Die Herausforderung, in seine Fußstapfen zu treten
„Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, daß ihr in seine Fußstapfen tretet“ (1. PETRUS 2:21, Rösch).
1, 2. (a) Was kann eine echte Herausforderung sein, und warum ist das für Christen von Interesse? (b) Welche Fragen werden hier aufgeworfen?
BIST du schon einmal einen Sandstrand entlanggegangen oder über ein Schneefeld gelaufen und warst fasziniert von dem Muster der Fußspuren einer Person, die vor dir gegangen war? Hast du versucht, in die Fußstapfen zu treten und so genau wie möglich der Spur zu folgen? Wenn ja, dann hast du festgestellt, daß das gar nicht einfach ist. Genau in die Fußstapfen eines anderen zu treten — sei es buchstäblich oder in übertragenem Sinn — ist eine echte Herausforderung. Doch dadurch, daß wir uns Christen nennen, geben wir zu erkennen, daß gerade das unser Wunsch ist, nämlich genau in die Fußstapfen Christi zu treten.
2 Unternimmst du bereitwillig die erforderlichen Anstrengungen, um dieser Herausforderung gerecht zu werden? Und bist du entschlossen, das zu tun, komme, was da wolle? Wenn ja, dann wird dir das richtige Verständnis darüber, warum es so schwierig ist, in buchstäbliche Fußstapfen zu treten, eine Hilfe sein, den sinnbildlichen Fußstapfen Christi erfolgreicher nachzufolgen.
Lerne, dich anzupassen
3. Warum kommt es einem vielleicht zunächst unnatürlich vor, in die Fußstapfen eines anderen zu treten?
3 Jeder hat seine charakteristische Gangart. Die Schrittlänge ist zum Beispiel von Person zu Person verschieden, ebenso der Winkel, in dem der Fuß auf den Boden gesetzt wird. Jemandes Zehen können geradeaus weisen oder in einem gewissen Winkel nach innen oder außen zeigen, was bei dem einen Fuß ausgeprägter sein kann als bei dem anderen. Erkennst du, worin die Herausforderung besteht? Um genau in jemandes Fußstapfen treten zu können, mußt du deine Schrittlänge und Fußstellung der seinen anpassen. Das kommt dir vielleicht zunächst unnatürlich vor, aber es ist ein Muß. Es gibt keine andere Möglichkeit.
4. Warum ist es eine besondere Herausforderung, in die Fußstapfen Jesu zu treten?
4 Bildlich gesprochen, war Christi Gangart einzigartig, denn er war unter seinen Zeitgenossen der einzige vollkommene Mensch, ein Mensch, „der Sünde nicht kannte“ (2. Korinther 5:21). Da die Menschen von Geburt an unvollkommen und Sünder sind, besteht ihre normale Gangart nicht darin, in Jesu Fußstapfen zu treten. Daran erinnerte Paulus die Korinther mit den Worten: „Ihr seid noch fleischlich. Denn solange es Eifersucht und Streit unter euch gibt, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt ihr nicht wie Menschen?“ Die Neigung zu Eifersucht und Streit — „Werken des Fleisches“ — ist für unvollkommene Menschen normal, doch Jesus ging den Weg der Liebe, und „die Liebe ist nicht eifersüchtig, ... läßt sich nicht aufreizen“. In die Fußstapfen Christi zu treten ist daher eine größere Herausforderung, als wenn wir lediglich aufgefordert würden, in die Fußstapfen eines unvollkommenen Menschen zu treten (1. Korinther 3:3; 13:4, 5; Galater 5:19, 20; siehe auch Epheser 5:2, 8).
5, 6. (a) Warum haben viele Menschen darin versagt, in die Fußstapfen Christi zu treten, und welchen Rat gab Paulus deswegen? (b) Wie werden die Menschen ermuntert, heute in die Fußstapfen Christi zu treten, und was hat das für sie zur Folge?
5 Außer der Unvollkommenheit kann auch Unwissenheit über Gott jemand daran hindern, in den Fußstapfen Christi zu wandeln. Paulus ermahnte deshalb die Christen in Ephesus, nicht mehr so weiterzuwandeln, „wie auch die Nationen wandeln in der Nutzlosigkeit ihres Sinnes, während sie wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Gefühllosigkeit ihres Herzens in geistiger Finsternis und dem Leben, das Gott gehört, entfremdet sind“ (Epheser 4:17, 18).
