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Einheit, über die die Welt stauntErwachet! 1993 | 22. Dezember
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Delegierte aus der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan hatten auf der Anreise ein Erlebnis, das ihnen die Schrecklichkeit des Krieges drastisch vor Augen führte. Ihr Zug geriet zwischen Truppen, die sich gerade ein Feuergefecht lieferten. Wie froh die Delegierten doch waren, als sie unversehrt in Kiew ankamen und die Liebe und Einheit verspürten, die im Stadion unter Angehörigen zahlreicher ethnischer Gruppen aus vielen Nationen herrschte!
Einige der deutschen und der russischen Delegierten schätzten ganz besonders, was die göttliche Belehrung bei ihnen bewirkt hatte. Als junge Männer hatten sie im Zweiten Weltkrieg gegeneinander gekämpft. Doch auf dem Kongreß in Kiew waren sie in der wahren Anbetung vereint, wie das Bild auf Seite 7 zeigt.
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Einheit, über die die Welt stauntErwachet! 1993 | 22. Dezember
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Eine Kongreßbesucherin in Kiew rief aus: „Sie sind wirklich vereint! Welch ein Unterschied zu den Verhältnissen außerhalb der Stadionmauern!“
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Einheit, über die die Welt stauntErwachet! 1993 | 22. Dezember
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In Kiew, wo mehr als 64 000 Personen zugegen waren, hatte man für die Taufe sechs Becken an einem Ende des Stadions aufgestellt. Da in jedem Becken mindestens sechs Täufer tätig waren, entsprach die Zahl derer, die untergetaucht wurden, alle zwei Minuten einer größeren Versammlung. Dennoch dauerte die Taufe über zwei Stunden! Auf dem internationalen Kongreß „Göttlicher Wille“, der 1958 in New York stattfand, wurden 7 136 Personen getauft. Die Taufe in Kiew war jedoch mit 7 402 neuordinierten Zeugen Jehovas aus der Ukraine und aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken die bisher größte zahlenmäßig belegte christliche Taufe. Es handelte sich ausschließlich um Menschen, die in Gebieten beheimatet sind, wo Jehovas Zeugen jahrzehntelang — noch bis vor kurzem — verboten waren.
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Einheit, über die die Welt stauntErwachet! 1993 | 22. Dezember
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Die Tausende von Abzeichen tragenden Delegierten, die sich freudig begrüßten, sich umarmten und sich zu verständigen suchten, hinterließen bei den Bewohnern von Moskau und Kiew einen tiefen Eindruck. Ein Geschäftsmann aus dem Iran, der sich gerade in Kiew aufhielt, sprach einen Zeugen aus den Vereinigten Staaten an. „Sie haben etwas Wunderbares“, sagte er. „Während der vergangenen Tage habe ich Ihre Leute beobachtet. Ich möchte gern etwas von Ihrer Literatur in englischer Sprache lesen.“ Er erklärte, daß er zum Kongreß kommen würde, wenn er am nächsten Morgen nicht die Rückreise in den Iran antreten müßte.
Überall in Moskau und in Kiew — vor allem auf den Straßen und Plätzen und in der Untergrundbahn — sprachen Kongreßdelegierte mit den Menschen und boten ihnen biblische Traktate und Broschüren an. Jeden Abend sah man auf dem Roten Platz unweit des Lenin-Mausoleums Zeugen Jehovas stehen, die sich friedlich mit den Leuten unterhielten und Traktate verbreiteten. Das Angebot wurde in der Regel bereitwillig angenommen, oft mit einem freundlichen Lächeln. Menschen, die in der Untergrundbahn Schriften entgegennahmen, fingen meist sofort an zu lesen. Es war nichts Ungewöhnliches, in einem U-Bahn-Wagen fünf oder sechs Personen biblische Traktate lesen zu sehen.
Nach dem Lesen brachten Fahrgäste häufig ihre Wertschätzung zum Ausdruck. „Bisher hatten wir keine Gelegenheit, etwas darüber zu hören“, erklärte ein Mann mittleren Alters in gebrochenem Englisch. „Vielen Dank!“ In einem anderen Fall waren ein junger Mann und seine Mutter von dem, was sie lasen, so angetan, daß sie, um das Gespräch mit dem Kongreßdelegierten fortsetzen zu können, mit ihm ausstiegen.
