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UkraineJahrbuch der Zeugen Jehovas 2002
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Herausragender internationaler Kongress
Ein weiteres bedeutsames Ereignis war der internationale Kongress „Göttliche Belehrung“, der 1993 in Kiew stattfand. Die Anwesendenzahl von 64 714 auf dem Kongress in der Ukraine ist die bisher höchste in diesem Land, und unter den Besuchern waren Tausende Delegierte aus über 30 verschiedenen Ländern. Englische Vorträge wurden in 16 Sprachen gedolmetscht.
Welch ein begeisternder Anblick es doch war, als in fünf voll besetzten Blöcken des Stadions alle Brüder und Schwestern aufstanden, um die beiden Tauffragen mit Ja zu beantworten! In den folgenden zweieinhalb Stunden wurden 7 402 Personen in sechs Becken getauft — die größte Zahl von Täuflingen auf einem Kongress in der neuzeitlichen Geschichte des Volkes Gottes. Dieses herausragende Ereignis wird für Jehovas Zeugen unvergessen bleiben und von ihnen geschätzt werden.
Wie konnten nur 11 Versammlungen in der Stadt einen solch großen Kongress organisieren? Wie in den Jahren zuvor kamen Brüder aus Polen, um in der Unterkunftsabteilung mitzuhelfen. Zusammen mit den Brüdern am Ort schlossen sie Verträge mit so vielen Hotels und Pensionen wie möglich; es wurden sogar einige schwimmende Hotels gebucht.
Am schwierigsten war es, die Nutzungsgenehmigung für das Stadion zu erhalten. In dem Stadion fanden nicht nur Sportereignisse statt, sondern es diente an den Wochenenden auch als großer Marktplatz. Und bisher war niemandem eine Schließung des Marktes genehmigt worden. Dennoch wurde die Genehmigung erteilt.
Die Stadt bildete sogar einen Sonderausschuss, der die Brüder bei den Vorbereitungsarbeiten unterstützte. Zu diesem Ausschuss gehörten die Leiter verschiedener Ressorts wie Polizei, Verkehr und Tourismus. Für die Beförderung der Kongressdelegierten innerhalb der Stadt wurde eine einzigartige Regelung getroffen. Die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel wurden pauschal vorgestreckt, sodass Träger von Kongressplaketten nicht beim Einsteigen bezahlen mussten, sondern dies auf dem Kongressgelände erledigen konnten. Auf diese Weise konnten die Delegierten zügig in die U-Bahnen, Straßenbahnen und Stadtbusse gelangen, wenn sie zwischen den Unterkünften und dem Republik-Stadion (heute Olympia-Stadion) pendelten, einem der größten Stadien in Osteuropa. Um den Delegierten entgegenzukommen, wurden in der Nachbarschaft des Stadions zusätzliche Bäckereien eröffnet, damit sich die Brüder für den nächsten Tag noch schnell etwas zu essen besorgen konnten.
Der Polizeipräsident war über den geordneten Ablauf des Kongresses sehr erstaunt und merkte an: „Alles, was Sie getan haben, nebst Ihrem guten Benehmen, hat mich sogar noch mehr beeindruckt als Ihr Predigen. Man vergisst vielleicht, was man gehört hat, aber niemals das, was man gesehen hat.“
Mehrere Frauen, die in einer nahen U-Bahn-Station tätig sind, kamen ins Kongressbüro, um sich für das gute Benehmen der Delegierten zu bedanken. Sie sagten: „Wir waren schon bei vielen Sportereignissen und politischen Anlässen hier im Einsatz, haben aber noch nie erlebt, dass Besucher so höflich und so freudig waren und auch uns beachtet haben. Sie haben uns alle gegrüßt. So etwas sind wir von anderen Anlässen nicht gewöhnt.“
Die Versammlungen in Kiew hatten nach dem Kongress alle Hände voll zu tun, denn es wurden etwa 2 500 Adressen interessierter Personen abgegeben, die mehr erfahren wollten. Jetzt gibt es in Kiew über 50 Versammlungen eifriger Zeugen.
Einer Gruppe von Brüdern war während der Anreise das gesamte Gepäck gestohlen worden. Weil sie aber geistig reicher werden wollten, beschlossen sie, trotzdem die Reise nach Kiew fortzusetzen, und kamen auf dem Kongressgelände nur mit dem an, was sie auf dem Leib trugen. Eine Gruppe von Brüdern aus der ehemaligen Tschechoslowakei hatte Kleidung für Personen mitgebracht, die sie dringend brauchen würden. Als die Kongressleitung davon erfuhr, waren die Brüder, die bestohlen worden waren, schnell mit der Kleidung versorgt, die sie benötigten.
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[Bilder auf Seite 237]
Beim internationalen Kongress in Kiew, der im August 1993 stattfand, ließen sich 7 402 Personen taufen — die größte Zahl von Täuflingen auf einem Kongress in der neuzeitlichen Geschichte des Volkes Gottes
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