6 Durch das Königreichspredigtwerk werden die Menschen heute aufgefordert, sozusagen ihre normale Gangart aufzugeben, das heißt, sich nicht mehr in Unwissenheit über Gottes Vorsätze und in geistiger Finsternis durch ein gefühlloses Herz antreiben zu lassen, unnütze Ziele anzustreben. Sie werden ermuntert, sich dem vollkommenen Beispiel Christi anzupassen, ‘in Gemeinschaft mit ihm zu wandeln’ und so ‘jeden Gedanken gefangenzunehmen, um ihn dem Christus gehorsam zu machen’ (Kolosser 2:6, 7; 2. Korinther 10:5). Wer bereit ist, diese Herausforderung anzunehmen, wird in seinem Glauben gefestigt. Während er sich daran gewöhnt, so zu wandeln, wie Christus wandelte, fällt ihm das mit der Zeit immer leichter.
7. Welche Gewähr haben wir dafür, daß es möglich ist, in die Fußstapfen Jesu zu treten, auch wenn es oft eine Herausforderung ist?
7 Dennoch ist es oft eine Herausforderung. Der Unterschied zwischen einem vollkommenen Menschen und einem unvollkommenen ist beträchtlich. Aus diesem Grund sind bei unvollkommenen Menschen große Änderungen nötig, wenn sie sich bemühen, einem vollkommenen Beispiel zu folgen. Einige haben, vielleicht aufgrund der Vererbung oder aufgrund ihrer Umwelt, größere Schwierigkeiten als andere, sich einer christlichen Lebensweise anzupassen. Aber Jehova versichert uns, daß jemand, der sich wirklich bereitwillig anstrengt, dazu in der Lage ist. „Für alles bin ich stark durch den, der mir Kraft verleiht“, sagte der Apostel Paulus (Philipper 4:13; siehe auch 2. Korinther 4:7; 12:9). Und das trifft auf alle Christen zu.
Gib acht
8, 9. (a) Warum erfordert es ungeteilte Aufmerksamkeit und große Konzentration, in jemandes Fußstapfen zu treten? (b) Die Befolgung welches biblischen Rates wird uns davor bewahren, von den Fußstapfen Jesu abzukommen?
8 Wir können buchstäblichen Fußstapfen nur dann folgen, wenn wir sorgfältig darauf achten, wohin wir treten. Lassen wir unsere Augen umherwandern — ob wir sie nun auf Dinge in unserer näheren oder unserer ferneren Umgebung richten —, so tun wir zwangsläufig früher oder später einen Fehltritt. Wenn wir nicht bewußt achtgeben und uns konzentrieren, werden wir von den Fußstapfen abweichen, denen wir folgen sollten. Wir müssen also stets auf der Hut sein, besonders wenn plötzlicher Lärm oder irgendein unerwartetes Geschehen uns ablenken könnte. (Vergleiche Hiob 18:10, 11.)
9 In sinnbildlicher Weise trifft das auch auf diejenigen zu, die in die Fußstapfen Jesu treten. Jesus ermahnte seine Nachfolger, streng auf sich selbst zu achten, damit ihr Herz nicht „durch zuviel Essen und zuviel Trinken und Sorgen des Lebens beschwert werde“ (Lukas 21:34). Satan benutzt diese alltäglichen Ablenkungen, um uns zu veranlassen, unseren Blick von den Fußstapfen Jesu abzuwenden. Häufig überrumpelt er uns, indem er unerwartete Umstände nutzt, wie zum Beispiel Widerstand, Krankheit oder finanzielle Rückschläge. „Damit wir niemals abgleiten“, müssen wir „den Dingen, die wir gehört haben, mehr als die gewöhnliche Aufmerksamkeit schenken“. Mit anderen Worten: Wir müssen unsere Augen noch genauer denn je auf Christi Fußstapfen richten (Hebräer 2:1; siehe auch 1. Johannes 2:15-17).
Weiche nicht ab
10. (a) Welche Gefahr besteht, wenn sich verschiedene Fußspuren kreuzen? (b) Wieso kann es in geistigem Sinne schwerwiegende Folgen haben, falschen Fußstapfen zu folgen?
