Wieso kann die DNA so genau gelesen und kopiert werden? Auf der DNA-Leiter kommen vier Basen vor: A, T, G und C. Aus diesen setzen sich die einzelnen Leitersprossen zusammen. Dabei verbindet sich A immer mit T, und G mit C. Ist die eine Sprossenhälfte A, so ist die andere T. Und G trifft immer auf C. Kennt man also die eine Hälfte der Leiter, kennt man auch die andere. Liest man auf der einen Seite GTCA, so muss auf der anderen CAGT stehen. Die einzelnen Sprossenteile sind unterschiedlich lang. Verbinden sie sich aber mit ihrem Partner, dann haben alle Sprossen die gleiche Länge.
Diese Entdeckung war revolutionär. Den Wissenschaftlern wurde dadurch klar, dass die DNA geradezu dafür geschaffen ist, immer und immer wieder kopiert zu werden. Wenn die Enzymmaschine die DNA repliziert, holt sie sich aus dem Innern des Zellkerns frei schwebende Bausteine, die jeweils aus einer dieser vier Basen bestehen. Damit vervollständigt sie die Sprossen des gesplitteten DNA-Strangs.
Das DNA-Molekül ist also wie ein Buch, das unendlich oft gelesen und vervielfältigt wird. Während der durchschnittlichen Lebensspanne eines Menschen wird die DNA sage und schreibe 10 Billiarden Mal mit beeindruckender Präzision kopiert.28