebend

      16, 17. Warum ist es wichtig, Menschen, die wir im Dienst antreffen, spüren zu lassen, dass wir an ihrem Wohl interessiert sind?

      16 Karolien, eine junge Zeugin Jehovas in Belgien, sprach bei einer älteren Dame vor, die nicht an der Königreichsbotschaft interessiert war. Da die Frau eine Hand bandagiert hatte, boten Karolien und ihre Begleiterin Hilfe an, doch die Frau lehnte ab. Zwei Tage später besuchten die Zeuginnen diese Frau erneut und fragten sie, wie es ihr gehe. „Das war ausschlaggebend“, erzählt Karolien. „Die Frau war erstaunt, dass wir wirklich an ihrem Wohl interessiert waren. Sie bat uns hinein, und wir konnten ein Bibelstudium beginnen.“

      17 Sandi, eine Zeugin Jehovas in den Vereinigten Staaten, zeigt ebenfalls, dass sie wirklich an den Menschen interessiert ist, denen sie predigt. Sie sucht sich aus einer Lokalzeitung Geburtsanzeigen heraus und spricht dann bei den frisch gebackenen Eltern mit dem Buch Mein Buch mit biblischen Geschichtenc vor. Da gewöhnlich die Mutter zu Hause ist und Besuchern gern ihr Baby zeigt, entspinnt sich oft eine Unterhaltung. „Mit den Eltern spreche ich darüber, wie wichtig es ist, durch Vorlesen eine Bindung zu dem Neugeborenen entstehen zu lassen“, berichtet Sandi. „Später gehe ich auf die Schwierigkeiten ein, die sich in der heutigen Gesellschaft bei der Kindererziehung ergeben.“ Ein solcher Besuch führte vor einiger Zeit dazu, dass eine Mutter und sechs Kinder den Dienst für Jehova aufnahmen. Ähnlich erfreuliche Ergebnisse können wir in unserem Dienst erzielen, wenn wir auf andere zugehen und sie spüren lassen, dass wir an ihrem Wohl interessiert sind.

      18. (a) Warum ist es uns allen möglich, viel Frucht zu tragen? (b) Welche drei im Johannesevangelium erwähnten Erfordernisse für Jünger wollen wir erfüllen?

      18 Wie ermutigend, zu wissen, dass es möglich ist, fortwährend viel Frucht zu tragen! Jeder von uns kann es, ganz gleich, ob wir jung oder alt sind, ob wir uns guter Gesundheit erfreuen oder nicht, ob unser Predigen günstig aufgenommen wird oder nicht. Wie ist es uns möglich? Indem wir vermehrt die Frucht des Geistes hervorbringen und nach bestem Vermögen die Botschaft von Gottes Königreich verbreiten. Gleichzeitig sind wir bestrebt, ‘in Jesu Wort zu bleiben’ und ‘Liebe unter uns zu haben’. Wenn wir diese drei wichtigen, im Johannesevangelium erwähnten Erfordernisse für Jünger erfüllen, beweisen wir, dass wir wirklich Jünger Christi sind (Johannes 8:31; 13:35).

      [Fußnoten]

      a Die Zweige des Weinstocks stellen zwar Jesu Apostel und andere Christen dar, die für einen Platz in Gottes himmlischem Königreich infrage kommen, doch die Veranschaulichung enthält Wahrheiten, aus denen heute alle Nachfolger Christi etwas lernen können (Johannes 3:16; 10:16).

      b Wer wegen vorgerückten Alters oder einer Krankheit ans Haus gebunden ist, kann vielleicht brieflich oder telefonisch Zeugnis geben, wo dies gestattet ist, oder mit Besuchern über die gute Botschaft sprechen.

      c Herausgegeben von Jehovas Zeugen.

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