10 An einem belebten Strand entdecken wir im nassen Sand wahrscheinlich unterschiedliche Fußspuren, und einige kreuzen vielleicht die Spur, die wir verfolgen möchten. Viele Fußspuren gleichen sich womöglich, zumindest oberflächlich betrachtet. Daher ist es wichtig, daß wir sicher sind, der richtigen Spur zu folgen. Sonst würden wir möglicherweise verleitet, in die verkehrte Richtung zu gehen. Und das könnte in geistigem Sinne schwerwiegende Folgen haben. Wie gefährlich es ist, Fußstapfen zu folgen, die zwar richtig zu sein scheinen, es aber in Wirklichkeit nicht sind, zeigt folgender warnender Spruch: „Es gibt einen Weg, der vor einem Mann gerade ist, aber sein Ende sind danach die Wege des Todes“ (Sprüche 16:25).
11. Welche Warnung ließ Paulus den ersten Christen zukommen, und für wen in der heutigen Zeit ist er ein Beispiel?
11 Wegen dieser sehr realen Gefahr fühlte sich Paulus gedrängt, seinen Brüdern in der frühchristlichen Versammlung folgende Warnung zukommen zu lassen: „Ich wundere mich, daß ihr euch so schnell abbringen laßt von dem, der euch durch Christi unverdiente Güte berufen hat, zu einer andersartigen guten Botschaft. ... da [sind] gewisse Leute, die euch Unruhe bereiten und die gute Botschaft über den Christus verdrehen wollen. ... Wer immer euch als gute Botschaft etwas verkündigt außer dem, was ihr angenommen habt, er sei verflucht“ (Galater 1:6-9). In Übereinstimmung mit dem Beispiel des Paulus warnt uns die leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas heute vor Abtrünnigen und falschen Brüdern, die sozusagen falsche Fußspuren anlegen. Wahre Christen möchten nicht von dem Pfad abkommen, den ihnen Christus im Auftrag Gottes vorgezeichnet hat (Psalm 44:18).
12. (a) Inwiefern kann uns 2. Timotheus 1:13 helfen, uns nicht dazu verleiten zu lassen, falschen Fußstapfen nachzufolgen? (b) Wodurch zeichnen sich andersartige sogenannte gute Botschaften aus?
12 Dadurch, daß wir streng auf die charakteristischen Merkmale der Fußspur Christi achten, vermeiden wir es, irregeführt zu werden. Wenn wir eine genaue Erkenntnis über Jesus, über seine Lehren und über die Wirkungsweise der Christenversammlung haben, kennen wir das charakteristische „Muster gesunder Worte“, das uns vor denen schützt, die „die gute Botschaft über den Christus verdrehen“ (2. Timotheus 1:13). Alle andersartigen sogenannten guten Botschaften — in Wirklichkeit falsche Fußspuren — passen nicht in dieses Muster der Wahrheit. Sie entstellen es und lassen es verschwommen erscheinen. Statt fundamentale biblische Wahrheiten und Grundsätze klar herauszustellen, widersprechen sie ihnen. Statt uns zu größerer Aktivität im Dienst Jehovas anzuspornen, bewirken sie eher ein Nachlassen. Ihr grundlegender Gehalt ist alles andere als positiv und verherrlicht nicht Jehovas Namen und seine Organisation. Sie zeichnen sich durch Negatives, durch Nörgelei und Kritik aus. Diesen Fußstapfen möchten wir ganz gewiß nicht nachfolgen.
Behalte das richtige Tempo bei
13. Wieso spielt das Tempo eine Rolle, wenn wir jemandes Fußstapfen folgen wollen?
13 Unsere Schrittlänge wird teilweise von der Geschwindigkeit bestimmt, mit der wir uns fortbewegen. Je schneller wir gehen, desto länger sind im allgemeinen unsere Schritte. Je langsamer wir gehen, desto kürzer werden sie. Jemandes buchstäblichen Fußstapfen zu folgen fällt uns demnach um so leichter, je mehr wir unsere Geschwindigkeit der seinen anpassen. Und wenn wir erfolgreich in den sinnbildlichen Fußstapfen Jesu Christi, unseres Führers, wandeln möchten, müssen wir seine Geschwindigkeit beibehalten.
14. (a) In welcher Hinsicht halten wir vielleicht nicht mit Jesus Schritt? (b) Warum ist es töricht, schneller sein zu wollen als der „treue und verständige Sklave“?