In Kiew mußten über 50 000 Delegierte — Zeugen aus mehr als 30 Ländern — untergebracht werden. Die meisten wohnten in Hotels, Privatwohnungen und Schulen; ungefähr 1 800 fanden jedoch Unterkunft auf sechs Schiffen. Eine Schiffsangestellte hinterließ für die Zeugen folgende Zeilen: „Mir ist, als seien Sie von einem anderen Planeten gekommen. Bei Ihnen gibt es so viel Schönes und Harmonisches, daß Sie für uns ein Segen sind. Vielleicht sind Sie Gottes Kinder. Ständig denke ich darüber nach.“
Wie gut, daß Jehovas Zeugen diese großen Kongresse abhalten konnten und daß sowohl die Behörden als auch die Bevölkerung solche vortrefflichen christlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen, durch die Gott verherrlicht wird, zu sehen bekamen! Ortsbehörden, die mit den Zeugen zu tun hatten, waren voll des Lobes für deren rationelle Arbeitsweise, deren Höflichkeit und deren gute Zusammenarbeit mit der Stadionverwaltung und anderen städtischen Abteilungen.
„Während der letzten 13 Jahre ist das Stadion nie so gründlich gesäubert worden“, bemerkte ein Beamter in Kiew. Und ein Polizist rief aus: „Was für Menschen! Man fühlt sich wie in einer neuen Welt. Es ist mir unbegreiflich, daß man Sie verfolgt hat.“
Höhepunkte der Kongresse
Die Anwesenheit von Tausenden Delegierten aus vielen fremden Ländern, einschließlich einiger Mitglieder der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, war für die Zeugen in Moskau und in Kiew vielleicht der herausragendste Höhepunkt. Allein schon die Freude, beisammen zu sein — mit Menschen aus so vielen Nationen in der Anbetung friedlich vereint —, war unbeschreiblich. Als in Moskau und in Kiew der Schlußredner darauf hinwies, daß der Dank in erster Linie Jehova Gott gebührt, der den Kongreß ermöglicht hat, erhoben sich die Anwesenden und klatschten mehrere Minuten lang Beifall, bis der Redner den Vortrag fortsetzte.
Andere Höhepunkte der Kongresse waren die Vorträge, die täglich von Mitgliedern der leitenden Körperschaft in englischer Sprache gehalten wurden, und die kurzen Berichte, die Delegierte aus verschiedenen Ländern gaben. Diese englischen Darbietungen wurden simultan in viele Sprachen übersetzt — in Kiew beispielsweise in 16 Sprachen! So konnten die Delegierten aus den einzelnen Sprachgruppen in den jeweiligen Sektoren die genannten Programmpunkte in der eigenen Sprache hören.
Die Freigabe der neuen Broschüre Was ist der Sinn des Lebens? in Russisch und in Ukrainisch war ein weiterer Kongreßhöhepunkt. Besonders geschätzt wurde die Freigabe des Leitfadens für die Theokratische Predigtdienstschule in Russisch; anhand dieses Buches lernen Jehovas Zeugen, biblische Wahrheiten wirkungsvoller darzubieten. Mein Buch mit biblischen Geschichten, ein hauptsächlich für die Jüngeren geschriebener chronologischer Abriß der biblischen Geschichte, wurde ebenfalls in Russisch freigegeben. Von diesem Buch sind bereits über 36 Millionen Exemplare in mehr als 80 Sprachen gedruckt worden.
Einen echten Höhepunkt bildete die Taufe einer gewaltigen Zahl neuer Jünger. Unter den Täuflingen waren viele Jugendliche, was nicht unbemerkt blieb. Auf einer Pressekonferenz in Kiew sagte ein Korrespondent der Zeitung Oswita: „Es ist auffallend, wie viele junge Menschen Ihren Kongreß besuchen. Sie sind freundlich, sehen nett aus und haben gute Manieren. Wie schaffen Sie das? Haben Sie eine besondere Methode für Jugendliche? Ich arbeite mit Jugendlichen, deshalb würde mich das sehr interessieren.“
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Einheit, über die die Welt stauntErwachet! 1993 | 22. Dezember
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Ukraine (2 Kongresse) 69 333 7 797
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