14 Nicht mit Christus Schritt zu halten kann zweierlei bedeuten. Entweder versuchen wir, schneller zu gehen und dem „treuen und verständigen Sklaven“, dessen sich Jesus zur Verwirklichung des Vorsatzes Jehovas bedient, vorauszueilen, oder wir hinken der Führung dieses „Sklaven“ hinterher (Matthäus 24:45-47). Einige Christen sind zum Beispiel in der Vergangenheit ungeduldig geworden, weil sie Änderungen in bezug auf die Lehre oder organisatorische Verbesserungen für notwendig und überfällig hielten. Da ihnen die Sache zu langsam ging, zogen sie sich verärgert von Jehovas Volk zurück. Wie töricht und kurzsichtig! Oftmals wurde genau das, was sie aufregte, später geändert, und zwar zu Jehovas bestimmter Zeit (Sprüche 19:2; Prediger 7:8, 9).
15. Inwiefern sind König David und Jesus gute Beispiele dafür, daß man das richtige Tempo beibehalten sollte?
15 Es ist weise, zu warten, bis Jehova handelt, statt selbst das Tempo bestimmen zu wollen. König David gibt uns in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel. Er lehnte es ab, sich gegen König Saul zu verschwören und seinen Anspruch auf das Königtum geltend zu machen, bevor Jehova es ihm zu seiner bestimmten Zeit gab (1. Samuel 24:1-15). Desgleichen erkannte Jesus, der „Sohn Davids“, daß er warten mußte, bis er seine Macht als himmlischer König voll ausüben konnte. Er kannte den prophetischen Ausspruch, der ihm galt: „Setz dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde als Schemel für deine Füße hinlege.“ Als daher eine Gruppe von Juden versuchte, „ihn zu ergreifen, um ihn zum König zu machen“, zog er sich schnell zurück (Matthäus 21:9; Psalm 110:1; Johannes 6:15). Etwa 30 Jahre danach wartete Jesus gemäß Hebräer 10:12, 13 immer noch auf sein Königtum. Tatsächlich wartete er fast 1 900 Jahre, bis er bei der Aufrichtung des Königreiches Gottes im Jahre 1914 als dessen rechtmäßiger König eingesetzt wurde.
16. (a) Veranschauliche, inwiefern wir uns vielleicht langsamer bewegen, als wir sollten. (b) Aus welchem Grund ist Jehova geduldig, und wie können wir es vermeiden, diese Geduld zu mißbrauchen?
16 Nicht das richtige Tempo beizubehalten könnte auch bedeuten, nachzulassen und hinterherzuhinken. Handeln wir beispielsweise unverzüglich, wenn wir aus Gottes Wort erfahren, daß wir Änderungen in unserem Leben vornehmen sollten? Oder stellen wir uns auf den Standpunkt, da Gott geduldig sei, könnten wir solche Änderungen auf später verschieben in der Hoffnung, daß sie uns dann leichter fallen würden? Es stimmt zwar, daß Jehova geduldig ist. Doch dadurch will er uns nicht veranlassen, in bezug auf erforderliche Änderungen nachlässig zu sein. Uns wird vielmehr gesagt: „Er ist geduldig mit euch, weil er nicht will, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern will, daß alle zur Reue gelangen“ (2. Petrus 3:9, 15). Demnach ist es viel besser, wenn wir den Psalmisten nachahmen, der sagte: „Ich beeilte mich, und ich zögerte nicht, deine Gebote zu halten“ (Psalm 119:60).
17. Von welcher Bedeutung ist das richtige Tempo im Königreichspredigtwerk, und welche Frage sollten wir uns deshalb stellen?
17 Es könnte auch sein, daß wir beim Predigen des Königreiches hinterherhinken. Gemäß Matthäus 25 richtet Jesus gegenwärtig die Menschen, indem er die „Schafe“ von den „Böcken“ trennt. Diese Trennung wird hauptsächlich durch das Predigen der „guten Botschaft vom Königreich“ bewirkt (Matthäus 24:14; 25:31-33; Offenbarung 14:6, 7). Die für das Trennungswerk vorgesehene Zeit ist zwangsläufig begrenzt (Matthäus 24:34). Da sie allmählich abläuft, können wir damit rechnen, daß Jesus das Werk beschleunigt. Er handelt dabei als Werkzeug Gottes, der in bezug auf das Einsammlungswerk verheißen hat: „Ich selbst, Jehova, werde es beschleunigen zu seiner eigenen Zeit“ (Jesaja 60:22). Erhöhen wir als Gottes Mitarbeiter, die genau in die Fußstapfen seines Sohnes treten, unser Tempo im Königreichspredigtwerk so weit, wie es unsere körperliche Verfassung und unsere biblischen Verpflichtungen erlauben? Die Predigtdienstberichte lassen erkennen, daß dies bei Millionen von Zeugen Jehovas der Fall ist.
Vermeide übersteigertes Selbstvertrauen, bekämpfe Entmutigung
18. Wieso könnte jemand ein übersteigertes Selbstvertrauen bekunden, und mit welchen Worten wird in der Bibel davor gewarnt?
18 Je länger wir uns bemühen, in jemandes Fußstapfen zu treten, um so mehr gewöhnen wir uns an seine Gangart. Werden wir aber selbstsicher, so tun wir früher oder später einen Fehltritt. Wenn wir Jesu sinnbildlichen Fußstapfen folgen, müssen wir uns der Gefahr eines übersteigerten Selbstvertrauens bewußt sein, das heißt der Gefahr, uns in leichtsinniger Weise auf unsere eigene Kraft und unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen in der Meinung, wir hätten es bereits geschafft, uns seiner Gangart anzupassen. Die Erfahrung, die Petrus machte und über die in Lukas 22:54-62 berichtet wird, ist eine zeitgemäße Warnung. Sie unterstreicht auch die Wahrhaftigkeit der Worte aus 1. Korinther 10:12: „Wer daher denkt, er stehe, der sehe zu, daß er nicht falle.“
19. (a) Was tut jeder Christ von Zeit zu Zeit? (Jakobus 3:2). (b) Wie sollten wir die Worte des Paulus aus Römer 7:19, 24 verstehen?
19 Aufgrund der Unvollkommenheit tut jeder Christ von Zeit zu Zeit einen Fehltritt. Die Abweichung ist vielleicht gering, für andere kaum merklich. Aber es kann sich auch um ein derart offensichtliches Verfehlen des Ziels handeln, daß es allen auffällt. In jedem Fall ist es tröstlich, an die Worte des Paulus zu denken, der in aller Ehrlichkeit zugab: „Das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich. Ich elender Mensch!“ (Römer 7:19, 24). Diese Worte dürfen wir natürlich nicht als eine Entschuldigung für Unrechttun auffassen. Vielmehr sind sie für ergebene Christen, die mit ihren Unvollkommenheiten kämpfen, eine Ermunterung, sich ständig zu bemühen, der Herausforderung gerecht zu werden, in den vollkommenen Fußstapfen Jesu zu wandeln.
20. (a) Inwiefern ist uns Sprüche 24:16 im Wettlauf um das Leben eine Hilfe? (b) Wozu sollten wir entschlossen sein?
20 „Der Gerechte mag sogar siebenmal fallen, und er wird gewißlich aufstehen“, heißt es in Sprüche 24:16. Im Wettlauf um das Leben sollte sich niemand veranlaßt fühlen aufzugeben. Dieser Wettlauf gleicht einem Marathonlauf, also keinem 100-Meter-Lauf, sondern einem Lauf, der Ausdauer oder Ausharren erfordert. Der geringste Fehltritt eines Sprinters kann bedeuten, daß für ihn das Rennen vorbei ist. Ein Marathonläufer hat dagegen, selbst wenn er zum Straucheln kommt, noch Zeit, sich wieder aufzuraffen und den Lauf zu vollenden. Wenn du dich aufgrund eines Fehltritts zu dem Ausruf „Ich elender Mensch!“ veranlaßt fühlst, so denke daran, daß noch Zeit ist, dich wieder aufzuraffen. Du hast immer noch die Möglichkeit, wieder in die Fußstapfen Jesu Christi, deines Führers, zu treten. Es besteht kein Grund zur Verzweiflung! Kein Grund aufzugeben! Sei entschlossen, mit Gottes Hilfe der Herausforderung gerecht zu werden, ‘den Fußstapfen Jesu genau nachzufolgen’ (1. Petrus 2:21).
Warum müssen Christen
◻ lernen, sich anzupassen?
◻ bewußt achtgeben?
◻ das Muster der Wahrheit im Sinn behalten?
◻ das richtige Tempo beibehalten?
◻ übersteigertes Selbstvertrauen vermeiden?
◻ Entmutigung bekämpfen?
[Bild auf Seite 15]
Der Gerechte, der seine Augen auf das Ziel gerichtet hält, wird bestimmt wieder aufstehen